{"id":379,"date":"2016-09-13T08:12:06","date_gmt":"2016-09-13T06:12:06","guid":{"rendered":"http:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=379"},"modified":"2022-08-04T11:16:55","modified_gmt":"2022-08-04T09:16:55","slug":"2-das-finanzkapital","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=379","title":{"rendered":"2. Das Finanzkapital"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712; font-size: 18pt;\"><b>a) Zur Definition<\/b><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Als Ausgangspunkt f\u00fcr die Darstellung der Herrschaft des Finanzkapitals nimmt Lenin Hilferdings Definition und zitiert: \u201e\u2018Ein immer wachsender Teil des Kapitals der Industrie\u2019, schreibt Hilferding, \u2018geh\u00f6rt nicht den Industriellen, die es anwenden. Sie erhalten die Verf\u00fcgung \u00fcber das Kapital nur durch die Bank, die ihnen gegen\u00fcber den Eigent\u00fcmer vertritt. Andererseits muss die Bank einen immer wachsenden Teil ihrer Kapitalien in der Industrie fixieren. Sie wird damit in immer gr\u00f6\u00dferem Umfang industrieller Kapitalist. Ich nenne das Bankkapital, also Kapital in Geldform, das auf diese Weise in Wirklichkeit in industrielles Kapital verwandelt ist, das Finanzkapital.\u2019 Das Finanzkapital ist also \u2018Kapital in der Verf\u00fcgung der Banken und in der Verwendung der Industriellen\u2019.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote1sym\" name=\"sdfootnote1anc\"><sup>1<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Auf den ersten Blick besteht ein Problem dieser Definition darin, dass sie \u2013 soweit sie richtig ist \u2013 zu allgemein zu sein scheint: sie gibt die allgemeine Bestimmung des zinstragenden Kapitals wieder. Geld wird verliehen, um in der Hand des Borgers als Kapital zu fungieren \u2013 d.h. den geliehenen Wert zu erhalten und zus\u00e4tzlich Mehrwert zu produzieren -, so dass nach Ablauf des Verwertungsprozesses dem Geldverleiher nicht nur die geliehene Geldsumme zur\u00fcckerstattet werden, sondern ein Teil des Mehrwerts (der Zins) \u00fcbergeben werden kann. \u201eDie ganze Transaktion findet nach der Voraussetzung statt zwischen zwei Sorten Kapitalisten, dem Geldkapitalisten und dem industriellen oder merkantilen Kapitalisten.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote2sym\" name=\"sdfootnote2anc\"><sup>2<\/sup><\/a> Die Voraussetzung war, \u201edass das Geld wirklich als Kapital verwandt wird.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote3sym\" name=\"sdfootnote3anc\"><sup>3<\/sup><\/a> Warum ein neues Wort n\u00f6tig wird, um auszudr\u00fccken, dass die Banken in gr\u00f6\u00dferem Umfang Geld an Industrielle verleihen, l\u00e4sst die Definition auf Anhieb nicht erkennen.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Falsch ist die Behauptung, dass mit der \u201eFixierung\u201c des Geldkapitals in der Industrie die Bank industrieller Kapitalist wird. Industrieller Kapitalist w\u00fcrde die Bank dann, wenn sie ihr Geld, statt es zu verleihen, im Ankauf von Produktionsmitteln und Arbeitskr\u00e4ften ver\u00e4u\u00dfern w\u00fcrde. In diesem Fall w\u00fcrde die Bank als K\u00e4ufer von Waren auftreten. Ihr Geldkapital verrichtet dann eine Geldfunktion, es dient als Kaufmittel von Ware. Wenn die Bank dagegen Geld verleiht, tritt sie als Verk\u00e4ufer einer Ware auf. Sie verkauft Geld als Kapital, als eine Ware, deren Gebrauchswert darin besteht, in der Hand des Industriellen, des K\u00e4ufers, als Kapital zu fungieren.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Zwar ist es in beiden F\u00e4llen Geldkapital, das die Bank ver\u00e4u\u00dfert. Aber im ersten Fall ist dieses Geldkapital ein unselbst\u00e4ndiges Stadium im Kreislauf des industriellen Kapitals und wird erg\u00e4nzt durch weitere Stadien, die Verwandlung in produktives Kapital (Produktionsmittel und Arbeitskr\u00e4fte) und dann in Warenkapital \u2013 lauter Formen desselben Kapitals in der Hand desselben Besitzers. Im zweiten Fall ist das Geldkapital eine selbst\u00e4ndige Form von Kapital, dessen besondere Bewegungsform \u2013 das Ausleihen an andere Kapitalisten \u2013 der Inhalt eines besonderen Gesch\u00e4ftszweiges ist. Welche Besonderheit auch immer Hilferding mit dem Begriff des Finanzkapitals zu fassen versucht, er wiederholt den alten Fehler, \u201edass hierbei aber Geldkapital verwechselt wird mit moneyed capital in dem Sinn des zinstragenden Kapitals, w\u00e4hrend im ersteren Sinn das Geldkapital stets nur eine Durchgangsform des Kapitals ist, als unterschieden von den \u00e4ndern Formen des Kapitals, dem Warenkapital und dem produktiven Kapital\u201c.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote4sym\" name=\"sdfootnote4anc\"><sup>4<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Ein zweiter Fehler kommt in dem Satz zum Ausdruck, dass das Finanzkapital \u201eKapital in der Verf\u00fcgung der Banken und in der Verwendung der Industriellen\u201c ist. Der Industrielle kann kein Kapital verwenden, \u00fcber das er nicht verf\u00fcgt. Zwar ist das geborgte Kapital nicht sein Eigentum, aber er hat es sich ja gerade geborgt, um dar\u00fcber zu verf\u00fcgen. Er verf\u00fcgt eben \u00fcber fremdes Eigentum. Der Kredit bietet \u201edem einzelnen Kapitalisten oder dem, der f\u00fcr einen Kapitalisten gilt, eine innerhalb gewisser Schranken absolute Verf\u00fcgung \u00fcber fremdes Kapital und fremdes Eigentum und dadurch \u00fcber fremde Arbeit\u201c.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote5sym\" name=\"sdfootnote5anc\"><sup>5<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Hilferding meint zus\u00e4tzlich, dass die Banken als die Eigent\u00fcmer des ausgeliehenen Kapitals \u00fcber das in der Industrie verwendete Kapital verf\u00fcgen. Denn er sagt, dass \u201edie Abh\u00e4ngigkeit der Industrie von den Banken (\u2026) die Folge der Eigentumsverh\u00e4ltnisse\u201c ist.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote6sym\" name=\"sdfootnote6anc\"><sup>6<\/sup><\/a> Auch das ist einseitig. Die Bank ist nicht nur Kreditgeber, sondern auch Kreditnehmer. Ein gro\u00dfer Teil des Bankkapitals, das von den Banken zinstragend verliehen wird, ist ihnen von den Industriellen geliehen worden. Insofern \u201eist es falsch, die Mittel, wor\u00fcber das moderne Bankwesen verf\u00fcgt, blo\u00df als die Mittel der M\u00fc\u00dfigen zu betrachten. Erstens ist es der Teil des Kapitals, den Industrielle und Kaufleute momentan unbesch\u00e4ftigt in Geldform halten, als Geldreserve oder erst anzulegendes Kapital; also m\u00fc\u00dfiges Kapital, aber nicht Kapital der M\u00fc\u00dfigen. Zweitens der Teil der Revenuen und Ersparungen aller, der permanent oder transitorisch f\u00fcr Akkumulation bestimmt ist. Und beides ist wesentlich f\u00fcr den Charakter des Banksystems.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote7sym\" name=\"sdfootnote7anc\"><sup>7<\/sup><\/a> Die Folge ist, \u201edass weder der Verleiher noch der Anwender dieses Kapitals dessen Eigent\u00fcmer oder Produzenten sind\u201c.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote8sym\" name=\"sdfootnote8anc\"><sup>8<\/sup><\/a> \u00dcbrigens sagt Hilferding in demselben Abschnitt richtiger: die Industriellen \u201eerhalten die Verf\u00fcgung \u00fcber das Kapital nur durch die Bank, die ihnen gegen\u00fcber den Eigent\u00fcmer vertritt.\u201c Also verf\u00fcgen die Industriellen doch \u00fcber das Kapital, und die Bank ist nicht, sondern vertritt nur den Eigent\u00fcmer. In der Definition des \u201eFinanzkapitals\u201c hat Hilferding dann das Richtige als das Unwesentliche weggelassen.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Infolge der genannten Fehler bekommt das \u201eFinanzkapital\u201c, das sich urspr\u00fcnglich vom zinstragenden Kapital nicht abzuheben schien, seinen besonderen Charakter. Einerseits wird die Rolle der Banken als Kreditnehmer nicht genannt und damit nach dieser Seite die Abh\u00e4ngigkeit des Kreditwesens vom Reproduktionsprozess \u00fcbersehen; andererseits bekommen sie als Kreditgeber Verf\u00fcgungsgewalt \u00fcber das industrielle Kapital. Schlie\u00dflich werden die Kreditinstitute zu industriellen Kapitalisten und damit direkt in den unmittelbaren Produktionsprozess einbezogen. Dadurch wird die abh\u00e4ngige Sph\u00e4re zur unabh\u00e4ngigen geschlagen, der Kredit\u00fcberbau zur bestimmenden Grundlage gemacht.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote9sym\" name=\"sdfootnote9anc\"><sup>9<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Diese Fehler laufen alle darauf hinaus, die Grenzen, die der Macht der Banken durch den Reproduktionsprozess gesetzt sind, in der Theorie aufzuheben und den Kredit zum bestimmenden und beherrschenden Faktor der Industrie zu erkl\u00e4ren. \u201eDie Macht der Banken w\u00e4chst, sie werden die Gr\u00fcnder und schlie\u00dflich die Beherrscher der Industrie.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote10sym\" name=\"sdfootnote10anc\"><sup>10<\/sup><\/a> Lenin sagt dasselbe mit anderen Worten: \u201eIn dem Ma\u00dfe, wie sich das Bankwesen und seine Konzentration in wenigen Instituten entwickeln, wachsen die Banken aus bescheidenen Vermittlern zu allm\u00e4chtigen Monopolinhabern an, die fast \u00fcber das gesamte Geldkapital aller Kapitalisten und Kleinunternehmer sowie \u00fcber den gr\u00f6\u00dften Teil der Produktionsmittel und Rohstoffquellen des betreffenden Landes oder einer ganzen Reihe von L\u00e4ndern verf\u00fcgen.\u201c <a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote11sym\" name=\"sdfootnote11anc\"><sup>11<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Hilferdings Definition hat Lenin samt ihrer theoretischen Fehler \u00fcbernommen. Er hat nur den Hinweis auf die Monopole hinzugef\u00fcgt, sieht aber, dass sich auch aus dem Zusammenhang der Darstellung Hilferdings die Rolle der Monopole ergibt. Entsprechend dieser Erg\u00e4nzung schreibt er: \u201eKonzentration der Produktion, daraus erwachsende Monopole, Verschmelzung oder Verwachsen der Banken mit der Industrie \u2013 das ist die Entstehungsgeschichte des Finanzkapitals und der Inhalt dieses Begriffs.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote12sym\" name=\"sdfootnote12anc\"><sup>12<\/sup><\/a> Zugeschnitten auf die Verschmelzung von Bankmonopolen und Industriemonopolen definiert er an sp\u00e4terer Stelle das Finanzkapital als \u201edas Bankkapital einiger weniger monopolistischer Gro\u00dfbanken, das mit dem Kapital monopolistischer Industriellenverb\u00e4nde verschmolzen ist.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote13sym\" name=\"sdfootnote13anc\"><sup>13<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Von der \u201eVerschmelzung\u201c oder dem \u201eVerwachsen\u201c der Banken mit der Industrie war bisher nur in der groben Form die Rede, die \u00fcber Grundtatsachen der \u00f6konomischen Theorie hinweggeht: die Bank wird industrieller Kapitalist. Was der Begriff des \u201eFinanzkapitals\u201c wirklich zu bedeuten hat und welche historische Realit\u00e4t sich in ihm widerspiegelt, ist damit noch nicht gekl\u00e4rt. Den wesentlichen Hinweis darauf gibt Lenin anhand eines Zitats von Otto Jeidels, der 1905 eine Arbeit unter dem Titel \u201eDas Verh\u00e4ltnis der deutschen Gro\u00dfbanken zur Industrie mit besonderer Ber\u00fccksichtigung der Eisenindustrie\u201c ver\u00f6ffentlicht hat. Hilferding, dem diese Studie bei der Ausarbeitung des \u201eFinanzkapitals\u201c vorlag, \u00e4u\u00dferte sich lobend,<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote14sym\" name=\"sdfootnote14anc\"><sup>14<\/sup><\/a> Lenin sprach von \u201eeiner der besten Arbeiten \u00fcber &lt;das Verh\u00e4ltnis der deutschen Gro\u00dfbanken zur Industrie&gt;\u201c.