{"id":472,"date":"2016-09-14T09:24:54","date_gmt":"2016-09-14T07:24:54","guid":{"rendered":"http:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=472"},"modified":"2016-09-14T09:24:54","modified_gmt":"2016-09-14T07:24:54","slug":"das-alte-und-das-neue","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=472","title":{"rendered":"Das Alte. Und das Neue?"},"content":{"rendered":"<h5>Von Dieter Pentek<\/h5>\n<div>\n<h2>Vorbemerkung<\/h2>\n<p>Der folgende Aufsatz wurde 1999 als Erwiderung auf den Artikel des Genossen Schr\u00f6der zum Krieg in Jugoslawien in der AzD 68 geschrieben und an die Redaktion gesandt. Ein Abdruck ist in der AzD 69, November 2000 erfolgt. Eine dort vorhandene Einleitung habe ich gestrichen, da sie mit dem eigentlichen Thema nichts zu tun hat.<\/p>\n<h2>Eingraben<\/h2>\n<p>Die Schwierigkeiten des Genossen Schr\u00f6der lassen sich an Hand seiner ersten und wichtigsten Schlu\u00dffolgerung aus dem Jugoslawienkrieg erkl\u00e4ren. &#8222;Ein neues Zeitalter der &#8218;Kabinettskriege&#8216; um Einflu\u00dfsph\u00e4ren, Handelsvertr\u00e4ge und Rohstoffe k\u00fcndigte somit der letzte Jugoslawienkrieg als m\u00f6gliche k\u00fcnftige Au\u00dfenpolitik der f\u00fchrenden kapitalistischen Staaten f\u00fcr das beginnende 21.Jahrhundert an, eine autorit\u00e4re Form der &#8222;angels\u00e4chsischen Republik&#8220; erscheint als m\u00f6gliches innenpolitisches Pedant.&#8220; Wer f\u00fchlt sich bei Kriegen um Einflu\u00dfsph\u00e4ren, Handelsvertr\u00e4ge und Rohstoffe nicht an Lenins Imperialismustheorie erinnert?<\/p>\n<p>Der Genosse Schr\u00f6der betrachtet alles aus dem Blickwinkel der Vergangenheit. Der \u00dcbergang von der Wehrpflichtarmee zur Berufsarmee ist f\u00fcr ihn die R\u00fcckkehr ins Zeitalter der Kabinettskriege. Zu jener Zeit, zur Zeit des Absolutismus, haben sich die Souver\u00e4nen tats\u00e4chlich wegen Einflu\u00dfsph\u00e4ren, Rohstoffe und Handelsvertr\u00e4ge bekriegt, aber auf was f\u00fcr einem Unterbau? Sie herrschten \u00fcber Bauern, ihre \u00d6konomie, ihre Gesellschaft beruhte auf der Bauernschaft. Der vehemente Verteidiger des Marxismus gegen \u00f6konomische Verflachung Genosse Schr\u00f6der mu\u00df trotz allem zur Kenntnis nehmen, das heute in den f\u00fchrenden kapitalistischen Staaten eben eine kapitalistische Gesellschafts- und Wirtschaftsform besteht, also etwas vollst\u00e4ndig anderes. Auf dieser Basis Kabinettskriege gegeneinander zu f\u00fchren, selbst bei autorit\u00e4rster Gestaltung der angels\u00e4chsischen Republik, w\u00e4re nur m\u00f6glich, wenn man den Massen wie den damaligen Bauern ihre nationale Identit\u00e4t nehmen w\u00fcrde. Doch auf was soll sich die Republik dann gr\u00fcnden? Jede Republik oder Demokratie des B\u00fcrgertums beruht auf ihrer nationalen Identit\u00e4t. Das Preu\u00dfen Friedrichs II. beruhte auf der Monarchie, auf den Hohenzollern, nicht auf der preu\u00dfischen Nation. Nur wenn die Untertanen, die Massen, den Herrschern indifferent gegen\u00fcberstehen, k\u00f6nnen diese Krieg spielen, abseits, auf der Wiese. Solange es Nationalstaaten der Bourgeoisie gibt, solange wird ein Krieg der Kapitalisten untereinander nur als Krieg gegen die Massen m\u00f6glich sein.