{"id":3246,"date":"2026-03-19T17:10:50","date_gmt":"2026-03-19T16:10:50","guid":{"rendered":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=3246"},"modified":"2026-03-19T17:47:31","modified_gmt":"2026-03-19T16:47:31","slug":"wer-erschuettert-die-republik","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=3246","title":{"rendered":"Wer ersch\u00fcttert die Republik?"},"content":{"rendered":"<p>micha &#8211; 18. M\u00e4rz 2026<\/p>\n<p>Das \u201eSuperwahljahr\u201c hat begonnen. Die <em>junge welt<\/em> schrieb zum Jahreswechsel: \u201eKaum ist die letzte Silvesterrakete vergl\u00fcht, richtet sich in der deutschen Innenpolitik der Blick auf das \u00bbSuperwahljahr 2026\u00ab und die in diesem Zusammenhang erwarteten neuen Wahlerfolge der AfD. F\u00fcnf Landtagswahlen und drei Kommunalwahlen stehen an, bei denen mehr als die H\u00e4lfte der Wahlberechtigten in der Bundesrepublik zu den Urnen gerufen werden. Die Landtagswahlen in Baden-W\u00fcrttemberg, Rheinland-Pfalz, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt k\u00f6nnen die politischen Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisse im Lande verschieben, wobei sich die Debatte auf die beiden ostdeutschen Fl\u00e4chenl\u00e4nder fokussiert \u2013 dort k\u00f6nnte im September die AfD jeweils deutlich st\u00e4rkste Partei werden. Dass die Rechtsau\u00dfenpartei inzwischen auch in bev\u00f6lkerungsstarken L\u00e4ndern wie Bayern und Baden-W\u00fcrttemberg mit 20 Prozent gemessen wird, findet in vielen Medien dagegen kaum Beachtung.\u201c<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Und zu den Betriebsratswahlen hei\u00dft es: \u201e2026 stehen nicht nur f\u00fcnf Landtagswahlen an, in denen die AfD zumindest in \u00f6stlichen Bundesl\u00e4ndern zur st\u00e4rksten Kraft zu werden droht. Von M\u00e4rz bis Mai werden auch 180.000 neue Betriebsratsmitglieder gew\u00e4hlt. Der Vorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Frank Werneke, hat diese Betriebsratswahlen jetzt zur \u00bbNagelprobe\u00ab erkl\u00e4rt. Denn bislang sei es gelungen, die Arbeitswelt \u00bbweitgehend frei\u00ab von rechten Tendenzen und organisierten AfD-Strukturen zu halten.\u201c<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a><\/p>\n<p><strong>Ausgangslage \u2013 politische Instabilit\u00e4t<\/strong><\/p>\n<p>Inwieweit sich \u201edie politischen Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisse im Lande verschieben\u201c k\u00f6nnten, analysiert eine Nachrichtenseite im Netz n\u00e4her. Sie sieht \u201edas Potenzial, die Koalition kr\u00e4ftig durchzusch\u00fctteln und die Republik zu ver\u00e4ndern\u201c sowie die Gefahr, die \u201egro\u00dfen Reformprojekte\u201c fielen \u201edem Dauerwahlkampf zum Opfer\u201c \u201eDie Ausgangslage f\u00fcr die schwarz-rote Regierung h\u00e4tte besser kaum sein k\u00f6nnen. Am Tag der Vereidigung, dem 6. Mai 2025, hatte sie mehr als neun Monate ohne eine einzige Landtagswahl vor sich. Ideale Bedingungen also, um die wichtigsten Projekte aus dem Koalitionsvertrag ohne Profilierungsk\u00e4mpfe und Wahlkampfget\u00f6se in aller Ruhe abzuarbeiten.&lt; Daraus wurde nichts. Was mit einem Fehlstart \u2013 der Wahl des Kanzlers erst im zweiten Wahlgang \u2013 begann, setzte sich mit einer verpatzten Richterwahl und einem monatelangen Rentenstreit fort. Schwarz-Rot gab in den ersten siebeneinhalb Monaten der Amtszeit ein \u00e4hnlich zerstrittenes Bild ab wie zuvor die Ampel-Koalition.\u201c Wie die <em>jw<\/em> betonte, sorgt man sich weniger um Baden-W\u00fcrttemberg oder Rheinland-Pfalz. \u201eDie Wahlen, die die Republik ver\u00e4ndern k\u00f6nnten, finden aber erst im September statt. In Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern kommt die AfD in Umfragen an die 40 Prozent. Vor allem in Sachsen-Anhalt, wo am 6. September gew\u00e4hlt wird, traut man der AfD zu, mit einer absoluten Mehrheit erstmals einen Ministerpr\u00e4sidenten zu stellen.\u201c Und: \u201eIn Mecklenburg-Vorpommern ist nach den j\u00fcngsten Umfragen ebenfalls ein Regierungsb\u00fcndnis jenseits der AfD ohne die Linke nicht m\u00f6glich. Dort ist die SPD von Ministerpr\u00e4sidentin Manuela Schwesig zweitst\u00e4rkste Partei hinter der AfD \u2013 allerdings mit riesigem R\u00fcckstand.\u201c Diese Sicht teilt die Bev\u00f6lkerung in Deutschland. \u201eNach einer aktuellen YouGov-Umfrage im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur rechnet die Mehrheit der Deutschen damit, dass die AfD am Ende des Wahljahres mindestens einen Ministerpr\u00e4sidenten stellen wird. 53 Prozent gehen von einem solchen Szenario aus. 27 Prozent rechnen nicht damit und 20 Prozent machen keine Angaben.\u201c Auch die Gr\u00fcnde sieht man \u00e4hnlich: \u201eNach der YouGov-Umfrage unter 2116 Wahlberichtigten von Mitte Dezember glauben nur 9 Prozent der Deutschen, dass Union und SPD im kommenden Jahr weniger streiten werden. 49 Prozent meinen, dass es so bleibt wie bisher, und 21 Prozent gehen von zunehmendem Streit aus. [\u2026] Fast die H\u00e4lfte der Deutschen (49 Prozent) glaubt an ein vorzeitiges Ende von Schwarz-Rot. 17 Prozent erwarten es bereits im kommenden Jahr, weitere 32 Prozent erst sp\u00e4ter. Aber nur etwa jeder Dritte (34 Prozent) geht davon aus, dass das B\u00fcndnis bis 2029 durchh\u00e4lt.\u201c<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a><\/p>\n<p>\u00c4hnlich optimistisch bewertet man die \u201egro\u00dfen Reformprojekte\u201c. \u201eEine repr\u00e4sentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag unserer Redaktion zeigt nun: Viele Menschen sind noch nicht \u00fcberzeugt, dass Schwarz-Rot sp\u00fcrbare Verbesserungen bringt. [&#8230;] Das Ergebnis der Online-Umfrage im Zeitraum zwischen dem 8. und 12. August: 34 Prozent der Befragten sind mit Schwarz-Rot zufriedener als mit der Ampel. Ein etwas gr\u00f6\u00dferer Anteil von 39 Prozent ist dagegen unzufriedener. 26 Prozent sehen keinen Unterschied zwischen den Koalitionen. [&#8230;] Am positivsten ist im Schnitt das Urteil der Anh\u00e4nger von CDU und CSU: 78 Prozent von ihnen sind mit der Merz-Regierung zufriedener als mit der Ampel unter Olaf Scholz. Bei allen anderen Parteien ist der Anteil der Unzufriedenen gr\u00f6\u00dfer als der Anteil der Zufriedenen. Auch unter den potenziellen SPD-W\u00e4hlern sind nur 34 Prozent mit Schwarz-Rot zufriedener als mit der Ampel. 36 Prozent von ihnen sind unzufriedener. [&#8230;] Je j\u00fcnger die Befragten sind, desto gr\u00f6\u00dfer ist der Anteil der Unzufriedenen. Von den 18- bis 29-J\u00e4hrigen sehen 50 Prozent Schwarz-Rot kritischer als die Ampel. Dagegen sind 45 Prozent der \u00fcber 65-J\u00e4hrigen zufriedener mit Schwarz-Rot. [&#8230;] Fast die H\u00e4lfte (49 Prozent) der Befragten sind allerdings der Meinung: Die Bundesregierung werde in keinem der genannten [zu reformierenden] Bereiche das Land nach vorne bringen. Am gr\u00f6\u00dften ist noch das Vertrauen in Verbesserungen bei der Verteidigungsf\u00e4higkeit: 36 Prozent der Befragten trauen Schwarz-Rot bei diesem Thema sp\u00fcrbare Fortschritte zu, danach folgen Wirtschaft und Arbeitspl\u00e4tze (25 Prozent), Migration und Integration (25 Prozent), Innere Sicherheit (22 Prozent) und Au\u00dfenpolitik und Europa (21 Prozent). [&#8230;] Nur jeweils acht Prozent der Befragten trauen Schwarz-Rot eine Reform der Renten- und Sozialsysteme sowie Fortschritte bei Digitalisierung und Staatsmodernisierung zu. Eine bessere Gesundheitsversorgung erwarten f\u00fcnf Prozent. Schlusslicht ist das Politikfeld Klima- und Umweltschutz: Hier trauen nur zwei Prozent der Befragten Schwarz-Rot sp\u00fcrbare Fortschritte zu.\u201c<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a><\/p>\n<p>Als eine Insa-Umfrage f\u00fcr die <em>Bams<\/em> 70 % Unzufriedenheit ergab, schrieb das Blatt: \u201eDas ist der schlechteste Wert, den das Institut seit Amtsantritt der Regierung im Mai gemessen hat. Damals fand nicht einmal die H\u00e4lfte der Befragten (46 Prozent) die Koalition schlecht.\u201c<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> Auch Forsa ermittelte eine Rekord-Unzufriedenheit: \u201e\u00bbSind Sie mit der bisherigen Arbeit von Bundeskanzler Friedrich Merz zufrieden? \u00ab, lautet eine der Fragen der repr\u00e4sentativen Umfrage mit 2.501 Befragte im Zeitraum vom 25. November bis 1. Dezember. 22 Prozent antworteten mit Ja \u2013 ein Prozentpunkt weniger als bei der vorigen Umfrage im Zeitraum 18. bis 24. November. [\u2026] 76 Prozent antworteten dagegen mit Nein, sind also unzufrieden mit der Arbeit von Merz \u2013 ein Prozentpunkt mehr als zuvor. Das sei der schlechteste Wert, den Forsa bislang ermittelt habe, hei\u00dft es. Amtsvorg\u00e4nger Olaf Scholz (SPD) erreichte zwar auch so einen schlechten Wert, allerdings erst gegen Ende seiner Amtszeit. Merz dagegen ist nur etwas mehr als ein halbes Jahr im Amt.\u201c<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a><\/p>\n<p>Betreffs Bundestagswahlen liefern sich Union und AfD in den aktuellen Umfragen ein kopf an kopf rennen, bei dem zeitweise und je nach Umfrageinstitut auch die AfD vorne liegt. Hinter diesen aktuellen Umfrageergebnissen verbirgt sich ein langfristiger Trend f\u00fcr die AfD. \u00a0Dazu ein paar Zitate: \u201eDeutschland r\u00fcckt nach rechts: In immer mehr Umfragen zieht die AfD bundesweit an den Unionsparteien vorbei. Im Osten ist der Vorsprung schon jetzt gewaltig. Ein Experte sagt: Das hat nicht nur mit der Unbeliebtheit von Schwarz-Rot zu tun. [&#8230;] Es ist ein Trend, der sich verfestigt: Immer mehr Deutsche w\u00e4hlen die AfD \u2013 oder erw\u00e4gen es zumindest. Das zeigen bundesweite Umfragen, in denen die AfD die Unionsparteien erst eingeholt und dann \u00fcberholt hat. In der neuesten Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Insa f\u00fcr die \u00bbBild am Sonntag\u00ab kletterte die Partei auf 27 Prozent, ein neuer Rekordwert. [&#8230;] Damit setzt sich der H\u00f6henflug seit der Bundestagswahl im Februar fort. Da holte die AfD 20,8 Prozent und zog als zweitst\u00e4rkste Fraktion ins Parlament ein.\u201c<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a> \u00a0\u201eAuch bei den sicheren Stimmen hat die AfD die Nase vorn: 21 % wollen sie sicher w\u00e4hlen, bei der Union sind es 18 %. Weil die SPD (14,5 %) weiter schw\u00e4chelt, k\u00e4me Schwarz-Rot zusammen nur noch auf 39 %, w\u00e4re abgew\u00e4hlt.\u201c<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a> \u201eIhr Potential ist in den vergangenen zwei Jahren steil angewachsen. \u00dcber mehrere Jahre oszillierte das weite Potential der AfD &#8211; Personen, die sich vorstellen k\u00f6nnten, bei Wahlen die Partei einmal zu unterst\u00fctzen &#8211; zwischen 15 und 19 Prozent. 2023 stieg dieser Anteil auf 22 Prozent, aktuell liegt er bei 33 Prozent. [\u2026] In Westdeutschland sind 30 Prozent grunds\u00e4tzlich offen f\u00fcr die Unterst\u00fctzung der AfD bei einer Wahl auf kommunaler, Landes- oder Bundesebene, in Ostdeutschland 47 Prozent.\u201c<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a><\/p>\n<p>Die Unbeliebtheit betrifft nicht nur die Union, wie z.b. Mecklenburg-Vorpommern zeigt. \u201eEs ist ja nicht nur die CDU, die mit bangem Blick auf die kommenden Wahlen blicken muss. Insbesondere in Mecklenburg-Vorpommern herrscht Alarmstimmung bei den Genossen. SPD-Ministerpr\u00e4sidentin Manuela Schwesig will ihr Amt im kommenden Jahr verteidigen, momentan aber steht die SPD bei 19 Prozent in den Umfragen und die AfD, siehe oben, bei 38. Mittlerweile w\u00e4hlen viele Arbeiter die AfD, das ist einigerma\u00dfen gef\u00e4hrlich f\u00fcr die Genossen.\u201c<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a><\/p>\n<p>Dieses Problem mangelnder Popularit\u00e4t begleitet die kleine Groko seit Beginn: \u201eUnterdessen \u00e4u\u00dferte sich Manfred G\u00fcllner, Chef des Forsa-Instituts, in einer aktuellen Analyse kritisch zum designierten Bundeskanzler Friedrich Merz. Dieser sei \u00bbkein Zugpferd f\u00fcr die Union\u00ab gewesen und verst\u00e4rke \u00bbauch nach der Wahl zunehmend die Zweifel an seiner Kanzlerf\u00e4higkeit\u00ab, zitierte AFP den Meinungsforscher aus der Analyse, die der Nachrichtenagentur vorlag. K\u00f6nne der CDU-Chef diese Zweifel nicht ausr\u00e4umen, \u00bbk\u00f6nnte die AfD schon bald und nicht erst 2029 zur st\u00e4rksten politischen Kraft im Land werden\u00ab, so G\u00fcllner.\u201c<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a> Ein rechtes Magazin fasst zusammen: \u201eEtwa im Herbst letzten Jahres setzte die Alternative f\u00fcr Deutschland nach monatelangem D\u00fcmpeln im 10-Prozent-Bereich zu einem beeindruckenden H\u00f6henflug an und steht mittlerweile &#8211; je nach Umfrageinstitut &#8211; bei \u00fcber 20 Prozent.\u00a0 Damit ist die als \u00bbNazipartei\u00ab verfemte AfD strenggenommen die st\u00e4rkste Partei Deutschlands &#8211; sogar noch vor der CDU, die sich nur aufgrund der starken Umfrageergebnisse ihrer bayerischen Schwesterpartei formal noch vor der AfD behaupten kann. [\u2026] Ein Knoten ist geplatzt. Die Angriffe der Altparteien werden wirkungsloser und vorhersehbarer. Deutschland r\u00fcckt nach rechts.\u201c<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a><\/p>\n<p><strong>und \u00f6konomische Krise<\/strong><\/p>\n<p>Dazu komme: eine Wirtschaftskrise historischen Ausma\u00dfes, die schwerste seit Gr\u00fcndung der BRD gef\u00e4hrde den Wohlstand Deutschlands, das bundesdeutsche Gesellschaftsmodell und den industriellen Kern der deutschen Wirtschaft. \u201eAngesichts der schwachen Wirtschaft sieht Peter Leibinger, Pr\u00e4sident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), den Wohlstand Deutschlands in Gefahr. \u00bbWir stecken in der schwersten Wirtschaftskrise seit Gr\u00fcndung der Bundesrepublik\u00ab, sagte Leibinger der \u00bbS\u00fcddeutschen Zeitung&#8220; (SZ). \u00bbUnser Gesellschaftsmodell droht uns zwischen den Fingern zu zerrinnen. \u00ab&lt; In der Wirtschaft sorge das aus Sicht vieler zu langsame Reformtempo der Bundesregierung dabei zunehmend f\u00fcr Wut. Die Stimmung in den Unternehmen sei \u00bbextrem negativ, teils regelrecht aggressiv\u00ab, wie er der Zeitung sagte.&lt; \u00bbBeim Start der Regierung im Mai war die Lage der Wirtschaft kritisch, die Stimmung aber hoffnungsvoll\u00ab. Die Bundesregierung sei gut gestartet, habe allerdings im Laufe des Sommers etwas den Faden verloren. \u00bbJetzt sind die Probleme immer noch da, viele in den Unternehmen sind aber so ma\u00dflos entt\u00e4uscht, wie ich es noch nie erlebt habe\u00ab, sagte Leibinger. [\u2026] Sorgen bereiten dem BDI-Chef die Attacken chinesischer Unternehmen auf deutsche Vorzeigebranchen wie die Auto- und Chemieindustrie sowie Maschinenbau. \u00bbUnser industrieller Kern ist in der Tat in Gefahr, weil China unser Gesch\u00e4ftsmodell nachbaut, dabei aber g\u00fcnstiger und vor allem viel schneller ist als wir\u00ab, sagte Leibinger.&lt; \u00bbB\u00fcrokratie, geringe Arbeitszeiten, mangelnde Flexibilit\u00e4t \u2013 das sind alles Dinge, die uns Geschwindigkeit kosten. Mit Z\u00f6llen und weniger offenen Weltm\u00e4rkten werden wir fertig. Unser Kernproblem ist die Geschwindigkeit. Wir sind schlicht viel zu langsam. \u00ab [\u2026] Bereits Anfang Dezember hatte Leibinger mit Blick auf die Wirtschaft Alarm geschlagen. Der Wirtschaftsstandort Deutschland befinde sich im \u00bbfreien Fall\u00ab, sagte er damals der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Die deutsche Industrie stehe am Ende des Jahres 2025 vor einem dramatischen Tiefpunkt, \u00bbdoch die Bundesregierung reagiert nicht entschlossen genug. \u00ab&lt; Der BDI rechnet damit, dass die Industrie in diesem Jahr einen R\u00fcckgang der Produktion von zwei Prozent verbuchen muss. Damit w\u00fcrde sie das vierte Jahr in Folge schrumpfen. \u00bbDas ist keine konjunkturelle Delle, sondern ein struktureller Abstieg\u00ab, so Leibinger damals.\u201c<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a><\/p>\n<p>Bei diesem Gejammer handelt es sich nicht nur um Agitprop der Kapitalseite. So hei\u00dft es in der <em>jw<\/em>: \u201eDie Pleitewelle in Deutschland rei\u00dft nicht ab. Im Januar meldeten 1.391 Personen- und Kapitalgesellschaften offiziell ihre Zahlungsunf\u00e4higkeit an. Das waren zwar weniger als im Dezember, aber vier Prozent mehr als vor einem Jahr. Und: In den vier Jahren vor Corona schlitterten im Monatsmittel \u00bbnur\u00ab 900 Unternehmen in die Pleite.