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote15sym\" name=\"sdfootnote15anc\"><sup>15<\/sup><\/a> \u201eWir halten es f\u00fcr notwendig\u201c, schreibt Lenin, \u201egenau die Formulierungen von Jeidels \u00fcber diese Frage anzuf\u00fchren, der die Dinge am eingehendsten studiert hat.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote16sym\" name=\"sdfootnote16anc\"><sup>16<\/sup><\/a> Es sind zwei Erscheinungen, die Jeidels anspricht: zum einen der \u201euniversale Charakter der f\u00fcr die Industrie t\u00e4tigen Finanzinstitute\u201c, zum anderen deren \u201eBestreben, die Industriebeziehungen zu fundieren auf die regul\u00e4re dauernde Gesch\u00e4ftsverbindung und ihnen Ausdruck und die M\u00f6glichkeit der Erweiterung und Vertiefung zu geben durch ein verzweigtes System der Besetzung von Aufsichtsratsstellen; diesen beiden Einflusssph\u00e4ren gegen\u00fcber tritt die Emissionst\u00e4tigkeit relativ an Bedeutung f\u00fcr die Industriebeziehungen der Gro\u00dfbanken zur\u00fcck. Die Verbindung mit der Industrie allgemein zu machen ist die eine, sie dauernd und intensiv zu machen die andere Tendenz (\u2026)\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote17sym\" name=\"sdfootnote17anc\"><sup>17<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712; font-size: 18pt;\"><b>b) Die Industriebeziehungen der deutschen Gro\u00dfbanken (Jeidels)<\/b><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Im Folgenden sollen die Ergebnisse und Auffassungen von Jeidels in ihren Grundz\u00fcgen skizziert werden. Da die Darstellung der Gesch\u00e4fte einer Universalbank nicht Jeidels\u2018 eigentliches Thema ist, sind hierzu einige Vorbemerkungen n\u00f6tig.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Die Entwicklung der deutschen Banken aus Instituten mit begrenzten T\u00e4tigkeitsbereichen zu Universalbanken vollzog sich ungef\u00e4hr im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts. Hinter der Vielseitigkeit oder dem \u201euniversalen Charakter\u201c der Gesch\u00e4fte verbergen sich im Wesentlichen zwei Gruppen von Kreditgesch\u00e4ften. Zum einen nahmen die Banken Depositen herein und betrieben die verschiedensten Formen kurzfristiger Kreditgesch\u00e4fte (Kontokorrentkredit, Wechselgesch\u00e4fte, pfandm\u00e4\u00dfige Bankkredite). Zum zweiten vergaben sie langfristige Kredite, die \u2013 soweit nicht auch in der Form des Kontokorrentkredits \u2013 in Form von Wertpapiergesch\u00e4ften (Effektengesch\u00e4ften) vor sich gingen. Das konnte zum Beispiel bei Gr\u00fcndung neuer Aktiengesellschaften dadurch geschehen, dass die Bank die neuen Aktien oder Obligationen (festverzinsliche Papiere) \u00fcbernahm \u2013 durch Kauf oder auf Kommission \u2013 und f\u00fcr ihren Verkauf an der B\u00f6rse bzw. bei der eigenen Kundschaft sorgte. \u00c4hnliche Emissionsgesch\u00e4fte konnten bei Kapitalerh\u00f6hungen, Umwandlung bestehender Privatunternehmen in Aktiengesellschaften, Sanierungen und Fusionen vorgenommen werden. Dar\u00fcber hinaus handelten die Banken mit Effekten, legten Bankkapital in Effekten an und besorgten deren Aufbewahrung, Ankauf und Verkauf im Auftrag ihrer Kunden.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Die zweite Gruppe, das Effektengesch\u00e4ft in allen seinen Formen, machte die Banken in besonderem Ma\u00dfe abh\u00e4ngig von der Konjunktur und den Bewegungen an der B\u00f6rse, aber auch von der Prosperit\u00e4t einzelner Industrieunternehmen, an die sie \u2013 teils freiwillig, teils unfreiwillig \u2013 f\u00fcr l\u00e4ngere Zeitr\u00e4ume gebunden waren. Die Tendenz zu dauerhaften Gesch\u00e4ftsbeziehungen zur Industrie entsprang einerseits der gew\u00f6hnlichen Konkurrenz um einen festen Kundenkreis; zum andern war sie bedingt durch das hohe Risiko langfristiger Kreditgew\u00e4hrung, f\u00fcr die es keine wertm\u00e4\u00dfigen Sicherheiten gab, da der Bankrott eines Unternehmens sowohl das industrielle Kapital wie dessen Aktien entwertete. Wenn die Bank nicht auf die Vergabe langfristiger Kredite verzichten wollte, musste sie Formen finden, die ihr eine laufende Information \u00fcber die Entwicklung des industriellen Unternehmens und zudem gegebenenfalls eine Einflussnahme auf dessen Gesch\u00e4ftsentscheidungen erm\u00f6glichten.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Eine umfassende \u00dcberwachung des finanziellen Gesch\u00e4ftsverkehrs war dann m\u00f6glich, wenn das betreffende industrielle Unternehmen seinen Zahlungs- und Kreditverkehr ausschlie\u00dflich \u00fcber eine einzige Bank abwickelte und dauerhaft mit derselben Bank verbunden blieb. Zumindest von Seiten der Bank wurde eine solche Bindung dadurch erm\u00f6glicht, das die Bank tats\u00e4chlich s\u00e4mtliche Arten von Bankgesch\u00e4ften anbot, f\u00fcr die ein Industrieunternehmen Bedarf haben konnte. Die Ausgestaltung der deutschen Banken zu Universalbanken legte erst die Basis f\u00fcr umfassende und langfristige Beziehungen zu industriellen Unternehmungen. Mit dem kurzfristigen Kredit- und Depositengesch\u00e4ft bot die Bank die Vermittlung des gew\u00f6hnlichen Zahlungsverkehrs an, f\u00fcr umfassenderen Kapitalbedarf oder f\u00fcr au\u00dfergew\u00f6hnliche F\u00e4lle wie Sanierungen, Fusionen usw. lieferte sie die entsprechenden Formen des langfristigen Kredits. Auf der Grundlage dieses universellen Angebots konnte Jeidels den Grundsatz aussprechen: \u201eDie Banken m\u00fcssen eine industrielle Unternehmung von ihrer Geburt bis zu ihrem Tod, von der Gr\u00fcndung bis zur Aufl\u00f6sung begleiten, ihr bei allen gew\u00f6hnlichen und au\u00dfergew\u00f6hnlichen finanziellen Vorg\u00e4ngen des gewerblichen Lebens helfend und ihrerseits profitierend zur Seite stehen. Diese vollkommene Form der Verbindung zwischen Bankwelt und Industrie hat zwar viele Widerst\u00e4nde zu \u00fcberwinden und ist noch durchaus nicht die Regel, sie ist aber in der Geschichte mancher industriellen Unternehmungen bereits deutlich zu beobachten.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote18sym\" name=\"sdfootnote18anc\"><sup>18<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Welche Mittel hatte nun die Bank, die Beziehungen zu einzelnen Unternehmen dauerhaft zu machen und wie geeinigt waren sie f\u00fcr diesen Zweck? Als wichtigstes und grundlegendes Mittel, das zudem im weitesten Umfang anwendbar ist, sieht Jeidels die regul\u00e4re Gesch\u00e4ftsverbindung auf Basis des Kontokorrentgesch\u00e4fts an, durch das ein laufender Einblick in die finanzielle Situation des Unternehmens m\u00f6glich ist und in dessen Rahmen u. U. auch Anlagekredite gew\u00e4hrt werden. \u201e(Es gibt) \u2013 wie mehrfach betont \u2013 kein besseres Mittel zur planvollen und dauerhaften Einwirkung auf eine industrielle Unternehmung und damit zur indirekten F\u00f6rderung der Bank.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote19sym\" name=\"sdfootnote19anc\"><sup>19<\/sup><\/a> Die zweite Einflusssph\u00e4re von Bedeutung sieht Jeidels in der Institution des Aufsichtsrats. \u201eDie Banken k\u00f6nnen mit der Ausnutzung dieses Rechtsinstituts zwei Ziele verfolgen: Beziehungen zur Industrie \u2013 \u00fcbrigens auch zu anderen Banken \u2013 anzukn\u00fcpfen oder einen unmittelbaren Einfluss auf Gesellschaften auszu\u00fcben, einerlei, ob sie sich dabei auf die blo\u00dfe \u00dcberwachung beschr\u00e4nken und daf\u00fcr sorgen, dass nichts gegen ihr Interesse geschieht, oder ob sie mit eigener Initiative in die Schicksale des Unternehmens eingreifen.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote20sym\" name=\"sdfootnote20anc\"><sup>20<\/sup><\/a> Dagegen hat nach seinen Beobachtungen die direkte Aktienbeteiligung an Industriegesellschaften nur untergeordnete Bedeutung, sie ist \u201ekeine charakteristische und nicht die gew\u00f6hnliche Form der Industriebeziehungen einer Gro\u00dfbank.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote21sym\" name=\"sdfootnote21anc\"><sup>21<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\">\u201e<span style=\"font-size: medium;\">Man wird sagen d\u00fcrfen, dass dauernde Beteiligung an Industrieunternehmungen ein Mittel industrieller Konzentration und als solches Bet\u00e4tigungsform industrieller Unternehmungen ist, w\u00e4hrend es im Wesen der Bank liegt, nur die entsprechende Transaktion zu besorgen und in der Aktienbeteiligung an Industriegesellschaften nur ein Mittel zu einem speziellen Zweck, nicht ein System allgemeiner Industriepolitik zu sehen.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote22sym\" name=\"sdfootnote22anc\"><sup>22<\/sup><\/a> \u00c4hnliches gilt von dem Emissionsgesch\u00e4ft, das, wie Jeidels zeigt, starken Einfl\u00fcssen der Konjunktur und der Konkurrenz unterliegt und sich daher als Basis stabiler Verbindungen zur Industrie wenig eignet. \u201eWesentlich auf \u00dcbernahmegesch\u00e4ften die Verbindung mit industriellen Unternehmungen st\u00fctzen zu wollen, hie\u00dfe, auf die Dauer solcher Verbindung verzichten und die \u00dcbernahme von Emissionsgesch\u00e4ften selbst noch mehr dem Zufall und dem Konkurrenzkampf aussetzen.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote23sym\" name=\"sdfootnote23anc\"><sup>23<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Mit diesen Instrumenten sind aber erst die Formen umrissen, in denen die Beziehungen der Banken zur Industrie vor sich gehen k\u00f6nnen. Was die wirkliche Einwirkung der Banken auf die Industrie betrifft, so stellt Jeidels zwei Fragen: \u201e1. \u00fcben die Banken einen Einfluss auf den Fortschritt der industriellen Konzentration aus? und 2. ergreifen sie selbst die Initiative oder \u00fcberlassen sie diese der Industrie, deren Tendenzen sie nur folgen?\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote24sym\" name=\"sdfootnote24anc\"><sup>24<\/sup><\/a> In der Beantwortung dieser Fragen unterscheidet er zwischen dem Verh\u00e4ltnis zu Einzelwerken, zu \u201eKollektivunternehmungen\u201c (Loewekonzern, Elektrizit\u00e4tsgesellschaften, Kleinbahnwesen) und schlie\u00dflich zu ganzen Industriezweigen.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Bez\u00fcglich der Einzelwerke kommt Jeidels zu dem Schluss, dass die Stellung der Banken \u201eim Ganzen eine passive\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote25sym\" name=\"sdfootnote25anc\"><sup>25<\/sup><\/a> ist. Er stellt den allgemeinen Satz auf, \u201edass die Industrieunternehmungen \u2013 die gro\u00dfen mit kompliziertem Gesch\u00e4ftsbetrieb am meisten \u2013 sich nach technischen Prinzipien entwickeln, aus eigenem Antrieb, mit eigener Initiative, aber vielfach mit dem Geld und der anderweitigen Unterst\u00fctzung der Banken; wenn hier eine Konzentration der Industrie zu beobachten ist, so wird sie von den Banken nur erleichtert, nicht positiv veranlasst.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote26sym\" name=\"sdfootnote26anc\"><sup>26<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Ganz \u00e4hnlich sieht Jeidels das Verh\u00e4ltnis der Gro\u00dfbanken zu den \u201eKollektivunternehmungen\u201c. Er wendet sich dagegen, die Ursache f\u00fcr den raschen Konzentrationsprozess etwa der Elektroindustrie im \u201eEinwirken neuer Kr\u00e4fte, die man dann in den Banken sucht\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote27sym\" name=\"sdfootnote27anc\"><sup>27<\/sup><\/a>, zu sehen. Vielmehr liege die Ursache f\u00fcr die gr\u00f6\u00dfere Rolle der Banken hier nur darin, \u201edass die Entwicklung dieser Unternehmungen durch ihr schnelles Tempo und ihre Vielseitigkeit einen au\u00dfergew\u00f6hnlich gro\u00dfen Kapitalbedarf erzeugt und mit so vielen finanziellen Transaktionen verbunden ist, dass den Banken weit mehr Gelegenheit zur Mitwirkung gegeben wird als in anderen Industrien. Der Standpunkt der Banken, das einzelne Werk unter normalen Verh\u00e4ltnissen sich selbst zu \u00fcberlassen und nur da helfend einzugreifen, wo sie als Institute der Kreditvermittlung und Kapitalinvestierung ben\u00f6tigt sind, kann dabei unver\u00e4ndert bleiben.