{"id":375,"date":"2016-09-13T08:09:40","date_gmt":"2016-09-13T06:09:40","guid":{"rendered":"http:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=375"},"modified":"2022-08-04T11:22:43","modified_gmt":"2022-08-04T09:22:43","slug":"1-das-monopolistische-stadium-des-kapitalismus","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=375","title":{"rendered":"1. Das monopolistische Stadium des Kapitalismus"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712; font-size: 18pt;\"><b>a) Zum Problem des \u201e\u00dcbergangskapitalismus\u201c<\/b><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Das Ergebnis seiner Untersuchung hat Lenin selbst in einem Satz zusammengefasst: \u201eAus allem, was \u00fcber das \u00f6konomische Wesen des Imperialismus gesagt wurde, geht hervor, dass er charakterisiert werden muss als \u00dcbergangskapitalismus oder, richtiger, als sterbender Kapitalismus.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote1sym\" name=\"sdfootnote1anc\"><sup>1<\/sup><\/a> In gewisser Hinsicht erscheint diese These leicht verst\u00e4ndlich; sie besagt: der Kapitalismus existiert noch, er ist noch nicht gestorben; sein Ende steht zwar bevor, und die Vorzeichen seines Endes sind schon sichtbar, aber eine qualitative \u00c4nderung der Produktionsweise, durch die die Gesellschaft auf neue Grundlagen gestellt w\u00fcrde, steht noch aus. Ihre\u00a0<\/span><\/span><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>M\u00f6glichkeit<\/i><\/span><\/span><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">\u00a0reift heran, aber sie ist noch nicht Wirklichkeit geworden.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Mit der These des \u201eUmschlagen(s) von Quantit\u00e4t in Qualit\u00e4t\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote2sym\" name=\"sdfootnote2anc\"><sup>2<\/sup><\/a> ist aber noch mehr gemeint, n\u00e4mlich \u201edas Umschlagen des hochentwickelten Kapitalismus in den Imperialismus\u201c,<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote3sym\" name=\"sdfootnote3anc\"><sup>3<\/sup><\/a> das zeitlich etwa mit dem Beginn des 20. Jahrhunderts zusammenf\u00e4llt und damit bereits das Stadium des \u00dcbergangs einleitet. Dieselbe neue Qualit\u00e4t, die dem Inhalt nach in der Negation des Kapitalismus und im \u00dcbergang zum Sozialismus besteht, ist also schon\u00a0<\/span><\/span><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>Wirklichkeit<\/i><\/span><\/span><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">\u00a0geworden, sie besteht darin, dass sich \u201eauf der ganzen Linie die Z\u00fcge einer \u00dcbergangsperiode vom Kapitalismus zu einer h\u00f6heren Gesellschaftsformation herausbildeten und sichtbar wurden\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote4sym\" name=\"sdfootnote4anc\"><sup>4<\/sup><\/a>. Damit hat die wirkliche Negation des Kapitalismus und der \u00dcbergang zum Sozialismus schon begonnen; es ist eine \u201eArt neue Gesellschaftsordnung\u201c entstanden, \u201edie den \u00dcbergang von der v\u00f6llig freien Konkurrenz zur vollst\u00e4ndigen Vergesellschaftung bildet\u201c.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote5sym\" name=\"sdfootnote5anc\"><sup>5<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Im Allgemeinen wird eine \u201eneue Gesellschaftsordnung\u201c, die sich vom Kapitalismus qualitativ unterscheidet, eigene \u00f6konomische Grundlagen haben, die im Gegensatz zu grundlegenden Eigenschaften des Kapitals stehen. Einen solchen qualitativen Unterschied hat Lenin in seiner Schrift angegeben: \u201eDie freie Konkurrenz ist die Grundeigenschaft des Kapitalismus und der Warenproduktion \u00fcberhaupt; das Monopol ist der direkte Gegensatz zur freien Konkurrenz (\u2026)\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote6sym\" name=\"sdfootnote6anc\"><sup>6<\/sup><\/a> \u2013 an einer sp\u00e4teren Stelle sagt Lenin: \u201eWie wir gesehen haben, ist die tiefste \u00f6konomische Grundlage des Imperialismus das Monopol.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote7sym\" name=\"sdfootnote7anc\"><sup>7<\/sup><\/a> Das Monopol im Unterschied zum Kapital oder als direkter Gegensatz zur Grundeigenschaft des Kapitalismus \u2013 dieses Monopol wird als \u201etiefste \u00f6konomische Grundlage\u201c der neuen Gesellschaftsordnung betrachtet, d.h. es gibt keine tiefere Grundlage, auf der es steht, der es untergeordnet ist und von der es abh\u00e4ngt. Zwar ist es aus der freien Konkurrenz hervorgegangen, aber einmal entstanden, ist es an keine Bedingungen gebunden, es \u201ebricht sich \u00fcberall und mit jeglichen Mitteln Bahn\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote8sym\" name=\"sdfootnote8anc\"><sup>8<\/sup><\/a> \u2013 dagegen war die freie Konkurrenz an die Nichtexistenz von Monopolen gebunden und geht mit der Ausbreitung der Monopole zugrunde: denn diese Grundeigenschaft des Kapitalismus ist \u201eunm\u00f6glich geworden (\u2026), nachdem sie die Monopole erzeugt hat\u201c.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote9sym\" name=\"sdfootnote9anc\"><sup>9<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Aus dieser Sicht sind offenbar die \u00f6konomischen Grundlagen selbst betroffen; im Fundament der Produktionsweise hat sich ein qualitativer Umschlag vollzogen. Wenn auch die alte Grundeigenschaft des Kapitalismus noch fortexistiert, zu der das Monopol in einem \u201ebest\u00e4ndigen und unl\u00f6sbaren Widerspruch\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote10sym\" name=\"sdfootnote10anc\"><sup>10<\/sup><\/a> steht; so erscheint sie doch nur noch als das \u201eallgemeine Milieu\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote11sym\" name=\"sdfootnote11anc\"><sup>11<\/sup><\/a>, w\u00e4hrend die Monopole \u201eim Wirtschaftsleben die entscheidende Rolle spielen\u201c.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote12sym\" name=\"sdfootnote12anc\"><sup>12<\/sup><\/a> \u201eZu Beginn des 20. Jahrhunderts gewannen sie in den fortgeschrittenen L\u00e4ndern das v\u00f6llige \u00dcbergewicht (\u2026)\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote13sym\" name=\"sdfootnote13anc\"><sup>13<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Diese Charakterisierung des imperialistischen Stadiums bereitete Lenin, wie sich deutlicher in den Programmdebatten 1917 und 1919 zeigte, gewisse Schwierigkeiten. In beiden F\u00e4llen bek\u00e4mpfte er den Versuch, den Imperialismus ausgehend von dessen eigener Grundlage, dem Monopol, zu charakterisieren und ihn so als ein einheitliches Ganzes darzustellen, d.h. das Monopol durchg\u00e4ngig als die tiefste Grundlage der neuen Epoche zu behandeln. Solchen Absichten hielt er entgegen: die \u201e(\u2026) wichtigsten und wesentlichsten Besonderheiten des Kapitalismus als einer \u00f6konomischen Gesellschaftsordnung (\u2026) haben sich durch den Imperialismus, die Epoche des Finanzkapitals, nicht grunds\u00e4tzlich ver\u00e4ndert (\u2026) Der Imperialismus gestaltet in Wirklichkeit den Kapitalismus nicht von Grund aus um,\u00a0<\/span><\/span><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>und er kann es auch nicht<\/i><\/span><\/span><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote14sym\" name=\"sdfootnote14anc\"><sup>14<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Wenn es aber keine grunds\u00e4tzliche \u00c4nderung des Kapitalismus gibt, dann k\u00f6nnen die Monopole nur auf derselben Grundlage agieren, die den alten Kapitalismus charakterisiert hatte, nicht aber selbst \u201edie tiefste \u00f6konomische Grundlage\u201c der neuen Epoche darstellen. Wenn sie nicht f\u00e4hig sind, den Kapitalismus \u201evon Grund aus\u201c umzugestalten, dann ist ihre Wirkung durch ihr Gegenteil, die freie Konkurrenz, begrenzt. Weit davon entfernt, sich \u201e\u00fcberall und mit jeglichen Mitteln\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote15sym\" name=\"sdfootnote15anc\"><sup>15<\/sup><\/a> durchzusetzen, werden sie die freie Konkurrenz nicht abl\u00f6sen k\u00f6nnen, sondern unterliegen selbst ihren Wirkungen.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Diesen Schluss hat Lenin wiederum nicht gezogen, sondern sich damit begn\u00fcgt, das\u00a0<\/span><\/span><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>Nebeneinander<\/i><\/span><\/span><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">\u00a0von Monopol und Konkurrenz zu betonen, die er beide als \u201ePrinzipien\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote16sym\" name=\"sdfootnote16anc\"><sup>16<\/sup><\/a> bezeichnete, ohne eindeutig die Frage zu kl\u00e4ren, welches von beiden dem anderen untergeordnet ist. Erst 1919 sprach er davon, dass \u201eImperialismus und Finanzkapitalismus ein \u00dcberbau \u00fcber dem alten Kapitalismus\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote17sym\" name=\"sdfootnote17anc\"><sup>17<\/sup><\/a> sind, seine zerst\u00f6rbare Spitze. \u201eZerst\u00f6rt man seine Spitze, so tritt der alte Kapitalismus zutage.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote18sym\" name=\"sdfootnote18anc\"><sup>18<\/sup><\/a> Hier erscheint der alte Kapitalismus als das bleibende, den Wandel \u00fcberdauernde \u201eFundament\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote19sym\" name=\"sdfootnote19anc\"><sup>19<\/sup><\/a>.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Auch in der Imperialismusschrift selbst wird man eine F\u00fclle von Schwankungen und Unsicherheiten feststellen k\u00f6nnen, die auch bei den schon vorgestellten Zitaten greifbar sind. So spricht Lenin nur von einer \u201eArt\u201c einer neuen Gesellschaftsordnung, ohne dass klar w\u00fcrde, wie dieser Vorbehalt zu verstehen ist. Auch an dem h\u00e4ufig gebrauchten Begriff der \u00dcbergangsperiode oder des \u00dcbergangskapitalismus scheint ihm etwas Falsches anzuhaften, da er sagt, \u201erichtiger\u201c sei die Bezeichnung \u201esterbender Kapitalismus\u201c.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote20sym\" name=\"sdfootnote20anc\"><sup>20<\/sup><\/a> Der oben zitierten These von der Unm\u00f6glichkeit der freien Konkurrenz scheint wiederum die Feststellung zu widersprechen: \u201eZugleich aber beseitigen die Monopole nicht die freie Konkurrenz, aus der sie erwachsen, sondern bestehen \u00fcber und neben ihr und erzeugen dadurch eine Reihe besonders krasser und schroffer Widerspr\u00fcche, Reibungen und Konflikte.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote21sym\" name=\"sdfootnote21anc\"><sup>21<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Einschr\u00e4nkungen \u00e4hnlicher Art hindern aber nicht, dass Lenin Inhalte von gro\u00dfer Tragweite formuliert, auch wenn er selbst die Konsequenzen nicht in vollem Umfang gezogen hat. Dazu geh\u00f6rt z.\u00a0B. die folgende Aussage: \u201eDer Kapitalismus ist so weit entwickelt, dass die Warenproduktion, obwohl sie nach wie vor \u2018herrscht\u2019 und als Grundlage der gesamten Wirtschaft gilt, in Wirklichkeit bereits untergraben ist und die Hauptprofite den \u2018Genies\u2019 der Finanzmachenschaften zufallen. Diesen Machenschaften und Schwindeleien liegt die Vergesellschaftung der Produktion zugrunde, aber der gewaltige Fortschritt der Menschheit, die sich bis zu dieser Vergesellschaftung emporgearbeitet hat, kommt den Spekulanten zugute.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote22sym\" name=\"sdfootnote22anc\"><sup>22<\/sup><\/a> Diese Charakterisierung des monopolistischen Stadiums ist deshalb so weitreichend, weil damit ausgesprochen wird, dass die Warenproduktion ihre die kapitalistische Produktionsweise bestimmende und pr\u00e4gende Kraft verloren hat. Nur in der subjektiven Meinung \u201egilt\u201c sie weiterhin als Grundlage, von ihrer beherrschenden Rolle l\u00e4sst sich nur noch in Anf\u00fchrungszeichen reden. Gewiss war Lenin der Ansicht, dass die Arbeitsprodukte immer noch die Form von Waren annehmen \u2013 sie werden gekauft und verkauft -, aber diese Form schien ihm nicht mehr charakteristisch f\u00fcr die in Wirklichkeit herrschenden Verh\u00e4ltnisse. Sie ist aber charakteristisch f\u00fcr den Kapitalismus.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\">\u201e<span style=\"font-size: medium;\">Es sind\u201c, schreibt Marx, \u201ezwei Charakterz\u00fcge, welche die kapitalistische Produktionsweise von vornherein auszeichnen.\u00a0<\/span><\/span><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>Erstens<\/i><\/span><\/span><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">. Sie produziert ihre Produkte als Waren. Waren zu produzieren, unterscheidet sie nicht von anderen Produktionsweisen; wohl aber dies, dass Ware zu sein, der beherrschende und bestimmende Charakter ihres Produkts ist. Es schlie\u00dft dies zun\u00e4chst ein, dass der Arbeiter selbst nur als Warenverk\u00e4ufer und daher als freier Lohnarbeiter, die Arbeit also \u00fcberhaupt als Lohnarbeit auftritt. Es ist nach der bisher gegebenen Entwicklung \u00fcberfl\u00fcssig, von neuem nachzuweisen, wie das Verh\u00e4ltnis von Kapital und Lohnarbeit den ganzen Charakter der Produktionsweise bestimmt.