{"id":3282,"date":"2026-05-08T18:14:28","date_gmt":"2026-05-08T16:14:28","guid":{"rendered":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=3282"},"modified":"2026-05-08T18:14:28","modified_gmt":"2026-05-08T16:14:28","slug":"zum-verhaeltnis-von-produktivkraeften-und-klassenkampf-in-der-revolutionstheorie","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=3282","title":{"rendered":"Zum Verh\u00e4ltnis von Produktivkr\u00e4ften und Klassenkampf in der Revolutionstheorie"},"content":{"rendered":"<p>G.T., Martin Schlegel<\/p>\n<p>Martin Schlegel<\/p>\n<p><strong>Eine Kritik von G.T. am Chinaartikel der AzD 99 und meine Antwort darauf <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In diesem Beitrag wird eine von meinem Chinaartikel in der AzD 99 angeregte Kritik G.T.s und meine Antwort darauf dokumentiert. Ich habe diese Kritik herausgegriffen, weil sie zu einer Diskussion \u00fcber die Triebkr\u00e4fte einer sozialen Revolution und die Gestaltungsm\u00f6glichkeiten nach ihrer erfolgreichen Durchf\u00fchrung f\u00fchrt. Die angesprochenen Fragen erfordern eine Weiterf\u00fchrung der Auseinandersetzung \u00fcber den hier dokumentierten Schlagabtausch hinaus. Denn es handelt sich um Fragen, die sp\u00e4testens seit der russischen Revolution 1917 unter Kommunisten kontrovers diskutiert wurden, wie etwa: Ist eine Revolution mit dem Ziel des Sozialismus in einem \u00f6konomisch r\u00fcckst\u00e4ndigen Land erfolgreich durchf\u00fchrbar, muss es vor Errichtung des Sozialismus eine kapitalistisch dominierte Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung geben und ein Strau\u00df damit zusammenh\u00e4ngender Themen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die zweite Kritik G.T.s an meinem Chinaartikel ist auf der Seite <a href=\"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=3237\">https:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=3237<\/a> einsehbar. Inzwischen hat G.T. eine Stellungnahme zu meiner Antwort an seiner Kritik geschrieben. Die Auseinandersetzung damit wird in die weitere Diskussion einflie\u00dfen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Kritik von G.T. am Chinaartikel in der AzD 99<\/strong><\/p>\n<p>Lieber Genosse Schlegel,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">mit gro\u00dfem Interesse las ich deine Ausf\u00fchrungen zu China. Gerade erst hatte ich eine Auseinandersetzung mit Genossen Spanidis \u00fcber die gleiche Thematik abgeschlossen und ging nun davon aus, eine meiner nicht un\u00e4hnlichen Position zu dieser Thematik in der AzD wieder zu finden. Doch weit gefehlt. Deine Position ist der des Genossen Spanidis so \u00e4hnlich, dass man zuweilen den Eindruck hat, es handele sich um den gleichen Autor. In der Technik w\u00fcrde man von einem redundanten System sprechen. Sicherlich hast du weit tiefere Einsichten in das Wesen der politischen \u00d6konomie, doch er wie auch du geht von einer Vorgeschichte des chinesischen Kapitalismus aus, \u00fcber deren Beharrungsverm\u00f6gen ich mich immer noch wundere. Insofern werde ich meine seinerzeitige Kritik hier nochmals \u00e4u\u00dfern. Ich werde sie etwas knapper gestalten, da ich der AzD unterstelle, bestimmte grunds\u00e4tzliche Positionen speziell zur russischen Revolution von 1918, vgl. Alfreds und Heiners Ausf\u00fchrungen aus dem Jahr 2018, nicht noch einmal wiederholen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sowohl bei der russischen als auch bei der chinesischen \u201esozialistischen Revolution\u201c handelt es sich nicht proletarische Revolutionen. Dies schon einfach aus dem Grund des Mangels an selbigem. Dies trifft selbstverst\u00e4ndlich auch auf den Befreiungskrieg des VIETCONG, als auch auf die Erhebung des 26 July oder \u00e4hnliche Aktionen zu, die von den kleinb\u00fcrgerlichen Sozialisten als sozialistische Revolutionen abgefeiert wurden. Erst letztlich wurde ich mit der These konfrontiert, dass die Pal\u00e4stinenser eine Vorhut des nah\u00f6stlichen Proletariats seien. Ich widerspreche nicht deinem Fazit, dass der chinesische Nationalstaat der Staat einer kapitalistischen Nation ist. Was soll er denn auch anderes sein?