{"id":718,"date":"2017-08-08T13:06:34","date_gmt":"2017-08-08T11:06:34","guid":{"rendered":"http:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=718"},"modified":"2017-08-08T13:07:00","modified_gmt":"2017-08-08T11:07:00","slug":"718-2","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=718","title":{"rendered":""},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Der Artikel ist zuerst erschienen in: <em>Sozialismus 7\/8-2014<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-size: 14pt;\"><em>Heiner Karuscheit<\/em><\/span><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-size: 24pt;\"><strong>Macht und Krieg<\/strong><\/span><\/h2>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Strategische Fehler der Linken vor dem Weltkrieg \u2013 gestern und heute<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><em>&#8222;Warum will die Milit\u00e4rpartei den Krieg? Er soll ihr die Macht geben. Die Macht, alle Demokratie zu unterdr\u00fccken. Die Macht \u00fcber das Proletariat und das B\u00fcrgertum.&#8220;<\/em> (Vorw\u00e4rts vom 31.Juli 1914)<\/span><\/p>\n<h4><span style=\"font-size: 14pt;\">Vorbemerkung: \u00c4u\u00dfere und innere Kriegsgr\u00fcnde<\/span><\/h4>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Aus Anlass des Weltkriegsbeginns vor 100 Jahren ist eine Flut von Artikeln und B\u00fcchern erschienen, die sich dem Geschehen von den verschiedensten Seiten aus n\u00e4hern. Dabei konzentriert sich die \u00f6ffentliche Debatte auf eine Fragestellung, deren geschichtspolitische Relevanz auf der Hand liegt: Sind die europ\u00e4ischen M\u00e4chte durch gemeinsame Fehlentscheidungen in den Krieg gerutscht \u2013 oder trug das Kaiserreich (zusammen mit \u00d6sterreich-Ungarn) die Hauptverantwortung f\u00fcr seinen Ausbruch?<\/span><\/p>\n<h4><span style=\"font-size: 14pt;\">Ein neuer Historikerstreit<\/span><\/h4>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Die Antworten darauf fallen unterschiedlich aus. Ein erheblicher Teil der Fachhistoriker ist der Auffassung, dass die deutsche Politik den entscheidenden Anteil am Zustandekommen des Kriegs hatte. Zu denen, die das in eigenen Werken \u00fcber den Krieg vertreten, z\u00e4hlt neben dem Milit\u00e4rhistoriker Krumeich (Juli 1914 \u2013 Eine Bilanz) auch J\u00f6rn Leonhard, der j\u00fcngst die umfassendste Untersuchung des Weltkriegsgeschehens vorgelegt hat (Die B\u00fcchse der Pandora). Historiographisch steht diese Position in der Nachfolge des Historikers Fritz Fischer, der vor 50 Jahren in der erbittert gef\u00fchrten &#8222;Fischer-Kontroverse&#8220; mit der bis dahin dominierenden Legende von der Kriegsunschuld Deutschlands gebrochen hat. Viele westdeutsche Historiker, vor allem die j\u00fcngeren unter ihnen, haben seinerzeit sein Urteil \u00fcbernommen, wenngleich Fischer selber wegen einiger M\u00e4ngel in seiner Beweisf\u00fchrung zwischenzeitlich in Misskredit geraten ist.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">In vielen Leitartikeln und Kommentaren ebenso wie im politischen Raum haben dagegen die Arbeiten von M\u00fcnkler (Der Gro\u00dfe Krieg) und Clark (Die Schlafwandler) eine gro\u00dfe Resonanz gefunden. Sie kn\u00fcpfen mit der These vom ungewollten, durch Fehler aller Seiten verursachten Krieg an die alte Richtung der Geschichtsschreibung an, gegen die Fischer seinerzeit zu Felde gezogen ist.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Nachdem es zun\u00e4chst so aussah, als w\u00fcrden die Verfechter der These vom Hineinschlittern auf keine gro\u00dfe Gegenwehr sto\u00dfen, hat die Intervention einiger renommierter Historiker, darunter Volker Ullrichs und Hans-Ulrich Wehlers, dem Streit eine neue Wendung gegeben. Jedenfalls sieht M\u00fcnkler sich in seiner j\u00fcngsten Stellungnahme in der S\u00fcddeutschen Zeitung vom 20.6.2014 gen\u00f6tigt, \u00fcber die jahrzehntelange &#8222;Dominanz der Fischer-Schule&#8220; zu klagen und zu bef\u00fcrchten, dass die Debatte der von ihm behandelten Themen &#8222;erneut in den Bann der Schuldfrage geschlagen&#8220; wird.<\/span><\/p>\n<h4><span style=\"font-size: 14pt;\">Krieg als innerer Machtkampf<\/span><\/h4>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Allerdings muss man konstatieren, dass seine Themenauswahl f\u00fcr die gew\u00fcnschte Debatte etwas einseitig ist. Clark und er weisen jegliche Ber\u00fccksichtigung innenpolitischer Faktoren bei der Frage nach den Ursachen des Kriegs zur\u00fcck; sie begr\u00fcnden ihre Position ausschlie\u00dflich mit den au\u00dfenpolitischen Entscheidungen der europ\u00e4ischen M\u00e4chte. Clark erkl\u00e4rt die Frage nach dem &#8222;Warum&#8220; des Kriegs f\u00fcr verfehlt, und M\u00fcnkler lehnt es explizit ab, &#8222;die inneren Gegens\u00e4tze als Ursache oder Motiv f\u00fcr eine &#8218;Flucht in den Krieg&#8216; geltend zu machen.&#8220;<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Einen anderen Zugang bef\u00fcrwortet der Historiker Heinrich August Winkler, der sich in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 2.6.2014 mit Clark und M\u00fcnkler auseinander setzt. Einen ma\u00dfgeblichen Grund f\u00fcr deren Auffassung vom &#8222;Hineinschlittern&#8220; Europas in den Krieg sieht er darin, dass beide Autoren die innenpolitischen Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisse, &#8222;mit denen es die Staatslenker zu tun hatten&#8220;, komplett ausblenden; sie schenken &#8222;nicht nur den Eigenarten der deutschen Kriegspartei, sondern auch denen des politischen Systems des Kaiserreichs so gut wie keine Beachtung&#8220;. Winkler hat keine Zweifel, dass Deutschland die Hauptverantwortung f\u00fcr die Entfesselung des Kriegs tr\u00e4gt \u2013 und dass dies im Zusammenhang mit den inneren Verh\u00e4ltnissen stand.