{"id":525,"date":"2016-09-14T14:18:31","date_gmt":"2016-09-14T12:18:31","guid":{"rendered":"http:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=525"},"modified":"2016-09-14T14:18:31","modified_gmt":"2016-09-14T12:18:31","slug":"anmerkungen-zu-stalins-weg-zum-sozialismus-und-heiner-karuscheits-barbarisch-baeuerlichem-proletariat","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=525","title":{"rendered":"Anmerkungen zu Stalins Weg zum Sozialismus und Heiner Karuscheits &#8222;barbarisch-b\u00e4uerlichem&#8220; Proletariat"},"content":{"rendered":"<h5>Von Kolja Wagner<\/h5>\n<div>\n<p>Als ich vor Jahren das Buch &#8222;Von der Oktoberrevolution zum Bauernsozialismus&#8220; von Alfred Schr\u00f6der und Heiner Karuscheit las, \u00f6ffnete sich mir ein neuer Zugang zum Marxismus. Nicht die &#8222;Wahrheit \u00fcber Josef Stalin&#8220; oder ideologische Moralapostelei stand in diesem Buch, sondern eine Bewertung der Entwicklung der Sowjetunion auf dem Boden einer materialistischen Analyse der Klassenverh\u00e4ltnisse. Zum Schl\u00fcssel der Entwicklung erkl\u00e4rten Schr\u00f6der\/Karuscheit die Agrarverh\u00e4ltnisse. Die Bauern der russischen Zentralgebiete waren Umverteilungsbauern auf Grundlage des gemeinschaftlichen Bodens der Dorfgemeinde.<\/p>\n<p>Heiner sieht in Stalin den &#8222;Organisator des russischen Weges zum Sozialismus&#8220;, der aufbauend auf dieser Tradition mit der Kollektivierung die Voraussetzung f\u00fcr die rasante Industrialisierung schuf. Durch die Industrialisierung der 30er Jahre str\u00f6mten Millionen Bauern in die St\u00e4dte und es entstand ein neues Proletariat. Durch die soziale \u00d6ffnung von Partei, Staat und Armee wurde aus dem Arbeiter- ein Arbeiter- und Bauernstaat. So bekam die Sowjetunion einen anderen Charakter und wurde st\u00e4rker vom neuen &#8222;b\u00e4uerlich-barbarischen Proletariat&#8220; gepr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Gegen die These des Buches, dass die Dorfgemeinde im Zarenreich nicht unterging und durch die Oktoberrevolution 1917 gest\u00e4rkt wurde, habe ich nichts einzuwenden. In jedem vern\u00fcnftigen b\u00fcrgerlichen Buch \u00fcber Russland steht das seit den 70er Jahren auch geschrieben. Wogegen ich mich hier wende, sind die teilweise unbelegten Ableitungen aus diesen Klassenverh\u00e4ltnissen durch Heiner, sowie seine zynische Verharmlosung der Verbrechen der KPdSU, die angeblich von dem &#8222;barbarisch-b\u00e4uerlichen&#8220; Proletariat herr\u00fchrten. Ich meine, die Politik Stalins ab 1928 war der wesentliche Grund f\u00fcr das Scheitern des Sozialismus in der UdSSR.<\/p>\n<p>An dieser Stelle m\u00f6chte ich mich auf die Kollektivierung der Landwirtschaft und den Terror der 30er Jahre konzentrieren. In den letzten Jahren gibt es zu dieser Epoche Berge an Literatur, von denen ich nur einige B\u00fccher lesen konnte.<\/p>\n<h2>Kollektivierung: Ein Krieg gegen die Bauernschaft<\/h2>\n<p>Die Darstellung der Kollektivierung (1929 bis 1934) von Heiner ist durch die neuere Geschichtsschreibung widerlegt. Der Kerngedanke von Heiners \u00dcberlegungen war, dass Stalin die Deportation und Vernichtung der &#8222;reicheren Bauern&#8220; (Kulaken) und \u00dcberf\u00fchrung der b\u00e4uerlichen Einzelwirtschaft in die Kolchose auf der russischen Dorfgemeinschaft aufbauen konnte. &#8222;Gegen\u00fcber den Teilen der Bauernschaft, die sich wie im Westen Europas auf das Privateigentum an Grund und Boden st\u00fctzten, insbesondere gegen\u00fcber der Ukraine, bedeutete die Kollektivierung den B\u00fcrgerkrieg. Im ausschlaggebenden Zentralrussland dagegen waren die altrussischen Landumverteilungsbauern relativ einfach f\u00fcr die Kollektivierung zu gewinnen. Sie erhielten die gemeinsame Verf\u00fcgung \u00fcber Zugvieh, Pferde und Ger\u00e4tschaften der &#8222;Dorfreichen&#8220;. Als dann noch die ersten Traktoren eintrafen, war der Kolchos gesichert.