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDie un\u00fcbersehbaren Erfolge der chinesischen Wirtschaft sind nicht Ergebnis eines Wettbewerbs zwischen Sozialismus und Kapitalismus, sondern zwischen unterschiedlichen Auspr\u00e4gungen des Kapitalismus.\u201c (S.46) Meine Kritik betrifft einzig deine Vorstellung, er k\u00f6nne etwas anders sein, oder sei gar schon einmal eine Gesellschaft gewesen, die kapitalistische Verh\u00e4ltnisse \u00fcberwunden gehabt habe. \u201eIn China entstand der heutige Kapitalismus aus einer sozialistischen Gesellschaft mit einem Staat, der die Produktionsverh\u00e4ltnisse bestimmte.\u201c (S. 42) Diese \u201esozialistischen Gesellschaften\u201c geistern ja nun schon seit mehr als hundert Jahre durch die Diskussion, ohne dass jemals so recht klar geworden ist, worum es sich polit\u00f6konomisch dabei wirklich handelt. In ihrer letzten Form, dem \u201erealem Sozialismus\u201c, der von der eigenen Bev\u00f6lkerung recht schnell nach seiner Postulierung reales Dingsbums genannt wurde, war sie ja auch schon einmal auf deutschem Boden zu Hause. Es war eine Gesellschaft, in der neben Privateigentum, Warenproduktion, Lohnarbeit vor allem Planwirtschaft, das Staatseigentum an Grund und Boden sowie der Produktionsmittel bestimmende Momente waren. Vor allen die beiden letzteren Momente sollten ihn vom anarchischen Kapitalismus, oder wie du ihn euphemistisch nennst, liberalem Kapitalismus grunds\u00e4tzlich unterscheiden. Diese \u201eUnterscheidungsmerkmale\u201c halten jedoch einer n\u00e4heren Betrachtung nicht stand. Eine geplante Produktion und Produktionsausweitung ist ein origin\u00e4res Moment jedes kapitalistischen Gro\u00dfbetriebes. Deren Pl\u00e4ne \u00fcberstiegen oftmals bez\u00fcglich ihrer Wertbestandteile und ihrer Effizienz das, was in der DDR geplant wurde, um einiges. Ebenso planen diese durchaus eine ausreichend bezahlte Arbeiterschaft und deren Ausbildung mit ein. Dies geht so weit, dass einzelne Werke ihre Betriebskantinen den Familien der Besch\u00e4ftigten \u00f6ffnen, weil die Versorgung vor Ort den Anforderungen nicht gen\u00fcgen w\u00fcrde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum Zweiten, das Staatseigentum an Grund und Boden, welches allerdings beispielsweise auch in der DDR nie wirklich konsequent durchgesetzt wurde, ist etwas, was der kapitalistischen Gesellschaft nicht widerspricht sondern umgekehrt seine Effizienz steigert. Die in vielen kapitalistischen Gesellschaften noch immer existierende Grundbesitzerklasse ist f\u00fcr das Kapital nicht nur Kost, sondern ein Faktor, der immer wieder zu Verwerfungen f\u00fchrt und die Ausbeutung behindert. Es ist vor allem ein Relikt, welches viele kapitalistischen Gesellschaften, ob ihrer Geburt aus dem Feudalismus, noch heute als Fremdk\u00f6rper mit sich herumschleppen. Bliebe das Staatseigentum an Produktionsmitteln. Oftmals wurde aus diesem Staatseigentum propagandistisch unter der Hand ein Volkseigentum konstruiert, also Staat und Volk begrifflich gleichgesetzt. Dies f\u00fchrte dann sp\u00e4ter zu der bekannten Parole: \u201eDas Volk sind wir\u201c. Eine Parole, die diesen Idealismus, ohne es selbst zu bemerken, endg\u00fcltig ins Absurde transformierte. Dass es sich bei dem Begriff Volk um eine leere Abstraktion handelt, fiel all den kleinb\u00fcrgerlichen Sozialisten schon deshalb nicht auf, weil sie gar nicht wissen was eine Abstraktion ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Staat allerdings ist eine Institution, oder genauer eine b\u00fcrgerliche Institution, die im Sinne der herrschenden Klasse zwischen den Klassen vermittelt. Seine Existenz setzt also notwendig das Vorhandensein verschiedener Klassen voraus. Nun k\u00f6nnte man allerdings anf\u00fchren, im \u201eSozialismus\u201c sei das Proletariat die herrschende Klasse und w\u00fcrde insofern den Staatsapparat beherrschen, dies bricht sich allerdings an der beobachtbaren Realit\u00e4t. Nicht nur, dass ein Begr\u00fcndungszusammenhang fehlt, der die Fortexistenz eines entmachteten B\u00fcrgertums \u00fcber mehr als ein halbes