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Ein in der Sto\u00dfrichtung \u00e4hnliches Herangehen findet sich in dem Artikel mit dem Titel &#8222;Blutrausch&#8220;, dem die eingangs zitierten S\u00e4tze entstammen und der einen Tag vor Kriegsbeginn im sozialdemokratischen &#8222;Vorw\u00e4rts&#8220; stand. Als entscheidende Ursache des nahenden Kriegs wird dort nicht auf die Au\u00dfenpolitik verwiesen und erscheint weder der Imperialismus noch ein deutsches Weltmachtstreben, sondern wird ein <em>innenpolitischer Machtkampf zwischen Milit\u00e4rpartei, Arbeiterbewegung und B\u00fcrgertum <\/em>mit dem Ziel der Unterdr\u00fcckung der Demokratie verantwortlich gemacht.<\/span><\/p>\n<h4><span style=\"font-size: 14pt;\">Eine beschr\u00e4nkte Sichtweise<\/span><\/h4>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Wenn man die S\u00e4tze im &#8222;Vorw\u00e4rts&#8220; sowie die Stellungnahme Winklers liest, f\u00e4llt umso mehr auf, was in den meisten Ver\u00f6ffentlichungen auf linker Seite fehlt. Ob wir die Publikationen von Stefan Bollinger (Weltbrand, &#8218;Urkatastrophe&#8216; und linke Scheidewege), Kurt P\u00e4tzold (1914 \u2013 das Ereignis und sein Nachleben) oder Gerd Fesser (Der Erste Weltkrieg), das Antikriegsheft der <em>Marxistischen Bl\u00e4tter<\/em> Nr. 3\/2014 oder die Weltkriegsartikel der <em>jungen welt<\/em> zur Hand nehmen \u2013 \u00fcber die innenpolitische Entwicklung im Kaiserreich schweigen sie sich aus.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Sie grenzen sich von Clark und M\u00fcnkler ab und weisen die Position vom schuldlosen Hineinschlittern aller Staaten in den Krieg unter Berufung auf Fritz Fischer und die Weltkriegsforschung der DDR als Geschichtsrevisionismus zur\u00fcck. Aber w\u00e4hrend es f\u00fcr Winkler eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit ist, das Herrschaftssystem der Vorkriegszeit zu untersuchen, um Klarheit \u00fcber den deutschen Weg in den Krieg zu gewinnen, und der Vorw\u00e4rts-Artikel hierzu eine dezidierte Position vertritt, suchen wir dergleichen Gedankeng\u00e4nge in den genannten Arbeiten vergeblich. Dabei geriet das Kaiserreich im Jahr 1909 in eine schwere Krise von Gesellschaft und Staat, die sich immer mehr vertiefte und in gleichem Ma\u00dfe den Ruf nach einem Krieg als Ausweg hervor brachte. Wenn wir die erw\u00e4hnten Ver\u00f6ffentlichungen lesen, erfahren wir nicht einmal die Tatsache dieser inneren Krise, geschweige denn, dass eine Untersuchung des m\u00f6glichen Zusammenhangs von Krise und Krieg vorgenommen wird.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Was hindert die Autoren daran, die Klassen- und Herrschaftsverh\u00e4ltnisse zu analysieren, d.h. den Krieg aus den inneren Widerspr\u00fcchen des Kaiserreichs heraus zu entwickeln, obwohl dies eigentlich der Anspruch des Marxismus ist?<\/span><\/p>\n<ol>\n<li>\n<h4><span style=\"font-size: 14pt;\">Eine Klassenkonstellation mit drei verschiedenen Klassen<\/span><\/h4>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Den Grund f\u00fcr diese Zur\u00fcckhaltung finden wir in der g\u00e4ngigen Auffassung, dass im Kaiserreich lediglich zwei Klassen agierten, d.h. der Arbeiterbewegung nur eine b\u00fcrgerliche Klasse mit verschiedenen Fl\u00fcgeln gegen\u00fcber stand. So schreibt Leo Schwarz, um ein beliebiges Beispiel zu zitieren, in seinem Artikel zur Verteidigung Fischers ganz selbstverst\u00e4ndlich von &#8222;<em>dem alldeutsch-konservativen und dem liberalen Fl\u00fcgel der herrschenden Klasse&#8220; bzw den &#8222;verschiedenen Fraktionen der herrschenden Klasse&#8220;<\/em> (&#8222;Irgendwo steinalt&#8220;, jw vom 03.04.2014)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Doch so verbreitet wie dieses Geschichtsbild ist, so verkehrt ist es. Die &#8222;Konservativen&#8220; waren keine Fraktion der Bourgeoisie, sondern repr\u00e4sentierten eine eigene Klasse, die ostelbischen Junker. Die Klassenkonstellation im Kaiserreich war durch ein Dreiecksverh\u00e4ltnis zwischen drei verschiedenen Klassen bestimmt, und nur auf dieser Basis lassen sich sowohl der deutsche Weg in den Krieg als auch die Niederlagen der Arbeiterbewegung nachvollziehen.<\/span><\/p>\n<h4><span style=\"font-size: 14pt;\">Klassenkompromiss unter Hegemonie des Milit\u00e4radels<\/span><\/h4>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Bis 1870 war es f\u00fcr die Vertreter der Arbeiterbewegung keine Frage gewesen, dass in Preu\u00dfen das Junkertum \u00fcber Arbeiterschaft <em>und<\/em> B\u00fcrgertum herrschte. Erst die Reichsgr\u00fcndung warf diese Position \u00fcber den Haufen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Indem Bismarck das preu\u00dfische Heer in die deutschen Einigungskriege zur Schaffung eines Nationalstaats f\u00fchrte, gelang es ihm, das b\u00fcrgerlich-liberale Lager zu spalten und einen Klassenkompromiss herbei zu f\u00fchren, der das B\u00fcrgertum an der Macht beteiligte, aber die Vorherrschaft des preu\u00dfischen Gutsadels bewahrte. Sie gr\u00fcndete sich neben der f\u00f6deralen Ordnung des Kaiserreichs und der Hegemonie Preu\u00dfens mit dem dort fortgeltenden Dreiklassenwahlrechts in erster Linie auf die au\u00dferverfassungsm\u00e4\u00dfige Stellung der von den Landadeligen gef\u00fchrten Armee.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Eine Minderheit der Liberalen lehnte den Kompromiss ab, aber der von den Nationalliberalen gef\u00fchrte, politisch ma\u00dfgebliche Fl\u00fcgel des B\u00fcrgertums stellte sich auf seinen Boden. Dabei war die Zustimmung strategisch kalkuliert: gab es erst einmal den Nationalstaat inklusive Reichstag, wollte man zu gegebener Zeit das Haushaltsrecht des Parlaments einsetzen, um das Kommando \u00fcber die Armee zu \u00fcbernehmen und die Adelsvormacht abzusch\u00fctteln.