\u201c Der Umsatz ging im 4. Quartal 2025 um 1,1 % zur\u00fcck, das 10. Quartal in Folge mit R\u00fcckgang. Seit 2023 schrumpften die Erl\u00f6se um fast 5 %, weshalb man den Besch\u00e4ftigungsr\u00fcckgang um 3,5 % als \u201enoch moderat\u201c bezeichnet. Es werde eine \u201eVielzahl von Unternehmen nicht an weiteren Stellenstreichungen in diesem Jahr vorbeikommen\u201c, fasst die Beratungsgesellschaft EY zusammen. Nur ein Viertel der von der DIHK befragten 26.000 Firmen bewertet die Gesch\u00e4ftslage zu Jahresbeginn als gut, ein weiteres Viertel als schlecht. Man erwartet f\u00fcr 2026 ein \u201eschwaches Wachstum von einem Prozent, das zu einem gro\u00dfen Teil auf Statistik- und Kalendereffekten beruht\u201c. Dementsprechend baute die Industrie 2025 124.000 Stellen ab, ein fast doppelt so hoher R\u00fcckgang von 2,3 % gegen\u00fcber 2024, wobei man aber nur Betriebe mit mindestens 50 Mitarbeitenden erfasste.<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a><\/p>\n<p>DPA gibt die Zahlen des Stellenabbaus noch genauer wieder. Ende 2025 arbeiteten noch 5,38 Menschen in der Industrie. Autobranche rund 50.000 weniger, Chemie- und Pharmaindustrie rund 2.000. \u201eMittelfristig f\u00e4llt der Stellenabbau in der Industrie noch gr\u00f6\u00dfer aus als 2025. Seit dem Vor-Corona-Jahr 2019 sank die Zahl der Besch\u00e4ftigten um rund 266.000 \u2013 laut EY ein Minus von knapp f\u00fcnf Prozent. In der Autobranche schrumpfte die Besch\u00e4ftigung seitdem sogar um 13 Prozent oder 111.000 Menschen. [\u2026]Einen kr\u00e4ftigen Stellenabbau gab es auch in der Textilindustrie mit minus 16 Prozent und der Metallindustrie mit minus 13 Prozent. Dagegen wuchs die Besch\u00e4ftigung in der Chemie- und Pharmaindustrie seit 2019 um drei Prozent und in der Elektroindustrie um zwei Prozent.\u201c Die steigende Zahl von Insolvenzen und die verst\u00e4rkte Produktion sowie Forschung und Entwicklung im Ausland nennt EY als Ursachen. Einen breiten Aufschwung erwartet man erst ab 2027, also nach dem Superwahljahr.<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a><\/p>\n<p>Drastischere Werte nennt eine \u201eDatenaufschl\u00fcsselung der Fraktion Die Linke im Bundestag\u201c: einen Abbau um etwa 405.000 Stellen zwischen 2019 und 2025; mehr als 90.000 in der Produktion von Metallerzeugnissen sowie von Autos und Autoteilen, Maschinenbau und Kunststoffsektor \u00fcber 50.000, Metallproduktion und -weiterverarbeitung rund 47.000 und Leiharbeit \u2013 welche nach M\u00fcnchner ifo-Institut vor allem die Industrie nutzt \u2013 mehr als 187.000. Gleichzeitig kamen in dem Zeitraum 1,5 millionen Stellen dazu, \u00fcberwiegend bei Dienstleistungen, der Administration und der gesellschaftlichen Reproduktion, vorne weg Gesundheits- und Sozialwesen mit mehr als 600.000, danach \u00f6ffentliche Verwaltung, Verteidigung und Sozialversicherung mit circa 300.000. W\u00e4hrend also der \u201esogenannte terti\u00e4ren Sektor\u201c gem\u00e4\u00df dem \u201eallgemeinen wirtschaftlichen Entwicklungstrend\u201c wuchs, w\u00e4ren die Krisenjahre insbesondere f\u00fcr Industriearbeitende verheerend.<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a><\/p>\n<p>Auch hinter der \u00f6konomischen Krise stecken langfristige strukturelle Schw\u00e4chen der deutschen Wirtschaft. F\u00fcr die Redaktion der Zeitschrift <em>Sozialismus<\/em> liegt der \u201eKern des Problems der s\u00e4kularen Stagnation\u201c \u201ezum einen in der Demografie\u201c. \u201eZum andern ist das System des Freihandels (das Deutschland den Rang eines Exportweltmeisters erlaubte) durch die Trumpsche Zollpolitik demoliert worden.\u201c Das wegen der Investitions- und Bildungssch\u00e4che gebremste Produktivit\u00e4tswachstum mache die Schrumpfung des Arbeitskr\u00e4fteangebots nicht wett. \u201eDie \u00d6konomen des Instituts f\u00fcr Weltwirtschaft in Kiel erwarten, dass sich der Wachstumstrend der deutschen Wirtschaft in den n\u00e4chsten Jahren auf magere 0,3% zur\u00fcckbilden wird.\u201c<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a><\/p>\n<p>Die <em>faz<\/em> analysiert den langfristigen Trend mehr auf innere \u00f6konomische Faktoren bezogen: \u201eDie Wachstumsraten des Bruttoinlandsprodukts (BIP) sind seit den Siebzigerjahren kontinuierlich zur\u00fcckgegangen und befinden sich in der Dekade seit 2011 im Vergleich zu den Achtziger- und Neunzigerjahren auf einem sehr niedrigen Niveau. In Deutschland lag die durchschnittliche Wachstumsrate in den Siebzigerjahren bei jahresdurchschnittlich 2,9 Prozent pro Jahr, im nachfolgenden Jahrzehnt bei 2,6 Prozent und nach der Wiedervereinigung im Jahrzehnt nach 1990 bei 1,6 Prozent pro Jahr, um dann im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends im Zusammenhang mit der Finanzkrise auf jahresdurchschnittlich 0,9 Prozent zu sinken. Mit einem jahresdurchschnittlichen BIP-Wachstum von 1,2 Prozent liegt das Jahrzehnt bis 2020 nur leicht \u00fcber dem des vorherigen Jahrzehnts. Hier kann man durchaus von einer s\u00e4kularen Wachstumsschw\u00e4che sprechen. Das Problem der deutschen Wirtschaft ist das geringe Potentialwachstum. Das Potentialwachstum bezeichnet das maximale Wachstum, das eine Volkswirtschaft bei Vollauslastung aller Produktionsfaktoren erreichen kann.\u201c Vier grundlegende Faktoren bestimmten das Potentialwachstum: \u201eerstens das Arbeitsvolumen und die Arbeitsproduktivit\u00e4t, zweitens die Kapitalakkumulation (das hei\u00dft die Nettosachinvestitionen), drittens der technischen Fortschritt und viertens das vorhandene Humankapital (das hei\u00dft der Bildungs- und Ausbildungsgrad der Erwerbspersonen)\u201c. Das Arbeitsvolumen, also die j\u00e4hrlich geleisteten Arbeitsstunden, stieg seit 1991 nur geringf\u00fcgig von 60.408 Millionen Stunden pro Jahr auf 61.661 Millionen Stunden pro Jahr. 2022 stagnierte die Entwicklung der Arbeitsproduktivit\u00e4t, in den beiden folgenden Jahren fiel sie sogar leicht negativ aus. In bestimmten Sektoren (Finanzdienstleistungen, Unternehmensdienstleistungen und wissensbasierte Dienstleistungen) sinkt die Arbeitsproduktivit\u00e4t seit den Neunzigerjahren sogar. \u201eDer Anstieg des Dienstleistungsanteils am BIP wirkt sich somit negativ auf die gesamtwirtschaftliche Arbeitsproduktivit\u00e4tsentwicklung aus.\u201c Die Nettoinvestitionsquote, in den Sechzigerjahren noch bei 15 Prozent, halbierte sich in den Siebziger- und Achtzigerjahren, um dann in weiteren Schritten bis in die Dekade nach 2010 auf unter 5 % zu fallen. 2018 und 2019 lag sie bei 2,8 %, 2020 bis 2022 bei knapp 2 %. Der Kapitalbestand Deutschlands sei inzwischen deutlich \u00fcberaltert. \u201eDie Nettoinvestitionsquote des Staates war bereits in den Jahren 2013 bis 2015 negativ, erst 2018 mit 0,1 Prozent wieder positiv und stagnierte2022.\u201c Somit war der Kapitalbestand in \u00f6ffentlicher Hand, also gro\u00dfe Teile der Infrastruktur, bereits vor Jahren \u00fcberaltert. \u201eDie Unternehmen haben zwar hohe Gewinne erwirtschaftet, diese jedoch nicht in Deutschland reinvestiert, sondern im Ausland investiert, Immobilien erworben oder Finanzinvestitionen get\u00e4tigt und somit eher wie Banken gehandelt. Das f\u00fchrte zu einer Erosion des Produktivkapitals. Der Strukturwandel zu einer Wissens- und Dienstleistungsgesellschaft tat sein \u00dcbriges.\u201c Laut Forschungen des arbeitgebernahen IW in K\u00f6ln verlieren die hoch qualifizierten Arbeitskr\u00e4fte zu schnell ihre Kompetenzen. Auch nutze man das Humankapital im Vergleich zu vielen anderen L\u00e4ndern weniger wirkungsvoll. Res\u00fcmiert: Seit 1970 bis etwa 2000 trieben die Kapitalakkumulation (Netto-Sachinvestitionen) und der technische Fortschritt wesentlich des Wirtschaftswachstums, ab 2000 gehe der Beitrag der Nettosachinvestionen zum BIP-Wachstum zur\u00fcck. Bis zur Mitte der Neunzigerjahre lieferte auch die Wachstumsrate des Humankaptals einen positiven Beitrag zum BIP-Wachstum, ab 1994 bis 2005 aber keinen positiven Impuls mehr. Das Arbeitsvolumen, \u00fcberwiegend gesunken, leistete einen negativen Beitrag, das BIP-Wachstum w\u00e4re mit dem Arbeitsvolumen von 1970 h\u00f6her ausgefallen. \u201eEin R\u00fcckblick auf die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands zeigt, dass die Wachstumsschw\u00e4che des Landes zu einem gro\u00dfen Teil &#8222;hausgemacht&#8220; ist und nur zu einem geringen Teil den Jahren nach der Corona-Pandemie sowie den kriegsbedingten Einfl\u00fcssen geschuldet ist.\u201c<a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a><\/p>\n<p><strong>\u00dcberblick &#8211; wer w\u00e4hlt wann AfD<\/strong><\/p>\n<p>Das alles besorgt Politik, Medien und Unternehmerschaft in der BRD. Einigkeit herrscht in der Einsch\u00e4tzung, die blaue Erfolgswelle gef\u00e4hrde das politische System ernsthaft. umstritten sind die Ursachen dieses Erfolges, die Motive der W\u00e4hlenden, der Charakter der Partei, der Umgang mit ihr, die Konsequenzen f\u00fcr die Parteien und die Regierung. Angesichts der Konflikte in der kleinen Groko erh\u00e4lt der letzte Punkt aktuelle Brisanz. Schon jetzt kommt die Frage auf, ob und wie man die AfD bei einem Scheitern der Merz-Klingbeil-Bas-Regierung einbinden m\u00fcsste.<\/p>\n<p>Dabei besteht das Erfolgsrezept der blauen Partei darin, m\u00f6glichst stillzuhalten und keine Fehler zu begehen, die sie potenziell W\u00e4hlenden nicht zu verstimmen, Regierung und Opposition sich aufreiben und das fragile B\u00fcndnis von konservativem Marktradikalismus und v\u00f6lkischem Nationalismus nach au\u00dfen als stabile Einheit erscheinen zu lassen, die in Regierungsverantwortung helfen k\u00f6nnte, die Probleme entschlossen anzupacken. Um zu verstehen, warum die AfD-Vorsitzende Weidel dem erfolglosen Kanzler Merz s\u00fcffisant die Hand zum Machtb\u00fcndnis anbieten kann, lautet die Frage also vor allem: Wer w\u00e4hlt warum diese Partei? Danach: Wer macht in dieser Partei den W\u00e4hlenden welches Angebot? Aus beiden schlie\u00dft man auf den Charakter dieser politischen Kraft. Davon ausgehend: Wie geht man mit ihr um?<\/p>\n<p>Im Folgenden geht es vor allem um die Frage, wer die AfD w\u00e4hlt. Eine Analyse der bisherigen Europa-, Bundes-, Landes- und zweier bedeutender Kommunalwahlen ergibt folgendes Bild: die anfangs vermeintlich von Marktradikalen und Konservativen 2013 gegr\u00fcndete und gef\u00fchrte \u201eProfessorenpartei\u201c w\u00e4hlen neben vielen Lohnabh\u00e4ngen ausf\u00fchrender T\u00e4tigkeiten h\u00f6here Angestellte und Selbst\u00e4ndige. Diese Phase beginnt sich nach der Fl\u00fcchtlingskrise 2015 mit den hessischen Kommunalwahlen 2016 zu ver\u00e4ndern. Mit dem \u00fcberwiegen der Arbeitenden und Arbeitslosen in der W\u00e4hlerbasis verwandelt sich die AfD mehr und mehr in eine Protestpartei gegen die herrschende Politik, begleitet angeblich von einer rechtsradikalen Radikalisierung. Da dieser Protest keine grundlegende \u00c4nderung der Politik bewirkt, man eine gew\u00e4hlte Partei stattdessen vom demokratischen Betrieb ausschlie\u00dft und gleichzeitig Krisenerscheinungen in der Gesellschaft zunehmen, verfestigt sich der Zuspruch der W\u00e4hlenden. Die Ampelregierung mit ihrem Versuch, ab 2023 verst\u00e4rkt die kriselnden Probleme gegen die produktiv Arbeitenden zu l\u00f6sen, scheitert und die Hoffnungen auf einen Wandel mit dem Merz-Kabinett erf\u00fcllen sich nicht. Der H\u00f6henflug der AfD seit 2023 schreitet weiter voran.<\/p>\n<p>F\u00fcnf Phasen lassen sich erkennen. Von der Bundestagswahl 2013 bis zur Bremer B\u00fcrgerschaftswahl 2015 scheint sich der Erfolg aus allen Schichten zu speisen, Arbeitslose, Arbeitende, Angestellte, Selbst\u00e4ndige (und Rentner) sind ausgewogen vorhanden. Sie kommen vor allem aus der Union und der FDP, daneben den ehemals Nichtw\u00e4hlenden und der Linken. Besonders die Erfolge in den Ostl\u00e4ndern stechen hervor. Zwischen den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt 2016 und in Hessen 2018 erlebt die Partei einen ersten H\u00f6henflug. Arbeitslose und Arbeitende \u00fcberwiegen in der W\u00e4hlerschaft, die nun vor Union und SPD vorrangig aus den \u201esonstigen\u201c Parteien und den ehemals Nichtw\u00e4hlenden kommt. Bis zur Landtagswahl in Th\u00fcringen stimmen dann vor allem ehemalige Nichtw\u00e4hlende und Unionisten f\u00fcr die AfD. Eine Schw\u00e4chephase tritt mit den Hamburger B\u00fcrgerschaftswahlen 2020 ein und endet bei den Landtagswahlen 2022 in Nordrhein-Westfalen. Das arbeitende Element in der W\u00e4hlerschaft verst\u00e4rkt sich, die Verluste gehen bei den Landeswahlen \u00fcberwiegend an die Nichtw\u00e4hlenden und die Union, bei der Bundestagswahl 2021 am meisten an SPD und FDP. Der zweite H\u00f6henflug setzt mit der Landtagswahl in Niedersachsen 2022 ein und dauert bis heute an. Der Anteil von Angestellten und Selbst\u00e4ndigen (und Arbeitslosen bei der Bundestagswahl, weitere Daten nicht bekannt) steigt an. Der Zustrom flie\u00dft relativ gleichm\u00e4\u00dfig aus Union, FDP, Nichtw\u00e4hlenden und SPD. \u00dcbergreifend ver\u00e4ndert sich das Verh\u00e4ltnis der W\u00e4hlenden aus \u00dcberzeugung von den Inhalten der AfD gegen aus Entt\u00e4uschung \u00fcber die anderen Parteien von ein Viertel gegen Drei viertel \u00fcber ein Drittel gegen zwei Drittel zu halb und halb. Besonders tritt dies auf in der Schw\u00e4chephase, in der vor allem die Arbeitenden bei der Stange bleiben. Im Osten w\u00e4hlen auch Selbst\u00e4ndige und ehemalige Linke auffallend oft AfD.<\/p>\n<p>Bei Betrachtung der Abweichungen der Anteile der einzelnen sozialen Gruppen von Gesamtergebnis AfD-W\u00e4hlenden verdeutlicht sich die zahlenm\u00e4\u00dfige Vorherrschaft der Arbeitenden. Bereits in der Startphase liegt die Zustimmung der Arbeitenden mehr \u00fcber dem Durchschnittsergebnis als bei den anderen Gruppen. Dies verst\u00e4rkt sich sichtbar in der ersten Hochphase, tritt beim Schw\u00e4cheln augenscheinlich hervor und erh\u00f6ht sich nochmals in der zweiten Hochphase. W\u00e4hrend in den schwierigen Zeiten die Arbeitenden unbeirrter an ihrer Entscheidung festhalten, pr\u00e4gen sie die Erfolgsserien mehr als die eher dem Gesamtergebnis entsprechenden Stimmabgaben der Angestellten und Selbst\u00e4ndigen. Dies verdient umso mehr Aufmerksamkeit, da die Anteile der produktiv Arbeitenden in der Gesellschaft relativ zur\u00fcckgehen. Die AfD stellt eher eine Partei der produktiv Arbeitenden dar als eine Volkspartei. Im Vergleich mit den anderen Parteien bildet sie hinsichtlich der W\u00e4hlenden die Partei der produktiven Arbeiterschaft.<\/p>\n<p><strong>Verwischung von erster und zweiter Phase \u2013 \u201eFaschisierung\u201c der unteren Mittelschicht<\/strong><\/p>\n<p>Die \u00d6ffentlichkeit unternahm unterschiedliche Versuche, diese f\u00fcr das politische System der BRD neuartige Erscheinung darzustellen. Diese Darstellung der blauen Wahlerfolge in der \u00d6ffentlichkeit stiftet vor allem Verwirrung.<\/p>\n<p>So lautet eine typische Analyse f\u00fcr die erste Phase: \u201eNach Analysen von forsa und dem Institut der deutschen Wirtschaft unterschied sich 2014 die Anh\u00e4ngerschaft der AfD deutlich von der rechtsextremer Parteien. So stammten AfD-Anh\u00e4nger zu diesem Zeitpunkt eher aus der Ober- und Mittelschicht mit relativ hohem Einkommen und relativ hoher Schulbildung. Weniger als 10 % machten sich gro\u00dfe Sorgen um die eigene wirtschaftliche Situation. Dennoch war Sympathisanten von AfD und Gruppierungen wie NPD oder DVU eine pessimistische allgemeine Wirtschaftserwartung gemeinsam, au\u00dferdem ein geringes Vertrauen in die Kompetenz der im Bundestag vertretenen Parteien sowie ein \u00fcberdurchschnittlicher Anteil an Konfessionslosen und M\u00e4nnern. Insbesondere Angestellte und Rentner fanden Gefallen am Kurs der AfD; Selbst\u00e4ndige, Beamte und Arbeiter in der W\u00e4hlerschaft eher weniger. 55 % der AfD-Sympathisanten verorteten sich in der politischen Mitte, 28 % rechts und 17 % links.