&#8220; (Karuscheit, 1999, S. 12) &#8222;Der Widerstand gegen die Kollektivierung wurde bis zuletzt nur von den Kulaken der Obscina-D\u00f6rfer sowie von der Einzelbauernwirtschaft in Sibirien und haupts\u00e4chlich in der Ukraine getragen.&#8220; (Schr\u00f6der\/Karuscheit, 1993, S. 201) Selbst wenn dem so w\u00e4re, warum f\u00fchrte dann der angeblich so geniale Klassenpolitiker Stalin in der Ukraine und Russland die gleiche Politik durch? H\u00e4tten nicht unterschiedliche Klassenverh\u00e4ltnisse und Bauern eine unterschiedliche Politik in den beiden Sowjetrepubliken erfordert?<\/p>\n<p>Bei beiden Zitaten handelt es sich um Ableitungen von Heiner, die auch in seinem Buch durch nichts belegt werden. Durch neue Dokumente ist heute deutlich, dass es sowohl in den russischen Kerngebieten als auch an den R\u00e4ndern des Reiches massiven Widerstand von gro\u00dfen Teilen der Bauernschaft gegen die Einf\u00fchrung der Kolchosen gab. Die Zahl der Bauernunruhen stieg von 709 (1928) auf 1.307 (1929) und schlie\u00dflich 13.754 im Jahr 1930. Davon fielen 8.164 auf das russische Gebiet (Beyrau, 2001, S. 118). In den zentralen Schwarzerde-Gebieten kam es zu 1.373 Massenunruhen (Viola, 1996, S. 138). Die OGPU registrierte 1929 und 1930 \u00fcber 22.000 terroristische Akte, davon 1.100 Morde (ebenda, S.\u00a0238).<\/p>\n<p>Die meistens lokalen Bauernproteste richteten sich in der Mehrheit gegen die Kollektivierung, zu 17 Prozent gegen die &#8222;Entkulakisierung&#8220; und zu 11 Prozent gegen antireligi\u00f6se Ma\u00dfnahmen, die mit der Kollektivierung einher gingen (Beyrau, 2001, S. 118). Ein geheimes Memorandum vom ZK vom 2. April 1930 sprach von Massenaufst\u00e4nden der Bauern in den zentralen Schwarzerde-Gebieten, Ukraine, Kasachstan, Sibirien und der Region um Moskau. Wenn die Parteilinie weiter nicht beachtet werde, w\u00fcrde ein gro\u00dfer Teil der niederen Kader von den Bauern abgeschlachtet werden, so das ZK (Viola, 1996, S. 110). In den Statistiken, die Viola ver\u00f6ffentlicht hat, steht bei gewaltsamem Widerstand der Bauern, wie Mord an Sowjetfunktion\u00e4ren, zwar die Ukraine an der Spitze. Aber die zentralrussischen Schwarzerde-Gebiete nehmen auch einen bedeutenden Teil ein (Viola, 1996, S. 110).<\/p>\n<p>\u00dcber die soziale Zusammensetzung des Widerstandes gibt es anscheinend nur wenig Quellen. In der Region Leningrad setzte sich der Widerstand gegen die Kollektive zu ca. 29 Prozent aus Kulaken, zu 51 Prozent aus mittleren und armen Bauern, zu 7 Prozent aus dem Klerus und zu 5 Prozent aus lokalen Sowjetfunktion\u00e4ren zusammen. Auch in einem Bericht der OGPU hie\u00df es, dass ein mehr oder minder gro\u00dfer Teil der armen und mittleren Bauern den Widerstand unterst\u00fctzen w\u00fcrde (Viola, 1996, S.\u00a0143).<\/p>\n<p>Bei den Protesten nahmen die Bauersfrauen eine zentrale Rolle ein. Oft wurden die Kolchosen unter dubiosen religi\u00f6sen Parolen bek\u00e4mpft. Viola stellt den B\u00fcrgerkrieg der Kollektivierung als Krieg zwischen der st\u00e4dtischen und b\u00e4uerlichen Kultur dar (Viola, 1996, S. 44). Auch religi\u00f6se, famili\u00e4re und kulturelle Gewohnheiten griffen die auf das Land entsandten Arbeiter an und die Bauern verteidigten sie, auch gewaltsam.<\/p>\n<h2>Der Kampf um das Getreide<\/h2>\n<p>Stalin leitete im Dezember 1929 mit seinem Artikel zur Liquidierung der Kulaken als Klasse die Offensive zur Deportation von Millionen Bauern ein. F\u00fcr Heiner war die zentrale Frage der Auseinandersetzung zwischen Staat und Bauernschaft die Eigentumsordnung des Kolchos. Nachdem Stalins Artikel &#8222;Vor Erfolgen vom Schwinden befallen&#8220; von M\u00e4rz 1930 den Bauern private Parzellen zubilligte und sich gegen die Vergesellschaft von Gefl\u00fcgel und Wohnh\u00e4usern wandte, sei ein tragbarer Kompromiss mit der russischen Bauernschaft (Mittelbauern und Dorfarmut) gefunden wurden.