{"id":406,"date":"2016-09-13T08:35:42","date_gmt":"2016-09-13T06:35:42","guid":{"rendered":"http:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=406"},"modified":"2021-05-17T11:26:10","modified_gmt":"2021-05-17T09:26:10","slug":"finanzmarkt-und-weltwirtschaftskrise-eine-aufgeschobene-ueberproduktionskrise","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=406","title":{"rendered":"Finanzmarkt und Weltwirtschaftskrise &#8211; Eine aufgeschobene \u00dcberproduktionskrise &#8211;"},"content":{"rendered":"<h5 style=\"text-align: justify;\">Von Martin Schlegel<\/h5>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<h2>1. Einleitung<\/h2>\n<p>Seit Mitte 2007 entwickelt sich ausgehend von dem Zusammenbruch der Immobilienspekulation in den USA eine lang andauernde Krise der internationalen Finanzm\u00e4rkte. Das Platzen der Kreditblase f\u00fchrte zum Zusammenbruch vieler Banken und Sparkassen, wodurch die bisherige Form des Geldumlaufs empfindlich gest\u00f6rt wurde. In der ersten Phase dieser Krise versuchten die Zentralbanken der betroffenen L\u00e4nder, mit Zinssenkungen und anderen geldpolitischen Ma\u00dfnahmen den Geldkreislauf aufrecht zu erhalten. In dieser Phase waren, da der Umfang der Kreditblase noch nicht abzusehen war, zun\u00e4chst auch noch Staatsfonds bereit, bei kapitalbed\u00fcrftigen Finanzinstituten einzusteigen. Da diese Ma\u00dfnahmen nur m\u00e4\u00dfigen Erfolg hatten, leiteten die Regierungen der betroffenen Staaten zun\u00e4chst Rettungsma\u00dfnahmen f\u00fcr einzelne Finanzinstitute ein, wie zum Beispiel in Deutschland ab Sommer 2007 f\u00fcr die IKB, die Sachsen-, West- und Bayern-Landesbank, in Gro\u00dfbritannien im Herbst 2007 f\u00fcr die Northern Rock und in den USA im M\u00e4rz 2008 f\u00fcr das Investmenthaus Bear Stearns. Da auch dadurch die Finanzmarktkrise nicht gestoppt werden konnte, garantieren die betroffenen Staaten seit Mitte 2008 mit vielen 100 Milliarden ihrer Landesw\u00e4hrung f\u00fcr die Zahlungsf\u00e4higkeit weiter Teile ihres Bankensystems. Ziel dabei ist, wie bei den Ma\u00dfnahmen der Zentralbanken den Geldkreislauf zwischen den Banken wieder zu beleben, der zusammengebrochen war, weil jede Bank der Zahlungsf\u00e4higkeit einer anderen Bank misstraute. Die Staatsgarantien f\u00fcr das Bankensystem f\u00fchrten in einigen L\u00e4ndern zu Teilverstaatlichungen von Banken, manche L\u00e4nder wie Island oder Ungarn gerieten wegen der Verschuldung ihrer Banken in die N\u00e4he des Staatsbankrotts, da die Verbindlichkeiten ihrer Banken den Staatshaushalt um das Mehrfache \u00fcberstiegen oder weil wegen der Finanzmarktkrise Geld abgezogen wurde.<\/p>\n<p>Der Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers am 15. September 2008 versch\u00e4rfte die Finanzmarktkrise und die Struktur der Finanzm\u00e4rkte wandelte sich. So wurden die verbliebenen US-amerikanischen Investmentbanken von Gesch\u00e4ftsbanken aufgekauft oder wandelten sich in Gesch\u00e4ftsbanken, um Zugang zu den Steuergeldern aus dem Rettungspaket der US-Regierung im Jahr 2008 in H\u00f6he von 700 Mrd. US$ zu bekommen. Eine Bank wie die Deutsche Bank sicherte sich die Mehrheit an der Postbank, um sich mit den Einlagen der kleinen Sparer sanieren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Auch die Staatsgarantien f\u00fcr den \u00f6ffentlichen Bankensektor f\u00fchrten nicht zur erhofften Normalisierung des Geldumlaufs. Der Grund daf\u00fcr ist, dass diese Ma\u00dfnahmen nichts an der Situation der Banken \u00e4nderten. Sie besitzen nach wie vor in mehr oder weniger gro\u00dfem Umfang spekulative unverk\u00e4ufliche Geldtitel. Daher legten die US- und andere Regierungen seit Anfang 2009 neue Bankenrettungspakete auf, mit denen auf Kosten des Steuerzahlers diese Papiere entsorgt werden sollen.<\/p>\n<p>Seitdem die b\u00fcrgerlichen Staaten die Spekulationsverluste der Banken mit riesigen Summen von Steuergeldern absichern, werden in diesen \u00f6ffentliche Diskussionen \u00fcber die Regulierung der Finanzm\u00e4rkte und die Verstaatlichung von Banken gef\u00fchrt. Dies ist ein Paradigmenwechsel, \u00fcberboten sie sich bisher doch mit Ma\u00dfnahmen, um die Finanzm\u00e4rkte zu deregulieren, einige Finanzmarktakteure wie Hedge Fonds wurden bewusst keiner Regulierung unterzogen.<\/p>\n<p>Lange wurde in den Diskussionen \u00fcber die Finanzmarktkrise die These vertreten, die Krise sei innerhalb der Finanzwirtschaft zu l\u00f6sen und werde keine Auswirkungen auf die so genannte \u201eRealwirtschaft\u201c haben, womit die G\u00fcter produzierende Wirtschaft bezeichnet wird. Bereits Mitte 2008 wurde jedoch immer offensichtlicher, dass sich neben der Krise der Finanzm\u00e4rkte auch eine weltweite Wirtschaftskrise entwickelt. Obwohl sie \u00fcberwiegend als Folgeerscheinung der Finanzkrise bezeichnet wird, legt bereits der Zeitpunkt des Auftrags- und Produktionsr\u00fcckgangs nahe, dass die Wirtschaftskrise andere Ursachen hat. So begann in den USA der Wirtschaftsabschwung bereits im 4. Quartal 2007, in Deutschland im 2. Quartal 2008, die Zuspitzung der Finanzmarktkrise fand jedoch erst im September 2008 statt. Die Wirtschaftskrise begann in allen L\u00e4ndern, in denen sich Immobilienblasen gebildet hatten, in der Bauindustrie. Sie erfasste dann in den Automobile produzierenden L\u00e4ndern die Automobilindustrie, da beim Autokauf in wirtschaftlich unsicheren Zeiten zuerst eine Kaufentscheidung zur\u00fcckgestellt wird und die Banken Kredite restriktiver vergeben. Besonders betroffen ist die US-Automobilindustrie, deren spritfressende Modelle sich zunehmend als unverk\u00e4uflich erweisen. Ausgehend von der Automobilindustrie als Schl\u00fcsselindustrie erfasst nun die Krise den Maschinenbau und immer weitere Wirtschaftsbereiche.<\/p>\n<p>Der weltweite Einbruch der Nachfrage nach Konsum- und in der Folge nach Investitionsg\u00fctern mit Raten wie in der Weltwirtschaftskrise von 1929\/1930 f\u00fchrte in einer Reihe weiterer Staaten zu weiteren staatlichen Finanzpaketen, diesmal f\u00fcr die Industrie. Sie sind deutlich kleiner und umstrittener als die f\u00fcr die Banken, was die politische Dominanz des Finanzkapitals zeigt.<\/p>\n<p>Im Folgenden wird zun\u00e4chst in groben Z\u00fcgen die Entwicklung der Finanzmarktkrise bis April 2009 geschildert und eine \u00dcbersicht \u00fcber die allgemeine Entwicklung der Finanzm\u00e4rkte und ihre Auswirkung auf die produzierende Wirtschaft gegeben. Im Anschluss werden \u00dcberlegungen zu den Ursachen der gegenw\u00e4rtigen Wirtschaftskrise dargestellt.<\/p>\n<p>Die in der Arbeit benutzten Quellen sind zum gro\u00dfen Teil \u00fcber das Internet erh\u00e4ltlich. Da die Internetseiten \u00fcber Angabe von Titel und Autor \u00fcber Suchmaschinen gefunden werden k\u00f6nnen, wird auf die Angabe der Seite selbst verzichtet.<\/p>\n<h2>2. Entstehung und Verlauf der Finanzmarktkrise<\/h2>\n<h3>2.1 Ausgangspunkt der Finanzmarktkrise: Das Platzen der Immobilienblase in den USA<\/h3>\n<p>Ausl\u00f6ser der Finanzmarktkrise war das Platzen der Immobilienblase in den USA ab Mitte 2007, nachdem dort bereits seit Mitte 2006 die Immobilienpreise zu sinken begannen. Diese erste Phase, Subprimekrise genannt, bestand darin, dass vermehrt schwache Schuldner ihre Hauskredite nicht mehr bedienen konnten. Ihnen waren Hypothekenvertr\u00e4ge ohne Pr\u00fcfung ihrer Einkommenssituation (NINJA Hypotheken: No income, no job, no assets, [1]) verkauft worden, die zum Beispiel in der Anfangsphase nicht getilgt werden mussten (interest only) oder die mit variablem Zinssatz (adjustable rate mortgage), die mit zunehmender Laufzeit h\u00f6here R\u00fcckzahlungen beinhalteten. Als dann 2005 die amerikanische Notenbank FED ihre Zinsen erh\u00f6hte, stiegen dadurch zus\u00e4tzlich die Hypothekenzinsen, was viele Kreditnehmer finanziell \u00fcberforderte. Solange die Immobilien im Wert immer weiter stiegen, wurden dar\u00fcber hinaus in den USA und Gro\u00dfbritannien H\u00f6herbeleihungen auf H\u00e4user verkauft, das hei\u00dft Bargeld an Hausbesitzer verliehen, das diese dann f\u00fcr den Konsum verwandten (mortgage equity withdrawals). Die Finanzierung von Kreditvergaben f\u00fcr Immobilien, Konsum, Firmen\u00fcbernahmen, Unternehmensanleihen und Spekulation in den USA wurde von der FED nach dem Platzen der \u201eNew Economy\u201c-Blase durch ihre Politik des reichlichen und billigen Geldes bewusst gef\u00f6rdert (vergleiche [2]). Die US-Geldmenge wuchs nach Gabor Steingart [3] von 6 088 Mrd. US$ im Jahr 1998 auf 14 600 Mrd. US$ im Jahr 2008. Seit 2006 wird auf Beschluss der US-Regierung das Anwachsen der Geldmenge nicht mehr ver\u00f6ffentlicht. Nach Schaubild 30 in [4] waren die Realzinsen in den USA ab Mitte 2001 bis Anfang 2006 negativ.<\/p>\n<p>[4] Schaubild 30<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-408 size-full\" src=\"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/wp-content\/uploads\/finanzkrise_schlegel2009_bild01.gif\" alt=\"finanzkrise_schlegel2009_bild01\" width=\"705\" height=\"491\" \/><\/p>\n<p>Zu der Lage bei den Subprimekrediten gibt [5] die Auskunft, dass die Ausfallrate Mitte 2008 20.5\u00a0%, der Zahlungsr\u00fcckstand 5.8\u00a0% und die Zwangsvollstreckungen 2\u00a0% betragen. Die Tendenz ist steigend, da nach Schaubild 27 von [6] erst Mitte 2009 in den USA der H\u00f6hepunkt der Hypothekenvertr\u00e4ge, die von Zinserh\u00f6hungen betroffen sind, \u00fcberschritten wird und die Hauspreise weiter fallen.