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote28sym\" name=\"sdfootnote28anc\"><sup>28<\/sup><\/a> F\u00fcr die beiden bisher betrachteten F\u00e4lle gilt grunds\u00e4tzlich: \u201eEin planvolles unmittelbares Einwirken auf die industrielle Entwicklung hat sich im Verh\u00e4ltnis der Banken zur Industrie nicht herausgebildet: die industrielle Initiative ist\u00a0<\/span><\/span><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>nicht<\/i><\/span><\/span><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">\u00a0auf die Banken \u00fcbergegangen.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote29sym\" name=\"sdfootnote29anc\"><sup>29<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Was Jeidels bez\u00fcglich des Verhaltens der Gro\u00dfbanken gegen\u00fcber ganzen Industriezweigen feststellt, ist eine bestimmte \u201eIndustriepolitik\u201c, n\u00e4mlich die bewusste F\u00f6rderung der Konzentration. Hierzu rechnet er auch das Verhalten gegen\u00fcber den Kartellen, dem Kohlensyndikat und dem Stahlwerksverband, betont aber aufgrund der bisherigen Erfahrungen: \u201eF\u00fcr jede Art von Kartellen, zu denen die Banken in Beziehung treten, und f\u00fcr jede Form, in der sie dies tun, selbst f\u00fcr die rein bankgesch\u00e4ftliche Ma\u00dfnahme der Errichtung eines Syndikatskontors, gilt der allgemeine Satz, dass der treibende Faktor die Industrie ist, deren Entwicklung sich die Banken durchaus anpassen.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote30sym\" name=\"sdfootnote30anc\"><sup>30<\/sup><\/a> Im Gegensatz zu der Vorstellung, die Entwicklung liefe darauf hinaus, dass die Gro\u00dfbanken die Leitung der gesamtgesellschaftlichen Produktion \u00fcbernehmen, sagt er: \u201eEs liegt den Gro\u00dfbanken fern, eine allgemeine industrielle Gestaltung von einem einheitlichen Gesichtspunkt aus planvoll anzustreben. Selbstverst\u00e4ndlich bedauern die Banken, dass im wirtschaftlichen Leben nicht ewiger Sonnenschein herrscht, besprechen sie in ihren Gesch\u00e4ftsberichten warnend oder resigniert die drohende oder eingetretene \u00dcberproduktion, aber Grunds\u00e4tze, wie man das eine herbeif\u00fchren, das andere vermeiden k\u00f6nnte, haben sie nicht. Mit der Richtung auf industrielle Konzentration ist ihr zielbewusstes Einwirken ersch\u00f6pft.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote31sym\" name=\"sdfootnote31anc\"><sup>31<\/sup><\/a> Was Jeidels auch in diesem Fall nachzuweisen versucht, ist die Tatsache, dass \u201edie Industriepolitik der Gro\u00dfbanken im Wesentlichen von der Industrie diktiert wird\u201c.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote32sym\" name=\"sdfootnote32anc\"><sup>32<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Als Kontrast zu diesem Bild stellt Jeidels bestimmte Aktionen deutscher Gro\u00dfbanken im Ausland dar. \u201eDie Bestrebungen der deutschen Gro\u00dfbanken, einen Teil der Petroleumindustrie, die rum\u00e4nische im Mittelpunkt, unter ihrer Herrschaft zu organisieren, stellen \u2013 prinzipiell betrachtet \u2013 das Maximum an Initiative und eigener industrieller Bet\u00e4tigung dar, dass die Gro\u00dfbanken bisher in Deutschland und im Ausland aufzuweisen haben.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote33sym\" name=\"sdfootnote33anc\"><sup>33<\/sup><\/a> Im Einzelnen wird beschrieben, \u201ewie eine Bank alle zur Schaffung einer Industrie erforderlichen Kr\u00e4fte technischer, finanzieller kaufm\u00e4nnischer Art systematisch in kurzer Zeit in einer Weise in Bewegung setzt, wie es einem Industrieunternehmen oder kleineren Finanzm\u00e4chten kaum ebenso gelingen wird.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote34sym\" name=\"sdfootnote34anc\"><sup>34<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">In Rum\u00e4nien ein Maximum an Initiative bei der Schaffung einer Industrie \u2013 in Deutschland eine Industriepolitik, die im Wesentlichen von der Industrie diktiert wird: die Ursache f\u00fcr diesen Unterschied sieht Jeidels in dem verschiedenen Entwicklungsgrad der industriellen Produktion selbst. W\u00e4hrend in Deutschland die gro\u00dfe Industrie bereits besteht, deren Kreditanspr\u00fcchen sich die Banken anpassen m\u00fcssen, konnten diese in einem r\u00fcckst\u00e4ndigen Land, wie Rum\u00e4nien es war, mit weitaus gr\u00f6\u00dferer Selbst\u00e4ndigkeit operieren. \u201eEs liegen also bei der industriellen Bet\u00e4tigung der Banken im Ausland Bedingungen vor, die f\u00fcr ihre inl\u00e4ndischen Industriebeziehungen nicht existieren.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote35sym\" name=\"sdfootnote35anc\"><sup>35<\/sup><\/a> Auslandsanlagen in industriell entwickelten L\u00e4ndern best\u00e4tigen diese Erkl\u00e4rung, so die \u201eEmissionst\u00e4tigkeit f\u00fcr nordamerikanische Bahnen, die keinen entscheidenden und nachhaltigen Einfluss auf diese herbeif\u00fchrt (\u2026) Der Unterschied der beiden L\u00e4nder (USA und Rum\u00e4nien \u2013 d. V.) an Kapitalreichtum, an wirtschaftlicher, politischer, gesamter kultureller Entwicklungsstufe liegt dieser verschiedenen Stellung der deutschen Bankwelt zugrunde.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote36sym\" name=\"sdfootnote36anc\"><sup>36<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Das Bild von den \u201eBeherrschern der Industrie\u201c und \u201eallm\u00e4chtigen Monopolinhabern\u201c, zu denen die Banken anwachsen, wird von Jeidels, der, wie Lenin mit Recht sagt, \u201edie Dinge am eingehendsten studiert hat\u201c, nicht gest\u00fctzt. In vielf\u00e4ltiger Form weist er auf die Grenzen hin, innerhalb derer sich die Banken bewegen. Ihre Abh\u00e4ngigkeit von der Industrie tritt gerade da hervor, wo die gro\u00dfe Industrie am weitesten entwickelt ist. Die Macht, die sie durch die Verf\u00fcgung \u00fcber das disponible Kapital der Gesellschaft erhalten, bleibt gebunden an die wechselnden Verwertungsbedingungen eines Reproduktionsprozesses, den sie nicht bestimmen, dem sie sich aber anpassen m\u00fcssen. Von der Auffassung, die Banken k\u00f6nnten durch \u201ebewusste Regelung\u201c objektive Gesetze beschneiden, ist Jeidels weit entfernt. Auch einer \u201eVerschmelzung\u201c von Bankkapital und Industriekapital in dem Sinne, dass die Banken selbst Industrielle werden oder \u00fcber das industrielle Kapital \u201everf\u00fcgen\u201c, hat er nicht das Wort geredet; \u201edie Gestalt dieser Kreditvermittlung und damit auch die Organisation der Banken haben sich mit der gro\u00dfkapitalistischen Industrieentwicklung ver\u00e4ndert, ihrem Wesen nach ist die Bank aber geblieben, was sie war: Kreditinstitut.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote37sym\" name=\"sdfootnote37anc\"><sup>37<\/sup><\/a> Ihrem Wesen nach bleibt die Bank au\u00dferhalb des unmittelbaren Reproduktionsprozesses, auf den sie im Wesentlichen reagiert; selbst ihr zielbewusstes Eingreifen in Richtung auf industrielle Konzentration besteht nur darin, dass \u201edie Gro\u00dfbanken die Politik der Industrie zu der ihrigen\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote38sym\" name=\"sdfootnote38anc\"><sup>38<\/sup><\/a> machen.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Was das Wort \u201eVerschmelzung\u201c auf den ersten Blick ausdr\u00fcckt, ist das Entstehen einer gleichf\u00f6rmigen Substanz, in der die Unterschiede urspr\u00fcnglich getrennter Dinge verloren gehen. Insofern ist es geeignet, bildlich auszudr\u00fccken, dass Kreditinstitut und Industrieunternehmung eins werden, die grunds\u00e4tzliche Abh\u00e4ngigkeit des Kreditwesens vom Produktionsprozess nicht mehr wiederzugeben und so Raum zu schaffen f\u00fcr die umgekehrte Idee, dass allm\u00e4chtige Monopolbanken die Industrie beherrschen.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote39sym\" name=\"sdfootnote39anc\"><sup>39<\/sup><\/a> F\u00fcr eine differenzierte Betrachtung der Verbindungen von Bank und Industrie, wie wir sie bei Jeidels finden, ist dieser Begriff untauglich. Wie wenig er auf konkreten Untersuchungen fu\u00dft, zeigt zudem ein Blick in andere L\u00e4nder. Jeidels hatte seine Studie bewusst auf deutsche Verh\u00e4ltnisse beschr\u00e4nkt, \u201ediese Zusammenh\u00e4nge f\u00fcr \u00d6sterreich und Frankreich, England und die Vereinigten Staaten, die in dieser Hinsicht verschiedene Typen darstellen, aufzukl\u00e4ren, ist selbstverst\u00e4ndlich Aufgabe besonderer Untersuchung\u201c.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote40sym\" name=\"sdfootnote40anc\"><sup>40<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712; font-size: 18pt;\"><b>c) Das englische Bankwesen<\/b><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Im Unterschied zum deutschen Universalbanksystem ist das englische Bankwesen durch eine reich gegliederte Arbeitsteilung gekennzeichnet. Die gro\u00dfen Aktienbanken waren reine Depositenbanken, d.h. sie waren auf den ersten der beiden oben genannten Gesch\u00e4ftsbereiche spezialisiert: sie nahmen Depositen herein und betrieben das kurzfristige Kreditgesch\u00e4ft. Dagegen wurde das Emissions- und Anlagegesch\u00e4ft von speziellen Kapitalanlagegesellschaften betrieben, Investment Trusts, die wiederum keine regul\u00e4ren Bankgesch\u00e4fte (in der Art der Depositenbanken) betrieben und \u00fcberhaupt nicht als Banken angesehen wurden. Das Kapitalanlagegesch\u00e4ft au\u00dferhalb Englands war wiederum Aufgabe spezieller Banken, der \u00dcbersee- und Kolonialbanken, w\u00e4hrend die gro\u00dfen britischen Depositenbanken au\u00dferhalb Englands kaum in Erscheinung traten. Das internationale Bankgesch\u00e4ft, Finanzierung des britischen Importhandels, Vermittlung des internationalen Wechselverkehrs, Emission ausl\u00e4ndischer Staatsanleihen wurde von den Merchant Bankers gepflegt; die Merchant Banks waren private Bankh\u00e4user, die aus Handelsfirmen entstanden waren, die seit dem 18. Jahrhundert ins Bankgesch\u00e4ft eingedrungen waren. Keine der hier genannten Banken betrieb das Emissions- und Anlagegesch\u00e4ft f\u00fcr die englische Industrie. \u201eEs ist bekannt, dass die englischen Banken keine Wertpapiere emittieren (\u2026) aber auch die Privatbankiers (\u2026), die gro\u00dfen Finanziers und Maklerfirmen, nehmen regelm\u00e4\u00dfig nicht das geringste Interesse an heimischen Industriewerten.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote41sym\" name=\"sdfootnote41anc\"><sup>41<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Wenn der Begriff des \u201eFinanzkapitals\u201c, obgleich in theoretisch falscher Weise, immerhin deutsche Verh\u00e4ltnisse widerspiegelt, so erweist er sich angesichts des englischen Bankwesens als falsche Verallgemeinerung. Universalbanken, die dauernde und intensive Verbindungen zur Industrie pflegen, gab es in England nicht. Riesser, aus dessen Werk \u00fcber \u201edie deutschen Gro\u00dfbanken und ihre Konzentration\u201c Lenin mehrfach zitiert, schreibt: \u201eAllerdings steht fest, dass die englischen Joint Stock Banks (Aktienbanken \u2013 d. V.), wie es die Theorie verlangt, direkt dem Gr\u00fcndungs- und Emissionsgesch\u00e4ft und der B\u00f6rsenspekulation ferngeblieben sind. Damit ist aber zun\u00e4chst der gro\u00dfe \u00dcbelstand verbunden, dass sie auch keinerlei Interesse an den neu gegr\u00fcndeten Gesellschaften und den von diesen emittierten Werten nahmen und nehmen, w\u00e4hrend es ein besonderer Vorzug des deutschen Systems ist, dass die deutschen Banken, schon im Interesse ihres Emissionskredits, die Entwicklung der von ihnen gegr\u00fcndeten Gesellschaften dauernd kontrollieren.