{"id":2611,"date":"2022-11-21T22:48:11","date_gmt":"2022-11-21T21:48:11","guid":{"rendered":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=2611"},"modified":"2022-11-21T23:40:40","modified_gmt":"2022-11-21T22:40:40","slug":"wert-geld-und-kredit-in-hilferdings-finanzkapital","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=2611","title":{"rendered":"WERT, GELD UND KREDIT IN HILFERDINGS &#8222;FINANZKAPITAL&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><em>Franz Kaminski<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"#_ednref1\" name=\"_edn1\"><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine Untersuchung des Hilferdingschen Buches &#8222;Das Finanzkapital&#8220; st\u00f6\u00dft auf gewisse Schwierigkeiten. Das vielgelesene Buch besticht durch einen schnellen Umgang mit marxistischer Begrifflichkeit. Bei n\u00e4herer Sicht steht dabei aber neben Richtigem auch viel Falsches. Es soll hier versucht werden, den roten Faden in Hilferdings Auffassungen von Wert, Geld und Kredit aufzuzeigen und in einigen Konsequenzen klarzumachen. Dabei kann in einem kurzen Aufsatz nicht im Detail auf jede abweichende \u00c4u\u00dferung eingegangen werden. Vielmehr wird versucht, die f\u00fcr den Fortgang der Hilferdingschen Anschauungen wirklich wichtigen Aspekte aufzugreifen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1. Hilferdings &#8222;Finanzkapital&#8220;<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Der theoretische &#8230; Revisionismus ist abgetan, und wir Marxisten k\u00f6nnen unsere ganze Kraft und Zeit, soweit wir sie der Theorie zuzuwenden verm\u00f6gen, wieder ganz der gro\u00dfen Aufgabe widmen, das Geb\u00e4ude, das unsere Meister unvollendet hinterlassen, auszubauen und der Neuzeit anzupassen.&#8220; So sah Karl Kautsky die Situation an der theoretischen Front der deutschen Sozialdemokratie im Jahre 1910 in seiner Rezension zu Hilferdings &#8222;Finanzkapital&#8220;<a href=\"#_edn1\" name=\"_ednref1\">[1]<\/a>. Einen wichtigen Bei\u00adtrag zur Bew\u00e4ltigung dieser Aufgabe habe Hilferding mit seinem Buch &#8222;Das Finanzkapital&#8220; geleistet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kautsky beschreibt die Lage in der deutschen Sozialdemokratie in bezug auf die Aneignung des &#8222;Kapitals&#8220; in folgender Weise: Der erste Band des &#8222;Kapital&#8220; sei viel popul\u00e4rer als die beiden folgenden B\u00e4nde, nicht nur weil er als einziger voll\u00adst\u00e4ndig ausgearbeitet sei, sondern auch &#8222;weil er die eigentliche Dom\u00e4ne des Klassenkampfes zwischen Kapital und Arbeit behandelte.&#8220;<a href=\"#_edn2\" name=\"_ednref2\">[2]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die deutschen Arbeiter h\u00e4tten sich den ersten Band des &#8222;Kapital&#8220; angeeignet, weil es in diesem Buch um ihre eigentlichen Probleme gehe, w\u00e4hrend die B\u00e4nde 2 und 3 eher die Gegens\u00e4tze der Ausbeuter untereinander und damit die eigenen An\u00adgelegenheiten der Bourgeoisie behandelten. Die Sch\u00e4tze aber, die im zweiten und dritten Band des &#8222;Kapitals&#8220; l\u00e4gen, habe Hilferding nun mit seinem Buch gehoben und f\u00fcr den Klassenkampf verwertet. Hilferding, so Kautsky, folge dabei aber Marx nicht sklavisch, sondern setze dessen unvollendet gebliebene Analyse fort, erg\u00e4nze sie und passe sie der &#8222;gewaltigen \u00f6konomischen Umw\u00e4lzung&#8220; seit Erscheinen des &#8222;Kapital&#8220; an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Urteil Kautskys ist eindeutig: Mit dem Hilferdingschen &#8222;Finanzkapital&#8220; liege die notwendige Fortsetzung des &#8222;Kapital&#8220; vor. Das &#8222;Finanzkapital&#8220; war kaum erschienen, da hatte der gro\u00dfe theoretische F\u00fchrer der deutschen Sozialdemokratie \u00fcber Hilferdings Buch bereits sein &#8222;Ja&#8220; gesprochen. Es Muss wohl kaum erw\u00e4hnt werden, dass damit eine wirkliche inhaltliche Diskussion des Werks alles andere als angeregt wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ganz ohne Kritik blieb Kautskys Rezension des &#8222;Finanzkapital&#8220; jedoch nicht. Einen Punkt gab es, an dem Kautsky Hilferding nicht folgen konnte: &#8222;Es ist dies seine Auffassung, als lasse sich Geldware (Gold oder Silber) nicht blo\u00df als Zirkulationsmittel, sondern auch als Wertmesser durch Papier ersetzen. Der wirkliche Wertmesser sei nicht das Metallgeld, sondern der Gesamtwert der zu zirkulierenden Waren (bei gleichbleibender Umlaufszeit), der von ihm sogenannte gesellschaftlich &lt;notwendige Zirkulationswert&gt;&#8220;<a href=\"#_edn3\" name=\"_ednref3\">[3]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Kritik an der Hilferdingschen Geldtheorie wird von Kautsky aber nicht fortgef\u00fchrt<a href=\"#_edn4\" name=\"_ednref4\">[4]<\/a>, da sich eine ausf\u00fchrlichere Auseinandersetzung schon deshalb er\u00fcbrige, weil Hilferdings Geldtheorie &#8222;praktisch und theoretisch bei ihm ohne alle Wirkung&#8220; bleibe und im weiteren Fortgang seines Buches &#8222;keine Rolle&#8220; mehr spiele, \u00fcberhaupt, so hatte Kautsky vorher festgestellt, werde der erste Band des Kapitals, in dem die Geldtheorie ihren Platz habe, in Hilferdings Buch kaum ber\u00fchrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Liest man die Rezension des Herausgebers der damals bedeutendsten theoretischen Zeitschrift des internationalen Sozialdemokratie, so wird klar, dass Hilferdings Buch von den meisten Sozialdemokraten ohne weiteres als bedeutende theoretische Schrift anerkannt wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So ist es auch nicht weiter verwunderlich, wie Lenin die Hilferdingsche Schrift aufnimmt. In seinem Buch &#8222;Der Imperialismus als h\u00f6chstes Stadium des Kapitalismus&#8220; findet Hilferdings Buch mehrfach lobende Erw\u00e4hnung. Lenins Urteil zum &#8222;Finanzkapital&#8220; ist bereits den ersten Seiten der Imperialismusschrift zu ent\u00adnehmen: &#8222;Im Jahre 1910 erschien in Wien das Werk des \u00f6sterreichischen Marxisten Rudolf Hilferding &lt;Das Finanzkapital&gt; (russische \u00dcbersetzung Moskau 1912). Obwohl der Autor in der Geldtheorie irrt und eine gewisse Neigung zeigt, den Marxismus mit dem Opportunismus zu vers\u00f6hnen, ist dieses Werk eine h\u00f6chst wertvolle theoretische &lt;Studie \u00fcber die j\u00fcngste Entwicklung des Kapitalismus&gt;, wie der Untertitel des Hilferdingschen Buches lautet.&#8220;<a href=\"#_edn5\" name=\"_ednref5\">[5]<\/a> Lenin fasst hier seine Meinung zu der Schrift &#8222;Das Finanzkapital&#8220; zusammen. Neben den Irrt\u00fcmern in der Geldtheorie bescheinigt er Hilferding politische Fehler, schlie\u00dft sich jedoch im Ganzen dem Urteil Kautskys an.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2. Hilferdings Vorgehen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit seiner Untersuchung &#8222;Das Finanzkapital&#8220; stellt Hilferding den Anspruch, &#8222;die \u00f6konomischen Erscheinungen der j\u00fcngsten kapitalistischen Entwicklung wissenschaftlich zu begreifen.&#8220;<a href=\"#_edn6\" name=\"_ednref6\">[6]<\/a> Dabei will er &#8222;diese Erscheinungen in das theoretische System der klassischen National\u00f6konomie einzureihen versuchen, die mit W. Petty beginnt und in Marx ihren h\u00f6chsten Ausdruck findet.&#8220; Erst dann will er das Charakteristische des modernen Kapitalismus untersuchen, worunter er jene Konzentrationsvorg\u00e4nge versteht, &#8222;die einerseits in der &lt;Aufhebung der freien Konkurrenz&gt; durch die Bildung von Kartellen und Trusts, andererseits in einer immer innigeren Beziehung zwischen Bankkapital und industriellem Kapital erscheinen.