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote23sym\" name=\"sdfootnote23anc\"><sup>23<\/sup><\/a> Den zweiten Charakterzug \u2013 \u201edie Produktion des Mehrwerts als\u2018 direkter Zweck und bestimmendes Motiv der Produktion\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote24sym\" name=\"sdfootnote24anc\"><sup>24<\/sup><\/a> \u2013 k\u00f6nnen wir an dieser Stelle \u00fcbergehen.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Schon aus dem ersten geht hervor, dass die Ware als Produkt des Kapitals produziert wird. Daraus bereits ergibt sich \u201edie ganze Wertbestimmung und die Regelung der Gesamtproduktion durch den Wert\u201c.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote25sym\" name=\"sdfootnote25anc\"><sup>25<\/sup><\/a> Wenn Lenin also sagt, in Wirklichkeit sei die Warenproduktion bereits untergraben, so muss man daraus den Schluss ziehen, dass es nicht mehr der Wert ist, der die Produktion bestimmt und regelt.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote26sym\" name=\"sdfootnote26anc\"><sup>26<\/sup><\/a> An die Stelle des Wertgesetzes tritt das \u201eHerrschaftsverh\u00e4ltnis und die damit verbundene Gewalt\u201c: darin sah Lenin \u201edas Wesen der Sache\u201c und \u201edas Typische\u201c f\u00fcr \u2013 in Anspielung auf den Untertitel des Werks von Hilferding \u2013 \u201edie \u2018j\u00fcngste Entwicklung des Kapitalismus\u201c.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote27sym\" name=\"sdfootnote27anc\"><sup>27<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Der Hinweis auf Hilferdings Buch \u201eDas Finanzkapital\u201c deutet an, von welchem theoretischen Boden aus Lenin die wirtschaftliche Entwicklung seiner Zeit zu begreifen versuchte: dass die Monopole Herrschaftsorganisationen sind, die mit der Aufhebung der Konkurrenz das Wertgesetz aufheben, steht im Zentrum der Theorie des \u201eFinanzkapitals\u201c, das Lenin als \u201eeine h\u00f6chst wertvolle \u2018Studie \u00fcber die j\u00fcngste Entwicklung des Kapitalismus)\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote28sym\" name=\"sdfootnote28anc\"><sup>28<\/sup><\/a> sch\u00e4tzte. In Anbetracht dieses R\u00fcckgriffs auf die Theorie Hilferdings bedarf die Behauptung, dass die freie Konkurrenz durch die Monopole abgel\u00f6st wird, nicht nur der empirischen Oberpr\u00fcfung, sondern erfordert die Kl\u00e4rung der ihr zugrunde liegenden theoretischen Auffassungen. Die grunds\u00e4tzliche Frage, die dabei aufgeworfen werden muss, ist nicht, ob es zu Beginn des 20. Jahrhunderts Einzelkapitale mit monopolistischer Stellung gab; selbst wenn man die Existenz von Monopolen voraussetzt, geht es um die Konsequenzen f\u00fcr die Produktionsweise als Ganzes: Hat sich in den gesetzm\u00e4\u00dfigen Grundlagen der kapitalistischen Produktionsweise eine solche \u00c4nderung vollzogen, dass nicht mehr die von Marx entwickelten Gesetze, sondern Monopole bestimmend sind? Ist eine neue Gesellschaftsordnung entstanden, die nicht durch Verwirklichung, sondern zunehmende \u201eUntergrabung\u201c der Warenproduktion gekennzeichnet ist?<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Lenin war darum bem\u00fcht, seine Auffassung anhand vieler Zitate <\/span><\/span><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>b\u00fcrgerlicher<\/i><\/span><\/span><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\"> \u00d6konomen zu belegen. \u201eUm dem Leser eine m\u00f6glichst gut fundierte Vorstellung vom Imperialismus zu geben, waren wir absichtlich bestrebt, m\u00f6glichst viele \u00c4u\u00dferungen b\u00fcrgerlicher \u00d6konomen zu zitieren, die sich gezwungen sehen, besonders unbestreitbar feststehende Tatsachen aus der neuesten \u00d6konomik des Kapitalismus anzuerkennen.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote29sym\" name=\"sdfootnote29anc\"><sup>29<\/sup><\/a> Unter diesen Autoren nimmt eine besondere Rolle Fritz Kestner ein, da Lenin einige der schon genannten besonders weitreichenden Bestimmungen des monopolistischen Stadiums anhand von \u00c4u\u00dferungen aus dessen Buch \u00fcber den \u201eOrganisationszwang\u201c belegt.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Lenin zitiert: \u201eAuch innerhalb der rein wirtschaftlichen T\u00e4tigkeit tritt eine Verschiebung vom Kaufm\u00e4nnischen im fr\u00fcheren Sinne zum Organisatorisch-Spekulativen ein. Nicht der Kaufmann kommt am besten voran, der auf Grund seiner technischen und Handelserfahrungen die Bed\u00fcrfnisse der Kunden am genauesten versteht, der eine latente Nachfrage zu finden und wirksam zu erwecken vermag, sondern das spekulative Genie (?!), das die organisatorische Entwicklung, die M\u00f6glichkeit der Beziehungen zwischen einzelnen Unternehmungen und zu den Banken voraus zu berechnen oder auch vorauszuf\u00fchlen vermag.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote30sym\" name=\"sdfootnote30anc\"><sup>30<\/sup><\/a> In diesem Urteil Kestners sieht Lenin den Gedanken ausgedr\u00fcckt, der Kapitalismus sei schon so weit entwickelt, \u201edass die Warenproduktion (\u2026) in Wirklichkeit bereits untergraben ist\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote31sym\" name=\"sdfootnote31anc\"><sup>31<\/sup><\/a>; dass \u201edas Herrschaftsverh\u00e4ltnis und die damit verbundene Gewalt\u201c das Wesen der neuen \u00f6konomischen Verh\u00e4ltnisse sei, wird im Anschluss daran mit folgendem Zitat belegt: \u201eEine dauernde Erh\u00f6hung der Preise als Kartellwirkung ist bisher nur bei den wichtigen Produktionsmitteln, insbesondere bei Kohle, Eisen, Kali, dagegen auf die Dauer niemals bei Fertigwaren zu verzeichnen gewesen. Die damit zusammenh\u00e4ngende Erh\u00f6hung der Rentabilit\u00e4t ist gleichfalls auf die Produktionsmittelindustrie beschr\u00e4nkt geblieben. Diese Beobachtung muss man dahin erweitern, dass die Rohstoffindustrie nicht nur hinsichtlich Einkommensbildung und Rentabilit\u00e4t durch die bisherige Kartellbildung zuungunsten der weiterverarbeitenden Industrie Vorteile erzielt, sondern dass sie \u00fcber diese ein bei freier Konkurrenz nicht gekanntes <\/span><\/span><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>Herrschaftsverh\u00e4ltnis<\/i><\/span><\/span><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\"> gewonnen hat.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote32sym\" name=\"sdfootnote32anc\"><sup>32<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Da aus Kestners Werk nur diese beiden Stellen zitiert werden, die Lenin dennoch zu sehr allgemeinen und grunds\u00e4tzlichen Bemerkungen veranlassen, erscheint eine ausf\u00fchrlichere Darstellung dieser Studie lohnend. Sie wird zur Beantwortung der Frage beitragen, ob Lenin die empirischen Tatsachen \u00fcber die deutsche Kartellentwicklung<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote33sym\" name=\"sdfootnote33anc\"><sup>33<\/sup><\/a> richtig eingesch\u00e4tzt hat. Im n\u00e4chsten Abschnitt werden deshalb \u2013 unter besonderer Ber\u00fccksichtigung des Verh\u00e4ltnisses von Kartell und Konkurrenz \u2013 Kestners Darlegungen in ihrem eigenen Zusammenhang vorgestellt.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712; font-size: 18pt;\"><b>b) Kartell und Konkurrenz (Kestner)<\/b><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712; font-size: 14pt;\"><b>Die Ursachen des \u201eOrganisationszwangs\u201c<\/b><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Als das Charakteristische f\u00fcr alle Kartelle betrachtet Kestner die Absatzbeschr\u00e4nkung zwecks Erh\u00f6hung der Preise, wobei entweder nur vertraglich geregelte Preisabsprachen bestehen oder auch die Produktion selbst ausdr\u00fccklich begrenzt wird.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote34sym\" name=\"sdfootnote34anc\"><sup>34<\/sup><\/a> Nun sind aber die einzelnen Kartellmitglieder selbst\u00e4ndige Kapitale, die sich bez\u00fcglich ihrer Gr\u00f6\u00dfe, ihrer Produktivit\u00e4t, ihrer Zusammensetzung aus fixen und zirkulierenden Bestandteilen,<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote35sym\" name=\"sdfootnote35anc\"><sup>35<\/sup><\/a> ihrer F\u00e4higkeit zur Akkumulation im Allgemeinen betr\u00e4chtlich unterscheiden. Die Absatzbeschr\u00e4nkung steht daher nicht nur im Widerspruch zu dem unbeschr\u00e4nkten Verwertungsdrang der einzelnen Kapitale, dar\u00fcber hinaus wirkt sie \u2013 wie jede andere f\u00fcr alle verbindliche Absprache \u2013 verschieden auf die einzelnen Mitglieder, deren Verwertungsinteressen sich w\u00e4hrend der Laufzeit des Kartellvertrages mit Notwendigkeit auseinanderentwickeln.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\">\u201e<span style=\"font-size: medium;\">Der Gegensatz zwischen den Interessen der einzelnen Werke dauert, wie bereits angedeutet wurde, auch nach dem Zusammenschluss des Kartells fort. W\u00e4hrend der Absatz beschr\u00e4nkt wird, bleibt die Leistungs- und Entwicklungsf\u00e4higkeit unbeschr\u00e4nkt. Daraus m\u00fcssen sich mit Notwendigkeit neue Konflikte ergeben. Auch nach dem Beitritt zum Kartell sieht sich der einzelne Unternehmer immer erneut vor die Frage gestellt, ob er beim Verbleiben oder beim Ausscheiden aus der Organisation einen h\u00f6heren Gewinn erzielen w\u00fcrde. Erwartet er diesen mehr von einer Steigerung seines Absatzes als von dem Festhalten am Preise, so liegt es in seinem Interesse, der Kartellbeschr\u00e4nkungen ledig zu werden. Es ist aber nun eine charakteristische Erscheinung, dass dieser Gegensatz der Interessen gerade durch die Kartellgr\u00fcndung an Sch\u00e4rfe gewinnen kann infolge der verschiedenen Wirkung, welche die durch die Kartellierung hervorgerufene Erh\u00f6hung der Rentabilit\u00e4t auf die einzelnen Werke des Syndikats aus\u00fcbt.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote36sym\" name=\"sdfootnote36anc\"><sup>36<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Es kann also geradezu der Erfolg des Kartells \u2013 die Erh\u00f6hung der Profitrate \u2013 Gefahren f\u00fcr dessen Bestand heraufbeschw\u00f6ren. Wenig ausdehnungsf\u00e4hige Werke k\u00f6nnen sich u. U. damit begn\u00fcgen, die erh\u00f6hten Gewinne, die das Kartell erm\u00f6glicht, einzunehmen. \u201eAls charakteristisch hierf\u00fcr ist das Rheinisch-Westf\u00e4lische Kohlensyndikat anzusehen, unter dessen m\u00e4chtigem Schutze eine Reihe kleinerer Zechen ohne Fortentwicklung und ohne Anstrengung in kaufm\u00e4nnischer oder technischer Hinsicht im Besitz einer guten Rente sich befinden.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote37sym\" name=\"sdfootnote37anc\"><sup>37<\/sup><\/a> Dagegen k\u00f6nnen entwicklungsf\u00e4hige Werke genau umgekehrt zur Beschleunigung der Ausdehnung angeregt werden. \u201eAls Beispiel hierf\u00fcr d\u00fcrfte der Stahlwerksverband gelten, bekanntlich ein fast ausschlie\u00dflich aus gro\u00dfen gemischten Werken bestehendes Syndikat, wo die hohen Kartellgewinne aus den monopolisierten sogenannten A-Produkten \u2013 Halbzeug, Tr\u00e4ger und Eisenbahnmaterial \u2013 zu der enormen Ausdehnung der Unternehmungen wesentlich beigetragen haben. Nat\u00fcrlich kann nun auch die Steigerung der Rentabilit\u00e4t innerhalb desselben Kartells ganz verschieden wirken, dort zu einer Saturierung, hier zur starken Anspannung f\u00fchren, gleichzeitig die Vergr\u00f6\u00dferungstendenz der gro\u00dfen und auf der anderen Seite die Widerstandsf\u00e4higkeit der kleinen Werke verst\u00e4rken.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote38sym\" name=\"sdfootnote38anc\"><sup>38<\/sup><\/a> Andere Formen, in denen sich der Ausdehnungsdrang der Kapitale bet\u00e4tigt (Umgehungen der Kartellpflicht, Fusionen innerhalb des Kartells, Kombinationen mit Werken des vorangehenden oder nachfolgenden Produktionsabschnitts) sollen hier nicht n\u00e4her dargestellt werden.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote39sym\" name=\"sdfootnote39anc\"><sup>39<\/sup><\/a> Es geht aus dem Bisherigen hervor, dass das Kartell die ungleichm\u00e4\u00dfige Entwicklung der Einzelkapitale nicht nur nicht beseitigt, sondern im Gegenteil bef\u00f6rdert und so den Konkurrenzkampf innerhalb des Kartells \u2013 z. B. in der Form des Tauziehens um Beteiligungsziffern und neue Preisgestaltung \u2013 versch\u00e4rft.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Neben diese kartellinterne Konkurrenz tritt die Entstehung neuer Au\u00dfenseiter als notwendige Folge der Kartellierung. Kestner h\u00e4lt es f\u00fcr charakteristisch, dass \u201egerade durch die Kartellierung das Entstehen neuen Wettbewerbs bef\u00f6rdert und beg\u00fcnstigt wird. Dabei handelt es sich um zwei verschiedene Vorg\u00e4nge (\u2026)<br \/>\n1. Es ist wiederholt beobachtet worden und kann als eine allgemeine Erscheinung gelten, dass die durch die Kartellierung bewirkte Rentabilit\u00e4t neue Unternehmer und neues Kapital in die Industrie hineinzieht; diese neuen Unternehmungen erscheinen zun\u00e4chst als Au\u00dfenseiter. Am deutlichsten hat sich das wohl bei dem Kalisyndikat gezeigt, dessen hohe Preise dauernde Neugr\u00fcndungen hervorriefen. 