<\/p>\n<p>Nach dem Artikel nahmen die Unruhen sogar noch zu (Viola, 1996, S. 136). Vielleicht auch deshalb, weil die neue Linie noch nicht umgesetzt wurde. Bis Juli 1930 traten 30 Prozent der Dorfbev\u00f6lkerung wieder aus den Kolchosen aus (Medvedev, S. 81). Nach der Sicherung der Ernte startete die Partei die zweite Kollektivierungsoffensive, die die gro\u00dfe Mehrheit der Bauern zu Kolchosenmitgliedern werden lie\u00df.<\/p>\n<p>Die Frage der Eigentumsordnung des Kolchos war zwar wichtig, aber der Widerstand der Bauern regte sich vor allem gegen die Getreidejagd mit terroristischen Methoden der st\u00e4dtischen Brigaden. Das Marktaufkommen des Getreides vervierfachte sich fast, nachdem die Brigaden den angeblichen &#8222;Kornstreik&#8220; der Kulaken gebrochen hatten.<\/p>\n<p>So leisteten die Gegenden gegen die Kollektivierung Widerstand, die einen gr\u00f6\u00dferen \u00dcberschuss an Getreide produzierten &#8211; unabh\u00e4ngig von der Auspr\u00e4gung der Dorfgemeinde. Im Uralgebiet und Regionen zwischen Moskau und Leningrad, die nicht zu den Schwarzerde-Gegenden geh\u00f6rten, produzierten die Bauern wenig \u00dcberschuss und es gab nur wenige Kulaken. Dort gab es kaum Widerstand (Medevdev, S. 86). Auch in Belarussland hatte sich noch keine investitionsorientierte Wirtschaftsweise herausgebildet. Da das Gebiet kein Getreideexporteur war, stellte Moskau keine unrealistischen Kennziffern f\u00fcr die Pflichtablieferung auf. Deshalb gab es dort keine Hungersnot im Ausma\u00df der Ukraine (Siebert, 1998, S. 372).<\/p>\n<p>Heiner schrieb \u00fcber die Hungersnot: &#8222;Im Winter\/Fr\u00fchjahr 1932\/33 gab es in verschiedenen Gebieten der Sowjetunion eine Hungersnot, im Wesentlichen dort, wo das Privateigentum verbreitet war, vor allem in der Ukraine.&#8220; (Schr\u00f6der\/Karuscheit, 1993, S. 194) Auch die Hungersnot war nicht in erster Linie Folge von Eigentumsverh\u00e4ltnissen, sondern durch die staatliche Getreidejagd verursacht.<\/p>\n<p>Sicher wurde die Ukraine mit ihren auf dem Boden des Privateigentums stehenden Bauern am schlimmsten getroffen. Nach den Daten der sowjetischen Volksz\u00e4hlung verringerte sich die Zahl der Ukrainer zwischen 1926 und 1936 um etwa 3 Millionen, sprich 10 Prozent. Gleichzeitig stieg die Zahl der Russen um 27 Prozent (Kappeler, 1994, S. 201). Die Sch\u00e4tzung der Hungertoten der Ukraine, des Wolga- und Uralgebietes sowie Kasachstans bewegen sich zwischen vier und zehn Millionen (Beyrau, 2001, S. 120f.). Auch in den fruchtbaren Schwarzerde-Gebieten w\u00fctete 1931\/32 der Hunger (Kappeler, 1994, S. 202). Fitzpatrick schreibt, dass die unproduktiveren Nicht-Schwarzerde-Gebiete im Norden und Westen einen weniger harten Kampf um das Getreide auszufechten hatten und daher auch nicht von der Hungersnot getroffen wurden (Fitzpatrick, 1994, S.\u00a072).<\/p>\n<p>Ob der Hunger nun von der Parteif\u00fchrung bewusst als Waffe zur Unterwerfung der Bauern eingesetzt wurde oder nicht, sei ein Mal dahin gestellt. Wie schon im B\u00fcrgerkrieg 1918 bis 1920 f\u00fchrte der Frontalangriff des Staates auf die Getreideproduzenten zu einer Hungersnot.<\/p>\n<p>Auch Stalin \u00e4u\u00dferte sich indirekt zur Hungersnot. Im Februar 1933 erkl\u00e4rte er Sto\u00dfarbeitern der Kolchosen, dass die Schwierigkeiten der Kollektivbauern, verglichen mit den Entbehrungen der Arbeiter im B\u00fcrgerkrieg, ein &#8222;Kinderspiel&#8220; seien, \u00fcber das es sich nicht einmal ernstlich zu sprechen lohnt (SW, 1950, Band 13, S.\u00a0218\u00a0f).<\/p>\n<h2>Barbarei und &#8222;b\u00e4uerliches Proletariat&#8220;<\/h2>\n<p>Das Industrialisierungsmodell Stalins beinhaltete im Wesentlichen die &#8222;Ausbeutung&#8220; der Bauernschaft durch die zwangsweise Aneignung des b\u00e4uerlichen Mehrproduktes durch den Staat zu niedrigen Getreidepreisen. Ein solches Modell konnte nur von einem repressiven Staat gegen die Gesellschaft durchgesetzt werden. Durch Konsumdrosselung, Senkung der Reall\u00f6hne und Militarisierung der Arbeit seit Mitte der 30er Jahre wurde auch die Arbeiterklasse zur Quelle der &#8222;sozialistischen Akkumulation&#8220;.