{"id":3237,"date":"2026-01-25T13:10:42","date_gmt":"2026-01-25T12:10:42","guid":{"rendered":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=3237"},"modified":"2026-01-27T16:59:01","modified_gmt":"2026-01-27T15:59:01","slug":"toledo-zu-schlegel-artikel","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=3237","title":{"rendered":"Toledo zu Schlegel-Artikel\/Thema: Sozialismus-Kommunismus"},"content":{"rendered":"<p>Lieber Genosse Schlegel,<\/p>\n<p>mit Freude danke ich f\u00fcr deine Antwort. So versuche ich denn, meine Position etwas konkreter darzustellen.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte durch meine Kritik deinen umfangreichen Beitrag zum aktuellen China nicht schm\u00e4lern. Viele Genossen m\u00f6gen meine Kritik auch als versp\u00e4tete Haarspalterei abtun, da sich dieses Thema, auch angesichts deines Beitrags, erledigt zu haben scheint. Angesichts der sich hier perspektivisch zuspitzenden Auseinandersetzungen zwischen Lohnarbeit und Kapital halte ich es allerdings f\u00fcr notwendig, in unseren K\u00e4mpfen klare und vor allem erstrebenswerte Ziele de\ufb01nieren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte mit der zentralen Fragestellung beginnen, die du an meine Kritik richtest: \u201eDu schlie\u00dft aus der Tatsache, dass es sich weder bei der russischen wie der chinesischen Revolution um eine proletarische Revolution entsprechend Lehrbuch gehandelt hat, dass die aus diesen Revolutionen resultierende Gesellschaft eine kapitalistische Gesellschaft sein muss.\u201c<\/p>\n<p>Es ist mir dabei nicht wichtig, ob diese Revolutionen entsprechend eines Lehrbuches stattfanden, zumal ein solches meines Wissens nicht existiert. Wesentlich vielmehr ist, auf welcher \u00f6konomischen Basis und aus welcher Klassenkonstellation heraus diese Revolutionen stattfanden. Einzig damit ist eingegrenzt, welches Ergebnis derartige Bewegungen haben konnten. Dieses Ergebnis ist nicht abh\u00e4ngig von dem jeweiligen \u201eBewusstsein\u201c einzelner Protagonisten, schon allein deshalb, weil auch deren Bewusstsein notwendig aus ihrer aktuellen gesellschaftlichen politischen Praxis erw\u00e4chst. Es ist dem Menschen leider unm\u00f6glich, sich au\u00dferhalb einer materiell historisch bedingten Gesellschaft aufzuhalten. Das jeweilige Bewusstsein, welches uns umtreibt, ist immer das Ensemble der materiellen gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnisse, innerhalb derer wir existieren.<\/p>\n<p>Es hat sich im 20. Jahrhundert in der Theorie ein Gesellschaftsmodell etabliert, welches gemeinhin Sozialismus genannt wird. Dieses, welches weder eine b\u00fcrgerliche Gesellschaft, noch eine proletarische (Diktatur des Proletariats) Gesellschaft sei, wurde verkl\u00e4rt zu einer Vorstufe des Kommunismus. Ich halte dieses Modell, wie in meiner vorangegangenen Kritik schon beschrieben, f\u00fcr praktisch nicht tragf\u00e4hig und theoretisch falsch. Dies ist eine durchaus grunds\u00e4tzliche Kritik kleinb\u00fcrgerlicher Politikvorstellungen, die das, was sich die Protagonisten selber d\u00fcnken, f\u00fcr die Wirklichkeit nimmt.<\/p>\n<p>Dem Motto der AzD entsprechend, unsere Fehler der Vergangenheit schonungslos aufzuzeigen, um aus diesen lernen zu k\u00f6nnen, charakterisiere ich dieses Modell und die dahinterstehende Theorie als philosophischen Idealismus.<\/p>\n<p>Es gab Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts, eine weit gef\u00e4cherte Diskussion \u00fcber den Weg zum Kommunismus. Diese Diskussion baute auf einer stark verk\u00fcrzten, rein formalen De\ufb01nition der Vorstufe des Kommunismus bzw. der Diktatur des Proletariats auf.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Marx in der \u201eKritik des Gothaer Programms\u201c diese Diktatur noch aus einer klassenm\u00e4\u00dfigen und \u00f6konomischen Position herleitete: \u201eZwischen der kapitalistischen und der kommunistischen Gesellschaft liegt die Periode der revolution\u00e4ren Umwandlung der einen in die andre. Der entspricht auch eine politische \u00dcbergangsperiode, deren Staat nichts andres sein kann als <em>die revolution\u00e4re Diktatur des Proletariats<\/em>.