1879 gab es 4, 1886: 10, 1898: 13, 1901: 23, 1905: 44, 1909: 52 Unternehmungen \u2026<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote40sym\" name=\"sdfootnote40anc\"><sup>40<\/sup><\/a><br \/>\n2. Die mit der Kartellierung verbundenen h\u00f6heren Preise f\u00fchren aber nun au\u00dferdem dazu, dass die Abnehmer oder Verbraucher der kartellierten Waren, um sich von dem Syndikat unabh\u00e4ngig zu machen, zur eigenen Erzeugung des Materials \u00fcbergehen oder sich in den Besitz von Unternehmungen des vorangehenden Produktionsabschnitts setzen, und auf diese Weise in die Gliederkette des Kartells eingreifen. Auch hier handelt es sich um einen vielfach beobachteten Vorgang, dem eine allgemeine Bedeutung zukommt.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote41sym\" name=\"sdfootnote41anc\"><sup>41<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Erst diese Tendenzen, die Kestner an einem reichlichen Beispielmaterial illustriert, sind die Ursache f\u00fcr den sogenannten Organisationszwang, d.h. das Bestreben der Kartelle, neue Au\u00dfenkonkurrenz zu verhindern, schon existierende Au\u00dfenseiter auszuschalten oder zum Anschluss an das Kartell zu bewegen und nicht zuletzt die eigenen Mitglieder an der K\u00fcndigung des Kartellvertrages zu hindern. Das erste, was Kestner also darstellt, sind nicht die Methoden, zu denen das Kartell greift, \u2013 diese werden von Lenin ausschlie\u00dflich angef\u00fchrt \u2013 Kestner fragt sich zun\u00e4chst, warum das Kartell \u00fcberhaupt zu gewissen Zwangsmitteln greifen muss. Die Ursache sieht er in der Konkurrenz, die die Kartellpolitik durchkreuzt, und er versucht, genauer festzustellen, \u201evon welchen Voraussetzungen die Entstehung der Gegens\u00e4tze abh\u00e4ngig ist.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote42sym\" name=\"sdfootnote42anc\"><sup>42<\/sup><\/a> Die allgemeine Grundlage f\u00fcr die Entstehung der Gegens\u00e4tze besteht nach Kestners Schilderung darin, dass sich die Kapitale innerhalb und au\u00dferhalb des Kartells nach ihrer \u201eRentabilit\u00e4t\u201c, d.h. nach ihren Verwertungsm\u00f6glichkeiten richten. Sie verhalten sich wirklich als Kapitale, sie folgen dem ihnen innewohnenden Verwertungstrieb, der mit Notwendigkeit die Konkurrenz hervortreibt, die zu einer Gefahr f\u00fcr das Kartell wird. Der Kartellvertrag selbst \u2013 weit davon entfernt, die Konkurrenz zu beseitigen, aufzuheben oder zu ersetzen \u2013 mag sie zeitweise latent halten, auf die Dauer aktiviert und bef\u00f6rdert er sie. Erst auf diesem Boden kapitalistischer Verh\u00e4ltnisse wird das verst\u00e4ndlich, was Kestner den \u201eOrganisationszwang\u201c nennt, die Abwehrma\u00dfnahmen des Kartells gegen die spontan sich entwickelnde Konkurrenz. Der Charakter dieses Organisationszwangs ist von vornherein defensiv.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712; font-size: 14pt;\"><b>Die Wirksamkeit des \u201eOrganisationszwangs\u201c<\/b><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Die Methoden, mit denen das Kartell um seine Erhaltung bzw. um seinen Erfolg als Kartell k\u00e4mpft, m\u00fcssen sich, wie wir gesehen haben, sowohl gegen bestehende Au\u00dfenseiter und die Entstehung neuer Au\u00dfenkonkurrenz als auch gegen die \u201ezentrifugalen Bestrebungen\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote43sym\" name=\"sdfootnote43anc\"><sup>43<\/sup><\/a> der Kartellmitglieder richten.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Betrachten wir zun\u00e4chst den \u201einternen Kartellzwang\u201c. \u201eDie M\u00f6glichkeit, die Mitglieder zu Einhaltung der Kartellverpflichtungen zu zwingen und sie an der L\u00f6sung des Verh\u00e4ltnisses zu hindern, ist wesentlich durch die Gestaltung des Kartellrechts bedingt, das bekanntlich in den einzelnen Staaten \u00e4u\u00dferst verschieden ist.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote44sym\" name=\"sdfootnote44anc\"><sup>44<\/sup><\/a> Auf die rechtliche Seite des deutschen Kartellwesens kann an dieser Stelle nicht n\u00e4her eingegangen werden; Kestner widmet ihr einen umfangreichen Abschnitt seines Buches. Es gen\u00fcgt, auf eine Besonderheit des deutschen Kartellrechts zu verweisen: \u201eDie Kartellverpflichtungen sind in Deutschland grunds\u00e4tzlich ebenso klagbar wie jede andere Vertragspflicht; das deutsche Recht unterwirft sie keinen Beschr\u00e4nkungen; es darf direkt auf Erf\u00fcllung der Kartellpflicht oder auf Unterlassung der Zuwiderhandlung geklagt werden.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote45sym\" name=\"sdfootnote45anc\"><sup>45<\/sup><\/a> Im Streitfall haben die Gerichte also auf der Grundlage des Wortlauts der Kartellsatzungen gekl\u00e4rt, ob der Tatbestand einer Vertragsverletzung vorliegt, und entsprechend entschieden.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Daneben entwickelte sich eine \u201ekartellinterne Strafgerichtsbarkeit\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote46sym\" name=\"sdfootnote46anc\"><sup>46<\/sup><\/a>, mit der das Kartell unter Ausschluss des Rechtswegs gegen eigene Mitglieder vorging. \u201eDas deutsche Recht, das auch hier den Kartellen sehr g\u00fcnstig ist, l\u00e4sst Schiedsspr\u00fcche nicht nur unbedingt zu, sondern leiht ihnen auch in aller Regel die Sch\u00e4rfe seines Vollstreckungszwangs ohne vorherige inhaltliche Nachpr\u00fcfung (\u2026) Zu einer wirklichen Vollstreckung kommt es allerdings verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig selten, da die Kartelle sich durch Hinterlegung von Wechseln oder Kautionen gegen Vertragsbr\u00fcche sichern und so bereits den Vertragswert in H\u00e4nden haben, auf den sich sonst die Vollstreckung richten m\u00fcsste.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote47sym\" name=\"sdfootnote47anc\"><sup>47<\/sup><\/a> Ma\u00dfnahmen zur Kontrolle der Einhaltung der Kartellpflichten sind vielf\u00e4ltig; hierzu kann unter anderem die Verpflichtung zur Anzeige von Vertragsbr\u00fcchen, Geheimhaltung des Denunzianten, Pr\u00e4mien f\u00fcr die Denunziation usw. geh\u00f6ren.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote48sym\" name=\"sdfootnote48anc\"><sup>48<\/sup><\/a> Man kann sich hier die Frage stellen, ob diese Rechtspraxis und -anschauungen aus einem hochentwickelten Kapitalismus hervorgegangen sind oder ob sie mit einer gewissen Unentwickeltheit des b\u00fcrgerlichen Rechts im zweiten deutschen Kaiserreich zu tun haben.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Da auf die beschriebene Weise in der Regel keine Garantie gegen Umgehungen der Kartellpflicht erzielt werden konnte, griffen die Kartelle in wachsendem Ma\u00df zur Schaffung einer gemeinsamen Verkaufsstelle: das Kartell gab sich die Form des \u201eSyndikats\u201c. \u201eDas Vorhandensein einer gemeinsamen Verkaufsstelle macht sonstige Kontrollma\u00dfregeln noch nicht \u00fcberfl\u00fcssig, beschr\u00e4nkt sie aber auf die Feststellung, ob au\u00dferhalb des Syndikats verkauft worden ist.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote49sym\" name=\"sdfootnote49anc\"><sup>49<\/sup><\/a> Nach dieser Auffassung war das Syndikat eine Form der Kontrolle selbst\u00e4ndiger Privatproduzenten, deren eigenst\u00e4ndigem Verwertungsdrang \u00e4u\u00dfere Fesseln angelegt wurden. Die Zentralisierung des Verkaufs war kein Ausdruck zunehmender Vergesellschaftung der Produktion, sondern Instrument zur Disziplinierung der Kartellmitglieder, notwendig deshalb, weil die Produktion innerhalb des Kartells gerade nicht gesellschaftlich geregelt war. \u201eAuf den Wunsch nach Kontrolle, nicht auf den Wunsch nach sch\u00e4rferer Spezialisierung und Konzentrierung geht, wie in systematischer Hinsicht bemerkt sein mag, im Allgemeinen die Schaffung der sogenannten Kartelle h\u00f6herer Ordnung zur\u00fcck, wenngleich der einen oder anderen Organisation von Anfang an auch die technischen Vorteile eines solchen Verfahrens klar gewesen sein m\u00f6gen.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote50sym\" name=\"sdfootnote50anc\"><sup>50<\/sup><\/a> Schlie\u00dflich kann durch Vorteile, die sich aus dem Ausbau gemeinsam benutzter Einrichtungen (gemeinsame Einkaufsorganisation, gemeinsame Lagerhaltung usw.) ergeben, w\u00e4hrend die urspr\u00fcnglich selbst\u00e4ndige Verkaufsorganisation des einzelnen Mitglieds zerst\u00f6rt wird, der Austritt aus dem Kartell erschwert werden.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Was den \u00e4u\u00dferen Kartellzwang betrifft, so hat Lenin die Palette der m\u00f6glichen Mittel aufgez\u00e4hlt.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote51sym\" name=\"sdfootnote51anc\"><sup>51<\/sup><\/a> Dabei handelt es sich aber nur um die Waffen gegen schon existierende Au\u00dfenseiter. Um aber die Entstehung neuer Au\u00dfenkonkurrenz zu verhindern, m\u00fcsste das Kartell eine ganze Reihe weiterer Ma\u00dfnahmen ergreifen. Zum Teil betreffen sie schon die eigenen Mitglieder. Insbesondere m\u00fcsste verhindert werden, dass ein Mitglied au\u00dfenstehende Werke kauft oder sich an ihnen beteiligt und so dem Kartell, dem es selbst angeh\u00f6rt, Konkurrenz macht. Umgekehrt m\u00fcsste ausgeschlossen werden, dass der Betrieb eines Mitglieds \u2013 z.\u00a0B. im Falle eines Konkurses \u2013 an Au\u00dfenseiter oder sonstige Neuerwerber verkauft wird. Gegen\u00fcber au\u00dfenstehenden Produzenten anderer Produktionszweige m\u00fcsste sichergestellt werden, dass diese nicht selbst zur Produktion der Kartellprodukte \u00fcbergehen. \u201eUm zu verhindern, dass der Kunde selbst die Produktion aufnimmt, empfiehlt Silberberg (\u2026), dem Abnehmer vertragsm\u00e4\u00dfig zu verbieten, die betreffenden Waren selbst zu produzieren. Bei diesen Vorbeugungsma\u00dfregeln d\u00fcrfen sich die Kartelle nicht auf die Werke beschr\u00e4nken, die das Produkt gegenw\u00e4rtig herstellen, sondern m\u00fcssen auch die in Betracht ziehen, die verm\u00f6ge ihrer Maschinenanlagen zur Erzeugung des kartellierten Produkts \u00fcbergehen k\u00f6nnten. Ein Druckpapier-Syndikat kann ein tats\u00e4chliches Monopol nicht erreichen, solange es nicht die Fabrikanten aller Papiersorten sich gesichert hat. Die fr\u00fcheren Verb\u00e4nde f\u00fcr Stabeisen scheiterten haupts\u00e4chlich daran, dass, sobald der Preis zu hoch stieg, die Drahtwalzwerke daran gingen, auf ihren Stra\u00dfen Stabeisen statt Draht auszuwalzen.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote52sym\" name=\"sdfootnote52anc\"><sup>52<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Sp\u00e4testens hier, wo der Entstehung neuer Au\u00dfenseiter vorzubeugen ist und die Aufgabe, die das Kartell sich damit stellt, ins Uferlose w\u00e4chst, werden die Grenzen deutlich, die die kapitalistische Privatproduktion dem Erfolg des \u201eOrganisationszwangs\u201c setzt. Kestner kommt denn auch zu dem Schluss: \u201eWenn man so die Kartelle allgemein in T\u00e4tigkeit sieht, die Entstehung neuer Konkurrenz zu verhindern, so sind doch der Durchf\u00fchrbarkeit derartig dauernder Monopolisierungen verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig enge Schranken gezogen. In der weit \u00fcberwiegenden Mehrzahl der Industriezweige und des Handels ist zwar eine vor\u00fcbergehende, aber \u2013 ohne Staatshilfe \u2013 keine dauernde Monopolisierung m\u00f6glich.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote53sym\" name=\"sdfootnote53anc\"><sup>53<\/sup><\/a> Damit bestreitet Kestner nicht den Umfang, den die Kartellbildung in Deutschland angenommen hat. Von ihm wird aber \u201eder grunds\u00e4tzliche Unterschied betont, der sich zwischen der M\u00f6glichkeit, ein Gewerbe zu kartellieren und zu monopolisieren zeigt. Die Zahl der Gewerbe, in denen sich Verb\u00e4nde schlie\u00dfen lassen, ist nach den heutigen Erfahrungen fast unbegrenzt. Monopolisieren lassen sich dagegen nur ganz wenige Gewerbe, denn dazu ist, abgesehen vom Eingreifen des Staates, in aller Regel notwendig, dass es gelingt, eines der Produktionsmittel vor jeder neuen Konkurrenz abzusperren.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote54sym\" name=\"sdfootnote54anc\"><sup>54<\/sup><\/a> Es mag das subjektive Ziel \u201eder Kartelle sein, ein Monopol zu errichten; aber seiner Verwirklichung sind objektive Grenzen gesetzt. Darin ist der grunds\u00e4tzliche Unterschied zu sehen, auf den Kestner hinweist.