\u201c<a href=\"#_ftn19\" name=\"_ftnref19\">[19]<\/a><\/p>\n<p>Dieser ersten Analyse der Anfangszeit folgen Bischoff \/ M\u00fcller bei der Bestimmung der Ausgangslage f\u00fcr die Wahlen 2016 noch, als sie schon endete: \u201eDie h\u00e4ufige vorgebrachte Interpretation, es handele sich hier um ein Unterschichtenph\u00e4nomen ist unzutreffend. Die unteren sozialen Schichten haben sich in den meisten kapitalistischen L\u00e4ndern bereits seit L\u00e4ngerem von den politischen Willensbildung und der Beteiligung an Wahlen verabschiedet. Mit Protesten und ver\u00e4ndertem Wahlverhalten regiert vor allem die untere Mittelschicht, die sich massiv bedroht und verunsichert sieht.\u201c Sie erw\u00e4hnen, rund ein Viertel der Pegida-Anh\u00e4ngerInnen verf\u00fcge \u00fcber einen Universit\u00e4ts- oder Fachhochschulabschluss, die TeilnehmerInnen arbeiteten zu 52 % entweder in Vollzeit oder bez\u00f6gen mit rund 34 % Rente, knapp die H\u00e4lfte der Befragten h\u00e4tte eine Angestelltenposition inne. \u201eVon den sozial ausgegrenzten, \u00bbprekarisierten\u00ab Schichten findet sich nach wie vor kaum eine Spur (45 Prozent sch\u00e4tzen ihre pers\u00f6nliche Lage gut bis sehr gut ein, nur etwa 12 Prozent schlecht bis sehr schlecht).\u201c<a href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\">[20]<\/a><\/p>\n<p>In dieser Sicht treten als W\u00e4hlenden-Basis entweder prekarisierte, abgeh\u00e4ngte Unterschicht oder Mittelschicht auf. So betont der <em>Spiegel<\/em> \u00fcber die Wahl in Sachsen-Anhalt 2016 das Merkmal Bildung: \u201eDie AfD punktet vor allem bei W\u00e4hlern der mittleren Bildungsschicht &#8211; hier liegt sie sogar vor der CDU. Die Christdemokraten vereinigen B\u00fcrger mit hohen und niedrigen Bildungsabschl\u00fcssen auf sich, AfD und Linke W\u00e4hler mit niedrigen Bildungsabschl\u00fcssen. Interessant ist, dass die SPD im Vergleich zur Landtagswahl 2011 in dieser Gruppe 14 Prozentpunkte verloren hat. Dabei war dies bisher eine ihrer Kernw\u00e4hlergruppen.\u201c<a href=\"#_ftn21\" name=\"_ftnref21\">[21]<\/a> Zur Wahl in Rheinland-Pfalz hei\u00dft es im <em>Spiegel<\/em>, bei den Arbeitslosen in der mittleren Bildungsschicht hole die AfD ihr st\u00e4rkstes Ergebnis.<a href=\"#_ftn22\" name=\"_ftnref22\">[22]<\/a><\/p>\n<p>Diese angenommenen sozialen Stimmabgaben vergleicht man mit den Ergebnissen \u00e4lterer Rechtsparteien, beispielsweise bei der Hessenwahl 2016: \u201eDabei muss konstatiert werden, dass die AfD keineswegs eine Partei ist, die nur in strukturschwachen Gebieten punktet. Mit 18,4% erreicht sie ihr bestes Wahlergebnis im Landkreis Bergstra\u00dfe, wo die Arbeitslosenquote bei gerade 4% liegt, w\u00e4hrend sie in Kassel nur 12,2% erreicht, trotz deutlich h\u00f6herer Arbeitslosenquote.\u201c Die AfD sei durchaus eine Partei aus der Mitte der Gesellschaft, die sich vor allem aus politischer Unzufriedenheit speise. \u201e<strong>NPD<\/strong> und <strong>Republikaner<\/strong> mussten bei den Kreistagswahlen Stimmenverluste zugunsten der AfD hinnehmen. Aber sie profitierten in den St\u00e4dten und Gemeinden, in den [sic] die AfD nicht kandidierte. So erzielte die NPD in Wetzlar 9,6%, in Altenstadt 12,3%, in B\u00fcdingen 14,2% und in Leun sogar 17,3%. Die Republikaner erzielten in Hanau 12,4% und in Fulda 8,7%.\u201c<a href=\"#_ftn23\" name=\"_ftnref23\">[23]<\/a><\/p>\n<p><em>Wikipedia<\/em> fasst zusammen: \u201eBei den Landtagswahlen im M\u00e4rz 2016 gaben \u00fcberdurchschnittlich viele Arbeiter und Arbeitslose der AfD ihre Stimme, in Baden-W\u00fcrttemberg knapp 30 Prozent, in Sachsen-Anhalt mehr als ein Drittel. Laut Robert Pausch, Mitautor einer Studie f\u00fcr die Otto-Brenner-Stiftung, hatten die meisten AfD-W\u00e4hler einen niedrigen bis mittleren Bildungsabschluss und geh\u00f6rten der \u00bbsozialdemokratischen Kernklientel\u00ab an. Typisch f\u00fcr die AfD-W\u00e4hler sei eine Skepsis gegen\u00fcber gesellschaftlichen Modernisierungsprozessen; \u00fcberdurchschnittlich viele ihrer W\u00e4hler, 35 Prozent, machten sich Sorgen \u00fcber ihre eigene wirtschaftliche Lage und seien unzufrieden mit dem Funktionieren der Demokratie.\u201c Gleichzeitig ergebe eine \u201eStudie des Instituts der deutschen Wirtschaft\u201c vom April 2016, die Zusammensetzung der W\u00e4hlerschaft h\u00e4tte sich im Vergleich mit 2014 wenig ver\u00e4ndert. \u201eDie Studie ergab, dass 33,9 Prozent der AfD-W\u00e4hler zum reichsten F\u00fcnftel der Bev\u00f6lkerung geh\u00f6ren \u2013 im Gegensatz zum \u00f6konomischen Hintergrund von NPD-W\u00e4hlern \u2013 und man die AfD daher als eine Partei der Besserverdienenden bezeichnen k\u00f6nne. Zudem stellte sich nur ein sehr schwacher Zusammenhang zwischen den Sorgen wegen Zuwanderung und dem Nettohaushaltseinkommen heraus, die \u00c4ngste vor Zuwanderung seien demnach einkommensunabh\u00e4ngig.\u201c<a href=\"#_ftn24\" name=\"_ftnref24\">[24]<\/a><\/p>\n<p>\u00dcber die erw\u00e4hnte Studie berichtet Martin Greive in der <em>welt<\/em> vom 30.4.2016: \u201e33,9 Prozent aller AfD-Sympathisanten geh\u00f6ren zum reichsten F\u00fcnftel der Bev\u00f6lkerung, weniger als zehn Prozent der AfD-Anh\u00e4nger machen sich gro\u00dfe Sorgen um die eigene wirtschaftliche Situation.\u201c Die Anh\u00e4nger der AfD seien weder arm noch ungebildet, nur die FDP h\u00e4tte deutlich mehr Anh\u00e4nger unter den Top-Verdienern als die AfD, Union und Gr\u00fcne \u00e4hnlich viele gut verdienende Sympathisanten. \u201eAus wirtschaftlicher Not w\u00e4hlen deshalb offenbar die wenigsten die AfD.\u201c Die W\u00e4hlerschaft der AfD unterscheide sich fundamental von den W\u00e4hlern der NPD. \u201eNur vier Prozent der Anh\u00e4nger der rechtsextremen Partei z\u00e4hlen zum reichsten Teil der Bev\u00f6lkerung, w\u00e4hrend 31 Prozent zum einkommens\u00e4rmsten F\u00fcnftel der Bev\u00f6lkerung geh\u00f6ren. Bei der AfD kommen gerade einmal halb so viele, 15 Prozent, aus der unteren Einkommensschicht. Das Bildungsniveau der AfD-Anh\u00e4nger ist entsprechend \u00fcberdurchschnittlich.\u201c Bei den 60 % mit mittlerem Einkommen seien die Sorgen aufgrund der Zuwanderung nahezu gleichm\u00e4\u00dfig verteilt, nur im \u00e4rmsten F\u00fcnftel l\u00e4gen sie etwas h\u00f6her, im reichsten F\u00fcnftel etwas geringer als im Durchschnitt der Bev\u00f6lkerung.<a href=\"#_ftn25\" name=\"_ftnref25\">[25]<\/a><\/p>\n<p>Woraus die Unklarheiten \u00fcber die soziale Herkunft der AfD-W\u00e4hlenden entspringen, enth\u00fcllt Greive selbst: \u201eDie IW-Studie basiert auf Daten des Soziooekonomischen Panels \u00fcber Parteipr\u00e4ferenzen im Jahr der Europawahl 2014, die erst jetzt verf\u00fcgbar sind. Laut den IW-Forschern d\u00fcrfte sich bis heute aber wenig an der Zusammensetzung der AfD-Anh\u00e4ngerschaft ge\u00e4ndert haben.&lt; So beurteilten laut einer Umfrage von TNS Infratest im Auftrag des \u00bbSpiegels\u00ab im M\u00e4rz dieses Jahres 79 Prozent der AfD-Anh\u00e4nger ihre wirtschaftliche Situation als gut bis sehr gut \u2013 im Durchschnitt der 1026 Befragten ab 18 Jahren waren es 76 Prozent, bei den Linken beispielsweise waren es nur 65 Prozent.\u201c<a href=\"#_ftn26\" name=\"_ftnref26\">[26]<\/a> Entgegen der Behauptung, es h\u00e4tte sich 2016 nicht viel ver\u00e4ndert gegen\u00fcber 2014, hei\u00dft es bei <em>wikipedia<\/em> wiederum: \u201eLaut Ergebnissen der Forschungen von Verena Hambauer und Anja Mays habe sich \u00bbdie AfD in Hinblick auf ihre W\u00e4hlerschaft im Sommer 2016 [&#8230;] zur Partei der \u201akleinen Leute\u2018 und der \u00c4ngstlichen gewandelt\u00ab. Sie ziehe \u00bbim Vergleich zur W\u00e4hlerschaft der anderen Parteien unterdurchschnittliche formal Gebildete, die sich auch in der Mehrheit der Unterschicht zugeh\u00f6rig f\u00fchlen\u00ab, an.\u201c<a href=\"#_ftn27\" name=\"_ftnref27\">[27]<\/a> Die Vermischung der beiden ersten Phasen sorgt also f\u00fcr viel Verwirrung in der wissenschaftlichen \u00d6ffentlichkeit, den sogenannten Experten.<\/p>\n<p>Sicher festhalten l\u00e4sst sich: \u201eDie AfD gewinnt \u00fcberdurchschnittlich viele M\u00e4nner in mittleren Altersgruppen. \u00dcberrepr\u00e4sentiert sind auch W\u00e4hler mit einem\u00a0 mittleren Bildungsniveau und konfessionslose W\u00e4hler. Besonders hoch sind die Anteile der AfD bei Arbeitern und Arbeitslosen.\u201c<a href=\"#_ftn28\" name=\"_ftnref28\">[28]<\/a> Und: \u201eIm M\u00e4rz 2017 kam eine weitere Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft zu dem Ergebnis, dass die AfD-Anh\u00e4nger zur gesellschaftlichen Mitte geh\u00f6rten. Ihr Einkommensniveau sei leicht \u00fcberdurchschnittlich. 55 Prozent h\u00e4tten ein mittleres Bildungsniveau (Realschule), 25 Prozent ein hohes und 20 Prozent ein niedriges. Von einem Randgruppenph\u00e4nomen k\u00f6nne daher ebenso wenig gesprochen werden wie von einer \u00bbPrekariatspartei\u00ab. Im Vergleich zur Gesamtgesellschaft seien AfD-W\u00e4hler pessimistisch, wobei Zuwanderung, Kriminalit\u00e4t und der soziale Zusammenhalt des Landes die gr\u00f6\u00dften Sorgen ausl\u00f6sten.\u201c<a href=\"#_ftn29\" name=\"_ftnref29\">[29]<\/a><\/p>\n<p><strong>Schichtenmodelle statt Klassenanalyse \u2013 Kulturkampf statt Klassenkampf<\/strong><\/p>\n<p>Die Konrad-Adenauer-Stiftung (<em>kas<\/em>) l\u00f6st die obigen Widerspr\u00fcche in den Analysen, indem sie die AfD anl\u00e4sslich der Saarwahlen 2017 zur sozial diffusen Protestpartei erkl\u00e4rt: \u201eGut die H\u00e4lfte der AfD-W\u00e4hler nennt Protestmotive wie Unzufriedenheit mit anderen Parteien. Als Grund f\u00fcr ihre Entscheidung geben 42 Prozent an, sie w\u00fcrden die AfD wegen ihrer politischen Forderungen w\u00e4hlen (Forschungsgruppe Wahlen).\u201c Die AfD, jetzt im 11. Landtag vertreten, verdr\u00e4nge die Piraten, die demn\u00e4chst wohl in keinem Parlament mehr repr\u00e4sentiert sein w\u00fcrden. \u201eDer st\u00e4rkste Zustrom erfolgt aus dem Lager der \u00bbsonstigen\u00ab Parteien. Darunter k\u00f6nnten sich ehemalige W\u00e4hler der Piraten befinden. Generell ist das Wahlverhalten dieser W\u00e4hlergruppen so gut wie nicht an ideologischen Grundfesten ausgerichtet, sondern an Proteststimmungen wie \u00bbes denen da oben mal zeigen\u00ab. Daher hat in einem bestimmten W\u00e4hlersegment (fast) jede Anti-Parteien-Partei eine Chance. Sozialstrukturell kommen die W\u00e4hler auch von \u00fcberall her. Ein typisches W\u00e4hlerprofil l\u00e4sst sich schwerlich ausmachen. Bei allen Wahlen 2016 ist die Wahlbeteiligung angestiegen.\u201c<a href=\"#_ftn30\" name=\"_ftnref30\">[30]<\/a><\/p>\n<p>Verwirrung stiftet auch, dass die AfD gro\u00dfe Teile der Linken und der Altrechten vor allem im Osten sowie der \u201eSonstigen\u201c aufsaugt. \u201eDie Linke verliert insbesondere W\u00e4hler, die arbeitslos sind. In der Gruppe der sehr hoch gebildeten verliert sie kaum. W\u00e4hler mit einem\u00a0 mittleren Bildungsniveau entscheiden sich \u00fcberdurchschnittlich h\u00e4ufig f\u00fcr die Partei [AfD]. Dies ist ein\u00a0 Muster, das seit Jahrzehnten bei Protestparteien sichtbar ist. Selbst die Piraten waren f\u00fcr diese W\u00e4hler besonders attraktiv. Arbeitslose, Arbeiter und konfessionslose W\u00e4hler kann die AfD \u00fcberdurchschnittlich erreichen.\u201c<a href=\"#_ftn31\" name=\"_ftnref31\">[31]<\/a> Gerade die W\u00e4hlenden der Piratenpartei gingen gr\u00f6\u00dftenteils zur rechten Protestpartei \u00fcber, so bei der Wahl 2017 in Schleswig-Holstein: \u201eDie Piratenpartei verlor etwa 85 % ihrer W\u00e4hler und war nicht mehr im Landtag vertreten, hingegen zog die AfD mit knapp 6 Prozent erstmals ins schleswig-holsteinische Parlament ein.\u201c<a href=\"#_ftn32\" name=\"_ftnref32\">[32]<\/a> \u201eDie AfD gewinnt mehr als die H\u00e4lfte ihrer W\u00e4hler aus dem Lager der \u00bbsonstigen\u00ab Parteien. Damit d\u00fcrfte sie das Potenzial der Piraten fast vollst\u00e4ndig abgesch\u00f6pft haben und mehr als die H\u00e4lfte ihrer W\u00e4hler kommt von dort.\u201c<a href=\"#_ftn33\" name=\"_ftnref33\">[33]<\/a><\/p>\n<p>Bei den folgenden Landtagswahlen in NRW entpuppt sich diese geheimnisvolle Untermittelschicht als erwerbst\u00e4tig Arbeitende: \u201eBesonders gute Ergebnisse von bis zu 15% erzielte die AfD in alten Zentren des Ruhrgebietes wie Duisburg, Gelsenkirchen, Recklinghausen. [\u2026] Unter den erwerbst\u00e4tigen Arbeitern, die sich an den Wahlen beteiligten, setzte sich die Abwendung von CDU und SPD fort. W\u00e4hrend die CDU leicht hinzugewann, von 22% auf 24%, verlor die SPD von 42% auf 34%. Auch die Gr\u00fcnen verloren unter erwerbst\u00e4tigen Arbeitern stark. Von der Suche nach einer neuen bevorzugten Partei profitierte vor allem die AfD, die mit 17% drittst\u00e4rkste Partei unter w\u00e4hlenden Arbeitern wurde. Auch die Linkspartei (10%) und die FDP (8%) legten zu. Unter den erwerbst\u00e4tigen Angestellten glichen sich die Gewinne der CDU mit den Verlusten der SPD (jeweils 7-8%) aus, der Anteil der kleinen Parteien blieb konstant, aber auch hier gilt: hohe Verluste der Gr\u00fcnen und Piraten, Gewinne vor allem bei FDP und AfD. Unter den Akademikern gewinnt die FDP besonders deutlich. Unter denjenigen mit Haupt- und Realschulabschluss ist die AfD die Partei mit den gr\u00f6\u00dften Zuw\u00e4chsen.\u201c<a href=\"#_ftn34\" name=\"_ftnref34\">[34]<\/a> Den Sog auf die Sonstigen best\u00e4tigt die <em>kas<\/em> auch f\u00fcr diese Wahlen: \u201eDie <strong>AfD<\/strong> profitiert vor allem von einem Zustrom aus dem Lager der \u00bbSonstigen\u00ab, was vermutlich ehemalige W\u00e4hler der Piraten sein d\u00fcrften. So wechseln 300 Tsd. Stimmen aus der Gruppe der sonstigen Parteien zur AfD.\u201c<a href=\"#_ftn35\" name=\"_ftnref35\">[35]<\/a><\/p>\n<p>Zwei Brosch\u00fcren bilanzieren die Wahlforschung zur AfD vor den Bundestagswahlen 2017 als \u201ePartei der sich ausgeliefert f\u00fchlenden Durchschnittsverdiener\u201c:<\/p>\n<p>\u201eProfitierte die AfD bei der Bundestagswahl 2013 von hohen W\u00e4hlerwanderungen seitens der FDP, bildete zwischenzeitlich die Gruppe der vormaligen Nichtw\u00e4hler ihr wichtigstes W\u00e4hlerreservoir. Stellten Letztere bei der Bundestagswahl 2013 nur 10 Prozent der W\u00e4hlerschaft der AfD, ist ihr Anteil 2016 bis auf den Wert von 37 Prozent bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt angewachsen (Niedermayer\/Hofrichter 2016: 277). 2017 ist die Anziehungskraft der AfD auf Nichtw\u00e4hler jedoch deutlich eingebrochen. Bei den j\u00fcngsten Landtagswahlen in NRW machten vormalige Nichtw\u00e4hler nur noch rund 20 Prozent, in Schleswig-Holstein sogar nur 13 Prozent der AfD-W\u00e4hlerschaft aus. Hinzu kommen hohe Anteile ehemaliger W\u00e4hler \u00bbsonstiger Parteien\u00ab, die seit 2016 fast durchg\u00e4ngig ca. 20 Prozent der AfD-W\u00e4hlerschaft, bei den letzten beiden Landtagswahlen sogar rund 50 Prozent ausmachten. [\u2026] W\u00e4hrend die AfD 2016 auch zahlreiche vormalige Anh\u00e4nger linker Parteien f\u00fcr sich gewinnen und dabei insbesondere der Linkspartei \u00fcberdurchschnittlich viele W\u00e4hler abspenstig machen konnte, erhielt sie die Masse ihre Stimmen in erster Linie von ehemaligen CDU-W\u00e4hlern (vgl. Niedermayer\/Hofrichter 2016: 273 ff.). Dementsprechend formulierte die AfD in ihrem Strategiepapier f\u00fcr die Wahlk\u00e4mpfe 2017 zugespitzt, dass die Christdemokratie der \u00bbgr\u00f6\u00dfte und wichtigste Konkurrent\u00ab (AfD 2017a: 20 ff.) sei. Bei der j\u00fcngsten Wahl in NRW allerdings ist der Zufluss von CDU-W\u00e4hlern j\u00e4h eingebrochen und liegt mit dem Zufluss vonseiten der SPD in etwa gleichauf. [\u2026] Votierten im Jahr 2013 noch stark Personen mit hohem Bildungsniveau f\u00fcr die AfD, stellten in den Folgejahren diejenigen mit mittleren Bildungsabschl\u00fcssen die gr\u00f6\u00dfte Gruppe der AfD-W\u00e4hler dar (Niedermayer\/Hofrichter 2016: 271). Innerhalb der Anh\u00e4ngerschaft der AfD bilden die Angestellten im Wahljahr 2016 die deutlich gr\u00f6\u00dfte Berufsgruppe (ebd.: 272). Zugleich wuchs die Resonanz der Partei in den \u2013 bezogen auf die Gesamtbev\u00f6lkerung deutlich kleineren \u2013 Gruppen der Arbeiter und Arbeitslosen. W\u00e4hrend die AfD bei den Landtagswahlen 2016 in diesen W\u00e4hlergruppen fast ausnahmslos zur st\u00e4rksten Kraft avancierte, hat sie diese F\u00fchrungsposition bei den j\u00fcngsten Landtagswahlen wieder eingeb\u00fc\u00dft. Unter Gewerkschaftsmitgliedern hat die AfD bei den Wahlen im Jahr 2016 durchweg leicht \u00fcberdurchschnittliche Ergebnisse erzielt (vgl. DGB 2017).