Jahrhundert erkl\u00e4ren m\u00fcsste, es m\u00fcsste auch erkl\u00e4rt werden, warum das real existierende Proletariat wenig bis keinen Einfluss auf die Staatsgesch\u00e4fte hatte, sowie dass die weit \u00fcberwiegende Anzahl der Regierungsmitglieder \u201esozialistischer Staaten\u201c dem Kleinb\u00fcrgertum entstammten, selbst die, die eine kurze Zeit dem Proletariat zugerechnet werden k\u00f6nnten, hatten sich als sie dem Staatsapparat durch jahrelange Arbeit in Parteiapparaten der Klasse soweit entfremdet, dass sie vor diesen vor allen Dingen Angst hatten. Dies hier nur, um noch einmal kurz zu umrei\u00dfen, wor\u00fcber wir hier konkret eigentlich reden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der eigentliche Punkt allerdings ist: Die gedankliche Konstruktion einer \u201esozialistischen Gesellschaft\u201c unterstellt, dass Menschen qua (bewusster) Willensentscheidungen eine komplette Entwicklungsperiode der Menschheit \u00fcberspringen k\u00f6nnen. Dies ist Idealismus in Reinform und f\u00e4llt sogar noch hinter den letzten gro\u00dfen Idealisten Hegel zur\u00fcck. Der hatte zumindest eine Korrelation, der zu sich selbst kommenden Idee, mit sich entwickelnden geschichtlichen Epochen konstatiert. Selbst davon hier keine Spur. Hier als Grundlage die Idee, die Menschen entwickeln eine ihnen w\u00fcnschenswerte Gesellschaft einzig, weil sie dies wollen, oder auch einige ihrer begabtesten \u201eF\u00fchrer\u201c die Eingebung hatten, dass dies der Schritt ist, den die Gesellschaft zu gehen habe. Dass diese begnadeten F\u00fchrer nicht begriffen, nicht aus g\u00f6ttlicher Eingebung, oder ob eines \u00fcber den Dingen stehenden Intellektes, auf den Gedanken gekommen zu sein, sondern dass diese, ihre Gedanken, nur der Reflex der sie bestimmenden materiellen Verh\u00e4ltnisse sind, ist ja durchaus noch verzeihlich, dass dies aber noch hundert Jahre sp\u00e4ter, von Leuten, die sich ernsthaft f\u00fcr \u201eMarxisten\u201c halten, nachgeplappert wird, ist erschreckend.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damit will ich nicht die Dialektik zwischen Sein und Bewusstsein leugnen, \u201eDie Waffe der Kritik kann allerdings die Kritik der Waffen nicht ersetzen, die materielle Gewalt muss gest\u00fcrzt werden durch materielle Gewalt, allein auch die Theorie wird zur materiellen Gewalt, sobald sie die Massen ergreift. Die Theorie ist f\u00e4hig, die Massen zu ergreifen, sobald sie <em>ad hominem<\/em> |am Menschen| demonstriert, und sie demonstriert <em>ad hominem,<\/em> sobald sie radikal wird. Radikalsein ist die Sache an der Wurzel fassen. Die Wurzel f\u00fcr den Menschen ist aber der Mensch selbst\u201c, doch ist eben zu beachten: wer waren diese Massen seinerzeit. Es handelte sich um Bauern, die schwerlich von einer Kritik der Lohnarbeit ergriffen sein konnten, da ihnen diese noch unbekannt war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nein lieber Genosse Schlegel, geschichtliche Epochen sind nicht von der Willensentscheidung einzelner Menschen, oder auch Menschengruppen (KP), bestimmbar. Es sind umgekehrt die geschichtlichen materiellen Verh\u00e4ltnisse, die die Gedanken und Ideen der Menschen bestimmen. Damit will ich nicht die gro\u00dfartigen Leistungen schm\u00e4lern, die die russische und auch chinesische Revolution f\u00fcr die Menschheit erbracht haben, doch es war immer klar, dass aus einer vorkapitalistischen Gesellschaft notwendig eine warenproduzierende Gesellschaft erwachsen muss. Dass heute eine Kritik dieser nun entstandenen Gesellschaften und ihrer Protagonisten ausgerechnet von Leuten kommt, die es nicht einmal fertig gebracht haben, 1989 auch nur das Bodenrecht der DDR in die kapitalistische BRD zu \u00fcberf\u00fchren, macht diese Angelegenheit noch besonders peinlich. Zuweilen liest sich deine Kritik an der KPCh dann auch wie die Anklage eines Mannes, der j\u00e4h aus seinen Tr\u00e4umen erwacht und nun der b\u00f6sen Wirklichkeit vorwirft, ihn entt\u00e4uscht zu haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Selbst wenn Kommunisten heute, gleichg\u00fcltig ob in Europa, China, Russland, Amerika