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote42sym\" name=\"sdfootnote42anc\"><sup>42<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Am Rande deutet Riesser hier an, dass dem englischen Bankwesen eine eigene Theorie entsprach. Nach englischer Auffassung geh\u00f6rte der langfristige Anlagekredit gar nicht zum Bankwesen. \u201eRegul\u00e4res\u201c Bankgesch\u00e4ft war nur der kurzfristige Kredit, und nur dieses war soliden Banken gestattet. F\u00fcr diesen Gesch\u00e4ftszweig hatten sich feste Grunds\u00e4tze und Regeln herausgebildet, an die jeder Bankier sich halten konnte und die er im eigenen Interesse auch befolgte.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote43sym\" name=\"sdfootnote43anc\"><sup>43<\/sup><\/a> Etwa bis zum Ende des 19. Jahrhunderts herrschte auch in der deutschen b\u00fcrgerlichen \u00d6konomie die Auffassung vor, das eigentliche, legitime Bankwesen sei das englische, dagegen sei das Gr\u00fcndungs- und Emissionsgesch\u00e4ft nicht Sache der Bank.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote44sym\" name=\"sdfootnote44anc\"><sup>44<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Aber in Deutschland hatte die Realit\u00e4t l\u00e4ngst andere Wege beschritten, und die Theorie musste dem Rechnung tragen. Es entstand eine umfangreiche Literatur zu der Frage, ob Universalbanken oder spezialisierte Banken die Aufgaben eines Kreditinstituts besser erf\u00fcllen.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote45sym\" name=\"sdfootnote45anc\"><sup>45<\/sup><\/a> Man studierte die geschichtliche Entwicklung der deutschen Banken, verfolgte deren Konzentrationsprozess und die Entwicklung ihrer Beziehungen zur Industrie, verglich die Stabilit\u00e4t und Leistungsf\u00e4higkeit des deutschen Bankwesens mit dem anderer L\u00e4nder, insbesondere Englands, untersuchte die Finanzierungsgesellschaften im Ausland (die nicht Banken zu sein brauchten) und bem\u00fchte sich, Grunds\u00e4tze, Leitlinien und Ratschl\u00e4ge f\u00fcr das Universalbankwesen zu entwickeln.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">In diesen Zusammenhang geh\u00f6ren u.a. die Arbeiten von Schulze-G\u00e4vernitz, Jeidels und Riesser, die den Typ der Universalbank bef\u00fcrworteten. Dabei wurde aber auch deutlich, dass es unterschiedliche historische Voraussetzungen waren, die den verschiedenen Banksystemen zugrunde lagen. Riesser schreibt z. B.: \u201eDie deutschen Banken haben sich (\u2026) von Anfang an in engstem Zusammenhang mit dem noch geringen Verm\u00f6gen der Bev\u00f6lkerung und mit den Bed\u00fcrfnissen der deutschen Industrie und des deutschen Handels, direkt entgegen dem englischen System entwickelt, welches seinerseits in engster Verbindung mit den englischen Bed\u00fcrfnissen, mit der in England vorhandenen Verkehrs- und Kreditkonzentration und dem englischen Reichtum \u2013 alles Momente, die in Deutschland fehlen \u2013 von Anfang an eine scharfe Trennung der Depositenbanken von den \u00fcbrigen Banken durchgef\u00fchrt hat.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote46sym\" name=\"sdfootnote46anc\"><sup>46<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Der Umbruch in der deutschen b\u00fcrgerlichen Theorie fand einen bestimmten Niederschlag und eine besondere Verarbeitung in den Ideen Hilferdings, der versucht, diesem Prozess der Herausbildung des deutschen Universalbankensystems in marxistischem Vokabular theoretische Gestalt zu verleihen. Da er, wie sich zeigen wird, dabei das zinstragende Kapital \u00fcberhaupt und speziell die Emissionst\u00e4tigkeit der Banken mit dem Wucher verwechselt, ist es n\u00f6tig, die Rolle, die das Wucherkapital in der Marxschen Theorie spielt, kurz zu erl\u00e4utern.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Marx z\u00e4hlt das Wucherkapital zu den vorsintflutlichen Formen des Kapitals, die der kapitalistischen Produktionsweise lange vorausgehen. Es ist eine Form des zinstragenden Kapitals, aber charakterisiert durch die nichtkapitalistischen Borger: einerseits \u201everschwenderische Gro\u00dfe, wesentlich Grundeigent\u00fcmer;\u201c andererseits kleine, ihre eigenen Produktionsmittel besitzenden Produzenten, \u201eworin der Handwerker eingeschlossen, aber ganz spezifisch der Bauer\u201c.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote47sym\" name=\"sdfootnote47anc\"><sup>47<\/sup><\/a> Dagegen ist f\u00fcr das zinstragende Kapital auf Basis der kapitalistischen Produktionsweise, wie oben bereits erw\u00e4hnt, das Verleihen an Kapitalisten charakteristisch. Mit der Entwicklung des modernen Kredit- und Bankwesens, das sich im Kampf gegen das Wucherkapital herausbildet, wird das zinstragende Kapital den Bedingungen und Bed\u00fcrfnissen der kapitalistischen Produktionsweise angepasst.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Dagegen beh\u00e4lt das zinstragende Kapital die Form von Wucherkapital \u201egegen\u00fcber Personen und Klassen oder in Verh\u00e4ltnissen, wo nicht im Sinn der kapitalistischen Produktionsweise geborgt wird und geborgt werden kann; wo aus individueller Not geborgt wird wie im Pfandhaus; wo dem genie\u00dfenden Reichtum f\u00fcr Verschwendung geborgt wird; oder wo der Produzent nichtkapitalistischer Produzent ist, kleiner Bauer, Handwerker etc., also noch als unmittelbarer Produzent Besitzer seiner eigenen Produktionsbedingungen; endlich wo der kapitalistische Produzent selbst auf so kleiner Stufenleiter operiert, dass er sich jenen selbst arbeitenden Produzenten n\u00e4hert.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote48sym\" name=\"sdfootnote48anc\"><sup>48<\/sup><\/a> Das Wucherkapital ist also nicht die f\u00fcr die kapitalistische Produktionsweise charakteristische Form des Kapitals; wo es herrscht, weist es auf vorkapitalistische Produktionsverh\u00e4ltnisse hin.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Hilferding wei\u00df, dass in England \u201edie Depositenbanken nur Zirkulationskredit vermitteln\u201c.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote49sym\" name=\"sdfootnote49anc\"><sup>49<\/sup><\/a> Mit diesem \u201eZirkulationskredit\u201c ist der kommerzielle Kredit gemeint, der Kredit, den sich \u201edie in der Reproduktion besch\u00e4ftigten Kapitalisten untereinander geben\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote50sym\" name=\"sdfootnote50anc\"><sup>50<\/sup><\/a>, wie Marx sagt, und der sich mit dem Geldkredit der Bank verbindet. Von Seiten der Bank handelt es sich also hier um das kurzfristige Kreditgesch\u00e4ft, das \u201eechte\u201c Bankgesch\u00e4ft nach englischer Theorie, das in Hilferdings Konzeption nun eine doppelte Rolle spielt: erstens erhebt er die Form der englischen Depositenbank zur allgemeinen Bestimmung des Bankkapitals, zweitens beschr\u00e4nkt er die Unterordnung des zinstragenden Kapitals unter die Bedingungen der kapitalistischen Produktion auf die Vermittlung des kommerziellen Kredits: \u201eDas Wucherkapital wird dem Industriekapital untergeordnet (\u2026) Als Bankkapital vermittelt es die Kreditoperationen unter den Produktiven.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote51sym\" name=\"sdfootnote51anc\"><sup>51<\/sup><\/a> \u201eEs\u201c ist im letzten Satz immer noch das Wucherkapital, das Hilferding hier mit dem zinstragenden Kapital \u00fcberhaupt verwechselt und das jetzt in der Form der englischen Depositenbank auftritt, in der es, statt zu wuchern, als bescheidener Vermittler sich mit Wechselgesch\u00e4ften und dergleichen begn\u00fcgen muss.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Geht nun das verkappte Wucherkapital dazu \u00fcber, Anlage- und Emissionsgesch\u00e4fte zu t\u00e4tigen, langfristige Kredite f\u00fcr Anlage von fixem Kapital zu gew\u00e4hren, so w\u00e4chst es nach Hilferding bereits aus der Form des \u201eBankkapitals\u201c \u2013 obwohl in Wirklichkeit nur aus der Form der englischen Depositenbank \u2013 heraus und hebt damit zugleich die Unterordnung unter das industrielle Kapital \u2013 in Wirklichkeit nur die Beschr\u00e4nkung auf das \u201eregul\u00e4re\u201c Kreditgesch\u00e4ft \u2013 auf. Denn mit dem langfristigen Kredit f\u00fcr fixe Kapitalanlagen \u201e\u00e4ndert sich aber zugleich die Stellung der Banken zur Industrie.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote52sym\" name=\"sdfootnote52anc\"><sup>52<\/sup><\/a> \u201eAus dem augenblicklichen Interesse wird ein dauerndes Interesse, und je gr\u00f6\u00dfer der Kredit, je mehr vor allem der Anteil des in fixes Kapital verwandelten Leihkapitals \u00fcberwiegt, desto gr\u00f6\u00dfer und desto bleibender dieses Interesse. Gleichzeitig w\u00e4chst aber der Einfluss der Bank auf das Unternehmen (\u2026)\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote53sym\" name=\"sdfootnote53anc\"><sup>53<\/sup><\/a> Mit der Entwicklung der Aktiengesellschaften und dem Emissionsgesch\u00e4ft schlie\u00dflich streift das Wucherkapital die Formen der Unterordnung unter die kapitalistische Industrie endg\u00fcltig ab und kommt wieder zu sich selbst.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Wie es fr\u00fcher die kleinen Produzenten aussaugte und das reiche Grundeigentum ruinierte, so jetzt die gro\u00dfe Industrie: \u201eDie Mobilisierung des Kapitals und die stets st\u00e4rkere Ausdehnung des Kredits \u00e4ndert allm\u00e4hlich die Stellung der Geldkapitalisten vollst\u00e4ndig. Die Macht der Banken w\u00e4chst, sie werden die Gr\u00fcnder und schlie\u00dflich die Beherrscher der Industrie, deren Profite sie als Finanzkapital an sich rei\u00dfen, ganz wie einst der alte Wucher in seinem \u2018Zins\u2019 den Arbeitsertrag des Bauern und die Rente des Grundherrn. Der Hegelianer k\u00f6nnte von Negation der Negation sprechen: Das Bankkapital war die Negation des Wucherkapitals und wird selbst vom Finanzkapital negiert. Dieses ist die Synthese des Wucher- und Bankkapitals und eignet sich auf einer unendlich h\u00f6heren Stufe der \u00f6konomischen Entwicklung die Fr\u00fcchte der gesellschaftlichen Produktion an.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote54sym\" name=\"sdfootnote54anc\"><sup>54<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Dass Hilferding die Gr\u00fcndert\u00e4tigkeit, das Emissionsgesch\u00e4ft und den Handel mit Effekten dem Wuchergesch\u00e4ft gleichsetzt, fu\u00dft wieder auf der Polemik der \u00e4lteren deutschen \u00d6konomen, die die englische Banktheorie vertraten. Sch\u00e4ffle sprach von dem \u201edurchaus wucherischen und destruktiven Betriebe\u201c der im Effektengesch\u00e4ft engagierten Banken, und Adolf Wagner erkl\u00e4rte, dass diese ihre Gewinne \u201edoch vornehmlich der Ausbeutung von Leichtsinn, Unerfahrenheit und Gewinnsucht der am B\u00f6rsenspiel sich beteiligenden Volkskreise verdankten.