{"id":2833,"date":"2024-08-06T18:39:11","date_gmt":"2024-08-06T16:39:11","guid":{"rendered":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=2833"},"modified":"2024-08-06T18:39:11","modified_gmt":"2024-08-06T16:39:11","slug":"domenico-losurdo-der-kommunismus-geschichte-erbe-und-zukunft","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=2833","title":{"rendered":"Domenico Losurdo:  Der Kommunismus &#8211; Geschichte, Erbe und Zukunft"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>Buchrezension:<\/strong><\/span> <strong>Der Kommunismus &#8211; Geschichte, Erbe und Zukunft; PapyRossa-Verlag 2024<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Domenico Losurdo (1941-2018) studierte Philosophie und Geschichte in Urbino\/Italien und T\u00fcbingen\/Deutschland; er lebte und arbeitete in der Provinz Pesaro und Urbino, verheiratet mit der deutschen Psychologin Erdmute Brielmayer (die viele seiner B\u00fccher ins Deutsche \u00fcbersetzte). Er war, gemeinsam mit Hans Heinz Holz, der Herausgeber der Zeitschrift &#8218;Topos \u2013 Internationale Beitr\u00e4ge zur dialektischen Theorie&#8216;, Pr\u00e4sident der &#8218;Internationalen Gesellschaft Hegel-Marx f\u00fcr dialektisches Denken&#8216;, Mitglied der &#8218;Kommunistischen Partei Italiens&#8216;. Er lehrte bis zu seiner Emeritierung an der Universit\u00e4t Urbino und ver\u00f6ffentlichte zahlreiche B\u00fccher &#8211; z.B. \u00fcber Kant, Fichte, Hegel, Nietzsche, Heidegger, Gramsci, Stalin sowie zeitgeschichtliche Themen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieses posthum erschienene Losurdo-Buch bildet, laut dem italienischen Herausgeber und Losurdo-Sch\u00fcler Giorgio Grimaldi, ein Diptychon, womit, wie Grimaldi in seiner Einleitung schreibt, &#8222;nun der Gesamtrahmen, der mit dem <em>Westlichen Marxismus<\/em> er\u00f6ffnet wurde, vervollst\u00e4ndigt&#8220; wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der deutsche Titel ist irref\u00fchrend, er suggeriert: hier werde eine neue kommunistische Theorie vorgelegt. Das ist \u00fcberhaupt nicht der Fall, und entspricht gar nicht Losurdos Intention. Der von ihm selbst verfa\u00dfte Originaltitel lautet treffender: &#8218;Die kommunistische Frage&#8216;.<\/p>\n<p><strong>Die kommunistische Frage<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ist der Kommunismus \u00fcberhaupt ein erstrebenswertes Ziel? Losurdo sieht sich einige antikommunistische Argumente genauer an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Kommunismus sei ein Totalitarismus, der, wie nachfolgend der Faschismus, jede liberal-demokratische Gesellschaft bedrohe. Abgesehen von der absurden Gleichung Kommunismus=Faschismus, die, wie Losurdo sagt, Kolonialismus und Antikolonialismus austauschbar machen (218), ist, wie er belegt, bereits der zaristische Polizeistaat ein Totalitarismus, was zu dem unerwarteten Ergebnis f\u00fchrt: man mu\u00df &#8222;nicht von der Oktoberrevolution ausgehen, sondern von dem durch sie gest\u00fcrzten alten Regime.&#8220; (42)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Kommunismus beruhe auf einer unrealistischen und zum Scheitern verurteilten Utopie. Losurdo weist darauf hin, da\u00df in vergangenen Zeiten vieles als unver\u00e4nderlicher Status Quo betrachtet wurde und oft jeder Gedanke an Ver\u00e4nderung als Utopie. So konnte sich etwa der amerikanische Pr\u00e4sident Thomas Jefferson, selber ein Eigent\u00fcmer von Sklaven, eine Abschaffung der Sklaverei bestenfalls in ferner Zukunft vorstellen, aber &#8222;auf diese Ma\u00dfnahme h\u00e4tte die Deportation der ehemaligen Sklaven nach Afrika folgen m\u00fcssen. Undenkbar war ein gleichberechtigtes Zusammenleben von Schwarzen und Wei\u00dfen. Es h\u00e4tte sonst eine verwegene Missachtung der Natur und der nat\u00fcrlichen Unterschiede bedeutet&#8220; (56f.) In diesen wie in anderen F\u00e4llen &#8211; und egal, ob die jeweilige \u00c4nderung, z.B. politische Rechte f\u00fcr Frauen oder was auch immer, als &#8222;fantastische Utopie&#8220; oder &#8222;absto\u00dfende Dystopie&#8220; angesehen wird &#8211; verwandelte sich immer angeblich Unrealistisches zur g\u00fcltigen Realit\u00e4t.