<\/p>\n<p>Heiner schrieb, dass der Staat stark sein musste, &#8222;weil die Gesellschaft im Umbruch und die Gesellschaftsstruktur ungesichert war, die Arbeit zwangsweise organisiert werden musste und schlie\u00dflich das Mehrprodukt der Bauern nur auf dem Boden au\u00dfer\u00f6konomischer Gewalt erlangt werden konnte.&#8220; (Schr\u00f6der\/Karuscheit, 1993, S. 235)<\/p>\n<p>Die &#8222;barbarischen&#8220; Z\u00fcge des Staates in den 30er Jahren f\u00fchrte Heiner aber nicht auf diesen Zustand zur\u00fcck, sondern auf die Ver\u00e4nderung der Klassenverh\u00e4ltnisse und der Partei. Da in den 30er Jahren ca. 12 Millionen Bauern in die St\u00e4dte str\u00f6mten, bekam die Arbeiterklasse einen neuen Charakter. &#8222;Bedingt durch die b\u00e4uerliche Abkunft des neuen Massenproletariats und die Hereinnahme der Bauern in den Staat nahm die Diktatur des Proletariats b\u00e4uerlich-barbarische Z\u00fcge an.&#8220;(Schr\u00f6der\/Karuscheit, 1993, S. 285)<\/p>\n<p>Stalin und sein Terror seien letztendlich nur Widerspiegelungen der gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnisse. &#8222;Die Personen, die die sowjetische Politik historisch bestimmten, verk\u00f6rperten individuell die unterschiedlichen gesellschaftlichen Kr\u00e4fte, an deren Spitze sie standen. <i>Lenin<\/i> repr\u00e4sentierte die vergleichsweise kultivierte st\u00e4dtische Arbeiterklasse der Oktoberrevolution (&#8230;) <i>Stalin<\/i> repr\u00e4sentierte die b\u00e4uerlich-barbarische Arbeiterklasse der Industrialisierung, die in aufopfernden Produktionsschlachten den Weg aus der Barbarei er\u00f6ffnete&#8220;. (Schr\u00f6der\/Karuscheit, 1993, S.\u00a0286\u00a0f.)<\/p>\n<p>Auch die Morde von Jack the Ripper oder die Symphonien Beethovens waren Widerspiegelungen gesellschaftlicher Verh\u00e4ltnisse. Erkl\u00e4rt wird mit diesem Verweis aber gar nichts. Das wirtschaftlich und kulturell entwickeltere Deutschland war unter dem Nationalsozialismus noch zu viel gr\u00f6\u00dferen Verbrechen in der Lage, als das r\u00fcckst\u00e4ndigere Russland. Mit dem b\u00e4uerlich-kleinb\u00fcrgerlichen Charakter der nationalsozialistischen Massenbewegung kann man den Holocaust nicht vollst\u00e4ndig erkl\u00e4ren, da meistens Intellektuelle die Planung und Organisation der Vernichtung \u00fcbernahmen.<\/p>\n<p>Lenin und Stalin verk\u00f6rperten beide eine Schicht von Berufsrevolution\u00e4ren, die schon seit Jahrzehnten dieser Besch\u00e4ftigung nachgingen. Beide sahen sich als Vollstrecker der geschichtlichen Mission des Proletariats, konnten sich aber auch gegen die &#8222;real existierenden&#8220; Arbeiter stellen, wenn sie meinten, deren Forderungen entspr\u00e4chen nicht den Interessen der Bewegung. Aus welchem Grund soll sich Stalin als Repr\u00e4sentant des neuen Proletariats der 30er Jahre verstanden haben? F\u00fcr ihn galten die nicht lupenreinen Proletarier als politisch unzuverl\u00e4ssig und mussten durch die harte Hand des Staates erst ein Mal zu Industriearbeitern umgemodelt werden. Was hat Stalin getan, um die Lage der neuen Arbeiter zu verbessern?<\/p>\n<p>David Hoffman hat in seiner Studie \u00fcber die neuen Arbeiter im Moskau der 30er Jahre gezeigt, dass es sich bei ihnen keinesfalls um eine &#8222;gesichtslose Masse&#8220; handelte. Um in der Stadt \u00fcberleben zu k\u00f6nnen, riefen die Bauern ihre eigenen Selbsthilfeorganisationen ins Leben, die bei Arbeits- und Wohnungssuche halfen. Au\u00dferdem organisierten sie traditionelle d\u00f6rfliche und religi\u00f6se Feste und behielten einen gro\u00dfen Teil der d\u00f6rflichen Kultur bei (Hoffmann, 1994, S. 218). Viele Neuank\u00f6mmlinge vom Dorf wohnten in den Au\u00dfenbezirken Moskaus in Holzh\u00fctten und Sammelunterk\u00fcnften. Au\u00dferhalb der Arbeit f\u00fchrten sie ein \u00e4hnliches Leben wie auf dem Dorf. Der Staat besa\u00df \u00fcberhaupt nicht die Ressourcen, den Hunderttausenden neuen Arbeitern Weiterbildung und kulturelle Umerziehung zu gew\u00e4hrleisten. Als