\u201c MEW Bd. 19, S. 28<\/p>\n<p>\u201eWomit wir es hier zu tun haben, ist eine kommunistische Gesellschaft, nicht wie sie sich auf ihrer eignen Grundlage <em>entwickelt<\/em> hat, sondern umgekehrt, wie sie eben aus der kapitalistischen Gesellschaft <em>hervorgeht<\/em>, also in jeder Beziehung, \u00f6konomisch, sittlich, geistig, noch behaftet ist mit den Muttermalen der alten Gesellschaft, aus deren Scho\u00df sie herkommt. Demgem\u00e4\u00df erh\u00e4lt der einzelne Produzent &#8211; nach den Abz\u00fcgen &#8211; exakt zur\u00fcck, was er ihr gibt. Was er ihr gegeben hat, ist sein individuelles Arbeitsquantum. Z.B. der gesellschaftliche Arbeitstag besteht aus der Summe der individuellen Arbeitsstunden. Die individuelle Arbeitszeit des einzelnen Produzenten ist der von ihm gelieferte Teil des gesellschaftlichen Arbeitstags, sein Anteil daran. Er erh\u00e4lt von der Gesellschaft einen Schein, dass er soundso viel Arbeit geliefert (nach Abzug seiner Arbeit f\u00fcr die gemeinschaftlichen Fonds), und zieht mit diesem Schein aus dem gesellschaftlichen Vorrat von Konsumtionsmitteln so viel heraus, als gleich viel Arbeit kostet. Dasselbe Quantum Arbeit, das er der Gesellschaft in einer Form gegeben hat, erh\u00e4lt er in der andern zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Es herrscht hier offenbar dasselbe Prinzip, das den Warenaustausch regelt, soweit er Austausch Gleichwertiger ist. Inhalt und Form sind ver\u00e4ndert, weil unter den ver\u00e4nderten Umst\u00e4nden niemand etwas geben kann au\u00dfer seiner Arbeit und weil andrerseits nichts in das Eigentum der einzelnen \u00fcbergehn kann au\u00dfer individuellen Konsumtionsmitteln. Was aber die Verteilung der letzteren unter die einzelnen Produzenten betrifft, herrscht dasselbe Prinzip wie beim Austausch von Waren\u00e4quivalenten, es wird gleich viel Arbeit in einer Form gegen gleich viel Arbeit in einer andern ausgetauscht.\u201c MEW Bd.19, S. 20<\/p>\n<p>Marx skizziert hier eine Gesellschaft, wie sie direkt aus einer proletarischen Revolution hervorgegangen sei. In der das Kapital politisch und milit\u00e4risch entmachtet ist, in der das Wertgesetz aber durchaus noch gilt. In der aber, und dies ist der wesentliche Aspekt, das Proletariat, ob seiner Stellung als einziger Wertproduzent und damit als direkter und alleiniger Produzent der Gesellschaft, vor allem die \u00f6konomische Macht innehat. Wenn die\/der jeweils Arbeitende der Gesellschaft den Wert, den er produzierte, diesen nach Abzug der notwendigen Kosten wieder entnimmt, bleiben au\u00dferhalb des Proletariats nur noch Personen \u00fcbrig, die von diesem nach Gutd\u00fcnken alimentiert werden.<\/p>\n<p>Ein Verst\u00e4ndnis von Diktatur, welches sich mit der Einsch\u00e4tzung auch der b\u00fcrgerlichen Diktatur oder Diktatur des Kapitals deckte, deren Herrschaft sich nicht prim\u00e4r als Gewaltherrschaft, sondern als \u201estummer Zwang der Verh\u00e4ltnisse\u201c postuliert. Dass eine derartige Gesellschaft \u00fcber entsprechend entwickelte Produktivkr\u00e4fte verf\u00fcgen muss, ist evident. Solange das Kapital noch wesentlich die Produktivkraftentwicklung vorantreibt, fehlt dieser Gesellschaft die \u00f6konomische und bewu\u00dftseinsm\u00e4\u00dfige Basis.<\/p>\n<p>\u201e<em>17. Frage: Wird die Abscha\ufb00ung des Privateigentums mit Einem Schlage m\u00f6glich sein?<\/em><\/p>\n<p><em>Antwort:<\/em> Nein, ebenso wenig wie sich mit <em>einem <\/em>Schlage die schon bestehenden Produktivkr\u00e4fte soweit werden vervielf\u00e4ltigen lassen, als zur Herstellung der Gemeinschaft n\u00f6tig ist. Die aller Wahrscheinlichkeit nach eintretende Revolution des Proletariats wird also nur allm\u00e4hlich die jetzige Gesellschaft umgestalten und erst dann das Privateigentum abschaffen k\u00f6nnen, wenn die dazu n\u00f6tige Masse von Produktionsmitteln geschaffen ist.