&#8220;<a href=\"#_edn7\" name=\"_ednref7\">[7]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hilferding beginnt seine Analyse im &#8222;Finanzkapital&#8220; mit einem Abschnitt \u00fcber Geld und Kredit. Erst nachdem er in einem zweiten Abschnitt dann noch &#8222;Die Mobilisierung des Kapitals. Das fiktive Kapital&#8220; abgehandelt hat, kommt er im dritten Abschnitt zum Finanzkapital und zur Einschr\u00e4nkung der freien Konkur\u00adrenz. Dieses Vorgehen Hilferdings erscheint zun\u00e4chst unlogisch und dem eigentlichen Gegenstand seiner Untersuchung unangemessen. Handelt er doch die Ph\u00e4nomene, die nach seinen eigenen Aussagen zumindest den faktenm\u00e4\u00dfigen, empirischen Ausgangspunkt seiner Analyse bilden, n\u00e4mlich die Konzentrationstendenzen und die daraus folgenden Erscheinungen, erst zu Beginn der zweiten H\u00e4lfte seines Buches ab. H\u00e4tten nicht die neuen Erscheinungen des Kapitalismus, wie Hilferding sie in seinem Vorwort erw\u00e4hnt, zuerst dargestellt und dann in Fortf\u00fchrung der Tradition der klassischen National\u00f6konomie von Petty bis Marx wissenschaftlich erkl\u00e4rt werden m\u00fcssen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Vorgehen Hilferdings ist auch nicht verst\u00e4ndlich aus der seinem Werk von Kautsky bescheinigten Doppelfunktion des Hebens der Sch\u00e4tze des dritten Bandes des &#8222;Kapitals&#8220; einerseits und der Anwendung der Marxschen Theorie auf die Verh\u00e4ltnisse des modernen Kapitalismus andererseits. Hilferding handelt n\u00e4mlich in den ersten Kapiteln seines Buches keineswegs nur \u00f6konomische Beziehungen ab, wie sie Gegenstand des dritten Bandes des &#8222;Kapital&#8220; sind. Vielmehr geht es ihm, wie Kautsky selbst bemerkt, um die Geldtheorie, d.h. um einen Gegenstand des ersten Bandes des &#8222;Kapital&#8220;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hilferding ist die Besonderheit seines Vorgehens sehr wohl bewusst. Er begr\u00fcndet sie damit, dass in den Beziehungen zwischen Bankkapital und Industriekapital sich nur die Beziehungen vollendeten, die bereits zwischen Geldkapital und produktivem Kapital best\u00e4nden. Daher habe sich die Frage des Kredits und mit ihr die Frage des Geldes aufgeworfen. Wenn es noch einsichtig ist, dass zur Untersuchung neuer Beziehungen zwischen Bankkapital und industriellem Kapital auf die zwischen Geldkapital und produktivem Kapital und damit auf den Kredit zur\u00fcckgegriffen werden Muss, so ist ein daraus folgendes Aufwerfen der Frage des Geldes keineswegs mehr zwangsl\u00e4ufig. Hilferding aber will in seinem Buch ausdr\u00fccklich die Frage des Geldes nicht nur im Anschluss an Marx rekapitulieren, sondern &#8222;klarlegen&#8220;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das von Hilferding gebrauchte Wort verweist schon darauf, dass er den Begriff des Geldes als keineswegs bereits durch Marx oder andere &#8222;klargelegt&#8220; betrachtet. Er spricht von einigen Problemen, die sich seit der Formulierung der Marxschen Geldtheorie aufgetan h\u00e4tten, wie zum Beispiel die Gestaltung des Geldwesens in Holland, \u00d6sterreich und Indien, auf die die bisherige &#8211; d.h. auch die Marxsche &#8211; Geldtheorie keine Antwort zu finden vermocht habe, so dass eine erneute Behandlung des Problems angebracht erscheine. Die &#8222;richtige Analyse des Geldes&#8220; Muss Hilferding zufolge demnach also noch erbracht werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber auch dies ist keine Begr\u00fcndung daf\u00fcr, warum Hilferding Probleme der Marxschen Geldtheorie in seinem Buch \u00fcber das Finanzkapital und nicht in einem Artikel in der &#8222;Neuen Zeit&#8220; abhandelte, in der er seit Jahren schrieb. Der Grund f\u00fcr Hilferdings Vorgehen in seinem &#8222;Finanzkapital&#8220; wird von ihm selber im Vorwort klar genannt. Auf der Grundlage einer von der Marxschen Geldtheorie abweichenden Analyse des Geldes soll eine Untersuchung des Kredits erfolgen und mit ihr der Stellung des Bankkapitals zum industriellen Kapital. Hilferding geht davon aus, dass &#8222;erst aus der richtigen Analyse des Geldes die Rolle des Kredits, damit aber die elementaren Formen der Beziehungen zwischen Bank- und Industriekapital erkannt werden konnten.&#8220;<a href=\"#_edn8\" name=\"_ednref8\">[8]<\/a> Erst auf dieser Grundlage, die noch die Untersuchung der Effekten- und der Warenb\u00f6rse einschlie\u00dft, folgt bei Hilferding die Untersuchung der Konzentrationsprozesse. Dies ist das von ihm klar genannte Programm seiner Untersuchung des Finanzkapitals.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Verwunderlich ist angesichts dieses Programms nur, wie Kautsky Fehler Hilferdings in der Geldtheorie feststellen und gleichzeitig lange Zeit unwidersprochen behaupten konnte, diese Fehler seien ohne Wirkung f\u00fcr die weitere Analyse. Bevor wir aber zur Wirkung der fehlerhaften Grundlagen der Hilferdingschen Untersuchung kommen, m\u00fcssen wir diese Grundlagen selbst betrachten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3. Hilferdings falsche Werttheorie<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hilferding unternimmt es im &#8222;Finanzkapital&#8220;, den neuen Erscheinungen des Kapitalismus auf der Grundlage einer von Marx abweichenden Geldtheorie zu Leibe zu r\u00fccken. Dies wird im Vorwort halb versteckt und halb angedeutet. Bevor aber die Hilferdingsche Geldtheorie selbst betrachtet werden soll, Muss gekl\u00e4rt werden, auf welcher Basis Hilferding zu einer von Marx abweichenden Auffassung des Geldes gelangt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In seinem Vorwort zur Neuauflage des &#8222;Finanzkapitals&#8220; in der DDR hat Fred Oel\u00dfner, der im Grunds\u00e4tzlichen die Auffassung Kautskys und Lenins teilt und die Schrift f\u00fcr &#8222;eine bedeutsame Weiterentwicklung der \u00f6konomischen Theorie des Marxismus&#8220;<a href=\"#_edn9\" name=\"_ednref9\">[9]<\/a> h\u00e4lt, auf &#8222;Ungenauigkeiten&#8220; bei der Darstellung der Marxschen Werttheorie Im &#8222;Finanzkapital&#8220; hingewiesen. Oel\u00dfner wirft Hilferding vor, er fasse den Wertbegriff in seiner Schrift nur quantitativ. Als Beispiel verweist Oel\u00dfner auf eine Fu\u00dfnote, in der Hilferding schreibt: &#8222;Diese Dinge (gemeint sind zwei Dinge, die sich Im Austausch aufeinander beziehen, F.K.) m\u00fcssen in einer warenproduzierenden Gesellschaft miteinander \u00fcberhaupt in ein Verh\u00e4ltnis treten und dies k\u00f6nnen sie als Ausdruck gesellschaftlich notwendiger Arbeitszeit.&#8220;<a href=\"#_edn10\" name=\"_ednref10\">[10]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Oel\u00dfner bemerkt dazu zu Recht: &#8222;Das stimmt nicht, sondern sie beziehen sich als Ausdruck abstrakter Arbeit aufeinander.&#8220;<a href=\"#_edn11\" name=\"_ednref11\">[11]<\/a> Weiterhin belegt er, dass Hilferding in seinem &#8222;Finanzkapital&#8220; von der abstrakten Arbeit keinen Begriff hat, sie allenfalls in falscher Weise als abstrakte Arbeitszeit erw\u00e4hnt.