{"id":2857,"date":"2025-06-17T20:51:57","date_gmt":"2025-06-17T18:51:57","guid":{"rendered":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=2857"},"modified":"2025-06-17T21:08:36","modified_gmt":"2025-06-17T19:08:36","slug":"vorbemerkung-18","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=2857","title":{"rendered":"Vorbemerkung"},"content":{"rendered":"<p>Der am 24.\u00a0Februar d.J. mit dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine begonnene Krieg hat alle politischen Kr\u00e4fte gezwungen, Standpunkt zu beziehen, auch wenn die Suche danach in der DKP immer noch andauert.<\/p>\n<p>Nach Auffassung der AzD-Redaktion handelt es sich auf beiden Seiten um einen reaktion\u00e4ren Krieg, den Russland als Eroberungskrieg unter Berufung auf die Grenzen des gro\u00dfrussischen Zarenreichs f\u00fchrt, die Eigenstaatlichkeit der Ukraine in Frage stellt und die Nationalit\u00e4tenpolitik der Bolschewiki zur\u00fcckweist. Umgekehrt dirigieren die USA den Krieg der Ukraine mit Hilfe der NATO mit dem Ziel, Russland zu schw\u00e4chen und eine weitere Ann\u00e4herung zwischen der EU und Russland zu unterbinden, um ihre Vorherrschaft \u00fcber Europa zu festigen. Das hei\u00dft, es gibt in diesem Krieg keine fortschrittliche Seite, sondern man muss \u2013 wie Liebknecht und Lenin im 1.Weltkrieg \u2013 f\u00fcr die Niederlage <em>beider<\/em> Seiten und den Sturz der jeweiligen Regierungen eintreten.<\/p>\n<p>Von A.Schr\u00f6der und H.Karuscheit sind hierzu auf der Webseite der \u201eKommunistischen Debatte\u201c mehrere Beitr\u00e4ge erschienen, von denen die meisten hier abgedruckt sind; alle sind in der Rubrik \u201eUkraine-Krieg\u201c zu finden unter: <a href=\"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/\">https:\/\/kommunistische-debatte.de\/<\/a>.<\/p>\n<p>Als Programm f\u00fcr alle demokratischen und fortschrittlichen Kr\u00e4fte pl\u00e4dieren die Autoren f\u00fcr einen klaren Forderungskatalog:<br \/>\n<em>\u201eAustritt aus der NATO &#8211; NATO raus Deutschland! Ende aller Wirtschaftssanktionen gegen Russland und sofortige \u00d6ffnung von Nordstream\u00a02! Keine Waffenlieferungen an die Kriegsparteien!\u201c<\/em><br \/>\nAu\u00dferdem unterst\u00fctzen sie die Forderung nach dem \u201e<em>Selbstbestimmungsrecht der V\u00f6lker und Nationen\u201c, die sich <\/em>gegen Russland ebenso wie gegen die Ukraine richtet.<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<\/p>\n<p>Als Reaktion auf den Krieg hat die Berliner Regierung ein 100-Mrd-Aufr\u00fcstungsprogramm beschlossen, das die Linke umgehend als Kriegsvorbereitung und R\u00fcckkehr zu einem aggressiven Imperialismus wertete. Demgegen\u00fcber vertritt Karuscheit in seinen Beitr\u00e4gen zur deutschen Bourgeoisie, dass die Leninsche Imperialismustheorie nicht geeignet ist, um die b\u00fcrgerliche Au\u00dfen- und Milit\u00e4rpolitik zu begreifen. Seines Erachtens hat der Ukraine-Krieg dem bisherigen Konzept zur Vorherrschaft \u00fcber die EU bei einer gleichzeitigen \u201eSicherheitspartnerschaft\u201c mit Russland den Boden unter den F\u00fc\u00dfen entzogen und haben die USA es geschafft, die deutschen Selbst\u00e4ndigkeitsbestrebungen zu durchkreuzen, ohne dass die Bourgeoisie bisher ein neues Konzept f\u00fcr die Sicherheitspolitik gefunden hat.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem stellt er die Frage, wieso die Linke zwar lautstark auf ideologischer Ebene die Aggressivit\u00e4t des deutschen Imperialismus angreift, aber keine konkrete Antwort darauf diskutiert, wie sie etwa die fr\u00fchere Arbeiterbewegung gegeben hat: <em>allgemeine Wehrpflicht und \u00dcbergang zu einem Milizsystem anstelle einer Berufsarmee aus bezahlten S\u00f6ldnern!<\/em><\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<\/p>\n<p>Gleich nach ihrem Erscheinen im Internet haben die hier abgedruckten Artikel eine Reihe von Kritiken ausgel\u00f6st, deren gemeinsamer Tenor das Beharren auf der Leninschen Imperialismustheorie ist; sie sind in der Rubrik \u201eDiskussion\u201c nachzulesen. Wie einer der Kritiker, Albert F.Reiterer, sind auch wir der Auffassung, dass die Auseinandersetzung \u00fcber diese Theorie uns in entscheidenden Punkten weiterbringen kann. Wir w\u00fcrden es daher begr\u00fc\u00dfen, wenn weitere Diskussionsbeitr\u00e4ge eingehen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Zu dem Thema hat A.\u00a0Schr\u00f6der begonnen, die Entwicklung der Imperialismustheorie durch Lenin historisch-politisch zu untersuchen, ausgehend vom Ukraine-Krieg. Sein Beitrag \u201eDer falsche Lenin. Ukrainekrieg und Imperialismustheorie\u201c hat in der vorliegenden AzD-Ausgabe leider keinen Platz gefunden, er ist auf der Webseite der \u201eKommunistischen Debatte\u201c nachzulesen: <a href=\"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=2692\">www.kommunistische-debatte.de\/?page_id=2523<\/a>\/<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<\/p>\n<p>Zum Abschluss stellt Martin Schlegel das Buch von Jannis Milios \u00fcber die \u201eEntstehung des Kapitalismus als Gesellschaftssystem\u201c vor: \u201eEine zuf\u00e4llige Begegnung in Venedig\u201c.<\/p>\n<p>Der griechische \u00d6konom behandelt mit gro\u00dfer Sachkenntnis die zum Teil widerspr\u00fcchlichen Aussagen von Marx zur Entstehung des Kapitalismus und zur Rolle des Geldkapitals. F\u00fcr die Entwicklung einer kapitalistischen Gesellschaft spielt das historisch gleichzeitige Zusammentreffen von Geldbesitz und Lohnarbeit eine wichtige Rolle. Am Beispiel des sp\u00e4tmittelalterlichen Venedig belegt Milios seine theoretischen Aussagen. An diesem Beispiel wird auch deutlich, dass der Weg Englands nicht der einzig m\u00f6gliche hin zu einer kapitalistischen Gesellschaft ist. Das Buch ist eine fundierte Darstellung von grunds\u00e4tzlichen Themen des Marxismus und stellt historisch auch manche tradierten Denkgewohnheiten in Frage.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der am 24.\u00a0Februar d.J. mit dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine begonnene Krieg hat alle politischen Kr\u00e4fte gezwungen, Standpunkt zu beziehen, auch wenn die Suche danach in der DKP immer noch andauert. 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