oder Afrika die n\u00e4chsten Schritte der Menschheit, ihre Entwicklung, bestimmen wollen, kann dies einzig in der Form der Negation des Bestehenden erfolgen. Jedoch, um die Lohnarbeit auch nur gedanklich zu negieren, muss sie zumindest vorhanden sein. Wenn Marx konstatiert, dass einzig der Lohnarbeiter das Eigentum gesamtgesellschaftlich negieren kann, so ist dies eben dem Umstand geschuldet, dass er, der Lohnarbeiter, es f\u00fcr seine Person schon negiert hat. Dazu muss nat\u00fcrlich auch begriffen werden, dass Eigentum eine negative Bestimmung ist. Der Privateigent\u00fcmer verf\u00fcgt nicht prim\u00e4r \u00fcber etwas, sondern er schlie\u00dft andere von der Verf\u00fcgung aus. Die doppelte Freiheit des Arbeiters ist andererseits entgegen landl\u00e4ufiger Meinung eine positive Bestimmung. Erst die Freiheit von Eigentum macht mich wirklich frei. Dabei ist durchaus klar, dass der B\u00fcrger und auch der Kleinb\u00fcrger, dessen Existenz sich einzig dar\u00fcber konstituiert, Eigent\u00fcmer zu sein, dies nur begreifen kann, indem er seine Position, die des Kleinb\u00fcrgers, negiert und eben die Position des Proletariats einnimmt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In weit h\u00f6herem Ausma\u00df spielt sich dies auf der Ebene der National\u00f6konomie ab. Die Idee des \u201eSozialismus in einer Nation\u201c unterstellt von vornherein eine Paradoxie, sofern \u201eSozialismus\u201c als eine \u00fcber der Warenproduktion stehende \u00d6konomie definiert ist. Eine Nation ist ein Gebilde, welches notwendig in Kontakt zu anderen Nationen steht. Eine Nation, die reine Subsistenz betreibt, also nur f\u00fcr sich und nur aus sich heraus produziert, ist schon in der Antike eine Unm\u00f6glichkeit und begrifflich ein Widerspruch in sich. Eine Nation und damit der diese repr\u00e4sentierende Nationalstaat, befindet sich in \u00f6konomischem Kontakt mit anderen Nationen. Dieser Kontakt hat ebenso notwendig die Form der Konkurrenz. Oder auch anders ausgedr\u00fcckt, die Nation, der Nationalstaat, ist die Form, in der sich die Konkurrenz der einzelnen Produzenten auf internationaler Ebene manifestiert. Diese Konkurrenz vermittelt sich kapitalistisch in \u201eFriedenszeiten\u201c \u00fcber den Warenaustausch. Wenn auch im RGW dies immer wieder durch abstruse \u201eTheorien\u201c verbr\u00e4mt wurde, konnte dies leider, wie im Nachhinein deutlich zu erkennen ist, an dieser grundlegenden Wahrheit nichts \u00e4ndern. Dabei ist durchaus und wei\u00df Gott nicht nur im RGW, dieser Austausch nicht notwendig zu jeder Zeit ein Austausch zu realen Werten. Die Dominanz der einen oder anderen Nation kann den Warenverkehr mehr oder minder stark beeinflussen. Ein aktuelles Beispiel ist etwa der Kauf \u00fcberteuerten Erdgases durch die BRD. Somit kommt aber eben und dies ist hier der eigentliche Punkt, eine \u201esozialistische\u201c Nation nicht umhin Warenverkehr zu betreiben. Jetzt kann man nat\u00fcrlich der naiven Vorstellung anheimfallen, dass ein Produkt, welches nicht als Ware produziert wurde, durch wundersame Wandlung in dem Moment, wo es die Grenze \u00fcberschreitet, erst zu einer solchen wird, umgekehrt w\u00fcrde dann eben auch die Gegenleistung, oft in der Form von Geld, auf dem R\u00fcckweg \u00fcber diese geografische Grenze, dann nat\u00fcrlich auf ebenso wundersame Weise zu einer \u201eVerrechnungseinheit\u201c mutieren. Dies ist, das musst du zugestehen, f\u00fcr jeden, der sich auch nur ansatzweise mit \u00d6konomie besch\u00e4ftigt hat schon schwer verdaulicher Stoff. Auch in einem Fall, in dem offiziell nur \u201eProdukte\u201c getauscht werden, etwa R\u00f6hren gegen Gas, handelt es sich beide Male um Waren, selbst dem deutschen Finanzamt ist der Begriff des \u201egeldwerten Vorteils\u201c bekannt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die hinter diesen Verbr\u00e4mungen stehenden Vorstellungen, die ein uns bekannter Schriftsteller schon vor 150 Jahren an so vielen Stellen zerpfl\u00fcckt hat, ob in seiner Kritik an Proudhon oder im Kapital, sind so frei von jedem Verst\u00e4ndnis der politischen \u00d6konomie, dass