<a href=\"#_edn12\" name=\"_ednref12\">[12]<\/a> Welche Bedeutung hat es, wenn Hilferding die abstrakte Arbeit nicht erw\u00e4hnt bzw. sie in v\u00f6llig falscher Weise nennt? Ist dies nur eine Ungenauigkeit, wie Oel\u00dfner sagt, oder deutet dies auf grundlegende Fehler Hilferdings nicht nur in der Geld-, sondern auch in der Werttheorie hin? Betrachten wir einmal genauer, welche Rolle die abstrakte Arbeit in der Marxschen Werttheorie einnimmt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Die Waren&#8220;, so Hilferding, &#8222;sind Verk\u00f6rperungen gesellschaftlich notwendiger Arbeitszeit. Aber diese Arbeitszeit wird als solche nicht direkt ausgedr\u00fcckt wie etwa in der Gesellschaft des Rodbertus, wo die Zentralbeh\u00f6rde f\u00fcr jedes Produkt die gesellschaftlich g\u00fcltige Arbeitszeit direkt festsetzt. Sie erscheint nur in der Gleichsetzung einer Sache mit einer anderen im Austausch. In diesem wird also der Wert einer Sache, ihre gesellschaftliche Produktionszeit, ausgedr\u00fcckt nicht als solche, als Acht- oder Zehn- oder Zw\u00f6lfstundenarbeit, sondern als bestimmtes Quantum einer anderen Sache. Diese, als Ding, wie es geht und steht, mit allen seinen Natureigenschaften, dient also als Ausdruck des Werts eines anderen Dinges, als sein \u00c4quivalent. Zum Beispiel in der Gleichung 1 Rock = 20 Meter Leinwand, sind diese 20 Meter Leinwand \u00c4quivalent des Rockes. Sie sind ihm gleich, weil auch sie Verk\u00f6rperung gesellschaftlich notwendiger Arbeitszeit und als solche alle Waren einander gleich sind.<a href=\"#_edn13\" name=\"_ednref13\">[13]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So ist nach Hilferding der Austausch nur &#8222;ein quantitatives Verh\u00e4ltnis zwischen zwei Dingen.&#8220;<a href=\"#_edn14\" name=\"_ednref14\">[14]<\/a> Marx aber hat gerade diese Auffassung abgelehnt: &#8222;Die ober\u00adfl\u00e4chliche Auffassung dieser Tatsache, dass das \u00c4quivalent in der Wertgleichung stets nur die Form eines einfachen Quantums einer Sache, eines Gebrauchswertes, besitzt, hat Bailey, wie viele seiner Vorg\u00e4nger und Nachfolger, verleitet, im Wertausdruck ein nur quantitatives Verh\u00e4ltnis zu sehn. Die \u00c4quivalentform einer Ware enth\u00e4lt vielmehr keine quantitative Wertbestimmung.&#8220;<a href=\"#_edn15\" name=\"_ednref15\">[15]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf die interessanten Beziehungen, die Hilferding in dem obigen Zitat zu Rodbertus kn\u00fcpft,<a href=\"#_edn16\" name=\"_ednref16\">[16]<\/a> m\u00fcssen wir in diesem Zusammenhang noch zur\u00fcckkommen. Wir haben hier eine der wenigen Stellen im &#8222;Finanzkapital&#8220; vorliegen, in denen Hilferding ausdr\u00fccklich auf den Wert eingeht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass die Waren Ausdruck gesellschaftlich notwendiger Arbeitszeit sind, zeigt sich nach Hilferding darin, dass sie einander im Austausch gleichgesetzt sind. Er gebraucht einige Formulierungen aus der Marxschen Wertformanalyse -, um den wirklichen Kern der Sache zu umgehen. In dem Wertausdruck l Rock = 20 Meter Leinwand sind die 20 Meter Leinwand, wie Hilferding richtig bemerkt, \u00c4quivalent des Rockes. Diese Feststellung jedoch ist in bezug auf die Werttheorie un\u00adzureichend. So f\u00fchrt Marx aus: &#8222;Damit die Waren an dem in ihnen enthaltenen Quantum Arbeit gemessen werden &#8211; und das Ma\u00df f\u00fcr das Quantum ist die Zeit -, m\u00fcssen die verschiedenartigsten in den Waren enthaltenen Arbeiten reduziert sein, Durchschnittsarbeit, gew\u00f6hnliche, unskilled labour. Erst dann kann das Quantum der in ihnen enthaltenen Arbeitszeit an der Zeit, einem gleichen Ma\u00df gemessen werden. Sie Muss qualitativ gleich sein, damit ihre- Unterschiede zu blo\u00df quantitativen, blo\u00dfen Gr\u00f6\u00dfenunterschieden werden.&#8220;<a href=\"#_edn17\" name=\"_ednref17\">[17]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dies ist jedoch, wie Marx feststellt, nur die quantitative Seite der Sache: &#8222;Diese Reduktion auf einfache Durchschnittsarbeit ist jedoch nicht die einzige Bestimmt\u00adheit der <strong>Qualit<\/strong><strong>\u00e4t<\/strong> dieser Arbeit, worin als Einheit sich die Werte der Waren aufl\u00f6sen. Dass das Quantum der in ihnen enthaltnen Arbeit das zu ihrer Produktion <strong>gesellschaftlich notwendige<\/strong> Quantum ist &#8211; die Arbeitszeit also <strong>notwendige Arbeitszeit<\/strong> -, ist eine Bestimmung, die nur die <strong>Wertgr\u00f6\u00dfe<\/strong> betrifft. Aber die Arbeit, die die Einheit der Werte bildet, ist nicht nur gleiche, einfache Durch\u00adschnittsarbeit. Die Arbeit ist Arbeit des Privatindividuums, dargestellt in einem bestimmten Produkt. Als Wert soll auch das Produkt Verk\u00f6rperung der gesell\u00adschaftlichen Arbeit sein und als solches unmittelbar verwandelbar aus einem Gebrauchswert in jeden anderen. (&#8230;) Die <strong>Privatarbeit<\/strong> soll sich also unmittelbar darstellen als ihr Gegenteil, <strong>gesellschaftliche<\/strong> Arbeit; diese verwandelte Arbeit ist als ihr unmittelbares Gegenteil <strong>abstrakt allgemeine Arbeit<\/strong>, die sich daher auch in einem allgemeinen \u00c4quivalent darstelle. Nur durch ihre Ver\u00e4u\u00dferung stellt sich die individuelle Arbeit wirklich als ihr Gegenteil dar. Aber die Ware Muss diesen allgemeinen Ausdruck besitzen, bevor sie ver\u00e4u\u00dfert ist.&#8220;<a href=\"#_edn18\" name=\"_ednref18\">[18]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es wird deutlich, worin der Fehler Hilferdings besteht: Die Waren als Verk\u00f6rperung gesellschaftlich notwendiger Arbeitszeit sind nur die quantitative Seite, die im Austausch zur Erscheinung kommt. Wenn in der \u00c4quivalentform der Gebrauchswert zur Erscheinungsform des Werts wird, so wird damit zugleich konkrete Arbeit zur Erscheinungsform ihres Gegenteils, abstrakt menschlicher Arbeit. Durch das Fehlen des Begriffs der abstrakten Arbeit benutzt Hilferding einen Wertbegriff, der nur quantitativ bestimmt, seines eigentlichen qualitativen Inhalts beraubt ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun k\u00f6nnte man der Meinung sein, der fehlende bzw. falsche Begriff der abstrakten Arbeit bei Hilferding sei mehr zuf\u00e4llig und st\u00fcnde in keinem wichtigen Zusammenhang mit seinen sonstigen Auffassungen. Dem ist aber nicht so. Schon am Vorgehen in der Darstellung in den ersten Kapiteln des &#8222;Finanzkapital&#8220; ist ersichtlich, dass bei Ihm Gesellschaft f\u00fcr den Austausch in gewisser Hinsicht bereits vorausgesetzt ist. Hilferding beginnt n\u00e4mlich mit der Darstellung von zweierlei Arten, auf die die &#8222;menschliche Produktionsgemeinschaft&#8220; konstituiert sein k\u00f6nne. In der warenproduzierenden Gesellschaft habe der Austausch die Funktion, &#8222;den gesellschaftlichen Lebensproze\u00df m\u00f6glich zu machen&#8220;. In dem Vollzug aller in dieser Gesellschaft m\u00f6glichen Tauschakte Muss sich das durchsetzen, was in einer kommunistischen, bewusst geregelten Gesellschaft mit Bewusstsein durch das gesellschaftliche Zentralorgan bestimmt wird: was und wieviel produziert wird, wo und von wem produziert wird. Kurz, der Austausch Muss den Warenproduzenten dasselbe mitteilen, was den Mitgliedern der sozialistischen Gesellschaft ihre Beh\u00f6rden, die mit Bewusstsein die Produktion regeln, die Arbeitsordnung bestimmen usw.&#8220;<a href=\"#_edn19\" name=\"_ednref19\">[19]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der einzelne Warenproduzent ist bei Hilferding sehr direkt und unmittelbar auf die Gesellschaft bezogen: Ihm wird mitgeteilt, was, wieviel usw. er zu produzieren hat. Damit setzt aber Hilferding Gesellschaftlichkeit in einer falschen Weise vor aller Produktion voraus. Nat\u00fcrlich sind die Einzelarbeiten im Kapitalismus aufeinander bezogen und insofern gesellschaftlich. Marx hat aber gerade gezeigt, dass die individuelle Arbeit zun\u00e4chst Privatarbeit ist, also nicht in ihrer gesellschaftlichen Form erscheint. Deshalb auch ist ja die individuelle Arbeitszeit nicht deckungsgleich mit der gesellschaftlich durchschnittlichen Arbeitszeit. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit der Wertform, und die Konkurrenz der Privatarbeiten stellt den Verkauf zum Wert her. Deshalb beziehen sich die Privatarbeiten aufeinander als abstrakte Arbeit, die Hilferding nicht verstanden hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei Hilferding aber ist dieser Prozess offensichtlich gar nicht notwendig, da Gesellschaftlichkeit von vornherein gegeben ist. Sie wird nicht erst durch die Beziehung der Warenproduzenten aufeinander im Austausch erzeugt. Schon vom Ansatz her stellt sich Hilferding das Problem nicht, dass die produzierten Dinge zun\u00e4chst Produkte konkret-n\u00fctzlicher Privatarbeit sind. Hilferding sieht nur die Tatsache, dass das Ding Arbeitsprodukt ist. Im Austausch werde diese &#8222;nat\u00fcrliche Eigenschaft&#8220; &#8222;zugleich eine gesellschaftliche Tatsache&#8220;<a href=\"#_edn20\" name=\"_ednref20\">[20]<\/a>. Dabei ist es nach Hilferding so, dass die Einzelarbeit durch das Aufdecken des Gesetzes der warenproduzierenden Gesellschaft als Teil der gesellschaftlichen Gesamtarbeit lediglich <strong>erscheint<\/strong><a href=\"#_edn21\" name=\"_ednref21\">[21]<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damit aber ist ein qualitativer Unterschied zwischen der Einzelarbeit und der Gesamtarbeit nicht mehr auszumachen. Der Unterschied besteht nur noch in der Beziehung des Teils zum Ganzen. Durch seinen Ansatzpunkt in den unterschiedlichen Gesellschaftsformationen setzt Hilferding den gesellschaftlichen Charakter der Einzelarbeit zun\u00e4chst voraus, um ihn sp\u00e4ter scheinbar zu erkl\u00e4ren. Einzelarbeit ist f\u00fcr ihn dadurch nur Teil der gesellschaftlichen Gesamtarbeit, ihr gesellschaftlicher Charakter wird vorausgesetzt. Damit kann aber nur mehr tautologisch erkl\u00e4rt werden, was bewiesen werden sollte. Hilferding sieht nicht, dass der Charakter der Arbeit selbst ein doppelter wird. Der der inneren Widerspr\u00fcchlichkeit der Ware zugrundeliegende Doppelcharakter der Arbeit bleibt unbeachtet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Benjamin Franklin, der Marx zufolge das Grundgesetz der modernen politischen \u00d6konomie formulierte, f\u00fchrt aus: &#8222;Da der Handel \u00fcberhaupt nichts ist als der Austausch einer Arbeit gegen andre Arbeit, wird der Wert aller Dinge am richtigsten gesch\u00e4tzt in Arbeit.&#8220;<a href=\"#_edn22\" name=\"_ednref22\">[22]<\/a> Marx wirft Franklin vor, dass er mit dieser Aussage einseitig bleibe. Er kritisiert an diesen Zeilen &#8211; und auch Hilferding entgeht diesem Vorwurf nicht -, Franklin spreche von der Arbeit als wertbestimmend &#8222;ohne weitere Bezeichnung als Substanz des Werts aller Dinge&#8220;<a href=\"#_edn23\" name=\"_ednref23\">[23]<\/a>. Abstrakt menschliche Arbeit zu sein ist der spezifische Charakter der Arbeit, die Wert bildet. Hilferding l\u00e4sst den Springpunkt der Werttheorie au\u00dfer Acht. Dies ist jedoch nicht alles: &#8222;Es gen\u00fcgt indes nicht, den spezifischen Charakter der Arbeit auszudr\u00fccken, woraus der Wert der Leinwand besteht. Menschliche Arbeitskraft im fl\u00fcssigen Zustand oder menschliche Arbeit bildet Wert, <strong>aber ist nicht Wert<\/strong>. Sie wird Wert in geronnenem Zustand, in gegenst\u00e4ndlicher Form. Um den Wert als Gallerte menschlicher Arbeit auszudr\u00fccken, Muss er als eine &lt;Gegenst\u00e4ndlichkeit&gt; ausgedr\u00fcckt werden, welche von der Leinwand selbst dinglich verschieden und ihr zugleich mit anderer Ware gemeinsam ist&#8220;<a href=\"#_edn24\" name=\"_ednref24\">[24]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei Hilferding sind die beiden Seiten im Wertausdruck 1 Rock = 20 Meter Lein\u00adwand beliebig miteinander austauschbar. (Er vertauscht \u00fcbrigens die Stellen gegen\u00fcber dem &#8222;Kapital&#8220; &#8211; ein weiterer Beleg daf\u00fcr, dass er nur die Gleichsetzung von Wertgr\u00f6\u00dfen sieht, aber nicht die qualitative Verschiedenheit der beiden Seiten.) Die eine Seite (1 Rock, 20 Meter Leinwand) dr\u00fcckt nur aus, dass die andere Seite Verk\u00f6rperung gesellschaftlich notwendiger Arbeitszeit ist und legt das Quantum dieser Arbeitzeit fest. Vom Marxschen Standpunkt her zeigt diese beliebige Wechselseitigkeit nur die Einseitigkeit Hilferdings.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es macht nach Marx vielmehr einen erheblichen Unterschied, an welcher Stelle eine Ware im Wertausdruck erscheint: in dem einen Fall befindet sich die Ware in relativer Wertform, im anderen in der entgegengesetzten \u00c4quivalentform. Diese Unterscheidung ist alles andere als blo\u00dfe Sophisterei; denn sie macht deutlich, dass keine der im Wertausdruck stehenden Waren ihren Wert an sich selbst messen kann. Sie ist f\u00fcr sich betrachtet nur ein konkret n\u00fctzliches Ding, d.h. besitzt ihre Naturalform. Es ist nur die eine Ware, die ihren Wert ausdr\u00fcckt, die andere dient als deren Wert<strong>ausdruck<\/strong>. Ihren Wert kann die eine Ware nur ausdr\u00fccken in Beziehung auf die andere Ware, die ihr gegen\u00fcber die \u00c4quivalentform vertritt. Anders gesagt: Der Wert der Ware kann sich nur zeigen in der Verdoppelung der Ware selbst in ihre Naturalform und ihre Wertform.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Sie stellt sich dar als dies Doppelte, was sie ist, sobald ihr Wert eine eigene, von ihrer Naturalform verschiedene Erscheinungsform besitzt, die des Tauschwerts, und sie besitzt diese Form niemals isoliert betrachtet, sondern stets nur im Wert- oder Austauschverh\u00e4ltnis zu einer zweiten, verschiedenartigen Ware.&#8220;<a href=\"#_edn25\" name=\"_ednref25\">[25]<\/a> Mit der beliebigen Austauschbarkeit der beiden Seiten im Wertausdruck kann Hilferding aber diese Notwendigkeit der Wertform nicht festhalten. Damit fehlt aber die Feststellung der Notwendigkeit der Wertgegenst\u00e4ndlichkeit, wie sie Marx im &#8222;Kapital&#8220; herausarbeitet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es handelt sich dabei nicht, wie dem Leser der Hilferdingschen Untersuchung zun\u00e4chst erscheinen kann, um Ungenauigkeiten und Auslassungen in vernachl\u00e4ssigbaren Detailfragen. Hilferding will ja im ersten Teil seines Buches &#8211; daran Muss hier erinnert werden &#8211; die Notwendigkeit des Geldes herausarbeiten. Um dies zu tun, m\u00fcsste er aber gerade die Notwendigkeit der Wertform darstellen, denn: &#8222;Der von den Waren losgel\u00f6ste und selbst als eine Ware neben ihn tretende Tauschwert ist &#8211; <strong>Geld<\/strong>.&#8220;<a href=\"#_edn26\" name=\"_ednref26\">[26]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hilferding geht von einer warenproduzierenden Gesellschaft aus, um die Notwendigkeit des Geldes zu entwickeln. Gerade die Wertform w\u00e4re das wichtige Verbindungsglied zwischen der Ware und dem Geld gewesen. Dies Verbindungsglied aber h\u00e4tte Hilferding darstellen m\u00fcssen, um die Notwendigkeit des Geldes materialistisch aus der inneren Widerspr\u00fcchlichkeit der Ware zu entwickeln. Entgegen seinem Vorhaben, die Notwendigkeit des Geldes zu entwickeln, Muss Hilferding daher diese der Warenproduktion als letztlich \u00e4u\u00dferliche Regel aufdr\u00fccken. Die Notwendigkeit des Geldes hat danach mit der Warenproduktion nicht unmittelbar etwas zu tun, sondern ergibt sich aus der Anarchie der Produktion.