\u201c<a href=\"#_ftn36\" name=\"_ftnref36\">[36]<\/a><\/p>\n<p>\u201eDer Unzufriedenheit \u00bbmit denen da oben\u00ab hat die AfD einen Gro\u00dfteil ihres Erfolges zu verdanken. Nach den W\u00e4hlerwanderungsstatistiken zu den Landtagswahlen \u2013 Bremen und Hamburg sind nicht ber\u00fccksichtigt \u2013 von Infratest dimap konnte die AfD stark bei vorherigen Nichtw\u00e4hlern und -w\u00e4hlerinnen mobilisieren, die im Durchschnitt mehr als ein F\u00fcnftel ihrer W\u00e4hlerschaft ausmachen. Fast ebenso viele konnte die AfD unter vorherigen W\u00e4hlerinnen und W\u00e4hlern der CDU\/CSU gewinnen. [&#8230;] Die Bildungsverteilung derjenigen, die die AfD w\u00e4hlten, entspricht fast vollst\u00e4ndig der des Bev\u00f6lkerungsdurchschnitts: 34 Prozent niedrige, 43 Prozent mittlere und 24 Prozent hohe Bildungsabschl\u00fcsse. Die AfD ist nicht die Partei der \u00bbAbgeh\u00e4ngten\u00ab; 25 Prozent sind ArbeiterInnen, 14 Prozent Angestellte, 13 Prozent z\u00e4hlen zur Beamtenschaft und 15 Prozent sind Selbstst\u00e4ndige. In der Forschung wurde die AfD als \u00bbPartei der sich ausgeliefert f\u00fchlenden Durchschnittsverdiener\u00ab bezeichnet (Bergmann et al. 2017).\u201c<a href=\"#_ftn37\" name=\"_ftnref37\">[37]<\/a><\/p>\n<p>Obwohl man anerkennt, dass vor allem Arbeitende und Arbeitslose mit einfachen und mehr noch mittleren Bildungsabschluss im berufst\u00e4tigen Alter die W\u00e4hlendenbasis bilden, greift man lieber zu Schichtmodellen als Erkl\u00e4rungsschablonen. \u201eDie soziale Spaltung der Wahlbeteiligung ist bei der Bundestagswahl 2017 zum ersten Mal seit 1998 wieder sp\u00fcrbar gesunken. Dies ist vor allem einem \u00bbAfD-Effekt\u00ab zuzuschreiben: In den sozial prek\u00e4ren Stimmbezirken, die \u00fcblicherweise die niedrigsten Wahlbeteiligungen verzeichnen, konnte die AfD viele W\u00e4hler f\u00fcr sich mobilisieren. Infolge dessen stieg die Wahlbeteiligung dort \u00fcberdurchschnittlich an. Gleichzeitig zeigt sich eine neue Konfliktlinie der Demokratie, die quer durch die W\u00e4hlerschaft zwischen Modernisierungsskeptikern und -bef\u00fcrwortern verl\u00e4uft. Zudem verlieren die etablierten Parteien im Milieu der b\u00fcrgerlichen Mitte W\u00e4hler und erreichen im sozial prek\u00e4ren Milieu kaum noch Menschen. [\u2026] Im Kampf um die b\u00fcrgerliche Mitte macht die AfD vor allem der CDU\/CSU Konkurrenz. In diesem Milieu erreichte die AfD ein Wahlergebnis von 20 Prozent, einem Zuwachs gegen\u00fcber 2013 um knapp 15 Prozentpunkte. In gleichem Umfang hat die CDU\/CSU hier an Stimmen verloren und somit den h\u00f6chsten Verlust aller Parteien in einem Einzelmilieu erlitten. Insgesamt haben in der b\u00fcrgerlichen Mitte etwa 40 Prozent aller Wahlberechtigten entweder gar nicht oder die AfD gew\u00e4hlt.\u201c<a href=\"#_ftn38\" name=\"_ftnref38\">[38]<\/a> Diese Schichtmodelle reicherte man schon mit ideologischen Momenten an. \u201eDie Kategorisierung der Personen zu den Milieus in der Studie erfolgte nach einer vom Sinus-Institut entwickelten Technik anhand der sozialen Lage, Werthaltungen, Lebensstilen und Grundorientierungen.\u201c<a href=\"#_ftn39\" name=\"_ftnref39\">[39]<\/a><\/p>\n<p>So h\u00e4lt bei den Bundestagswahlen die <em>kas<\/em> an der diffusen Protestwahl als Erkl\u00e4rungsmuster fest: \u201eDie AfD (+1,2 Millionen Stimmen) und die FDP (+700 Tsd.) k\u00f6nnen die meisten Nichtw\u00e4hler f\u00fcr sich gewinnen. Die Wahl der AfD kann erneut als Protestwahl bezeichnet werden. Wie bei allen anderen Wahlen auch, wird sie \u00fcberwiegend von W\u00e4hlern unterst\u00fctzt, die von einer anderen Partei entt\u00e4uscht sind. [\u2026] Wie auch bei anderen Wahlen kommt die W\u00e4hlerschaft der AfD aus allen politischen Lagern. Zudem mobilisiert sie erneut einen gro\u00dfen Anteil an Nichtw\u00e4hlern. Dass diese W\u00e4hlerschaft nicht nach parteiideologischen Mustern zu verankern ist, liegt auf der Hand, wenn gleicherma\u00dfen ehemalige W\u00e4hler der Union, der SPD, der Linken oder der Piraten f\u00fcr die AfD votieren. So hat z.B. die Linke \u2013 gemessen an ihrer Gr\u00f6\u00dfe in den neuen L\u00e4ndern \u2013 proportional die meisten W\u00e4hler an die AfD verloren. Auch dies kein neues Ph\u00e4nomen.\u201c Auch sozialstrukturelle muster erg\u00e4ben sich nicht. Monokausale Erkl\u00e4rungen, wer, warum die AfD unterst\u00fctzt, griffen daher zu kurz. \u201eEtwas anders sieht es aus, wenn man nicht nur die Zustr\u00f6me, sondern die gesamte W\u00e4hlerschaft der AfD betrachtet. Auch hier machen die ehemaligen Nichtw\u00e4hler mit 35 Prozent den gr\u00f6\u00dften Anteil aus. Die zweitgr\u00f6\u00dfte Gruppe sind nun aber die AfD-W\u00e4hler von 2013. 24 Prozent der jetzigen AfD-W\u00e4hler haben auch schon bei der Bundestagswahl 2013 f\u00fcr die AfD gestimmt. Ein gutes F\u00fcnftel der AfD-W\u00e4hler kommt von der Union, w\u00e4hrend 10 Prozent von der SPD und 6 Prozent von der Linken kommen (Forschungsgruppe Wahlen).\u201c<a href=\"#_ftn40\" name=\"_ftnref40\">[40]<\/a><\/p>\n<p>Die Bedeutung der Nichtw\u00e4hlenden relativiert man bei den Wahlen 2017 in Niedersachsen: \u201eDie Wahlbeteiligung ist zwar bei allen Wahlen gestiegen, doch profitierte bei den Landtagswahlen (SL, NRW und SH) vor allem die CDU von Stimmen fr\u00fcherer Nichtw\u00e4hler, bei der Landtagswahl in Niedersachsen die SPD, und bei der Bundestagswahl hatte die AfD den st\u00e4rksten Zustrom aus den Reihen der Nichtw\u00e4hler. Die AfD zieht zwar in das Parlament ein, doch mit 6,2 Prozent erreicht sie etwa die H\u00e4lfte des R\u00fcckhalts, den sie noch kurz vorher bei der Bundestagswahl in Deutschland erzielte. Auch im Vergleich zum Abschneiden in Niedersachsen bei der Bundestagswahl b\u00fc\u00dft sei etwa ein Drittel ein.\u201c<a href=\"#_ftn41\" name=\"_ftnref41\">[41]<\/a><\/p>\n<p><em>Kas<\/em> erkennt bei diesen Wahlen eine ideologische Verdichtung des Protestes: \u201eDie Zustimmung zur AfD folgt dem bekannten Muster: Spezifische und diffuse Unzufriedenheit, Entt\u00e4uschung mit anderen Parteien und Politikern und der \u00fcberdurchschnittlich starke Einfluss der Fl\u00fcchtlingsproblematik spielen eine gro\u00dfe Rolle. Doch ist derzeit auch nicht mehr auszuschlie\u00dfen, dass dies zu einer ideologischen und politischen Verdichtung f\u00fchrt, welche reine Protestmotive in den Hintergrund dr\u00e4ngt.\u201c Doch ebenso gilt nach wie vor: \u201e\u00dcberdurchschnittlich bei SPD und CDU sind die Verluste bei Arbeitern, hier ist die AfD Profiteur.\u201c<a href=\"#_ftn42\" name=\"_ftnref42\">[42]<\/a><\/p>\n<p>Bei den Wahlen in Sachsen 2019 weist die Stiftung auf die Stadt-Land-Unterschiede bei der Stimmabgabe der rechten Protestw\u00e4hlenden hin: \u201eDie vormaligen <strong>Nichtw\u00e4hler<\/strong> konnten von allen Parteien mobilisiert werden, wobei den gr\u00f6\u00dften Zuwachs die AfD verzeichnen kann. Die AfD hat den st\u00e4rksten R\u00fcckhalt bei M\u00e4nnern in der mittleren Altersgruppe.\u00a0 Gr\u00fcne und Linke sind umso erfolgreicher, je gr\u00f6\u00dfer die Orte sind, bei der AfD ist es genau umgekehrt, allerdings hat auch die CDU in kleineren Orten gr\u00f6\u00dfere Erfolge. W\u00e4hler mit einem mittleren und niedrigen formalen Bildungsniveau w\u00e4hlen die AfD \u00fcberdurchschnittlich. Auch in den (kleinen) Gruppen der Arbeiter und Arbeitslosen liegt die Unterst\u00fctzung \u00fcber dem Durchschnitt.\u201c<a href=\"#_ftn43\" name=\"_ftnref43\">[43]<\/a><\/p>\n<p>Anl\u00e4sslich der Wahlergebnisse in Brandenburg im selben Jahr relativiert <em>infratest<\/em> das eindeutige Schwergewicht der Arbeitenden gleichzeitig mit seiner Feststellung: \u201eDie AfD war erneut \u00fcberdurchschnittlich erfolgreich bei Arbeitern, Arbeitslosen und wirtschaftlich Unzufriedenen. Sie erzielte in diesen W\u00e4hlergruppen teilweise mehr Unterst\u00fctzung als SPD, CDU und Linke zusammen genommen. Der AfD-Erfolg war jedoch auch in Brandenburg keineswegs auf statusschw\u00e4chere W\u00e4hlermilieus begrenzt. So wurde die AfD bei Selbst\u00e4ndigen und Beamten ebenfalls st\u00e4rkste Partei. Bei den Angestellten lag sie etwa gleichauf mit der SPD.\u201c<a href=\"#_ftn44\" name=\"_ftnref44\">[44]<\/a><\/p>\n<p>Bei den selbj\u00e4hrigen Wahlen in Th\u00fcringen entdeckt die <em>kas<\/em> neben den schon bekannten Fakten den Niedergang der NPD: \u201eDie NPD, die 2009 und 2014 noch bei 4,3 und 3,6 Prozent lag, kann jetzt nur noch 0,5 Prozent der Zweitstimmen auf sich vereinen. [\u2026] Die Sozialdemokraten haben \u00e4hnlich wie die Union bei ihrer Stammklientel verloren. Unter Arbeitern und Gewerkschaftsmitgliedern verzeichnen sie leicht \u00fcberdurchschnittliche Verluste. Lediglich an die AfD verliert die Linke 16 Tsd. Stimmen. [\u2026] Auch unter Arbeitern kann die Linke keine Gewinne f\u00fcr sich verbuchen (Forschungsgruppe Wahlen) bzw. hat sogar leichte Verluste (Infratest dimap). Die AfD profitiert am st\u00e4rksten von der gestiegenen Wahlbeteiligung. [\u2026] Zwischen AfD und FDP halten sich die (sehr geringen) W\u00e4hlerstr\u00f6me die Waage. [\u2026] Ob und in welchem Ma\u00dfe es sich hierbei um ehemalige W\u00e4hler der NPD handelt, kann nur spekuliert werden. Die deutlichen Verluste der NPD sowie Wahlerfolge der AfD in manchen fr\u00fcheren NPD-Hochburgen deuten jedoch darauf hin. [\u2026] Dar\u00fcber hinaus kann die AfD bei Arbeitern deutlich hinzugewinnen und erzielt in dieser Gruppe auch ein \u00fcberdurchschnittliches Wahlergebnis.\u201c<a href=\"#_ftn45\" name=\"_ftnref45\">[45]<\/a> Die AfD scheint auch Arbeitende von den anderen Parteien abzuziehen.<\/p>\n<p>Die Schw\u00e4chephase der AfD beginnt mit dem Verlust der Attraktivit\u00e4t bei Nichtw\u00e4hlern, so in Hamburg 2020: \u201eDie SPD kann deutlich ehemalige Nichtw\u00e4hler mobilisieren. 33 Tsd. fr\u00fchere Nichtw\u00e4hler stimmen nun f\u00fcr die Sozialdemokraten. Damit mobilisiert die SPD von allen Parteien am st\u00e4rksten aus dem Lager der Nichtw\u00e4hler. Wie schon bei anderen Wahlen wird die AfD leicht \u00fcberdurchschnittlich von W\u00e4hlern mittleren Alters und niedrigem bis mittlerem formalem Bildungsabschluss gew\u00e4hlt. Zus\u00e4tzlich ist die AfD bei M\u00e4nnern st\u00e4rker als bei Frauen. Auch unter Arbeitern schneidet sie deutlich \u00fcberdurchschnittlich ab.\u201c<a href=\"#_ftn46\" name=\"_ftnref46\">[46]<\/a> Stabil bleibt sie beispielsweise in Rheinland-Pfalz bei ihren Stammw\u00e4hlenden: \u201eBesonders gut schnitt die AfD bei Arbeitern, Selbst\u00e4ndigen und M\u00e4nnern ab.\u201c<a href=\"#_ftn47\" name=\"_ftnref47\">[47]<\/a> Zu den Verlusten bei Nichtw\u00e4hlenden tritt der R\u00fcckgang bei j\u00fcngeren, siehe Baden-W\u00fcrttemberg: \u201e110 Tsd. fr\u00fchere AfD-W\u00e4hlerinnen und \u2013W\u00e4hler sind ins Nichtw\u00e4hlerlager gewechselt. Das ist \u00fcber die H\u00e4lfte der Zugewinne aus dem Nichtw\u00e4hlerlager bei der Landtagswahl 2016. Die AfD hat vor allem bei j\u00fcngeren W\u00e4hlerinnen und W\u00e4hlern \u00fcberdurchschnittliche Verluste zu verzeichnen.\u201c<a href=\"#_ftn48\" name=\"_ftnref48\">[48]<\/a> Oder Sachsen-Anhalt: \u201eDeutliche Verluste verzeichnet die NPD, die mit -1,6 Punkten nur noch 0,3 Prozent erzielt. [\u2026] Die AfD verliert \u00fcberdurchschnittlich stark in der j\u00fcngsten Altersgruppe unter 24 Jahren (Infratest dimap) bzw. unter 30 Jahren (Forschungsgruppe Wahlen).\u201c<a href=\"#_ftn49\" name=\"_ftnref49\">[49]<\/a><\/p>\n<p>Ebenso schw\u00e4chelt die Partei in Berlin: \u201eHohe Verluste verzeichnet den vorl\u00e4ufigen Wahlergebnissen zufolge die AfD. Mit 8 % der Stimmen verzeichnet sie gegen\u00fcber 2016 ein Minus von 6,2% (zuvor 14,2%). Die FDP folgt der AfD mit 7,2% und erreicht damit in etwa ihr Wahlergebnis von 2016.\u201c<a href=\"#_ftn50\" name=\"_ftnref50\">[50]<\/a> Hier erfolgt der Abstrom gro\u00dfenteils an die \u201eanderen\u201c: \u201eDie <strong>sonstigen Parteien<\/strong> kommen insgesamt auf 12,5 Prozent (+3,3 Punkte). Darunter befinden sich die Tierschutzpartei mit 2,2 Prozent (+0,3 Punkte), die PARTEI mit 1,8 Prozent (-0,2 Punkte), dieBasis mit 1,3 Prozent, Volt mit 1,1 Prozent und Team Todenh\u00f6fer mit 1,0 Prozent. [\u2026] Unter Personen mit niedrigem oder mittlerem formalen Bildungsabschluss erzielt die AfD \u00fcberdurchschnittliche Ergebnisse. Die <strong>sonstigen Parteien<\/strong> verzeichnen nach der SPD die zweitst\u00e4rksten Zuw\u00e4chse aus dem Lager ehemaliger Nichtw\u00e4hlerinnen und Nichtw\u00e4hler, von denen 37 Tsd. nun f\u00fcr eine der sonstigen Parteien stimmen. Zus\u00e4tzlich wechseln von der AfD 16 Tsd. W\u00e4hlerinnen und W\u00e4hler zu einer der sonstigen Parteien.\u201c<a href=\"#_ftn51\" name=\"_ftnref51\">[51]<\/a><\/p>\n<p>Die Verfestigung bei den Arbeitenden trotz Verluste zeigt sich auch bei den Bundestagswahlen 2021: \u201eVerluste gegen\u00fcber dem Ersteinzug verzeichnete die AfD, die sich insgesamt als zweistellig etablierte und in den neuen Bundesl\u00e4ndern 16 Direktmandate gewann. [\u2026] Wie schon bei vorigen Wahlen schneidet die AfD \u00fcberdurchschnittlich gut in den mittleren Altersgruppen ab, vor allem bei M\u00e4nnern mittleren Alters. Auch unter Arbeiterinnen und Arbeitern und Personen mit niedrigem oder mittlerem formalen Bildungsabschluss kann sie \u00fcberdurchschnittliche Ergebnisse erzielen. Zudem wird die AfD \u00fcberdurchschnittlich h\u00e4ufig von Konfessionslosen gew\u00e4hlt. Auch im l\u00e4ndlichen Raum schneidet die AfD besser ab als in gro\u00dfen St\u00e4dten, in denen sie \u00fcberdurchschnittlich verloren hat.\u201c<a href=\"#_ftn52\" name=\"_ftnref52\">[52]<\/a><\/p>\n<p>Die Wende erfolgt dann mit den Wahlen in Niedersachsen 2022: \u201eDie AfD kann ihre Ergebnisse in vielen Bev\u00f6lkerungsgruppen steigern. \u00dcberdurchschnittliche Gewinne erzielt die Partei vor allem in den mittleren Altersgruppen. In diesen Gruppen sowie bei Arbeiterinnen und Arbeitern erzielt sie auch ihre besten Ergebnisse, insbesondere bei M\u00e4nnern.\u201c<a href=\"#_ftn53\" name=\"_ftnref53\">[53]<\/a><\/p>\n<p>Zuf\u00e4llig zu Beginn der zweiten Hochphase res\u00fcmiert Franz Decker f\u00fcr die Bundeszentrale politische Bildung: \u201eBezogen auf die Sozialstruktur der AfD-W\u00e4hlerschaft kommen die vorliegenden Untersuchungen zu teilweise disparaten Befunden, was darauf hindeutet, dass monokausale Erkl\u00e4rungsversuche hier zu kurz greifen. So f\u00fchren z.B. weder eine hohe Arbeitslosenquote noch ein h\u00f6herer Ausl\u00e4nderanteil per se zu einer gr\u00f6\u00dferen Wahlbereitschaft der AfD. Im Westen scheint die AfD vor allen dort zu punkten, wo die W\u00e4hler ein unterdurchschnittliches Haushaltsaufkommen aufweisen und\/oder einer T\u00e4tigkeit in der Industrie nachgehen. Im Osten ist sie in l\u00e4ndlichen Regionen stark, die unter Abwanderung leiden und \u00f6konomisch abgeh\u00e4ngt zu werden drohen. Arbeiter und Arbeitslose sind unter den W\u00e4hlern zwar \u00fcberdurchschnittlich vertreten, machen aber nur ein Viertel der AfD-Gesamtw\u00e4hlerschaft aus, w\u00e4hrend die \u00fcbrigen drei Viertel auf Angestellte, Beamte und Selbst\u00e4ndige entfallen. Auch bei den formalen Bildungsabschl\u00fcssen dominieren die mittleren R\u00e4nge (Niedermayer \/ Hofrichter 2016).\u201c Entdeckt man keine sozialen Ursachen, greift man zu ideologischen Erkl\u00e4rungen. \u201eEin klareres Profil ergibt sich, wenn man die Einstellungsmerkmale der W\u00e4hlerschaft betrachtet. Die AfD-W\u00e4hler weisen hier zum einen im Vergleich zu den anderen W\u00e4hlern ein wesentlich h\u00f6heres Unzufriedenheitsniveau, zum anderen eine gr\u00f6\u00dfere N\u00e4he zu rechtsextremen \u00dcberzeugungen auf. Protest- und Einstellungswahl gehen bei der AfD insofern Hand in Hand und decken sich mit dem Selbstverst\u00e4ndnis einer \u00bbAnti-Establishment-Partei\u00ab. Am deutlichsten ablesbar sind die Unterschiede zur politischen Konkurrenz bei der Bewertung der Migrations- und Fl\u00fcchtlingspolitik, wo die rigorose Ablehnungshaltung der AfD von ihren W\u00e4hlern nahezu einhellig geteilt wird (Hambauer \/ Mays 2018). Wie die seit 2016 bei vielen Wahlen angestiegene Wahlbeteiligung zeigt, konnte die AfD damit auch viele fr\u00fchere Nichtw\u00e4hler mobilisieren.