<\/p>\n<p>Nach [6] Seite 99 (Stand 2-2007) betr\u00e4gt die H\u00f6he der Subprimekredite (schlechte Qualit\u00e4t) 1 300 Mrd. US$, der der Alt A Kredite (eingeschr\u00e4nkte Qualit\u00e4t) 1 000 Mrd. US$. Selbst wenn man nur diese Ausgangsrisiken betrachtet, wirkt das US-Staatspaket von 700 Mrd. US$ von Anfang Oktober 2008 knapp bemessen. Es musste dann auch von der neuen US-Regierung Obama im M\u00e4rz 2009 durch ein bis zu 1 000 Mrd. US$ schweres neues Bankenrettungsprogramm aufgestockt werden. Mit der Ausrichtung auf die Unterst\u00fctzung der Finanzmarktakteure durch die Erh\u00f6hung der Kapitalbasis der Banken und die Entsorgung ihrer wertlos gewordenen Papiere setzen beide Pakete nicht an dem Ausgangspunkt des Problems an, den in Zahlungsschwierigkeiten geratenen Immobilienk\u00e4ufern bei der Abzahlung ihrer Schulden zu helfen. So versch\u00e4rft sich die Lage am US-amerikanischen Immobilienmarkt weiter. Zur Entlastung der Hypothekennehmer wird erst jetzt von der neuen US-Regierung unter Pr\u00e4sident Obama ein St\u00fctzungsprogramm von 75 Mrd. US$ erarbeitet.<\/p>\n<p>Mit dem Fall der Immobilienpreise in den USA zog sich das spekulative Kapital, das nach dem Platzen der &#8222;New Economy&#8220;-Blase im Jahr 2000 in den Immobilienbereich gestr\u00f6mt war, wieder zur\u00fcck, so dass der Preisverfall verst\u00e4rkt wurde. Da in den USA die Hypothekenschuldner nicht mit ihrem Privatverm\u00f6gen haften, ist es f\u00fcr sie oft von Vorteil, den Hausschl\u00fcssel bei der Bank abzugeben, wenn die Schuldverpflichtungen den Hauswert \u00fcbersteigen.<\/p>\n<p>L\u00e4ngst ist aus dem Verlauf der Finanzmarktkrise klar geworden, dass sie im Kern nicht nur aus einer Immobilienblase in den USA und anderen L\u00e4ndern besteht, sondern aus einer durch billiges Geldangebot gef\u00f6rderten allgemeinen Kredit- und Schuldenblase. Es wurden Gesch\u00e4fte aller Art nicht nur bei den Endverbrauchern sondern vor allem auch bei Firmen\u00fcbernahmen und anderen Gesch\u00e4ften der gro\u00dfen Investoren mit Krediten finanziert, die jetzt zunehmend nicht mehr bedient werden k\u00f6nnen. Eine gro\u00dfe Rolle bei der Entwicklung der Kreditblase und ihrer Kehrseite, der Schuldenblase, spielen die Ratingagenturen. Sie bewerten im Auftrag der Institute, die die Papiere anbieten deren Bonit\u00e4t und bestimmen damit ihre Preise. Heute als wertlos geltende Papiere bekamen von ihnen noch vor zwei Jahren Bestnoten. Auf die Rolle der Ratingagenturen wird hier nicht weiter eingegangen.<\/p>\n<p>Zum Anstieg der Ausfallrate von Hypothekenkrediten, Kreditkartenschulden und Autokrediten seit 2007 trug auch der starke Anstieg der \u00d6lpreise im Jahr 2008 und die aufgrund der Wirtschaftskrise in den USA seit Anfang 2008 wachsende Arbeitslosigkeit bei. Die Methode, mit Zinssenkungen, Steuersenkungen und Ausweitungen der staatlichen Ausgaben den Konsum und das Wirtschaftswachstum anzuheizen, wie sie in den USA zur \u00dcberwindung der Krise nach dem Platzen der \u201eNew Economy\u201c-Blase ab 2001 angewandt wurde, ist nicht mehr wiederholbar. Denn nach [7] Grafik 6 sind in den USA praktisch seit mindestens 1995 bis 2007 die Sparquoten in Relation zum verf\u00fcgbaren Einkommen negativ, der Verschuldungsgrad der US-B\u00fcrger ist deutlich h\u00f6her als der in Japan oder der im Euro-Raum. Da der Konsum 70\u00a0% des US-amerikanischen Bruttoinlandsprodukts ausmacht, f\u00fchrte der Konsumr\u00fcckgang zur Wirtschaftskrise in den USA und damit auch in den dorthin exportierenden L\u00e4ndern. Die Ersparnisse in den USA reichen nach [2] nicht einmal aus, um die Investitionen der eigenen Industrie zu finanzieren, auch dazu ist die US-Industrie auf ausl\u00e4ndisches Geld angewiesen. So hatte denn auch das 150 Mrd. US$ Paket des US-Kongresses vom Februar 2008 f\u00fcr die amerikanischen Verbraucher nicht die erhoffte Wirkung. Es wurde weitgehend zur R\u00fcckzahlung von Krediten oder zum Sparen eingesetzt.<\/p>\n<h3>2.2 neuen Finanzprodukte<\/h3>\n<p>Der Immobilienboom in den USA und anderen L\u00e4ndern wurde stark angeheizt durch die neuen Techniken der Verbriefung von Hypotheken- und anderen Krediten und die niedrigen Kosten f\u00fcr die Ausfallrisikoversicherungen von Krediten. Verbriefung bedeutet die Verpackung von Krediten in Wertpapiere, um sie weiter zu verkaufen. Der Verkauf von Krediten ist eine neue Erscheinung, fr\u00fcher blieb der Kredit und damit das Ausfallrisiko bis zur Tilgung bei der ihn ausgebenden Bank, was zu einer vorsichtigen Kreditvergabe f\u00fchrte. Mit dem Kreditverkauf werden die die Regelungen von Basel I Abkommens umgangen, die abh\u00e4ngig vom Eigenkapital einer Bank Obergrenzen f\u00fcr die Kreditvergabe vorsehen. War ein Kredit verbrieft und verkauft, so gaben die Banken mit dem daf\u00fcr erhaltenen Geld neue Kredite aus, gleichzeitig waren sie das Risiko des Kreditausfalls los. Der Verkauf von verbrieften Immobilienkrediten ist ein Schneeballsystem, das nur unter der Voraussetzung funktionieren kann, dass die Immobilienpreise immer weiter steigen, da nur dann diese Papiere handelbar bleiben. Dies war seit Anfang 2007 zunehmend nicht mehr der Fall, als nach dem Fallen der Immobilienpreise die ersten Subprimekredite nicht mehr abbezahlt wurden. Dadurch sanken die H\u00e4userpreise weiter, wodurch immer mehr Subprimekredite nicht mehr bedient wurden, weil die Kreditschulden den Wert der H\u00e4user \u00fcberstiegen &#8211; eine sich verst\u00e4rkende Abw\u00e4rtsspirale.<\/p>\n<p>Einige dieser noch vor kurzem so hoch gelobten und begehrten neuen Finanzierungsinstrumente sind zum Beispiel:<\/p>\n<ul>\n<li>MBS (mortgage backed securities):<br \/>\nWertpapiere, mit denen Hypothekenkredite verkauft wurden.<\/li>\n<li>ABS (asset backed securities):<br \/>\nSammelbegriff f\u00fcr mit Werten und Forderungen hinterlegten Papieren inclusive MBS. Der Umfang aller Typen von ABS betrug im Jahr 2006 ca. 11 000 Mrd. US$ ([6] Schaubild 36).<\/li>\n<li>CDO (collaterated debt obligations):<br \/>\nWertpapiere, in denen Schuldverschreibungen aller Art (Hypotheken-, Kreditkarten-, Autokreditschulden) geb\u00fcndelt, verbrieft und dann verkauft wurden. Nach [8] kann eine CDO kann zwischen 300 000 und 3 Millionen Kredite enthalten.<\/li>\n<li>CDS (credit default swaps):<br \/>\nWertpapiere, mit denen Kreditrisiken (Ausf\u00e4lle) abgesichert werden sollen. Ihr Umfang betrug nach Wolfgang M\u00fcnchau [9] im Jahr 2008 62 000 Mrd. US$ und entspricht damit etwa der Gr\u00f6\u00dfe der gesamten Weltwirtschaft. Das explosive Wachstum der CDS-Papiere ist auch dadurch begr\u00fcndet, dass damit die Spekulation ausgeweitet werden konnte, da nach den Regelungen von Basel II CDS besicherte Gesch\u00e4fte weniger Eigenkapitalvorsorge erfordern.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die genannten Papiere sind nur ein Ausschnitt aus der Vielfalt von neu entwickelten Finanzinstrumenten. Diese Papiere h\u00e4ngen untereinander mehr oder weniger stark zusammen, sind voneinander abgeleitet (Derivate). Dadurch wird das in Umlauf gebrachte Geldvolumen gegen\u00fcber dem Anfangskredit vervielfacht, da dieselbe Schuldforderung in verschiedenen H\u00e4nden unter verschiedenen Formen erscheint (vergleiche [10] Seite 488), es werden Scheinwerte erzeugt. Ein Gro\u00dfteil der Derivate wird nicht \u00fcber die B\u00f6rsen, sondern v\u00f6llig unkontrolliert \u00fcber den Tresen (OTC over the counter) gehandelt. Dazu wurden von den US-Investmentbanken und anderen Banken Zweckgesellschaften (zum Beispiel: SPV: special purpose vehicles, SIV: strukturierte Investitionsfirmen) gegr\u00fcndet. Nach [11] stieg in den G10 L\u00e4ndern der Handel mit OTC-Derivaten von 1998 bis 2007 um das Achtfache auf 525 000 Mrd. US$.<\/p>\n<p>Die Abh\u00e4ngigkeit dieser neuartigen Kreditmarktpapiere untereinander hat zur Folge, dass bei einem Ausfall von Subprimekrediten die ABS- und CDO-Papiere, in die sie verpackt sind, in Verluste geraten, es werden eventuell Risikoversicherungen f\u00e4llig, wodurch der Markt der CDS &#8211; Papiere unter Druck ger\u00e4t usw. Dieses Schneeballsystem f\u00fchrte zu dem Dominoeffekt der gegenw\u00e4rtigen Finanzmarktkrise, in der Verluste einer Anlageform die gekoppelte mitrei\u00dfen. Als das US-Finanzministerium die US-Investmentbank Lehman Brothers im September nicht vor der Pleite rettete, hatte es wohl nicht bedacht, dass dadurch die Geldmarktfonds gro\u00dfe Wertverluste erlitten und damit der Markt der kurzfristigen Finanzierung von Unternehmen und Banken untereinander (commercial papers) ins Stocken geriet, was die Liquidit\u00e4tsprobleme auf den Finanzm\u00e4rkten nochmals versch\u00e4rfte. Das Pech von Lehmann Brothers war, dass zeitgleich die American International Group (AIG) in Zahlungsschwierigkeiten geriet. Au\u00dferdem fand sich kein K\u00e4ufer f\u00fcr Lehmann Brothers, da der Markt f\u00fcr verbriefte Papiere inzwischen fast vollst\u00e4ndig zusammengebrochen war. Der US-Versicherer AIG wurde mit zun\u00e4chst 45 Mrd. US$ (derzeitige Unterst\u00fctzung ca. 180 Mrd. US$) vor der Insolvenz gerettet, weil die Bef\u00fcrchtung bestand, dass sonst der Markt der CDS-Papiere im Umfang von 62 000 Mrd. US$ kollabieren k\u00f6nnte. Im M\u00e4rz 2009 zahlte die AIG an viele ausl\u00e4ndischen Banken Milliardensummen aus amerikanischen Steuergeldern, unter anderem 12 Mrd. US$ an die Deutsche Bank. Es wird zu beobachten sein, wie sich die USA diese Gelder wieder zur\u00fcckholen.