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote55sym\" name=\"sdfootnote55anc\"><sup>55<\/sup><\/a> Die Universalbank war in der Tat eine \u201eSynthese\u201c, indem sie das \u201eregul\u00e4re\u201c Kreditgesch\u00e4ft mit dem Effektengesch\u00e4ft verband und beide Arten der Kreditvermittlung unter einem Dach anbot. Wenn Hilferding das \u201eFinanzkapital\u201c als \u201eSynthese des Wucher- und Bankkapitals\u201c bezeichnet, so verdolmetscht er nur den Standpunkt der \u00e4lteren b\u00fcrgerlichen \u00d6konomie in Deutschland, die in den Universalbanken eine Verquickung des \u201eeigentlichen\u201c Bankgesch\u00e4fts mit wucherischer Spekulation sah. Daraus ergibt sich dann die Ansicht, dass mit der Entstehung des Universalbanksystems in Deutschland der alte und eigentliche Kapitalismus, der sich in der englischen Banktheorie widerspiegelt, von einem neuen Kapitalismus abgel\u00f6st wird, den die Theorie des \u201eFinanzkapitals\u201c beschreibt.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">In dieser Art und Weise, in der Hilferding eine besondere historische Entwicklung mit allgemeinen Begriffen der Marxschen Polit\u00f6konomie zu fassen versucht, haben sich uns eine Reihe weiterer Fehler gezeigt: Hilferding verwechselt das zinstragende Kapital \u00fcberhaupt mit dem Wucherkapital, beschr\u00e4nkt das Bankkapital auf die besondere Form der englischen Depositenbank, verwechselt die Vermittlung des kommerziellen Kredits mit der Unterordnung des zinstragenden Kapitals unter die kapitalistische Produktionsweise, w\u00e4hrend das Emissionsgesch\u00e4ft als Wucher verstanden wird, der den Bedingungen der kapitalistischen Produktion nicht mehr untergeordnet ist. All diesen Fehlern liegt dieselbe Methode zugrunde, besondere historische Formen falsch mit allgemeinen Begriffen zu identifizieren, die Marx als \u201enotwendig zur Charakterisierung der kapitalistischen Produktionsweise \u00fcberhaupt\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote56sym\" name=\"sdfootnote56anc\"><sup>56<\/sup><\/a> ansah. Die besonderen Formen, die sich in Deutschland entwickelten, schienen daher eine qualitative \u00c4nderung im allgemeinen Charakter der Produktionsweise anzuzeigen, einen Vorgang, der sich Hilferding als \u201enotwendig und unumg\u00e4nglich, weil den Gesetzen der kapitalistischen Entwicklung entspringend\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote57sym\" name=\"sdfootnote57anc\"><sup>57<\/sup><\/a> darstellte.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Ausgehend von dieser falschen Verallgemeinerung und ihrer grunds\u00e4tzlichen Bedeutung sah auch Lenin in der von Jeidels beschriebenen Herausbildung der Universalbanken und ihrer Beziehungen zur Industrie einen qualitativen Wendepunkt, der \u00fcber den Kapitalismus schlechthin hinausf\u00fchrte: \u201eDas 20. Jahrhundert ist also der Wendepunkt vom alten zum neuen Kapitalismus, von der Herrschaft des Kapitals schlechthin zu der Herrschaft des Finanzkapitals.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote58sym\" name=\"sdfootnote58anc\"><sup>58<\/sup><\/a> Die fehlerhafte Auffassung des Wucherkapitals und seiner Entwicklung, wie Hilferding sie beschrieben hatte, wird man unschwer wiedererkennen in dem Satz: \u201eDer Kapitalismus, der seine Entwicklung als kleines Wucherkapital begann, beendet seine Entwicklung als riesiges Wucherkapital.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote59sym\" name=\"sdfootnote59anc\"><sup>59<\/sup><\/a> Hier wendet Lenin Hilferdings Theorie auf Frankreich an, wo nach seiner Ansicht eine \u201ebesonders rasche Entwicklung des <\/span><\/span><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>Finanzkapitals<\/i><\/span><\/span><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote60sym\" name=\"sdfootnote60anc\"><sup>60<\/sup><\/a> vor sich ging und der qualitative Unterschied zwischen der Epoche des Industrie- und der des Finanzkapitals besonders plastisch hervorzutreten schien.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712; font-size: 18pt;\"><b>d) Der franz\u00f6sische Rentnerstaat<\/b><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Zur Darstellung des franz\u00f6sischen Finanzkapitals benutzte Lenin die Polemik von Lysis \u201eGegen die Finanzoligarchie in Frankreich\u201c. Das Bild, das dieser von der franz\u00f6sischen Finanzoligarchie zeichnete, zeigt gleichzeitig, was er ihr vorwirft: \u201eSechs deutsche Banken sind in den Aufsichtsr\u00e4ten der 113 wichtigsten Industriegesellschaften Deutschlands vertreten, Bergbau, H\u00fcttenindustrie, Elektrizit\u00e4t, chemische Produkte (\u2026). Nichts dergleichen existiert bei uns.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote61sym\" name=\"sdfootnote61anc\"><sup>61<\/sup><\/a> Unsere Banken \u201ewidmen sich keinem langfristigen Unternehmen, sie lenken den Gang keines einzigen Unternehmens, weder in Frankreich noch im Ausland.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote62sym\" name=\"sdfootnote62anc\"><sup>62<\/sup><\/a> \u201e(\u2026) sie tauchen unser Land in einen Zustand \u00f6konomischen Todes (\u2026) In der Tat, wie k\u00f6nnte sich die Industrie auch entwickeln, wie k\u00f6nnten neue Unternehmungen in Frankreich gegr\u00fcndet werden, da doch alles disponible Kapital systematisch in Ausland exportiert wird?\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote63sym\" name=\"sdfootnote63anc\"><sup>63<\/sup><\/a> Was Lysis der franz\u00f6sischen Finanzoligarchie zum Vorwurf macht, ist gerade deren \u201eWeigerung\u201c, mit der franz\u00f6sischen Industrie zu \u201everschmelzen\u201c. Im Einzelnen freilich enth\u00e4lt die Streitschrift manche \u00dcbertreibung,<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote64sym\" name=\"sdfootnote64anc\"><sup>64<\/sup><\/a> doch fand sie in Frankreich starken Widerhall und wirft ein Schlaglicht auf die besonderen Verh\u00e4ltnisse dieses Landes.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Nach geringen Anf\u00e4ngen in der zweiten H\u00e4lfte des 18. Jahrhunderts<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote65sym\" name=\"sdfootnote65anc\"><sup>65<\/sup><\/a> hatte die Industrialisierung w\u00e4hrend des 19. Jahrhunderts nur verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig langsame Fortschritte gemacht. Auf die Gr\u00fcnde kann hier nicht im Einzelnen eingegangen werden. Es sei nur auf den einen charakteristischen Umstand verwiesen, dass mit der Franz\u00f6sischen Revolution aus der Aufl\u00f6sung des feudalen Grundeigentums das freie Parzelleneigentum selbstwirtschaftender Bauern hervorgegangen war. W\u00e4hrend zum Vergleich in England die freie Bauernschaft bereits etwa um 1750 verschwunden war,<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote66sym\" name=\"sdfootnote66anc\"><sup>66<\/sup><\/a> hielt sich in Frankreich die Abwanderung vom Land auch im 19. Jahrhundert in sehr engen Grenzen, so dass Engels 1877 noch von einem Kleinbauerntum sprechen konnte, \u201edass die gro\u00dfe Masse der franz\u00f6sischen Bev\u00f6lkerung bildet\u201c.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote67sym\" name=\"sdfootnote67anc\"><sup>67<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts herrschte in der franz\u00f6sischen Wirtschaft das Familienunternehmen vor.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote68sym\" name=\"sdfootnote68anc\"><sup>68<\/sup><\/a> Aktiengesellschaften hatten nur geringe Verbreitung gefunden.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote69sym\" name=\"sdfootnote69anc\"><sup>69<\/sup><\/a> Zur Bildung von Kartellen kam es nur vereinzelt.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote70sym\" name=\"sdfootnote70anc\"><sup>70<\/sup><\/a> Die Kapitalbasis selbst f\u00fchrender Werke der Schwerindustrie war vergleichsweise gering.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote71sym\" name=\"sdfootnote71anc\"><sup>71<\/sup><\/a> Das langsame Tempo der Akkumulation zeigte sich auch darin, dass ihre bevorzugte Form die Selbstfinanzierung war; Bankkapital wurde kaum in Anspruch genommen. \u201eVon den 300 Mill., die 1900 \u2013 1912 f\u00fcr Neuanlagen aufgewendet wurden, kamen nur 20 Mill. von den Banken und ihren Kunden. Deshalb fehlt die sachliche und pers\u00f6nliche Verflechtung der Schwerindustrie mit den gro\u00dfen Kreditinstituten. Die Werke sind unabh\u00e4ngig geblieben, aber sie haben sich daf\u00fcr auch Beschr\u00e4nkungen auferlegen m\u00fcssen, wenn es sich um die Ausdehnung ihrer Anlagen handelte.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote72sym\" name=\"sdfootnote72anc\"><sup>72<\/sup><\/a> Was hier von Schwerindustrie gesagt wird, gilt in noch gr\u00f6\u00dferem Ma\u00dfe f\u00fcr andere Zweige der franz\u00f6sischen Wirtschaft.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Marx bemerkte einmal, dass \u201ein L\u00e4ndern, wo das industrielle Kapital noch nicht vollst\u00e4ndig entwickelt ist, wie in Frankreich\u201c, die Neigung besteht, das zinstragende Kapital als die \u201eGrundform des Kapitals\u201c oder als das Kapital \u201epar excellence\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote73sym\" name=\"sdfootnote73anc\"><sup>73<\/sup><\/a>zu halten, \u2013 eine Neigung, die sich in Frankreich praktisch niederschlug. Das Profitstreben, das sich nur m\u00e4\u00dfig in der Neuanlage zus\u00e4tzlichen produktiven Kapitals ausdr\u00fcckte, \u00e4u\u00dferte sich umso mehr \u2013 zunehmend seit der zweiten H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts \u2013 in der Anlage festverzinslicher Wertpapiere und urbanem H\u00e4userbesitz.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote74sym\" name=\"sdfootnote74anc\"><sup>74<\/sup><\/a> \u201eDer Staat trug das Seine dazu bei, indem er \u2013 bereits seit Napoleon III. \u2013 in zunehmendem Ma\u00dfe Anleihen lancierte und sich damit diese wegen des weitgestreuten Wertpapierbesitzes breite, durch Spekulation auf Profitmaximierung erpichte Bourgeoisie verpflichtete und an sich band. So zur\u00fcckhaltend sich diese Bourgeoisie verhielt, wenn es um die Entwicklung des Produktionsapparats ging, so k\u00fchn, zun\u00e4chst sogar geradezu abenteuerlich agierte sie, wenn es sich um Anlagen im Ausland handelte (\u2026)\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote75sym\" name=\"sdfootnote75anc\"><sup>75<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">An Versuchen, das disponible Kapital der Gesellschaft f\u00fcr die Entwicklung der Industrie zu nutzen, hat es nicht gefehlt. 1852 wurde der Cr\u00e9dit Mobilier gegr\u00fcndet, eine der ersten Universalbanken \u00fcberhaupt; mit ihm verbanden seine Gr\u00fcnder, ehemalige Vertreter der saint-simonistischen Schule, das Ziel, durch Gr\u00fcndung von Industrieunternehmungen und langfristige Finanzierung der Industrie nicht nur zur Entwicklung der franz\u00f6sischen Wirtschaft beizutragen, sondern ein allgemeines Banken- und Kreditsystem zu schaffen, das die Leitung und Regulierung der gesamten Produktion erm\u00f6glicht. Marx sah im Cr\u00e9dit Mobilier \u201eeine Form, die \u00fcbrigens nur in einem Land wie Frankreich vorherrschend werden konnte, wo weder das Kreditsystem noch die gro\u00dfe Industrie zur modernen H\u00f6he entwickelt waren\u201c.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote76sym\" name=\"sdfootnote76anc\"><sup>76<\/sup><\/a> Sein Bankrott im Jahre 1867 blieb nicht der einzige R\u00fcckschlag, den die franz\u00f6sischen Banken im langfristigen Anlagegesch\u00e4ft und der Spekulation mit Effekten erlitten. Der Konkurs der \u201eSoci\u00e9t\u00e9 de l\u2019Union G\u00e9n\u00e9rale\u201c im Jahre 1882, der eine Panik an der B\u00f6rse und eine allgemeine Bankenkrise ausl\u00f6ste, bedeutete einen Wendepunkt f\u00fcr das franz\u00f6sische Bankwesen. Seit dieser Zeit etablierte sich in Frankreich eine Trennung in Depositenbanken und Emissionsbanken (wenn auch nicht in ganz scharfer Form).