ich es wirklich f\u00fcr m\u00fc\u00dfig halte, hier einzelne Zitate anzuf\u00fchren. Was da im internationalen Verkehr als Ware erscheint, ist in der Regel auch als Ware produziert, auch wenn kleinb\u00fcrgerliche Sozialisten jedweder Couleur dies durch akrobatisch anmutende Gehirnverrenkungen immer wieder versuchen zu leugnen. Damit will ich nicht sagen, dass durchaus mehr oder minder gro\u00dfe Teile der chinesischen Gesellschaft die Warenproduktion, zu Zeiten Maos, noch gar nicht erreicht hatten, doch auch in Brasilien oder Namibia gibt es Bev\u00f6lkerungsgruppen die noch weit vor der Warenproduktion stehen, dies sagt aber nichts \u00fcber die \u00f6konomische Verfassung der namibischen oder brasilianischen Nation. Nur weil hierzulande noch immer kleinb\u00fcrgerliche Theoretiker die Hoffnung haben, irgendwelche vorkapitalistischen Gesellschaften w\u00fcrden sie vom b\u00f6sen, menschenverachtenden Kapitalismus befreien, wenn es denn die heimischen Arbeiter nicht so recht tuen wollen, k\u00f6nnen solche Theorien doch unter erwachsenen Menschen nicht mehr Gegenstand der Diskussion sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vielleicht abschlie\u00dfend noch ein Wort zu den \u201ePraktikern\u201c. Wenn Marx einst formulierte: \u201eDie Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert; es kommt jedoch darauf an sie zu ver\u00e4ndern.\u201c, so war dies, was sich aus dem Zusammenhang (Feuerbach Thesen) ergibt, keine Aufforderung zum Aktionismus, sondern ein erkenntnistheoretisches Postulat. Die Wahrheit ist stets Praxis wie umgekehrt die Praxis stets die Wahrheit ist. Viele chinesische Sozialisten betrachten den Sozialismus als etwas noch zu Erreichendes. Vielleicht manchmal son bisschen Eurozentrismus rausnehmen und sich \u00fcberlegen, dass die M\u00e4dels und Jungens im Osten, nur weil sie kleinere Augen haben, nicht unbedingt auf den Kopf gefallen sind. Es spielt wirklich keine Rolle, welche Farbe die Katze hat.<\/p>\n<p>Solidarische Gr\u00fc\u00dfe<\/p>\n<p>GT, November 2025<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Antwort von Martin Schlegel auf die Kritik G.T.s<\/strong><\/p>\n<p>Lieber Genosse G.T.,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Du hast zwei Kritiken zu meinem Chinaartikel in der AzD 99 geschrieben, die zwar so gut wie nicht auf seinen Inhalt eingehen, aber von ihm angeregt wurden. Ich werde auf ein Thema deiner ersten Kritik eingehen, das Fragen der Revolutionstheorie anspricht. Du schreibst unter anderem: \u201eMeine Kritik betrifft einzig deine Vorstellung er [gemeint ist die heutige chinesische Gesellschaftsform; Anmerkung des Verfassers] k\u00f6nne etwas anderes sein, oder sei gar schon einmal eine Gesellschaft gewesen, die kapitalistische Verh\u00e4ltnisse \u00fcberwunden gehabt habe.\u201c Auf eine weitere Bemerkung dieser Kritik werde ich ebenfalls eingehen. Du schreibst: \u201eSowohl bei der russischen als auch bei der chinesischen \u201asozialistischen\u2018 Revolution handelt es sich nicht um [um, Erg\u00e4nzung des Verfassers] proletarische Revolutionen. Dies schon einfach aus dem Grund des Mangels an selbigem.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich m\u00f6chte mit einem grundlegenden Thema beginnen. Jannis Milios hat in seinem Buch \u2018Ein zuf\u00e4llige Begegnung in Venedig. Die Entstehung des kapitalistischen Gesellschaftssystems.\u2018<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> darauf aufmerksam gemacht, dass Marx zwei unterschiedliche Thesen f\u00fcr die Triebkr\u00e4fte eines \u00dcbergangs zu neuen gesellschaftlichen Produktionsverh\u00e4ltnissen genannt hat. Milios f\u00fchrt aus<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a>: \u201eWas die Frage des &lt;&lt;\u00dcbergangs&gt;&gt; von einer historischen Gesellschaftsform zu einer anderen anbelangt, so hat Marx in seinen Schriften dazu zwei Antworten gegeben. Nach seinem ersten Erkl\u00e4rungsansatz, der sich auch in der Einleitung &lt;&lt;Zur Kritik der politischen \u00d6konomie&gt;&gt; findet, ger\u00e4t die &lt;&lt;Entwicklung der Produktivkr\u00e4fte&gt;&gt; in Konflikt &lt;&lt;mit den vorhandenen Produktionsverh\u00e4ltnissen&gt;&gt;, die sich in ihre Fesseln verwandeln. Diese Situation f\u00fchre unweigerlich zu einem &lt;&lt;revolution\u00e4ren Wandel&gt;&gt; der Produktionsverh\u00e4ltnisse. [\u2026] Marx schreibt &lt;&lt;Auf einer gewissen Stufe der Entwicklung geraten die materiellen Produktivkr\u00e4fte der Gesellschaft in Widerspruch zu den Produktionsverh\u00e4ltnissen oder [&#8230;] mit den Eigentumsverh\u00e4ltnissen, innerhalb deren sie sich bisher bewegt hatten. Aus Entwicklungsformen der Produktivkr\u00e4fte schlagen diese Verh\u00e4ltnisse in Fesseln derselben um. Es tritt dann eine Epoche sozialer Revolution ein [\u2026]. <em>Eine Gesellschaftsform geht nie unter, bevor alle Produktivkr\u00e4fte entwickelt sind, f\u00fcr die sie weit genug ist<\/em>, und neue h\u00f6here Produktionsverh\u00e4ltnisse treten nie an die Stelle, bevor die materiellen Existenzbedingungen derselben im Scho\u00df der alten Gesellschaft selbst ausgebr\u00fctet sind&gt;&gt;.\u201c Der zweite Ansatz von Marx betont, dass der Klassenkampf die Triebkraft der Geschichte ist. Milios zitiert dazu in einer Fu\u00dfnote auf Seite 40 Marx und Engels: \u201eWir haben seit fast 40 Jahren den Klassenkampf als n\u00e4chste treibende Macht der Geschichte, und speziell den Klassenkampf zwischen Bourgeoisie und Proletariat als gro\u00dfen Hebel der modernen sozialen Umw\u00e4lzung hervorgehoben.\u201c<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die erstgenannte These von Marx vertritt auch Stalin, wenn er schreibt: \u201eZuerst ver\u00e4ndern und entwickeln sich die Produktivkr\u00e4fte der Gesellschaft und dann,<em> in Abh\u00e4ngigkeit <\/em>von diesen Ver\u00e4nderungen und <em>in \u00dcbereinstimmung mit ihnen<\/em>, ver\u00e4ndern sich die Produktionsverh\u00e4ltnisse der Menschen, ihre \u00f6konomischen Beziehungen.\u201c<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Stalin vertritt also die Auffassung, dass die Produktivkr\u00e4fte die treibenden Kr\u00e4fte der Geschichte sind, die Klassenk\u00e4mpfe nur eine Folge davon. Damit hat er eine der Thesen von Marx verabsolutiert, deren Richtigkeit entsprechend dem Lauf der Geschichte neu zu bewerten w\u00e4re. Diese Vorstellung findet sich in verschiedenen Abwandlungen und Vorstellungen der Linken. Ich habe das am Beispiel von J\u00fcrgen Kuczynski in einem Kapitel des Aufsatzes \u201eIndustrie 4.0\u201c in der AzD 87 behandelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine Gegenposition zu Stalins Auffassung nimmt Mao ein, wie Milios darstellt: \u201eIn einem in den Jahren 1961\/62 entstandenen Text kehrt Mao die Kausalbeziehung zwischen Produktivkr\u00e4ften und Produktionsverh\u00e4ltnissen um. Er schreibt: &gt;&gt;Zun\u00e4chst muss man die Produktionsverh\u00e4ltnisse \u00e4ndern, danach erst ergibt sich die M\u00f6glichkeit, die gesellschaftlichen Produktivkr\u00e4fte in gro\u00dfem Ma\u00dfstab zu \u00e4ndern. Dies ist ein allgemeines Gesetz [\u2026]. Die alten Produktionsverh\u00e4ltnisse werden beseitigt und neue aufgebaut, wodurch der Entwicklung neuer gesellschaftlicher Produktivkr\u00e4fte ein Weg gebahnt wird [\u2026]&gt;&gt;\u201c<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> Mao widerspricht damit der einen These von Marx, dass die Existenzbedingungen der neuen Gesellschaft schon im Scho\u00df der alten Gesellschaft ausgebr\u00fctet und in Widerspruch zu den Produktionsverh\u00e4ltnissen getreten sein m\u00fcssen. Die Mao-Zitate entstammen dem von Helmut Martin herausgegebenen Buch: \u2018Das machen wir anders als Moskau\u2018<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a>. In dem Buch sind Maos Anmerkungen und Kritikpunkte am sowjetischen Lehrbuch der \u00d6konomie (Fassung von 1959) wiedergegeben. Milios schreibt weiter: \u201eIm staatlichen Nachrichtenmagazin Peking Rundschau (Nr. 38 vom 19. September 1969), in der der 20. Gr\u00fcndungstag der Volksrepublik China gefeiert wurde, erschienen zwei Polemiken, die sich gegen die &lt;&lt;Theorie der Produktivkr\u00e4fte&gt;&gt; richteten, wie damals \u00dcberlegungen bezeichnet wurden, die der Entwicklung der Produktivkr\u00e4fte Priorit\u00e4t einr\u00e4umen.