<\/p>\n<p>Es ist offensichtlich, dass sich alle Finanzinstitute spekulativ finanzieren, wie ihre geringe Kapitaldecke zeigt. Denn sie impliziert, dass die F\u00e4higkeit, Kredite zur\u00fcckzuzahlen, von der M\u00f6glichkeit abh\u00e4ngt, neue aufzunehmen. Es wird also spekuliert, dass immer reichlich Geld zu niedrigen Zinsen zur Verf\u00fcgung steht und dass die von ihnen gekauften Papiere jederzeit verk\u00e4uflich sind (vergleiche [12]). Nach [11] summierten sich die Ende 2006 ausstehenden Finanzaktiva auf 195 000 Mrd. US$ im Vergleich zu 105 000 Mrd. US$ vier Jahre zuvor. Da diese die Zunahme das Wachstum des Weltsozialprodukts bei weitem \u00fcbersteigt, wird ein Gro\u00dfteil davon nicht zur\u00fcckgezahlt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ein wichtiges Instrument bei der Umwandlung von Hypotheken- und anderen Krediten in Wertpapiere (Verbriefungstechnik) ist die Tranchierung (Strukturierung), mit der Kredite von unterschiedlichem Ausfallrisiko in einem Papier, zum Beispiel einem CDO geb\u00fcndelt werden. Mit dieser Technik konnte der K\u00e4uferkreis der ABS und anderer Papiere betr\u00e4chtlich ausgeweitet werden, da nun zum Beispiel auch Pensionskassen, die zu geringem Risiko verpflichtet sind, diese Papiere kaufen konnten (die sicheren Tranchen). Durch die Verbriefung von Krediten aller Art machten die US-Banken die von ihnen vergebenen Kredite weltweit handelbar. Das ist einer der Gr\u00fcnde, warum sich aus dem Platzen der Immobilienblase in den USA eine Krise der internationalen Finanzm\u00e4rkte und aller ihrer Akteure entwickeln konnte. Au\u00dferdem platzten auch in anderen L\u00e4ndern wie Gro\u00dfbritannien, Spanien und Irland die Immobilienspekulationen, was die Dynamik des Wertverfalls der Papiere, in denen Hypothekenkredite und andere Kredite verbrieft wurden, beschleunigte. Solche Papiere sind derzeit praktisch unverk\u00e4uflich und werden als Giftm\u00fcll bezeichnet. Der Besitz von derartigen Papieren f\u00fchrt daher dazu, dass die Eigent\u00fcmer mit fortschreitender Dauer der Finanzmarktkrise immer mehr Wertberichtigungen und Abschreibungen vornehmen m\u00fcssen, neues Eigenkapital brauchen oder Pleite gehen.<\/p>\n<p>Die bisher schon lange Dauer der Finanzmarktkrise hat ihre Gr\u00fcnde im Ausgangsmarkt und im Volumen der Papiere und wird sich durch die Wirtschaftskrise weiter verl\u00e4ngern. Zum einen braucht die Anpassung des Immobilienmarkts, das hei\u00dft der Fall der Immobilienpreise auf ein realistisches Niveau, Zeit. So lange die Immobilienpreise fallen, sind die von ihnen abh\u00e4ngigen Papiere praktisch nicht bewertbar. Daher versuchen die sie haltenden Banken Abschreibungen und Wertberichtigungen von Quartal zu Quartal zu verschieben, damit ihre eigenen Kursverluste und ihr zus\u00e4tzlicher Eigenkapitalbedarf nicht zu drastisch ausfallen. Zus\u00e4tzlich verlieren jetzt auch aufgrund der Wirtschaftskrise Aktien von Unternehmen seit Mitte 2008 drastisch an Wert und die Ausfallrate von anderen Krediten nimmt zu, was die Banken weiter unter Druck setzt.<\/p>\n<p>Das Andauern der Finanzmarktkrise bringt neben den Investment- und anderen Banken immer mehr Finanzmarktakteure wie Hedge Fonds und Private Equity Fonds und alle Finanzinstitute, die ihre Gesch\u00e4fte mit gro\u00dfer Verschuldung (Leverage, Hebel) finanzieren, mit ihren Zwischenfinanzierungen in Probleme. Daraus erwachsen den Banken, die ihnen das Geld f\u00fcr ihre Gesch\u00e4fte geliehen haben, zus\u00e4tzliche Probleme. Diese Fonds werden im Verlauf der Wirtschaftskrise weitere Schwierigkeiten bekommen, weil ihr Gesch\u00e4ftsmodell, Firmen billig zu kaufen, sie umzustrukturieren oder in Einzelteile zu zerlegen und sie dann teurer zu verkaufen, schwieriger wird. Ein Teil der von den Fonds gekauften Firmen werden nicht die erhofften Gewinne abwerfen oder sogar unter ihrer Schuldenlast zusammenbrechen. Denn die gekauften Firmen m\u00fcssen neben der Abgabe eines Teils ihrer Gewinne an ihre K\u00e4ufer auch deren Schulden bei den Banken abbezahlen, die ihnen das Geld f\u00fcr den Kauf geliehen haben (vergleiche [13]). Seit Anfang 2009 haben in Deutschland bereits mehrere von Hedge Fonds gekauften Automobilzulieferer Konkurs angemeldet.<\/p>\n<h3>2.3 Die Hauptakteure der Finanzmarktkrise<\/h3>\n<p>Der Verlauf der Finanzmarktkrise zeigt, dass es die gro\u00dfen \u00f6ffentlich geregelten US-Investmentbanken, die quasi staatlichen Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac und der Versicherungskonzern AIG und weitere waren, die jahrelang mit spekulativen Kreditpapieren Milliarden verdienten und nach dem Platzen der Immobilienblase vor dem Konkurs standen. Wie in den USA waren auch in Deutschland die \u00f6ffentlich geregelten Banken wie die Landesbanken und nicht etwa Hedge Fonds die gr\u00f6\u00dften Spekulanten. Dass die deutschen Landesbanken beim Ankauf von verbrieften Krediten nichts von den in ihnen enthaltenen Risiken gewusst h\u00e4tten, ist eine Zweckl\u00fcge. Denn ebenso wie die US-Investmentbanken gr\u00fcndeten sie gerade zum Handel mit diesen Papieren eigene Gesellschaften, um mit spekulativen Gesch\u00e4ften Extragewinne einzustreichen, ohne dass sie diese Gesch\u00e4fte in ihre B\u00fccher aufzunehmen brauchten. Diese Gesellschaften siedelten sie in L\u00e4ndern an, in denen die Steuern niedriger und die staatliche Kontrolle laxer ist. Das Besondere an diesen Schattenbanken ist, dass sie Bankgesch\u00e4fte t\u00e4tigen, aber im Unterschied zu ihren Gr\u00fcnderbanken kein Eigenkapital f\u00fcr ihre Gesch\u00e4fte vorhalten m\u00fcssen ([6] Seite 89), weil sie nicht Bankregulierungen wie Basel I und seit 2008 Basel II unterliegen. Im Crashfall dieser Gesellschaft haften dann aber die Gr\u00fcnder der Zweckgesellschaften wie die IKB oder die s\u00e4chsische Landesbank. Diese Praxis war bekannt und wurde auch von der Bank f\u00fcr internationalen Zahlungsausgleich als gef\u00e4hrlich eingestuft, ohne dass aber die Bankenaufsicht etwas dagegen unternahm (vergleiche [2]). Logischerweise wurden diese Zweckgesellschaften als erste von der Subprimekrise erfasst, da ja sie und nicht die Erstausgeber der Kredite auf den ausfallenden Papieren sa\u00dfen. In Deutschland waren Landesbanken die ersten, die sich als besonders waghalsige Spekulanten auf dem Finanzmarkt entpuppten, es kamen dann immer mehr Banken aus dem \u00f6ffentlich regulierten Bankensektor wie die Hypo Real Estate oder die Dresdner Bank hinzu. Das \u00dcbergreifen der US-Finanzmarktkrise auf Deutschland wurde also vom Kern des \u00f6ffentlich geregelten Finanzsystems und nicht von spekulativen Privatfonds wie etwa Hedge Fonds verursacht. Selbst [6] bezeichnet in einer Kapitel\u00fcberschrift die Hedge Fonds als die falschen Verd\u00e4chtigen. Die von Hedge Fonds bewegten Summen sind auch vom Umfang her kleiner als die spekulativen Gesch\u00e4fte des \u00f6ffentlich geregelten Finanzsystems in Deutschland und anderen L\u00e4ndern. Au\u00dferdem ist das erforderliche Eigenkapital der \u00f6ffentlichen Banken mit etwa 8\u00a0% nach den Regelungen von Basel I erheblich geringer als das Kapital, mit dem Hedge Fonds ihre Gesch\u00e4fte finanzieren ([6] Schaubild 45). Die \u00f6ffentlich geregelten Banken k\u00f6nnen also mehr riskante Gesch\u00e4fte t\u00e4tigen und taten das auch, sie sind dann im Verlustfall schneller pleite als die privaten Fonds. Wenn daher von der Politik als Konsequenz aus der Finanzmarktkrise vor allem die Regulierung von Hedge Fonds gefordert wird, so wird damit versucht, von den \u00f6ffentlich geregelten Banken und ihren Rahmenbedingungen als Hauptverursacher der Krise abzulenken. Die Politiker, die in den Aufsichtsgremien der deutschen Landesbanken sitzen, haben die Spekulation der Landesbanken nicht nur nicht verhindert, sondern selbst Renditeziele vorgegeben, die nur durch spekulative Gesch\u00e4fte zu erreichen waren.<\/p>\n<p>[6] Schaubild 45<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-409 size-full\" src=\"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/wp-content\/uploads\/finanzkrise_schlegel2009_bild02.gif\" alt=\"finanzkrise_schlegel2009_bild02\" width=\"705\" height=\"452\" \/><\/p>\n<p>Die de facto Unverk\u00e4uflichkeit der verbrieften Papiere war Ausl\u00f6ser f\u00fcr die seit Ende 2007 st\u00e4ndig auftretenden Liquidit\u00e4tsprobleme auf dem Interbankenmarkt, die die Notenbanken durch Bereitstellung von zus\u00e4tzlichem billigen Geld und Zinssenkungen zu \u00fcberbr\u00fccken versuchten. Der Interbankenmarkt ist der Markt, auf dem sich die Banken untereinander ohne Sicherheiten Geld leihen, um kurzfristige Engp\u00e4sse zu \u00fcberbr\u00fccken. Papiere, die Forderungen aus Hypothekenkrediten enthalten, haben lange Laufzeiten. Daher sind die Banken darauf angewiesen, dass auch lang laufende Papiere jederzeit handelbar sind, weil sie sonst Finanzierungsprobleme bekommen. Da dies derzeit nicht der Fall ist und sie ihrerseits Zahlungsverpflichtungen haben, sind viele Banken und ihre Zweckgesellschaften mehr oder weniger zahlungsunf\u00e4hig. Mehr noch, finden sich auch in Zukunft keine K\u00e4ufer f\u00fcr die von ihnen gehaltenen Papiere, so sind sie pleite, weil deren Umfang die eigenen Mittel weit \u00fcbersteigt. Die Bem\u00fchungen der Zentralbanken, den Interbankenmarkt mit st\u00e4ndig neuen Kreditangeboten unter Inkaufnahme der Hinterlegung von qualitativ schlechten Papieren als Sicherheit wieder in Gang zu bringen, waren bisher m\u00e4\u00dfig erfolgreich, da dadurch die Notwendigkeit der Abschreibung wertlos gewordener Papiere nicht beseitigt wird. Die Mittel der Notenbanken zur Bek\u00e4mpfung der Finanzmarktkrise sind schon allein wegen des Umfangs der faulen Papiere begrenzt. Auch k\u00f6nnen sie den Zinssatz nicht unter 0\u00a0% senken. Einen Zinssatz von 0\u00a0% haben bereits Japan und seit Anfang 2009 auch die USA.