Unterprivilegierte standen die b\u00e4uerlichen Arbeiter eher au\u00dferhalb des Systems. Von der Sowjetpropaganda f\u00fchlten sie sich nur wenig angesprochen. &#8222;Those workers who were promoted into positions of authority and privilege (the &#8222;Brezhnev generation&#8220;) acquired a stake in the soviet system and a belief that it represented their interests; but for the vast majority of newly urbanized workers, the myths and ideals of Soviet ideology held little currency. The low-status jobs, incessant exhortations to fulfill the plan, incomprehensible cultural education, overcrowded barracks, and low living standard that made up their world did not correspond to official promises of a workers\u2019 utopia.&#8220; (Hoffmann, 1994, S. 217)<\/p>\n<p>Heiners These, dass die Ankunft dieser Massen im Staat dem System die &#8222;barbarischen&#8220; Z\u00fcge gegeben h\u00e4tte, kann man durch sein eigenes Buch widerlegen.<\/p>\n<p>Der gr\u00f6\u00dfte Terror, den das Regime veranstaltete, war die so genannte &#8222;Vernichtung der Kulaken als Klasse&#8220;. Millionen wurden deportiert, Hunderttausende erschossen. Als Kulak oder Kulakenhelfer konnte jeder Bauer abgestempelt werden, der sich gegen Getreiderequirierung oder Kollektivierung stellte. Diese Gewalt richtete sich <i>gegen<\/i> die Bauern, von denen auch Millionen vor den Folgen der Kollektivierung in die St\u00e4dte flohen (Viola, 1996, S. 99). Viele Bauern &#8222;entkulakisierten&#8220; sich auch selbst, indem sie ihren Besitz verlie\u00dfen, bevor sie der Staat dazu zwingen konnte. Der Anteil der Kolchosbauern in der Partei sank sogar von 18 Prozent (1933) auf 9 Prozent (1936) (Beyrau, 2001, S. 130). Auch diese Zahl verdeutlicht den Konflikt zwischen Bauern und Partei.<\/p>\n<p>Vielleicht h\u00e4lt Heiner diese Politik nicht f\u00fcr &#8222;barbarisch&#8220;, weil sie ja ausgef\u00fchrt wurde, bevor das neue Proletariat Zugang zu Staat und Partei hatte.<\/p>\n<p>Es war Stalin, der die &#8222;Gro\u00dfe S\u00e4uberung&#8220; 1934 nach dem Mord an Kirow einleitete und zwar <i>bevor<\/i> die soziale \u00d6ffnung der Partei erfolgte. Heiner wies selbst darauf hin, dass es 1935\/36 eine Aufnahmesperre gab, die erst im November 1936 wieder aufgehoben wurde, als die &#8222;S\u00e4uberung&#8220; ihren ersten H\u00f6hepunkt \u00fcberschritten hatte (Schr\u00f6der\/Karuscheit, 1993, S. 230). Erst der 18. Parteitag 1939 hob alle sozialen Einschr\u00e4nkungen f\u00fcr die Aufnahme in die Partei auf. So stieg die Zahl der Bauern in der Partei von 11 Prozent (1938) auf 30 Prozent (1941). Wie viele Arbeiter, die gerade vom Dorf kamen, nach der Aufnahmesperre in die Partei aufgenommen wurden, ist mir unbekannt. Dass sie in so kurzer Zeit in leitende Positionen aufstiegen, halte ich f\u00fcr unwahrscheinlich.<\/p>\n<p>Die ganze &#8222;S\u00e4uberung&#8220; wurde von oben eingeleitet und im Unterschied zur chinesischen Kulturrevolution (1966 bis 1976) nicht von aufgebrachten Massen durchgef\u00fchrt, sondern vom staatlichen Repressionsapparat, vor allem vom Geheimdienst. Der &#8222;barbarische&#8220; Terror der &#8222;Gro\u00dfen S\u00e4uberung&#8220; hatte herzlich wenig mit dem &#8222;barbarischen Bauern-Proletariat&#8220; zu tun.<\/p>\n<p>Selbst wenn viele neue Arbeiter Parteimitglieder wurden, hatten sie keinen Einfluss auf die Entscheidungen der Parteitage, die nur noch Inszenierungen der Macht waren. Auch wenn die neue Sowjetverfassung von 1936 fast allen B\u00fcrgern das Wahlrecht gab, so existierten keine demokratischen Wahlen.<\/p>\n<p>Laut Heiner machte sich der Eintritt der Bauern und neuen Arbeiter ins politische Leben auch 1936 im konservativeren Familiengesetz und den Verboten von Abtreibung und Homosexualit\u00e4t deutlich (Schr\u00f6der\/Karuscheit, 1993, S. 224). Dann m\u00fcssen die neuen Arbeiter, die damit voll besch\u00e4ftigt waren, in den St\u00e4dten zu \u00fcberleben, wohl von au\u00dfen auf die Partei einen solchen Druck ausge\u00fcbt haben, dass der Staat, der in der Lage war, ihre Arbeit mit Zwang zu organisieren, nachgeben musste.