<\/span><\/p>\n<h4><span style=\"font-size: 14pt;\">Abschied von der Parlamentarisierung<\/span><\/h4>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Normalerweise h\u00e4tte es auch nicht lange gedauert, bis man dieses Vorhaben umgesetzt h\u00e4tte, aber der Aufstieg der revolution\u00e4ren Arbeiterbewegung im Verein mit Bismarcks politischem Geschick verhinderte dies.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">In anderen L\u00e4ndern hatten die B\u00fcrger den Adel geschlagen, <em>bevor<\/em> das Proletariat sich organisierte (bzw. es existierte keine Feudalherrschaft, wie in den USA). In Preu\u00dfen-Deutschland dagegen wurde das B\u00fcrgertum bereits von der Sozialdemokratie herausgefordert, als die Aristokratie noch an der Macht war. Das hatte insbesondere auf seine \u00f6konomisch wie politisch f\u00fchrende Abteilung, die Montanbourgeoisie, Auswirkungen, die in ihren Riesenbetrieben mit ungeheuren Arbeitermassen konfrontiert und noch von den Erfahrungen der 48er Revolution gepr\u00e4gt war. Von Bismarck durch Spaltung und Druck tatkr\u00e4ftig ermuntert, zogen die Zechenherren und Stahlbarone es vor, von einer Parlamentarisierung Abstand zu nehmen, da sie bef\u00fcrchteten, dass dies auf dem Boden des allgemeinen Reichstagswahlrechts der SPD in die H\u00e4nde spielen w\u00fcrde. Entgegen ihren urspr\u00fcnglichen Absichten hielten die Nationalliberalen also an dem \u00a0B\u00fcndnis &#8222;von Roggen und Eisen&#8220; fest.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Der andere Fl\u00fcgel des b\u00fcrgerlichen Lagers, in dem die kleinen und mittelgro\u00dfen Betriebe der weiterverarbeitenden Industrie sowie sp\u00e4ter die aufstrebende Chemie und Elektroindustrie zu Hause waren, verfocht weiter die demokratischen Traditionen des B\u00fcrgertums. Meist auf verschiedene Parteien verteilt, hatten diese linken Liberalen im Vergleich zu den Nationalliberalen indes wenig Einfluss.<\/span><\/p>\n<h4><span style=\"font-size: 14pt;\">Der Schein b\u00fcrgerlicher Herrschaft<\/span><\/h4>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Der fortdauernde Antagonismus von B\u00fcrgertum und Adel war nur schwer zu erkennen. \u00d6konomisch nahm der Kapitalismus in dem neuen Nationalstaat einen gewaltigen Aufschwung und politisch trugen Nationalliberale und Konservative bis auf ein Zerw\u00fcrfnis in den 70er Jahren jahrzehntelang gemeinsam die Regierung. Daraus zog die sozialdemokratische F\u00fchrung die Schlussfolgerung, dass die Verh\u00e4ltnisse im Kaiserreich wesentlich b\u00fcrgerlich geworden waren, wenngleich mit einigen feudalen Relikten, und nur noch eine einzige herrschende, b\u00fcrgerliche Klasse mit verschiedenen Abteilungen existierte.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Dieser Anschein verst\u00e4rkte sich noch, als der den Nationalliberalen nahestehende Bernhard von B\u00fclow 1900 die Leitung der Reichspolitik \u00fcbernahm. Noch als Staatssekret\u00e4r das \u00c4u\u00dferen (Au\u00dfenminister) hatte er 1897 den \u00dcbergang des Reichs zur Weltpolitik verk\u00fcndet: Deutschland meldete den Anspruch auf einen &#8222;Platz an der Sonne&#8220;, sprich ein gro\u00dfes Kolonialreich und die Gleichberechtigung mit Gro\u00dfbritannien als Weltmacht an. Innenpolitisch war das Ziel dieser Politik, neben dem Kleinb\u00fcrgertum auch die Arbeiterschaft f\u00fcr den Imperialismus zu gewinnen, um so das innere Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnis zugunsten des b\u00fcrgerlich-liberalen Lagers zu verschieben, ohne mit dem Milit\u00e4radel brechen zu m\u00fcssen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">In diesem Konzept spielte der Bau einer Schlachtflotte eine zentrale Rolle, und daf\u00fcr brauchte man das Einverst\u00e4ndnis der Konservativen.<\/span><\/p>\n<h4><span style=\"font-size: 14pt;\">Ein erneuerter Klassenkompromiss &#8230;<\/span><\/h4>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Die Junker waren im Prinzip gegen die Schlachtflotte. Sie war ein b\u00fcrgerliches Projekt, kostete nur Geld und war, wie ein Bonmot lautete, f\u00fcr die Verteidigung der Grundrente nicht zu gebrauchen. Auf der anderen Seite empfanden sie die Marine nicht als Bedrohung, da sie davon ausgingen, dass die entscheidenden Schlachten weiterhin zu Land gegen Russland\/Frankreich durch das von ihnen kommandierte Heer und nicht zu See gegen Gro\u00dfbritannien geschlagen w\u00fcrden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Gleichzeitig standen sie als Gro\u00dfgrundbesitzer vor dem Problem, dass das in ihren vorkapitalistischen Gutswirtschaften angebaute Getreide der Preiskonkurrenz auf dem Weltmarkt nicht gewachsen war. Um wirtschaftlich zu \u00fcberleben, musste der deutsche Binnenmarkt durch Agrarschutzz\u00f6lle abgeschottet werden, und f\u00fcr deren Einf\u00fchrung ben\u00f6tigten sie die parlamentarische Zustimmung der Nationalliberalen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Auf dieser Basis kam man zur Jahrhundertwende zusammen: die Konservativen erkl\u00e4rten sich mit dem Flottenbau einverstanden, und die Nationalliberalen stimmten f\u00fcr hohe Getreidez\u00f6lle. Die von B\u00fclow vermittelte \u00dcbereinkunft kn\u00fcpfte an die von Bismarck praktizierte Sammlungspolitik der staatstragenden Kr\u00e4fte an und erneuerte den Klassenkompromiss der Reichsgr\u00fcndung.