\u201c<a href=\"#_ftn54\" name=\"_ftnref54\">[54]<\/a><\/p>\n<p>Dieses Res\u00fcmee steht stellvertretend f\u00fcr die Darstellung des AfD-Erfolgs in der \u00f6ffentlichen Wissenschaft. Man erkennt die Bedeutung der produktiv T\u00e4tigen an, verwischt sie aber mit schichtmodellierten Merkmalen, um dann die soziale Motivation durch kulturelle Mentalit\u00e4ten zu ersetzen. Damit befindet man sich nicht weit entfernt von den g\u00e4ngigen linken \u201eFaschismus-analysen\u201c, die eben auch nur im Modetrend der Sozialwissenschaften schwimmen. Die Widerspr\u00fcchlichkeiten der Analyse sind nicht gekl\u00e4rt, wie ein Gott aus der Maschine muss die \u201eIdeologie\u201c, das falsche Bewusstsein nicht passendes zusammen zwingen.<\/p>\n<p><strong>Anerkennen der Arbeitenden-W\u00e4hlerbasis und politische Hilflosigkeit<\/strong><\/p>\n<p>Nichtsdestotrotz bleiben die grundlegenden Merkmale erhalten. Beispielsweise Berlin 2023: \u201eWie schon bei fr\u00fcheren Wahlen erzielt die AfD ihre besten Wahlergebnisse in den mittleren Altersgruppen sowie bei Personen mit niedrigem oder mittlerem formalen Bildungsabschluss.\u201c<a href=\"#_ftn55\" name=\"_ftnref55\">[55]<\/a> Oder Bremen im selben Jahr: \u201eDie BIW erzielen \u2013 vergleichbar mit der AfD \u2013 ihre besten Wahlergebnisse in den mittleren Altersgruppen sowie bei Personen mit niedrigem oder mittlerem formalen Bildungsabschluss.\u201c<a href=\"#_ftn56\" name=\"_ftnref56\">[56]<\/a> Ebenso Hessen: \u201e\u00dcberdurchschnittliche Ergebnisse erzielt die AfD bei W\u00e4hlerinnen und W\u00e4hlern mit niedrigem und mittlerem formalem Bildungsabschluss. Hier verzeichnet sie auch \u00fcberdurchschnittliche Zuw\u00e4chse. Die AfD gewinnt \u00fcberdurchschnittlich stark im l\u00e4ndlichen Raum hinzu, hier schneidet sie auch \u00fcberdurchschnittlich gut ab.\u201c<a href=\"#_ftn57\" name=\"_ftnref57\">[57]<\/a> Erste AfD-Vertretende verweisen bei der Bayernwahl 2023 auf ihren Anklang unter Migrierten: \u201eUnd auch die gut integrierten Migranten wollen nicht mit den Gl\u00fccksrittern aus aller Herren L\u00e4nder in einen Topf geworfen werden und geben ihre Stimme der AfD. Das sind die Erfahrungen von Infost\u00e4nden, die uns berichtet wurden. Beispiel: Neustadt bei Coburg, migrantisch gepr\u00e4gt, AfD bei 26,1 Prozent, SPD bei 12,1 Prozent und die Gr\u00fcnen bei 4,9 Prozent.\u201c<a href=\"#_ftn58\" name=\"_ftnref58\">[58]<\/a><\/p>\n<p>F\u00fcr die Europawahl 2024 versucht die <em>kas<\/em> die Rolle der Arbeitenden noch zu relativieren mit Verweis auf Ost-West- und Stadt-Land-Gegens\u00e4tze: \u201eIn Ostdeutschland entscheiden sich die Arbeiterinnen und Arbeiter am h\u00e4ufigsten f\u00fcr die AfD, w\u00e4hrend es in Westdeutschland die CDU\/CSU ist. Die AfD schneidet in l\u00e4ndlichen Gebieten etwas besser ab und je gr\u00f6\u00dfer die St\u00e4dte sind, desto geringer ist das AfD-Ergebnis. Dieses Muster hat sich mit der Europawahl verst\u00e4rkt, denn die Zugewinne der AfD fallen in l\u00e4ndlicheren Regionen h\u00f6her aus als in den st\u00e4dtischen.\u201c<a href=\"#_ftn59\" name=\"_ftnref59\">[59]<\/a><\/p>\n<p>Die Friedrich-Ebert-Stiftung (<em>fes<\/em>) dagegen erkennt das Dilemma \u2013 besonders mit Blick auf die SPD \u2013 schon besser: \u201eSchaut man auf die Berufst\u00e4tigen liegt die Union bei den Angestellten, Beamt:innen und Selbstst\u00e4ndigen jeweils an erster Stelle. Ihr bestes Ergebnis holt die Union dabei im Beamtentum: 34 Prozent von ihnen haben f\u00fcr die Union gestimmt, an zweiter Stelle liegen die Gr\u00fcnen mit 20 Prozent, gefolgt von der SPD mit 13 Prozent. Bei den Selbstst\u00e4ndigen und den Angestellten kommt die AfD jeweils auf den zweiten Platz mit 17 bzw. 15 Prozent \u2013 jeweils dicht gefolgt von den Gr\u00fcnen (15 und 13 Prozent). Diejenigen, die ihre T\u00e4tigkeit mit \u00bbArbeiter:in\u00ab angegeben haben, haben zu einem Drittel die AfD gew\u00e4hlt. Auf dem zweiten Platz liegt die Union mit 24 Prozent. Die SPD kommt hier an dritter Stelle nur auf zw\u00f6lf Prozent. Auch bei den Arbeitslosen wurde am h\u00e4ufigsten die AfD gew\u00e4hlt (25 Prozent), gefolgt von SPD (13 Prozent) und Union (zw\u00f6lf Prozent). Die vergleichsweise geringen Prozentzahlen erkl\u00e4ren sich dadurch, dass fast ein Drittel der Stimmen der Arbeitslosen auf kleine und Kleinstparteien entfallen sind. Stimmberechtigte mit Abitur oder Hochschulabschluss haben zu 28 Prozent die Union gew\u00e4hlt, gefolgt von den Gr\u00fcnen mit 18 Prozent. Die SPD landet auf dem dritten Platz mit 13 Prozent. Bei der Gruppe mit Hauptschulabschluss, mittlerer Reife oder ohne Abschluss kommt die Union ebenfalls auf den ersten Platz mit 31 Prozent. An zweiter Stelle liegt hier aber die AfD mit 27 Prozent \u2013 in der Gruppe mit h\u00f6herem Abschluss kam sie nur auf zehn Prozent. Platz drei in der Gruppe mit niedrigerem formellen Bildungsabschluss belegt die SPD mit elf Prozent.\u201c<a href=\"#_ftn60\" name=\"_ftnref60\">[60]<\/a><\/p>\n<p>Diese Erkenntnis der AfD als Partei der Arbeitenden erh\u00e4lt Zustimmung in den Tageszeitungen: \u201eInsbesondere die AfD ist tief in die einstige Stammw\u00e4hlerschaft der linken Parteien eingedrungen. Besonders deutlich wird das beim Blick auf die einstige Kernklientel von Linken und Sozialdemokraten: Arbeiter w\u00e4hlten am Sonntag zu 33 Prozent die AfD, nur noch zu zw\u00f6lf Prozent die SPD. Die Linke konnte gar nur drei Prozent der Arbeiter f\u00fcr sich gewinnen &#8211; genauso viele wie die FDP.&lt; Die Arbeiterinnen und Arbeiter haben sich also politisch von den Vertretern des linken Lagers verabschiedet &#8211; und AfD und BSW f\u00fcllen die L\u00fccke.\u201c<a href=\"#_ftn61\" name=\"_ftnref61\">[61]<\/a> in der <em>faz<\/em> r\u00fcckt man auch die \u00dcberbetonung des Ostens f\u00fcr die Erkl\u00e4rung des blauen Erfolgs zurecht, indem man darauf hinweist, dass \u201e[&#8230;] die AfD mehr W\u00e4hler in Nordrhein-Westfalen hat als in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Th\u00fcringen zusammen\u201c<a href=\"#_ftn62\" name=\"_ftnref62\">[62]<\/a><\/p>\n<p>Es erfolgen klare Hinweise auf die Produktiven: \u201eDas Rezept der AfD scheint aufgegangen zu sein, im Wahlkampf auf die Entt\u00e4uschung mit der Ampel in Berlin zu setzen und sich als Partei der Arbeiterinnen und Arbeiter, eines wichtigen Teils der bisherigen SPD-W\u00e4hlerschaft, zu gerieren. Von Wahl zu Wahl verfestigt sich vor allem in dieser Gruppe der Eindruck, die Sozialdemokratie k\u00fcmmere sich nicht mehr ausreichend um hart arbeitende Menschen, sondern vorrangig um Transferleistungsempf\u00e4nger und betreibe ansonsten wie die Gr\u00fcnen eine an ideologischen Normen orientierte Politik.&lt; Was in vielen Analysen nach der Europawahl kaum beachtet wurde: Die AfD verf\u00fcgt nicht nur in Ostdeutschland \u00fcber Hochburgen, sondern l\u00e4ngst auch tief im Westen.\u201c<a href=\"#_ftn63\" name=\"_ftnref63\">[63]<\/a><strong> \u201e<\/strong>Die Sozialdemokraten k\u00f6nnten sich daran erinnern, dass sie ihre Erfolge als eine Partei der Arbeiter feierte, von denen die meisten Wert auf \u00e4u\u00dfere und innere Sicherheit legten und die ein leistungsf\u00e4higes Bildungssystem als wesentliche Voraussetzung f\u00fcr den sozialen Aufstieg betrachteten. Diese Kernw\u00e4hler waren auch der Ansicht, dass Hilfsbed\u00fcrftigen zwar geholfen werden sollte, dass sich Arbeit aber gleichzeitig lohnen muss und ein Wohlfahrtsstaat keine falschen Anreize f\u00fcr Nichtstun geben darf. Viele dieser Arbeiter w\u00e4hlen l\u00e4ngst die AfD &#8211; keineswegs alle aus \u00dcberzeugung, sondern weil sie im traditionellen Parteienspektrum keine Heimat mehr finden. Aber wer in der F\u00fchrung der heutigen SPD soll leistungsorientierte und bodenst\u00e4ndige Arbeiter zur\u00fcckgewinnen? Frau Esken? Herr K\u00fchnert?\u201c<a href=\"#_ftn64\" name=\"_ftnref64\">[64]<\/a> Hinweise, aus denen Parteivertretende Konsequenzen ziehen wollen: \u201e\u00bbWir m\u00fcssen feststellen, dass die arbeitende Mitte rechts au\u00dfen gew\u00e4hlt hat &#8211; wir haben die Arbeiterinnen und Arbeiter verloren\u00ab, sagte Unionsfraktionsvize Sepp M\u00fcller nach der Wahl [EU]. Seiner CDU riet er: \u00bbIch kann uns allen nur empfehlen, nicht nur bei den Unternehmern zu sitzen, sondern auch mit den Arbeitnehmern und Betriebsr\u00e4ten zu reden. Wir m\u00fcssen der arbeitenden Mitte ein Angebot machen und uns st\u00e4rker um soziale Themen k\u00fcmmern. \u00ab Das sehen Dennis Radtke und sein Arbeitnehmerfl\u00fcgel \u00e4hnlich. [Kritik an Linnemann wegen Fokus auf Migration]\u201c<a href=\"#_ftn65\" name=\"_ftnref65\">[65]<\/a><\/p>\n<p>Bei den drei Landtagswahlen im Osten 2024 sprudelt mit dem Erfolg auch die Quelle der Nichtw\u00e4hlenden wieder: \u201eAm st\u00e4rksten profitiert die <strong>AfD<\/strong> von der gestiegenen Wahlbeteiligung. \u00dcberdurchschnittliche Ergebnisse und \u00fcberdurchschnittliche Zugewinne erzielt die AfD unter W\u00e4hlerinnen und W\u00e4hlern mit niedriger und mittlerer formaler Bildung.\u201c<a href=\"#_ftn66\" name=\"_ftnref66\">[66]<\/a> \u201eDie <strong>AfD<\/strong> profitiert von allen Parteien am st\u00e4rksten von der gestiegenen Wahlbeteiligung.\u201c<a href=\"#_ftn67\" name=\"_ftnref67\">[67]<\/a><\/p>\n<p>Anna Bartholom\u00e9 nimmt den Ball der <em>fes<\/em> in der <em>rf<\/em> der MLPD auf, indem sie versucht, die Bedeutung der produktiven Arbeiterschaft ins Koordinatensystem der Partei-Ideologie zu pressen. \u201eErschrocken dar\u00fcber, dass bei den letzten Wahlen die faschistische AfD gerade auch unter Arbeiterinnen und Arbeitern gro\u00dfe Stimmenzuw\u00e4chse verzeichnen konnte, ver\u00f6ffentlichte die eng mit Gewerkschaftsspitzen und der SPD verbundene Friedrich Ebert-Stiftung eine Studie \u00bbKlassenbewusstsein und Wahlentscheidung. Klasse als politischer Kompass?\u00ab\u201c Sie lobt: \u201eRichtig stellen die Autoren Linus Westheuser und Thomas Lux eine \u00bbLegitimationskrise\u00ab des herrschenden Parteiensystems fest. Danach \u00bbbrach unter Arbeiter:innen seit den 1990er Jahren die Bindung an Parteien noch viel st\u00e4rker ein als im Rest der Bev\u00f6lkerung. \u00ab Dramatisch betroffen: das Ansehen der SPD, die zuletzt bei den Europawahlen in der Arbeiterklasse nur noch 12 Prozent der Stimmen verbuchen konnte, w\u00e4hrend die AFD auf 33 Prozent kam.\u201c Sie folgt der Studie auch bei der Verwischung der unterschiede unter den lohabh\u00e4ngigen: \u201eImmerhin\u00a0 entdecken sie &#8211; entgegen all der postmodernen Erz\u00e4hlungen vom \u00bbVerschwinden der Arbeiterklasse\u00ab &#8211; diese als wesentliche gesellschaftliche Kraft. Richtigerweise z\u00e4hlen sie dazu nicht nur die Arbeiterinnen und Arbeiter in der industriellen Produktion, sondern auch einen gro\u00dfen Teil der im so genannten Dienstleistungsbereich Besch\u00e4ftigten, im Bildungs- und Gesundheitswesen, der Logistik usw.\u201c Ihre Empfehlung liegt dann ebenso im Trend, moderner Sozialwissenschaften: \u201eOhne den gesellschaftlichen Vorgaben in der Denkweise nachzugehen, der Geringsch\u00e4tzung der k\u00f6rperlichen gegen\u00fcber der geistigen Arbeit, k\u00f6nnen auch die eigenen Umfragen, wer sich selbst als Arbeiter oder gar Angeh\u00f6riger der Arbeiterklasse sieht, nur wenig Aufschluss bringen.\u201c<a href=\"#_ftn68\" name=\"_ftnref68\">[68]<\/a><\/p>\n<p>Die Erkl\u00e4rung einer Studie eines linken staatsnahen Antifa-Vereins, auf dem Niveau der Ursachenanalysen am Beginn des AfD-Durchmarsches, bewegt sich in eine \u00e4hnliche Richtung: \u201e\u00bbJe st\u00e4rker die Demokratieunzufriedenheit und fremdenfeindliche Einstellungen in den Kreisen und kreisfreien St\u00e4dten verbreitet waren\u00ab, teilt Forschungsleiter Axel Salheiser mit, \u00bbumso besser waren im Durchschnitt auch die Wahlergebnisse der AfD.\u00ab\u201c Man sieht auch soziale Faktoren: \u201e\u00bbZu allen drei Wahlen wird deutlich, dass die Kaufkraft an Bedeutung gewonnen hat. Sie zeigt sowohl zu den Kreiswahlen als auch zur Landtags- und Europawahl einen signifikanten, negativen Zusammenhang zum AfD-Stimmenanteil auf.\u00ab Das hei\u00dft, je niedriger die Kaufkraft, desto mehr Stimmen f\u00fcr die AfD.\u201c Oder Stichwort Infrastruktur: \u201e\u00bbJe geringer die Luftliniendistanz zu wichtigen zentralen Orten der Daseinsvorsorge wie Apotheken oder Grundschulen, umso niedriger der Zuspruch zur AfD in den Gemeinden\u00ab, hei\u00dft es in der Studie. Oder andersrum formuliert: \u00bbJe h\u00f6her die Infrastrukturdefizite ausfallen, umso h\u00f6her liegen die Stimmenanteile der AfD.\u00ab\u201c Stichwort Einkommen: \u201eJe nach Umfrageinstitut sind bis zu 49 Prozent der AfD-W\u00e4hler Arbeiter, die durchschnittlich weniger verdienen als andere Berufsgruppen. Menschen mit niedrigeren Einkommen w\u00e4hlen h\u00e4ufiger AfD als Durschnitts- und Besserverdiener.\u201c Verallgemeinert: \u201eEs zeige sich, dass sich \u00bbinsbesondere Personen, deren wirtschaftliche Ausgangslage eher ung\u00fcnstig ist, oder diejenigen, die von den wirtschaftlichen Modernisierungsprozessen der Vergangenheit nicht profitieren konnten, aus Entt\u00e4uschung und Frust etablierten Parteien den R\u00fccken kehren und sich radikal bzw. extrem rechten Parteien\u00ab zuwendeten.\u201c Es gehe nicht nur um den gegenw\u00e4rtigen, sondern auch um den k\u00fcnftigen Status: \u201eDabei spiele beim Thema Geld auch die Angst vor m\u00f6glichem Verlust und Abstieg in der Zukunft eine Rolle. \u00bbDie Sorge, den eigenen Lebensstandard k\u00fcnftig nicht halten zu k\u00f6nnen, wird als ausschlaggebender Faktor f\u00fcr die Wahl radikal bzw. extrem rechter Parteien\u00ab gesehen.\u201c Doch die Studie relativiert all diese Erkenntnisse: \u201eAuf diese Einflussgr\u00f6\u00dfen allerdings entfalle laut Studienleiter Axel Salheiser \u00bblediglich rund ein Drittel der gesamten Erkl\u00e4rkraft \u00ab, um die AfD-Wahlergebnisse zu erkl\u00e4ren. Die verbleibenden zwei Drittel k\u00f6nnten nur mit den politischen \u00dcberzeugungen der AfD-W\u00e4hler erkl\u00e4rt werden.\u201c<a href=\"#_ftn69\" name=\"_ftnref69\">[69]<\/a><\/p>\n<p>N\u00fcchterner beschreibt ein Netzportal: \u201eIn einer Wahlanalyse \u00bbAfD hat sich als &#8222;Arbeiterpartei&#8220; etabliert\u00ab schreibt die Deutsche Presse-Agentur:&lt; Bei den Landtagswahlen fiel ihr Stimmenanteil unter Arbeitnehmern mit 45 Prozent in Sachsen und 49 Prozent in Th\u00fcringen besonders hoch aus, hei\u00dft es in einem Bericht des Mercator Forums Migration und Demokratie an der TU.&lt; Die AfD liegt in der Kategorie &#8222;Zweitstimmenanteil nach T\u00e4tigkeitsgruppen&#8220; dabei deutlich vor der CDU. Sie kommt in der Arbeitnehmerschaft in Sachsen auf 23 Prozent und in Th\u00fcringen auf 15 Prozent. Das B\u00fcndnis Sahra Wagenknecht erreicht 12 beziehungsweise 16 Prozent. F\u00fcr die SPD stimmten in beiden L\u00e4ndern nur noch je vier Prozent. Die Gr\u00fcnen stehen mit 3 Prozent (Sachsen) und 2 Prozent (Th\u00fcringen) zu Buche. Auch die Linken finden kaum noch Resonanz: 2 Prozent in Sachsen und 8 Prozent in Th\u00fcringen.\u201c<a href=\"#_ftn70\" name=\"_ftnref70\">[70]<\/a><\/p>\n<p><strong>Weder Ost-West und Stadt-Land noch Eingewanderte gegen Einheimische<\/strong><\/p>\n<p>Bei den Bundestagswahlen 2025 kann es dann niemand mehr \u00fcbersehen, so als m\u00f6chten die produktiven Lohnabh\u00e4ngigen ein deutliches Zeichen mit ihrer Stimmabgabe setzen. \u201eVon allen Parteien profitiert die AfD mit Abstand am st\u00e4rksten von der gestiegenen Wahlbeteiligung. Die <strong>sonstigen Parteien<\/strong> haben verloren, vor allem an die AfD (-90.000) und das BSW (-500.000), aber auch an die Union (-360.000) und die Linke (-310.000).\u201c<a href=\"#_ftn71\" name=\"_ftnref71\">[71]<\/a> \u201eAfD [\u2026] Erstmals kann sie sich auch in einigen westdeutschen Regionen als st\u00e4rkste Kraft durchsetzen. [\u2026] Insgesamt hat die Partei ihre Basis in Westdeutschland ausgebaut. [\u2026] W\u00e4hrend die AfD in urbanen Zentren tendenziell weniger gewinnt oder sogar verliert, erzielt sie in l\u00e4ndlichen Gebieten massive Zugewinne.