\u201c Engels: Grunds\u00e4tze des Kommunismus, (MEW Bd. 4, Seite 372)<\/p>\n<p>Insbesondere in &#8218;Staat und Revolution&#8216; lehnt sich Lenin, wenn auch schon mit einem wesentlichen Unterschied, noch stark an die oben zitierte marxsche Skizze an: \u201eDie Produktionsmittel sind (in der ersten Phase der kommunistischen Gesellschaft, Anm. GT) schon nicht mehr Privateigentum einzelner Personen. Die Produktionsmittel geh\u00f6ren der ganzen Gesellschaft. Jedes Mitglied der Gesellschaft leistet einen gewissen Teil gesellschaftlich notwendiger Arbeit und erh\u00e4lt von der Gesellschaft einen Schein dar\u00fcber, dass es ein gewisses Quantum Arbeit geliefert hat. Auf diesen Schein erh\u00e4lt es ein entsprechendes Quantum Produkte aus den gesellschaftlichen Vorr\u00e4ten an Konsumtionsmitteln. Nach Abzug des Arbeitsquantums, das f\u00fcr die gemeinschaftlichen Fonds bestimmt ist, erh\u00e4lt jeder Arbeiter also von der Gesellschaft so viel zur\u00fcck wie er ihr gegeben hat. Es herrscht gewisserma\u00dfen \u201aGleichheit\u2018. [\u2026] Indes sind die einzelnen Menschen nicht gleich: Der eine ist st\u00e4rker, der andere schw\u00e4cher; der eine ist verheiratet, der andere nicht; der eine hat mehr Kinder als der andere usw.\u201c Lenin, Staat und Revolution, Lenin Werke Bd. 25, S. 479\/480.<\/p>\n<p>Dass diese Ausf\u00fchrungen neben einem entsprechenden Bewusstsein (das Proletariat erkennt sich als Klasse f\u00fcr sich), eine entwickelte Industrie und auch eine industrialisierte Landwirtschaft nahelegen, ist offensichtlich. Bemerkenswert allerdings hier schon, dass der\/die Arbeitende ihren Anteil nicht mehr entnimmt, sondern von der Gesellschaft zugewiesen bekommt.<\/p>\n<p>Dies wurde im Verlauf des 20. Jahrhunderts nun allerdings in immer st\u00e4rkerem Ma\u00dfe verw\u00e4ssert. Es wurde gar kein Bezug mehr genommen auf die klassenm\u00e4\u00dfige und \u00f6konomische Verfassung der Gesellschaft. Unter Diktatur konnten sich die seinerzeitigen Rezipienten scheinbar einzig eine Form der griechischen Tyrannis oder die ihnen bekannte Milit\u00e4rdiktatur vorstellen. Also die Durchsetzung politischer Ziele \u00fcber den Weg der politischen und milit\u00e4rischen Macht.<\/p>\n<p>F\u00fcr dieses verk\u00fcrzte Verst\u00e4ndnis hat zwar schon Engels das Fenster aufgesto\u00dfen, doch war ihm noch der Unterschied zwischen Proletariat und Gesellschaft klar, eine Klarheit die im Folgenden leider verloren geht.<\/p>\n<p>\u201eMit der Besitzergreifung der Produktionsmittel durch die Gesellschaft ist die Warenproduktion beseitigt und damit die Herrschaft des Produkts \u00fcber die Produzenten. Die Anarchie innerhalb der gesellschaftlichen Produktion wird ersetzt durch planm\u00e4\u00dfige, bewu\u00dfte Organisation. Der Kampf ums Einzeldasein h\u00f6rt auf. [\u2026] Die Gesetze ihres eignen gesellschaftlichen Tuns, die ihnen bisher als fremde, sie beherrschende Naturgesetze gegen\u00fcberstanden, werden dann von den Menschen in voller Sachkenntnis angewandt und damit beherrscht. Die eigene Vergesellschaftung der Menschen, die ihnen bisher als von Natur und Geschichte aufgen\u00f6tigt gegen\u00fcberstand, wird jetzt ihre freie Tat.\u201c Engels, Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft, MEW Bd. 19, S. 226.<\/p>\n<p>Endg\u00fcltig verw\u00e4ssert wurde dies aber aus politischen Gr\u00fcnden. So schreibt Lenin zwar: \u201eDiktatur des Proletariats bedeutet Leitung der Politik durch das Proletariat. Das Proletariat als f\u00fchrende, als herrschende Klasse mu\u00df es verstehen, die Politik so zu lenken, da\u00df in erster Linie das dringendste, das \u201awundeste\u2018 Problem gel\u00f6st wird.\u201c Lenin, \u00dcber die Naturalsteuer, Lenin Werke Bd. 32, S. 354<\/p>\n<p>Unter der Hand vollzieht er aber, so er es abstrakter fasst, eine kaum merkbare aber wesentliche Wendung: \u201eDer wissenschaftliche Begri\ufb00 Diktatur bedeutet nichts anderes als eine durch nichts beschr\u00e4nkte, durch keine Gesetze und absolut keine Regeln eingeengte, sich unmittelbar auf Gewalt st\u00fctzende Macht. <em>Nichts anderes als das<\/em> bedeutet der Begri\ufb00 Diktatur [\u2026]. Weiter, in dem von uns angef\u00fchrten Beispiel sehen wir die Diktatur eben des <em>Volkes<\/em>, denn das Volk, die formlose Masse der Bev\u00f6lkerung, die sich an der betreffenden Stelle ,zuf\u00e4llig&#8216; versammelt hat, tritt selber und unmittelbar auf den Schauplatz, h\u00e4lt selber Gericht, wendet die Macht an und schafft ein neues revolution\u00e4res Recht. Schlie\u00dflich ist das die Diktatur eben des <em>revolution\u00e4ren<\/em> Volkes.