<\/p>\n<p>Was der Genosse Schr\u00f6der nicht ber\u00fccksichtigt, ist, das erstmals in der Geschichte der Kapitalismus als Gesellschaftsformation keinen Gegner mehr hat. Der Feudalstaat junkerscher Pr\u00e4gung ist verschwunden, der Faschismus beseitigt, seine Grundlagen ebenfalls. Der Angriff der Kommunismus ist zun\u00e4chst einmal abgewehrt. Ob Gro\u00dfbritannien oder Frankreich, Deutschland, Italien oder die USA &#8211; der Kapitalismus hat sich als Gesellschaftsverh\u00e4ltnis durchgesetzt und braucht kaum noch \u00e4u\u00dfere Feinde f\u00fcrchten. Unter diesen Umst\u00e4nden ist es nur logisch, die Aufrechterhaltung bewaffneter Massen, die noch dazu motiviert werden m\u00fcssen, in Frage zu stellen. Das Kapital l\u00f6st diese Frage eben auf der ihm eigenen Art: Schaffung von Berufsarmeen, Leistung gegen Bezahlung.<\/p>\n<p>Genosse Schr\u00f6der sieht dies aber nur aus dem Blickwinkel der Au\u00dfenpolitik und verdammt alles andere als \u00f6konomische Verflachung des Marxismus. Sein Blickwinkel f\u00fchrt aber in die Zeit vor 1914, in die Zeit eines Bismarcks, bestenfalls in die Weimarer Republik (1919-1933). Von hier aus sieht er die au\u00dfenpolitischen K\u00e4mpfe um Einflu\u00dfsph\u00e4ren, Rohstoffe usw ohne zu ber\u00fccksichtigen, das heute keine gesellschaftlich anders strukturierten Kr\u00e4fte mehr miteinander konkurrieren, sondern sich alles im Rahmen des Kapitalverh\u00e4ltnisses abspielt. Willkommen im Kapitalismus, Genosse Schr\u00f6der!<\/p>\n<h2>Kriegf\u00fchrung<\/h2>\n<p>Nat\u00fcrlich wird es unter den kapitalistischen Nationen Auseinandersetzungen geben, doch diese werden nicht kriegerischer Art sein. Welches Interesse sollte z.B. Deutschland haben, gegen Frankreich oder Italien einen Krieg um Einflu\u00dfsph\u00e4ren, Rohstoffe und Handelsvertr\u00e4ge zu f\u00fchren? Oder sieht der Genosse Schr\u00f6der dies in einem Weltma\u00dfstab? USA gegen Europa, doch die ostasiatische Wohlstandssph\u00e4re bringt die Entscheidung f\u00fcr die Ausbeutung der Goldminen am Kap? So sehr der Genosse Schr\u00f6der auch gegen die \u00f6konomische Verflachung des Marxismus wettert, so fr\u00fch kommt er selbst schon darauf zur\u00fcck. Krieg um &#8222;Einflu\u00dfsph\u00e4ren, Handelsvertr\u00e4ge und Rohstoffe.&#8220; Was ist das, wenn nicht plattester \u00d6konomismus?<\/p>\n<p>Und wie sollte ein solcher Krieg aussehen? Die schnelle Eingreiftruppe der Bundeswehr besetzt Paris, und Frankreich kapituliert? Die Luftschlacht \u00fcber den Alpen entscheidet, ob Deutschland Italien oder Italien Deutschland bombardiert?<\/p>\n<p>Erst wenn die kapitalistischen Staaten von sich aus wieder beginnen, ihre Massen zu bewaffnen, hei\u00dft es aufgepa\u00dft.<\/p>\n<h2>Jugoslawien-Krieg<\/h2>\n<p>Das die USA im Kosovo keine relevanten \u00f6konomischen Interessen haben, das die deutsche Industrie keinen Krieg in Jugoslawien will &#8211; v\u00f6llig unbestreitbar. Das die USA in den Kosovo-Krieg eingestiegen sind, um ihre F\u00fchrungsposition in Europa vermittels der NATO zu untermauern &#8211; das festzustellen bedarf es nur dreier Zeilen. Daraus abzuleiten: &#8222;Der Zerfall der bipolaren Weltordnung hat die Widerspr\u00fcche zwischen den f\u00fchrenden kapitalistischen Staaten weiter anwachsen lassen. Mit der Umstrukturierung ihrer Armeen zu S\u00f6ldnerbanden w\u00e4chst die Wahrscheinlichkeit, da\u00df diese Konflikte in den kommenden Jahren kriegerischen Charakter annehmen.