<\/p>\n<p>Stalin &#8222;trieb die Entwicklung zum Sozialismus voran &#8211; und konnte dies nur mit den Mitteln tun, die die &#8222;real existierende Klasse&#8220; ihm vorgab.&#8220; (Schr\u00f6der\/Karuscheit, 1993, S.\u00a0287) Gulag, GPU-Terror und Schauprozesse &#8211; das sollen die neuen Arbeiter Stalin vorgegeben haben?<\/p>\n<p>Sicher wurde auch die KPdSU und die Sowjetunion von den russischen Traditionen, wie Personenkult, fehlender Rechtsstaat und mangelndes Demokratieverst\u00e4ndnis usw. gepr\u00e4gt. Der Leser der Romane von Gorki, Dostojewski oder Gogol bekommt vom russischen Dorf und der Kleinstadt schon einen sehr barbarischen Eindruck. Mit Trunksucht, Aberglauben, Kulturlosigkeit, Inzest oder Pr\u00fcgeleien des russischen Muschiks kann man aber den organisierten Massenmord durch einen modernen Staatsapparat an der sowjetischen Elite, Intelligenz und widerspenstigen Bauern nicht erkl\u00e4ren.<\/p>\n<h2>Die &#8222;Gro\u00dfe S\u00e4uberung&#8220; auf Befehl von oben<\/h2>\n<p>Gewalt gegen &#8222;Kulaken&#8220; durch die Dorfarmut mag noch Ausdruck von spontanem &#8222;Volkszorn&#8220; gewesen sein. Die &#8222;Gro\u00dfe S\u00e4uberung&#8220; wurde aber auf Befehl von oben unter direkter Regie des Politb\u00fcros durchgef\u00fchrt. Hier sollen nur einige Beispiele angef\u00fchrt werden: Mit dem Befehl 00447 des Politb\u00fcros von Juli 1937 wurden f\u00fcr alle Regionen des Landes Planziffern f\u00fcr Liquidierungen zugewiesen (Wehner, <i>Frankfurter Allgemeine Zeitung<\/i> vom 30. August 1997). Nach diesen Ziffern mussten die Regionen ihre Jagd auf die &#8222;Volksfeinde&#8220; veranstalten. Nach diesem Plan sollten 259.450 Menschen verhaftet werden.<\/p>\n<p>Schon in den Schauprozessen Ende der 20er Jahre k\u00fcmmerte sich Stalin pers\u00f6nlich darum, welche Gest\u00e4ndnisse von den Angeklagten zu erreichen seien (ebenda). Insgesamt sind heute 383 Listen bekannt, die Stalin 1937\/38 in den H\u00e4nden hielt. Sie verzeichneten 44.000 Funktion\u00e4re aus Partei, Staat und Wirtschaft, von denen 39.000 zur Erschie\u00dfung bestimmt waren (ebenda). Viele dieser Listen wurden von Stalin oder anderen Politb\u00fcromitglieder pers\u00f6nlich unterschrieben.<\/p>\n<p>Besonders interessant ist es auch, dass nicht nur die sowjetische Elite hohe Opfer zu beklagen hatte. Mit dem Beschluss des Politb\u00fcros vom 2. Juli 1937 wurden in der so genannten Kulaken-Operation 670.000 Menschen verhaftet und mehr als 400.000 erschossen (ebenda). Viele &#8222;Kulaken&#8220; waren ohne Erlaubnis in die St\u00e4dte gezogen oder in ihre Heimat zur\u00fcckgekehrt. So schreibt Wehner, dass die Bauern Ende 1937 schon die Mehrheit in den NKWD-Gef\u00e4ngnissen stellten. Man warf ihnen vor, Sabotage zu betreiben. Diese Zahlen zeigen auch, wie wenig die kollektive Agrarordnung gesichert war, selbst nach dem Artel-Kompromiss, der den Bauern kleine Privatparzellen zubilligte.<\/p>\n<p>Ich meine, die &#8222;barbarischen&#8220; Z\u00fcge des politischen Systems der Sowjetunion hingen mit dem Akkumulationsmodell zusammen. Die Kollektivierung der Landwirtschaft f\u00fchrte in den B\u00fcrgerkrieg und konnte nur mit Terror und &#8222;Kulakenvernichtung&#8220; durchgef\u00fchrt werden. Nur mit staatlicher Gewalt konnte den Bauern das Getreide zu solch\u2018 niedrigem Preis abgenommen werden. So hatte die sowjetische Wirtschaft der Stalin-Zeit Z\u00fcge eines Kriegskommunismus.<\/p>\n<p>Den Massenmord an der sowjetischen Elite in Staat, Partei und Armee kann man damit wohl nicht ausreichend erkl\u00e4ren. So ist die Frage nach dem Grund der &#8222;Gro\u00dfen S\u00e4uberung&#8220;, die von Stalin und dem Politb\u00fcro eingeleitet wurde, noch nicht beantwortet.