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hilferdings Fehler bei der Behandlung der abstrakten Arbeit und sein daraus resultierendes fehlendes Verst\u00e4ndnis der Wertform zeigen, dass er bei seinem Versuch, die Erscheinungen des modernen Kapitalismus &#8222;in das theoretische System der klassischen National\u00f6konomie einzureihen &#8230;, die mit W. Petty beginnt und in Marx ihren h\u00f6chsten Ausdruck findet&#8220;<a href=\"#_edn27\" name=\"_ednref27\">[27]<\/a>, doch eher bei Petty stehengeblieben ist. Er teilt n\u00e4mlich mit diesen Fehlern grundlegende M\u00e4ngel der b\u00fcrgerlichen National\u00f6konomie: &#8222;Es ist einer der Grundm\u00e4ngel der klassischen politischen \u00d6konomie, dass es ihr nie gelang, aus der Analyse der Ware und spezieller des Tauschwerts die Form des Werts, die ihn eben zum Tauschwert macht, herauszufinden. Gerade in ihren besten Repr\u00e4sentanten, wie A. Smith und Ricardo, behandelt sie die Wertform als etwas ganz gleichg\u00fcltiges oder der Natur der Ware \u00c4u\u00dferliches. Der Grund ist nicht allein, dass die Analyse der Wertgr\u00f6\u00dfe ihre Aufmerksamkeit ganz absorbiert. Er liegt tiefer. Die Wertform des Arbeitsprodukts ist die abstrakteste, aber auch die allgemeinste Form der b\u00fcrgerlichen Produktionsweise, die hierdurch als eine besondere Art der gesellschaftlichen Produktion und damit zugleich historisch charakterisiert ist. Versieht man sie daher f\u00fcr die ewige Naturform gesellschaftlicher Produktion, so \u00fcbersieht man notwendig auch das Spezifische der Wertform, also der Warenform, weiter ent\u00adwickelt der Geldform, Kapitalform usw. Man findet daher bei \u00d6konomen, welche \u00fcber das Ma\u00df der Wertgr\u00f6\u00dfe durch Arbeitszeit durchaus \u00fcbereinstimmen, die kunterbuntesten und widersprechendsten Vorstellungen von Geld, d.h. der fertigen Gestalt des allgemeinen \u00c4quivalents.&#8220;<a href=\"#_edn28\" name=\"_ednref28\">[28]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Tendenz einer Verewigung der kapitalistischen Produktionsweise kann man Hilferding f\u00fcr die Zeit der Niederschrift des &#8222;Finanzkapital&#8220; zwar noch nicht unterstellen, ansonsten befindet er sich aber mit seinen Fehlern in der Werttheorie in klassischer Gesellschaft. Da ist es nicht verwunderlich, dass er den kunterbuntesten und widersprechendsten Vorstellungen vom Geld eine weitere hinzuf\u00fcgt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>4. Hilferdings falsche Geldtheorie<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da Hilferding die Notwendigkeit des Geldes nicht wie Marx aus den Widerspr\u00fcchen in der Ware selbst herleitet, sondern sie in der Anarchie der Produktion bedingt sieht, kommt er zwangsl\u00e4ufig zu falschen Auffassungen \u00fcber den Charakter des Geldes selbst. Das Geld w\u00e4chst nach Hilferding &#8222;prim\u00e4r aus der Zirkulation&#8220;<a href=\"#_edn29\" name=\"_ednref29\">[29]<\/a> hervor. &#8222;Es Ist also zun\u00e4chst Zirkulationsmittel.&#8220;<a href=\"#_edn30\" name=\"_ednref30\">[30]<\/a> Hier wird nicht nur eine Funktion dos Geldes in den Vordergrund ger\u00fcckt, die diese Stellung nicht verdient, die Fehler in der Werttheorie finden vielmehr ihre Auswirkungen. Wegen der zugrundeliegenden Fehler kann Hilferding ohne weitere Umst\u00e4nde zu dem von Kautsky monierten &#8222;gesellschaftlich notwendigen Zirkulationswert&#8220; gelangen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Du Geld erscheint &#8222;prim\u00e4r&#8220; als Zirkulationsmittel, das hei\u00dft als Vermittler im Prozess Ware-Geld-Ware: &#8222;Das Geld&#8220;, so Hilferding, &#8222;spielt in diesem Prozess nur die Roll\u00ab des Beweismittels, dass die individuellen Produktionsbedingungen der Ware den gesellschaftlichen Produktionsbedingungen entsprechen &#8230; Der Wert der Ware wird ersetzt durch den Wert der anderen Ware.&#8220;<a href=\"#_edn31\" name=\"_ednref31\">[31]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ist die Notwendigkeit des Geldes prim\u00e4r die, Zirkulationsmittel zu sein, so ist das Dazwischentreten des Geldes im Warenaustausch nicht aus dem Prozess selbst heraus notwendig, kann also letztlich entfallen. Es kann letztlich dann entfallen, wenn das Geld Im Prozess W &#8211; G &#8211; W den Waren nur \u00e4u\u00dferlich ist, <strong>nur<\/strong> Zirkulationsmittel ist. Wenn also die Ware nicht selbst eine ihrer Seiten verselbst\u00e4ndigt und <strong>zu Geld wird<\/strong>, sondern nur eines Beweismittels im Vergleich mit einer anderen Ware bedarf. Bei Hilferding entspringt die Notwendigkeit des Geldes nicht aus den inneren Notwendigkeiten der Ware, sondern steht ihr vielmehr als rein Vermittelndes gegen\u00fcber. Bei Hilferding ist das Geld nur Vermittler zwischen den Waren. Warum es den Prozess vermitteln kann, das kann Hilferding nicht erkl\u00e4ren. Wenn das Geld aber nur den eigentlichen Prozess vermittelt und ein innerer Zusammenhang zwischen dem Geld und den Waren nicht angegeben werden kann, so ist das Geld im Grunde f\u00fcr den eigentlichen Prozess \u00fcberfl\u00fcssig, sein Dazwischentreten nur aus anderen Gr\u00fcnden erkl\u00e4rbar und kann mit dem Fortfall dieser anderen Gr\u00fcnde schlie\u00dflich aus dem Prozess ausscheiden, der nunmehr in &#8222;reiner&#8220; Form stattfinden kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch noch ist das Geld bei Hilferding nicht verschwunden, es ist zun\u00e4chst notwendig als Vermittler im Tausch der Warenwerte. Die Menge der Zirkulationsmittel ist also bestimmt durch die Preissumme der zu zirkulierenden Waren und durch die Umlaufsgeschwindigkeit des Geldes. Das Geld ist deshalb notwendig, weil das gesellschaftliche Verh\u00e4ltnis unter den Bedingungen der Anarchie der Produktion einen sachlichen <strong>Ausdruck<\/strong> finden Muss. Wird aber die Anarchie der Produktion in irgend einer Weise beseitigt oder auch nur teilweise eingeschr\u00e4nkt, so entf\u00e4llt die Notwendigkeit des Geldes ebenso ganz oder teilweise.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die erste bewusste Organisation in der anarchischen warenproduzierenden Gesellschaft ist nach Hilferding der Staat. Dieser \u00fcbt zwar nicht die bewusste gesellschaftliche Kontrolle der Produktion aus, jedoch findet &#8222;die warenproduzierende Gesellschaft ihre h\u00f6chste bewusste Organisation im Staate&#8220;.<a href=\"#_edn32\" name=\"_ednref32\">[32]<\/a> Dementsprechend entf\u00e4llt teilweise die Notwendigkeit, dem gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnis sachlichen Ausdruck im Sinne von hartem Gold zu verleihen, da die gesellschaftliche Beziehung nun &#8222;<strong>unmittelbar<\/strong> ausgedr\u00fcckt werden&#8220; kann &#8222;durch staatliche Regelung&#8220;.<a href=\"#_edn33\" name=\"_ednref33\">[33]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So ist nach Hilferding das Papiergeld mit staatlichem Zwangskurs der erste Schritt zum unmittelbaren Ausdruck des Warenwerts in der warenproduzierenden Gesellschaft. Das Goldgeld, Hilferding zufolge nur ein &#8222;technischer Behelf, dessen Anwendung Unkosten verursacht, die nach M\u00f6glichkeit zu vermeiden sind&#8220;<a href=\"#_edn34\" name=\"_ednref34\">[34]<\/a>, wird ersetzt durch einfache Zeichen, Papierzettel ohne Wert. Wie wenig Hilferding die Notwendigkeit der eigenen Wertgestalt fassen kann, zeigt sich an diesem bruchlosen \u00dcbergehen vom eigentlich \u00fcberfl\u00fcssigen und nur Kosten verursachenden Goldgeld zum Papiergeld.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hilferding verwendet zur Beschreibung des Papiergelds dabei durchaus denselben Ausdruck wie Marx: Geldzeichen. Jedoch versteht Hilferding diesen Begriff anders als dieser. Bei Marx sind Papierzettel als Goldzeichen oder Geldzeichen Repr\u00e4sentanten f\u00fcr wirklich zirkulierendes Gold oder Silber, sie <strong>vertreten<\/strong> also als Geldzeichen wirkliches Gold. Bei Hilferding hingegen <strong>ersetzen<\/strong> diese Zeichen wirkliches Gold und vereinfachen damit sogar den zugrundeliegenden Prozess des Austauschs der Warenwerte. Die Zettel werden zu Geldzeichen, blo\u00dfe Symbole, ohne Bezug auf wirkliches Gold. Im Prozess W &#8211; G &#8211; W treten also bei Hilferding nicht nur Waren auf, die keinen Preis haben, sondern auch Geld, das keinen Wert besitzt. Eine Konstruktion, die mit Marx absolut nichts zu tun hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der erste ordnende Eingriff in die ansonsten anarchisch strukturierte Gesellschaft durch den Staat hat also schon weitreichende Folgen. Wirklicher Goldwert kann ersetzt werden durch Zeichen. Wie allerdings die Existenz des Staats als bewusstes Organ der warenproduzierenden Gesellschaft noch nicht die sozialistische Gesell\u00adschaft bedeutet, so ist der Geldwert auch damit nur teilweise durch bedrucktes Papier ersetzbar. Denn, so Hilferding, der anarchische Charakter der Produktion macht sich weiterhin geltend durch Preisschwankungen der Waren, die einerseits saisonal, andererseits konjunkturell bedingt sind.