&#8220; ist Unfug. Interessant w\u00e4re doch, wenn endlich mal diese angeblichen Widerspr\u00fcche der f\u00fchrenden kapitalistischen Staaten, die zum Kriegsgrund reichen sollen, benannt werden w\u00fcrden. Das Profitmaximierungsinteresse kann es jedenfalls nicht sein &#8211; das w\u00e4re ja plattesters \u00d6konomismus. Aber vielleicht hat Deutschland ja ein Interesse an Nordschleswig oder Elsa\u00df-Lothringen. Rohstoffe, Einflu\u00dfsph\u00e4ren, &#8230;<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich werden die Europ\u00e4er nicht mehr jeden amerikanischen Vorsto\u00df mitmachen, aber letztendlich werden sie gemeinsam mit ihnen entscheiden, ob ein Krieg gef\u00fchrt werden mu\u00df oder nicht. Die NATO l\u00f6st die UNO ab &#8211; was braucht das Kapital ein Vetorecht der Russen oder Chinesen? Die materielle Vorherrschaft der USA auf dem Gebiet der Milit\u00e4rtechnologie verhilft ihnen innerhalb der NATO zum Vorsitz.<\/p>\n<h2>Appeasement<\/h2>\n<p>Der Genosse Schr\u00f6der kritisiert die in der Kommunistischen Zeitung vertretene Auffassung, das dies Serbien untergehen m\u00fcsse, wie das nationalsozialistische Deutschland untergegangen sei. Schlie\u00dflich sei die NATO nicht in den Krieg eingetreten, um ein reaktion\u00e4res Regime zu beseitigen. Der Genosse Schr\u00f6der hingegen sieht es politisch. Der Krieg wurde von den USA nur gef\u00fchrt um ihre Vorherrschaft in Europa zu dokumentieren. Und die Europ\u00e4er, dumm wie sie alle sind, haben mit Freuden mitgemacht? Das Politikverst\u00e4ndnis des Genossen Schr\u00f6der erscheint hier doch als allzu eindimensional. Es waren schlie\u00dflich die europ\u00e4ischen Staaten, die unter Hinweis auf die humanit\u00e4ren Aspekte ein Ultimatum an Milosevic forderten. L\u00e4\u00dft man den humanit\u00e4ren Gu\u00df einmal beseite, zeigt sich, das ein kapitalistisches Europa, vertreten durch seine Einzelnationen, den letzten St\u00f6renfried aus Zeiten der Blockkonfrontation aus seiner Mitte tilgen wollte. Unter Ber\u00fccksichtigung des Charakters des serbischen Staates kann man als Kommunist, trotz einer schlie\u00dflichen Teilnahme der USA, nur sagen: Richtig so.<\/p>\n<p>Ein paar armselige herumvagabundierende Haufen der sogenannten UCK werden von den Serben zum Vorwand brutaler Unterdr\u00fcckungspraxis im Kosovo genommen und Kommunisten fordern Selbstbestimmungsrecht der V\u00f6lker. Und konkret f\u00fcr den Kosovo? Der Kosovo erscheint f\u00fcr den Genossen Schr\u00f6der nur als Spielball der kapitalistischen M\u00e4chte und seine Forderung nach Selbstbestimmungsrecht l\u00e4uft auf einen bescheidenen R\u00fcckzug aus schwer durchschaubaren Auseinandersetzungen hinaus. Raus aus dem Balkan, ja, aber gleichzeitig Bewaffnung der Albaner, um sie f\u00fcr den Kampf gegen die Serben zu r\u00fcsten &#8211; wen man diese Aufgabe nicht einer NATO-Eingreiftruppe \u00fcberlassen will. Trotz allem ist die Forderung nach Beseitigung des Milosevic-Regimes richtig und fortschrittlich &#8211; wenn sie auch nicht \u00f6konomisch begr\u00fcndet ist.<\/p>\n<h2>Befreiungskrieg<\/h2>\n<p>Jeden nationalen Befreiungskampf, der sich mit den USA und der NATO verb\u00fcndet, als nicht fortschrittlich zu bezeichnen, erscheint reichlich gewagt. Schlie\u00dflich haben sich die nationalen Befreiungsbewegungen der Nachkriegszeit in dem ehemaligen britischen und franz\u00f6sischen Kolonialreichen gro\u00dfteils nur deshalb durchsetzen k\u00f6nnen, weil die USA sie direkt oder indirekt gegen ihre Kolonialherren unterst\u00fctzten. Sicher nicht aus uneigenn\u00fctzigen Gr\u00fcnden, aber spielt das eine Rolle? Woher nimmt der Genosse Schr\u00f6der die Arroganz, den nationalen Befreiungsbewegungen ihren B\u00fcndnispartner grunds\u00e4tzlich vorzuschreiben? Ist die Frage der B\u00fcndnispartner nicht vielmehr eine taktische, statt eine prinzipielle? Wenn die Kosovo-Albaner hier die USA als Partner w\u00e4hlen, und damit die serbische Unterdr\u00fcckung beseitigen, sich auf den Weg zu einem eigenen Staat bewegen, so ist ihnen das nicht vorzuwerfen, sondern unter Ber\u00fccksichtigung des Umstandes, das es keinen anderen B\u00fcndnispartner gab, hinzunehmen. Die &#8222;zweite wesentliche Lehre des Jugoslawienkrieges&#8220; des Genossen Schr\u00f6ders ist Ausflu\u00df und Produkt einer sonst durchaus begr\u00fc\u00dfenswerten US-Antipathie, aber keinesfalls Analyse und Schlu\u00dffolgerung konkreter Politik.