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Im letzten Satz hat Kestner die von Lenin aufgez\u00e4hlten Mittel im Kampf gegen Au\u00dfenseiter angesprochen. Bei diesen Ma\u00dfnahmen handelt es sich in der Hauptsache um Sperrung irgendwelcher Reproduktionsbedingungen (Material, Arbeitskr\u00e4fte, Kredit, Absatz). Auch hier stellt sich Kestner die Frage, ob diese Mittel mit Erfolg einsetzbar sind. Er argumentiert, dass die erfolgreiche Sperrung einer dieser Reproduktionsbedingungen bereits ihre Monopolisierung voraussetzt, die in der Regel nicht m\u00f6glich ist. \u201eDa, wie gezeigt, Arbeit und Zufuhr sich nicht, Absatz und Kredit kaum sperren lassen, so bleibt im Wesentlichen nur die Monopolisierung von Grund und Boden \u00fcbrig. Damit aber beschr\u00e4nkt sich dies haupts\u00e4chlich auf die an das Vorkommen von Erdsch\u00e4tzen gebundenen Industrien, also vor allem Kohlen- und Eisenindustrie. Daneben kann durch enorme Kapitalinvestierung mit Hilfe der beteiligten Banken die Entstehung neuer Konkurrenz wenigstens erheblich abgeschw\u00e4cht werden. Auch hierbei handelt es sich aber im Wesentlichen um die schwere, Produktionsmittel herstellende Industrie.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote55sym\" name=\"sdfootnote55anc\"><sup>55<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Hier ist zu erw\u00e4hnen, dass das Kalikartell, das ebenfalls die Monopolisierung des Bodens anstrebte, keinen erfolgreichen Kampf gegen neue Konkurrenz f\u00fchren konnte. Die hohen Preise lockten, wie oben bereits bemerkt wurde, durch Jahrzehnte neue Konkurrenten an; die Kalivorkommen erwiesen sich als gr\u00f6\u00dfer als erwartet. Meist mussten die neuen Au\u00dfenseiter mit hohen Beteiligungsziffern in das Kartell aufgenommen werden. Die Au\u00dfenkonkurrenz wurde dadurch \u201ebeseitigt\u201c, dass sie sich innerhalb des Kartells ausdehnte. Hier waren es charakteristischerweise die besonders entwicklungsf\u00e4higen Werke, die zur Sprengung des Kartells beitrugen.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Ferner kommt dem Rheinisch-Westf\u00e4lischen Kohlensyndikat insofern eine Schl\u00fcsselrolle zu, als erst mit seiner Hilfe Syndikate des nachfolgenden Produktionsabschnitts die M\u00f6glichkeit erhalten, ihren Konkurrenten, wenn n\u00f6tig, die Zufuhr der Kohle zu sperren. \u201eNur mittels des Kohlensyndikats war es andererseits m\u00f6glich, die Stahl- und Halbzeugproduktion zu dem Stahlwerkverband zusammenzuschlie\u00dfen \u2013 allerdings nur, indem die Freilassung insbesondere von Handelseisen, Feinblech der Ausdehnungsf\u00e4higkeit der Stahlwerke Platz lie\u00df. Auf der Unterst\u00fctzung des Kohlensyndikats beruhte und beruht das Roheisenkartell. Keines der Syndikate kann, wie es scheint, ohne das andere bestehen, vielleicht das Kohlensyndikat ohne den Stahlwerkverband, aber gewiss nicht das Roheisenkartell und der Stahlwerkverband ohne das Kohlensyndikat. Die Gefahren, die diesen Verb\u00e4nden drohen, erwachsen ihnen nicht aus der Entstehung einer neuen Konkurrenz, sondern aus dem Ausdehnungsdrang ihrer eigenen Mitglieder.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote56sym\" name=\"sdfootnote56anc\"><sup>56<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Vergleichen wir an dieser Stelle Kestners Ausf\u00fchrungen mit dem Bild, das Lenin von dem \u201eOrganisationszwang\u201c zeichnet. Au\u00dfer den Ursachen des \u201eOrganisationszwangs\u201c, der sich spontan entwickelnden Konkurrenz, hat Lenin auch den \u201einternen Kartellzwang\u201c nicht erw\u00e4hnt, die Abwehrma\u00dfnahmen gegen die zentrifugalen Tendenzen der selbst\u00e4ndigen Kartellmitglieder. Diese inneren Widerspr\u00fcche bilden aber erst die Basis f\u00fcr die Instabilit\u00e4t der Kartelle. Auch auf die Grenzen, denen die Wirksamkeit der Kartellma\u00dfnahmen gegen Au\u00dfenseiter unterliegen \u2013 ganz abgesehen von den beschr\u00e4nkten M\u00f6glichkeiten der Vorbeugung -, ist Lenin nicht eingegangen. Kestner konnte die Kartelle nicht, wie Lenin es zu tun pflegt, als \u201eMonopolverb\u00e4nde\u201c bezeichnen, da ihm die Realisierbarkeit monopolistischer Absichten als viel zu begrenzt erschien. Nach beiden Seiten \u2013 hinsichtlich der Ursachen und der Wirksamkeit \u2013 stellt sich der Kartellzwang f\u00fcr Kestner als ein abh\u00e4ngiges, durch kapitalistische Verh\u00e4ltnisse bedingtes und begrenztes Ph\u00e4nomen dar. Er ist eine Reaktion auf die spontane, kapitalistische Konkurrenz, und er bek\u00e4mpft sie im Allgemeinen vergeblich.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"> <span style=\"font-size: medium;\">Lenin dagegen nennt den Kartellzwang einen \u201eZwang zur Unterwerfung unter die Monopolverb\u00e4nde\u201c, dessen Ursache im Monopol selbst zu suchen ist, denn die mit gewaltsamen Mitteln ausge\u00fcbte Herrschaft ist das, \u201ewas aus der Bildung allm\u00e4chtiger wirtschaftlicher Monopole unvermeidlich hervorgehen musste und hervorgegangen ist\u201c.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote57sym\" name=\"sdfootnote57anc\"><sup>57<\/sup><\/a> Es zeigt sich hierin die Auffassung, dass das Monopol auf keiner tieferen Grundlage steht, der es untergeordnet ist und die seine Wirkungen begrenzt. Daher die \u201eAllmacht\u201c und selbstherrliche \u201eWillk\u00fcr\u201c des Monopols, dessen Zwangsma\u00dfnahmen jeden Widerstand zu brechen imstande sind: \u201eDurch die Monopolinhaber werden alle diejenigen abgew\u00fcrgt, die sich dem Monopol, seinem Druck, seiner Willk\u00fcr nicht unterwerfen.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote58sym\" name=\"sdfootnote58anc\"><sup>58<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712; font-size: 14pt;\">\u201e<b>Untergrabung der Warenproduktion\u201c und \u201eHerrschaftsverh\u00e4ltnis\u201c<\/b><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Kestner war sich im Klaren dar\u00fcber, dass gerade die Darstellung des \u201eOrganisationszwangs\u201c die kapitalistische Konkurrenz ins Licht r\u00fcckt und damit \u201eder popul\u00e4ren Auffassung der Kartelle\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote59sym\" name=\"sdfootnote59anc\"><sup>59<\/sup><\/a> widersprochen wird, die dazu neigt, die Einheit der Kartelle zu betonen und die inneren Widerspr\u00fcche zu \u00fcbersehen. \u201eEs ist vielleicht nicht unzutreffend zu behaupten, dass in der heutigen Kartellliteratur die Darstellung der Momente, in denen die Unternehmer zusammenwirken, einen besonders breiten Raum einnimmt \u2013 wohl zum Teil hervorgerufen durch die Betonung des Gegensatzes zu dem System des freien Wettbewerbes. Demgegen\u00fcber erm\u00f6glicht die Untersuchung des Kartellzwanges, auch die trennenden Momente, die Gegens\u00e4tze in das rechte Licht zu r\u00fccken, und man gelangt so vielleicht dazu, in das viel gemalte Bild der Kartellbewegung einige neue Z\u00fcge einzuzeichnen.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote60sym\" name=\"sdfootnote60anc\"><sup>60<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Den Unterschied zwischen dem \u201eKartellsystem\u201c und dem \u201eSystem des freien Wettbewerbes\u201c sah Kestner in zwei Punkten. Erstens: \u201edie \u00c4nderung der Methoden (\u2026), die das Kartellsystem f\u00fcr die Austragung der Interessengegens\u00e4tze zwischen den bisher konkurrierenden Unternehmern ausgebildet hat\u201c; zweitens: \u201edie \u00c4nderungen, die es in ihrem Verh\u00e4ltnis zu den Abnehmern bewirkt\u201c.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote61sym\" name=\"sdfootnote61anc\"><sup>61<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Der erste Unterschied ist \u201egewisserma\u00dfen ein quantitativer, kein qualitativer\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote62sym\" name=\"sdfootnote62anc\"><sup>62<\/sup><\/a>; Kestner versucht ihn als \u201edas Vordringen der juristisch-spekulativen T\u00e4tigkeit neben der Ausgestaltung der Produktionstechnik und Absatzorganisation\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote63sym\" name=\"sdfootnote63anc\"><sup>63<\/sup><\/a> zu charakterisieren. Er meint damit, dass infolge des Kartellwesens rechtliche Fragen an Bedeutung gewinnen, dass n\u00e4mlich beim Abschluss, bei der Auslegung oder der Umgehung von Kartellvertr\u00e4gen F\u00e4higkeiten und Kenntnisse juristischer Natur verlangt werden und schlie\u00dflich auch das Verm\u00f6gen, zuk\u00fcnftige Gruppierungen bei der Kartellbildung vorauszusehen. Lenin, der \u2013 wie wir gesehen haben \u2013 sein Augenmerk ausschlie\u00dflich auf die \u00c4nderung der Methoden richtet, \u00fcbersetzte diese Kennzeichnung des Kartellwesens mit der \u201eUntergrabung der Warenproduktion\u201c. Kestner, der mit der Beschreibung der Ursachen und der Grenzen des \u201eOrganisationszwangs\u201c gerade das Wirken der kapitalistischen Konkurrenz vorf\u00fchrt, meinte eher das Gegenteil. Indem er den Unterschied zwischen \u201eKartellsystem\u201c und \u201efreiem Wettbewerb\u201c auf eine \u00c4nderung der Methoden, zu denen die Konkurrenten greifen, eingrenzte, bestritt er dessen grunds\u00e4tzlichen \u00f6konomischen Charakter.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Den zweiten Unterschied sieht Kestner in den kollektiven Vereinbarungen, die die Kartelle treffen, und in langfristigen Gesch\u00e4ftsabschl\u00fcssen. Wo die Monopolstellung das zul\u00e4sst, sichern sich die Kartelle in den Lieferbedingungen einseitige Vorteile auf Kosten ihrer Abnehmer (Exklusivklausel: die Abnehmer d\u00fcrfen nur beim Kartell kaufen; Ausschluss der Haftung f\u00fcr die Qualit\u00e4t der Ware; Vorbehalt einseitiger Preiserh\u00f6hungen u. a. m.). Die Abh\u00e4ngigkeit, die in diesen einseitigen Vertr\u00e4gen zum Ausdruck kommt, hat Kestner als \u201eHerrschaftsverh\u00e4ltnis\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote64sym\" name=\"sdfootnote64anc\"><sup>64<\/sup><\/a> bezeichnet, dass die Rohstoffindustrie \u00fcber die weiterverarbeitende Industrie gewonnen hat. Nach Kestners Auffassung entsteht dieses Herrschaftsverh\u00e4ltnis aber gerade dadurch, dass die weiterverarbeitenden Industriezweige, die auf Kohle und Eisen angewiesen sind, ihrerseits gegen\u00fcber der Rohstoffindustrie zu keiner entsprechenden Monopolstellung in der Lage sind. Es ist also eingegrenzt im Wesentlichen auf die an Erdsch\u00e4tze gebundenen Zweige und bedingt dadurch, dass weite Bereiche der Industrie von der M\u00f6glichkeit einer Monopolisierung ausgeschlossen sind.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Es kommt hier nicht darauf an, die Richtigkeit des von Kestner gezeichneten Bildes im Einzelnen zu \u00fcberpr\u00fcfen. Eine Einsch\u00e4tzung der Kartellbewegung in Deutschland muss weiteren Untersuchungen vorbehalten bleiben. Aber im Gegensatz zu der \u201epopul\u00e4ren Auffassung der Kartelle\u201c kommt Kestner das Verdienst zu, das Verh\u00e4ltnis der Kartelle zu den kapitalistischen Bedingungen, denen sie unterworfen sind, untersucht zu haben. Es ist bemerkenswert, dass Lenin aus dieser Untersuchung keine Folgerungen zieht, sondern nur vereinzelte Gedanken zur Illustration seiner eigenen theoretischen Auffassung heranzieht. Unter der Voraussetzung, dass die Konkurrenz nur noch als formal anerkannter Rahmen<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote65sym\" name=\"sdfootnote65anc\"><sup>65<\/sup><\/a> bestehen bleibt, innerhalb dessen sich die Monopole Bahn brechen, waren Kestners \u00dcberlegungen in ihrem eigenen inneren Zusammenhang nicht verwendbar. Denn die absolute, an keine weiteren Bedingungen gekn\u00fcpfte Voraussetzung, von der Kestner ausgeht, ist der Verwertungstrieb des Kapitals und die ihm notwendig entspringende Konkurrenz. Durch sie ist der Organisationszwang bedingt, und erst auf ihrem Boden ist er zu verstehen. Es handelt sich um Abwehrma\u00dfnahmen, um \u00e4u\u00dfere Fesseln, die das Kartell der freien Bewegung der Kapitale anzulegen versucht. Wie begrenzt deren Wirkung ist, hat Kestner erl\u00e4utert.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Lenin hat es unternommen, die Beschr\u00e4nkung der Konkurrenz durch allm\u00e4chtige Monopolverb\u00e4nde mit Hilfe einer Studie zu illustrieren, die als Grundlage ihrer Argumentation die Beschr\u00e4nktheit der Kartellpolitik infolge der kapitalistischen Konkurrenz hat. Das verweist darauf, dass der entscheidende R\u00fcckhalt f\u00fcr seine Auffassung vom Monopolkapitalismus nicht aus dem von Kestner gebotenen empirischen Material stammen konnte, sondern im Bereich seiner allgemeinen theoretischen Voraussetzungen gesucht werden muss, die eine bestimmte Sicht des Verh\u00e4ltnisses von Monopol und Konkurrenz bedingten. Lenins theoretisches Verst\u00e4ndnis der freien Konkurrenz weist auf alte Fehler hin, die Marx ausf\u00fchrlicher in den \u201eGrundrissen der Kritik der politischen \u00d6konomie\u201c kritisiert und denen er dort, aber auch im \u201eKapital\u201c, seine eigene Auffassung entgegengestellt hatte.