\u201c<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a> Maos Charakterisierung des Verh\u00e4ltnisses von Produktivkr\u00e4ften und Produktionsverh\u00e4ltnissen beschreibt sein praktisches Vorgehen bei der chinesischen Revolution. Maos Aussage gilt auch f\u00fcr ein h\u00f6her entwickeltes Land, auch dort muss das Proletariat erst die Macht erringen, um danach die Produktionsverh\u00e4ltnisse umzugestalten. Die Voraussetzung f\u00fcr die Erringung der Macht in China war der breite Aufstand der chinesischen Massen unter F\u00fchrung der KPCh gegen die Besetzung des Landes und die Unzufriedenheit mit den herrschenden \u00f6konomischen und politischen Verh\u00e4ltnissen, die von der Kuomintang repr\u00e4sentiert wurden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gibt ein gemeinsames Element beider Positionen: Es muss ein revolution\u00e4res Potential vorhanden sein. Im Fall der These des Primats der Produktivkr\u00e4fte entsteht dieses Potential notwendigerweise mit der Entwicklung \u00f6konomischen Verh\u00e4ltnisse, da impliziert wird, dass die soziale Lage der Bev\u00f6lkerung mit der Entwicklung der Produktivkr\u00e4fte durch Arbeitslosigkeit und Lohnabbau immer schlechter wird. Die These vom Klassenkampf als Triebkraft der Geschichte l\u00e4sst die Ursachen f\u00fcr die Entwicklung einer revolution\u00e4ren Situation offen. Marx und Engels wussten, dass die Gr\u00fcnde f\u00fcr einen revolution\u00e4ren Aufschwung durchaus vielf\u00e4ltig sein k\u00f6nnen. F\u00fcr die russische wie die chinesische Revolution gab es jeweils eine Gemengelage unterschiedlicher Ursachen, wobei die Unzufriedenheit mit der sozialen und politischen Lage sicher die ausschlaggebenden waren, aber nicht infolge einer Rebellion der Produktivkr\u00e4fte gegen die Produktionsverh\u00e4ltnisse. Der revolution\u00e4re Kampf hat in beiden Thesen von Marx das Ziel, die herrschende Macht und Produktionsverh\u00e4ltnisse zu st\u00fcrzen. Und sicher ist der Aufbau einer sozialistischen Gesellschaft leichter, wenn die Produktivkr\u00e4fte h\u00f6her entwickelt sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr Russland wie China stand ebenso wie f\u00fcr andere Schwellenl\u00e4nder entwicklungsgeschichtlich der \u00dcbergang von einer agrarisch gepr\u00e4gten Gesellschaft zu einer industriellen an. Dieser \u00dcbergang kann, wie etwa die Beispiele China, Taiwan oder S\u00fcdkorea zeigen, die einen vergleichbaren Entwicklungsstand besa\u00dfen, sowohl mit kapitalistischen wie sozialistischen Zielsetzungen durchgef\u00fchrt werden. Warum das sozialistische chinesische Modell irgendwann weniger erfolgreich als das der kapitalistisch orientierten Nachbarl\u00e4nder war, m\u00fcsste genauer untersucht werden. Einen Grund habe ich in meinem Artikel genannt: die Exportorientierung, die wie in S\u00fcdkorea und Taiwan schon fr\u00fch den Zugang zu der f\u00fchrenden westlichen Technologie mit sich brachte und das erforderliche Kapital f\u00fcr die Erweiterung und H\u00f6herentwicklung der Industrie erwirtschaftete \u2013 ein Modell, das China in der Reformperiode nachahmte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Hinblick auf China sind daher auch Auffassungen zu hinterfragen, denen Du anzuh\u00e4ngen scheinst, ohne sie klar zu benennen. So etwa die angeblich notwendige stufenweise Abfolge von Gesellschaftsformationen, wonach vor der sozialistischen Phase erst eine kapitalistische stattfinden m\u00fcsse. Die KPCh hat sich nicht darum geschert und versucht, ausgehend von den vorhandenen Verh\u00e4ltnissen Elemente einer sozialistischen Gesellschaft aufzubauen, indem sie schrittweise den Privatbesitz an Produktionsmitteln, die private Aneignung des Mehrwerts und damit die Ausbreitung von Lohnarbeit unterband. Wenn man China heute f\u00fcr kapitalistisch h\u00e4lt, k\u00f6nnte man nat\u00fcrlich folgern, es w\u00e4re damit evident, dass die kapitalistische Phase nicht \u00fcbersprungen werden kann. Das m\u00fcsste aber durch eine konkrete Untersuchung belegt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch eine weitere Frage, die Du ansprichst, muss unter den heutigen Gegebenheiten neu diskutiert werden: In China wie Russland war das Proletariat gegen\u00fcber der Bauernschaft in der Minderheit. Die Revolution mit dem Ziel, den Sozialismus aufzubauen, war also eine Minderheitenrevolution, was Konsequenzen vor und nach der Revolution hatte. Heute ist das Proletariat in den h\u00f6her entwickelten kapitalistischen L\u00e4ndern zwar schon l\u00e4nger zahlenm\u00e4\u00dfig deutlich st\u00e4rker als die Bauern, aber inzwischen schw\u00e4cher als die Zahl der Besch\u00e4ftigten im Dienstleistungsbereich (Zahlen f\u00fcr Deutschland siehe z.B.<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a>). Auch in den h\u00f6her entwickelten kapitalistischen L\u00e4ndern w\u00fcrde eine proletarische Revolution zahlenm\u00e4\u00dfig eine Minderheitenrevolution sein. F\u00fcr mich ist auch der Begriff \u201asozialistische Revolution\u2018 passender als der Begriff \u201aproletarische Revolution\u2018, da er auf das Ziel des Sozialismus, der im Interesse der Mehrheit der Werkt\u00e4tigen ist, und nicht auf die zahlenm\u00e4\u00dfige Ebene verweist. Jedenfalls scheint mir, dass Du es Dir sehr einfach machst, wenn Du meinst, allein aus zahlenm\u00e4\u00dfigen Verh\u00e4ltnissen Aussagen \u00fcber den Charakter einer Revolution ableiten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum Abschluss m\u00f6chte ich noch auf einen Aspekt eingehen, der mir beim Abfassen des Chinaartikels deutlich geworden ist. Marx schreibt (siehe oben): \u201eEine Gesellschaftsform geht nie unter, bevor alle Produktivkr\u00e4fte entwickelt sind, f\u00fcr die sie weit genug ist, und neue h\u00f6here Produktionsverh\u00e4ltnisse treten nie an die Stelle, bevor die materiellen Existenzbedingungen derselben im Scho\u00df der alten Gesellschaft selbst ausgebr\u00fctet sind.\u201c Im Chinaartikel der AzD 99 habe ich dargestellt, dass der chinesische Kapitalismus mit seinem neuen Typ von Planwirtschaft manche Probleme zu l\u00f6sen imstande ist, zu denen der liberale Kapitalismus nicht in der Lage zu sein scheint. Mir scheint keine absolute Grenze erkennbar, an der der Kapitalismus als System an seinen inneren Widerspr\u00fcchen zugrunde gehen muss. Insgesamt m\u00f6chte ich zu Deinen Kritiken anmerken, dass es f\u00fcr mich einfacher gewesen w\u00e4re, wenn Du weniger Punkte, diese aber konkreter und gr\u00fcndlicher behandelt h\u00e4ttest. Oft habe ich erraten m\u00fcssen, was Du gemeint haben k\u00f6nntest und bin mir nicht sicher, ob ich immer richtig geraten habe.<\/p>\n<p>Solidarische Gr\u00fc\u00dfe<\/p>\n<p>Martin Schlegel, M\u00e4rz 2026<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Jannis Milios: Eine zuf\u00e4llige Begegnung in Venedig Die Entstehung des Kapitalismus als Gesellschaftssystems, Dietz Verlag, Berlin, 2021.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Milios, Seite 35<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Das Zitat entstammt aus einem Zirkularbrief von Marx und Engels an Bebel, Liebknecht, Bracke u.a., MEW 19, Seite 165.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Milios, Seite 36, kursiv durch Milios<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Milios, Seite 36,37.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Mao Tse-Tung: Das machen wir anders als Moskau! Kritik an der sowjetischen Polit\u00f6konomie, Herausgegeben von Helmut Martin, Rowohlt Taschenbuch Verlag, August 1975, Seiten 29, 42.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Milios, Seite 37,38.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Destatis: https:\/\/www.destatis.de\/DE\/Themen\/Arbeit\/Arbeitsmarkt\/Erwerbstaetigkeit\/Tabellen\/arbeitnehmer-wirtschaftsbereiche.html-<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>G.T., Martin Schlegel Martin Schlegel Eine Kritik von G.T. am Chinaartikel der AzD 99 und meine Antwort darauf In diesem Beitrag wird eine von meinem Chinaartikel in der AzD 99 angeregte Kritik G.T.s und meine Antwort darauf dokumentiert. 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