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Kommunismus setze ebenso wie der Kapitalismus auf ein &#8211; \u00f6kologisch katastrophales -unbegrenztes \u00f6konomisches Wachstum. Losurdo zitiert den franz\u00f6sischen Soziologen Alain Caill\u00e9, der das &#8218;Manifest der Kommunistischen Partei&#8216; umdichtete: &#8222;Ein Gespenst geht um in der Welt, das ihres nahen Endes&#8220; (76) &#8211; um die Welt zu retten, m\u00fcssen Produktion und Konsum verringert werden (<em>Degrowth<\/em> \/ degrowth.info\/de\/degrowth-de) &#8211; und der &#8218;Das konvivialistische Manifest&#8216; initiierte (con-vivere = zusammenleben \/ www.diekonvivialisten.de); kein Aufruf zum Klassenkampf, vielmehr eine populistische Moralpredigt. Losurdo entgegnet: Mit derartiger &#8218;Postwachstums\u00f6konomie&#8216; sei es unm\u00f6glich, Menschen aus bitterster Armut zu befreien (wie es z.B. China tat). Und verweist darauf, da\u00df Marx in seiner &#8218;Kritik des Gothaer Programms&#8216; den Zusammenhang Mensch-Natur gerade betont: &#8222;Die Arbeit ist <em>nicht die Quelle<\/em> alles Reichtums. Die <em>Natur <\/em>ist ebensosehr die Quelle der Gebrauchswerte &#8230; als die Arbeit, die selbst nur die \u00c4u\u00dferung einer Naturkraft ist, der menschlichen Arbeitskraft.&#8220; (MEW 19, S. 15)<\/p>\n<p><strong>Liberalsozialismus und Kommunismus<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Mi\u00dfverst\u00e4ndnis des Liberalsozialismus liegt laut Losurdo darin begr\u00fcndet, da\u00df er \u00a0&#8222;glaubte, die angebliche Taubheit des Kommunismus f\u00fcr das Ideal der Freiheit auszugleichen, indem er eine Synthese zwischen Liberalismus und Sozialismus vorschlug und den ersten (apologetisch) mit der Sache der Freiheit identifizierte und den zweiten (reduktionistisch) mit der Sache der sozialen Gerechtigkeit.&#8220; (116) Soziale Gerechtigkeit hei\u00dft Gleichheit, doch mit dem Versuch einer harmonischen Verbindung verschwinden die dialektischen Widerspr\u00fcche, genauer gesagt: die Wahrnehmung derselben. Der b\u00fcrgerliche Begriff der Freiheit, den in den Augen Losurdus Liberalismus wie Liberalsozialismus meinen, basiert auf Freiheitsberaubung anderer, im klassischen Sinne der Sklaven, der Knechte &#8211; wollen die Unterdr\u00fcckten und Beraubten ebenfalls Freiheit, gibt es einen Konflikt der Freiheiten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">J\u00fcnger von Fourier und Saint Simon planten die Gr\u00fcndung sozialistischer Gemeinschaften in Algerien, auf jenem Land, da\u00df den Arabern in einem v\u00f6lkerm\u00f6rderischen Krieg (1830-1847) geraubt wurde; die franz\u00f6sische Herrschaft wurde nicht infrage gestellt. Sie beabsichtigten also &#8222;von kolonialen Eroberungen zu profitieren, um sich von Proletariern zu Eigent\u00fcmern zu entwickeln, aber zu Eigent\u00fcmern, die das den Arabern entrissene Land kollektiv besitzen.&#8220; (98) Losurdo bezeichnet das als &#8222;Herrenvolk-Sozialismus&#8220;. Ein aktuelleres Beispiel sind die zionistischen Kibbuzim, mit denen Israel weiterhin Land in Pal\u00e4stina besiedelt &#8211; sozialistische Eigentumsformen in einer j\u00fcdischen Kolchose auf L\u00e4ndereien, &#8222;die einem Kolonialvolk geraubt wurden, das dadurch zur Deportation oder Marginalisierung verurteilt wurde.&#8220; (100)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der sogenannte Liberalsozialismus \u00e4ndert nicht die Herrschaftsverh\u00e4ltnisse, sondern arrangiert sich mit ihnen, Kommunisten dagegen erkl\u00e4ren: &#8222;da\u00df ihre Zwecke nur erreicht werden k\u00f6nnen durch den gewaltsamen Umsturz aller bisherigen Gesellschaftsordnung.&#8220; (&#8218;Manifest der Kommunistischen Partei&#8216;, MEW 4, S. 493) Kommunisten haben somit in kolonialen Raub-Herrschaften Partei zu ergreifen f\u00fcr die Unterdr\u00fcckten und Beraubten &#8211; heute z.B. sollen sie nicht die zionistisch-kolonialistische Siedlungspolitik Israels verteidigen, mit ihren liberalsozialistischen Kibbuzim, sondern die Sache der okkupierten Pal\u00e4stinenser.