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712; font-size: 18pt;\"><b>c) Marx zur \u201efreien Konkurrenz\u201c<\/b><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Die Existenz einer allgemeinen Mehrwertrate, die Marx bei der Verwandlung des Profits in Durchschnittsprofit voraussetzt, veranlasste ihn zu folgender Bemerkung: \u201eDies setzt Konkurrenz unter den Arbeitern voraus und Ausgleichung durch ihre best\u00e4ndige Auswanderung aus einer Produktionssph\u00e4re in die andere. Solch eine allgemeine Rate des Mehrwerts \u2013 der Tendenz nach, wie alle \u00f6konomischen Gesetze \u2013 ist von uns als theoretische Vereinfachung vorausgesetzt; in Wirklichkeit aber ist sie tats\u00e4chliche Voraussetzung der kapitalistischen Produktionsweise, obgleich mehr oder minder gehemmt durch praktische Friktionen, die mehr oder minder bedeutende lokale Differenzen hervorbringen, wie z.\u00a0B. die Heimatsgesetzgebung (settlement laws) f\u00fcr die Ackerbautagel\u00f6hner in England. Aber in der Theorie wird vorausgesetzt, dass die Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise sich rein entwickeln. In der Wirklichkeit besteht immer nur Ann\u00e4herung; aber diese Ann\u00e4herung ist umso gr\u00f6\u00dfer, je mehr die kapitalistische Produktionsweise entwickelt und je mehr ihre Verunreinigung und Verquickung mit Resten fr\u00fcherer \u00f6konomischer Zust\u00e4nde beseitigt ist.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote66sym\" name=\"sdfootnote66anc\"><sup>66<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Marx geht hier von zwei Seiten auf die Existenz einer allgemeinen Mehrwertrate ein. In der Theorie wird vorausgesetzt, dass sich die \u00f6konomischen Gesetze rein entwickeln, und damit wird auch eine allgemeine Mehrwertrate vorausgesetzt. In der Wirklichkeit setzt dies Konkurrenz unter den Arbeitern voraus und ihre freie Bewegung von einer Sph\u00e4re in die andere. Das Ergebnis beider Voraussetzungen ist aber dasselbe: in der Theorie wird die allgemeine Mehrwertrate als Gesetz formuliert, in der Wirklichkeit\u00a0erscheint\u00a0eine in allen Zweigen gleiche Mehrwertrate als praktisches Resultat der Konkurrenz. Wenn man also voraussetzt, dass die Konkurrenz ihre volle Wirkung getan hat, so kann ihr Resultat dem Inhalt nach kein anderes sein als das, was unabh\u00e4ngig von der Konkurrenz als Gesetz formuliert wird. \u201eBegrifflich ist die Konkurrenz nichts anderes als die innere Natur des Kapitals, seine wesentliche Bestimmung, erscheinend und realisiert als Wechselwirkung der vielen Kapitalien aufeinander, die innere Tendenz als \u00e4u\u00dferliche Notwendigkeit.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote67sym\" name=\"sdfootnote67anc\"><sup>67<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Welche Rolle spielen nun die Hindernisse, die \u201epraktischen Friktionen\u201c, die der freien Bewegung im Wege stehen und sie hemmen? Zun\u00e4chst scheint die freie Konkurrenz \u2013 angesichts dieser Hindernisse \u2013 an \u00e4u\u00dfere Voraussetzungen gebunden, die unabh\u00e4ngig vom Kapital vorhanden sein k\u00f6nnen oder auch nicht, von denen es aber abh\u00e4ngt, ob die Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise mittels der Konkurrenz durchsetzbar sind oder nicht. Die freie Konkurrenz scheint abzuh\u00e4ngen von dem \u2013 mehr oder weniger zuf\u00e4lligen \u2013 Fehlen von Hindernissen. Fehlen jegliche Hindernisse, dann kann sich die Konkurrenz frei entfalten, und die Gesetze k\u00f6nnen sich verwirklichen. Treten Hindernisse auf, dann wird die Konkurrenz beschnitten, und die Gesetze verwirklichen sich nur begrenzt. Nehmen die Hindernisse zu, dann nimmt die Konkurrenz ab, und mit ihr schwindet der Realit\u00e4tsgehalt der Gesetze dahin.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Von der von Marx erw\u00e4hnten Heimatsgesetzgebung bis zum Stahlwerkverband gibt es nat\u00fcrlich eine kaum \u00fcberschaubare Vielfalt von Hindernissen. Wenn man die Existenz der freien Konkurrenz nun mit dem Fehlen von Hindernissen begr\u00fcndet, so erscheint die theoretische Annahme von Marx, dass die Gesetze sich rein entwickeln, als recht willk\u00fcrlich. Was Marx hier in der Theorie voraussetzt, soll zum Ausdruck bringen, dass die Gesetze der kapitalistischen Produktionsweise sich als notwendige Tendenzen wirklich durchsetzen. Ist aber die freie Konkurrenz nur die Folge des Fehlens von Schranken, dann wird die\u00a0<\/span><\/span><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>Notwendigkeit<\/i><\/span><\/span><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">\u00a0selbst, mit der sich die Gesetze durchsetzen, in Frage gestellt. Vielmehr erscheinen die Gesetze selbst als Folge der Freiheit der Konkurrenz, als abh\u00e4ngig davon, ob Konkurrenz ohne Einschr\u00e4nkung existiert oder nicht.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">In Lenins Schrift \u201eKarl Marx\u201c dr\u00fcckt sich dasselbe Verst\u00e4ndnis der Konkurrenz darin aus, dass z.\u00a0B. das Gesetz des Ausgleichs der Profitraten aus der freien Konkurrenz abgeleitet wird. Lenin schreibt: \u201eKapital von \u2018hoher organischer Zusammensetzung\u2019 (d.h. mit \u00dcberwiegen des konstanten Kapitals \u00fcber das variable in einem den gesellschaftlichen Durchschnitt \u00fcbersteigenden Ausma\u00df) ergibt eine Profitrate, die niedriger ist als die durchschnittliche. Kapital von \u2018niedriger organischer Zusammensetzung\u2019 ergibt eine Profitrate, die h\u00f6her ist als die durchschnittliche. Die Konkurrenz zwischen den Kapitalen, ihr freies Abwandern aus einem Produktionszweig in den anderen gleichen in beiden F\u00e4llen die Profitrate zur durchschnittlichen aus. Die Summe der Werte aller Waren einer gegebenen Gesellschaft f\u00e4llt mit der Summe der Warenpreise zusammen; aber in den einzelnen Unternehmungen und in den einzelnen Produktionszweigen werden die Waren unter dem Einfluss der Konkurrenz nicht zu ihren Werten verkauft, sondern zu den Produktionspreisen, die dem aufgewandten Kapital plus Durchschnittsprofit gleich sind.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote68sym\" name=\"sdfootnote68anc\"><sup>68<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Die einzige Erkl\u00e4rung, die Lenin hier f\u00fcr den Durchschnittsprofit gibt, ist der Einfluss der Konkurrenz, die freie Wanderung der Kapitale. Damit ist aber weder erkl\u00e4rt, welche Profith\u00f6he sich als Resultat der Ausgleichsbewegungen einstellt, noch, warum dieses Ergebnis mit Notwendigkeit (als Folge der inneren Natur des Kapitals) zustande kommen muss. Die H\u00f6he der allgemeinen Profitrate wird unabh\u00e4ngig von der Konkurrenz durch das Verh\u00e4ltnis des gesamtgesellschaftlichen Mehrwerts zum gesellschaftlichen Gesamtkapital bestimmt; als durchschnittliche Rate des Profits ist sie zugleich die\u00a0<\/span><\/span><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>notwendige<\/i><\/span><\/span><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">\u00a0Profitrate, weil in ihr der Profit wirklich als vom Kapital (nicht von den Arbeitern) produziert erscheint, indem gleiche vorgeschossenen Wertgr\u00f6\u00dfen (unabh\u00e4ngig von ihrer organischen Zusammensetzung aus konstantem und variablem Kapital) gleich gro\u00dfe Profite liefern. In ihr manifestiert sich die Herrschaft des Werts und damit des Kapitals \u00fcber den Reproduktionsprozess und \u00fcber den Arbeiter und verwirklicht sich die\u00a0<\/span><\/span><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>Selbst<\/i><\/span><\/span><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">verwertung des Werts. Die Konkurrenz ihrerseits wird von dieser Notwendigkeit der allgemeinen Profitrate bestimmt. Indem sie ungleiche Profitraten ausgleicht, f\u00fchrt sie das Gesetz aus, erkl\u00e4rt es aber nicht. \u201e(\u2026) indem wir von einer notwendigen Rate des Profits sprechen, wollen wir eben die von den Bewegungen der Konkurrenz unabh\u00e4ngige Profitrate kennen, welche ihrerseits die Konkurrenz reguliert.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote69sym\" name=\"sdfootnote69anc\"><sup>69<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">In Lenins Darstellung erscheint das Gesetz des Durchschnittsprofits nur als Ergebnis der freien Konkurrenz, d. h. die Notwendigkeit der allgemeinen Profitrate scheint sich aus der M\u00f6glichkeit freier, unbeschr\u00e4nkter Wanderung der Kapitale zu ergeben. Wenn Lenin auch in der Imperialismusschrift nicht ausdr\u00fccklich zum Gesetz der allgemeinen Profitrate Stellung nimmt, so steht doch \u2013 nach der in \u201eKarl Marx\u201c gegebenen Erl\u00e4uterung \u2013 einer Beschneidung dieses Gesetzes nichts entgegen, sobald die freie Konkurrenz \u201eunm\u00f6glich geworden ist, nachdem sie die Monopole erzeugt hat\u201c.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote70sym\" name=\"sdfootnote70anc\"><sup>70<\/sup><\/a> Seit die Monopole zu Beginn des 20. Jahrhunderts \u201edas v\u00f6llige \u00dcbergewicht\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote71sym\" name=\"sdfootnote71anc\"><sup>71<\/sup><\/a> gewonnen haben, schwindet \u201eder Kapitalismus der freien Konkurrenz\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote72sym\" name=\"sdfootnote72anc\"><sup>72<\/sup><\/a> dahin; dass nun der Wert die Produktion nicht mehr bestimmen und regeln kann, erscheint dann als eine konsequente Folgerung, \u2013 ein Gedanke, den Lenin in der Form zum Ausdruck bringt, dass die Warenproduktion \u201ein Wirklichkeit bereits untergraben ist\u201c.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote73sym\" name=\"sdfootnote73anc\"><sup>73<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Marx hat dieses Verst\u00e4ndnis der freien Konkurrenz direkt kritisiert: \u201eDie freie Konkurrenz (\u2026) ist <\/span><\/span><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>noch nie<\/i><\/span><\/span><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\"> entwickelt worden von den \u00d6konomen, soviel von ihr geschwatzt wird und so sehr sie die Grundlage der ganzen b\u00fcrgerlichen, auf dem Kapital beruhenden Produktion. Sie ist nur negativ verstanden worden: d.h. als Negation von Monopolen, Korporationen, gesetzlichen Regulationen etc. Als Negation der feudalen Produktion. Sie muss aber doch auch etwas\u00a0<\/span><\/span><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>f\u00fcr sich<\/i><\/span><\/span><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">\u00a0sein, da blo\u00df 0 leere Negation ist, Abstrahieren von einer Schranke, die z.\u00a0B. in der Form von Monopol, nat\u00fcrlichen Monopolen etc. sofort wieder aufersteht.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote74sym\" name=\"sdfootnote74anc\"><sup>74<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Dieses nur negative, inhaltslose Verst\u00e4ndnis, das die von Marx kritisierten b\u00fcrgerlichen \u00d6konomen von der freien Konkurrenz haben, erkl\u00e4rt sich in gewissem Grade daraus, dass die Konkurrenz sich historisch im Niederrei\u00dfen feudaler Beschr\u00e4nkungen entwickelte. Dass diese Auffassung dennoch unzureichend ist, zeigen die Monopole, eine Schranke, die auch nach der Negation feudaler Behinderungen \u201esofort wieder aufersteht\u201c. Es ist nur eine inhaltslose Tautologie zu sagen, dass die Konkurrenz dann frei ist, wenn sie auf keine Schranken trifft; mit dem Gedanken, dass die \u00f6konomischen Gesetze sich\u00a0<\/span><\/span><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>deshalb<\/i><\/span><\/span><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">\u00a0verwirklichen,\u00a0<\/span><\/span><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>weil<\/i><\/span><\/span><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">\u00a0die Konkurrenz keine Schranken hat, erh\u00e4lt diese Tautologie nur den Schein einer inhaltlichen Begr\u00fcndung. Dass im Sinne von Marx die Konkurrenz auch \u201eetwas f\u00fcr sich\u201c ist, ihren eigenen, positiv bestimmten Inhalt hat, wurde bereits festgestellt: sie ist \u201enichts anderes als die innere Natur des Kapitals, seine wesentliche Bestimmung\u201c. Dar\u00fcber hinaus ist sie die Form, in der sich dieser Inhalt als notwendige Tendenz verwirklicht: \u201edie innere Natur des Kapitals, (\u2026) erscheinend und realisiert als Wechselwirkung der vielen Kapitalien aufeinander, die innere Tendenz als \u00e4u\u00dferliche Notwendigkeit\u201c.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote75sym\" name=\"sdfootnote75anc\"><sup>75<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Die volle Existenz dieser Form \u2013 uneingeschr\u00e4nkte Konkurrenz \u2013 ist zwar eine Bedingung f\u00fcr die Verwirklichung der inneren Natur des Kapitals, aber die immanenten Gesetze des Kapitals w\u00e4ren \u00fcberhaupt keine Gesetze &#8211; sich mit Notwendigkeit realisierende Tendenzen -, wenn sie nicht auch die Bedingungen ihrer Verwirklichung schaffen w\u00fcrden. Die uneingeschr\u00e4nkte Konkurrenz geh\u00f6rt daher zu den \u201eVerwirklichungsbedingungen des Kapitals, die es selbst mehr und mehr produzieren muss\u201c,<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote76sym\" name=\"sdfootnote76anc\"><sup>76<\/sup><\/a> sie ist \u201edarum nicht die Voraussetzung f\u00fcr die Wahrheit der \u00f6konomischen Gesetze, sondern die Folge \u2013 die Erscheinungsform, worin sich ihre Notwendigkeit realisiert.