<a href=\"#_edn35\" name=\"_ednref35\">[35]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um diese Schwankungen auszugleichen, Muss Geld auch in &#8222;anderen Geldfunktionen&#8220; auftraten, die das einfache Geldzeichen, der Papierzettel, nicht erf\u00fcllen kann. Hilferding meint mit diesen &#8222;anderen Geldfunktionen&#8220; offensichtlich die des Zahlungsmittels bzw. die des Wertaufbewahrungsmittels. Zur Aus\u00fcbung dieser Funktionen bleibt Geld mit Wert weiterhin erforderlich. Das Minimum der zur Zirkulation erforderlichen Geldmenge aber ist durch Papierzeichen ersetzbar. &#8222;Bei reiner Papierw\u00e4hrung mit Zwangskurs ist bei gleichbleibender Umlaufszeit der Wert des Papiergeldes bestimmt durch die Summe der Warenpreise, die in der Zirkulation umgesetzt werden Muss. Das Papiergeld wird ganz unabh\u00e4ngig vom Werte des Goldes und reflektiert direkt den Wert der Waren nach dem Gesetz, dass seine ganze Menge gleichen Wert repr\u00e4sentiert wie die Preissumme der Waren (durch die) Umlaufszahl gleichnamiger Geldst\u00fccke.&#8220;<a href=\"#_edn36\" name=\"_ednref36\">[36]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beim Papiergeld mit staatlichem Zwangskurs wird nach Hilferding klar, dass das Geld den Austausch der Waren nur vermittelt und daher sein Wert vom Wert der Waren in direkter Weise bestimmt ist. Das Papiergeld hat an sich nur einen verschwindend geringen Wert, n\u00e4mlich den des bedruckten Papiers. Das Geld zeigt sich f\u00fcr Hilferding hier in seiner wirklichen Form. Der wirkliche Wert des gesamten Papiergeldes, so Hilferding, ist bestimmt durch die von ihm zu zirkulierenden Warenwerte, unter Ber\u00fccksichtigung der Umlaufszeiten. Der Wert des Geldes also, so zeigt nach Hilferding das Papiergeld mit staatlichem Zwangskurs, ist keineswegs gebunden an den Wert der besonderen &#8222;Geldware&#8220;, beispielsweise des Goldes, sondern einzig an die Funktion des Geldes, eine bestimmte Warenmasse zu zirkulieren: &#8222;Das Geld erscheint nach wie vor als Wertmesser. Aber die Gr\u00f6\u00dfe des Wertes dieses &lt;Wertmessers&gt; ist nicht mehr bestimmt durch den Wert der Ware, die ihn bildet, den Wert des Goldes oder Silbers oder des Papiers. Vielmehr wird dieser &lt;Wert&gt; in Wirklichkeit bestimmt durch den Gesamtwert der zu zirkulierenden Waren (bei gleichbleibender Umlaufsgeschwindigkeit). Der wirkliche Wertmesser ist nicht das Geld, sondern der &lt;Kurs&gt; des Geldes wird bestimmt durch das, was ich den gesellschaftlich notwendigen Zirkulationswert nennen m\u00f6chte, der gegeben ist, wenn wir auch die Zahlungsfunktion des Geldes ber\u00fccksichtigen, was wir bisher der Vereinfachung wegen unterlassen haben und worauf wir sp\u00e4ter ausf\u00fchrlich zu sprechen kommen, durch die Formel Wertsumme der Waren (durch die) Umlaufsgeschwindigkeit des Geldes plus der Summe der f\u00e4lligen Zahlungen, minus endlich der Anzahl Uml\u00e4ufe, worin dasselbe Geldst\u00fcck abwechselnd bald als Zirkulations-, bald als Zahlungsmittel funktioniert.&#8220;<a href=\"#_edn37\" name=\"_ednref37\">[37]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Funktion des Geldes als Wertmesser wird hier von Hilferding nur noch dem Wort nach gebraucht, jedoch ist sie jeden Inhalts beraubt. Hilferding hat das Geld den Waren gegen\u00fcbergestellt. Als Wertmesser ist das Geld somit den Waren \u00e4u\u00dferlich, kann als &#8222;gesellschaftlich notwendiger Zirkulationswert&#8220; von ihm sogar auf der Ebene des Werts verselbst\u00e4ndigt werden. Das Geld kann aber in Wirklichkeit die Rolle des Wertmessers nur spielen, weil die Waren selbst als Werte vergegenst\u00e4ndlichte Arbeit, abstrakte Arbeit, und daher kommensurabel sind.<a href=\"#_edn38\" name=\"_ednref38\">[38]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das von Hilferding jetzt so genannte Ma\u00df der Werte hat mit der Marxschen Geldtheorie nur einige nomenklatorische Ankl\u00e4nge gemein. Das Geld ist getrennt vom Wert der Ware. Es kann also den Wert der Waren gar nicht mehr messen. Der von Hilferding so genannte &#8222;gesellschaftlich notwendige Zirkulationswert&#8220; ist nichts als der ziemlich hilflose Versuch, die Funktion des Geldes als Ma\u00df der Werte verbal beizubehalten, obwohl der Inhalt schon lange verlorengegangen ist. Es soll damit der Schein einer &#8222;Weiterentwicklung&#8220; des Marxismus aufrechterhalten werden, obwohl dessen Grundlagen in der Geldtheorie bereits lange verlassen wurden. Es f\u00fchrt deshalb auch nicht weit, den Begriff des &#8222;gesellschaftlich notwendigen Zirkulationswerts&#8220; selbst bei Hilferding zu kritisieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist Hilferding durchaus bewusst, dass sich seine Geldtheorie mit der Annahme eines gesellschaftlich notwendigen Zirkulationswerts von der Geldtheorie Marx&#8216; unterscheidet. Er verweist aber auf neue Verh\u00e4ltnisse beim Papiergeld und erkl\u00e4rt die fehlende \u00dcbereinstimmung zwischen seiner Geldtheorie und der Marxens durch einen unn\u00f6tigen &#8222;Umweg&#8220;, den Marx eingeschlagen habe:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Wenn Marx betont, dass nur so viel Papier in der Zirkulation sein kann, wie sie Gold erforderte, so ist es f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis der modernen W\u00e4hrungsprobleme wichtig, sich zu erinnern, dass diese Goldmenge selbst, da ihr Wert gegeben ist, jeweilig bestimmt ist durch den gesellschaftlichen Zirkulationswert; sinkt dieser, so flie\u00dft Gold aus der Zirkulation ab; umgekehrt, umgekehrt. (&#8230;)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am richtigsten scheint mir Marx die Gesetze der Papier- oder gesperrten W\u00e4hrung zu formulieren, wenn er sagt; &lt;Die wertlosen Marken sind Wertzeichen, nur soweit sie das Gold innerhalb des Zirkulationsprozesses vertreten, und sie vertreten es nur, soweit es selbst als M\u00fcnze in den Zirkulationsprozess eingehen w\u00fcrde, eine Quantit\u00e4t, bestimmt durch seinen eigenen Wert, wenn die Tausch\u00adwerte der Waren und die Geschwindigkeit ihrer Metamorphosen gegeben sind.&gt; (Zitat aus &#8222;Zur Kritik der politischen \u00d6konomie&#8220;, MEW 13, S. 97). Nur erscheint der Umweg \u00fcberfl\u00fcssig, den Marx einschl\u00e4gt, indem er zuerst den Wert der M\u00fcnzmasse bestimmt und durch ihn erst den des Papiergeldes. Der rein gesellschaftliche Charakter dieser Bestimmung kommt viel deutlicher zum Ausdruck, wenn man den Wert des Papiergeldes direkt vom gesellschaftlich notwendigen Zirkulationswert ableitet. Dass historisch die Papierw\u00e4hrungen aus den Metallw\u00e4hrungen entstanden, ist kein Grund, sie auch theoretisch so zu betrachten.