<\/p>\n<p><strong>Populismus<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zwar komme, schreibt Losurdo, der liberalen Tradition das Verdienst zu, Bed\u00fcrfnisse und W\u00fcnsche unterdr\u00fcckter Klassen zum Ausdruck gebracht zu haben, doch konnten sich deren Anh\u00e4nger nicht immer von der Enge und den Grenzen befreien, wie sie Mangel und Elend zueigen ist, Bedingungen also, die priviligierten politischen Liberalen fremd sind. Zum daraus entstehenden Moralsystem des Populismus zitiert er eine Stelle aus &#8218;Der Wohlstand der Nationen&#8216; von Adam Smith als Zeugnis:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;In jedem entwickelten Land, in jedem Staatswesen, in dem sich ein Standesunterschied einmal ausgepr\u00e4gt hat, gab es zur gleichen Zeit stets zwei verschiedene Moralsysteme. Das eine mag man das n\u00fcchterne oder strenge, das andere das freie oder, so man will, das lockere System nennen. Das niedere Volk bewundert und verehrt durchweg den Glauben des ersten, w\u00e4hrend die sogenannten Leute von Rang die Lehren des zweiten sch\u00e4tzen und \u00fcbernehmen. Der entscheidende Unterschied zwischen beiden gegens\u00e4tzlichen Ordnungen oder Systemen scheint in dem Grad der Mi\u00dfbilligung zu liegen, mit der wir eigentlich die Untugenden des Leichtsinns brandmarken sollten, Verfehlungen, die gerne aus gro\u00dfem Wohlstand und aus einem \u00dcberma\u00df an Ausgelassenheit und Laune entstehen. Im freien oder lockeren Moralsystem werden Luxus, leichtsinnige und gar ausschweifende Fr\u00f6hlichkeit, Vergn\u00fcgungssucht, bis zu einem gewissen Grade Unm\u00e4\u00dfigkeit und Verletzung der Keuschheit, wenigstens bei einem der beiden Geschlechter, sofern alles nicht mit grober Unanst\u00e4ndigkeit verbunden ist oder zu Falschheit oder Ungerechtigkeit f\u00fchrt, in der Regel recht nachsichtig behandelt, und man entschuldigt sie leichter Hand oder verzeiht sie g\u00e4nzlich. Im strengen Moralsystem dagegen werden diese \u00dcbersteigerungen mit gr\u00f6\u00dfter Abscheu und Unwillen verurteilt. Die Laster des Leichtsinns sind f\u00fcr das einfache Volk stets verderblich, und oft gen\u00fcgen schon Unbesonnenheit und Zerstreuung einer einzigen Woche, um einen armen Arbeiter auf immer zugrunde zu richten und ihn in eine solch verzweifelte Lage zu bringen, da\u00df er ganz entsetzliche Verbrechen begeht. Die Kl\u00fcgeren und Vern\u00fcnftigeren im gew\u00f6hnlichen Volk haben stets h\u00f6chsten Abscheu und Widerwillen gegen\u00fcber solchen Ausschweifungen, weil sie einfach ihre Erfahrung lehrt, da\u00df sie Leute ihres Standes unmittelbar ins Verderben st\u00fcrzen. Demgegen\u00fcber werden Unregelm\u00e4\u00dfigkeit und Ausschweifung einen Mann der Oberschicht nicht immer ruinieren, selbst wenn sie jahrelang andauern, und die Leute besserer Herkunft sind daher durchaus geneigt, es f\u00fcr einen Vorzug ihres gr\u00f6\u00dferen Verm\u00f6gens und f\u00fcr ein Vorrecht ihres Ranges zu halten, da\u00df sie sich einen gewissen Grad an Ausschweifung ohne Vorwurf und Tadel erlauben k\u00f6nnen. Angeh\u00f6rigen ihres Standes gegen\u00fcber mi\u00dfbilligen sie daher solche Ausschweifungen kaum oder tadeln sie entweder nur leicht oder gar nicht.&#8220; (Adam Smith: Der Wohlstand der Nationen, 5. Buch, 1. Kapitel, 3. Abschnitt)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Losurdo merkt dazu an, da\u00df in den untergeordneten Klassen das strenge Moralsystem dazu neigt, sich in ein Ideal zu verwandeln: &#8222;das Opfer und der Verzicht auf Luxusg\u00fcter und sexuelle Befriedigung werden am Ende zu unverzichtbaren Werten verkl\u00e4rt, der Mangel und die M\u00fche stellen sich als Ort moralischer Vollkommenheit dar, von der <em>per definitionem<\/em> die Privilegierten ausgeschlossen sind, und damit jene, die den \u00dcberfluss und die Bequemlichkeit genie\u00dfen k\u00f6nnen. &#8230; Traditionell haben die Verurteilung der gesellschaftlichen Polarisierung und eine Stellungnahme zugunsten der Armen Motive bem\u00fcht, die dem Populismus entnommen sind, welcher als Synonym der Verkl\u00e4rung der strengen Moral begriffen werden kann.