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote77sym\" name=\"sdfootnote77anc\"><sup>77<\/sup><\/a> Freie Konkurrenz bedeutet daher nicht eine blo\u00dfe Abstraktion von Schranken oder Abwesenheit von Monopolen als gedachte oder zuf\u00e4llig gegebene Voraussetzung f\u00fcr die Realit\u00e4t der Gesetze, sondern schlie\u00dft die Tendenz der \u00dcberwindung gegebener Schranken und Befreiung von Hindernissen ein. Als solche bringt sie die innere Notwendigkeit, die in den Gesetzen des Kapitals theoretisch formuliert wird, in der Wirklichkeit als \u00e4u\u00dfere Notwendigkeit zum Ausdruck. In diesem Sinne sagt Marx \u00fcber das Gesetz der allgemeinen Profitrate: \u201eEs ist die stete Tendenz der Kapitale, durch die Konkurrenz diese Ausgleichung in der Verteilung des vom Gesamtkapital erzeugten Mehrwerts zu bewirken und alle Hindernisse dieser Ausgleichung zu \u00fcberw\u00e4ltigen.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote78sym\" name=\"sdfootnote78anc\"><sup>78<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Dieses positive Verst\u00e4ndnis der Konkurrenz hat gleichzeitig Konsequenzen f\u00fcr die Rolle, die die Einzelkapitale spielen. Der einzelne Kapitalist \u2013 auch das Kartell \u2013 scheint zun\u00e4chst durchaus selbst\u00e4ndig und souver\u00e4n zu agieren. Er strebt nicht von sich aus danach, die Waren zu ihrem Produktionspreis zu verkaufen oder blo\u00df denselben Profit wie alle anderen zu machen, sondern er versucht mit den ihm zur Verf\u00fcgung stehenden Mitteln, so hoch wie m\u00f6glich zu verkaufen, so billig wie m\u00f6glich einzukaufen und gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Profite zu erzielen. Auch in der Entscheidung, was oder wieviel er produziert, scheint er \u201enur durch seine Willk\u00fcr geleitet\u201c.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote79sym\" name=\"sdfootnote79anc\"><sup>79<\/sup><\/a> In dieser Regellosigkeit, in der dem einzelnen Kapitalisten die Produktion \u00fcberlassen bleibt, setzen sich die inneren Gesetze nur in der Form des gegenseitigen Drucks der Kapitale aufeinander durch, der dem einzelnen als von au\u00dfen kommender, von anderen Kapitalisten herr\u00fchrender Zwang erscheint. Die \u201eWirkung der einzelnen Kapitalien aufeinander bewirkt eben, dass sie als\u00a0<\/span><\/span><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>Kapital<\/i><\/span><\/span><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">\u00a0sich verhalten m\u00fcssen; das scheinbar unabh\u00e4ngige Wirken der Einzelnen und ihr regelloses Zusammensto\u00dfen ist grade das Setzen ihres allgemeinen Gesetzes (\u2026) und Aufheben der scheinbaren Unabh\u00e4ngigkeit und selbst\u00e4ndigen Bestehens der Einzelnen.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote80sym\" name=\"sdfootnote80anc\"><sup>80<\/sup><\/a> Die Selbst\u00e4ndigkeit und Unabh\u00e4ngigkeit der Schranken, die die Konkurrenz an Einzelkapitalen findet und die die Realisierung der Gesetze begrenzen, erweist sich damit als scheinbar, sie werden \u2013 wenigstens \u201esoweit das Ganze der Produktion auf dem Kapital beruht\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote81sym\" name=\"sdfootnote81anc\"><sup>81<\/sup><\/a> \u2013 in der Tendenz aufgehoben.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Zwischen dem positiven Verst\u00e4ndnis der Konkurrenz als der Form, in der sich die inneren Gesetze mit Notwendigkeit verwirklichen, und der Aufhebung der scheinbaren Willk\u00fcr und Selbst\u00e4ndigkeit der einzelnen Kapitale besteht hier \u2013 in der Auffassung von Marx \u2013 ein enger Zusammenhang. In beidem dr\u00fcckt sich aus, dass die Produktion auf dem Kapital beruht und durch dessen innere Gesetze bestimmt wird. Derselbe enge Zusammenhang besteht zwischen Lenins nur negativem Verst\u00e4ndnis der Konkurrenz und der Allmacht der Monopole. Die Vorstellung von einem monopolistischen Stadium beruht darauf, dass die Monopole eine eigenst\u00e4ndige Grundlage dieses Stadiums darstellen, die \u201etiefste \u00f6konomische Grundlage\u201c des Imperialismus. Angesichts ihrer Existenz ist die freie Konkurrenz \u201eunm\u00f6glich geworden\u201c, sie ist im Begriff, durch die Monopole abgel\u00f6st zu werden: \u201e\u00f6konomisch ist das Grundlegende in diesem Prozess die Abl\u00f6sung der kapitalistischen freien Konkurrenz durch die kapitalistischen Monopole.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote82sym\" name=\"sdfootnote82anc\"><sup>82<\/sup><\/a> Das Kapital produziert also in immer geringerem Umfang die Bedingungen seiner eigenen Verwirklichung, der die Monopole un\u00fcberwindbare Schranken in den Weg stellen. Indem so das Monopol als ein Kapital auftritt, das die freie Konkurrenz beschneidet, aber nicht umgekehrt der Konkurrenz und damit den Gesetzen des Kapitals unterworfen wird, wird auch die scheinbare Unabh\u00e4ngigkeit und Selbst\u00e4ndigkeit der Einzelkapitale nicht mehr aufgehoben; die scheinbare Willk\u00fcr verwandelt sich in eine wirkliche. Nicht die immanenten Gesetze erscheinen jetzt den Produktionsagenten als \u201e\u00fcberm\u00e4chtige, sie willenlos beherrschende Naturgesetze\u201c,<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote83sym\" name=\"sdfootnote83anc\"><sup>83<\/sup><\/a> vielmehr wachsen umgekehrt einige der Produktionsagenten \u201ezu allm\u00e4chtigen Monopolinhabern\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote84sym\" name=\"sdfootnote84anc\"><sup>84<\/sup><\/a> an. \u201eDurch die Monopolinhaber werden alle diejenigen abgew\u00fcrgt, die sich dem Monopol, seinem Druck, seiner Willk\u00fcr nicht unterwerfen.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote85sym\" name=\"sdfootnote85anc\"><sup>85<\/sup><\/a> Dass diese \u201eArt neue Gesellschaftsordnung\u201c nicht mehr auf dem Kapital, dessen Gesetzen die Bewegung der Einzelkapitale unterworfen ist, beruht, wird an dieser Charakterisierung der Monopole deutlich.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Die positive Natur der Konkurrenz hat Kestner richtiger dargestellt, indem er sie als eine notwendige, dem Verwertungstrieb der Kapitale entspringende Tendenz zur Aufhebung der Kartelle bzw. ihrer Monopolstellung betrachtete. Aus diesem positiven Verst\u00e4ndnis ergibt sich die defensive Natur des \u201eOrganisationszwangs\u201c, der Abwehrma\u00dfnahmen des Kartells. Ihn als \u201eZwang zur Unterwerfung unter die Monopolverb\u00e4nde\u201c zu bezeichnen, hat seine Wurzel in einer inhaltslosen, weil nur negativen Vorstellung von der Konkurrenz, die dem Monopol unterliegt, weil sie keinen eigenen Inhalt hat, nicht als notwendige Form und wesentliche Bestimmung des Kapitals begriffen wird.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712; font-size: 18pt;\"><b>d) Die Beschneidung objektiver Gesetze<\/b><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Die Abl\u00f6sung der freien Konkurrenz durch die Herrschaft der Monopole betrachtet Lenin auch als eine Folge der Konzentration, die im Bankwesen vor sich geht. In diesem Sinne zitiert er Schulze-G\u00e4vernitz: \u201eDie B\u00f6rsenherrschaft unserer Gro\u00dfbanken (\u2026) ist nichts als ein Ausdruck des voll organisierten deutschen Industriestaates. Wird damit das Gebiet der automatisch wirkenden Wirtschaftsgesetze beschnitten und damit das Gebiet bewusster Regelung durch die Banken au\u00dferordentlich erweitern, so w\u00e4chst damit die volkswirtschaftliche Verantwortung weniger leitender K\u00f6pfe in Ungemessene.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote86sym\" name=\"sdfootnote86anc\"><sup>86<\/sup><\/a> Was Lenin daran falsch findet, ist nicht die Illusion, als k\u00f6nnten durch die Entwicklung des Bankwesens objektive Gesetze beschnitten werden; er akzeptiert die These der \u201ebewussten Regelung\u201c durch die Banken. Erst bei der Frage, in wessen Interesse diese \u201ebewusste Regelung\u201c vorgenommen wird, beginnt seine Kritik. Er stellt fest, was Schulze-G\u00e4vernitz \u201ezu vertuschen sucht, n\u00e4mlich, dass diese \u2018bewusste Regelung\u2019 durch die Banken im Schr\u00f6pfen des Publikums durch ein H\u00e4uflein \u2018voll organisiertet Monopolisten besteht`\u2018.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote87sym\" name=\"sdfootnote87anc\"><sup>87<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Schulze-G\u00e4vernitz hat an die Konzentration der Banken Zukunftsperspektiven gekn\u00fcpft, die Hilferdings Idee von einem \u201eGeneralkartell\u201c \u00e4hnlich sind. \u201eMit den Bankengruppen entstehen Zentralstellen im Mittelpunkt der Volkswirtschaft (\u2026) Diese Zentralstellen geben in wachsendem Ma\u00dfe den nationalen Ersparnissen die Richtung, und zwar umso st\u00e4rker, je mehr die Anlagekapitalien in Effektenform, die Betriebskapitalien in Depositenform gegossen werden. Von hier aus wird das Gebiet der blind waltenden Wirtschaftsgesetze schrittweise zur\u00fcckgedr\u00e4ngt zugunsten bewusster Anordnung \u2013 das Gebiet der Natur zugunsten des Reiches der \u2018Freiheit\u2019 im Sinne unserer klassischen Philosophie \u2013 auch Marxens!\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote88sym\" name=\"sdfootnote88anc\"><sup>88<\/sup><\/a> Die schrittweise Zur\u00fcckdr\u00e4ngung der \u201eblind waltenden Wirtschaftsgesetze\u201c innerhalb des Kapitalismus \u2013 eine Prognose, die der Autor nur vermeintlich mit Marx, gewiss aber mit Hilferding teilt \u2013 findet ihre Kr\u00f6nung in einem Generalkartell der Banken: \u201eDenken wir uns die aufgewiesenen Entwicklungstendenzen bis zum letzten erreicht: das Geldkapital der Nation in den Banken vereinigt, diese selbst kartellm\u00e4\u00dfig verbunden, das Anlagekapital der Nation in Effektenform gegossen (\u2026)\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote89sym\" name=\"sdfootnote89anc\"><sup>89<\/sup><\/a> Volle Organisation des deutschen Industriestaats und bewusste Regelung der gesamtgesellschaftlichen Produktion durch ein Bankenkartell sind damit vollendet. Doch ausschlie\u00dflich auf Marx wollte sich Schulze-G\u00e4vernitz nicht st\u00fctzen; es folgt ein l\u00e4ngeres Zitat, (das Lenin in der Imperialismusschrift wiedergibt)<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote90sym\" name=\"sdfootnote90anc\"><sup>90<\/sup><\/a> von Saint-Simon, einem franz\u00f6sischen Vertreter des utopischen Sozialismus, der die Banken dazu berufen sah, die gesamtgesellschaftliche Produktion zu leiten und zu regulieren. Solche Vorstellungen hatte Marx als \u201eIllusionen \u00fcber die wunderwirkende Macht des Kredit- und Bankwesens\u201c bezeichnet, die \u201eaus v\u00f6lliger Unkenntnis der kapitalistischen Produktionsweise und des Kreditwesens als einer ihrer Formen (entspringen).\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote91sym\" name=\"sdfootnote91anc\"><sup>91<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Aber auch Schulze-G\u00e4vernitz konnte \u2013 im Unterschied zu Hilferding, der auf seinen Geld- und Kreditillusionen ein Theoriegeb\u00e4ude errichtet \u2013 seiner subjektiven Begeisterung f\u00fcr die Macht der deutschen Banken nur in Nebenbemerkungen und speziellen Abschnitten freien Lauf lassen. Das Material, das er in seinem Buch \u00fcber \u201edie deutsche Kreditbank\u201c liefert, untermauert seine Ahnungen von einem \u201eReich der Freiheit\u201c auf dem Boden kapitalistischer Verh\u00e4ltnisse keineswegs. Wenn er z. B. die M\u00f6glichkeit der Reichsbank erl\u00e4utert, den allgemeinen Diskontsatz festzustellen \u2013 worin sich in der Tat die besondere Macht der Zentralbank zeigt -, belehrt er den Leser: \u201eAber aller menschlichen Willk\u00fcr \u2013 ob der Gro\u00dfdiskonteure, ob der Reichsbank \u2013 sind durch die allgemein wirtschaftlichen Bedingungen enge Grenzen gesetzt\u201c \u2013 und er verweist auf die Abh\u00e4ngigkeit des Zinsfu\u00dfes von der Konjunktur.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote92sym\" name=\"sdfootnote92anc\"><sup>92<\/sup><\/a> Die \u201eB\u00f6rsenherrschaft der Banken\u201c wird daher auch mit Fragezeichen versehen: \u201eEs ist vielleicht zu viel gesagt, von einer \u2018B\u00f6rsenherrschaft der Gro\u00dfbanken zu sprechen. Aber ihr Einfluss ist weitreichend. Fr\u00fcher wollten die Banken als \u201aReportgeber\u2018 lediglich Zins verdienen; heute treiben die Gro\u00dfbanken, in deren H\u00e4nden sich die Reportkapitalien immer mehr sammeln, mittels der Festsetzungen der Reportbedingungen bewusste \u2018Reportpolitik\u2019.