<\/p>\n<h3>2.4 Der Staat als Retter des Finanzkapitals<\/h3>\n<p>Nachdem die Ma\u00dfnahmen der Notenbanken, die Finanzmarktkrise in geregelte Bahnen zu lenken gescheitert waren, musste der Staat, das hei\u00dft der Steuerzahler, einspringen. Immer mehr Staaten schn\u00fcrten seit Mitte 2008 gro\u00dfe Finanzpakete zur Versorgung ihres Bankensystems mit frischem Geld. Die Logik der staatlichen St\u00fctzung von Banken wird bei weiterer Unverk\u00e4uflichkeit ihrer wertlosen Papiere darauf hinaus laufen, dass der Staat diese Papiere \u00fcbernimmt und die Banken dann versuchen so weiter zu machen wie bisher. Das ist die viel diskutierte Idee der Gr\u00fcndung von staatlich gest\u00fctzten \u201eBad Banks\u201c. Der \u00d6ffentlichkeit wird dabei suggeriert, dass diese Papiere irgend wann wieder verk\u00e4uflich werden k\u00f6nnten und damit der Schaden f\u00fcr den Steuerzahler nicht so gro\u00df werden w\u00fcrde. Dies ist jedoch zu einem Gutteil Zweckpropaganda, denn hinter einem gro\u00dfen Teil der Derivate stecken keine realen Werte, sie werden also auch in Zukunft weitgehend unverk\u00e4uflich bleiben. Das Ziel der Gr\u00fcndung von Bad Banks ist es, die Entsorgung wertloser Papiere bei den Banken zeitlich zu strecken, um die sie haltenden Banken vor der Insolvenz zu bewahren. Je gr\u00f6\u00dfer die Staatspakete f\u00fcr die Banken und die Industrie werden, desto mehr ist mittelfristig mit einem Ansteigen der Inflation zu rechnen, da viele Staaten versuchen werden, ihre Staatsschulden durch das Anwerfen der Notenpresse zu verringern. Die USA und Gro\u00dfbritannien haben bereits damit begonnen.<\/p>\n<p>In der Diskussion um Staatshilfen an Banken und Unternehmen gewinnen grunds\u00e4tzliche politische Fragestellungen eine zunehmende Bedeutung, die Systemfrage wird aufgeworfen. Die Frage ist, ob ein Teil der Banken oder alle enteignet werden sollten, da sie aus eigener Kraft nicht mehr in der Lage sind ihre Aufgaben zu erf\u00fcllen. Die Verstaatlichung von Banken wird teilweise auch von b\u00fcrgerlichen \u00d6konomen bef\u00fcrwortet. Ihre Argumente sind zum einen, das es bei dem gesunkenen B\u00f6rsenwert der Banken billiger w\u00e4re, sie zu kaufen anstatt ihnen Quartal f\u00fcr Quartal immer mehr Geld ohne Gegenwert zu geben. Zum andern, und das ist wichtiger, argumentieren sie, dass nach einer Verstaatlichung der Staat als der objektiv erforderliche Insolvenzverwalter agieren k\u00f6nnte. Das hei\u00dft, er k\u00f6nnte einen Teil der wertlosen Finanzpapiere durch Insolvenzen der nicht mehr \u00fcberlebensf\u00e4higen Banken (wie zum Beispiel in Deutschland die IKB, die Dresdner Bank oder einige der deutschen Landesbanken) entsorgen. Eine solche Verstaatlichung h\u00e4tte nat\u00fcrlich nichts mit Sozialismus zu tun, sondern w\u00e4re nur ein konsequenterer Versuch, das Fortbestehen der bisherigen kapitalistischen Wirtschaftsordnung zu verl\u00e4ngern. Die demgegen\u00fcber bisher von allen Staaten eingeschlagene Taktik der Sozialisierung der Verluste bei Beibehaltung der Privatisierung der Gewinne zeigt die ungebrochene Macht des Finanzkapitals und wird zur Verl\u00e4ngerung der Finanzmarktkrise f\u00fchren. Das im Februar 2009 von der Bundesregierung Deutschland beschlossene Gesetz zur Verstaatlichung von Banken wurde nur f\u00fcr den Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) entworfen. In diese Firma hat die Bundesregierung bis zu diesem Zeitpunkt bereits 100 Milliarden Euro an Steuergeldern gesteckt. Es werden vermutlich weitere Milliarden folgen, da damit der Umfang der Derivate bei der HRE noch nicht abgedeckt ist.<\/p>\n<p>Es ist sehr schwer abzusehen, wann allein schon aufgrund der inneren Dynamik der gekoppelten Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise der Tiefpunkt der Finanzmarktkrise erreicht sein wird, da wegen fehlender Transparenz der Umfang der spekulativ get\u00e4tigten Gesch\u00e4fte erst durch ihr Platzen erkennbar wird. Der Internationale W\u00e4hrungsfonds hat bisher alle viertel Jahre seine Sch\u00e4tzung \u00fcber den Umfang der toxischen Papiere erh\u00f6ht. Im April 2009 nannte er als Zahl weltweit 4 000 Mrd. US$. Insgesamt wird der Anteil der spekulativ finanzierten Investitionen an den Gesamtinvestitionen wesentlich das Ausma\u00df der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise bestimmen. Die im ersten Quartal 2009 von einigen Banken gemeldeten Gewinne beruhen teilweise auf gelockerten Bilanzierungsregeln.<\/p>\n<h3>2.5 Einige globale Aspekte der Finanzmarktkrise<\/h3>\n<p>Die USA sind nicht in der Lage die Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise aus eigener Kraft zu \u00fcberwinden. Die Kreditaufnahme der USA im Ausland betr\u00e4gt derzeit 800 Milliarden US$ pro Jahr. Die USA sind also davon abh\u00e4ngig, was vor allem China und Japan zum einen mit ihren in den USA angelegten Geldern und ihren Devisenreserven machen und wie lange sie und andere L\u00e4nder auch in Zukunft bereit und in der Lage sind, das Staats- und Leistungsbilanzdefizit der USA und damit insbesondere die neuen staatlichen St\u00fctzungspakete f\u00fcr Banken und Industrie weiter zu finanzieren. Die neue amerikanische Au\u00dfenministerin Hillary Clinton hat bei ihrem Antrittsbesuch in China die Regierung aufgefordert, weiterhin amerikanische Staatsanleihen zu kaufen. Mit jedem Rettungspaket der USA wird es aber f\u00fcr einen Investor unsicherer, wie viel er von dem eingesetzten Geld wieder zur\u00fcckbekommt. Zu erwarten ist daher, dass China vermehrt versuchen wird, sich mit den gehorteten US$ Rohstoffe zu sichern und ihre Armee aufzur\u00fcsten, was die geopolitischen Spannungen verst\u00e4rken wird.<\/p>\n<p>Da die USA erheblich mehr verbrauchen als produzieren, stehen sie vor der Aufgabe, ihre Wirtschaft zu reindustrialisieren, damit das Handelsbilanzdefizit abgebaut werden kann, das 50\u00a0% des globalen Leistungsbilanzdefizits betr\u00e4gt [7]. Sie m\u00fcssen au\u00dferdem ihre Wirtschaft modernisieren, um ihre Produkte wieder konkurrenzf\u00e4hig zu machen. Wie gro\u00df der Erneuerungsbedarf der US-Wirtschaft ist, soll mit einer einzigen Zahl erl\u00e4utert werden. Nach Friedemann M\u00fcller in [14] ben\u00f6tigt die US-Wirtschaft pro BIP-Einheit etwa 80\u00a0% mehr Energie als die Wirtschaft der europ\u00e4ischen Union (EU). Reindustrialisierung und Modernisierung der USA bedeuten auch, dass der US-Konsum deutlich reduziert werden muss. Die Abh\u00e4ngigkeit des Wirtschaftswachstums vor allem in China und Japan vom Export in die USA hat bisher dazu gef\u00fchrt, dass diese den USA den Konsum auf Pump und das Staatsdefizit finanzierten. Diese Allianz, die manchmal als informelles Bretton Wood II bezeichnet wird, wird somit mit dem R\u00fcckgang des US-Konsums br\u00fcchig. Da nach [7] 61\u00a0% des US-Leistungsbilanzdefizits mit den ostasiatischen Exportl\u00e4ndern besteht, w\u00fcrde eine eventuelle Reindustrialisierung der USA die Wirtschaft dieser L\u00e4nder besonders treffen.<\/p>\n<p>Die gro\u00dfe Auslandsverschuldung der USA hat auch zur Konsequenz, dass der US$ schwankungsanf\u00e4llig ist, wenn Geld umgeschichtet oder etwa \u00d6l nicht mehr in US$ abgerechnet wird. Bei der Bedeutung des US$ als de facto Weltw\u00e4hrung ist dies eine zus\u00e4tzliche Quelle von Turbulenzen. Die finanzielle Abh\u00e4ngigkeit der USA von anderen Staaten bei der \u00dcberwindung der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise wird einerseits den Aktionsspielraum der USA beschr\u00e4nken, andererseits aber eventuell auch zu Aktionen f\u00fchren, die die Vormachtstellung der USA und des US$ in der Welt aufrechterhalten sollen.<\/p>\n<p>Weitere Turbulenzen f\u00fcr die Finanzm\u00e4rkte kommen aus der Aufl\u00f6sung von Carry Trades und sonstigen W\u00e4hrungsspekulationen, dem Abzug von Kapital aus Schwellenl\u00e4ndern, drohenden Staatsbankrotten in einigen Industriestaaten und Schwellenl\u00e4ndern. In der EU macht die derzeitige Krise die unterschiedliche wirtschaftliche Entwicklung der Mitgliedsl\u00e4nder deutlich, was zu Spannungen innerhalb der EU f\u00fchren wird. Das betrifft zum einen die Altmitglieder, insbesondere aber die osteurop\u00e4ischen Mitgliedsl\u00e4nder und EU-Kandidaten. Deren Wirtschaftswachstum ist weitgehend mit Krediten westeurop\u00e4ischer, insbesondere \u00f6sterreichischer Banken finanziert. Da die osteurop\u00e4ischen L\u00e4nder zu einem gro\u00dfen Teil verl\u00e4ngerte Werkbank Westeuropas sind, werden sie besonders von der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise betroffen sein.<\/p>\n<h2>3.Entwicklung von Umfang und Macht der Finanzm\u00e4rkte<\/h2>\n<h3>3.1 Starkes Wachstum der Geldverm\u00f6gen<\/h3>\n<p>In den letzten 30 Jahren hat es eine starke Vermehrung der privaten Geldverm\u00f6gen gegeben. Ihr Wachstum war erheblich st\u00e4rker als das Wachstum der Wirtschaftsleistung. Die Finanzverm\u00f6gen nahmen weltweit von 12 000 Mrd. US$ im Jahr 1980 auf 140 000 Mrd. US$ im Jahr 2005, also um das Zw\u00f6lfeinhalbfache zu. Im gleichen Zeitraum stieg das nominale Bruttosozialprodukt von 10 000 Mrd. US$ auf 45 000 Mrd. US$, also auf das Viereinhalbfache. Betrug der Umfang der international angelegten Verm\u00f6gen im Jahr 1980 noch etwa die H\u00e4lfte des Weltsozialprodukts, so ist er bis zum Jahr 2005 auf das dreifache des Weltsozialprodukts gestiegen [15] ([11] nennt sogar die Zahl 400\u00a0% des Weltsozialprodukts). Nach [12] S.87 liefen bereits 1997 t\u00e4glich etwa 1 230 Mrd. US$ um die Welt. Lediglich 3\u00a0% davon dienten der Abwicklung des Warenverkehrs. Die \u00fcbrigen 97\u00a0% sind reine Finanztransfers, Kapital, das auf der Suche nach kurz- und langfristigen Anlagem\u00f6glichkeiten ist.