&#8220; (153)<\/p>\n<p><strong>Populismus und Messianismus<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Losurdo schreibt: &#8222;H\u00e4ufig ist Populismus mit Messianismus verbunden. Die subalternen Klassen, die seit undenklichen Zeiten Ausbeutung und Unterdr\u00fcckung erfahren und die beobachten konnten, wie sich soziale Klassen und politische Schichten an der Macht abwechselten, die zwar untereinander verschieden waren, aber geeint in dem Willen, das Herrschaftsverh\u00e4ltnis aufrechtzuerhalten, haben die Neigung, sich die Emanzipation als eine vollkommene Negation vorzustellen, die nicht nur Ausbeutung und Unterdr\u00fcckung, sondern s\u00e4mtlichen m\u00f6glichen Instrumenten von Ausbeutung und Unterdr\u00fcckung ein f\u00fcr allemal ein Ende bereitet.&#8220; (168) Beispielhaft zitiert er aus einem Bebelbuch von 1879:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Mit dem Staat verschwinden seine Repr\u00e4sentanten: Minister, Parlamente, stehendes Heer, Polizei und Gendarmen, Gerichte, Rechts- und Staatsanw\u00e4lte, Gef\u00e4ngnisbeamte, die Steuer- und Zollverwaltung, mit einem Wort: der ganze politische Apparat. Kasernen und sonstige Milit\u00e4rbauten, Justiz- und Verwaltungspal\u00e4ste, Gef\u00e4ngnisse usw. harren jetzt einer besseren Bestimmung. Zehntausende von Gesetzen, Erlassen und Verordnungen werden Makulatur, sie besitzen nur noch historischen Wert. Die gro\u00dfen und doch so kleinlichen parlamentarischen K\u00e4mpfe, bei denen die M\u00e4nner der Zunge sich einbilden, durch ihre Reden die Welt zu beherrschen und zu lenken, sind verschwunden, sie haben Verwaltungskollegien und Verwaltungsdelegationen Platz gemacht, die sich mit der besten Einrichtung der Produktion, der Distribution, der Festsetzung der H\u00f6he der notwendigen Vorr\u00e4te, der Einf\u00fchrung und Verwendung zweckentsprechender Neuerungen in der Kunst, dem Bildungswesen, dem Verkehrswesen, dem Produktionsproze\u00df usw. in Industrie und Landwirtschaft zu befassen haben. Das sind alles praktische, sichtbare und greifbare Dinge, denen jeder objektiv gegen\u00fcbersteht, weil f\u00fcr ihn kein der Gesellschaft feindliches pers\u00f6nliches Interesse vorhanden ist. Keiner hat ein anderes Interesse als die Allgemeinheit, das darin besteht, alles aufs beste, zweckm\u00e4\u00dfigste und vorteilhafteste einzurichten und herzustellen. &#8230; Die Diebe sind verschwunden, weil das Privateigentum verschwunden ist und jeder in der neuen Gesellschaft leicht und bequem seine Bed\u00fcrfnisse durch Arbeit befriedigen kann. &#8230; Mord? Weshalb? Keiner kann am anderen sich bereichern, auch der Mord aus Ha\u00df oder Rache h\u00e4ngt direkt oder indirekt mit dem Sozialzustand der Gesellschaft zusammen. Meineid, Urkundenf\u00e4lschung, Betrug, Erbschleicherei, betr\u00fcgerischer Bankrott? Das Privateigentum fehlt, an dem und gegen das diese Verbrechen begangen werden konnten. Brandstiftung? Wer soll daran Freude oder Befriedigung suchen, da die Gesellschaft ihm jede M\u00f6glichkeit zum Hasse nimmt. &#8230; So werden alle Fundamente der heutigen &#8222;Ordnung&#8220; zur Mythe. Die Eltern erz\u00e4hlen sp\u00e4ter den Kindern davon wie aus alten m\u00e4rchenhaften Zeiten. Und die Erz\u00e4hlungen von den Hetzereien und Verfolgungen, womit man einst die M\u00e4nner der neuen Ideen \u00fcbersch\u00fcttete, werden ihnen genauso klingen, als wenn wir von Ketzer- und Hexenverbrennungen h\u00f6ren. Alle die Namen der &#8222;gro\u00dfen&#8220; M\u00e4nner, die mit ihren Verfolgungen gegen die neuen Ideen sich hervortaten und daf\u00fcr von ihren beschr\u00e4nkten Zeitgenossen mit Beifall \u00fcbersch\u00fcttet wurden, sind vergessen und sto\u00dfen h\u00f6chstens dem Geschichtsforscher auf, wenn er in alten Werken bl\u00e4ttert. Leider leben wir noch nicht in den gl\u00fccklichen Zeiten, in welchen die Menschheit frei atmen darf.&#8220; (August Bebel: Die Frau und der Sozialismus \/ Dreiundzwanzigstes Kapitel: Aufhebung des Staates, Berlin 1954, S. 531ff.