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote93sym\" name=\"sdfootnote93anc\"><sup>93<\/sup><\/a> Das ist eine der wenigen Tatsachen, aus denen Schulze-G\u00e4vernitz auf die Beschneidung der objektiven Gesetze schlie\u00dft. Das Reportgesch\u00e4ft ist eine Kreditform, deren sich die Banken auf der Grundlage des Terminhandels an der B\u00f6rse bedienen. Und wenn der Einfluss der Banken auf die Festlegung der Reportbedingungen zu der Hoffnung verleitet, mit dem Reportgesch\u00e4ft k\u00f6nnten die \u201eautomatisch wirkenden Wirtschaftsgesetze beschnitten\u201c werden, so geht Schulze-G\u00e4vernitz doch keineswegs an der Tatsache vorbei, dass die Reports\u00e4tze vom Diskontsatz abh\u00e4ngig sind, da \u201eder Diskontmarkt und der Reportmarkt in enger Verbindung\u201c stehen. Aber die \u201eMacht der allgemeinen wirtschaftlichen Verh\u00e4ltnisse, die Ohnmacht menschlicher Willk\u00fcr gegen\u00fcber dem Diskontsatz\u201c war f\u00fcr ihn wiederum ein \u201esonnenklare(r) Tatbestand\u201c.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote94sym\" name=\"sdfootnote94anc\"><sup>94<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Hier \u2013 in der Beschreibung von \u201eTatbest\u00e4nden\u201c, nicht in dem Traum von einer schrittweisen Zur\u00fcckdr\u00e4ngung der \u00f6konomischen Gesetze befindet sich der Autor der \u201edeutschen Kreditbank\u201c in \u00dcbereinstimmung mit Marx, der seinerseits die Abh\u00e4ngigkeit des Zinsfu\u00dfes vom industriellen Zyklus dargestellt hat, und hier verlieren sich die empirischen Belege und Anl\u00e4sse f\u00fcr die Behauptung, dass der \u201ealte Kapitalismus (\u2026) von einem neuen Kapitalismus abgel\u00f6st\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote95sym\" name=\"sdfootnote95anc\"><sup>95<\/sup><\/a> wird, wie Lenin schreibt. Dem kritischen Leser des Buches, das einen lehrbuchartigen Abriss des deutschen Bankwesens vor dem ersten Weltkrieg gibt, stellt sich die These von einer \u201ebewussten Regelung\u201c der Wirtschaft und der Beschneidung ihrer objektiven Gesetze als eine \u00e4u\u00dferlich hinzugef\u00fcgte Ideologie dar, als subjektive Wertung, die da anf\u00e4ngt, wo die Beschreibung der Tatsachen aufh\u00f6rt (und f\u00fcr die eigene Abschnitte vorgesehen sind, meist unter dem Titel: \u201eDie volkswirtschaftliche Bedeutung (\u2026)\u201c).<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Auch Lenin hat beides voneinander getrennt: er schreibt \u00fcber das Buch: \u201eIn der Art eines Lehrbuchs, nach Paragraphen, offenbar gr\u00f6\u00dftenteils Geschw\u00e4tz und \u2018Systematik\u2019. Enth\u00e4lt auch\u00a0<\/span><\/span><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>Interessantes<\/i><\/span><\/span><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">. V\u00f6llig vom Geist des \u2018<\/span><\/span><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>Imperialismus<\/i><\/span><\/span><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">\u2019\u00a0<\/span><\/span><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>durchdrungen<\/i><\/span><\/span><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote96sym\" name=\"sdfootnote96anc\"><sup>96<\/sup><\/a> Wenn man sich fragt, was Lenin bewogen hat, gerade diesen \u201eGeist\u201c, die ideologische Bewertung der \u00f6konomischen Entwicklung, als Beleg f\u00fcr \u201eden neuen Kapitalismus mit der Herrschaft des Monopols\u201c zu zitieren, st\u00f6\u00dft man auf die theoretischen Voraussetzungen, von denen Lenin ausging. Zum einen geht, wie wir gesehen haben, die Beschneidung der objektiven Gesetze aus dem negativen Verst\u00e4ndnis der freien Konkurrenz direkt hervor, womit gleichzeitig der bewussten Herrschaft der Monopole Raum geschaffen wird.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #352712;\"><span style=\"font-size: medium;\">Auf derselben Grundlage hatte Hilferding die Entwicklung des Kapitalismus als den Weg zur Entstehung der \u201ebewusst geregelten Gesellschaft in antagonistischer Form\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote97sym\" name=\"sdfootnote97anc\"><sup>97<\/sup><\/a> charakterisiert. Schulze-G\u00e4vernitz zeichnet denselben Gang der Entwicklung \u2013 es fehlt nur die \u201eantagonistische Form\u201c. Auf dieser theoretischen Basis musste Lenin es als zutreffend ansehen, dass \u201edas Gebiet der automatisch wirkenden Wirtschaftsgesetze beschnitten und das Gebiet bewusster Regelung durch die Banken au\u00dferordentlich erweitert wird\u201c. Seine Kritik setzt daran an, dass Schulze-G\u00e4vernitz die \u201eantagonistische Form\u201c nicht erw\u00e4hnt, in der die bewusste Regelung vor sich geht und die \u201eim Schr\u00f6pfen des Publikums durch ein H\u00e4uflein \u2018voll organisierter\u2019 Monopolisten besteht\u201c.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">[<a href=\"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=379\">Weiter<\/a>]<\/p>\n<div id=\"sdfootnote1\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote1anc\" name=\"sdfootnote1sym\"><span style=\"font-size: 12pt;\">1<\/span><\/a><span style=\"font-size: 12pt;\"> S. 307<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote2\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote2anc\" name=\"sdfootnote2sym\">2<\/a> S. 271<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote3\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote3anc\" name=\"sdfootnote3sym\">3<\/a> ebenda<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote4\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote4anc\" name=\"sdfootnote4sym\">4<\/a> S. 269 f.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote5\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote5anc\" name=\"sdfootnote5sym\">5<\/a> S. 209<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote6\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote6anc\" name=\"sdfootnote6sym\">6<\/a> S. 270<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote7\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote7anc\" name=\"sdfootnote7sym\">7<\/a> S. 280<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote8\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote8anc\" name=\"sdfootnote8sym\">8<\/a> S. 212<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote9\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote9anc\" name=\"sdfootnote9sym\">9<\/a> S. 295<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote10\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote10anc\" name=\"sdfootnote10sym\">10<\/a> S. 281<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote11\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote11anc\" name=\"sdfootnote11sym\">11<\/a> ebenda<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote12\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote12anc\" name=\"sdfootnote12sym\">12<\/a> S. 271<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote13\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote13anc\" name=\"sdfootnote13sym\">13<\/a><span lang=\"en-US\"> S. 304<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote14\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote14anc\" name=\"sdfootnote14sym\">14<\/a><span lang=\"en-US\"> LW 24, S. 465<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote15\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote15anc\" name=\"sdfootnote15sym\">15<\/a><span lang=\"en-US\"> LW 22, S. 212<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote16\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote16anc\" name=\"sdfootnote16sym\">16<\/a><span lang=\"en-US\"> LW 24, S. 466<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote17\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote17anc\" name=\"sdfootnote17sym\">17<\/a> LW 29, S. 153<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote18\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote18anc\" name=\"sdfootnote18sym\">18<\/a> ebenda<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote19\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote19anc\" name=\"sdfootnote19sym\">19<\/a> LW 29, S.154<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote20\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote20anc\" name=\"sdfootnote20sym\">20<\/a> Kautsky sprach 1908 vom \u201eHineinwachsen in den Zukunftsstaat\u201c. Karl Kautsky, Der Weg zur Macht, Frankfurt 1972, S. 31 ff.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote21\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote21anc\" name=\"sdfootnote21sym\">21<\/a> LW 22, S. 270<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote22\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote22anc\" name=\"sdfootnote22sym\">22<\/a><span lang=\"en-US\"> LW 22, S. 211<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote23\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote23anc\" name=\"sdfootnote23sym\">23<\/a><span lang=\"en-US\"> MEW Bd. 25, S. 886 f.<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote24\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote24anc\" name=\"sdfootnote24sym\">24<\/a> MEW Bd. 25, S. 887<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote25\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote25anc\" name=\"sdfootnote25sym\">25<\/a> ebenda<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote26\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote26anc\" name=\"sdfootnote26sym\">26<\/a> Diesen Schluss ziehen die Autoren des Werks \u201eImperialismus heute\u201c, indem sie behaupten, \u201edass f\u00fcr den staatsmonopolistischen Kapitalismus nicht dieses spontane Wirken der \u00f6konomischen Gesetze, diese spontane Regulierung der Produktion und des Austausches, sondern ein umfassendes System der Regulierung im Ma\u00dfstab der Volkswirtschaft charakteristisch ist.\u201c Autorenkollektiv, Imperialismus heute, Berlin 1965, S. 416 f.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote27\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote27anc\" name=\"sdfootnote27sym\">27<\/a> LW 22, S. 211<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote28\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote28anc\" name=\"sdfootnote28sym\">28<\/a> S. 199<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote29\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote29anc\" name=\"sdfootnote29sym\">29<\/a> S. 271<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote30\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote30anc\" name=\"sdfootnote30sym\">30<\/a> S. 210 f.; \u201e(?!)\u201c von Lenin<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote31\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote31anc\" name=\"sdfootnote31sym\">31<\/a> S. 211<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote32\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote32anc\" name=\"sdfootnote32sym\">32<\/a> ebenda, Hervorhebung von Lenin<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote33\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote33anc\" name=\"sdfootnote33sym\">33<\/a> Kestner hat sich im Wesentlichen auf die Betrachtung der Kartellbewegung in Deutschland beschr\u00e4nkt. Ein ausf\u00fchrlicher Vergleich der deutschen Verh\u00e4ltnisse mit der Kartell- oder Trustbildung in anderen L\u00e4ndern \u2013 speziell etwa der USA \u2013 erfolgt im Rahmen dieses Artikels nicht und bleibt Aufgabe besonderer Untersuchungen. Als erster Schritt ist die Beschr\u00e4nkung auf Deutschland insofern berechtigt, als auch Lenin kaum \u00fcber die Darstellung des deutschen Kartellwesens hinausgeht.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote34\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote34anc\" name=\"sdfootnote34sym\">34<\/a> Fritz Kestner, Der Organisationszwang, Berlin 1912, S. 17<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote35\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote35anc\" name=\"sdfootnote35sym\">35<\/a> Kestner spricht von \u201ekonstanten\u201c und \u201evariablen\u201c Kosten, d. h. Kosten, die bei Ausdehnung der Produktion konstant bleiben und solchen, die in diesem Fall ebenfalls zunehmen. Innerhalb gewisser Grenzen entspricht dies dem Unterschied von fixen und zirkulierenden Kapitalbestandteilen. Kestner, a.a.O., S. 15<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote36\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote36anc\" name=\"sdfootnote36sym\">36<\/a> Kestner, S. 26<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote37\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote37anc\" name=\"sdfootnote37sym\">37<\/a> Kestner, S. 27<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote38\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote38anc\" name=\"sdfootnote38sym\">38<\/a> Kestner, S. 28<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote39\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote39anc\" name=\"sdfootnote39sym\">39<\/a> Kestner, S. 33 ff.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote40\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote40anc\" name=\"sdfootnote40sym\">40<\/a> Kestner merkt an, dass Huber (in: \u201eDie Kartelle\u201c) festgestellt hat, \u201edass nirgends so viele neue Werke entst\u00fcnden, als dort, wo ein Syndikat ordnend eingriffe.