<\/span><\/p>\n<h4><span style=\"font-size: 14pt;\">&#8230; mit Verfallsdatum<\/span><\/h4>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Der Kompromiss kam nicht zuletzt deswegen ohne gro\u00dfe Auseinandersetzungen zustande, weil er auf Kosten der Massen ging, denn diese mussten daf\u00fcr in Form h\u00f6herer Brotpreise zahlen. Auf Seiten der Arbeiterbewegung verst\u00e4rkte dies den Eindruck, dass (National-) Liberale und Konservative lediglich verschiedene Abteilungen derselben Klasse vertraten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Ein finanzieller Aspekt des Ganzen fand nirgends Erw\u00e4hnung, war aber von erheblicher Tragweite. Bei der Staatsgr\u00fcndung hatte das Reich keine substantiellen direkten Steuerrechte erhalten; es durfte nur indirekte Steuern erheben, die (damals) wenig ergiebigen Verbrauchssteuern. Zur Finanzierung seiner haupts\u00e4chlich f\u00fcr die R\u00fcstung anfallenden Ausgaben war es auf die Zuwendungen der L\u00e4nder angewiesen. Auf diese Weise war sicher gestellt, dass es von Preu\u00dfen abh\u00e4ngig blieb und das nach allgemeinem Wahlrecht gew\u00e4hlte Zentralparlament keinen Steuerzugriff auf die Gutswirtschaften der Junker hatte.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Diese Steuerschw\u00e4che stellte die Flottenfinanzierung von Anfang an vor Schwierigkeiten, zumal sie nicht auf Kosten der Heeresr\u00fcstung gehen durfte. In diesem Zusammenhang war der Zollkompromiss ein Segen, denn die Zolleink\u00fcnfte flossen in den Reichshaushalt und halfen, die Schlachtschiffe zu bezahlen. Indessen war die Reichweite dieser Zusatzeinnahmen begrenzt; irgendwann musste die Steuerfrage unvermeidlich auf die Tagesordnung treten.<\/span><\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li>\n<h4><span style=\"font-size: 14pt;\">Machtzerfall und Kriegsvorhaben<\/span><\/h4>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">1909 war es so weit, denn mittlerweile hatte sich das Reich \u00a0\u00fcberschulden m\u00fcssen und es mussten zus\u00e4tzliche Eink\u00fcnfte her, um einen Staatsbankrott abzuwenden. Nachdem er lange gez\u00f6gert hatte, weil ihm die Brisanz der Angelegenheit klar war, schlug der Kanzler B\u00fclow schlie\u00dflich die Einf\u00fchrung einer reichsweiten Erbschaftssteuer vor, die auch den Gro\u00dfgrundbesitz erfassen sollte.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Die Junker, bis dato nur in dem von ihnen beherrschten Preu\u00dfen steuerpflichtig, waren indessen um keinen Preis bereit, dem Reichstag den Steuerzugriff auf ihre G\u00fcter zu gew\u00e4hren. Sie begriffen die Erbschaftssteuer-Vorlage als das, was sie war, als <em>Machtfrage<\/em>, und reagierten entsprechend.<\/span><\/p>\n<h4><span style=\"font-size: 14pt;\">Wer Wind s\u00e4t, wird Sturm ernten<\/span><\/h4>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Um die Gesetzesvorlage zu Fall zu bringen, verlie\u00dfen die Konservativen das Kartell mit den Liberalen und st\u00fcrzten zusammen mit dem Zentrum die Regierung. Was sie nicht voraussehen konnten, war, dass der Wind, den sie damit ges\u00e4t hatten, bald darauf als Sturm zur\u00fcck kommen w\u00fcrde. Mittlerweile war n\u00e4mlich die Furcht des B\u00fcrgertums vor der Arbeiterbewegung geschwunden, nachdem sich dort reformistisches Gedankengut verbreitet hatte. Wenn die SPD aber dabei war, zu einer b\u00fcrgerlichen Arbeiterpartei zu werden, musste das B\u00fcrgertum keine Revolutionsangst mehr haben.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Das hatte zur Folge, dass die Nationalliberalen sich nach dem einmal vollzogenen Bruch weigerten, in das antisozialistische B\u00fcndnis mit der Junkerpartei zur\u00fcck zu kehren und die SPD weiter als Hauptfeind zu behandeln. Die Vertreter der Montanbourgeoisie waren nicht in der Lage, die Parteif\u00fchrung zur Umkehr zu zwingen. Wenn die Schwerindustrie sich aber in &#8222;ihrer&#8220; Partei nicht mehr durchsetzen konnte, bedeutete das einen Dammbruch, denn damit hatte sich die F\u00fchrungspartei des b\u00fcrgerlichen Lagers aus dem historischen Kompromiss der Reichsgr\u00fcndung verabschiedet.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Die zur Minderheit gewordenen rechten Nationalliberalen kooperierten weiter mit der Junkerpartei, verlie\u00dfen ihre Partei jedoch erst am Ausgang des Kriegs und schlossen sich mit den Konservativen zur Deutschnationalen Volkpartei DNVP zusammen. Die Allianz von &#8222;Roggen und Eisen&#8220; bestand also weiter, war aber seit 1909 im b\u00fcrgerlichen Lager nicht mehr hegemonial, und damit l\u00f6ste sich die alte Ordnung auf, die bis dahin die innere Stabilit\u00e4t des Kaiserreichs gew\u00e4hrleistet hatte.<\/span><\/p>\n<h4><span style=\"font-size: 14pt;\">In der Schwebe<\/span><\/h4>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Eine Konsequenz daraus war, dass keine stabilen Parlamentsmehrheiten f\u00fcr die Regierung mehr zustande kamen und die Staatst\u00e4tigkeit blockiert wurde. Durch die Reichstagswahl im Januar 1912 wurde dieser Zustand noch versch\u00e4rft. Zur Wahl 1907 hatten Konservative und Liberale der SPD durch eine Kartellbildung eine schmerzhafte Niederlage zugef\u00fcgt. Nunmehr trafen die Nationalliberalen keine Wahlabsprachen mit den Konservativen mehr, sondern nur mit der linksliberalen Fortschrittlichen Volkspartei, und diese wiederum schloss ein geheimes Stichwahlabkommen mit der SPD. Damit zeichnete sich in ersten Ans\u00e4tzen ein neues, gegen die Junkerpartei gerichtetes Parteienb\u00fcndnis ab. Die Konservativen erlitten schwere Wahlverluste und die SPD eroberte nahezu ein Drittel der Parlamentssitze.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Als die Mehrheit der nationalliberalen Abgeordneten im neu zusammen getretenen Parlament f\u00fcr die Wahl des Sozialdemokraten Philipp Scheidemann in das Reichstagspr\u00e4sidium stimmte, w\u00e4hrend die rechten Nationalliberalen und Abgeordneten der Konservativen in isolierter Gegnerschaft verharrten, wiederholte sich die Wahlkonstellation auf \u00f6ffentlicher B\u00fchne und k\u00fcndigte einen klassenpolitischen Gezeitenwechsel an.