<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote77sym\" name=\"sdfootnote77anc\"><sup>77<\/sup><\/a> Die gro\u00dfen Banken wie der Cr\u00e9dit Lyonnais und die Soci\u00e9t\u00e9 G\u00e9n\u00e9rale, die infolge der Krise schwere Verluste erlitten hatten, bauten ihre langfristigen Kredite ab und wurden \u2013 am ausgepr\u00e4gtesten der Cr\u00e9dit Lyonnais \u2013 zu Depositenbanken. Aber auch die Emissionsbanken, die im \u00dcbrigen erheblich kleiner waren als die genannten Depositenbanken, hatten an der franz\u00f6sischen Industrie kaum Interesse und waren nur ganz vereinzelt an Industriegesellschaften beteiligt.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote78sym\" name=\"sdfootnote78anc\"><sup>78<\/sup><\/a> Dieses geringe Interesse deckte sich aber mit der schwachen Nachfrage der Industrie nach langfristigen Krediten und der geringen Zahl der Aktiengesellschaften.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Grunds\u00e4tzlich ist jedenfalls festzustellen, dass der Typ der Universalbank aufgegeben worden war. An die Stelle engerer Beziehungen zur Industrie Frankreichs trat das ausl\u00e4ndische Anlagegesch\u00e4ft, wobei wiederum nicht die direkte Industriefinanzierung, sondern Staatsanleihen dominierten.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote79sym\" name=\"sdfootnote79anc\"><sup>79<\/sup><\/a> \u201eWenn die Anlagebanken sich st\u00e4rker im Ausland als daheim engagierten, so lag das sicher nicht nur daran, dass sie sich hier mehr Gewinn erwarten konnten, sondern offensichtlich auch daran, dass die franz\u00f6sische Industrie, in der es vor dem Ersten Weltkrieg nur relativ wenige Gro\u00dfunternehmungen gab, den reich alimentierten franz\u00f6sischen Kapitalmarkt nur in ziemlich bescheidenem Umfang in Anspruch nahm.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote80sym\" name=\"sdfootnote80anc\"><sup>80<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Lysis stellt den Zusammenhang auf den Kopf, wenn er den Kapitalexport der \u201eWucherer Europas\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote81sym\" name=\"sdfootnote81anc\"><sup>81<\/sup><\/a> f\u00fcr den \u201e\u00f6konomischen Tod\u201c (auch eine seiner \u00dcbertreibungen) Frankreichs verantwortlich macht; Lenin folgt ihm darin: \u201eAlle Verh\u00e4ltnisse des Wirtschaftslebens erfahren infolge dieser Wandlung des Kapitalismus eine tiefgehende Ver\u00e4nderung.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote82sym\" name=\"sdfootnote82anc\"><sup>82<\/sup><\/a> Die Reichlichkeit des franz\u00f6sischen Leihkapitals war weder Ausdruck eines hochentwickelten, \u201e\u00fcberreifen\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote83sym\" name=\"sdfootnote83anc\"><sup>83<\/sup><\/a> Kapitalismus noch einer \u201ebesonders raschen Entwicklung des\u00a0<\/span><\/span><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>Finanz<\/i><\/span><\/span><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">kapitals\u201c, sondern Begleiterscheinung einer z\u00f6gernden industriellen Entwicklung und einer weitverbreiteten Bevorzugung zinstragender Anlagen.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Es entspricht den irref\u00fchrenden Verallgemeinerungen Hilferdings, dass Lenin die Verschmelzung von Bank- und Industriekapital sowie die Abh\u00e4ngigkeit der Industrie von den Banken an britischen und besonders franz\u00f6sischen Banken zu demonstrieren versucht. Ausgehend von der Kontof\u00fchrung f\u00fcr bestimmte Kapitalisten schreibt er: \u201eSobald aber diese Operation Riesendimensionen annimmt, zeigt sich, dass eine Handvoll Monopolisten sich die Handels- und Industrieoperationen der ganzen kapitalistischen Gesellschaft unterwirft, indem sie \u2013 durch Bankverbindungen, Kontokorrente und andere Finanzoperationen \u2013 die M\u00f6glichkeit erh\u00e4lt, sich zun\u00e4chst \u00fcber die Gesch\u00e4ftslage der einzelnen Kapitalisten\u00a0<\/span><\/span><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>genau zu informieren<\/i><\/span><\/span><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">, dann sie zu kontrollieren, sie durch Erweiterung oder Schm\u00e4lerung, Erleichterung oder Erschwerung des Kredits zu beeinflussen und schlie\u00dflich ihr Schicksal\u00a0<\/span><\/span><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>restlos zu bestimmen<\/i><\/span><\/span><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">, die H\u00f6he ihrer Eink\u00fcnfte zu bestimmen, ihnen Kapital zu entziehen oder ihnen die M\u00f6glichkeit zu geben, ihr Kapital rasch und in gro\u00dfem Umfang zu erh\u00f6hen usw.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote84sym\" name=\"sdfootnote84anc\"><sup>84<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Deutlicher l\u00e4sst sich kaum ausdr\u00fccken, dass der Kapitalismus als eine auf Gesetzen beruhende Produktionsweise verschwunden ist und an seine Stelle die Allmacht der Monopolisten getreten ist. Denn wie k\u00f6nnen die \u201eHandels- und Industrieoperationen der ganzen kapitalistischen Gesellschaft\u201c noch von den Gesetzen der Warenproduktion bestimmt sein, wenn sie einer Handvoll Monopolisten unterworfen sind? Diese bestimmen die H\u00f6he der Eink\u00fcnfte, die unter kapitalistischen Bedingungen durch die Produktion des Mehrwerts und die allgemeine Profitrate geregelt wird; sie erleichtern und erschweren den Kredit, der im Kapitalismus der Bewegung der allgemeinen Zinsrate unterworfen ist; sie bestimmen restlos das Schicksal der einzelnen Kapitalisten, das auf Basis des Kapitals der Konkurrenz unterworfen ist. Wenn eine Handvoll Monopolisten das wirklich kann, was Lenin ihr zuschreibt, dann bestimmen sie tats\u00e4chlich die gesamte Produktion der Gesellschaft, wenn auch nicht im Interesse der Allgemeinheit.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Als empirischen Beleg stellt Lenin eine Zunahme der Zahl der Niederlassungen, Filialen, Aktienbeteiligungen, Konten oder auch Briefe verschiedener Banken fest, um fortzufahren: \u201eDiese einfachen Zahlen zeigen wohl anschaulicher als langatmige Betrachtungen, wie sich mit der Konzentration des Kapitals und dem Wachstum des Umsatzes die Bedeutung der Banken von Grund aus \u00e4ndert.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote85sym\" name=\"sdfootnote85anc\"><sup>85<\/sup><\/a> Zwar zeigen die Zahlen die Ausdehnung der T\u00e4tigkeit der Banken, aber was f\u00fcr eine T\u00e4tigkeit sich ausdehnt, bleibt im einzelnen Fall zu pr\u00fcfen. Dass der Hinweis auf die Filialnetze der englischen Gro\u00dfbanken<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote86sym\" name=\"sdfootnote86anc\"><sup>86<\/sup><\/a> in die Irre f\u00fchrt, geht aus dem Abschnitt \u00fcber das englische Bankwesen bereits hervor. Dasselbe gilt aber auch von den drei franz\u00f6sischen Gro\u00dfbanken, die Lenin nennt.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote87sym\" name=\"sdfootnote87anc\"><sup>87<\/sup><\/a> Das Comptoir National d\u2019Escompte war 1848 von vornherein als Depositenbank nach englischem Vorbild gegr\u00fcndet worden. Der Cr\u00e9dit Lyonnais und die Soci\u00e9t\u00e9 G\u00e9n\u00e9rale haben sich zur selben Zeit, in der sich die deutschen Banken zu Universalbanken entwickelten, aus der Industriefinanzierung zur\u00fcckgezogen. Eine Kontrolle der franz\u00f6sischen Industrie strebten sie weder an noch hatten sie die Mittel dazu.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\">\u201e<span style=\"font-size: medium;\">Eine der drei gr\u00f6\u00dften Banken Frankreichs, der &lt;Cr\u00e9dit Lyonnais&gt;\u201c, schreibt Lenin, \u201ehat z.\u00a0B. ein besonderes Finanzstudienb\u00fcro (Service des \u00e9tudes financi\u00e8res) eingerichtet. Dort arbeiten st\u00e4ndig \u00fcber 50 Personen \u2013 Ingenieure, Statistiker, National\u00f6konomen, Juristen (\u2026) Die Folge ist einerseits eine immer gr\u00f6\u00dfere Verschmelzung oder, nach einem treffenden Ausdruck N.I. Bucharins, ein Verwachsen mit dem Industriekapital, und andererseits ein Hin\u00fcberwachsen der Banken in Institutionen von wahrhaft &lt;universalem Charakter&gt;.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote88sym\" name=\"sdfootnote88anc\"><sup>88<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Auf die franz\u00f6sische Wirklichkeit und den Cr\u00e9dit Lyonnais im Besonderen trifft Lenins Folgerung nicht zu. Der Cr\u00e9dit Lyonnais war umgekehrt, infolge bitterer Erfahrungen, auf Vermeidung jeglichen Risikos und Vergr\u00f6\u00dferung der Sicherheit bedacht. In den Formulierungen, mit denen die Direktion ihre Schreiben an die russischen Filialen regelm\u00e4\u00dfig schloss, kommt die Scheu vor den Risiken industriellen Engagements deutlich zu Ausdruck: \u201eVermeiden Sie Risiken, vergr\u00f6\u00dfern Sie ihre Sicherheitsmargen, vermehren Sie die klassischen Bankgesch\u00e4fte wie das Diskontgesch\u00e4ft, enthalten Sie sich jedes gewagten Engagements gegen\u00fcber den Industriellen!\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote89sym\" name=\"sdfootnote89anc\"><sup>89<\/sup><\/a> Das klassische Bankgesch\u00e4ft ist das \u201eregul\u00e4re\u201c Bankgesch\u00e4ft der englischen Banktheorie; diese Klassik war das Vorbild des Cr\u00e9dit Lyonnais.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">[<a href=\"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=393\">Weiter<\/a>]<\/p>\n<div id=\"sdfootnote1\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote1anc\" name=\"sdfootnote1sym\">1<\/a><span lang=\"en-US\"> LW 22, S. 230<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote2\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote2anc\" name=\"sdfootnote2sym\">2<\/a><span lang=\"en-US\"> MEW 25, S. 366<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote3\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote3anc\" name=\"sdfootnote3sym\">3<\/a><span lang=\"en-US\"> MEW 25, S. 362<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote4\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote4anc\" name=\"sdfootnote4sym\">4<\/a><span lang=\"en-US\"> MEW 25, S. 481<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote5\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a name=\"_Hlk107500550\"><\/a> <a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote5anc\" name=\"sdfootnote5sym\">5<\/a><span lang=\"en-US\"> MEW 25, S. 454 f.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote6\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote6anc\" name=\"sdfootnote6sym\">6<\/a><span lang=\"en-US\"> Hilferding, a.a.O., S. 309 \/ a.a.O., S. 305<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote7\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote7anc\" name=\"sdfootnote7sym\">7<\/a> MEW 25, S. 619 f.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote8\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote8anc\" name=\"sdfootnote8sym\">8<\/a> MEW 25, S. 620<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote9\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote9anc\" name=\"sdfootnote9sym\">9<\/a> Bez\u00fcglich des Verh\u00e4ltnisses von staatlichem \u00dcberbau und \u00f6konomischer Basis bedienten sich die Theoretiker des staatsmonopolistischen Kapitalismus in \u201eImperialismus heute\u201c desselben Verfahrens: \u201eDie wirtschaftliche T\u00e4tigkeit des westdeutschen Staates ist zu einem immanenten Faktor des Reproduktionsprozesses und damit zu einer im unmittelbaren Sinne \u00f6konomische Potenz geworden, ohne die der kapitalistische Reproduktionsprozess nicht mehr vonstattengehen kann.