&#8220;<a href=\"#_edn39\" name=\"_ednref39\">[39]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hilferding bezieht sich nur scheinbar auf Marx, indem er dessen Aussagen \u00fcber das Papiergeld einseitig auslegt und den geldtheoretischen &#8222;Unterbau&#8220; als un\u00adn\u00f6tigen Umweg wegl\u00e4sst. Hilferding erkennt zwar die Notwendigkeit des Metallgeldes an, aber nicht wegen der darin zum Ausdruck kommenden Notwendigkeit der Wertgestalt der vergegenst\u00e4ndlichten Arbeit, sondern sozusagen nur f\u00fcr einen &#8222;\u00dcberbr\u00fcckungszeitraum&#8220;, solange das Geld noch nicht &#8222;ohne Umweg&#8220; direkt aus dem gesellschaftlich notwendigen Zirkulationswert abgeleitet werden kann. F\u00fcr den entwickelten Kapitalismus, hei\u00dft das, ist die Notwendigkeit der Betrachtung der Metallgeldzirkulation hinf\u00e4llig, ein unn\u00f6tiger Umweg in der Theorie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kautskys Kritik an Hilferdings offensichtlich mit Marx nicht \u00fcber einstimmenden Geldtheorie setzt am Begriff des Geldzeichens oder Goldzeichens an, mit dem Marx das Papiergeld beschreibt. Kautsky betont, dass der auf der Banknote aufge\u00addruckte Betrag nicht, wie Hilferding nahelegt, beliebig ist, sondern tats\u00e4chlich abh\u00e4ngt von dar Menge Goldes, das dieser Zettel repr\u00e4sentieren soll. Bei Hilferding aber sei das Papiergeld vom Wert des Goldes unabh\u00e4ngig. Kautsky h\u00e4lt ihm entgegen, nach der Marxsehen Lehre werde der Wert des Papiergeldes zwar ebenfalls durch die ihm gegen\u00fcberstehende Warenmasse bestimmt, jedoch vermittelt durch das Gold, das weiterhin als Wertmesser fungiere.<a href=\"#_edn40\" name=\"_ednref40\">[40]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kautsky wirft Hilferding weiterhin vor, dass er zwischen Wert und Preis nicht unterscheide. Auch nach Marx bestimme die Preissumme der Waren den Wert des umlaufenden Papiergeldes, doch unter der Voraussetzung, dass der Wert des Goldes gleichbleibe. Das Messen der Warenwerte durch bestimmte Mengen m\u00f6glicherweise nur vorgestellten Goldes ist also vorausgesetzt. F\u00fcr Hilferding ist dies ein Umweg, da er zwischen Wert und Preis nicht unterscheidet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Steht im &#8222;Finanzkapital&#8220; bei Hilferding zun\u00e4chst noch Richtiges und Falsches nebeneinander, so f\u00fchrt die Diskussion um seine Geldtheorie mit Kautsky, Varga, Bauer und anderen dazu, dass er die Konsequenzen seiner Geldtheorie klarer ausf\u00fchrt. In einem Artikel in der &#8222;Neuen Zeit&#8220; \u00fcber &#8222;Goldproduktion und Teuerung&#8220; \u00fcbertr\u00e4gt Hilferding seine zun\u00e4chst nur f\u00fcr das Papiergeld getroffenen Aussagen konsequenterweise auch auf das Goldgeld. Die staatliche Geldpolitik, so argumentiert er, habe bereits daf\u00fcr gesorgt, dass der Wert des Goldes unabh\u00e4ngig von seinen Produktionskosten festgesetzt werde. Durch die &#8222;unbeschr\u00e4nkte Nachfrage&#8220; der Zentralbank nach Gold werden ein Monopol auf Gold hergestellt und somit ein Monopolpreis festgesetzt, was wiederum zur Entkopplung des Goldwertes von den Produktionskosten f\u00fchre. Hilferding fasst zusammen: &#8222;Die staatliche Regelung des Geldwesens bedeutet also eine <strong>prinzipielle <\/strong>\u00c4nderung in dem Verh\u00e4ltnis von Geld und Ware. Das Austauschverh\u00e4ltnis von Goldm\u00fcnze und Ware wird durch das staatliche Eingreifen fixiert; aber <strong>nicht<\/strong> willk\u00fcrlich; der Staat \u00fcbernimmt nur ein <strong>histo<\/strong><strong>risch-naturw<\/strong><strong>\u00fcchsig \u00fcbernommenes Austausch\u00adverh\u00e4ltnis<\/strong>; er kann auch, solange der Mechanismus derselbe bleibt, daran <strong>nichts \u00e4ndern<\/strong>. \u00c4nderungen in den Produktionskosten des Goldes wirken nicht auf das Austauschverh\u00e4ltnis der Goldm\u00fcnze zu den Waren, sondern entscheiden nur \u00fcber die Frage, welche Goldlager noch mit Aussicht auf Profit in Angriff genommen werden k\u00f6nnen.&#8220;<a href=\"#_edn41\" name=\"_ednref41\">[41]<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>5. Die falsche Geldtheorie &#8211; eine Folge der falschen Werttheorie<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ricardos mangelhaftige Analyse der wertbildenden Arbeit f\u00fchrt ihn zu seinem Unverst\u00e4ndnis der Wertform und schlie\u00dflich zum Unverst\u00e4ndnis des Geldes. Marx zitiert ihn in einem Aphorismus: &#8222;Das Geld, in seinem vollkommenen Zustand, ist das Papiergeld.&#8220;<a href=\"#_edn42\" name=\"_ednref42\">[42]<\/a> Bei dem Gelde, der besonderen Ware, die allen anderen Waren als \u00c4quivalent dient, soll die reale Wertgestalt verloren sein, das ist der Sinn dessen, das Papiergeld zur eigentlich realen Form des Geldes zu erkl\u00e4ren. Auch bei Hilferding ergibt sich dies als Folge der falschen Werttheorie: &#8222;In einem Briefe an Rudolf Meyer sagt Rodbertus: &lt;Das Metallgeld ist nicht blo\u00df Wertmesser und Liquidationsmittel &#8211; soweit entspricht es nur der Idee des Geldes, in der es nicht liegt, dass diese Quittung = Anweisung auf Warenwert ist -, sondern dient heute auch als Produktionsregulator, und diesen Dienst versieht es nur durch seine kostbare Stoffzugabe. Sie m\u00fcssten auch jedem Unternehmer befehlen d\u00fcrfen, wie viel er produzieren soll, wenn Sie die Warennote einf\u00fchren wollen. Die Idee der Warennote beruht auf dem interessantesten Punkt der ganzen National\u00ad\u00f6konomie, aber als st\u00e4ndiges Zirkulationsmittel (und nicht blo\u00df vor\u00fcbergehender Darlehenskassenschein) ist sie nur m\u00f6glich, wenn der Wert der Waren nach Arbeit konstituiert ist und die Warennote auf Warenwert nach Arbeit bemessen lautet. Die M\u00f6glichkeit eines solchen Geldes bezweifle ich nicht, aber soll ein solches Geld das alleinige Zirkulationsmittel sein, so setzte das die Aufhebung des Grund- und Kapitaleigentums voraus.&gt; &lt;Briefe und Sozialpolitische Aufs\u00e4tze von Dr. Rodbertus-Jagetzow. Herausgegeben von Dr. Rudolf Meyer. Berlin 1881. II. Band, S. 441&gt; Diese wie andere Stellen beweisen \u00fcbrigens, dass Engels Rodbertus Unrecht getan hat, wenn er ihn mit den kleinb\u00fcrgerlichen Arbeitsgeld\u00adutopisten, den Gray, Bray etc., die ein Arbeitsgeld ohne gesellschaftliche Kontrolle der Produktion f\u00fcr m\u00f6glich hielten, in einen Topf warf.&#8220;<a href=\"#_edn43\" name=\"_ednref43\">[43]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Fu\u00dfnote aus dem &#8222;Finanzkapital&#8220; lohnt es wirklich, in voller L\u00e4nge zur Kenntnis zu nehmen, obwohl Hilferding kaum etwas anderes tut, als Rodbertus wiederzugeben. Diesen nimmt er in Schutz vor dem Vorwurf Engels&#8216;, ein kleinb\u00fcrgerlicher Arbeitsgeldutopist zu sein. Das Zitat, mit dem er das Gegenteil zu beweisen sucht, wirft auch einiges Licht auf Hilferdings eigene Position.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Idee des Geldes entspricht Rodbertus zufolge nicht, dass das Geld ein an sich wertvoller Stoff ist. Hilferding kann dieser Meinung des Rodbertus ohne weiteres zustimmen, da auch er, wie wir gesehen haben, die Notwendigkeit einer eigenen Wertgestalt nicht erkennt. Dementsprechend Muss es f\u00fcr das Geld unwesentlich sein, dass der Warenwert &#8222;auf einem so teuren Stoff geschrieben stehe, wie Edelmetall ist&#8220;, Dem Metallgelde verbleibt die Rolle des Produktionsregulators. Das Papiergeld, das demgegen\u00fcber der Idee des Geldes entspricht, er\u00f6ffnet ganz andere Perspektiven. Wenn die Papierzettel nicht den Wert des Goldes repr\u00e4sentieren, dann dr\u00fccken sie unmittelbar die notwendige Arbeitszeit aus, womit wir bei der Auffassung der Stundenzettler angelangt w\u00e4ren. Hilferding hat diesem Gedankengang nichts entgegenzusetzen. Auch f\u00fcr ihn ist das Papiergeld das &#8222;eigentliche&#8220; Geld. Was hat es nun eigentlich mit den kleinb\u00fcrgerlichen Arbeitsgeldutopisten Gray, Bray usw. nur \u00bbloh, mit denen Rodbertus angeblich nicht in einen Topf zu werfen ist?