<\/p>\n<h2>\u00d6konomismus<\/h2>\n<p>&#8222;Wer konkrete Politik aus &#8218;dem Kapital&#8216; oder den &#8218;Strategien und Interessen des Kapitals&#8216; herleitet hat weder den Marxismus verstanden noch ist er politikf\u00e4hig.&#8220; Der Genosse Schr\u00f6der leitet konkrete Politik im Jugoslawienkrieg aus dem Kampf um Einflu\u00dfsph\u00e4ren, Rohstoffen und Handelsvertr\u00e4gen her. Nach seinem Ansatz (&#8222;Katzbalgerei um politische Einflu\u00dfsph\u00e4ren&#8220;) ist der Jugoslawienkrieg eben um diese gef\u00fchrt worden. F\u00fcr einer solche Analyse reicht die FAZ oder NZZ allemal aus, da ist kein kommunistischer Kommentar notwendig. Eine kommunistische Analyse mu\u00df tiefer gehen, und sie mu\u00dft die Grundsubstanz des Subjekts herausarbeiten. Die Grundsubstanz der Jugoslawienkrieges ist eben nicht der Kampf um Einflu\u00dfsph\u00e4ren, Handelsvertr\u00e4ge oder Rohstoffe, und sie ist nicht das deutsche Ausgreifen auf den Balkan. Sie ist die gemeinsame Aktion der fortgeschrittenen kapitalistischen Staaten, einen St\u00f6renfried aus ihrer Neuen Weltordnung zu entfernen. Wer konkrete Politik kapitalistischer Staaten heute aus dem Kampf um Einflu\u00dfsph\u00e4ren, Rohstoffen und Handelsvertr\u00e4gen herleitet, hat \u00fcberhaupt nichts verstanden, sondern lebt in der Vergangenheit.<\/p>\n<h2>S\u00f6ldnerarmee<\/h2>\n<p>Berufsarmeen, S\u00f6ldnerarmee dienen nicht dem Krieg kapitalistischer Staaten gegeneinander, sondern der Durchsetzung des kapitalistischen Gesellschaftsordnung &#8211; nach innen und nach au\u00dfen. Nach au\u00dfen treten sie in der Form des Jugoslawien-Krieges oder des 2. Golfkrieges in Erscheinung. Sie treten an gegen technisch unterlegene Staaten, die mit einem Minimum an Aufwand zu befrieden sind.<\/p>\n<p>Und sie treten an gegen aufr\u00fchrerische Massen. Ihr in Zukunft wahrscheinlich wichtigster Auftrag wird der Kampf im Innern sein. Nicht die &#8222;zunehmenden Widerspr\u00fcche der f\u00fchrenden kapitalistischen Staaten&#8220; untereinander werden zur Krisis treiben, sondern der zunehmende Widerspruch in den Produktionsverh\u00e4ltnissen wird die Massen in Bewegung setzen und die S\u00f6ldnerarmeen antreten lassen.<\/p>\n<h2>Zukunft<\/h2>\n<p>Der Genosse Schr\u00f6der analysiert den Jugoslawienkrieg vom Standpunkt der Staatenwelt der 20er Jahre und verlegt die zuk\u00fcnftige Entwicklung zur\u00fcck in das Zeitalter des Absolutismus. Das ist das Kernproblem seines Ansatzes, der damit notwendig scheitern mu\u00df. Er weigert sich einfach anzuerkennen, das das Ende der Blockkonfrontation eine politische Situation freigelegt hat, die eben nicht mit Mitteln des 20.Jahrhunderts zu begreifen ist. Die f\u00fchrenden kapitalistischen Staaten sind es wirklich, sie sind kapitalistisch. Kein Wirtschaftsbo\u00df ist Regierungschef, aber die grundlegende Ausrichtung aller f\u00fchrenden kapitalistischen Staaten hat sich aneinander angen\u00e4hert. Der Bauernstand ist \u00fcberall auf ein Minimum herabgesunken, ma\u00dfgebende feudale Strukturen bestehen nicht mehr, faschistische Bewegungen haben keine Grundlage mehr, kommunistische Bewegungen f\u00fchren, wenn \u00fcberhaupt vorhanden, nur eine Randexistenz. Der Kapitalismus hat sich endlich im Innern durchgesetzt.