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber Bebel bleibt beileibe nicht der Einzige, der so denkt. Im Mai 1917 begr\u00fc\u00dft Ernst Bloch emphatisch die russische Revolution, in der Erstfassung seines Buches &#8218;Geist der Utopie&#8216; (nomen est omen!): &#8222;Aber nun ist die russische Revolution losgebrochen. &#8230; nun entstand der Arbeiter- und Soldatenrat, fern und fremd aller Privatwirtschaft &#8230; das Nein, das Veto, das Zerrei\u00dfen der Geldwirtschaft, der alles B\u00f6seste im Menschen preiskr\u00f6nenden Kaufmannsmoral &#8211; schon im blo\u00dfen Und des Arbeiter- und Soldatenrats, dieses sonst stets erwartbar gewesenen Gegensatzes aller fr\u00fcheren Revolutionen, ein Umbruch der Macht zur Liebe.&#8220; (Ernst Bloch, Werkausgabe Band 16, Frankfurt a.M. 1985, S. 297f.) Und Domenico Losurdo merkt an: &#8222;Zumindest in diesem Fall beruft er sich ausdr\u00fccklich auf die Tradition des j\u00fcdischen Messianismus&#8220; (170)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein neueres Beispiel ist noch hinzuzuf\u00fcgen, das Buch &#8218;Empire&#8216; von Hardt&amp;Negri endet mit den Worten: &#8222;In Opposition zum aufkommenden Kapitalismus verweigerte sich Franz von Assisi jeglicher instrumentellen Disziplin, und der Abt\u00f6tung des Fleisches (in Armut und in der konstuierten Ordnung) setzte er ein gl\u00fcckliches Leben entgegen, das alles Sein und die gesamte Natur, die Tiere, Schwester Mond, Bruder Sonne, die V\u00f6gel auf dem Felde, die armen und ausgebeuteten Menschen zusammenschloss gegen den Willen der Macht und die Korruption. In der Postmoderne befinden wir uns wieder in der gleichen Situation wie Franz von Assisi, und wir setzen dem Elend der Macht die Freude am Sein entgegen. Diese Revolution wird keine Macht kontrollieren k\u00f6nnen &#8211; weil Biomacht und Kommunismus, Kooperation und Revolution in Liebe, Einfachheit und auch in Unschuld vereint bleiben. Darin zeigen sich die nicht zu unterdr\u00fcckende Leichtigkeit und das Gl\u00fcck, Kommunist zu sein.&#8220; (Michael Hardt\/Antonio Negri: Empire, Frankfurt a.M. 2003, S. 420) Auch hier, sagt Losurdo, wird eine kommunistische Gesellschaft beschworen, ohne jeglichen Konflikt und Widerspruch in den menschlichen Beziehungen, ja sogar in der Welt der Tiere. &#8222;Es ist die <em>Apokatastase <\/em>[Wiederherstellung], die <em>restitutio omnium <\/em>[Wiederherstellung von allen], die Wiederherstellung und die Wiederauss\u00f6hnung aller Gesch\u00f6pfe, von denen die Apostelgeschichte spricht (3,21)&#8220;, ein Bereuen und Umdenken wird gefordert (<em>Metanoia<\/em>). &#8222;Wenn bei Bebel die M\u00e4nner und Frauen ein f\u00fcr allemal von den Gef\u00fchlen des &#8222;Hasses&#8220; und der &#8222;Rache&#8220; befreit waren, bei Bloch von der &#8222;alles B\u00f6seste im Menschen preiskr\u00f6nenden Kaufmannsmoral&#8220;, so befreien sich nun nicht nicht nur die M\u00e4nner und Frauen, sondern die gesamte Sch\u00f6pfung, &#8222;die Tiere, Schwester Mond, Bruder Sonne, die V\u00f6gel auf dem Felde, die armen und ausgebeuteten Menschen&#8220;, alle zusammen vom &#8222;Willen zur Macht&#8220;, von der &#8222;Korruption&#8220;, vom &#8222;Elend der Macht&#8220;, um &#8222;in Liebe, Einfachheit und Unschuld&#8220; zu leben: die <em>Apokatastasis<\/em> erstrahlt hier im vollem Glanz.&#8220; (170f.)<\/p>\n<p><strong>Kommunismus &#8211; ein Kapitel der Religionsgeschichte?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein typischer Vertreter solcher Auffassung ist der Philosoph Karl L\u00f6with: &#8222;Der historische Materialismus ist Heilsgeschichte in der Sprache der National\u00f6konomie. Was eine wissenschaftliche Entdeckung zu sein scheint &#8230; ist vom ersten bis zum letzten Satz von einem eschatologischen Glauben erf\u00fcllt, der seinerseits die ganze Wucht und Reichweite aller Einzelfeststellungen bedingt.&#8220; (Karl L\u00f6with: Weltgeschichte und Heilsgeschehen [1953], Stuttgart 2004, S. 54) Wie oft der Fall, war hier <em>der Wunsch der Vater des Gedankens<\/em> [Shakespeare: Heinrich IV, Teil 2, 4. Akt\/4. Szene] bzw. es ist &#8222;ihr gesellschaftliches Sein, das ihr Bewu\u00dftsein bestimmt.