<\/p>\n<p>Das Argument der Kriegsvorbereitung ist zweifelhaft, da durch die &#8222;S\u00e4uberung&#8220; Staat und Armee eher geschw\u00e4cht wurden. Die deportierten Minderheiten und Nationalit\u00e4ten sollten wahrscheinlich weitab von dem erwarteten Frontverlauf gebracht werden, damit sie die Invasoren nicht unterst\u00fctzen konnten. Auch die These, den Terror als &#8222;S\u00e4uberung&#8220; der sowjetischen Erde von allem, was nicht in das Bild des neuen Sowjetmenschen passte zu verstehen, greift zu kurz. Viele Opfer waren ja gerade Kommunisten, die genau in dieses Idealbild passten.<\/p>\n<h2>Stalin als Lackmus-Test f\u00fcr die richtige Gesinnung?<\/h2>\n<p>Heiner verharmloste nicht den Terror der KPdSU und schob ihn dem &#8222;barbarisch-b\u00e4uerlichem Proletariat&#8220; zu, sondern erkl\u00e4rte die Stalinfrage noch zum Lackmus-Test f\u00fcr die richtige kommunistische Gesinnung. (Kommunistische Presse?) Stalins gro\u00dfer Fehler sei die mangelnde theoretische Fundierung seiner Praxis gewesen. Marxisten, die Stalins Weg zum &#8222;Sozialismus&#8220; ablehnen, sind also entweder Opportunisten oder Linksradikale. In dieser Hinsicht steht Heiner in der alten ML-Tradition.<\/p>\n<p>Die ML-Bewegung leugnete den &#8222;barbarischen Charakter&#8220; und die Verbrechen der KPdSU in den 30er Jahren. Heiner meint, es war schon schlimm, aber Schuld daran waren die Klassenverh\u00e4ltnisse und das &#8222;barbarische Bauernproletariat&#8220;. Stalin vollstreckte als genialer Klassenpolitiker scheinbar die grausamen, aber unvermeidlichen Notwendigkeiten der Geschichte, um in Russland den Sozialismus aufzubauen.<\/p>\n<p>Da ich an keinen geschichtlichen Determinismus glaube, h\u00e4tte die Geschichte der Sowjetunion auch anders verlaufen k\u00f6nnen &#8211; auch auf dem Boden der gleichen Klassenverh\u00e4ltnisse. Heiners Thesen sind zum Teil unbelegte oder sogar falsche Ableitungen aus Fakten der b\u00fcrgerlichen Wissenschaft. Aber abgesehen von dem Streit um die Fakten sollte man eines nicht \u00fcbersehen: Wir haben einen unterschiedlichen Zugang, Geschichte marxistisch zu bewerten und zu analysieren.<\/p>\n<h2>Den Teich trocken legen, um die Fische zu fangen<\/h2>\n<p>Meine Gedanken zum Scheitern des russischen Sozialismus m\u00f6chte ich hier nur kurz umrei\u00dfen. Ich meine, gescheitert ist es, den Sozialismus <i>gegen<\/i> die Bauernschaft aufzubauen. Zwar gelang es, in einem B\u00fcrgerkrieg die &#8222;Kulaken&#8220; zu vernichten und die Kolchosen durchzusetzen. Doch nach dieser traumatischen Erfahrung standen viele Bauern den Kolchosen ablehnend gegen\u00fcber und besa\u00dfen bei den niedrigen Getreidepreisen kaum Arbeitsanreize. Sie verausgabten sich lieber auf den privaten Parzellen. Gegen Bummelei und Schlendrian halfen weder die Moralpredigten der Partei noch die Kampagnen zur St\u00e4rkung der Arbeitsmoral. Der Staat war weder in der Lage, die Arbeit der Bauern effektiv zu \u00fcberwachen, noch ein wirkliches Leistungssystem durchzusetzen. In diesem Sinne war die Kollektivierung ein Papyrus-Sieg. Von der Abschlachtung von Millionen Tieren erholte sich die sowjetische Viehwirtschaft erst nach Jahrzehnten.<\/p>\n<p>Mit dem System der schweren &#8222;Ausbeutung&#8220; der Bauernschaft konnte zwar die Schwerindustrialisierung einen gewissen Zeitraum finanziert werden. Auf Dauer war dieses System f\u00fcr die Modernisierung Russlands ungeeignet. Mit der Kollektivierung wurde das l\u00e4ndliche Handwerk und Kleingewerbe zerst\u00f6rt. Durch die Armut der Bauern hatte die Leichtindustrie keinen gro\u00dfen nationalen Markt.<\/p>\n<p>Mao Zedong kritisierte die sowjetische Agrarpolitik wiederholt und schrieb 1956 in der Schrift &#8222;Die zehn gro\u00dfen Beziehungen&#8220;: &#8222;Die Sowjetunion hat mit ihren Ma\u00dfnahmen die Bauern zu sehr geschr\u00f6pft. Mit ihrer so genannten Getreideablieferungspflicht und anderen Ma\u00dfnahmen wird den Bauern zu viel weggenommen und zu wenig daf\u00fcr bezahlt. Auf diese Weise Geldmittel zu akkumulieren, hat die Begeisterung der Bauern f\u00fcr die Produktion sehr ged\u00e4mpft. Du willst, dass die Henne mehr Eier legt, willst sie aber nicht f\u00fcttern (&#8230;) Angesichts der schweren Fehler der Sowjetunion in dieser Frage m\u00fcssen wir noch sorgf\u00e4ltiger sein und die Beziehungen zwischen dem Staat und den Bauern gut regeln.