\u201c Lenin, Geschichtliches zur Frage der Diktatur, Lenin Werke Bd. 31, S. 345.<\/p>\n<p>So wird aus der Diktatur des Proletariats eine Diktatur des revolution\u00e4ren Volkes, wer auch immer dies sein k\u00f6nnte. Damit \ufb01ndet sich dann auch der \u00dcbergang zu Stalin: \u201eDie Diktatur des Proletariats hat ihre Perioden, ihre besonderen Formen, ihre verschiedenartigen Arbeitsmethoden. In der Periode des B\u00fcrgerkrieges ist besonders augenf\u00e4llig die gewaltsame Seite der Diktatur. Aber daraus folgt keineswegs, da\u00df in der Periode des B\u00fcrgerkriegs keine Aufbauarbeit statt\ufb01ndet. Ohne Aufbauarbeit ist es unm\u00f6glich den B\u00fcrgerkrieg zu f\u00fchren. In der Periode des Aufbaus des Sozialismus ist umgekehrt die friedliche, organisatorische, kulturelle Arbeit der Diktatur, die revolution\u00e4re Gesetzlichkeit usw. besonders augenf\u00e4llig. Aber daraus folgt wiederum keineswegs, da\u00df das Merkmal der Gewalt in der Diktatur w\u00e4hrend der Periode des Aufbaus wegf\u00e4llt oder wegfallen kann. Die Organe der Unterdr\u00fcckung, die Armee und andere Organisationen sind jetzt, in der Zeit des Aufbaus, nicht minder notwendig als in der Zeit des B\u00fcrgerkrieges. Ohne das Vorhandensein dieser Organe ist keine einigerma\u00dfen gesicherte Aufbauarbeit der Diktatur m\u00f6glich. Man darf nicht vergessen, da\u00df die Revolution vorl\u00e4u\ufb01g nur in einem Lande gesiegt hat. Man darf nicht vergessen, da\u00df, solange es eine kapitalistische Umwelt gibt, auch die Gefahr der Intervention mit allen sich aus dieser Gefahr ergebenden Folgen bestehen wird.\u201c Stalin: Die proletarische Revolution und die Diktatur des Proletariats. In: Fragen des Leninismus. Verlag f\u00fcr Fremdsprachige Literatur, Moskau 1947, S. 147<\/p>\n<p>Aber auch die aktuelle Diskussion ist von dieser Verw\u00e4sserung gepr\u00e4gt, exemplarisch hier die Position der KO: \u201eDiktatur des Proletariats bedeutet, dass die Arbeiterklasse sich gemeinsam mit den ihr verb\u00fcndeten Schichten, z. B. Kleinbauern und kleine Selbstst\u00e4ndige, Organe der politischen Herrschaft, der Verwaltung der Produktion und des gesellschaftlichen Lebens und schlie\u00dflich auch Organe der politischen und milit\u00e4rischen Verteidigung der Revolution schafft. W\u00e4hrend sie eine Diktatur gegen die Feinde der neuen Ordnung ist und alle Versuche zur Wiedererrichtung der Ausbeuterordnung konsequent bek\u00e4mpft und unterdr\u00fcckt, stellt sie f\u00fcr die breiten Volksmassen die umfassendste Demokratie dar. Denn auch wenn die kommunistische Partei auch im Sozialismus noch ihre ideologisch und politisch f\u00fchrende Rolle wahrnehmen und erk\u00e4mpfen muss, liegt die Machtaus\u00fcbung in den H\u00e4nden der Massen.\u201c\u00a0\u00a0\u00a0 Programmatische Thesen KO<\/p>\n<p>So wurde nach und nach die De\ufb01nition einer Diktatur des Proletariats ihres proletarischen und damit revolution\u00e4ren Inhalts beraubt und damit entsorgt. Erst damit stellte sich das Problem ein Gesellschaftsmodell zu konstruieren, dass als Vorstufe einer kommunistischen Gesellschaft gelten konnte. Dies Modell fand sich im \u201eSozialismus\u201c.<\/p>\n<p>Eine Gesellschaft die Lenin folgenderma\u00dfen umrei\u00dft: \u201eGerechtigkeit und Gleichheit kann also die erste Phase des Kommunismus noch nicht bringen: Unterschiede im Reichtum, und zwar ungerechte Unterschiede bleiben bestehen, unm\u00f6glich aber wird die <em>Ausbeutung<\/em> des Menschen durch den Menschen sein, denn es wird nicht mehr m\u00f6glich sein, die <em>Produktionsmittel<\/em>, die Fabriken, Maschinen, den Grund und Boden usw., als Privateigentum an sich zu rei\u00dfen.