&#8220;, wie es Marx im ber\u00fchmten Vorwort &#8218;Zur Kritik der Politischen \u00d6konomie&#8216; formuliert (MEW 13, S. 9); aus anderer Gesinnung bzw. Parteinahme schreibt Engels umgekehrt \u00fcber die Bauernkriege: &#8222;Unter dem Reich Gottes verstand M\u00fcnzer aber nichts anderes als einen Gesellschaftszustand, in dem keine Klassenunterschiede, kein Privateigentum und keine den Gesellschaftsmitgliedern gegen\u00fcber selbst\u00e4ndige, fremde Staatsgewalt mehr bestehen.&#8220; (MEW 7, S. 354) So diagnostiziert Losurdo bei den &#8222;Exegeten&#8220; (wie er sie sp\u00f6ttisch nennt) vom Schlage eines L\u00f6with eine weiterhin unterschwellig vorhandene religi\u00f6se Gl\u00e4ubigkeit als bestimmenden Faktor der Interpretation bzw. Verwerfung eines <em>falschen <\/em>Glaubens. &#8222;Wenn f\u00fcr Engels das Streben nach dem Reich Gottes nichts anderes war als der Ausdruck vager kommunistischer Forderungen bestimmter sozialer Schichten, so dr\u00fccken f\u00fcr die Exegeten die sozialistischen und kommunistischen Losungen, von denen wir hier reden, nichts anderes aus als das traditionelle religi\u00f6se Streben nach dem Himmelreich in oberfl\u00e4chlich laisierter Form.&#8220; (173)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch h\u00e4lt Losurdo seinerseits ein &#8218;Absterben des Staates&#8216; f\u00fcr unglaubw\u00fcrdig und eine Propagierung dieser These f\u00fcr Kirchenpolitik. &#8222;In der Sowjetunion ist die Partei, die an der Macht war, bis zum Vorabend des Zusammenbruchs, fortgefahren, gebetsm\u00fchlenartig und mit einer Glaubw\u00fcrdigkeit, die gegen Null ging, den Katechismus der Abschaffung des Staates, der Nation, der Religion usw. zu predigen.&#8220; (177) Er meint, Engels Argumentation zur &#8218;Notwendigkeit einer Autorit\u00e4t&#8216; bringe &#8222;die These von der Abschaffung des Staates ins Wanken&#8220;, doch beachtet er nicht, da\u00df Engels an dieser Stelle wohlweislich zwischen Autorit\u00e4t und Staat sowie zwischen allm\u00e4hlichen Verschwinden und pl\u00f6tzlicher Abschaffung unterscheidet (vergl. Friedrich Engels: Von der Autorit\u00e4t \/ MEW 18, S.\u00a0305ff.).<\/p>\n<p><strong>Rebellen und Dissidenten<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es geht um die scheinbaren Rebellen und Dissidenten, die Losurdo hier als Gegenbild zu den wirklichen Revolution\u00e4ren definiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Rebell ist &#8222;in erster Linie darauf bedacht, seine \u00dcberlegenheit in Bezug auf jeden politischen Inhalt zu behaupten. Indem er sich so verh\u00e4lt, bekennt er sich zum Antidogmatismus; in Wirklichkeit wird der gef\u00fcrchtete und ordin\u00e4re Dogmatismus des Objekts durch einen offensichtlichen und koketten Dogmatismus des Subjekts ersetzt.&#8220;, doch in seiner Polemik, beispielsweise gegen den Neoliberalismus, scheut er &#8222;den Vorwurf oder den Verdacht, einen Kompromiss mit der Staatsmacht einzugehen, und erweist sich daher als unf\u00e4hig, einen ideologisch und unmittelbar politisch konsequenten Kampf gegen den Abbau des Sozialstaates zu f\u00fchren.&#8220; (210) Es ist jener, der nur sch\u00f6ne Reden halten kann, aber vor wirklichen Taten zur\u00fcckschreckt. Er kann sich jederzeit in einen braven Staatsb\u00fcrger verwandeln, wenn er nicht schon einer ist. Losurdo zitiert in diesem Zusammenhang eine Notiz von Hegel aus den Berliner Schriften: &#8222;Der Mut besteht heute nicht mehr darin, die Regierungen anzugreifen, sondern sie zu verteidigen.&#8220; (213) &#8211; das klingt, auf unser Heute bezogen, am\u00fcsant, doch mu\u00df man dabei wissen, da\u00df Hegel, der Staatsverteidiger Nummer 1, das ohne eine Spur von Ironie sagt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Dissident: &#8222;Bei Bedarf stellt ihn die herrschende Ideologie als unerschrockenen K\u00e4mpfer dar, der jede Befleckung mit der Macht vermeidet und der obendrein nicht z\u00f6gert, sie herauszufordern; es wird hingegen die Tatsache verschwiegen, dass der &#8218;Dissident&#8216; eine Staatsmacht ins Visier nehmen kann \u2013 und aufgehetzt wird, dies zu tun -, die ihrerseits &#8218;dissident&#8216; gegen\u00fcber einer weitaus m\u00e4chtigeren und beunruhigenderen weltweiten Macht ist.