\u201c <span lang=\"en-US\">(a.a.O. S. 138<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote10\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote10anc\" name=\"sdfootnote10sym\">10<\/a><span lang=\"en-US\"> Hilferding, a.a.O. S. 310 \/ a.a.O. S. 307<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote11\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote11anc\" name=\"sdfootnote11sym\">11<\/a> LW 22, S. 214<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote12\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote12anc\" name=\"sdfootnote12sym\">12<\/a> LW 22, S. 230<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote13\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote13anc\" name=\"sdfootnote13sym\">13<\/a> LW 22, S. 270. An anderer Stelle setzt Lenin das \u201eWeltfinanzkapital\u201c einfach mit der Summe aller Wertpapiere gleich (S. 243 f.), so dass sich der Inhalt des Begriffs v\u00f6llig verfl\u00fcchtigt.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote14\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote14anc\" name=\"sdfootnote14sym\">14<\/a> Hilferding, a.a.O. S. 113, Fu\u00dfnote \/ a.a.O. S. 98, Fu\u00dfnote<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote15\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote15anc\" name=\"sdfootnote15sym\">15<\/a> LW 22, S. 212<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote16\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote16anc\" name=\"sdfootnote16sym\">16<\/a> LW 22, S. 226<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote17\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote17anc\" name=\"sdfootnote17sym\">17<\/a> Otto Jeidels, Das Verh\u00e4ltnis der deutschen Gro\u00dfbanken zur Industrie mit besonderer Ber\u00fccksichtigung der Eisenindustrie, M\u00fcnchen und Leipzig 1913, 2. unver\u00e4nderte Auflage, S. 180. vgl. LW 22, S. 227<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote18\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote18anc\" name=\"sdfootnote18sym\">18<\/a> Jeidels, a.a.O. S. 50<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote19\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a name=\"_Hlk107587529\"><\/a> <a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote19anc\" name=\"sdfootnote19sym\">19<\/a> ebenda S. 121<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote20\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote20anc\" name=\"sdfootnote20sym\">20<\/a> ebenda S. 150<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote21\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote21anc\" name=\"sdfootnote21sym\">21<\/a> ebenda S. 121<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote22\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote22anc\" name=\"sdfootnote22sym\">22<\/a> ebenda S. 112<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote23\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote23anc\" name=\"sdfootnote23sym\">23<\/a> ebenda S. 179 f.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote24\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote24anc\" name=\"sdfootnote24sym\">24<\/a> ebenda S. 184<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote25\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote25anc\" name=\"sdfootnote25sym\">25<\/a> ebenda S. 198<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote26\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote26anc\" name=\"sdfootnote26sym\">26<\/a> ebenda S. 199<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote27\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote27anc\" name=\"sdfootnote27sym\">27<\/a> ebenda S. 222<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote28\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote28anc\" name=\"sdfootnote28sym\">28<\/a> ebenda S. 222<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote29\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote29anc\" name=\"sdfootnote29sym\">29<\/a> ebenda S. 250<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote30\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote30anc\" name=\"sdfootnote30sym\">30<\/a> ebenda S. 258<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote31\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote31anc\" name=\"sdfootnote31sym\">31<\/a> ebenda S. 269 f.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote32\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote32anc\" name=\"sdfootnote32sym\">32<\/a> ebenda S. 153<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote33\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote33anc\" name=\"sdfootnote33sym\">33<\/a> ebenda S. 192<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote34\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote34anc\" name=\"sdfootnote34sym\">34<\/a> ebenda S. 197<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote35\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote35anc\" name=\"sdfootnote35sym\">35<\/a> ebenda S. 197<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote36\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote36anc\" name=\"sdfootnote36sym\">36<\/a> ebenda S. 187<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote37\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote37anc\" name=\"sdfootnote37sym\">37<\/a> ebenda S. 182<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote38\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote38anc\" name=\"sdfootnote38sym\">38<\/a> ebenda S. 268<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote39\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote39anc\" name=\"sdfootnote39sym\">39<\/a> Eine \u00e4hnliche Problematik findet sich sp\u00e4ter wiederum im Versuch, das Verh\u00e4ltnis von \u00d6konomie und Staat neu zu bestimmen. Stalin hatte noch in der \u201eFrage des Zusammenwachsens der Monopole mit dem Staatsapparat\u201c argumentiert: Der Ausdruck &lt;Zusammenwachsen&gt; passt nicht. Dieser Ausdruck stellt oberfl\u00e4chlich und beschreibend die Ann\u00e4herung der Monopole und des Staates fest, deckt aber nicht den \u00f6konomischen Sinn dieser Ann\u00e4herung auf. Es ist so, dass der Prozess dieser Ann\u00e4herung nicht einfach zum Zusammenwachsen f\u00fchrt, sondern zur Unterordnung des Staatsapparates unter die Monopole. Darum sollte man auf das Wort &lt;Zusammenwachsen&gt; verzichten und es durch die Worte &lt;Unterordnung des Staatsapparates unter die Monopole&gt; ersetzen.\u201c (Josef Stalin, \u00d6konomische Probleme des Sozialismus in der UdSSR, Dietz-Verlag 1952; zitiert nach: J. Stalin, F. Behrens, J. Kuczynski, \u00d6konomische Probleme des Sozialismus, Frankfurt 1972, S. 44) Unter Kritik an Stalins \u201eDogmatismus\u201c w\u00e4hlten sp\u00e4ter die Autoren von \u201eImperialismus heute\u201c Formulierungen, die zwar auf das Wort verzichten, inhaltlich aber das \u201eZusammenwachsen\u201c umschreiben, so z.B. \u201e\u2026 so besteht das Wesentlich der heutigen Lage darin, dass die staatliche T\u00e4tigkeit (ist) auf l\u00e4ngere Sicht berechnet in die \u00f6konomische Prozesse unmittelbar eingebaut und organisch aufs engste mit ihnen verbunden\u201c (a.a.O.. S. 138; vgl. auch S. 157 f.)<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote40\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote40anc\" name=\"sdfootnote40sym\">40<\/a> Jeidels, a.a.O., S .13<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote41\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote41anc\" name=\"sdfootnote41sym\">41<\/a> Theodor Vogelstein, Die Industrie und der Kapitalmarkt, Bank-Archiv, 8. Jahrgang (1909), No. 22, S.342, zitiert nach Riesser, Die deutschen Gro\u00dfbanken und ihre Konzentration im Zusammenhang mit der Entwicklung der Gesamtwirtschaft in Deutschland, Glash\u00fctten im Taunus, 1971, S. 202 f. Fu\u00dfnote (unver\u00e4nderter Nachdruck der Ausgabe Jena 1912)<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote42\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote42anc\" name=\"sdfootnote42sym\">42<\/a><span lang=\"it-IT\"> Riesser, a.a.O., S. 444<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote43\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote43anc\" name=\"sdfootnote43sym\">43<\/a> Karl Erich Born, Geld und Banken im 19. und 20. Jahrhundert, Stuttgart 1977, S. 310. Born gibt einen \u00dcberblick \u00fcber die Geschichte der Banken und Banksysteme verschiedener L\u00e4nder.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote44\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote44anc\" name=\"sdfootnote44sym\">44<\/a> siehe z.B. Johann Plenge, Die erste Anlagebank. Gr\u00fcndung und Geschichte des Cr\u00e9dit Mobilier, Essen 1921, S. VIII<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote45\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote45anc\" name=\"sdfootnote45sym\">45<\/a> Umfangreiche Literaturhinweise finden sich bei Adolf Weber, Depositenbanken und Spekulationsbanken. Ein Vergleich deutschen und englischen Bankwesens, M\u00fcnchen und Leipzig 1915, (1. Auflage 1902)<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote46\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote46anc\" name=\"sdfootnote46sym\">46<\/a><span lang=\"it-IT\"> Riesser, a.a.O., S. 437<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote47\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote47anc\" name=\"sdfootnote47sym\">47<\/a><span lang=\"en-US\"> MEW 25, S. 608<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote48\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote48anc\" name=\"sdfootnote48sym\">48<\/a><span lang=\"en-US\"> MEW 25, S. 613 f.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote49\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote49anc\" name=\"sdfootnote49sym\">49<\/a><span lang=\"en-US\"> Hilferding, a.a.O., S. 308 \/ a.a.O., S. 114<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote50\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote50anc\" name=\"sdfootnote50sym\">50<\/a><span lang=\"en-US\"> MEW 25, S. 496; Hilferding, a.a.O. S. 129 \/ a.a.O., S. 114<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote51\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote51anc\" name=\"sdfootnote51sym\">51<\/a><span lang=\"en-US\"> Hilferding, a.a.O., S. 310 \/ a.a.O. S. 307<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote52\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote52anc\" name=\"sdfootnote52sym\">52<\/a><span lang=\"en-US\"> Hilferding, a.a.O., S. 118 \/ a.a.O. S. 103<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote53\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote53anc\" name=\"sdfootnote53sym\">53<\/a><span lang=\"en-US\"> Hilferding, a.a.O., S. 119 \/ a.a.O. S. 104<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote54\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote54anc\" name=\"sdfootnote54sym\">54<\/a> Hilferding, a.a.O., S. 310 \/ a.a.O. S. 307<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote55\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote55anc\" name=\"sdfootnote55sym\">55<\/a> zitiert nach: Adolf Weber, a.a.O. S. 6; Sch\u00e4ffle, Kapitalismus und Sozialismus, S. 249; A. Wagner in: Sattler, Die Effektenbanken, Leipzig 1890, Vorwort S. VIII<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote56\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote56anc\" name=\"sdfootnote56sym\">56<\/a> MEW 25, S. 413<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote57\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote57anc\" name=\"sdfootnote57sym\">57<\/a> Hilferding, a.a.O., S. 