\u201c Lenin, Staat und Revolution, Lenin Werke Bd. 25, S. 480.<\/p>\n<p>Mit der Verfestigung dieses Modells fallen dann aber doch Widerspr\u00fcche auf die einer n\u00e4heren Untersuchung bedurft h\u00e4tten: \u201cDas Wertgesetz ist kein Gesetz des Kapitalismus, sondern ein Gesetz aller Warenproduktion, einschlie\u00dflich der geplanten Warenproduktion im Sozialismus\u201d. Jewsej Liberman 1965<\/p>\n<p>Eine Position wie sie seit Kossygin zu einem Allgemeinplatz wurde. Zwar wurde der Schritt hin zu einer sozialistischen Markwirtschaft theoretisch noch abgelehnt, \u201cMarktsozialismus bedeutet die Niederlage des Sozialismus zu verewigen. Aus den Gr\u00fcnden f\u00fcr seine Niederlage wird nicht auf die Verhinderung der Ursachen der Fehlentwicklung geschlossen, sondern an den Symptomen laboriert.\u201c Und: \u201eMit der Aufhebung des Eigentums an den Produktionsmitteln wird die Warenproduktion aufgehoben. Die G\u00fcter m\u00fcssen die in ihnen vergegenst\u00e4ndlichte Arbeit nicht erst \u00fcber einen Umweg ausdr\u00fccken, der Wert f\u00e4llt, die in die Produktion der G\u00fcter eingegangene Arbeitszeit kann direkt in Zeiteinheiten gemessen werden [\u2026]\u201c. Gerfried Tschinkel 2017, S. 79, S. 83<\/p>\n<p>Doch in der gesellschaftlichen Praxis war\/ist dies kaum noch zu leugnen. Es etablierte sich damit im Folgenden ein Gesellschaftsmodell \u201eSozialismus\u201c, das je nach geogra\ufb01scher Lage oder kurzfristiger politischer Ausrichtung verschieden gef\u00fcllt wurde. Dies geschah, ohne dass jemals eine der Gesellschaften auf denen er aufbaute, konkret analysiert und theoretisch in ein Konzept des Histomat eingebettet wurde. In der SU galt zwar das Wertgesetz, es fand aber keine Warenproduktion statt, im Unterschied zu China, wo weiterhin die Warenproduktion gef\u00f6rdert wurde, in Cuba wurde die \u201eWirtschaft\u201c in verschiedene Bereiche unterteilt, die ganz unterschiedlichen Pr\u00e4missen unterlagen, in Jugoslawien war auch die Marktwirtschaft kein Tabu, in Vietnam ist man mittlerweile soweit Arbeitskr\u00e4fte auf dem Weltmarkt feilzubieten, die SED kaprizierte sich auf einen \u201erealen Sozialismus\u201c um sich von anderen abzugrenzen, die Venezolaner nannte ihr Modell dann gleich Chavismus und so weiter und so fort. Das Verbindende all dieser Modelle ist 1. die \u201eF\u00fchrungsrolle\u201c einer \u201ekommunistischen\u201c oder sozialistischen Partei und 2. eine Gesellschaft unter nationalstaatlichen Pr\u00e4missen zu errichten. Insofern halte ich es f\u00fcr fragw\u00fcrdig, sich ohne weitere konkrete Analysen auf ein Gesellschaftsmodell \u201eSozialismus\u201c, in welchem Zusammenhang auch immer, zu beziehen.<\/p>\n<p>Ich spreche insofern von warenproduzierenden Gesellschaften, als die Nichtexistenz eines B\u00fcrgertums eine Charakterisierung als b\u00fcrgerliche Gesellschaft scheinbar verbietet. Dieser \u201eSozialismus\u201c hat jedoch in den meisten seiner Auspr\u00e4gungen mit der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft weit mehr gemein als mit der Kritik an selbiger.<\/p>\n<p>Antiimperialistische Befreiungskriege, Bauernerhebungen, Sklavenbefreiungen, Volksaufst\u00e4nde und \u00e4hnliches gibt es, seit die ersten beiden kapitalistischen Nationen NL und GB die B\u00fchne der Weltpolitik betreten haben. All diese Bewegungen hatten die Gemeinsamkeit, dass sie von einem indifferenten Klassengemisch getragen wurden. In einigen F\u00e4llen, insbesondere den westlich gepr\u00e4gten Gesellschaften, konnte sich, \u00fcber mehrere Etappen hinweg, das B\u00fcrgertum als die bestimmende Klasse bzw. konnte das B\u00fcrgertum von Beginn an seine politischen Vorstellungen als die ma\u00dfgeblichen durchsetzen. Insofern bezeichnen wir diese als b\u00fcrgerliche Revolutionen.