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Zunahme der Finanzgesch\u00e4fte sind neben der Liberalisierung und Deregulierung der Finanzm\u00e4rkte und der steigenden Kreditvergabe vor allem folgende Ursachen zu nennen:<\/p>\n<p>Die in vielen Staaten forcierte Privatisierung der Altersvorsorge durch den \u00dcbergang von der umlagefinanzierten zur kapitalgedeckten Rente f\u00fchrt zur Ansammlung gro\u00dfer Verm\u00f6gen bei Pensionsfonds und Versicherungen.<\/p>\n<p>In den letzten Jahrzehnten fand eine zunehmende Verteilung von Einkommen und Verm\u00f6gen von unten nach oben statt.<\/p>\n<p>Die vor allem in den letzten 10 Jahren stark gewachsenen Handelsungleichgewichte f\u00fchrten zur Ansammlung gro\u00dfer Verm\u00f6gen und Devisenreserven bei den Export\u00fcberschussl\u00e4ndern wie den \u00d6lstaaten und den Exportnationen Ostasiens, die teilweise in Staatsfonds gesammelt werden.<\/p>\n<p>Auch die Profite von einigen Industrieunternehmen sind in den letzten Jahren stark gestiegen und wurden wegen unzureichender Profitaussichten teilweise nicht reinvestiert.<\/p>\n<p>Auf den Finanzm\u00e4rkten entstanden neben den Staatsfonds drei gro\u00dfe Gruppen von Investoren, die Investmentfonds, die Pensionsfonds und die Versicherungen, die zusammengenommen als institutionelle Investoren bezeichnet werden. Mit dem Anwachsen der Geldverm\u00f6gen wurde es immer schwieriger, profitable Anlagem\u00f6glichkeiten in der produktiven Wirtschaft zu finden. Denn die Ausdehnungsf\u00e4higkeit der kapitalistischen Produktion ist letztlich durch die Konsumtionsf\u00e4higkeit der Massen begrenzt und ihre Profitsteigerung durch die Masse der Besch\u00e4ftigten und deren Lohnh\u00f6he. Da au\u00dferdem die Finanzinvestoren Renditen weit oberhalb des Wirtschaftswachstums versprechen (Josef Ackermann von der deutschen Bank zum Beispiel 25\u00a0%) floss ein gro\u00dfer Teil dieser Geldverm\u00f6gen in die Finanzm\u00e4rkte. Dies f\u00fchrte insbesondere auch zur scheinbaren, aber nur zeitweise m\u00f6glichen Verselbstst\u00e4ndigung der Finanzm\u00e4rkte von der produktiven Wirtschaft. Es wird versucht Geld mit Geld zu verdienen ohne den Umweg seiner Anlage in G\u00fcter produzierenden Unternehmen. Das \u00fcberproportionale Wachstum der Geldverm\u00f6gen gegen\u00fcber dem weltweiten Wirtschaftswachstum wird daher folgende Konsequenzen haben:<\/p>\n<p>Ein Gro\u00dfteil der Papiere, in denen die Geldverm\u00f6gen angelegt wurden, wird wertlos bleiben oder werden und als direkte Folge davon ist der Finanzmarkt proportional zu den vorgenommenen Scheingesch\u00e4ften zu gro\u00df und muss schrumpfen.<\/p>\n<h3>3.2 Die wachsende Dominanz des Finanzkapitals \u00fcber das Industriekapital<\/h3>\n<p>Zur Erh\u00f6hung der Renditen der Geldverm\u00f6gen entwickelten die professionellen Finanzinvestoren auch eine Reihe von Strategien zur profitablen Geldanlage in der produktiven Industrie, die unter dem Begriff \u201eshare holder value\u201c zusammengefasst werden. Der Begriff bezeichnet die Entwicklung, dass nicht mehr Firmenleitung und Firmeninteressen die Firmenpolitik bestimmen, sondern die Renditeziele der Investoren. So werden die Firmen, in die sie sich einkaufen, in selbstst\u00e4ndige kleine Einheiten unterteilt, von denen jede die vorgegebene Rendite erbringen muss. Diejenigen Teile, die das nicht schaffen, werden verkauft. Die share holder value-Orientierung f\u00fchrt dazu, dass in diesen Firmen oft Investitionen, die erst l\u00e4ngerfristig Profite versprechen, ausbleiben (vergleiche [16]).<\/p>\n<p>Mit Private Equity Fonds und Hedge Fonds wurden der Umfang der Anlage von Geldverm\u00f6gen vergr\u00f6\u00dfert und die Methoden zur Renditesteigerung optimiert. Auch wenn die Grenzen zwischen den beiden Anlagestrategien flie\u00dfend sind, so gibt es doch gewisse Unterschiede (vergleiche [13], [17] Kapitel 7). Private Equity Fonds haben als Kapitalgeber meist institutionelle Investoren, die Hedge Fonds meist private Geldgeber. Private Equity Fonds investieren mit einem Zeithorizont von 4 bis 7 Jahren bevorzugt in mittelst\u00e4ndischen nicht b\u00f6rsennotierten Unternehmen, um die Betriebe zu rationalisieren und mit Gewinn zu verkaufen. Hedge Fonds investieren fast ausschlie\u00dflich in b\u00f6rsennotierte Unternehmen und haben einen k\u00fcrzeren Planungshorizont. Sie versuchen ihre Renditeziele durch Umstrukturierung des Unternehmens, Verk\u00e4ufen von Teilen und Steigerung des Unternehmenswertes an der B\u00f6rse zu erreichen. Um die Rendite auf das von ihnen eingesetzte Eigenkapital zu erh\u00f6hen, nehmen sowohl Hedge Fonds als auch Private Equity Fonds Kredite auf, das hei\u00dft, die Banken arbeiten mit ihnen Hand in Hand. \u201eFremdes Kapital gibt ihnen Verf\u00fcgung \u00fcber gesellschaftliche Arbeit\u201c ([10] Seite 455). Die aufgenommenen Kredite lassen sie sich von den gekauften Firmen bezahlen und entnehmen zus\u00e4tzlich gro\u00dfe Teile des Gewinns. Das f\u00fchrt vor allem in Krisenzeiten dazu, dass diese Firmen dann keine Geldmittel mehr zur Fortf\u00fchrung ihrer Gesch\u00e4fte besitzen und Insolvenz anmelden m\u00fcssen. Insbesondere die Hedge Fonds operieren von so genannten Offshore-Zentren aus. Das sind Inseln wie die Cayman Islands oder die Antillen, die zwar OECD-Staaten geh\u00f6ren, aber in steuerlicher und aufsichtsrechtlicher Hinsicht weitgehende Autonomie genie\u00dfen und somit zu Sonderwirtschaftsgebieten f\u00fcr Finanzanleger wurden (vergleiche [12] Seite 102).<\/p>\n<p>Mit dem Wachsen der Privatverm\u00f6gen und dem damit einhergehenden Eindringen von privaten Kapitalgebern in die Unternehmensfinanzierung wandelten sich die Herrschaftsverh\u00e4ltnisse in den Firmen. Fr\u00fcher waren meist Banken die Geldgeber f\u00fcr die Firmen. Sie waren haupts\u00e4chlich an der R\u00fcckzahlung ihrer Kredite mit Zinsen interessiert und mischten sich selten in die Unternehmensstrategie ein. Die privaten Investoren k\u00f6nnen ihre Renditeversprechen jedoch nur durch Eingriffe in die Firmenpolitik erreichen. Die bisherige Unterordnung des Finanzkapitals unter das Industriekapital kehrte sich um. Der wirklich fungierende Kapitalist verwandelt sich in einen Verwalter fremden Eigentums (vergleiche [10] Seite 452). Spektakul\u00e4re Beispiele f\u00fcr die Dominanz des Finanzkapitals sind, wenn Finanzinvestoren Vorst\u00e4nde von Firmen auswechseln lassen, Investitionsmittel entnehmen, Firmenteile verkaufen oder in Billiglohnl\u00e4nder verlagern. Karl Marx schreibt zur finanzmarktgetriebenen \u00d6konomie in [10] Seite 560: \u201eDas Kreditsystem, das seinen Mittelpunkt hat in den angeblichen Notenbanken und den gro\u00dfen Geldverleihern und Wucherern um sie herum, ist eine enorme Zentralisation und gibt dieser Parasitenklasse eine fabelhafte Macht, nicht nur die industriellen Kapitalisten periodisch zu dezimieren, sondern auf die gef\u00e4hrlichste Weise in die wirkliche Produktion einzugreifen &#8211; und diese Bande wei\u00df nichts von der Produktion und hat nichts mit ihr zu tun.\u201c<\/p>\n<p>Durch das Eindringen der Finanzinvestoren in die produzierende Industrie wurde der Druck auf die Belegschaften stark erh\u00f6ht. Zu nennen sind unter anderem Lohnabbau, Flexibilisierung und Erh\u00f6hung der Arbeitszeit, Reduzierung des K\u00fcndigungsschutzes und verst\u00e4rkter Einsatz von Zeitarbeitsfirmen, wobei der Gesetzgeber kr\u00e4ftig mitwirkte. Weltweit hat der Umfang prek\u00e4rer Arbeitsverh\u00e4ltnisse im letzten Jahrzehnt stark zugenommen.<\/p>\n<p>[17] widmet ein ganzes Kapitel dem Wandel von bankbasierter zu marktbasierter Unternehmensfinanzierung. Das marktbasierte System wird dabei als in jeder Hinsicht \u00fcberlegen dargestellt. Es wird beklagt, dass Deutschland bei dieser Entwicklung gegen\u00fcber anderen L\u00e4ndern hinterher hinke. Empfohlen wird, die Liberalisierung des Finanzplatzes und der neuen Finanzinstrumente z\u00fcgig fortzusetzen und die EU-Vorgaben dazu umzusetzen. In [17] wird formuliert, was seit l\u00e4ngerem auf der Agenda aller b\u00fcrgerlichen Parteien steht. Auch durch die Basel I-Richtlinien wurde diese Entwicklung vorangetrieben, da sie strengere Anforderungen f\u00fcr die Vergabe von Bankkrediten an Firmen verlangten. Ein pikanter Nebenaspekt dieser Entwicklung ist, dass zum Beispiel Landesbanken Geld, das sie fr\u00fcher zur Unternehmensfinanzierung einsetzten, nunmehr zur Spekulation mit riskanten Papieren verwandten, eine Praxis, die sie jetzt ohne staatliche Unterst\u00fctzung in die Pleite f\u00fchren w\u00fcrde. Erg\u00e4nzend sei dazu noch erw\u00e4hnt, dass auch die gro\u00dfen Leistungsbilanz\u00fcbersch\u00fcsse des Exportweltmeisters Deutschland zu umfangreichen spekulativen Finanzinvestitionen im Ausland gef\u00fchrt haben.<\/p>\n<h3>3.3 Die Ideologie des Neoliberalismus und ihre Durchsetzung<\/h3>\n<p>Flankiert und vorangetrieben wurde die Machtverlagerung vom Industrie- zum Finanzkapital durch viele b\u00fcrgerliche \u00d6konomen, deren Theorien h\u00e4ufig unter dem Schlagwort Neoliberalismus zusammengefasst werden. Es ist dies die Theorie der verm\u00f6gensgetriebenen Akkumulation (asset based, wealth driven economy) als Rechtfertigung f\u00fcr den \u00dcbergang zum share holder value. Sie vertritt unter anderem (Zitat [18] Seite 135): \u201eBisher, so die Auffassung, h\u00e4tten die Gesellschaften nur langsam zu Wohlstand finden k\u00f6nnen, weil die Menschen zuerst sparen mussten, damit man danach investieren konnte. Heute k\u00f6nne man das abk\u00fcrzen, indem man f\u00fcr st\u00e4ndig steigende Preise von Verm\u00f6genswerten sorge. Diese w\u00fcrden die Leute f\u00fcr Beleihungszwecke nutzen\u2026Mit den Krediten w\u00fcrden sie konsumieren oder weitere Verm\u00f6genswerte kaufen\u2026.Ziel der Wirtschaftspolitik m\u00fcsse also Wachstum durch Wertsteigerung sein. Das Wachstum der Realwirtschaft, also die Produktion von G\u00fctern und Dienstleistungen, sei kein wirtschaftspolitisches Ziel oder h\u00f6chstens ein zweitrangiges.