\u201c<a href=\"#_ftn72\" name=\"_ftnref72\">[72]<\/a>\u00a0 \u201eInnerhalb der Berufsgruppen bleiben die Gr\u00fcnen bei Beamten relativ stark, die AfD liegt hier deutlich unter ihrem Schnitt. Ganz anders bei den Arbeitern, wo die AfD jetzt die SPD als st\u00e4rkste Partei abl\u00f6st.\u201c<a href=\"#_ftn73\" name=\"_ftnref73\">[73]<\/a><\/p>\n<p>\u201eIn der Gruppe derjenigen mit einer niedrigen formalen Bildung liegen Union und AfD mit weitem Abstand vorne. W\u00e4hrend die Union hier auf dem gleichen Niveau zu 2021 bleibt, gewinnt die AfD 16 Prozentpunkte hinzu. Die SPD hingegen verliert 13 Prozentpunkte und kommt nur noch auf den dritten Platz innerhalb dieser Gruppe. Auch bei den W\u00e4hler:innen mit mittlerer Bildung teilen sich die CDU\/CSU und die AfD den ersten Platz mit 28 Prozent. Und auch hier decken sich die Verluste der SPD (\u201312 Prozentpunkte) ungef\u00e4hr mit den Zugewinnen der AfD (+13 Prozentpunkte).&lt; Besonders gro\u00dfe Unterschiede zeigen sich bei Arbeiter:innen, unter denen die AfD 17 Prozentpunkte hinzugewinnen konnte und nun mit 38 Prozent noch deutlich vor der CDU\/CSU mit 22 Prozent liegt. Die SPD muss ihren vormals ersten Rang in dieser W\u00e4hler:innengruppe mit einem Verlust von 14 Prozentpunkten aufgeben und landet bei 12 Prozent. [&#8230;] Die st\u00e4rkste Verschiebung hat es unter arbeitslosen W\u00e4hler:innen gegeben. Hier dominiert nur noch die AfD 34 Prozent (+17 Prozentpunkte), w\u00e4hrend alle anderen Parteien weit abgeschlagen sind. N\u00e4her beieinander stimmen die W\u00e4hler:innen in der Gruppe der Angestellten ab. Zwar finden sich auch hier Union (26 Prozent) und AfD (21 Prozent) auf den ersten Pl\u00e4tzen, allerdings ist der Abstand zu SPD (15 Prozent) und Gr\u00fcnen (13 Prozent) weniger gro\u00df.\u201c<a href=\"#_ftn74\" name=\"_ftnref74\">[74]<\/a><\/p>\n<p>\u201eDer Duisburger Norden z\u00e4hlt wie auch Gelsenkirchen zu den Gegenden im Ruhrgebiet, die seit dem Niedergang der Montanindustrie unter hoher Arbeitslosigkeit leiden und in die es seit 2014 vermehrt Armutseinwanderer aus S\u00fcdosteuropa zieht, die meist unter erb\u00e4rmlichen Bedingungen in sogenannten Problem- oder auch Schrottimmobilien leben und mit M\u00fcll und L\u00e4rm die angestammten Einwohner gegen sich aufbringen. Schon bei der Europawahl im vergangenen Jahr erzielte die AfD in diesen Gegenden gute Ergebnisse &#8211; auch weil sie inzwischen viele B\u00fcrger mit Migrationshintergrund \u00fcberzeugt. [&#8230;] Im Bundestagswahlkampf 2021 h\u00e4tten die Leute auch in Duisburg noch Ber\u00fchrungs\u00e4ngste mit der AfD gehabt, berichtet [der Polizist und AfD-Kandidat] Lensing. \u00bbDas ist komplett vorbei.\u00ab Auch als Ausl\u00e4nderschreck gelte die AfD nicht mehr. Seine Partei wolle nicht alle Menschen mit Migrationshintergrund aus dem Land schaffen. \u00bbWir m\u00f6chten die gut Integrierten behalten.\u00ab\u201c<a href=\"#_ftn75\" name=\"_ftnref75\">[75]<\/a><\/p>\n<p>Es fehlt nicht an Versuchen, diese eindeutige Botschaft zu relativieren, so bei <em>wikipedia<\/em>: \u201eW\u00e4hrend in ihrer ersten Bundestagswahl 2013 die Partei stark von W\u00e4hlern mit formal hohen Bildungsabschl\u00fcssen (gesprochen wurde von einer \u201eProfessorenpartei\u201c) gew\u00e4hlt wurde, \u00e4nderte sich das in den Folgejahren. In der Bundestagswahl 2021 wurde sie von 21 % der Arbeiter gew\u00e4hlt, vor ihr lag nur noch die SPD. W\u00e4hler mit niedrigem Einkommen w\u00e4hlen sie mit h\u00f6herer Wahrscheinlichkeit, ebenso wie W\u00e4hler mit formal h\u00f6herem Bildungsgrad es seltener tun. Ihre gr\u00f6\u00dften Erfolge erzielt sie in Ostdeutschland. Seit 2023 gewinnt sie bei Jungw\u00e4hlern stark hinzu, was von ihrer Kompetenz in der Nutzung sozialer Medien, insbesondere TikTok, begleitet wird. Nach wie vor ist sie unter M\u00e4nnern erfolgreicher als unter Frauen. Sozio\u00f6konomische Merkmale scheinen f\u00fcr die Wahl jedoch nicht entscheidend zu sein, eher sind es Einstellungen gegen\u00fcber Migration, Ablehnung der politischen Elite und die \u00dcberzeugung, einer schweigenden und gleichzeitig unterdr\u00fcckten Mehrheit anzugeh\u00f6ren.\u201c<a href=\"#_ftn76\" name=\"_ftnref76\">[76]<\/a><\/p>\n<p>Oder in der <em>faz<\/em>: \u201eNoch in den Sechzigerjahren habe sich knapp jeder zweite Erwerbst\u00e4tige den Arbeitern zugeordnet, heute gelte das nur noch f\u00fcr knapp jeden zehnten [sic]. \u00bbDie Gruppe der Angestellten ist hingegen parallel angestiegen und macht heute mehr als 70 Prozent der Erwerbst\u00e4tigen aus. In absoluten Zahlen leben in der Bundesrepublik heute mehr als 30 Millionen Angestellte und knapp 20 Millionen Menschen im Alter \u00fcber 65 Jahren\u00ab, rechnet [Matthias] Diermeier [Leiter des Kooperationsclusters Demokratie, Gesellschaft, Marktwirtschaft am arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft in K\u00f6ln (IW)] vor.\u201c Bei den angestellten komme die AfD auf keine \u00fcberdurchschnittlichen Ergebnisse. Bei den Rentnern schneiden die blauen sogar unterdurchschnittlich ab. Trotzdem wird \u201eWahlforscher Roberto Heinrich von Infratest Dimap\u201c zitiert: \u201e\u00bbBei Angestellten und Selbst\u00e4ndigen ist die AfD hinter der Union zweitst\u00e4rkste Kraft geworden.\u00ab Und unter Beamten und Selbst\u00e4ndigen bestehe die &#8222;traditionelle Verwurzelung&#8220; der Union weiter fort.\u00ab\u201c<a href=\"#_ftn77\" name=\"_ftnref77\">[77]<\/a><\/p>\n<p>Doch die Fakten bleiben, sogar die produktive T\u00e4tigkeit tritt hervor: \u201eDer Anteil der Arbeiter, der AfD w\u00e4hlt, steigt seit Jahren. Bei der Wahl zum Europaparlament waren es noch 33 Prozent, jetzt sind es bei der Bundestagswahl 38 Prozent. Bei den Arbeitslosen kam die AfD auf 34 Prozent, fast das Dreifache der SPD. Bei der Landtagswahl in Th\u00fcringen haben 49 Prozent der Arbeiter AfD gew\u00e4hlt, in Brandenburg 46 Prozent, in Sachsen 45 Prozent. Nicht nur der Wahlerfolg der AfD in dieser Gruppe ist \u00fcberdurchschnittlich hoch, sondern auch der Zuwachs seit den letzten Wahlen. [&#8230;] St\u00e4dte wie Kaiserslautern oder Gelsenkirchen waren SPD-Hochburgen, da ist jetzt die AfD st\u00e4rkste Partei. Die Kombination aus Entwertung industrieller Arbeit, Verlust sozialer Infrastruktur und Armutsmigration von Geringqualifizierten f\u00fchrt zu alltagswirklichen Problemen, die die AfD mit dem Angebot von Ressentiment bewirtschaftet.\u201c<a href=\"#_ftn78\" name=\"_ftnref78\">[78]<\/a><\/p>\n<p>\u201eErfolgreicher ist die AfD auch in Regionen, in denen der Anteil der Besch\u00e4ftigten im produzierenden Gewerbe hoch ist. Die AfD ist also nicht nur die st\u00e4rkste Kraft bei Arbeiterinnen und Arbeitern, sie schneidet in industriell gepr\u00e4gten Regionen insgesamt besonders gut ab. Weiter ist die AfD in Wahlkreisen besonders stark, in denen der Anteil der leerstehenden Wohnungen hoch ist. Dieser Faktor ist laut Stecker ein Indikator f\u00fcr eher l\u00e4ndlich gepr\u00e4gte, in Teilen gef\u00fchlt abgeh\u00e4ngte Regionen &#8211; w\u00e4hrend prosperierende Ballungsr\u00e4ume eher von Wohnungsnot gepr\u00e4gt sind. [&#8230;] Viel produzierendes Gewerbe, weniger Frauen, mehr Leerstand &#8211; all das zusammen beschreibt strukturschwache, eher l\u00e4ndliche, vermeintlich abgeh\u00e4ngte Regionen, in denen die AfD Gef\u00fchle von Unmut und Frust bedienen kann. \u00c4hnlich wie in Ostdeutschland. Keinen klaren Zusammenhang gibt es dagegen mit dem durchschnittlich verf\u00fcgbaren Haushaltseinkommen. Es ist also nicht so, dass die AfD in Wahlkreisen besonders erfolgreich w\u00e4re, in denen den Menschen besonders wenig Geld zur Verf\u00fcgung steht. Zwischen der Arbeitslosenquote und dem Wahlerfolg der AfD ist ebenfalls keine eindeutiger Zusammenhang erkennbar.\u201c<a href=\"#_ftn79\" name=\"_ftnref79\">[79]<\/a><\/p>\n<p>Als \u201eKonsequenz\u201c aus diesen offensichtlichen Fakten m\u00f6chte die AfD Volkspartei der Zukunft sein: \u201eInnerhalb von nur zw\u00f6lf Jahren sei die AfD zu einer &#8222;Volkspartei&#8220; geworden, hielt Weidel fest und bemerkte, dass &#8222;so etwas noch nie jemand in Europa hingelegt h\u00e4tte&#8220;. Mit mehr als 20 Prozent W\u00e4hleranteil und fast einem Viertel der Sitze im Bundestag sei die AfD nun &#8222;stabil zweitst\u00e4rkste Kraft in Deutschland, steigende Tendenz&#8220;. Den hohen W\u00e4hleranteil unter den Jungw\u00e4hlern werte sie als &#8222;weiteren Indikator, dass wir die Partei der Zukunft sind&#8220;.\u201c<a href=\"#_ftn80\" name=\"_ftnref80\">[80]<\/a><\/p>\n<p>Diese nun nicht mehr \u00fcbersehbaren Erscheinungen \u2013 das \u201eAnkommen im Westen\u201c, die \u00fcberwiegende Bedeutung der Arbeitenden und Migrierten unter den AfD-W\u00e4hlenden, die schwache Erkl\u00e4rungskraft des Abgeh\u00e4ngtseins, der Wille zur Volkspartei bei den Blauen &#8211;\u00a0 dokumentiert auch die Kommunalwahl in NRW.<\/p>\n<p>\u201eAusgerechnet bei der Wahl zu Migrantenvertretungen hat die AfD in mehreren St\u00e4dten in NRW gesiegt. Vor allem Russlanddeutsche sympathisieren mit der Rechtsau\u00dfen-Partei. [&#8230;] In Paderborn wurde sie mit 24,5 Prozent st\u00e4rkste Kraft, in Detmold mit 27,9 Prozent. In Bottrop landete die Partei bei 26,2 Prozent und wurde mit nur zwei Stimmen R\u00fcckstand auf die SPD zweitst\u00e4rkste Kraft. [&#8230;] Tilmann P\u00f6ppel hingegen ist nicht \u00fcberrascht, wie er FOCUS online erz\u00e4hlt. Der stellvertretende Vorsitzende der Paderborner CDU und Wahlkampfleiter beobachtet schon l\u00e4nger bei einer bestimmten Gruppe einen Trend: &#8222;Die Aussiedler-Community in Paderborn hat fr\u00fcher immer Helmut Kohl gew\u00e4hlt. Seit einigen Jahren aber w\u00e4hlen immer weniger Russlanddeutsche die CDU und immer mehr die AfD.&#8220; [&#8230;] Dass es unter den Migranten vor allem die Deutsch-Russen sind, die mit der AfD sympathisieren, belegt eine Studie des Deutschen Zentrums f\u00fcr Integrations- und Migrationsforschung (Dezim). Demnach k\u00f6nnen sich 29 Prozent der Menschen mit Bezug zur ehemaligen Sowjetunion vorstellen, die AfD zu w\u00e4hlen. Bei Menschen mit Bezug zum arabischen Raum und der T\u00fcrkei liegt der Wert nur bei knapp 20 Prozent, bei EU-Migranten mit 18 Prozent noch niedriger. [&#8230;] Paderborn und Detmold, wo die AfD die Integrationsrats-Wahlen gewonnen hat, liegen beide im Regierungsbezirk mit dem h\u00f6chsten Sp\u00e4taussiedler-Anteil in Nordrhein-Westfalen.\u201c<\/p>\n<p>Doch ebenso bei anderen migrantischen Gruppen fallen die Ergebnisse der AfD \u00fcberdurchschnittlich aus. \u201eDaten von der Europawahl 2024 zeigten, dass viele Muslime migrationskritische Inhalte \u2013 damals vor allem des BSW \u2013 durchaus attraktiv finden. Der Islamwissenschaftler Mathias Rohe sagte damals der \u00bbFrankfurter Allgemeinen Zeitung\u00ab: \u00bbDie Letzten, die gekommen sind, sind die Ersten, die dagegen sind, dass noch mehr nachkommen. \u00ab\u201c [&#8230;] Der Migrationsforscher Jannis Panagiotidis sieht auch bei postsowjetischen Migranten \u00e4hnliche Motive: Ihre Sympathien mit der AfD w\u00fcrden unter anderem damit zusammenh\u00e4ngen, dass sie sich m\u00f6glicherweise in Konkurrenz zu anderen Migrantengruppen sehen.\u201c Aber nicht nur wegen Migrationsfragen neigen diese Schichten zur AfD. \u201eVerst\u00e4rkt werden die Sympathien zur AfD wom\u00f6glich dadurch, dass Migranten laut Dezim-Studie seltener als andere Menschen glauben, dass die politischen Parteien die wichtigsten Probleme l\u00f6sen k\u00f6nnen. Vor allem bei Migration und Wirtschaft schreiben Menschen mit Migrationshintergrund \u00fcberproportional oft den Parteien keine L\u00f6sungskompetenz zu. Bei der Migrationspolitik bewerten sie die AfD als kompetenteste Partei knapp hinter der CDU.\u201c<a href=\"#_ftn81\" name=\"_ftnref81\">[81]<\/a><\/p>\n<p>\u201eEs hat vermutlich in der Geschichte der Bundesrepublik noch nie Kommunalwahlen gegeben, in die sich Berliner und M\u00fcnchener Politprominenz derart intensiv eingeschaltet hat. [&#8230;] Mit gro\u00dfem Aufwand haben die etablierten Parteien die Wut, die ein in gro\u00dfen Teilen klassisch zu nennendes Proletariat in den Ruhrst\u00e4dten hegt, ausgebremst. Es geht kaum zu Wahlen. Die Verh\u00e4ltnisse bleiben, die Wut bleibt und die reaktion\u00e4ren Spalter der Arbeiterbewegung gewinnen an Terrain.\u201c<a href=\"#_ftn82\" name=\"_ftnref82\">[82]<\/a><\/p>\n<p>\u201eDas bev\u00f6lkerungsreichste Bundesland hat gew\u00e4hlt. [\u2026] \u00dcber 18 Millionen Menschen leben dort \u2013 das sind mehr als in allen ostdeutschen Bundesl\u00e4ndern inklusive Berlin zusammen. [&#8230;] Es war die erste Wahl, seit die neue Bundesregierung im Amt ist. Ein Stimmungstest f\u00fcr Berlin. [&#8230;] F\u00fcr die in Teilen rechtsextreme Partei ist NRW ein Erfolg. Im Landesdurchschnitt erreichte die Partei 14,5 Prozent, sie ist damit fast dreimal st\u00e4rker als 2020. \u00bbWir haben deutlich gezeigt, dass wir eine Volkspartei sind\u00ab, sagt Baumann. Gerade in der Arbeiterschaft, in ehemals roten Hochburgen wie Gelsenkirchen, hat seine Partei stark abgeschnitten. [\u2026]\u00bbWir sind im Westen angekommen\u00ab, sagt Baumann. [\u2026] Dass die Sozial- und Wirtschaftspolitik der AfD dabei keine gro\u00dfe Rolle spielen, gibt auch Baumann zu. Er spricht von \u00bbsozio-kulturellen Faktoren\u00ab, von \u00bbkultureller \u00dcberfremdung\u00ab und misslungener Integration. Gerade im Ruhrgebiet zeige sich das. Die SPD glaube, Arbeiter durch Sozialpolitik zur\u00fcckkaufen zu k\u00f6nnen. Doch das sei falsch, sagt Baumann.\u201c<a href=\"#_ftn83\" name=\"_ftnref83\">[83]<\/a><\/p>\n<p><strong>Erstes Res\u00fcmee \u2013 Desintegration der produktiven Arbeiterschaft<\/strong><\/p>\n<p>Die zwei letzten Kommentare sprechen \u2013 wie so viele Zitate in diesem Text \u2013 f\u00fcr sich. Die <em>jw<\/em> sieht die Arbeitenden eher als Nicht- denn AfD-W\u00e4hlende, die sich von den Herrschenden ausbremsen und von der AfD spalten lassen, w\u00e4hrend der angebliche blaue Spalter Baumann vereinen will \u2013 die Arbeitenden untereinander und mit den anderen Schichten zu einem Volk. Dabei unterscheidet sich sein Erkl\u00e4rungsmodell wenig von dem \u00f6ffentlichen oder dem linken \u2013 welche sich ja auch wenig unterscheiden. Nicht die sozialen und \u00f6konomischen Faktoren g\u00e4ben den Ausschlag, sondern sozio-kulturelle. Beide, linke wie rechte, f\u00fcllen also ihre Erkl\u00e4rungsl\u00fccke mit ideologischen Begr\u00fcndungen.<\/p>\n<p>Unterscheidet man die Lohnabh\u00e4ngigen nach ihrer \u00f6konomischen Rolle im kapitalistischen Prozess, lassen sich m.E. die bisherigen R\u00e4tsel des blauen Erfolgs bei den Arbeitenden aufkl\u00e4ren. Die zentrale Unterscheidung der Lohnabh\u00e4ngigen liegt darin, inwieweit sie Mehrwert schaffen oder das geschaffene Mehrprodukt eher verzehren. Darin entscheidet sich ihre Produktivit\u00e4t f\u00fcr das Kapital und seine Gesellschaft. Diese Produktivit\u00e4t geht gr\u00f6\u00dftenteils einher mit der Schaffung von Gebrauchswerten, sowohl nach Marx\u2018 Auffassung als auch m.E. faktisch. Durch die enorm gestiegene Produktivit\u00e4t der kapitalistischen Arbeit in diesem Doppelsinn nehmen die produktiv Arbeitenden an den von ihnen geschaffenen Reichtum teil und unterhalten dar\u00fcber hinaus ein riesiges Heer an Dienstleistenden in Wirtschaft, Gesellschaft und Staat.<\/p>\n<p>Migration und notwendige \u00f6kologische Transformation scheinen diesen Mechanismus an seine Grenzen zu bringen. Arbeitende m\u00fcssen die Begriffe \u201eMehrwert\u201c und \u201eproduktive Arbeit\u201c nicht kennen, um zu merken, dass die Schrauben im Ausbeutungsprozess angezogen werden und ihnen gleichzeitig der gro\u00dfe Umverteiler Staat immer mehr abzieht, obgleich sie daf\u00fcr immer weniger zur\u00fcckerhalten. Das zu verteilende Mehrprodukt scheint ebenso nicht mehr auszureichen f\u00fcr gesellschaftliche Kompromissl\u00f6sungen, die alle Schichten einbinden und befrieden. Auf demokratischen Protest gegen die schleichende Verabschiedung von den bisherigen Kompromisslinien reagieren Staat, Parteien und ihre \u201eDienenden\u201c mit Liebesentzug f\u00fcr die produktive Arbeiterschaft.