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Im Gefolge der Wahl verbreitete sich die Forderung nach einem B\u00fcndnis &#8222;von Bassermann bis Bebel&#8220; (Bassermann war der Vorsitzende der Nationalliberalen). Doch zu einem solchen Schritt waren die Nationalliberalen noch nicht bereit. Zum einen h\u00e4tte dies zur Abspaltung ihres nach wie vor m\u00e4chtigen schwerindustriellen Fl\u00fcgels gef\u00fchrt, und zum anderen war es schwierig, die Machtverh\u00e4ltnisse innerhalb der Arbeiterpartei definitiv einzusch\u00e4tzen, so lange Bebel noch Parteivorsitzender war. So belie\u00df es die Parteif\u00fchrung bei der gleichen Distanz sowohl zu den Konservativen als auch zur SPD und wartete ab. Das bedeutete, dass die Dinge in der Schwebe blieben: die alte Hegemonie war am Ende, aber eine neue noch nicht geboren.<\/span><\/p>\n<h4><span style=\"font-size: 14pt;\">Der Ausweg: Staatsstreich oder Krieg<\/span><\/h4>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">F\u00fcr das junkerlich-schwerindustrielle Rechtsb\u00fcndnis war das Wahlergebnis ein Fiasko. Wenn es nicht sehenden Auges untergehen wollte, musste es handeln, und die n\u00e4chste Gelegenheit dazu bot sich anl\u00e4sslich eines Massenstreiks an der Ruhr im M\u00e4rz 1912.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Als die Bergarbeiter, ermutigt durch den sozialdemokratischen Wahlsieg, f\u00fcr h\u00f6here L\u00f6hne und bessere Arbeitsbedingungen in den Ausstand traten, versuchten die Zechenherren mit allen Mitteln, den Konflikt zu versch\u00e4rfen. Ihr Ziel war die Ausrufung des Ausnahmezustands, um durch einen Staatsstreich die Verfassung aufzuheben und das allgemeine Wahlrecht abzuschaffen. W\u00e4re das gelungen, h\u00e4tten sie keinen Anlass gehabt, zum Krieg zu dr\u00e4ngen. Aber der Kanzler verfolgte gegen\u00fcber der Arbeiterbewegung eine andere Politik und war nicht bereit, die Verfassung zu brechen, deshalb blieb das Unterfangen erfolglos.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">In der Folgezeit verlor das Rechtsb\u00fcndnis weiter an R\u00fcckhalt. In den Beratungen \u00fcber den R\u00fcstungshaushalt mussten seine Vertreter offene Attacken gegen die Adelsprivilegien im Heer hinnehmen \u2013 bis dahin ein Sakrileg \u2013 , und zur Finanzierung einer Heeresvermehrung 1913 beschloss das Parlament einen &#8222;Wehrbeitrag&#8220;, der nachholte, was 1909 misslungen war, und auch den Gro\u00dfgrundbesitz zur Kasse bat. Seinen vorl\u00e4ufigen H\u00f6hepunkt erreichte der Machtzerfall mit der Zabern-Krise 1913\/14. Als bekannt wurde, dass preu\u00dfische Offiziere im els\u00e4ssischen Zabern ihre Truppen aus nichtigem Anlass mit dem S\u00e4bel gegen die Zivilbev\u00f6lkerung losgeschickt hatten, verlangte eine breite Mehrheit des Reichstags aus SPD, Zentrum und der Mehrheit aller Liberalen ein Ende der au\u00dferparlamentarischen Sonderstellung der Armee. Lediglich die konservativen und rechtsnationalliberalen Abgeordneten stimmten dagegen.<\/span><\/p>\n<h4><span style=\"font-size: 14pt;\">Der Krieg als letztes Mittel<\/span><\/h4>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Der Kanzler verteidigte die adeligen Offiziere vor dem Parlament pflichtgem\u00e4\u00df (und handelte sich dadurch ein Misstrauensvotum des Reichstags ein), doch gleichzeitig erwirkte er einen kaiserlichen Erlass, der die Armee bei k\u00fcnftigen Eins\u00e4tzen im Innern den Verwaltungsbeh\u00f6rden unterstellte. Das war ein Schock, denn &#8222;souver\u00e4n ist, wer \u00fcber den Ausnahmezustand entscheidet&#8220;. Bis dahin hatte der Milit\u00e4radel nach eigenem Ermessen Truppen einsetzen k\u00f6nnen, und damit war jetzt Schluss.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Nach dem misslungenen Staatsstreich 1912 war das Rechtsb\u00fcndnis zur Forderung nach einem Krieg \u00fcbergegangen, weil es keine andere Alternative zur Sicherung der alten Ordnung mehr hatte. Jetzt gab es endg\u00fcltig kein Zur\u00fcck mehr. Vor fast 50 Jahren hatten die Siege der preu\u00dfischen Armee in den deutschen Einigungskriegen die bedrohte Machtstellung des Milit\u00e4radels auf Jahrzehnte hinaus befestigt. Nun sollte ein neuer Krieg dies f\u00fcr weitere Jahrzehnte tun.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Anfang August 1914 war der erste Schritt getan, denn der Krieg war in Gang gekommen. Auf seinem Boden gingen die Anh\u00e4nger der alten Ordnung anschlie\u00dfend weiter. 1917 st\u00fcrzte die Oberste Heeresleitung mit Hindenburg und Ludendorff an der Spitze den Kanzler, stellte den Kaiser kalt und errichtete eine Milit\u00e4rdiktatur. Nach dem gewonnenen Krieg wollte man dann nachholen, was 1912 fehlgeschlagen war, und mit einer neuen Verfassung das allgemeine Wahlrecht abschaffen. Nur die Kriegsniederlage verhinderte die Umsetzung dieses Plans.<\/span><\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li>\n<h4><span style=\"font-size: 14pt;\">Der Weg in den Krieg<\/span><\/h4>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Auf dem Boden ihrer Zwei-Klassen-Theorie war die Parteif\u00fchrung der SPD au\u00dferstande, Charakter und Tiefe der inneren Krise richtig einzusch\u00e4tzen und die Machtfrage zu stellen. F\u00fcr Preu\u00dfen hatte Engels in den 60er Jahren des 19.Jahrhunderts eine Zwei-Etappen-Strategie entwickelt, der zufolge die Arbeiterpartei zun\u00e4chst gemeinsam mit dem B\u00fcrgertum den Kampf um die Demokratie f\u00fchren und die Junkermacht st\u00fcrzen musste; erst danach m\u00fcsse der Kampf zwischen Bourgeoisie und Proletariat ausgefochten werden. Diese Etappenstrategie schien mittlerweile \u00fcberholt \u2013 der Sozialismus war das n\u00e4chste Ziel.