\u201c Demnach findet also eine Wertsch\u00f6pfung nicht mehr vorrangig in der Produktion, sondern haupts\u00e4chlich durch die nominale Wertsteigerung von Verm\u00f6genstiteln statt. Diese Theorie soll dazu dienen, den Machtanspruch des Finanzkapitals \u00fcber die produktive Wirtschaft zu rechtfertigen. Und es ist die Theorie, die zur Subprime- und zur weltweiten allgemeinen Finanzmarktkrise beigetragen hat.<\/p>\n<p>Die Durchsetzung der finanzmarktgetriebenen \u00d6konomie konnte nur mit Hilfe des Staats erfolgen. Die wesentlichen Hebel waren dabei die weltweite Liberalisierung und Deregulierung der Finanzm\u00e4rkte, Steuersenkungen f\u00fcr Finanzmarktakteure und die Privatisierung von Staatsunternehmen und staatlichen Aufgaben.<\/p>\n<p>Die Liberalisierung und Deregulierung des internationalen Kapitalverkehrs begann Mitte der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts und war Mitte der 90er Jahre f\u00fcr alle OECD-Staaten abgeschlossen. Daneben wurden die Gesch\u00e4fte von Investoren durch eine Reihe von Gesetzen in den einzelnen Nationalstaaten erleichtert und beg\u00fcnstigt. In [16] findet sich eine Auswahl wichtiger Gesetze des letzten Jahrzehnts f\u00fcr den Finanzmarkt in Deutschland. Sie beinhalten zum Beispiel die Abschaffung der B\u00f6rsenumsatzsteuer, Steuerbefreiungen f\u00fcr Ver\u00e4u\u00dferungsgewinne und Immobilienfonds, steuerliche F\u00f6rderung von Private Equity, Senkungen der K\u00f6rperschaftssteuern, Zulassung von Hedge Fonds, Erweiterung von Anlagem\u00f6glichkeiten in Derivaten usw., der Weg f\u00fcr die Spekulanten wurde bewusst freiger\u00e4umt.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus trugen viele Staaten durch die Privatisierung bisher staatlicher Unternehmen und Dienstleistungen zu profitablen Gesch\u00e4ften von Finanzinvestoren bei. Privatisiert wurden in vielen L\u00e4ndern Post, Telekommunikation, Bahn, staatliche und kommunale Immobilien und Infrastruktur wie Wasser, Strom, Abfall unter anderem durch die windigen Gesch\u00e4fte des cross border leasing. Nach [12] haben sich die Erl\u00f6se der Investmentbanken aus den Verk\u00e4ufen staatlichen Eigentums zwischen 1990 und 1997 von 33 Mrd. US$ auf 153 Mrd. US$ fast verf\u00fcnffacht. Dass der private Markt alles besser und billiger k\u00f6nne als der Staat, war noch bis vor kurzem das offizielle politische Credo der meisten b\u00fcrgerlichen Staaten. Jetzt, da die sich gern als \u201emasters of the universe\u201c bezeichnenden Finanzspekulanten sich als \u201emasters of desaster\u2019\u201c entpuppten, soll der Staat einspringen und es wird sehr teuer f\u00fcr den Steuerzahler. Die Politik, die das z\u00fcgellose Treiben der Finanzmarktakteure gef\u00f6rdert hat, stellt sich als unschuldig oder erpresst dar. Die Banken ihrerseits fordern als Gegenleistung f\u00fcr ihre Bereitschaft, sich ihre Spekulationsverluste durch Steuergelder ersetzen zu lassen, dass er sich danach sofort zur\u00fcckziehen m\u00fcsse, damit sie so weiter machen k\u00f6nnen wie bisher.<\/p>\n<p>Privatisiert wurde in immer mehr L\u00e4ndern auch die Altersversorgung. Das hei\u00dft, die Rentenbeitr\u00e4ge der Besch\u00e4ftigten werden nicht mehr zur Finanzierung der Eink\u00fcnfte der Rentner verwendet, sondern werden in Pensionsfonds und Versicherungen eingezahlt, die dann das Geld auf den Finanzm\u00e4rkten anlegen. Nach [15] haben sich die Verm\u00f6gen der Pensionsfonds von 1992 bis 2005 von knapp 5 000 Mrd. US$ auf gut 20 000 Mrd. US$ vervierfacht. Die Privatisierung der Altersvorsorge f\u00fchrte zu einer Aufbl\u00e4hung der Finanzm\u00e4rkte und liefert einen wesentlichen Bereich der sozialen Sicherung den Spekulationsrisiken der Finanzm\u00e4rkte aus, mit der derzeitigen Konsequenz, dass die erhofften Alterseink\u00fcnfte sinken. Dabei l\u00f6st eine Umstellung der Altersvorsorge von der Umlagefinanzierung auf die Kapitaldeckung kein einziges eventuelles Problem der Rentenfinanzierung. Diese Umstellung erfolgte aus staatlichem Gehorsam gegen\u00fcber den Finanzmarktakteuren. Bis zum Ausbruch der Finanzmarktkrise forderten sie lautstark immer weitere Privatisierungen von staatlichen und sozialen Bereichen, etwa in der Ausbildung oder im Gesundheitswesen, um die finanzielle Basis f\u00fcr ihr anlagesuchendes Kapital und ihre Spekulationen zu verbreitern.<\/p>\n<p>Bei der Diskussion \u00fcber die Ursachen der Finanzmarktkrise werden oft Begriffe wie Gier genannt. Damit wird versucht, vom Systemversagen auf angeblich lediglich individuelles Versagen abzulenken. Wir haben demgegen\u00fcber gesehen, dass ein wesentlicher Grund f\u00fcr die Aufbl\u00e4hung der Finanzm\u00e4rkte im Anwachsen von Geldverm\u00f6gen aufgrund der Umverteilung von unten nach oben, der Privatisierung des Sozialstaats und staatlicher Einrichtungen und dem Ungleichgewicht der globalen Handelsstr\u00f6me beruht. Da dieses Geldkapital zunehmend keine Anlagem\u00f6glichkeit in produktiven Bereichen findet, f\u00fchrte es zu einer enormen Aufbl\u00e4hung der Finanzm\u00e4rkte und zur Spekulation. Mit der zunehmenden politischen Macht der Finanzmarktakteure konnten die spekulativen Gesch\u00e4fte immer weiter ausgedehnt werden, so dass ein kleiner Anlass wie der Ausfall von Subprimekrediten das ganze System von fiktiven Gesch\u00e4ften zum Kollaps f\u00fchren konnte.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: left;\">4. Zum Zusammenhang von Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise<\/h2>\n<p>Oft wird als Ursache der Wirtschaftskrise die Finanzmarktkrise genannt. Dabei wird als Argument angef\u00fchrt, dass die Banken wegen der Krise keine Kredite mehr vergeben w\u00fcrden. Die Ursachen der Weltwirtschaftskrise sind jedoch andere. In den USA und anderen L\u00e4ndern, in denen sich Immobilienblasen entwickelten wurden zu viele H\u00e4user gebaut, die nicht verkauft werden konnten, da die Kaufkraft daf\u00fcr fehlte. Das ist der Grund, warum in den USA und Gro\u00dfbritannien Subprimekredite vergeben wurden, die man dann wegen des Risikos der Zahlungsunf\u00e4higkeit der Kreditnehmer weiter verkaufte. Diese Finanzgesch\u00e4fte verz\u00f6gerten den Ausbruch der Krise auf dem Immobilien- und Baumarkt und versch\u00e4rften damit ihr Ausma\u00df.<\/p>\n<p>Das gleiche Bild sehen wir in der Automobilindustrie der USA, Europas und Asiens. Es wurden Autos produziert, f\u00fcr die es keine K\u00e4ufer gibt, es handelt sich also auch dort um eine \u00dcberproduktionskrise, was dann eine \u00dcberproduktionskrise im Maschinenbau nach sich zieht. Nach Peter Trechow [19] setzte die Automobilbranche im Jahr 2005 weltweit 66 Millionen Autos ab, hielt aber Kapazit\u00e4ten f\u00fcr \u00fcber 80 Millionen Autos vor. Besonders schlecht waren die US-Hersteller ausgelastet, ein Viertel der globalen \u00dcberkapazit\u00e4t betrifft aber die westeurop\u00e4ischen Automobilwerke. Die US-Automobilkonzerne fordern derzeit nicht Geld von der US-Regierung, weil sie ihre Produktion erweitern wollen, sondern weil sie wegen des Nachfrageeinbruchs ihre laufenden finanziellen Verpflichtungen nicht mehr erf\u00fcllen k\u00f6nnen. In Deutschland wurde zur Ankurbe<\/p>\n<p>Die zu stellende Frage ist eher, warum es erst zum jetzigen Zeitpunkt und nicht bereits zum Beispiel im Jahr 2001 nach dem Platzen der New Economy-Blase zu einer Wirtschaftskrise kam. Dazu sind neben der schon beschriebenen Geldpolitik der US-Notenbank Besonderheiten der Entwicklung der Weltwirtschaft im letzten Jahrzehnt zu betrachten. Von 1995 bis 2007 wuchsen die aufsummierten Leistungsbilanzdefizite weltweit von 300 Mrd. US$ auf 1 400 Mrd. US$ ([7]). Die Waren f\u00fcr die Defizitl\u00e4nder stammen zu 23\u00a0% aus China, zu 16\u00a0% aus Deutschland und zu 14\u00a0% aus Japan. F\u00fcr die USA liefern China und Japan 55\u00a0% des Import\u00fcberschusses. Rund 75\u00a0% der aufsummierten Leistungsbilanzdefizite der Welt entfallen auf die USA, w\u00e4hrend der Anteil der USA an der Weltproduktion im Jahr 2005 28\u00a0% betrug (siehe Jan Priewe [20]). Die USA schlucken derzeit 70\u00a0% der Leistungsbilanz\u00fcbersch\u00fcsse der Welt und 2\/3 der globalen Ersparnisse ([18] Seite157 ff.).<\/p>\n<p>Als Spiegelbild des Wachstums der Leistungsbilanzdefizite stiegen die globalen Devisenreserven von etwa 1 500 Mrd. US$ 1995 auf 6 500 Mrd. US$ im Jahr 2007. Vor allem in den ostasiatischen Exportnationen wuchsen die Devisenreserven stark an und sie verwandten sie dazu, um damit ihre Exporte in die USA zu finanzieren. Dies geschah aus Eigeninteresse, weil zum Beispiel China auf ein hohes Industriewachstum angewiesen ist, um der in die St\u00e4dte str\u00f6menden Landbev\u00f6lkerung Arbeit zu geben. Die chinesische Regierung setzte dabei auf Wirtschaftswachstum durch Exportsteigerung. Die Finanzierung des US-Konsums geschah indirekt dadurch, dass die Devisenreserven in amerikanischen Staatsanleihen und bei den quasi staatlichen US-Immobilienfinanzierern Freddie Mac und Fanny Mae angelegt wurden. Das beg\u00fcnstigte zusammen mit der niedrigen Inflationsrate aufgrund der billigen Importwaren die Politik des billigen und reichlichen Geldes in den USA, steigende Staatsausgaben und Konsumstimulierung. Die US-Immobilienfinanzierer konnten aufgrund des ausl\u00e4ndischen Geldzustroms vermehrt Kredite ausgeben, die teilweise direkt in den Konsum flossen. Der Boom der Weltwirtschaft in den letzten 10 Jahren beruhte somit wesentlich darauf, dass die amerikanischen Konsumenten mit Krediten, die ihnen vor allem die ostasiatischen Exportl\u00e4nder zur Verf\u00fcgung stellten auf Pump konsumierten. Das Jahresgutachten [4] \u00fcberschreibt ein Kapitel mit dem Titel: \u201eDas Leistungsbilanzdefizit der Vereinigten Staaten als globales Konjunkturprogramm\u201c. Bereits seit 1980 importieren die USA mehr Waren als sie exportieren mit seit 1996 deutlich zunehmender Tendenz ([4], Schaubild 31).