<\/p>\n<p>Doch auch diese politischen Vorstellungen waren und konnten nichts anderes sein, als die theoretische Negation der bestehenden Verh\u00e4ltnisse. Der feudale Landbesitz, die Leibeigenschaft oder auch die Sklaverei der b\u00e4uerlichen Massen war eine Fessel der Kapitalverwertung und wurde deshalb vom B\u00fcrger kritisiert. Dass dies von Geschichten \u00fcber gleiche Rechte aller Menschen, Gleichheit, Freiheit, Br\u00fcderlichkeit etc. verbr\u00e4mt wurde, ist in dem Zusammenhang keine wesentliche Bestimmung.<\/p>\n<p>Unsere Aufgabe bestand und besteht darin eben zu kl\u00e4ren, welches die wirklichen, materiellen Beweggr\u00fcnde derartiger Revolutionen waren und sind. Diese Gr\u00fcnde lassen sich weniger den \u00c4u\u00dferungen der Protagonisten, als vielmehr einer Analyse der materiellen Verh\u00e4ltnisse entnehmen.<\/p>\n<p>Wesentlich ist, welche Positionen, als Negation der bestehenden Verh\u00e4ltnisse, formuliert werden konnten. Eine Kritik der Lohnarbeit oder gar des Eigentums konnte im 19. Jahrhundert zwar schon formuliert werden (siehe 1.\u00a0Internationale), hatte aber keine M\u00f6glichkeit die Massen zu ergreifen, da diese derartigen Verh\u00e4ltnissen oftmals noch gar nicht in ihrer entwickelten Form unterworfen waren. Ob in Deutschland, Spanien, Italien, Frankreich, Irland oder den USA, waren derartige Forderungen weder massentauglich noch im aufkommenden Proletariat verankert. Es waren jeweils nur kleine \u00fcberschaubare Gruppen, die sich derartiger Forderungen bem\u00e4chtigten. Das deutsche Proletariat zum Beispiel sah mehrheitlich seinen Weg, auch nach dem Tod Lasalles, nicht im radikalen Bruch mit allen vorhergegangenen Eigentumsformen, sondern in einer Ann\u00e4herung an den Feudalismus. Dass sich auch dadurch die b\u00fcrgerliche Revolution in Deutschland gut 100 Jahre hinzog, ist heute noch, trotz der Arbeiten von Karuscheit und Schr\u00f6der, vielen \u201eLinken\u201c kaum begrei\ufb02ich zu machen.<\/p>\n<p>Dabei spielt mit Sicherheit auch eine Rolle, dass die Vorstellung von Revolution, einer grunds\u00e4tzlichen gesellschaftlichen Umgestaltung, bei Linken hierzulande auch eher Abenteuerromanen entsprungen zu sein scheint, wo in Tagen, Wochen, oder auch einzelnen Monaten gerechnet wird, als ginge es wirklich nur darum, eine jeweilige Regierungsmannschaft auszuwechseln.<\/p>\n<p>Dass eine Revolution, auch eine b\u00fcrgerliche, weit tiefer in die gesellschaftlichen Verkehrsformen eingreift, z.B. in ihrem Verlauf eben auch das subjektive Bewusstsein der einzelnen Gesellschaftsmitglieder revolutioniert, sollte uns als Kommunisten aber doch klar sein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im 20en Jahrhundert hat sich dies auch nicht grunds\u00e4tzlich ge\u00e4ndert. Ob in Russland, Indien, China, Vietnam, Cuba, Mosambik, notwendig formulierten progressive gesellschaftliche Gruppen eine Kritik an den dort zu der Zeit bestehenden gesellschaftlichen Verkehrsformen. Zum Teil speiste sich diese aus einer Kritik der gewachsenen \u00fcberkommenen nationalen Herrschaft, zum anderen Teil aus einer Kritik an den kolonialen Strukturen, mit denen diese Gesellschaften konfrontiert waren. Da diese Gruppen oftmals nicht dem B\u00fcrgertum entstammten und keine rein b\u00fcrgerliche Agenda betrieben, da sie ja als Feind auch immer das Kolonialkapital hatten, lie\u00df sie als antib\u00fcrgerlich erscheinen.<\/p>\n<p>Auch der russischen Revolution war durchaus anzumerken, dass der Impetus der Revolution zu nicht unma\u00dfgeblichem Teil, aber auch der vieler Revolution\u00e4re, selbst nationalen Befreiungsbewegungen entsprungen war. In diesem Zusammenhang auch interessant das Vorwort zur russischen Ausgabe Kapital Bd. 1, was sich \u00fcber weite Strecken wie eine Kritik an Bakunin oder Kropotkin liest.