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Nach wie vor f\u00fchrte der Weg zum Sozialismus jedoch \u00fcber die Vollendung der b\u00fcrgerlichen Revolution. Man musste ein B\u00fcndnis mit den demokratischen Teilen des B\u00fcrgertums und Kleinb\u00fcrgertums eingehen, um zun\u00e4chst den preu\u00dfischen Milit\u00e4radel mitsamt der mit ihm verb\u00fcndeten Montanbourgeoisie zu entmachten und Deutschland zu parlamentarisieren. Von dort ausgehend konnte man zu gegebener Zeit in einem zweiten Schritt zum Sozialismus \u00fcbergehen, vorher nicht.<\/span><\/p>\n<h4><span style=\"font-size: 14pt;\">Eine sozialdemokratische Niederlagenstrategie<\/span><\/h4>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Die von der SPD verfolgte Sozialismuspolitik war zum Scheitern verurteilt, weil sie nicht nur das herrschende Klassenb\u00fcndnis bedrohte, sondern als kleine und mittlere Eigent\u00fcmer von Produktionsmitteln auch die nichtproletarischen Massen. Sie richtete sich also gegen die Mehrheit der Bev\u00f6lkerung, da der Anteil des industriellen Proletariats, grob gerechnet, nur etwa ein Drittel betrug, w\u00e4hrend die \u00fcbrigen zwei Drittel zur Agrarbev\u00f6lkerung bzw. zum st\u00e4dtischen Kleinb\u00fcrgertum z\u00e4hlten. So stellte die SPD seit 1912 zwar die st\u00e4rkste Reichstagsfraktion, aber statt als Hegemon eines breiten demokratischen Klassenb\u00fcndnisses den Weg zur Macht zu beschreiten, blieb sie im proletarischen Ghetto gefangen und wurde zum Spielball der Ereignisse.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Ebenso ging es ihrem revolution\u00e4ren Fl\u00fcgel unter Luxemburg und Liebknecht, der sich gegen den Reformismus und die um sich greifenden Auffassungen vom friedlichen Hineinwachsen in eine neue Gesellschaft wandte. Das entscheidende Problem betraf jedoch nicht die anzuwendenden Mittel bzw. Kampfformen (ob friedlich oder gewaltsam), sondern die Frage nach einer demokratischen oder sozialistischen Umw\u00e4lzung, und in diesem Punkt teilten die Linken die Auffassung der Mehrheit.<\/span><\/p>\n<h4><span style=\"font-size: 14pt;\">Die Illusion der Friedenssicherung<\/span><\/h4>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Wie gelang es der Kriegspartei nun, den gewollten Krieg zu entfesseln? Der Kanzler, ein Gegner des Schlachtflottenbaus und der Weltpolitik, suchte den Ausgleich mit London und trat sofort den R\u00fcckzug an, als die britische Regierung sich in der deutsch-franz\u00f6sischen Marokkokrise 1911 auf die Seite Frankreichs stellte. Seinen liberalen Kritikern, die ihn daraufhin als feige beschimpften und in die Kriegstrompete gegen das &#8222;perfide Albion&#8220; bliesen, entgegnete er k\u00fchl, nat\u00fcrlich h\u00e4tte Deutschland Krieg f\u00fchren k\u00f6nnen \u2013 dann w\u00fcrden deutsche Truppen in Frankreich stehen, aber die deutschen Schlachtschiffe auf dem Grund der Nordsee ruhen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Kurz danach nahm er Flottenverhandlungen mit Gro\u00dfbritannien auf, um das Verh\u00e4ltnis durch eine Abr\u00fcstungsvereinbarung zu verbessern. Die kam zwar nicht zustande, aber als 1912 die Balkankriege ausbrachen, sorgte er gemeinsam mit London daf\u00fcr, dass die Konflikte regional beschr\u00e4nkt blieben und nicht auf die B\u00fcndnissysteme \u00fcbergriffen. Nachdem bereits die Marokkokrise ohne den bef\u00fcrchteten gro\u00dfen Krieg zu Ende gegangen war, machte sich daraufhin allerorten, so auch in der Sozialistischen Internationale, die \u00dcberzeugung breit, dass der Frieden in Europa gesichert sei. Der \u00dcberlebenskampf der alten Ordnung in Deutschland machte diese Hoffnung zunichte.<\/span><\/p>\n<h4><span style=\"font-size: 14pt;\">In der Sackgasse<\/span><\/h4>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Um die parlamentarische Regierungsf\u00e4higkeit wieder herzustellen, bem\u00fchte sich Bethmann um eine Vers\u00f6hnung zwischen Konservativen und Nationalliberalen, biss aber auf Granit. Im Verh\u00e4ltnis zur Sozialdemokratie brach er mit der Isolierungspolitik seiner Vorg\u00e4nger, weil ihm klar war, dass an ihr kein Weg mehr vorbei f\u00fchrte. In seinen Reden wandte er sich gegen eine Demokratisierung und attackierte die Arbeiterpartei, doch in der Praxis ging er daran, sie durch eine Reformpolitik an den nationalen Staat heran zu ziehen. So beteiligte er die SPD u.a. an der Erarbeitung einer Verfassung f\u00fcr Elsass-Lothringen und lie\u00df darin das allgemeine Wahlrecht aufnehmen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Doch jeder Schritt, den er in diese Richtung machte, vergr\u00f6\u00dferte die Kluft zwischen ihm und den Rechten. Seine Verweigerung des Staatsstreichs 1912 machte den Bruch endg\u00fcltig. Die alten Eliten stellten sich nun mit allen Konsequenzen gegen die Regierung. St\u00fcrzen konnten sie den Kanzler nicht, weil sie \u00fcber keine Mehrheit im Reichstag verf\u00fcgten und der Kaiser hinter ihm stand. Doch gest\u00fctzt auf ihren Einfluss legen sie die Regierung lahm und dr\u00e4ngten mit wachsender Vehemenz auf einen Krieg.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Im b\u00fcrgerlichen Lager fand Bethmann w\u00e4hrenddessen nur wenig R\u00fcckhalt. Die Nationalliberalen waren innenpolitisch gel\u00e4hmt, weil sie auf der gleichen Distanz zur SPD wie zu den Konservativen verharrten; gleichzeitig standen sie au\u00dfenpolitisch gegen ihn, weil er Abstriche an Schlachtflotte und Weltpolitik machen wollte. Das dritte Lager schlie\u00dflich, die Arbeiterbewegung, stand ihm innen- wie au\u00dfenpolitisch am n\u00e4chsten, aber als Kanzler des Reichs konnte er unm\u00f6glich offizielle Beziehungen zur SPD aufnehmen.