<\/p>\n<p>[4] Schaubild 31<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-410 size-full\" src=\"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/wp-content\/uploads\/finanzkrise_schlegel2009_bild03.gif\" alt=\"finanzkrise_schlegel2009_bild03\" width=\"705\" height=\"603\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dieses Wachstumsschema der Weltwirtschaft in den letzten 10 Jahren ist mit dem Platzen der Immobilienblase in den USA an einer entscheidenden Stelle, dem Konsumverhalten der amerikanischen B\u00fcrger, zusammengebrochen. Die H\u00f6herbeleihung von Immobilien zu Konsumzwecken fiel weg, gestiegene Hypothekenzinsen reduzierten die Kaufkraft. Die Finanzmarktkrise reduziert die Verm\u00f6gen der Pensionsfonds sowie alle Ersparnisse in Wertpapieren und Aktien. Unter diesen Randbedingungen lassen sich die amerikanischen Verbraucher auch mit gro\u00dfen Konsumanreizen nicht mehr dazu verleiten, ihren Konsum im bisherigen Umfang fortzusetzen. Dieser fehlende Konsum ist wesentlicher Grund der Wirtschaftskrise in den USA und von dort ausstrahlend vor allem auf die Exportnationen von Produkten und Rohstoffen. Zeitgleich fanden entsprechende Entwicklungen in einigen andern Import\u00fcberschussl\u00e4ndern statt.<\/p>\n<p>Die Weltwirtschaftskrise ist, auch wenn sie den gleichen Ausl\u00f6ser hat, somit nicht eine Folge der Finanzmarktkrise. Denn der kreditfinanzierte Konsum und das Leistungsbilanzdefizit der USA bestehen schon erheblich l\u00e4nger. Nach [2] nahm der private Konsum in den USA von 1998 bis 2003 in realen Werten um 53\u00a0% zu, w\u00e4hrend die Einkommen im gleichen Zeitraum nur um 6\u00a0% stiegen. [4] beziffert die Verschuldung des US-Konsumenten f\u00fcr das Jahr 2005 mit 135\u00a0% des Einkommens, die des Euroraums mit 90\u00a0%. Proportional zu der scheinbar unersch\u00f6pflichen Konsumtionskraft in den USA und in anderen L\u00e4ndern erweiterten die Industrien vieler L\u00e4nder ihre Produktionskapazit\u00e4ten, die sich jetzt als \u00dcberkapazit\u00e4t erweisen. Eine Stagnation oder Krise der Weltwirtschaft w\u00e4re ohne die Finanzierung des US-Leistungsbilanz- und Staatsdefizits und ohne die Stimulierung des amerikanischen Konsumentenverhaltens durch die Anlage von Export\u00fcbersch\u00fcssen und anderen Geldanlagen in den USA bereits fr\u00fcher eingetreten.<\/p>\n<p>Das Platzen der Immobilienblase rief also zwei unterschiedliche Dominoeffekte hervor. Zum einen stockte die Verk\u00e4uflichkeit von in scheinbaren Wertpapieren verbrieften Krediten. Es trat eine Situation ein, die Marx, auch wenn er die modernen Techniken der Finanzm\u00e4rkte noch nicht kannte im Kern treffend so beschreibt ([10] Seite 507): \u201eIn einem Produktionssystem, wo der ganze Zusammenhang des Reproduktionsprozesses auf dem Kredit beruht, wenn der Kredit pl\u00f6tzlich aufh\u00f6rt und nur noch bare Zahlung gilt, mu\u00df augenscheinlich eine Krise eintreten, ein gewaltsamer Andrang nach Zahlungsmitteln. Auf den ersten Blick stellt sich daher diese Krise nur als Kreditkrise und Geldkrise dar. Und in der Tat handelt es sich nur um die Konvertibilit\u00e4t der Wechsel in Geld. Aber diese Wechsel repr\u00e4sentieren der Mehrzahl nach wirkliche K\u00e4ufe und Verk\u00e4ufe, deren das gesellschaftliche Bed\u00fcrfnis weit \u00fcberschreitende Ausdehnung schlie\u00dflich der ganzen Krisis zugrunde liegt. Daneben aber stellt auch eine ungeheure Masse dieser Wechsel blo\u00dfe Schwindelgesch\u00e4fte vor, die jetzt ins Tageslicht gekommen und platzen; ferner mit fremdem Kapital getriebene, aber verungl\u00fcckte Spekulationen; endlich Warenkapitale, die entwertet oder gar unverk\u00e4uflich sind, oder R\u00fcckfl\u00fcsse die nie mehr einkommen k\u00f6nnen.\u201c Der danach folgende Satz von Marx ist ein Kommentar zu den Hilfsaktionen f\u00fcr den Finanzmarkt: \u201eDas ganze k\u00fcnstliche System gewaltsamer Ausdehnung des Reproduktionsprozesses kann nat\u00fcrlich nicht dadurch kuriert werden, dass nun etwa eine Bank, z.B. die Bank von England, in ihrem Papier allen Schwindlern das fehlende Kapital gibt und die s\u00e4mtlichen entwerteten Waren zu ihren alten Nominalwerten kauft\u201c.<\/p>\n<p>Zum anderen endete mit dem Platzen der Immobilienkrise abrupt die \u00c4ra des pumpfinanzierten Konsums in den USA und in anderen L\u00e4ndern, wodurch sich die tats\u00e4chliche Konsumtionskraft zeigte. Der \u00dcberproduktion folgte ein besonders scharfer R\u00fcckgang, weil die Produktionskapazit\u00e4ten \u00fcber 10 Jahre weiter aufgebaut wurden, w\u00e4hrend gro\u00dfe Teile des Konsums kreditfinanziert wurden. Mit Verz\u00f6gerung aber desto sch\u00e4rfer zeigt sich, was Marx so analysiert ([10] Seite 501): \u201eDer letzte Grund alle wirklichen Krisen bleibt immer die Armut und Konsumtionsbeschr\u00e4nkung der Massen gegen\u00fcber dem Trieb der kapitalistischen Produktion, die Produktivkr\u00e4fte so zu entwickeln, als ob nur die absolute Konsumtionsf\u00e4higkeit der Gesellschaft ihre Grenze bilde.\u201c<\/p>\n<p>Die Wirtschaftskrise begann zwar in den USA, war aber wegen ihres Handelsdefizits von Anfang an notwendigerweise gleichzeitig eine \u00dcberproduktionskrise der Export\u00fcberschussl\u00e4nder, obwohl lange spekuliert wurde, ob sich etwa L\u00e4nder wie China davon abkoppeln k\u00f6nnten. Ein Einbruch der Exportnachfrage zieht automatisch eine Krise in den exportabh\u00e4ngigen Branchen der Exportl\u00e4nder nach sich. Der Export\u00fcberschuss eines Landes impliziert immer eine mangelnde Konsumkraft im eigenen Land und Die Konsumkraft wird durch das Wegbrechen der Produktion f\u00fcr den Export und die damit steigende Arbeitslosigkeit weiter sinken. Alle National\u00f6konomien, deren Wirtschaftswachstumsmodell auf Exportsteigerung beruht, stehen mit Anbruch der aktuellen Weltwirtschaftskrise vor dem Problem, ihr Wirtschaftsmodell anpassen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Die Finanzmarktkrise dehnte die Wirtschaftskrise auf weitere L\u00e4nder dadurch aus, dass Kapital aus Osteuropa und Schwellen- und Entwicklungsl\u00e4ndern abgezogen wurde und wird. Au\u00dferdem sind viele Schwellen- und Entwicklungsl\u00e4nder Rohstoffexporteure und damit von dem Einbruch der Rohstoffnachfrage betroffen. Der weitere Verlauf der Wirtschaftskrise wird auch von der Entwicklung des \u00d6lpreises abh\u00e4ngen. Es ist zu erwarten, dass dieser schon allen deswegen steigen wird, weil seit dem Preisverfall ab Herbst 2008 Investitionen in Raffinerien und \u00d6lfelder zur\u00fcckgestellt wurden. Steigende \u00d6lpreise w\u00fcrden die Weltwirtschaftskrise weiter vertiefen.<\/p>\n<p>Derzeit nicht abzusehen sind die politischen Folgen der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise. Offen ist, ob in den davon betroffenen L\u00e4ndern die Herrschaft des Finanzkapitals \u00fcber das Industriekapital gebrochen wird, ob also die Ank\u00fcndigungen einer st\u00e4rkeren Regulierung der Finanzm\u00e4rkte nur verbale Beschwichtigungsversuche sind. Offen ist auch, in welchem Umfang es weltweit aufgrund der Wirtschaftskrise zu sozialen Unruhen und politischen Ver\u00e4nderungen kommen wird. Weitgehend absehbar ist jedoch der allm\u00e4hliche Abstieg der USA als alleiniger Supermacht seit dem Zerfall der Sowjetunion durch den Aufstieg neuer Akteure. Damit bahnen sich weitgehende \u00c4nderungen der seit dem zweiten Weltkrieg bestehenden Weltordnung an.<\/p>\n<h2>5. Zusammenfassung<\/h2>\n<p>Im Vorangegangenen wurde versucht, Folgendes zu zeigen:<\/p>\n<ol start=\"1\" type=\"1\">\n<li>Das starke Anwachsen von Geldkapital, das nicht ausreichend produktive Anlagem\u00f6glichkeiten fand, f\u00fchrte in den letzten Jahrzehnten zu einer spekulativen Aufbl\u00e4hung der Finanzm\u00e4rkte. Die wachsende Macht der Finanzm\u00e4rkte f\u00fchrte in einigen L\u00e4ndern zur Unterordnung des Industriekapitals unter das Finanzkapital. In vielen L\u00e4ndern haben die Regierungen diese Entwicklung mit Gesetzen unterst\u00fctzt. Die Hauptakteure bei den spekulativen Exzessen auf den Finanzm\u00e4rkten waren die \u00f6ffentlich geregelten Banken der OECD. Der Umfang der Spekulation war so gro\u00df, dass er nach dem Ausbruch der Finanzmarktkrise die M\u00f6glichkeiten der Notenbanken zur Aufrechterhaltung des Geldkreislaufs \u00fcberstieg, so dass der Steuerzahler gezwungen wurde f\u00fcr die Spekulationsverluste der Banken aufzukommen. Durch die gewaltigen Staatspakete r\u00fcckt zunehmend die Frage nach der Funktionst\u00fcchtigkeit der kapitalistischen Wirtschaftsordnung und nach der Rolle des Staates in den Mittelpunkt der politischen Diskussion.<\/li>\n<li>Die Weltwirtschaftskrise hatte wie die Finanzmarktkrise als Ausgangspunkt das Platzen der Immobilienblase in den USA, aber andere Ursachen. Der Grund f\u00fcr den Ausbruch der Wirtschaftskrise in den USA und nachfolgend in weiten Teilen der Welt ist das dadurch ausgel\u00f6ste Ende des pumpfinanzierten Konsums in den USA und anderen L\u00e4ndern. Ihre besondere Dynamik erh\u00e4lt die Weltwirtschaftskrise dadurch, dass der kreditfinanzierte Konsum seit vielen Jahren Bestand hatte, wodurch die globalen Handelsungleichgewichte stark anstiegen. Diese werden jetzt bereinigt. Die Rolle der Finanzm\u00e4rkte bei der Wirtschaftskrise bestand darin, dass sie durch exzessive Kreditvergaben den Ausbruch der \u00dcberproduktionskrise zeitlich verschoben und damit ihr Ausma\u00df verst\u00e4rkte.