<\/p>\n<p>Ma\u00dfgeblich sind erst durch Plechanow in diese Bewegung Gedanken des historisch-dialektischen Materialismus hineingetragen worden. Auch Lenin bezieht sich immer wieder positiv auf die Narodniki, z.B. in seiner Schrift \u201eWas tun\u201c, nicht etwa ironisch auf das gleichnamige Buch von Tschernyschewski. Dass damit Gedanken \u00fcber das Selbstbestimmungsrecht der V\u00f6lker etc. eine Bedeutung erlangten, die in keinem Verh\u00e4ltnis zu den grundlegenden Erkenntnissen des Histomat stehen, ist vor allem daraus zu erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Eine grunds\u00e4tzliche Kritik des Eigentums oder der Lohnarbeit lag den Revolution\u00e4ren weit ferner als dieses Selbstbestimmungsrecht und h\u00e4tte aber auch unter den b\u00e4uerlichen Massen nicht verfangen. Weiterreichende Forderungen, die von einem kleinen, wenn auch zugegeben hoch entwickelten russischen Proletariat, gestellt wurden, mussten vom sowjetischen Staat alsbald wieder zur\u00fcckgenommen werden, wie wir wissen. Damit will ich nicht dem Trotzkismus das Wort reden, der obige Protagonisten in Sachen Idealismus noch weit in den Schatten stellt, indem er die \u201eB\u00fcrokratie\u201c zu einer Klasse erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Russische, georgische und ukrainische kleinb\u00fcrgerliche Sozialisten hatten es geschafft, unter der Parole \u201eElektri\ufb01zierung und Sowjetmacht\u201c ein ganzes Volk dazu zu bringen, ihre \u00fcberkommenen feudalen Fesseln abzustreifen. Das war eine gro\u00dfartige Leistung, keine Frage. Doch, dies frag ich nun Dich, was konnte das Ergebnis einer solchen Bewegung sein? Welche \u00f6konomische Form konnte eine Gesellschaft annehmen, die von b\u00e4uerlichen Massen, die von der Idee ergriffen waren, die feudalen Fesseln, auch ihres Bewusstseins, abzustreifen, erschaffen wurde?<\/p>\n<p>Auch wenn Marx, siehe besagtes Vorwort, durchaus in Betracht zieht, dass das russische Gemeinwesen eine dortige proletarische Revolution bef\u00f6rdern k\u00f6nne, setzt er doch eine proletarische Revolution voraus, die sich die Diktatur des Proletariats auf die Fahne geschrieben hat. Industrialisierung ist ja der Inbegri\ufb00 der oben genannten bolschewistischen Forderung. Dies wurde erreicht, keine Frage, das heutige Russland ist ein entwickeltes Industrieland mit einer weitgehend industrialisierten Landwirtschaft. Ein erster wesentlicher Schritt ist getan. Dieses, allerdings, setzte notwendig ein Proletariat voraus. Industrie aufbauen kann leider nur ein Proletariat, es w\u00e4re kontraproduktiv, es gleichzeitig abschaffen zu wollen. Auch ein Proletariat als Klasse f\u00fcr sich, also sozusagen ein Staat im Staat, ist ein Spagat, den sich kein Nationalstaat im Zuge einer beginnenden Industrialisierung leisten kann. Insofern war es nur folgerichtig, das gerade erst geschaffene Proletariat, Proletariat sein zu lassen und das B\u00fcrgertum aus der Nomenklatura zu entwickeln.<\/p>\n<p>Diese Kritik der \u201esozialistischen Gesellschaft\u201c betrifft allerdings nicht nur die UdSSR sondern ann\u00e4hernd alle Revolutionen des 20. Jahrhunderts. Nein, nicht alle progressiven Gesellschaftsbewegungen haben ihren Aufbruch in die Moderne mit Anleihen oder Versatzst\u00fccken aus dem historisch-dialektischen Materialismus garniert, Gandhi z. B. hatte da ein etwas verspanntes Verh\u00e4ltnis, auch andere taten sich da schwer, doch viele weitere derartige Bewegungen machten diese Anleihen. Selbst die &#8218;Bewegung des 26. Juli&#8216; hat sich drei Jahre nach dem Sturz Batistas zur marxistisch-leninistischen Partei erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Damit zu deiner Frage, wie ich dies denn in Bezug auf China sehen w\u00fcrde. Sicherlich, deine konkreten Kenntnisse der chinesischen Geschichte und Gesellschaft stellen meine weit in den Schatten, doch erlaube mir trotzdem, einige Stichpunkte zu formulieren.<\/p>\n<p>Die Zeit Maos w\u00fcrde ich, einschlie\u00dflich der Kulturrevolution, als eine Zeit des B\u00fcrgerkrieges bezeichnen. Wie gesagt, meiner Ansicht nach ist Revolution nicht etwas. was man auf ein oder drei Jahre begrenzen kann.<\/p>\n<p>Gerade Mao Tse Dong setzte sich seinerzeit gegen eine Mehrheit in der KPCh mit der Strategie einer Bauernrevolution gegen\u00fcber einer proletarischen Revolution durch. Soweit mir bekannt, war ihm dabei durchaus bewusst, dass es sich damit eben um eine b\u00fcrgerliche Revolution handelt. Diese Strategie sah vor, nach der Befreiung der Bauern vom Land aus die St\u00e4dte zu umzingeln, um dadurch das Proletariat f\u00fcr die Revolution zu gewinnen.