<\/span><\/p>\n<h4><span style=\"font-size: 14pt;\">Von der Entspannung zur Risikopolitik<\/span><\/h4>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Am Vorabend des Kriegs hatte der Hegemonialbruch von 1909 seine zerst\u00f6rerische Wirkung vollst\u00e4ndig entfaltet \u2013 w\u00e4hrend das Land innenpolitisch in einer Sackgasse stand, verst\u00e4rkten sich die Rufe nach einem Krieg als Ausweg aus der Staatskrise.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Noch Anfang Juni 1914 wandte Bethmann sich gegen die &#8222;vielen Milit\u00e4rs&#8220;, die einen Krieg forderten, und distanzierte sich von den &#8222;Kreisen im Reich, die von einem Krieg eine Gesundung der inneren Verh\u00e4ltnisse erwarten, und zwar im konservativen Sinne.&#8220; Doch wenige Wochen darauf entschloss er sich zu einem au\u00dfenpolitischen Vabanque-Spiel, mit dem er diesen Krieg selber provozierte.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Um die \u00e4u\u00dfere Lage des Reichs zu verbessern und durch einen Erfolg neue Spielr\u00e4ume f\u00fcr die L\u00f6sung der inneren Krise zu gewinnen, gab er Wien nach der Ermordung des \u00f6sterreichischen Thronfolgers R\u00fcckendeckung f\u00fcr eine Niederwerfung Serbiens, in der Hoffnung, Russland durch eine implizite deutsche Kriegsdrohung zum Zur\u00fcckweichen \u00a0zu bewegen. Dabei bewertete er selber seine Politik als &#8222;Sprung ins Dunkle&#8220; und war sich bewusst, dass sie die Gefahr eines gro\u00dfen Kriegs in sich barg, den er im Unterschied zur Kriegspartei nicht wollte, den er aber in Kauf nahm und f\u00fcr diesen Fall die notwendigen Vorbereitungen traf.<\/span><\/p>\n<h4><span style=\"font-size: 14pt;\">Die offene Flanke der SPD<\/span><\/h4>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Um einen solchen Krieg zu f\u00fchren, musste die Arbeiterbewegung auf die Seite der Regierung gezogen werden, und dabei kam Russland eine Schl\u00fcsselrolle zu. Seit das Zarenreich 1848 als Zentrum der europ\u00e4ischen Konterrevolution f\u00fcr die Zerschlagung der revolution\u00e4ren Bewegungen in Mitteleuropa gesorgt hatte, waren Marx und Engels f\u00fcr die Niederwerfung des Zarismus eingetreten. Noch 1891 schrieb Engels, dass die deutschen Sozialisten bei einem Krieg mit Russland gemeinsam mit der Regierung die Zivilisation gegen den Despotismus verteidigen und die Errungenschaften der Sozialdemokratie sch\u00fctzen m\u00fcssten. Das war auch die Position der SPD, an der Bebel bis zu seinem Tod 1913 festhielt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Es ist fraglich, ob der von Engels bezogene Standpunkt Ende des Jahrhunderts noch richtig war, nachdem das im Krimkrieg geschlagene Russland aufgeh\u00f6rt hatte, &#8222;Gendarm Europas&#8220; zu sein. Sp\u00e4testens die russische Revolution 1905-07 musste jedenfalls zu einer Revision f\u00fchren, denn mit der Einf\u00fchrung einer Duma und der Beteiligung der Bourgeoisie an der Regierung unterschieden sich die Herrschaftsverh\u00e4ltnisse im Zarenreich qualitativ nicht mehr von denen in Preu\u00dfen-Deutschland.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Von Seiten der revolution\u00e4ren Linken wurde auch die Frage aufgeworfen, ob die alte Position zur Vaterlandsverteidigung noch gelten k\u00f6nne, da doch Russland &#8222;die Revolution im Leibe&#8220; trage. Aber eine Debatte dar\u00fcber fand nicht statt, da ein anderes Kriegsszenario im Vordergrund stand, n\u00e4mlich die kolonialimperialistischen Auseinandersetzungen zwischen Deutschland und Gro\u00dfbritannien\/Frankreich, die in den Marokko-Krisen 1905 und 1911 bis an den Rand eines Kriegs f\u00fchrten. Diese Konflikte standen auch im Zentrum der Friedensresolutionen der Sozialistischen Internationale gegen Imperialismus und Krieg.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Ein russisch-deutscher Krieg erschien zu der Zeit dagegen als unrealistisch, da zwischen den beiden L\u00e4ndern weder koloniale Gegens\u00e4tze noch andere Kriegsgr\u00fcnde ersichtlich waren und der Zarismus durch die Revolution geschw\u00e4cht war. Wenn aber doch, dann galt f\u00fcr die SPD die alte Position zur Vaterlandsverteidigung.<\/span><\/p>\n<h4><span style=\"font-size: 14pt;\">Mit dem b\u00fcrgerlichen Vaterland gegen den autokratischen Zarismus<\/span><\/h4>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Der rechte Parteifl\u00fcgel der SPD stand mittlerweile so weit auf dem Boden des bestehenden Staats, dass er in einem Krieg auf jeden Fall an die Seite der Regierung treten w\u00fcrde. Mit seinem f\u00fchrenden Vertreter, dem Reichstagsabgeordneten S\u00fcdekum, sprach Bethmann in den Tagen vor Kriegsbeginn. Ausschlaggebend f\u00fcr die Reaktion der Gesamtpartei war indes die Stellung des &#8222;Parteizentrums&#8220;, und um dieses zu gewinnen, musste es so aussehen, als ob Russland der Angreifer w\u00e4re. Daher z\u00f6gerte der Kanzler trotz des Dr\u00e4ngens der Milit\u00e4rs die deutsche Kriegserkl\u00e4rung so lange hinaus, bis die zaristische Regierung die Generalmobilmachung angeordnet hatte. Als diese dann im Verlauf des 31.Juli in Berlin bekannt wurde, hatte seine Taktik Erfolg gehabt: wenige Tage sp\u00e4ter stimmte die sozialdemokratische Reichstagsfraktion geschlossen f\u00fcr die Kriegskredite.