&#8220; (216) Aktuelles Paradebeispiel dazu ist die Ukraine, jene dissidenten Proteste, &#8222;die, beginnend mit der paramilit\u00e4rischen Besetzung des Maidan in Kiew im Februar 2014, zu jenem <em>regime change<\/em> in der Ukraine f\u00fchren, erw\u00fcnscht und gef\u00f6rdert von den USA und der Europ\u00e4ischen Union, die auch physisch mit Politikern ersten Ranges vor Ort sind, welche einerseits die rechtm\u00e4\u00dfige Regierung einsch\u00fcchtern und ihr mit schweren politischen und wirtschaftlichen Sanktionen drohen und andererseits die Randalierer ermutigen und aufhetzen.&#8220; (221f.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die direkte Kriegssituation in der Ukraine hat Losurdo nicht mehr miterlebt, aber sein Standpunkt sollte klar sein in Anbetracht seines Urteils zum <em>regime change<\/em> 2014: &#8222;Es handelt sich um Bewegungen, die auf der Stra\u00dfe stark pr\u00e4sent und auch im Parlament gut vertreten sind, deren &#8222;Wurzeln jedoch bis in den Zweiten Weltkrieg zur\u00fcckreichen, als sich ukrainische Nationalisten und [deutsche] Nazis auf der gemeinsamen Grundlage von Antikommunismus und Antisemitismus trafen&#8220;; eine Zusammenarbeit, die zu &#8222;Massakern&#8220; und der Aufstellung einer &#8222;SS-Division&#8220; f\u00fchrte, der bis heute gehuldigt wird ([Bernardo] Valli 2014 [in &#8222;einer angesehenen italienischen Tageszeitung&#8220;]). Dank des <em>regime changes<\/em> oder auch Staatsstreichs, der von der Europ\u00e4ischen Union (wie auch von den USA) unterst\u00fctzt, ja gef\u00f6rdert wurde, konnte diese eindeutig neonazistische Bewegung zu einer wichtigen Kraft in der neuen Regierung werden.&#8220; (38)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Schlu\u00dffolgerung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie immer man zu Losurdos politischen Perspektiven stehen mag, seine gedanklichen Exkursionen sind allemal eine anregende und diskussionsw\u00fcrdige Lekt\u00fcre. Zweifellos will er ernsthaft und ehrlich eine Wiederbelebung der kommunistischen Bewegung. Er kritisiert prim\u00e4r die Verb\u00fcrgerlichung von mehr oder weniger bekannten aktuellen, teilweise kommunistischen Intellektuellen; es f\u00e4llt nicht schwer, hierzu spezifische deutsche Beispiele zu assoziieren. Prinzipiell wird bei Losurdo der revolution\u00e4re Klassenkampf auf die elementare Formel heruntergebrochen: die bestehende Gesellschaftsordnung umzust\u00fcrzen. Ist ein revolution\u00e4rer Umsturz nicht in Sicht, gilt es f\u00fcr Kommunisten: sich wenigstens in soziale K\u00e4mpfe einzumischen, gegen kriegerische Eroberungspl\u00e4ne aufzutreten. In antikolonialen Widerstandsk\u00e4mpfen sieht Losurdo revolution\u00e4res Potential, sei es in Pal\u00e4stina oder in afrikanischen Staaten, erfolgreich und vorbildhaft in China.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seine Ausf\u00fchrungen zu China sind nur marginal (es wird vermutet, er plante noch ein eigenes Buch dazu), aber optimistisch, er scheint China f\u00fcr bef\u00e4higt zu halten, die Leerstelle nach dem Zusammenbruch der Zweiten Welt (der Sowjetunion und dem Warschauer Pakt) auszuf\u00fcllen, um der Ersten Welt (Kapitalistischer Westen\/Nato) im Interesse der ehemaligen Dritten Welt (der blockfreien Staaten) Paroli zu bieten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Wichtigste ist ihm wohl, nicht vertr\u00e4umt stehenzubleiben, sondern gegenw\u00e4rtige M\u00f6glichkeiten revolution\u00e4ren Kampfes zu erkennen und sich daf\u00fcr einzusetzen. Falls nicht vorher ein bereits vor der T\u00fcr stehender Dritter Weltkrieg, von der aggressiven USA-Politik verursacht, die bestehende Weltordnung in Schutt und Asche legt (was immerhin, zumindest theoretisch, ebenfalls einen sozialistischen Neuanfang erm\u00f6glichen k\u00f6nnte). Sein Fazit lautet:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Die