<\/p>\n<p>Die produktiv Arbeitenden vor allem im materiellen Arbeitsprozess befinden sich weitgehend im Alter von 30 bis 55, besitzen ein bis zwei Verbrenner und oft ein Eigenheim mit fossiler Heizung, haben einfachen oder mehr noch mittleren Bildungsabschluss und sind oft m\u00e4nnlich, w\u00e4hrend die Frauen aufgrund der Vorz\u00fcge der Familienpolitik Teilzeit oder manchmal auch gar nicht arbeiten. Viele von ihnen wanderten vor l\u00e4ngerer oder k\u00fcrzerer Zeit ein. Ihre Arbeitsst\u00e4tten liegen aufgrund der deutschen Industriestruktur eher im kleinst\u00e4dtischen Bereich, ihre Wohnst\u00e4tten weiter entfernt im L\u00e4ndlichen, was sie als Pendler und Konsumierende vom Automobil abh\u00e4ngig macht. Sie arbeiten oft in von fossiler Energie abh\u00e4ngigen Branchen, sowohl was die Herstellung als auch den Verzehr der Produkte angeht. Sie sind nicht arm, haben aber einen hart erarbeiteten Wohlstand zu verlieren. Ihr Gesellschaftsideal ruht auf einer Vorstellung von produktiver Arbeit, wie sie ihrem Leben entspricht, mit Kapitalismus gro\u00dfteils vereinbar ist und der auch Angeh\u00f6rige anderer Schichten wie Arbeitslose, Selbst\u00e4ndige und gar Angestellte folgen k\u00f6nnen. Der Staat entt\u00e4uscht sie zunehmend, sowohl in seiner Reaktion auf die gesellschaftlichen Krisen als auch auf ihren politischen Protest. Bestimmte Inhalte der AfD kommen ihren Vorstellungen nahe, wobei weder die Marktradikalen noch die V\u00f6lkischen sie konsequent vertreten. Je l\u00e4nger diese Heimatlosigkeit andauert, verfestigt sich ihre Bindung an die AfD \u00e4hnlich der \u201enegativen Integration\u201c der sozialdemokratischen Arbeiterschaft im Bismarkreich.<\/p>\n<p>Diese Analyse erkl\u00e4rt, inwiefern die programmatischen Vorstellungen der AfD nicht ihren Interessen\u00a0 widersprechen: Steuererleichterungen f\u00fcr die Reichen gegen das Versprechen einer stabilen industriellen Wirtschaft, die ihre Lebenswelt erh\u00e4lt, Sozialk\u00fcrzungen bei unproduktiven Ausgaben gegen F\u00f6rderung ihres bisherigen Lebensstils. Sie erkl\u00e4rt, warum sie ihre eigene wirtschaftliche Lage noch als gut einsch\u00e4tzen, w\u00e4hrend sie die wirtschaftliche Situation als Bedrohung empfinden. Sie erkl\u00e4rt, warum sie die Ampelregierung als Angriff wahrnahmen seit Ukrainekrieg, Corona und Heizungsgesetz. Sie erkl\u00e4rt, warum Genderpolitik, political correctness, Konsumenten\u00f6kologismus, Eurokritik und Zuwanderung als emotionale Triggerpunkte funktionieren. Sie erkl\u00e4rt die Zweideutigkeit ihrer Kritik am Staat BRD einerseits als \u201e\u00fcbergriffig\u201c und andererseits als nicht durchgreifend genug. Sie erkl\u00e4rt, warum sich die Stimmen f\u00fcr die blaue Partei \u2013 je nach Region \u2013 aus allen W\u00e4hlendenschichten speisen. Sie erkl\u00e4rt die geringere Identifikation mit der AfD und macht die inhaltlichen Schw\u00e4chen ihrer beiden Fl\u00fcgel sichtbar. Und sie erkl\u00e4rt auch, warum die bisherigen Versuche, die AfD zu bek\u00e4mpfen, bei ihnen nicht fruchteten: Verbot, Brandmauer, Wegregieren, proaktive Politik betreiben, soziale Frage aufwerfen, Aufkl\u00e4rung, in den Gewerkschaften mobilisieren, eine Volksfront schmieden oder den Sozialismus fordern. All diese mittel gegen die AfD geben eher die Interessen der unproduktiven lohnabh\u00e4ngigen Mittelschichten wider.<\/p>\n<p>Inwieweit die noch kaum probierten Instrumente\u00a0 \u2013 wie in Opposition kooperieren (Wagenknecht), eine Minderheitsregierung bilden (teile der CDU und FDP, vor allem im Osten) oder durch Einbinden entzaubern (Niederlande, Skandinavien) \u2013 mehr Erfolg versprechen, h\u00e4ngt davon ab, wie man sie inhaltlich umsetzt. Greift man die Widerspr\u00fcche in der AfD auf, die das Leben der produktiven Arbeiterschaft betreffen \u2013 Steuererleichterungen f\u00fcr M\u00fc\u00dfigg\u00e4nger? Einwanderung in den Arbeitsmarkt? st\u00e4ndisches Gewerkschafts- und Arbeitsrecht? Sozialleistungen nur an Volksdeutsche oder leistungsabh\u00e4ngig? Reduzierung der unproduktiven Staatsausgaben? Modernisierung der Energieversorgung oder Beharren auf veralteten Techniken? Wehrpflicht nur f\u00fcr M\u00e4nner nach Willk\u00fcr? Demokratisierung oder Autokratie in Staat und Medien? u.\u00e4. \u2013 muss man aber auch weitergehen, indem man eigene konstruktive Vorschl\u00e4ge macht. Es festigt sich ein B\u00fcndnis der r\u00fcckst\u00e4ndigen, vor allem fossilen Teile des deutschen Unternehmertums mit seiner \u201ehartz4-mentalit\u00e4t\u201c \u2013 vom Staat gef\u00f6rdert ohne gefordert zu werden \u2013 samt seinem vielgelobten Mittelstand und der produktiven Arbeiterschaft \u2013 \u00e4hnlich dem Kartell der schaffenden St\u00e4nde. In den Schw\u00e4chephasen der AfD wanderten ihre Stimmen nicht zur\u00fcck zu den alten Parteien, die gegen den rechten Empork\u00f6mmling tats\u00e4chlich ein Kartell bilden, sondern enthielten sich wieder oder wanderten zu den \u201eanderen\u201c \/ \u201esonstigen\u201c Parteien. Die Schw\u00e4che zeigte sich vor allem da, wo die Blauen jetzt auch stark sind: bei den J\u00fcngeren.<\/p>\n<p>Die Entwicklung bei einem Scheitern der Merz-Regierung l\u00e4sst sich schwer absch\u00e4tzen. Scheitert sie am eigenen Unverm\u00f6gen, an objektiven Hindernissen oder an beidem? Lassen sich die H\u00fcrden \u00fcberwinden durch Stellschrauben an der Ausbeutung der Arbeit, Erh\u00f6hung der Produktivit\u00e4t oder liegen sie mehr am Mangel der nicht durch Arbeit geschaffenen Produktionsbedingungen, wodurch sich \u00f6kologische Politik begr\u00fcnden lie\u00dfe? Mildern eine Forcierung des Au\u00dfenhandels und der Produktivit\u00e4t Auspressung von Arbeit und Natur? Mit Sicherheit aber verst\u00e4rkte eine Einbindung der AfD in welcher Form auch immer die Widerspr\u00fcche in dieser Partei. Die bisherige D\u00e4monisierung spielte ihr in die Karten, sie musste in entscheidenden Fragen nicht Farbe bekennen. Diese inhaltlichen Widerspr\u00fcche der Blauen ausfindig zu machen, sie ins Verh\u00e4ltnis zur produktiven Arbeit zu setzen und an ihnen Forderungen einer Politik der Lohnabh\u00e4ngigen unter Hegemonie der produktiv Arbeitenden zu entwickeln, sch\u00fcfe die Voraussetzungen f\u00fcr eine erfolgreiche Bek\u00e4mpfung der AfD.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/514895.wahljahr-2026-offene-t%C3%BCren.html\">https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/514895.wahljahr-2026-offene-t%C3%BCren.html<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/514691.klassenkampf-gegen-rechts.html\">https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/514691.klassenkampf-gegen-rechts.html<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> <a href=\"https:\/\/web.de\/magazine\/politik\/inland\/2026-potenzial-republik-veraendern-41732286\">https:\/\/web.de\/magazine\/politik\/inland\/2026-potenzial-republik-veraendern-41732286<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> <a href=\"https:\/\/home.1und1.de\/magazine\/politik\/inland\/exklusive-umfrage-zufriedener-schwarz-rot-ampel-deutschen-41270822\">https:\/\/home.1und1.de\/magazine\/politik\/inland\/exklusive-umfrage-zufriedener-schwarz-rot-ampel-deutschen-41270822<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> <a href=\"https:\/\/home.1und1.de\/magazine\/politik\/inland\/regierung-stuerzt-historisches-umfragetief-afd-verliert-41666040\">https:\/\/home.1und1.de\/magazine\/politik\/inland\/regierung-stuerzt-historisches-umfragetief-afd-verliert-41666040<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> <a href=\"https:\/\/home.1und1.de\/magazine\/politik\/inland\/umfrage-kanzler-merz-unbeliebt-scholz-tiefpunkt-41650230\">https:\/\/home.1und1.de\/magazine\/politik\/inland\/umfrage-kanzler-merz-unbeliebt-scholz-tiefpunkt-41650230<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Hartmann, 22.10.2025<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> bild, 07.10.2025, S. 2<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> K\u00f6cher, faz, 19.07.2025, S. 8<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Frehler \/ Ro\u00dfbach \/ Timmler, sz 21.10.2025, S. 3<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/497522.koalitionsverhandlungen-die-afd-im-nacken.html\">https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/497522.koalitionsverhandlungen-die-afd-im-nacken.html<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> M\u00fcller \/ Plenge, Krautzone 10\/11\/2023, S. 3<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> <a href=\"https:\/\/web.de\/magazine\/wirtschaft\/schwerste-wirtschaftskrise-gruendung-bundesrepublik-bdi-schlaegt-alarm-41695614\">https:\/\/web.de\/magazine\/wirtschaft\/schwerste-wirtschaftskrise-gruendung-bundesrepublik-bdi-schlaegt-alarm-41695614<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> Wurzbacher jw 18.2.2026 <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/517696.industrie-deutschland-baut-ab.html\">https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/517696.industrie-deutschland-baut-ab.html<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> dpa 17.02.2026 <a href=\"https:\/\/web.de\/magazine\/wirtschaft\/industrie-baut-2025-120000-jobs-deutschland-41908782\">https:\/\/web.de\/magazine\/wirtschaft\/industrie-baut-2025-120000-jobs-deutschland-41908782<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> von Ludwig jw 30.01.2026 <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/516568.wirtschaftskrise-drastischer-stellenr%C3%BCckgang.html\">https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/516568.wirtschaftskrise-drastischer-stellenr%C3%BCckgang.html<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> Redaktion Sozialismus 1. Januar 2026 <a href=\"https:\/\/www.sozialismus.de\/kommentare_analysen\/detail\/artikel\/fundamente-des-wohlstands-erneuern\/\">https:\/\/www.sozialismus.de\/kommentare_analysen\/detail\/artikel\/fundamente-des-wohlstands-erneuern\/<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a> Caspari, faz 8. Januar 2026 S. 16<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref19\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a> <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Afd\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Afd<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a> <a href=\"http:\/\/www.sozialismus.de\/kommentare_analysen\/detail\/artikel\/aufstieg-der-afd\/\">http:\/\/www.sozialismus.de\/kommentare_analysen\/detail\/artikel\/aufstieg-der-afd\/<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref21\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a> <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/wahl-in-sachsen-anhalt-2016-wie-die-afd-punktete-a-1081497.html\">http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/wahl-in-sachsen-anhalt-2016-wie-die-afd-punktete-a-1081497.html<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref22\" name=\"_ftn22\">[22]<\/a> <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/landtagswahl-2016-wie-die-spd-rheinland-pfalz-verteidigt-a-1081495.html\">http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/landtagswahl-2016-wie-die-spd-rheinland-pfalz-verteidigt-a-1081495.html<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref23\" name=\"_ftn23\">[23]<\/a> <a href=\"https:\/\/torstenweil.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/20160307-die-ergebnisse-der-wahl-in-hessen-am-06-mc3a4rz-2016.pdf\">https:\/\/torstenweil.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/20160307-die-ergebnisse-der-wahl-in-hessen-am-06-mc3a4rz-2016.pdf<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref24\" name=\"_ftn24\">[24]<\/a> <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Afd\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Afd<\/a> \u00a0Nebenbei verweist man auf eine Beobachtung, die wieder verloren geht: \u201eEine W\u00e4hlerbefragung in Freiburg ergab, dass jeder dritte W\u00e4hler mit Migrationshintergrund der AfD seine Stimme gab.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref25\" name=\"_ftn25\">[25]<\/a> <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article154899202\/Die-AfD-ist-eine-Partei-der-Besserverdiener-und-Gebildeten.html\">http:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article154899202\/Die-AfD-ist-eine-Partei-der-Besserverdiener-und-Gebildeten.html<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref26\" name=\"_ftn26\">[26]<\/a> <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article154899202\/Die-AfD-ist-eine-Partei-der-Besserverdiener-und-Gebildeten.html\">http:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article154899202\/Die-AfD-ist-eine-Partei-der-Besserverdiener-und-Gebildeten.html<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref27\" name=\"_ftn27\">[27]<\/a> <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Afd\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Afd<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref28\" name=\"_ftn28\">[28]<\/a> <a href=\"http:\/\/www.kas.de\/wf\/doc\/kas_44550-544-1-30.pdf?160317095129\">http:\/\/www.kas.de\/wf\/doc\/kas_44550-544-1-30.pdf?160317095129<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref29\" name=\"_ftn29\">[29]<\/a> <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Afd\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Afd<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref30\" name=\"_ftn30\">[30]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.kas.de\/documents\/252038\/253252\/7_dokument_dok_pdf_48396_1.pdf\/9e406567-5e2c-5ccf-d9c7-166cbbf4c2c1?version=1.0&amp;t=1539656563514\">https:\/\/www.kas.de\/documents\/252038\/253252\/7_dokument_dok_pdf_48396_1.pdf\/9e406567-5e2c-5ccf-d9c7-166cbbf4c2c1?version=1.0&amp;t=1539656563514<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref31\" name=\"_ftn31\">[31]<\/a> <a href=\"http:\/\/www.kas.de\/wf\/doc\/kas_44553-544-1-30.pdf?160317095230\">http:\/\/www.kas.de\/wf\/doc\/kas_44553-544-1-30.pdf?160317095230<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref32\" name=\"_ftn32\">[32]<\/a> <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Landtagswahl_in_Schleswig-Holstein_2017\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Landtagswahl_in_Schleswig-Holstein_2017<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref33\" name=\"_ftn33\">[33]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.kas.de\/documents\/252038\/253252\/7_dokument_dok_pdf_48895_1.pdf\/457064f0-2775-4560-e4ee-d639062d6068?version=1.0&amp;t=1539656340373\">https:\/\/www.kas.de\/documents\/252038\/253252\/7_dokument_dok_pdf_48895_1.pdf\/457064f0-2775-4560-e4ee-d639062d6068?version=1.0&amp;t=1539656340373<\/a> \u00a0Diese diffuse reiche untere Mittelschicht hat auch eine eigene Meinung \u00fcber soziale Gerechtigkeit: \u201e59 Prozent der Schleswig-Holsteiner sagen, es geht in Deutschland gerecht zu. Diese Meinung teilen au\u00dfer der AfD-Anh\u00e4ngerschaft fast alle Lager \u00e4hnlich.\u201c Bei der AfD sagten 80 Prozent, es ginge nicht gerecht zu (alle 38 Prozent; Infratest dimap).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref34\" name=\"_ftn34\">[34]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.horstkahrs.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/WNB-NRW-LTW-2017-1.pdf\">https:\/\/www.horstkahrs.