&#8220; (Mao Zedong, 1977, S.68) Leider zog Mao aus dieser richtigen Erkenntnis keine entscheidenden Schl\u00fcsse f\u00fcr die Praxis und verursachte mit seinem Frontalangriff auf die Getreideproduzenten 1958 bis 1960 noch eine gr\u00f6\u00dfere Hungersnot als Stalin.<\/p>\n<p>Auch die Arbeiter waren nach den Opfern des 2.Weltkrieges nicht mehr bereit, Militarisierung der Arbeit und Reallohnsenkungen hinzunehmen. Nur die Sto\u00dfarbeiter und die Traktoristen der staatlichen Maschinen- und Traktorenstationen (MTS) seien noch bereit gewesen, das stalinsche Programm der Entbehrungen mitzutragen, so lautet eine von Heiners Ableitungen, die auch durch nichts belegt ist. Die materiellen Zugest\u00e4ndnisse an die Arbeiterklasse durch Chruschtschow betrachte ich als nachtr\u00e4gliche soziale Fundierung der rasanten Urbanisierung der 30er Jahre. Die neuen Arbeiter konnten schlie\u00dflich nicht ewig in Massenunterk\u00fcnften und Baracken der Vororte wohnen. Nach Stalins Tod reformierten seine Nachfolger das \u00f6konomische System nicht grundlegend, obwohl die Bauernschaft von der Melkkuh zum Stein am Hals des Staates wurde.<\/p>\n<p>Stalin und die KPdSU versuchten mit Hilfe der Staatsmacht, die sowjetische Gesellschaft in die Moderne zu pr\u00fcgeln. Nach der Kollektivierung, &#8222;Gro\u00dfen S\u00e4uberung&#8220; und 2. Weltkrieg lag die Gesellschaft so ersch\u00f6pft am Boden, dass sie so schnell nicht mehr aufstehen sollte. Eine brachiale Industrialisierung in kurzer Zeit war gelungen, der Aufbau des Sozialismus auf lange Sicht gescheitert.<\/p>\n<h2>Literatur<\/h2>\n<ul>\n<li><b>Beyrau<\/b>, Dietrich: Petrograd, 25. Oktober 1917 &#8211; Die russische Revolution und der Aufstieg des Kommunismus, M\u00fcnchen 2001.<\/li>\n<li><b>Fitzpatrick<\/b>, Sheila: Stalin\u2019s Peasants, New York 1994.<\/li>\n<li><b>Hoffmann<\/b>, David: Peasant Metropolis &#8211; Social Identities in Moscow 1929\u00a0&#8211;\u00a01941, London 1994.<\/li>\n<li><b>Kappeler<\/b>, Andreas: Kleine Geschichte der Ukraine, M\u00fcnchen 1994.<\/li>\n<li><b>Karuscheit<\/b>, Heiner\/<b>Schr\u00f6der<\/b>, Alfred: Von der Oktoberrevolution zum Bauernsozialismus &#8211; Aufs\u00e4tze \u00fcber die Klassenverh\u00e4ltnisse an den Wendepunkten der russisch-sowjetischen Geschichte, Gelsenkirchen 1993.<\/li>\n<li><b>Karuscheit<\/b>, Heiner: Die Schl\u00fcsselkrise der 50er Jahre der Sowjetunion, in: AzD 67, 1999.<\/li>\n<li><b>Mao Zedong<\/b>: Band &#8222;V&#8220;, 1977.<\/li>\n<li><b>Medvedev<\/b>, Zhores A.: Soviet Agriculture, London 1987.<\/li>\n<li><b>Siebert<\/b>, Diana: B\u00e4uerliche Alltagsstrategien in der Belarussischen SSR (1921\u00a0&#8211;\u00a01941), Stuttgart 1998.<\/li>\n<li><b>Stalin<\/b>, Josef: Gesammelte Werke, Berlin 1950 (zitiert als SW).<\/li>\n<li><b>Viola<\/b>, Lynne: Peasant Rebels under Stalin, New York 1996.<\/li>\n<li><b>Wehner<\/b>, Markus: Bauernpolitik im proletarischen Staat, K\u00f6ln 1998.<\/li>\n<li><b>Wehner<\/b>, Markus: Der Gro\u00dfe Terror, <i>Frankfurter Allgemeine Zeitung<\/i> vom 30. August 1997.<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<div align=\"right\">\n<p><a href=\"file:\/\/\/Users\/pdietrich\/Documents\/kommmunistische%20debatte\/sozialismus\/sozialismus_demokratie_wagner2004.html\">[Weiter]<\/a><\/p>\n<\/div>\n<div align=\"right\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"> Letzte \u00c4nderung: 21.03.2016 <\/span><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Kolja Wagner Als ich vor Jahren das Buch &#8222;Von der Oktoberrevolution zum Bauernsozialismus&#8220; von Alfred Schr\u00f6der und Heiner Karuscheit las, \u00f6ffnete sich mir ein neuer Zugang zum Marxismus. 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