Kommunisten sind aufgerufen, eine Wahrheit anzuerkennen, so schmerzhaft sie auch sein mag: Auch das Ideal des Kommunismus kann sich als Mittel der Flucht, ja als Religion der Flucht darstellen. Hinsichtlich der strahlenden Zukunft bzw. des Paradieses der Gl\u00e4ubigen scheinen die konkreten K\u00e4mpfe, die von Zeit zu Zeit durch die objektiven Entwicklungen des Klassenkampfes und die einzelnen Etappen des Emanzipationsprozesses aufgezwungen werden, integraler Bestandteil eines Tales der Tr\u00e4nen, g\u00e4nzlich ohne Wert, zu sein. &#8230; Vernachl\u00e4ssigt man die &#8222;<em>wirklichen <\/em>K\u00e4mpfe&#8220; oder, um es mit dem <em>Manifest der Kommunistischen Partei<\/em> zu sagen, einer &#8222;unter unsern Augen vor sich gehenden geschichtlichen Bewegung&#8220;, verwandelt sich der K\u00e4mpfer und Theoretiker der Revolution schlie\u00dflich in einen &#8222;Weltverbesserer&#8220; (ebd., 4, S. 474f.). &#8230; Wie begrenzt und kleinlich erscheinen die heutigen K\u00e4mpfe im Vergleich zur so beschworenen leuchtenden Zukunft doch! In dieser Hinsicht ist der Kommunismus ein Mittel zur Flucht aus der Realit\u00e4t, wie jede andere Religion auch. \/ Gerade um dieser Gefahr zu begegnen, gibt uns die <em>Deutsche Ideologie<\/em>, in der es eine emphatische Vision der kommunistischen Zukunft gibt, gleichzeitig eine ganz andere Definition des Kommunismus: Es ist nicht &#8222;ein <em>Zustand<\/em>, der hergestellt werden soll, ein <em>Ideal<\/em> wonach die Wirklichkeit sich zu richten haben wird&#8220;, sondern &#8222;die <em>wirkliche <\/em>Bewegung, welche den jetzigen Zustand aufhebt&#8220; (ebd., 3, S. 35). Es w\u00e4re verheerend, wenn die erhabene Sch\u00f6nheit der kommunistischen Zukunft die Aufmerksamkeit von den sich in der Gegenwart aufdr\u00e4ngenden K\u00e4mpfen ablenken w\u00fcrde.&#8220; (238ff.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><u>Anmerkung:<\/u> Bez\u00fcglich Druckfehler-Korrektur ist das PapyRossa-Verlagslektorat noch verbesserungsf\u00e4hig. Das &#8222;Dyptichon&#8220; auf Seite 12 ist dabei noch harmlos, kitzliger ist z.B. ein Fehler auf Seite 43: &#8222;Nach dem Kriegsausbruch wurde die Kritik an dieser Herrschaftsform ein wesentliches Element der ideologischen Vorbereitung der Oktoberrevolution. Unmittelbar vor dem Krieg prangerte Lenin in <em>Staat und Revolution<\/em> die verh\u00e4ngnisvollen Folgen des Krieges f\u00fcr die politische Ordnung an&#8220; &#8211; &#8218;Staat und Revolution&#8216; wurde bekanntlich nicht vor, sondern w\u00e4hrend des Ersten Weltkriegs geschrieben, auch kann schwerlich, jedenfalls nicht konkret, \u00fcber die Folgen eines Krieges gesprochen werden, der noch gar nicht stattfindet. Richtig mu\u00df es hier hei\u00dfen: &#8222;Unmittelbar vor der Revolution [1917] prangerte Lenin usw.&#8220;.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Peter Miso &#8211; Juli 2024<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Buchrezension: Der Kommunismus &#8211; Geschichte, Erbe und Zukunft; PapyRossa-Verlag 2024 Domenico Losurdo (1941-2018) studierte Philosophie und Geschichte in Urbino\/Italien und T\u00fcbingen\/Deutschland; er lebte und arbeitete in der Provinz Pesaro und Urbino, verheiratet mit der deutschen Psychologin Erdmute Brielmayer (die viele seiner B\u00fccher ins Deutsche \u00fcbersetzte). Er war, gemeinsam mit Hans Heinz Holz, der Herausgeber der &hellip; <a href=\"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=2833\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Domenico Losurdo:  Der Kommunismus &#8211; Geschichte, Erbe und Zukunft<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-2833","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/2833","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2833"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/2833\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2835,"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/2833\/revisions\/2835"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2833"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}