<\/li>\n<\/ol>\n<h3><span style=\"font-family: times new roman, times, serif; font-size: 24pt;\"><b>6. Anmerkungen zur Entwicklung der Finanzmarkt- und Weltwirtschaftskrise seit April 2009<\/b><\/span><\/h3>\n<h2 class=\"western\" align=\"center\"><span style=\"font-family: times new roman, times, serif; font-size: 18pt;\"><b>6.1\u00a0 Zur Entwicklung der Finanzmarktkrise<\/b><\/span><\/h2>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: times new roman, times, serif;\">In der Presse und in den Verlautbarungen von Banken wird inzwischen der Eindruck erweckt, die Finanzmarktkrise sei \u00fcberwunden. Einige Banken zahlen ihre staatlichen Kredite zur\u00fcck und zahlen an ihre Topmanager wieder Boni in Rekordh\u00f6he. Der Schein tr\u00fcgt. Zwar haben die geldpolitischen Ma\u00dfnahmen der Notenbanken und die Finanzspritzen vieler Staaten weltweit weitere Zusammenbr\u00fcche der Gr\u00f6\u00dfenordnung von Lehman Brothers verhindern k\u00f6nnen. Dennoch hat es in den USA in diesem Jahr bereits \u00fcber 100 weiterer Bankpleiten gegeben und der US-Immobilienmarkt und seine Finanzierer sind weit von einer Normalisierung entfernt. Von den vom Internationalen W\u00e4hrungsfonds gesch\u00e4tzten Gesamtverlusten von 3 400 Mrd. US$ aufgrund der Finanzmarktkrise wurden bisher erst 1 600 Mrd. US$ abgeschrieben<sup><a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote1sym\" name=\"sdfootnote1anc\">1<\/a><\/sup>. Das hei\u00dft, es besteht weiterer Abschreibungsbedarf und die Notwendigkeit weiterer staatlicher Finanz\u00adspritzen f\u00fcr einige Finanzmarkt\u00adakteure.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: times new roman, times, serif; font-size: 12pt;\">Die Ma\u00dfnahmen zur Bew\u00e4ltigung der Finanzmarktkrise hatten bisher die folgenden wesentlichen Konsequenzen:<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: times new roman, times, serif; font-size: 12pt;\">Durch Zusammenschl\u00fcsse sind die gro\u00dfen Finanzmarktakteure noch gr\u00f6\u00dfer geworden. Es sind keine durchgreifenden Ma\u00dfnahmen zur Verkleinerung von Banken zu erkennen, das hei\u00dft, bei zuk\u00fcnftigem Pleiterisiko muss mit noch gr\u00f6\u00dferen staatlichen Finanzspritzen gerettet werden. Die Macht der Finanzm\u00e4rkte wurde nicht beschnitten sondern wuchs weiter. Insbesondere sind auch keine Ma\u00dfnahmen zur Beschr\u00e4nkung der Macht des Finanzkapitals \u00fcber das Industriekapital zu erkennen.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: times new roman, times, serif; font-size: 12pt;\">Die Flutung der Geldm\u00e4rkte durch die Notenbanken mit billigem Geld und die staatlichen Finanzspritzen f\u00fcr Banken weltweit erh\u00f6hten die zur Spekulation zur Verf\u00fcgung stehende Geldmenge anstatt sie auf das f\u00fcr ihre realen Aufgaben erforderliche Ma\u00df zu reduzieren. Insbesondere ist derzeit der US$ eine beliebte Spekulationsw\u00e4hrung. Er ist (wie vor nicht allzu langer Zeit die japanische W\u00e4hrung) billig und reichlich zu bekommen und wird von Spekulanten dann in h\u00f6her verzinsliche Anlagen investiert. Anders ausgedr\u00fcckt, die Ma\u00dfnahmen zur Stabilisierung der Finanzm\u00e4rkte bereiten wie die Politik der US-Notenbank und US-Regierung nach 2001 eine neue Blase vor. Derzeit str\u00f6mt sehr viel spekulatives Geld in die Aktienm\u00e4rkte und ostasiatische Immobilien treibt sie auf unrealistische H\u00f6chstst\u00e4nde.<\/span><\/p>\n<h2 class=\"western\" align=\"center\"><span style=\"font-size: 18pt; font-family: times new roman, times, serif;\"><b>6<\/b>.<b>2 Zur Entwicklung der Weltwirtschaftskrise<\/b><\/span><\/h2>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: times new roman, times, serif; font-size: 12pt;\">In vielen L\u00e4ndern gibt es Stimmen, die die Wirtschaftskrise f\u00fcr \u00fcberwunden erkl\u00e4ren, weil es positive Wachstumszuw\u00e4chse im Vergleich zum Vorquartal gibt. Der Vergleich zum Vorquartal ist irref\u00fchrend, wenn man nicht auch den absoluten R\u00fcckgang zum Vorjahr mit benennt. Dass der Absturz der Industrieproduktion weltweit nicht st\u00e4rker ausfiel, liegt an zahlreichen Konjunkturprogrammen insbesondere f\u00fcr die Autoindustrie und in Deutschland auch an der Verl\u00e4ngerung des Kurzarbeiter\u00adgeldes, das bisher Entlassungen in gr\u00f6\u00dferem Umfang verhinderte. Wie sich die Lage nach dem Auslaufen der Konjunkturprogramme entwickeln wird, bleibt abzuwarten. Bisher wurde der Abbau von \u00dcberkapazit\u00e4ten durch diese Programme zeitlich gestreckt und ein st\u00e4rkerer Anstieg der Arbeitslosenzahl verhindert. So hat es bisher auch weltweit sehr wenig Proteste gegen die Sozialisierung der Verluste der Finanzmarktakteure und das Ansteigen der Arbeitslosigkeit gegeben.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><span style=\"font-family: times new roman, times, serif; font-size: 12pt;\">Die staatlichen Banken- und Konjunkturspritzen haben in vielen L\u00e4ndern zu einer starken Erh\u00f6hung der Staatsverschuldung gef\u00fchrt, was in der Zukunft zu einer Reduzierung von Staatsausgaben und Steuererh\u00f6hungen f\u00fchren zeitlich und damit das Wirtschaftswachstum reduzieren wird. Die Konjunkturprogramme strecken auch den notwendigen Abbau der weltweiten Ungleichheit der Handelsbilanzen. Wesentliche notwendige Bereinigungen der Weltwirtschaft sind also noch nicht erfol<\/span>gt. <\/span><\/span><\/p>\n<div id=\"sdfootnote1\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><em><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote1anc\" name=\"sdfootnote1sym\">1<\/a> <span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Bernhard Gr\u00e4f: Deutsche Bank Research: Die internationale Finanzkrise: Ursachen, Auspr\u00e4gungen und Ausblick, 6.November 2009<\/span><\/em><\/span><\/p>\n<\/div>\n<h2>Literaturverzeichnis<\/h2>\n<ol start=\"1\" type=\"1\">\n<li>Bernhard Gr\u00e4f, Die internationale Finanzkrise, Bedrohung f\u00fcr die globale Wirtschaft? &#8211; Wie alles begann, Deutsche Bank Research, Dezember 2008.<\/li>\n<li>Jens van Scherpenberg, Der geborgte Aufschwung, Die wirtschaftspolitische Bilanz der Regierung Bush 2001-2004, Stiftung Wissenschaft und Politik, Oktober 2004.<\/li>\n<li>Gabor Steingart: Der goldene Schuss, Spiegel online.<\/li>\n<li>Sachverst\u00e4ndigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Jahresgutachten 2006\/2007.<\/li>\n<li>KFW Research No. 28, Die wirtschaftspolitischen und regulatorischen Auswirkungen der Subprime-Krise, Juni 2008.<\/li>\n<li>Sachverst\u00e4ndigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Jahresgutachten 2007\/2008.<\/li>\n<li>KfW, Research No.29, Stephanie Schoenwald, Globale Ungleichgewichte, Sind sie f\u00fcr die Finanzmarktkrise (mit-)verantwortlich?, Februar 2009.<\/li>\n<li>Heribert Dieter, Das Ende des amerikanischen Models, Stiftung Wissenschaft und Politik aktuell 71, September 2008.<\/li>\n<li>Wolfgang M\u00fcnchau, Fl\u00e4chenbrand, Krise im Finanzsystem, 2009.<\/li>\n<li>Karl Marx: Das Kapital, Kritik der politischen \u00d6konomie, Dritter Band.<\/li>\n<li>Deutsche Bundesbank Monatsbericht Juli 2008, Neuere Entwicklungen im internationalen Finanzsystem.<\/li>\n<li>J\u00f6rg Huffschmid, Politische \u00d6konomie der Finanzm\u00e4rkte, 2002.<\/li>\n<li>Hans B\u00f6ckler Stiftung, Lothar Kamp, Alexandra Krieger, Die Aktivit\u00e4ten von Finanzinvestoren in Deutschland, Hintergr\u00fcnde und Orientierungen, 2008.<\/li>\n<li>Peter Rudolf et al., Zwei Jahre Pr\u00e4sident Bush, Beitr\u00e4ge zum Kolloquium der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin am 13. Februar 2003, Friedemann M\u00fcller, Umweltpolitik.<\/li>\n<li>J\u00f6rg Huffschmid, Macht- und Steuerungsverschiebungen hinter den Spekulationsblasen, Z: Nr. 72.<\/li>\n<li>Eckhard Hein, Till van Treeck, Finanzmarktorientierung &#8211; Ein Investitions- und Wachstumshemmnis?, IMK Report Nr. 26 2008.<\/li>\n<li>Sachverst\u00e4ndigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung Jahresgutachten 2005\/2006.<\/li>\n<li>Joachim Bischoff, Zukunft des Finanzmarkt-Kapitalismus, Strukturen, Widerspr\u00fcche, Alternativen 2006.<\/li>\n<li>Peter Trechow: Fachkr\u00e4ftemangel<\/li>\n<\/ol>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\" align=\"right\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"> Letzte \u00c4nderung: 21.03.2016 <\/span><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Martin Schlegel 1. Einleitung Seit Mitte 2007 entwickelt sich ausgehend von dem Zusammenbruch der Immobilienspekulation in den USA eine lang andauernde Krise der internationalen Finanzm\u00e4rkte. Das Platzen der Kreditblase f\u00fchrte zum Zusammenbruch vieler Banken und Sparkassen, wodurch die bisherige Form des Geldumlaufs empfindlich gest\u00f6rt wurde. In der ersten Phase dieser Krise versuchten die Zentralbanken &hellip; <a href=\"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=406\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Finanzmarkt und Weltwirtschaftskrise &#8211; Eine aufgeschobene \u00dcberproduktionskrise &#8211;<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-406","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/406","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=406"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/406\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2252,"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/406\/revisions\/2252"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=406"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}