<\/span><\/p>\n<h4><span style=\"font-size: 14pt;\">Schluss: Eine notwendige Debatte<\/span><\/h4>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Den pl\u00f6tzlichen &#8222;Frontwechsel der sozialdemokratischen Parteif\u00fchrer&#8220; erkl\u00e4rt P\u00e4tzold in seiner Arbeit durch &#8222;die zuvor bereits erfolgte schleichende Preisgabe der Idee der internationalen Solidarit\u00e4t&#8220; und &#8222;die Ein\u00fcbung vers\u00f6hnlicher, opportunistischer Haltungen gegen\u00fcber dem Staat&#8220;. So richtig das sein mag, um den allgemeinen Boden der Kehrtwende zu beschreiben, so wenig l\u00e4sst sich damit die Geschlossenheit nachvollziehen, mit der sie von statten ging. Um das zu begr\u00fcnden, vertritt Bollinger, dass es an der richtigen Analyse des &#8222;inneren Mechanismus \u00f6konomischer Macht&#8220; mangelte \u2013 gemeint ist der Monopolkapitalismus-Imperialismus.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Das entscheidende Problem war aber nicht eine unzureichende \u00f6konomische Theoriebildung, sondern ein fehlerhafter Begriff der Klassenbeziehungen im Kaiserreich, kombiniert mit einer ebenso fehlerhaften au\u00dfenpolitischen Strategie gegen\u00fcber Russland. Beides zusammen genommen f\u00fchrte dazu, dass nicht nur ein Teil der deutschen Arbeiterbewegung, sondern die SPD insgesamt an die Seite der Regierung trat.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Auf russischer Seite wiesen die Bolschewiki die geforderte Vaterlandsverteidigung zur\u00fcck, weil ein Krieg des r\u00fcckst\u00e4ndigen Zarismus per se als reaktion\u00e4r galt; wegen des feudalen Charakters Russlands war schlie\u00dflich das n\u00e4chste Ziel der russischen Sozialdemokraten keine sozialistische, sondern eine demokratische Revolution. Insoweit war die Kriegsgegnerschaft f\u00fcr Lenin und seine Anh\u00e4nger n\u00e4her liegend als f\u00fcr die deutschen Linken. Diese hielten das Kaiserreich f\u00fcr einen b\u00fcrgerlich fortgeschrittenen Staat \u2013 auf welcher Basis wollten sie also einen Krieg gegen das autokratisch-reaktion\u00e4re Russland verurteilen? Es war ihre fehlerhafte <em>politische Analyse<\/em>, die dazu f\u00fchrte, dass sie sich der Parteimehrheit unterordneten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Viele der Linken hatten zwar von Anfang an Vorbehalte gegen eine Unterst\u00fctzung der Regierung, aber letztlich f\u00fchrte erst die Entwicklung der Kriegszieldiskussion in Deutschland zur Abl\u00f6sung von der SPD. Als der Krieg begann, hatte das Kaiserreich noch keine Kriegsziele, so dass es scheinen konnte, als ob es \u00fcberraschend von seinen Feinden angegriffen worden w\u00e4re. Erst nach Kriegseintritt begann eine Debatte \u00fcber die Kriegsziele, deren \u00f6ffentliche F\u00fchrung der Kanzler zun\u00e4chst untersagte, die sich aber auf Dauer nicht unterdr\u00fccken lie\u00df. Sie machte schlie\u00dflich deutlich, dass es nicht um die blo\u00dfe Abwehr eines hinterh\u00e4ltigen \u00dcberfalls ging, sondern das Reich offensive Kriegsziele einschlie\u00dflich territorialer Eroberungen verfolgte. In dem Ma\u00dfe, wie sich dies heraus stellte, festigte sich in der Linken die \u00dcberzeugung, dass Deutschland keinen Verteidigungskrieg, sondern einen <em>imperialistischen<\/em> Krieg f\u00fchrte. Mit dieser Begr\u00fcndung lehnte Karl Liebknecht schlie\u00dflich im Reichstag weitere Kriegskredite ab.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Auf dieser Linie der &#8222;Charakteristik des Weltkrieges als imperialistischer Krieg&#8220; (P\u00e4tzold) wenden sich auch Bollinger, Fesser und die Marxistischen Bl\u00e4tter gegen heutige Relativierungen der deutschen Kriegsverantwortung. Das Problem ist nur, dass diese Charakteristik zugleich die Aufdeckung der eigentlichen inneren Triebkr\u00e4fte des Kriegs versperrt. Der am 31.Juli erschienene &#8222;Blutrausch&#8220;-Artikel hat diese Triebkr\u00e4fte im Ansatz richtig benannt, und wenn man die darin enthaltenen Einsichten fruchtbar macht, kann man \u00a0den Weg in den gro\u00dfen Krieg auch wieder als Geschichte von Klassenk\u00e4mpfen begreifen, wie Marx und Engels das f\u00fcr die Geschichtsschreibung gefordert haben.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\">Vor \u00fcber 50 Jahren wurde in Westdeutschland mit der Fischer-Kontroverse auf b\u00fcrgerlicher Seite der erste gro\u00dfe Historikerstreit der Bundesrepublik gef\u00fchrt. Die Tiefe und Breite der Debatte hat nicht nur eine F\u00fclle fruchtbarer Forschungsarbeiten zur Folge gehabt, sondern erschwert es bis heute, die damals gewonnenen Erkenntnisse von der entscheidenden deutschen Verantwortung f\u00fcr den Gro\u00dfen Krieg zur\u00fcck zu nehmen. Im Blick darauf t\u00e4ten wir als Linke gut daran, den Jahrestag des Weltkriegs zum Anlass zu nehmen, um unsererseits in eine offene Debatte \u00fcber dessen Entstehung und die Fehler der Sozialdemokratie einzutreten.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Artikel ist zuerst erschienen in: Sozialismus 7\/8-2014 Heiner Karuscheit Macht und Krieg Strategische Fehler der Linken vor dem Weltkrieg \u2013 gestern und heute &#8222;Warum will die Milit\u00e4rpartei den Krieg? Er soll ihr die Macht geben. Die Macht, alle Demokratie zu unterdr\u00fccken. Die Macht \u00fcber das Proletariat und das B\u00fcrgertum.&#8220; (Vorw\u00e4rts vom 31.Juli 1914) Vorbemerkung: &hellip; <a href=\"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=718\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\"><\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":686,"menu_order":2,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-718","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/718","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=718"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/718\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":724,"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/718\/revisions\/724"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/686"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=718"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}