<\/p>\n<p>Die \u00e4u\u00dfere Politik der f\u00fchrenden kapitalistischen Staaten wird sich daher eher angleichen als weiter differenzieren. Nat\u00fcrlich werden die unterschiedlichen Kapitalfraktionen innerhalb der Staaten um Einflu\u00df ringen, und nat\u00fcrlich werden Staatsregierungen versuchen, ihre Wirtschaften in anderen L\u00e4ndern zu protegieren. Doch daraus werden keine wachsenden Widerspr\u00fcche der f\u00fchrenden kapitalistischen Staaten untereinander entstehen.<\/p>\n<h2>Lehren<\/h2>\n<p>Die erste Lehre (die vierte ist in ihr enthalten, nur anders formuliert), welche der Genosse Schr\u00f6der aus dem Jugoslawienkrieg zieht, ist falsch. S\u00f6ldnerarmeen werden einen Krieg kapitalistischer Staaten untereinander nicht erleichtern, sondern erschweren. Sie erleichtern die Kriegf\u00fchrung gegen Nicht-kapitalistische Staaten und gegen das eigenen Volk.<\/p>\n<p>Die zweite Lehre ist eine Moralpredigt. Im Befreiungskampf eines Volkes ist zun\u00e4chst jeder B\u00fcndnispartner willkommen. Und wenn er zum Einsetzen einer jenem B\u00fcndnispartner h\u00f6rigen Regierung beim Unterdr\u00fccker f\u00fchrt &#8211; das ist nicht Problem des k\u00e4mpfenden Volkes. Ihm seinen B\u00fcndnispartner zu verbieten weil es der falsche sei ist moralinsaurer Unfug.<\/p>\n<p>Die dritte Lehre kann man mit dem Hinweis auf die vom Genossen Schr\u00f6der prophezeiten kommenden K\u00e4mpfe um Einflu\u00dfsph\u00e4ren, Handelsvertr\u00e4ge und Rohstoffe \u00fcbergehen. So sehr sich der Genosse auch abm\u00fcht bei seiner Verteidigung des Marxismus, hier ist er selbst in plattesten \u00d6konomismus verfallen.<\/p>\n<h2>Zum Krieg<\/h2>\n<p>Der Jugoslawienkrieg hatte zur grundlegenden Ursache den Versuch der f\u00fchrenden kapitalistischen Nationen Europas, den St\u00f6renfried Jugoslawien zu beseitigen. Dazu diente der Kosovo-Konflikt als Anlass. Die USA beteiligten sich, um sich von der Bevormundung durch die UNO zu befreien und mit der NATO ein ihnen willf\u00e4hrigeres Instrument in die Hand zu bekommen. Trotzdem war es die NATO, welche den Krieg gef\u00fchrt hat. Das die USA als prominentester Teilnehmer auftraten, liegt einfach an ihrem \u00fcberlegenem milit\u00e4risch-technischem Potential. Jede Spekulation \u00fcber Einflu\u00dfsph\u00e4ren, Handelsvertr\u00e4ge und Rohstoffe bleibt an der Oberfl\u00e4che der Erscheinung. Daf\u00fcr ben\u00f6tigt es keine kommunistische politische Analyse.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Zuerst ver\u00f6ffentlicht in: Aufs\u00e4tze zur Diskussion (AzD), 22. Jg., Nr. 69, November 2000. <a href=\"file:\/\/\/Users\/pdietrich\/Documents\/kommmunistische%20debatte\/bestellung.html\" target=\"_blank\">Information und Bestellformular &#8230;<\/a><\/p>\n<\/div>\n<div align=\"right\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"> Letzte \u00c4nderung: 21.03.2016 <\/span><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Dieter Pentek Vorbemerkung Der folgende Aufsatz wurde 1999 als Erwiderung auf den Artikel des Genossen Schr\u00f6der zum Krieg in Jugoslawien in der AzD 68 geschrieben und an die Redaktion gesandt. Ein Abdruck ist in der AzD 69, November 2000 erfolgt. Eine dort vorhandene Einleitung habe ich gestrichen, da sie mit dem eigentlichen Thema nichts &hellip; <a href=\"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=472\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Das Alte. 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