398 \/ a.a.O. S. 398 wendet: und<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote58\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote58anc\" name=\"sdfootnote58sym\">58<\/a> LW 22, S. 229<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote59\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote59anc\" name=\"sdfootnote59sym\">59<\/a> LW 22, S. 237<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote60\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote60anc\" name=\"sdfootnote60sym\">60<\/a> LW 22, S. 273<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote61\" style=\"text-align: justify;\">\n<p><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote61anc\" name=\"sdfootnote61sym\">61<\/a> Lysis (Pseudonym von Eug\u00e8ne Letailleur), Contre l\u00b4Oligarchie financi\u00e8re en France, Paris ohne Jahrgang; hier zitiert nach der 11. Auflage. Lenin wusste, wogegen sich Lysis wendet: \u201eund viel Geschrei dagegen, dass die Banken die <i>franz\u00f6sische<\/i> Industrie <i>nicht<\/i> unterst\u00fctzen \u2026\u201c <span lang=\"fr-FR\">(LW 39, S. 210) \u201eSix banques allemandes sont repr<\/span><span lang=\"fr-FR\">\u00e9<\/span><span lang=\"fr-FR\">sent<\/span><span lang=\"fr-FR\">\u00e9<\/span><span lang=\"fr-FR\">es dans les conseils d\u00b4administration des cent treize plus importants soci<\/span><span lang=\"fr-FR\">\u00e9<\/span><span lang=\"fr-FR\">t<\/span><span lang=\"fr-FR\">\u00e9<\/span><span lang=\"fr-FR\">s industrielles d\u00b4Allemagne, mines, m<\/span><span lang=\"fr-FR\">\u00e9<\/span><span lang=\"fr-FR\">tallurgie, <\/span><span lang=\"fr-FR\">\u00e9<\/span><span lang=\"fr-FR\">lectricit<\/span><span lang=\"fr-FR\">\u00e9<\/span><span lang=\"fr-FR\">, produits chimiques (\u2026). Rien de pareil n`existe chez nous.\u201c <\/span><span lang=\"it-IT\">S. 16<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote62\" style=\"text-align: justify;\">\n<p><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote62anc\" name=\"sdfootnote62sym\">62<\/a><span lang=\"fr-FR\"> \u201eEt nos banques \u2026 elles ne se consacrent <\/span><span lang=\"fr-FR\">\u00e0<\/span><span lang=\"fr-FR\"> aucune entreprise de longue haleine, elles ne dirigent pas et ne contr<\/span><span lang=\"fr-FR\">\u00f4<\/span><span lang=\"fr-FR\">lent la marche d`aucune entreprise ni en France, ni <\/span><span lang=\"fr-FR\">\u00e0 l`\u00e9tranger. (S. 119)<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote63\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote63anc\" name=\"sdfootnote63sym\">63<\/a><span lang=\"fr-FR\"> \u201e\u2026 elles plongent notre pays dans un <\/span><span lang=\"fr-FR\">\u00e9<\/span><span lang=\"fr-FR\">tat de mort <\/span><span lang=\"fr-FR\">\u00e9<\/span><span lang=\"fr-FR\">conomique \u2026. En v<\/span><span lang=\"fr-FR\">\u00e9<\/span><span lang=\"fr-FR\">rit<\/span><span lang=\"fr-FR\">\u00e9<\/span><span lang=\"fr-FR\">, comment l`industrie pourrait-elle se d<\/span><span lang=\"fr-FR\">\u00e9<\/span><span lang=\"fr-FR\">velopper, comment des entreprises nouvelles pourraient-elles <\/span><span lang=\"fr-FR\">\u00ea<\/span><span lang=\"fr-FR\">tre fond<\/span><span lang=\"fr-FR\">\u00e9es <\/span><span lang=\"fr-FR\">en France, puisque tous les capitaux disponibles sont syst<\/span><span lang=\"fr-FR\">\u00e9<\/span><span lang=\"fr-FR\">matiquement export<\/span><span lang=\"fr-FR\">\u00e9<\/span><span lang=\"fr-FR\">s<\/span><span lang=\"fr-FR\"> \u00e0 l`\u00e9tranger?\u201c <\/span>(S. 143 f.)<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote64\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote64anc\" name=\"sdfootnote64sym\">64<\/a> Dem polemischen Charakter der Schrift d\u00fcrfte die Aussage geschuldet sein, die vier gr\u00f6\u00dften Banken bes\u00e4\u00dfen, wie Lenin schreibt, \u201enicht ein relatives, sondern ein &lt;absolutes Monopol&gt; bei der Emission von Wertpapieren\u201c und bildeten einen &lt;Trust der Gro\u00dfbanken&gt;\u201c. (LW 22, S. 237) Zum einen meint Lysis nur die Emission <i>ausl\u00e4ndischer<\/i> Wertpapiere; zum anderen waren daran nicht nur die vier gr\u00f6\u00dften Banken beteiligt, womit die vier gro\u00dfen Depositenbanken gemeint sind, sondern auch eine Reihe franz\u00f6sischer Emissionsbanken. Vgl. dazu Lysis selbst, a.a.O. S. 8; Born a.a.O. 239 ff.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote65\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote65anc\" name=\"sdfootnote65sym\">65<\/a> Siehe Claude Fohlen, Die industrielle Revolution in Frankreich 1700 -1904, in: Europ\u00e4ische Wirtschaftsgeschichte, hrsg. von K. Borchard, Band 4: Die Entwicklung der industriellen Gesellschaften, Stuttgart\/New York 1977, S. 87 ff.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote66\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote66anc\" name=\"sdfootnote66sym\">66<\/a> MEW 23, S. 750<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote67\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote67anc\" name=\"sdfootnote67sym\">67<\/a> MEW 19, S. 132<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote68\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote68anc\" name=\"sdfootnote68sym\">68<\/a> Gilbert Ziebura, Interne Faktoren des franz\u00f6sischen Hochimperialismus 1871 \u2013 1914, in: W.J. Mommsen (Hrsg.), Der moderne Imperialismus, Stuttgart 1971, S. 85<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote69\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote69anc\" name=\"sdfootnote69sym\">69<\/a> Henri S\u00e9e, Franz\u00f6sische Wirtschaftsgeschichte, Jena 1936, 2. <span lang=\"en-US\">Band, S. 454<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote70\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote70anc\" name=\"sdfootnote70sym\">70<\/a><span lang=\"en-US\"> S<\/span><span lang=\"en-US\">\u00e9<\/span><span lang=\"en-US\">e, a.a.O., S. 459<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote71\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote71anc\" name=\"sdfootnote71sym\">71<\/a><span lang=\"fr-FR\"> S<\/span><span lang=\"fr-FR\">\u00e9<\/span><span lang=\"fr-FR\">e, a.a.O., S. 440<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote72\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote72anc\" name=\"sdfootnote72sym\">72<\/a><span lang=\"fr-FR\"> S<\/span><span lang=\"fr-FR\">\u00e9<\/span><span lang=\"fr-FR\">e, a.a.O., S. 440 f.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote73\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote73anc\" name=\"sdfootnote73sym\">73<\/a><span lang=\"fr-FR\"> MEW 25, S. 622<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote74\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote74anc\" name=\"sdfootnote74sym\">74<\/a><span lang=\"fr-FR\"> Ziebura, a.a.O., S. 88. <\/span>Der Finanzattach\u00e9 der russischen Botschaft in Paris, A. Raffalovitch, schrieb 1897 an seinen Minister S. Witte: \u201eDie franz\u00f6sische Industrie hat sich in unvorstellbarer Weise in ihrer Routine festgefahren. Paul Leroy-Beaulieu (Direktor des L`Economiste fran\u00e7ais) sagt mir, dass alle gro\u00dfen H\u00fcttenwerke betr\u00e4chtliche Summen in Renten und Obligationen bei den Eisenbahnen festgelegt haben. Das ist ihr Reservefonds, aus dem sie Dividenden wie die Rentiers beziehen. In anderen L\u00e4ndern ist es \u00fcblich, die Kapitale zur Verbesserung und Erneuerung des Maschinenbestandes zu verwenden und billiger zu produzieren.\u201c Zitiert nach Ren\u00e9 Girault, Ein neues Bild des franz\u00f6sischen Unternehmers um 1914, in: Wirtschaft und Gesellschaft in Frankreich seit 1789, hrsg. von G. Ziebura u. Mitwirkung von H. G. Haupt, 1975<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote75\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote75anc\" name=\"sdfootnote75sym\">75<\/a> Ziebura, a.a.O., S. 88 f.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote76\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote76anc\" name=\"sdfootnote76sym\">76<\/a><span lang=\"fr-FR\"> MEW 25, S. 619<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote77\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a name=\"_Hlk107760998\"><\/a> <a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote77anc\" name=\"sdfootnote77sym\">77<\/a><span lang=\"fr-FR\"> S<\/span><span lang=\"fr-FR\">\u00e9<\/span><span lang=\"fr-FR\">e, a.a.O., S. 345<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote78\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote78anc\" name=\"sdfootnote78sym\">78<\/a><span lang=\"fr-FR\"> S<\/span><span lang=\"fr-FR\">\u00e9<\/span><span lang=\"fr-FR\">e, a.a.O., S. 350 f.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote79\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote79anc\" name=\"sdfootnote79sym\">79<\/a><span lang=\"en-US\"> Born, a.a.O., S. 243<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote80\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote80anc\" name=\"sdfootnote80sym\">80<\/a> Born, a.a.O., S. 321<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote81\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote81anc\" name=\"sdfootnote81sym\">81<\/a> zitiert nach LW 22, S. 237<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote82\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote82anc\" name=\"sdfootnote82sym\">82<\/a><span lang=\"en-US\"> LW 22, S. 237<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote83\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote83anc\" name=\"sdfootnote83sym\">83<\/a><span lang=\"en-US\"> LW 22, S. 245<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote84\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a name=\"_Hlk107838438\"><\/a> <a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote84anc\" name=\"sdfootnote84sym\">84<\/a><span lang=\"en-US\"> LW 22, S. 218<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote85\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote85anc\" name=\"sdfootnote85sym\">85<\/a><span lang=\"en-US\"> LW 22, S. 218<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote86\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote86anc\" name=\"sdfootnote86sym\">86<\/a><span lang=\"en-US\"> LW 22, S. 217<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote87\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote87anc\" name=\"sdfootnote87sym\">87<\/a><span lang=\"en-US\"> LW 22, S. 217 f.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote88\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote88anc\" name=\"sdfootnote88sym\">88<\/a><span lang=\"en-US\"> LW 22, S. 226<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote89\">\n<p class=\"sdfootnote\" style=\"text-align: justify;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote89anc\" name=\"sdfootnote89sym\">89<\/a> Zitiert nach Girault, a.a.O., S. 203<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>a) Zur Definition Als Ausgangspunkt f\u00fcr die Darstellung der Herrschaft des Finanzkapitals nimmt Lenin Hilferdings Definition und zitiert: \u201e\u2018Ein immer wachsender Teil des Kapitals der Industrie\u2019, schreibt Hilferding, \u2018geh\u00f6rt nicht den Industriellen, die es anwenden. Sie erhalten die Verf\u00fcgung \u00fcber das Kapital nur durch die Bank, die ihnen gegen\u00fcber den Eigent\u00fcmer vertritt. Andererseits muss die &hellip; <a href=\"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=379\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">2. 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