\u201c Kestner, S. 57<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote41\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote41anc\" name=\"sdfootnote41sym\">41<\/a> Kestner, S. 59<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote42\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote42anc\" name=\"sdfootnote42sym\">42<\/a> Kestner, S. 7<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote43\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote43anc\" name=\"sdfootnote43sym\">43<\/a> Kestner, S. VIII<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote44\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote44anc\" name=\"sdfootnote44sym\">44<\/a> Kestner, S. 138<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote45\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a name=\"_Hlk107407574\"><\/a><span style=\"font-size: 12pt;\"> <a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote45anc\" name=\"sdfootnote45sym\">45<\/a> Kestner, S. 139<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote46\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote46anc\" name=\"sdfootnote46sym\">46<\/a> Kestner, S. 144<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote47\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote47anc\" name=\"sdfootnote47sym\">47<\/a> Kestner, S. 145 f.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote48\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote48anc\" name=\"sdfootnote48sym\">48<\/a> Kestner, S. 152 f.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote49\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote49anc\" name=\"sdfootnote49sym\">49<\/a> Kestner, S. 153<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote50\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote50anc\" name=\"sdfootnote50sym\">50<\/a> Kestner, S. 154<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote51\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote51anc\" name=\"sdfootnote51sym\">51<\/a> LW 22, S. 210; Lenins dritter Punkt: \u201eSperre der Zufuhr\u201c lautet bei Kestner: \u201eSperre der Zufuhr- und Absatzwege (S. 96). Die Sperre der Zufuhr ist mit der Materialsperre (Punkt 1) identisch. Die Sperre der Transportwege hat in Deutschland \u2013 im Unterschied zu den USA \u2013 nur eine sehr begrenzte Rolle spielen k\u00f6nnen, da die Eisenbahnen fast ausschlie\u00dflich in staatlichem Besitz waren. (Kestner, S. 97)<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote52\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote52anc\" name=\"sdfootnote52sym\">52<\/a> Kestner, S. 161 f.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote53\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote53anc\" name=\"sdfootnote53sym\">53<\/a> Kestner, S. 164<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote54\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote54anc\" name=\"sdfootnote54sym\">54<\/a> Kestner, S. 255 f.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote55\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote55anc\" name=\"sdfootnote55sym\">55<\/a> Kestner, S. 256<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote56\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote56anc\" name=\"sdfootnote56sym\">56<\/a> Kestner, S. 171<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote57\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote57anc\" name=\"sdfootnote57sym\">57<\/a> LW 22, S. 211<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote58\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote58anc\" name=\"sdfootnote58sym\">58<\/a> LW 22, S. 210<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote59\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote59anc\" name=\"sdfootnote59sym\">59<\/a> Kestner, S. 225<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote60\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote60anc\" name=\"sdfootnote60sym\">60<\/a> Kestner, S. 226<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote61\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote61anc\" name=\"sdfootnote61sym\">61<\/a> Kestner, S. 227<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote62\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote62anc\" name=\"sdfootnote62sym\">62<\/a> Kestner, S. 229<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote63\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote63anc\" name=\"sdfootnote63sym\">63<\/a> Kestner, S. 240<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote64\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote64anc\" name=\"sdfootnote64sym\">64<\/a> Kestner, S. 254<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote65\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote65anc\" name=\"sdfootnote65sym\">65<\/a> LW 22, S. 209<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote66\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote66anc\" name=\"sdfootnote66sym\">66<\/a> MEW 25, S.184<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote67\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote67anc\" name=\"sdfootnote67sym\">67<\/a> Karl Marx, Grundrisse der Kritik der Politischen \u00d6konomie (Rohentwurf), Berlin 1974, (im Folgenden: GR) S. 317<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote68\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote68anc\" name=\"sdfootnote68sym\">68<\/a><span lang=\"en-US\"> LW 21, S. 55<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote69\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote69anc\" name=\"sdfootnote69sym\">69<\/a><span lang=\"en-US\"> MEW 25, S. 872<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote70\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote70anc\" name=\"sdfootnote70sym\">70<\/a><span lang=\"en-US\"> LW 22, S. 295<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote71\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote71anc\" name=\"sdfootnote71sym\">71<\/a><span lang=\"en-US\"> LW 22, S. 304<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote72\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote72anc\" name=\"sdfootnote72sym\">72<\/a><span lang=\"en-US\"> LW 22, S. 223<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote73\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote73anc\" name=\"sdfootnote73sym\">73<\/a><span lang=\"en-US\"> LW 22, S. 211<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote74\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a name=\"_Hlk107416134\"><\/a><span style=\"font-size: 12pt;\"> <a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote74anc\" name=\"sdfootnote74sym\">74<\/a><span lang=\"en-US\"> Marx GR, S. 317<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote75\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote75anc\" name=\"sdfootnote75sym\">75<\/a> ebenda<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote76\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote76anc\" name=\"sdfootnote76sym\">76<\/a><span lang=\"fr-FR\"> Marx GR, S. 454<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote77\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a name=\"_Hlk107417091\"><\/a><span style=\"font-size: 12pt;\"> <a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote77anc\" name=\"sdfootnote77sym\">77<\/a><span lang=\"fr-FR\"> Marx GR, S. 450<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote78\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote78anc\" name=\"sdfootnote78sym\">78<\/a><span lang=\"fr-FR\"> MEW 25, S. 769<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote79\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote79anc\" name=\"sdfootnote79sym\">79<\/a><span lang=\"fr-FR\"> MEW 25, S. 887<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote80\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote80anc\" name=\"sdfootnote80sym\">80<\/a><span lang=\"fr-FR\"> Marx GR, S. 550<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote81\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote81anc\" name=\"sdfootnote81sym\">81<\/a><span lang=\"fr-FR\"> Marx GR, S. 307<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote82\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote82anc\" name=\"sdfootnote82sym\">82<\/a> LW 22, S. 270<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote83\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote83anc\" name=\"sdfootnote83sym\">83<\/a><span lang=\"en-US\"> MEW 25, S. 839<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote84\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote84anc\" name=\"sdfootnote84sym\">84<\/a><span lang=\"en-US\"> LW 22, S. 214<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote85\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote85anc\" name=\"sdfootnote85sym\">85<\/a><span lang=\"en-US\"> LW 22, S. 210<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote86\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote86anc\" name=\"sdfootnote86sym\">86<\/a> LW 22, S. 222<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote87\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote87anc\" name=\"sdfootnote87sym\">87<\/a> ebenda<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote88\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote88anc\" name=\"sdfootnote88sym\">88<\/a> Gero von Schulze-G\u00e4vernitz, Die deutsche Kreditbank, T\u00fcbingen 1922 (unver\u00e4nderter Abdruck aus \u201eGrundri\u00df der Sozial\u00f6konomik), S. 145<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote89\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a name=\"_Hlk107488538\"><\/a><span style=\"font-size: 12pt;\"> <a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote89anc\" name=\"sdfootnote89sym\">89<\/a> Schulze-G\u00e4vernitz, a.a.O. S. 146. Siehe dazu auch LW 22, S. 309<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote90\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote90anc\" name=\"sdfootnote90sym\">90<\/a> LW 22, S. 309<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote91\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote91anc\" name=\"sdfootnote91sym\">91<\/a> MEW 25, S. 621. Schulze-G\u00e4vernitz kommentiert das Zukunftsbild Saint-Simons mit den Worten: \u201eMarxismus anders, und doch nur in der Form anders, als Marx in sich dachte!\u201c (a.a.O. S. 146) Lenin vermerkt dazu am Rand seines Auszuges: \u201eauch Marxismus!!!\u201c siehe LW 39, S. 35.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote92\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote92anc\" name=\"sdfootnote92sym\">92<\/a> Schulze-G\u00e4vernitz, a.a.O. S. 76 f.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote93\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote93anc\" name=\"sdfootnote93sym\">93<\/a> Schulze-G\u00e4vernitz, S. 100<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote94\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote94anc\" name=\"sdfootnote94sym\">94<\/a> Schulze-G\u00e4vernitz, S. 79<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote95\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote95anc\" name=\"sdfootnote95sym\">95<\/a> LW 22, S. 223<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote96\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"sdfootnote\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote96anc\" name=\"sdfootnote96sym\">96<\/a> LW 39, S. 34<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote97\">\n<p class=\"sdfootnote\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote97anc\" name=\"sdfootnote97sym\">97<\/a> Rudolf Hilferding, Das Finanzkapital, FfM-K\u00f6ln 1968, S. 322 \/ ders., Das Finanzkapital, Berlin 1947, S. 319. Im Folgenden wird in derselben Reihenfolge nach beiden Ausgaben zitiert.<\/span><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>a) Zum Problem des \u201e\u00dcbergangskapitalismus\u201c Das Ergebnis seiner Untersuchung hat Lenin selbst in einem Satz zusammengefasst: \u201eAus allem, was \u00fcber das \u00f6konomische Wesen des Imperialismus gesagt wurde, geht hervor, dass er charakterisiert werden muss als \u00dcbergangskapitalismus oder, richtiger, als sterbender Kapitalismus.\u201c1 In gewisser Hinsicht erscheint diese These leicht verst\u00e4ndlich; sie besagt: der Kapitalismus existiert noch, &hellip; <a href=\"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=375\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">1. Das monopolistische Stadium des Kapitalismus<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-375","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/375","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=375"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/375\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2426,"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/375\/revisions\/2426"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=375"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}