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/WNB-NRW-LTW-2017-1.pdf<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref35\" name=\"_ftn35\">[35]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.kas.de\/documents\/252038\/253252\/7_dokument_dok_pdf_48896_1.pdf\/8706f471-89d3-2998-d7fb-375c70b5e913?version=1.0&amp;t=1539656339909\">https:\/\/www.kas.de\/documents\/252038\/253252\/7_dokument_dok_pdf_48896_1.pdf\/8706f471-89d3-2998-d7fb-375c70b5e913?version=1.0&amp;t=1539656339909<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref36\" name=\"_ftn36\">[36]<\/a> Hensel \/ Finkbeiner \/ andere: Die AfD vor der Bundestagswahl 2017, G\u00f6ttingen, 20. Mai 2017, S. 20f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref37\" name=\"_ftn37\">[37]<\/a> Schroeder, Wolfgang \/ u.a.: Parlamentarische Praxis der AfD in deutschen Landesparlamenten, Wissenschaftszentrum Berlin f\u00fcr Sozialforschung GmbH, Juni 2017, S. 7<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref38\" name=\"_ftn38\">[38]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.bertelsmann-stiftung.de\/de\/themen\/aktuelle-meldungen\/2017\/oktober\/bundestagswahl-2017-wahlergebnis-zeigt-neue-konfliktlinie-der-demokratie\/\">https:\/\/www.bertelsmann-stiftung.de\/de\/themen\/aktuelle-meldungen\/2017\/oktober\/bundestagswahl-2017-wahlergebnis-zeigt-neue-konfliktlinie-der-demokratie\/<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref39\" name=\"_ftn39\">[39]<\/a> <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Afd\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Afd<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref40\" name=\"_ftn40\">[40]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.kas.de\/c\/document_library\/get_file?uuid=2ae8d3b4-37e1-41bc-8108-4a0d71d7d191&amp;groupId=252038\">https:\/\/www.kas.de\/c\/document_library\/get_file?uuid=2ae8d3b4-37e1-41bc-8108-4a0d71d7d191&amp;groupId=252038<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref41\" name=\"_ftn41\">[41]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.kas.de\/documents\/252038\/253252\/7_dokument_dok_pdf_50353_1.pdf\/26892969-838d-713f-4f28-6e33e964357b?version=1.0&amp;t=1539655681197\">https:\/\/www.kas.de\/documents\/252038\/253252\/7_dokument_dok_pdf_50353_1.pdf\/26892969-838d-713f-4f28-6e33e964357b?version=1.0&amp;t=1539655681197<\/a><\/p>\n<p>Auch bei der Wahl in Hessen 2018 f\u00e4llt <em>wikipedia<\/em> wieder die Beliebtheit der blauen Partei bei Migrierten auf, was aber ohne Konsequenz bleibt: \u201eBeide Parteien [cdu und spd] sowie die Gr\u00fcnen waren bei W\u00e4hlern ohne Migrationshintergrund erfolgreicher als bei solchen mit ausl\u00e4ndischen Wurzeln; AfD, FDP und Die Linke hingegen erzielten bei W\u00e4hlern mit Migrationshintergrund bessere Ergebnisse als bei solchen ohne.\u201c <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Landtagswahl_in_Hessen_2018\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Landtagswahl_in_Hessen_2018<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref42\" name=\"_ftn42\">[42]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.kas.de\/documents\/252038\/253252\/Wahlanalyse+der+Landtagswahl+in+Hessen+am+28.+Oktober+2018.pdf\/824e5b8e-fbc1-9b90-dbb6-147f376006e7?version=1.1\">https:\/\/www.kas.de\/documents\/252038\/253252\/Wahlanalyse+der+Landtagswahl+in+Hessen+am+28.+Oktober+2018.pdf\/824e5b8e-fbc1-9b90-dbb6-147f376006e7?version=1.1<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref43\" name=\"_ftn43\">[43]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.kas.de\/documents\/252038\/4521287\/Wahlanalyse+-+Landtagswahl+in+Sachsen+2019.pdf\/938a2f86-f0a8-c1e3-bda5-d34853e1a21e?version=1.0\">https:\/\/www.kas.de\/documents\/252038\/4521287\/Wahlanalyse+-+Landtagswahl+in+Sachsen+2019.pdf\/938a2f86-f0a8-c1e3-bda5-d34853e1a21e?version=1.0<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref44\" name=\"_ftn44\">[44]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.infratest-dimap.de\/fileadmin\/user_upload\/Wahlreport_BB_2019_leseprobe.pdf\">https:\/\/www.infratest-dimap.de\/fileadmin\/user_upload\/Wahlreport_BB_2019_leseprobe.pdf<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref45\" name=\"_ftn45\">[45]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.kas.de\/documents\/252038\/4521287\/Wahlanalyse+-+Landtagswahl+in+Th%C3%BCringen+2019+%28PDF%29.pdf\/76a20953-6893-5415-d985-d5cb7c0eacbb?version=1.1&amp;t=1576832718451\">https:\/\/www.kas.de\/documents\/252038\/4521287\/Wahlanalyse+-+Landtagswahl+in+Th%C3%BCringen+2019+%28PDF%29.pdf\/76a20953-6893-5415-d985-d5cb7c0eacbb?version=1.1&amp;t=1576832718451<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref46\" name=\"_ftn46\">[46]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.kas.de\/documents\/252038\/7995358\/Wahlanalyse+Hamburg+2020.pdf\/2ad5b9bd-aec8-5f84-b124-f67ce021f194?version=1.2&amp;t=1594121695104\">https:\/\/www.kas.de\/documents\/252038\/7995358\/Wahlanalyse+Hamburg+2020.pdf\/2ad5b9bd-aec8-5f84-b124-f67ce021f194?version=1.2&amp;t=1594121695104<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref47\" name=\"_ftn47\">[47]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.kas.de\/documents\/252038\/11055681\/Wahlanalyse.+Rheinland-Pfalz+2021.pdf\/3f3cab94-d15b-a6a0-a5dd-57191f3727ae?version=1.2&amp;t=1621524860118\">https:\/\/www.kas.de\/documents\/252038\/11055681\/Wahlanalyse.+Rheinland-Pfalz+2021.pdf\/3f3cab94-d15b-a6a0-a5dd-57191f3727ae?version=1.2&amp;t=1621524860118<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref48\" name=\"_ftn48\">[48]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.kas.de\/documents\/252038\/11055681\/Wahlanalyse.+Baden-W%C3%BCrttemberg+2021.pdf\/8a3c0db3-b4cd-ce32-dd1c-9e35e31dec03?version=1.2&amp;t=1621525027374\">https:\/\/www.kas.de\/documents\/252038\/11055681\/Wahlanalyse.+Baden-W%C3%BCrttemberg+2021.pdf\/8a3c0db3-b4cd-ce32-dd1c-9e35e31dec03?version=1.2&amp;t=1621525027374<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref49\" name=\"_ftn49\">[49]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.kas.de\/documents\/252038\/11055681\/Wahlanalyse+zur+Landtagswahl+Sachsen-Anhalt+am+6.+Juni+2021.pdf\/2a932d44-15c2-2bba-c0b2-24aa01af9ef1?version=1.2&amp;t=1631792747814\">https:\/\/www.kas.de\/documents\/252038\/11055681\/Wahlanalyse+zur+Landtagswahl+Sachsen-Anhalt+am+6.+Juni+2021.pdf\/2a932d44-15c2-2bba-c0b2-24aa01af9ef1?version=1.2&amp;t=1631792747814<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref50\" name=\"_ftn50\">[50]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.bpb.de\/kurz-knapp\/hintergrund-aktuell\/340608\/26-september-berliner-abgeordnetenhauswahl\/\">https:\/\/www.bpb.de\/kurz-knapp\/hintergrund-aktuell\/340608\/26-september-berliner-abgeordnetenhauswahl\/<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref51\" name=\"_ftn51\">[51]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.kas.de\/documents\/252038\/11055681\/Abgeordnetenhauswahl+in+Berlin+am+26.+September+2021.pdf\/84eddd68-bf4f-b267-e664-d3d907a5c2fa?version=1.2&amp;t=1640094006455\">https:\/\/www.kas.de\/documents\/252038\/11055681\/Abgeordnetenhauswahl+in+Berlin+am+26.+September+2021.pdf\/84eddd68-bf4f-b267-e664-d3d907a5c2fa?version=1.2&amp;t=1640094006455<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref52\" name=\"_ftn52\">[52]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.kas.de\/documents\/252038\/11055681\/Wahlanalyse+der+Bundestagswahl+in+Deutschland+am+26.+September+2021.pdf\/4c1304ff-0d60-f09e-5432-85b6e3a288f1?version=1.12&amp;t=1636043241943\">https:\/\/www.kas.de\/documents\/252038\/11055681\/Wahlanalyse+der+Bundestagswahl+in+Deutschland+am+26.+September+2021.pdf\/4c1304ff-0d60-f09e-5432-85b6e3a288f1?version=1.12&amp;t=1636043241943<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref53\" name=\"_ftn53\">[53]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.kas.de\/documents\/252038\/16166715\/Analyse+der+Landtagswahl+Niedersachsen+2022.pdf\/4cc1aeb4-8e3a-a0ce-1f3c-07c4a353df31?version=1.4&amp;t=1670406548379\">https:\/\/www.kas.de\/documents\/252038\/16166715\/Analyse+der+Landtagswahl+Niedersachsen+2022.pdf\/4cc1aeb4-8e3a-a0ce-1f3c-07c4a353df31?version=1.4&amp;t=1670406548379<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref54\" name=\"_ftn54\">[54]<\/a> Decker 2.12.2022 <a href=\"https:\/\/www.bpb.de\/themen\/parteien\/parteien-in-deutschland\/afd\/273131\/wahlergebnisse-und-waehlerschaft-der-afd\/\">https:\/\/www.bpb.de\/themen\/parteien\/parteien-in-deutschland\/afd\/273131\/wahlergebnisse-und-waehlerschaft-der-afd\/<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref55\" name=\"_ftn55\">[55]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.kas.de\/documents\/252038\/22161843\/Wahlanalyse+Berlin+12.02.2023.pdf\/c62e5f73-d0f6-0b10-a170-415eaa31b809?version=1.1&amp;t=1680610893638\">https:\/\/www.kas.de\/documents\/252038\/22161843\/Wahlanalyse+Berlin+12.02.2023.pdf\/c62e5f73-d0f6-0b10-a170-415eaa31b809?version=1.1&amp;t=1680610893638<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref56\" name=\"_ftn56\">[56]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.kas.de\/documents\/252038\/22161843\/Wahlanalyse+Bremen+14.05.2023.pdf\/e0aedd04-1094-c95c-cdbb-ba0dfbdc137b?version=1.0\">https:\/\/www.kas.de\/documents\/252038\/22161843\/Wahlanalyse+Bremen+14.05.2023.pdf\/e0aedd04-1094-c95c-cdbb-ba0dfbdc137b?version=1.0<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref57\" name=\"_ftn57\">[57]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.kas.de\/documents\/252038\/22161843\/Analyse_Landtagsahl_Hessen_2023.pdf\/153e5172-8fe6-3803-a40d-8eafc7fd7217?version=2.0\">https:\/\/www.kas.de\/documents\/252038\/22161843\/Analyse_Landtagsahl_Hessen_2023.pdf\/153e5172-8fe6-3803-a40d-8eafc7fd7217?version=2.0<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref58\" name=\"_ftn58\">[58]<\/a> Radtke, Zuerst! 11\/2023, S. 24f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref59\" name=\"_ftn59\">[59]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.kas.de\/documents\/252038\/29391852\/Analyse+der+Europawahl+in+Deutschland+2024+-+endg%C3%BCltig.pdf\/f834c3da-2397-980e-582c-e322a4d1df01?version=2.0&amp;t=1741359431347\">https:\/\/www.kas.de\/documents\/252038\/29391852\/Analyse+der+Europawahl+in+Deutschland+2024+-+endg%C3%BCltig.pdf\/f834c3da-2397-980e-582c-e322a4d1df01?version=2.0&amp;t=1741359431347<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref60\" name=\"_ftn60\">[60]<\/a> fes Juni 2024<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref61\" name=\"_ftn61\">[61]<\/a> Preu\u00df \/ Slavik, sz, 11.06.2024, S. 7<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref62\" name=\"_ftn62\">[62]<\/a> Kaube, faz, 12.06.2024, S. 9<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref63\" name=\"_ftn63\">[63]<\/a> Burger, faz, 12.06.2024, S. 8<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref64\" name=\"_ftn64\">[64]<\/a> Braunberger, faz, 20.06.2024, S. 17<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref65\" name=\"_ftn65\">[65]<\/a> Ro\u00dfmann, sz 08.07.2024, S. 5<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref66\" name=\"_ftn66\">[66]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.kas.de\/documents\/d\/guest\/analyse-der-landtagswahl-in-thuringen-2024\">https:\/\/www.kas.de\/documents\/d\/guest\/analyse-der-landtagswahl-in-thuringen-2024<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref67\" name=\"_ftn67\">[67]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.kas.de\/documents\/252038\/29391852\/Analyse+der+Landtagswahl+in+Sachsen+2024.pdf\/35239d89-e810-d7a8-42b3-a9c1c91554b0?version=3.0&amp;t=1742484164704\">https:\/\/www.kas.de\/documents\/252038\/29391852\/Analyse+der+Landtagswahl+in+Sachsen+2024.pdf\/35239d89-e810-d7a8-42b3-a9c1c91554b0?version=3.0&amp;t=1742484164704<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref68\" name=\"_ftn68\">[68]<\/a> Bartholom\u00e9, rf, 12.10.2024 <a href=\"https:\/\/www.rf-news.de\/2024\/kw41\/die-wiederentdeckung-der-arbeiterklasse\">https:\/\/www.rf-news.de\/2024\/kw41\/die-wiederentdeckung-der-arbeiterklasse<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref69\" name=\"_ftn69\">[69]<\/a> Wierzioch, mdr 31.01.2025 <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/thueringen\/afd-waehlen-warum-100.html?utm_medium=email\">https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/thueringen\/afd-waehlen-warum-100.html?utm_medium=email<\/a> \u201eDas Jenaer \u00bbInstitut f\u00fcr Demokratie und Zivilgesellschaft\u00ab befindet sich in Tr\u00e4gerschaft der Berliner Amadeu Antonio Stiftung. Finanziert wird es aus Mitteln des Th\u00fcringer Landesprogramms f\u00fcr Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref70\" name=\"_ftn70\">[70]<\/a> Aktualisiert am 06.09.2024, 12:30 Uhr <a href=\"https:\/\/web.de\/magazine\/regio\/thueringen\/wahlanalyse-afd-arbeiterpartei-etabliert-40096372\">https:\/\/web.de\/magazine\/regio\/thueringen\/wahlanalyse-afd-arbeiterpartei-etabliert-40096372<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref71\" name=\"_ftn71\">[71]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.kas.de\/documents\/252038\/33607021\/Bundestagswahl+in+Deutschland+2025.pdf\/e025ca0c-3e94-17d0-8547-1ce65eb2e6a0?version=2.0&amp;t=1742219627210\">https:\/\/www.kas.de\/documents\/252038\/33607021\/Bundestagswahl+in+Deutschland+2025.pdf\/e025ca0c-3e94-17d0-8547-1ce65eb2e6a0?version=2.0&amp;t=1742219627210<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref72\" name=\"_ftn72\">[72]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.erneuerbareenergien.de\/energiemarkt\/energierecht\/analyse-der-bundestagswahl-handlungsempfehlungen-fuer-die-energiewende?utm_source=SAM_60314_20250227&amp;utm_medium=email&amp;utm_campaign=ERE+NL+27.02.2025_3310799&amp;utm_content=15\">https:\/\/www.erneuerbareenergien.de\/energiemarkt\/energierecht\/analyse-der-bundestagswahl-handlungsempfehlungen-fuer-die-energiewende?utm_source=SAM_60314_20250227&amp;utm_medium=email&amp;utm_campaign=ERE+NL+27.02.2025_3310799&amp;utm_content=15<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref73\" name=\"_ftn73\">[73]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.forschungsgruppe.de\/Wahlen\/Wahlanalysen\/NL_Bund_250224.pdf\">https:\/\/www.forschungsgruppe.de\/Wahlen\/Wahlanalysen\/NL_Bund_250224.pdf<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref74\" name=\"_ftn74\">[74]<\/a> Schl\u00e4ger\/Engels, fes, Bonn, Februar 2025<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref75\" name=\"_ftn75\">[75]<\/a> Burger, faz 25.02.2025, S. 4<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref76\" name=\"_ftn76\">[76]<\/a> <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Afd\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Afd<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref77\" name=\"_ftn77\">[77]<\/a> L\u00f6hr, Arbeiter w\u00e4hlen AfD, faz 25.02.2025, S. 20<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref78\" name=\"_ftn78\">[78]<\/a> D\u00f6rre, Klaus: &#8222;Die Erfahrung verletzter W\u00fcrde&#8220;, sz 10.03.2025, S. 10<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref79\" name=\"_ftn79\">[79]<\/a> Gundlach \/ Schnuck, Was die AfD stark macht, sz 01.\/02.03.2025, S. 6<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref80\" name=\"_ftn80\">[80]<\/a> job, faz 25.02.2025, S. 4<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref81\" name=\"_ftn81\">[81]<\/a> Scheffel, focus 17.09.2025 <a href=\"https:\/\/www.focus.de\/politik\/deutschland\/afd-siegt-fast-unbemerkt-bei-migranten-und-nutzt-das-gleich-doppelt-aus_6f65cfa0-3294-4e6d-9ee5-801ee01526e8.html?utm_medium=email&amp;utm_campaign=%E2%80%9EKa-tsching%21%E2%80%9C%20in%20der%20Arztpraxis\">https:\/\/www.focus.de\/politik\/deutschland\/afd-siegt-fast-unbemerkt-bei-migranten-und-nutzt-das-gleich-doppelt-aus_6f65cfa0-3294-4e6d-9ee5-801ee01526e8.html?utm_medium=email&amp;utm_campaign=%E2%80%9EKa-tsching%21%E2%80%9C%20in%20der%20Arztpraxis<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref82\" name=\"_ftn82\">[82]<\/a> Sch\u00f6lzel, jw 14.09.2025, 16.09.2025 S. 8 <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/508429.matte-ohrfeige.html\">https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/508429.matte-ohrfeige.html<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref83\" name=\"_ftn83\">[83]<\/a> <a href=\"https:\/\/web.de\/magazine\/politik\/inland\/lange-gesichter-afd-hoehenflug-41381656\">https:\/\/web.de\/magazine\/politik\/inland\/lange-gesichter-afd-hoehenflug-41381656<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>micha &#8211; 18. M\u00e4rz 2026 Das \u201eSuperwahljahr\u201c hat begonnen. Die junge welt schrieb zum Jahreswechsel: \u201eKaum ist die letzte Silvesterrakete vergl\u00fcht, richtet sich in der deutschen Innenpolitik der Blick auf das \u00bbSuperwahljahr 2026\u00ab und die in diesem Zusammenhang erwarteten neuen Wahlerfolge der AfD. 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