<\/p>\n<p>Die Gesellschaft auf die seinerzeit \u201eder lange Marsch\u201c traf war, wie schon geschrieben, eine vorkapitalistische Gesellschaft. Freiheit bedeutete f\u00fcr Mao prim\u00e4r \u201eFreiheit von Hunger\u201c, der doppelt freie Lohnarbeiter war da noch ganz weit weg. Interessant w\u00e4re in diesem Zusammenhang zu analysieren, ob diese Bewegung mit der Umzingelung der St\u00e4dte wirklich eine neue Richtung eingeschlagen hat und wie sich dies etwa in Forderungen niedergeschlagen hat.<\/p>\n<p>Diese Gesellschaft musste sich zum einen von kolonialen Fesseln, aber auch von einer fast f\u00fcnfhundertj\u00e4hrigen gesellschaftlichen Stagnation befreien. Du schreibst: \u201eDiese beiden Revolutionen wurden erfolgreich von kommunistischen F\u00fchrern angef\u00fchrt\u2026\u201c Dies als korrekt unterstellt, macht allerdings nicht automatisch aus einer Bewegung gegen Kolonialismus eine Bewegung zum Kommunismus.<\/p>\n<p>Wenn wir als Kommunisten in einem Betrieb einen Betriebsrat aufbauen, liegt dies in der Natur der Sache, weil wir als Kommunisten immer Teil des progressiven Proletariats sind, dadurch wird aber ein Betriebsrat keine revolution\u00e4re Bastion, sondern bleibt auch nach Betriebsverfassungsgesetz ein Betriebsrat.<\/p>\n<p>Wir sind oftmals, auch auf internationaler Ebene, gezwungen Bewegungen zu unterst\u00fctzen, denen unser Etappenziel, Diktatur des Proletariats, doch noch sehr fern ist, wenn sie ihm nicht gar feindlich gegen\u00fcberstehen. Dennoch unterst\u00fctzen wir nationale Bewegungen, die die Potenz haben, sich aus vorkapitalistischen Verh\u00e4ltnissen zu befreien und damit das Weltproletariat zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n<p>Auch der damaligen chinesischen Bewegung waren weder die Kritik der politischen \u00d6konomie, noch gar eine Diktatur des Proletariats, ernsthaft zu vermitteln. Auch dort musste ein Proletariat erst einmal konstituiert werden. Es galt also erst einmal eine Gesellschaft aufzubauen, welche \u00fcber ein nennenswertes Proletariat verf\u00fcgt. Entgegen vieler \u201eBewegungssozialisten\u201c ist dies noch immer die Grundbedingung einer modernen Gesellschaft. Dies haben die chinesischen Kommunisten \u00fcber mehrere R\u00fcckschl\u00e4ge erreicht. Sie haben neben dem bewiesen, dass ein geplanter Kapitalismus seinem anarchischen Pendant, wie du ja auch schreibst, in allen Bereichen weit \u00fcberlegen ist.<\/p>\n<p>Es bliebe nun zu diskutieren, ob die Existenz eines nennenswerten Proletariats ein B\u00fcrgertum notwendig macht. Ob die Existenz einer derartigen Gesellschaft automatisch den \u201ekapitalistischen Egoismus\u201c aller bef\u00f6rdert, oder wie Handlungsoptionen von Kommunisten, die Machtpositionen innerhalb einer solchen Gesellschaft innehaben, de\ufb01niert werden k\u00f6nnen, etc.<\/p>\n<p>Damit k\u00f6nnte man sich der aktuellen chinesischen Diskussion eher ann\u00e4hern. Das Auftauchen eines B\u00fcrgertums und dessen Tolerierung durch die KPCh zu kritisieren l\u00e4uft aber Gefahr, wieder in jenen Idealismus abzudriften, der den \u201eSozialismus\u201c als materiell \u00f6konomisch eigenst\u00e4ndige Gesellschaft charakterisiert, weil ihm im Unterschied zur anarchisch-kapitalistischen Gesellschaft, eine Planungsbeh\u00f6rde vorsteht.<\/p>\n<p>In dem Zusammenhang, wenn wir ihn mal etwas weiterdenken, ist auch interessant, wie sich ein Proletariat \u00fcberhaupt ohne seinen antagonistischen Widerspruch zu einer Klasse f\u00fcr sich entwickeln kann.<\/p>\n<p>Insofern nochmals besten Dank f\u00fcr deinen Artikel, der beim zweiten Lesen durchaus die Perspektive einer derartigen Diskussion projiziert.<\/p>\n<p>Mit solidarischem Gru\u00df<\/p>\n<p>GT<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lieber Genosse Schlegel, mit Freude danke ich f\u00fcr deine Antwort. So versuche ich denn, meine Position etwas konkreter darzustellen. 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