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Lehre von der Arbeitszeit als unmittelbarer Ma\u00dfeinheit des Geldes wurde zuerst von John Gray systematisch entwickelt. Er ging davon aus, dass die Arbeits\u00adzeit das innere Muss der Werte ist. &#8222;Warum sch\u00e4tzen alle Waren ihren Wert in einer ausschlie\u00dflichen Ware, die so in das ad\u00e4quate Dasein des Tauschwerts ver\u00adwandelt wird, in Geld? Dies war das Problem, das Gray zu l\u00f6sen hatte. Statt es zu l\u00f6sen, bildet er sich ein, die Waren k\u00f6nnten sich unmittelbar aufeinander als Produkte der gesellschaftlichen Arbeit beziehen.&#8220;<a href=\"#_edn44\" name=\"_ednref44\">[44]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Frage, die sich, wie Marx ausf\u00fchrt, Gray stellte, kann auch Hilferding nicht l\u00f6sen. Die Konsequenz Grays war der Vorschlag, eine Zentralbank solle den Produzenten Empfangsscheine f\u00fcr geleistete Arbeitszeit ausgeben, und diese Banknoten auf Arbeitszeit sollten zugleich als \u00c4quivalent aller anderen Waren dienen. Dies ist das von Hilferding genannte Arbeitsgeld oder der Stundenzettel. Marx kritisiert Gray: &#8222;Sie (die Waren, F. K.) k\u00f6nnen sich aber nur aufeinander beziehen als das, was sie sind. Die Waren sind unmittelbar Produkte vereinzelter unabh\u00e4ngiger Privatarbeiten, die sich durch ihre Ent\u00e4u\u00dferung im Prozess des Privataustausches als allgemeine gesellschaftliche Arbeit best\u00e4tigen m\u00fcssen, oder die Arbeit auf Grundlage der Warenproduktion wird erst gesellschaftliche Arbeit durch die allseitige Ent\u00e4u\u00dferung der individuellen Arbeiten.&#8220;<a href=\"#_edn45\" name=\"_ednref45\">[45]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Den Auffassungen des Stundenzettlers Gray liegt also derselbe Fehler zugrunde, den wir auch bei Hilferding gefunden haben. Er kritisiert auch an Rodbertus keineswegs dessen Annahme, es sei prinzipiell ein Geld denkbar, dessen Wert &#8222;nach Arbeit bemessen lautet&#8220;. Hilferdings Verteidigung des Rodbertus gegen Engels besteht nun darin, Rodbertus zu bescheinigen, er habe &#8211; anders als die Stundenzettler &#8211; ein Arbeitsgeld nur bei gleichzeitiger gesellschaftlicher Kontrolle der Produktion f\u00fcr m\u00f6glich gehalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gerade das Beispiel des Stundenzettlers Gray aber zeigt, dass die Vertreter des Arbeitsgeldes mit Notwendigkeit zu einer gesellschaftlichen Kontrolle der Produktion gelangen m\u00fcssen, um ihren Ansatz zu retten: Der grundlegende Fehler in der Arbeitsgeldtheorie liegt darin, dass die Produkte zwar als Waren produziert, aber nicht als Waren ausgetauscht werden sollen. Bei Gray macht die Gesellschaft in Form der Nationalbank die Individuen einerseits von den Bedingungen des Privataustausches unabh\u00e4ngig und l\u00e4sst sie andererseits fortproduzieren &#8211; auf der Grundlage des Privataustauschs.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Die innere Konsequenz indes treibt Gray, eine b\u00fcrgerliche Produktionsbedingung nach der andern wegzuleugnen, obgleich er blo\u00df das aus dem Warenaustausch hervorgehende Geld &lt;reformieren&gt; will. So verwandelt er Kapital in Nationalkapital, das Grundeigentum in Nationaleigentum, und wenn seiner Bank auf die Finger gesehen wird, findet sich, dass sie nicht blo\u00df mit der einen Hand Waren empf\u00e4ngt und mit der andern Zertifikate gelieferter Arbeit ausgibt, sondern die Produktion selbst reguliert.&#8220;<a href=\"#_edn46\" name=\"_ednref46\">[46]<\/a> Das Gegenteil von Hilferdings Behauptung trifft also zu: Die Stundenzettler sind sogar gen\u00f6tigt, die gesellschaftliche Kontrolle der Produktion zu postulieren, um ihre Utopie vom Arbeitsgeld aufrechtzuerhalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hilferdings Seitenhieb auf Engels \u00fcber Rodbertus macht so nur deutlich, wo seine eigenen Auffassungen einzuordnen sind. Er teilt mit den Arbeitsgeldutopisten deren grundlegenden \u00f6konomischen Fehler, nicht zu sehen, dass sich die Privatarbeit in abstrakt allgemeine Arbeit verwandeln Muss und sich so im Prozess des Austauschs als gesellschaftliche Arbeit erst best\u00e4tigen Muss. Wie Hilferding die Grundillusion der Stundenzettler am Ausgangspunkt teilt, so teilt er auch &#8211; ohne nat\u00fcrlich ein Stundenzettler zu sein &#8211; ihre utopischen Illusionen f\u00fcr die Zukunft des Kapitalismus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Illusion der Stundenzettler besteht darin, dass eine Nationalbank mit der Ausgabe von Arbeitsgeld den Kapitalismus als &#8222;rein b\u00fcrgerliche Reform&#8220;<a href=\"#_edn47\" name=\"_ednref47\">[47]<\/a> ver\u00e4ndern k\u00f6nne, indem sie seine durch das Geld manifestierten \u00dcbel beseitige. &#8222;Die Utopisten&#8220;, so f\u00fchrt Marx aus, &#8222;die die Ware wollen, aber nicht das Geld, auf Privataustausch beruhende Produktion ohne die notwendigen Bedingungen dieser Produktion, sind daher konsequent, wenn sie das Geld nicht erst in seiner greif\u00adbaren Form, sondern schon in der gasartigen und hirngewebten Form als Ma\u00df der Werte &lt;vernichten&gt;. Im unsichtbaren Ma\u00df der Werte lauert das harte Geld.&#8220;<a href=\"#_edn48\" name=\"_ednref48\">[48]<\/a> Wenn alle Waren, also auch die Arbeitskraft, zu ihrem Wert bezahlt w\u00fcrden, so die \u00dcberlegung der Utopisten, k\u00f6nne es nur allseitige Gerechtigkeit und keine Ausbeutung mehr geben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>6. Anarchie der Produktion und Staat<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hilferding sieht &#8211; wie schon erw\u00e4hnt &#8211; die Notwendigkeit des Geldes in der Anarchie der Produktion begr\u00fcndet. Deshalb soll an dieser Stelle untersucht werden, wie er die Rolle die Anarchie der Produktion in der kapitalistischen Gesellschaft betrachtet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Das Finanzkapital&#8220; beginnt mit einer Gegen\u00fcberstellung der beiden M\u00f6glichkeiten, wie &#8222;die menschliche Produktionsgemeinschaft&#8220; konstituiert sein k\u00f6nne. Auf der einen Seite sei dies die bewusst geregelte Gesellschaft, auf der anderen Seite die anarchisch strukturierte Gesellschaft auf der Grundlage der Warenproduktion. Die Gegen\u00fcberstellung der beiden prinzipiellen M\u00f6glichkeiten ist nicht nur unhistorisch, sondern stellt auch die warenproduzierende Gesellschaft in ein besonderes Licht.<a href=\"#_edn49\" name=\"_ednref49\">[49]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Anarchie wird von Hilferding ausschlie\u00dflich negativ definiert: &#8222;Anarchie &#8211; denn es ist kein Bewusstsein da, das von vornherein die Produktion seinem Zwecke gem\u00e4\u00df gestaltet (&#8230;)&#8220;.<a href=\"#_edn50\" name=\"_ednref50\">[50]<\/a> In der nicht-anarchischen Gesellschaft wird die Arbeitsordnung und die Verteilung der Produkte durch Organe als &#8222;Vertreter des gesellschaftlichen Bewusstseins&#8220; zentral kontrolliert. In der anarchischen Gesellschaft wird der gesellschaftliche Zusammenhang erst durch den Austausch hergestellt: &#8222;Nur dort, wo der Austausch erst den gesellschaftlichen Zusammenhang herstellt, also in einer Gesellschaft, in der die Individuen durch das Privateigentum und die Arbeitsteilung einerseits getrennt, andererseits aufeinander angewiesen sind, erh\u00e4lt der Austausch gesellschaftliche Bestimmtheit, Muss er die Funktion erf\u00fcllen, den gesellschaftlichen Lebensproze\u00df m\u00f6glich zu machen.&#8220;<a href=\"#_edn51\" name=\"_ednref51\">[51]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier macht sich das Herangehen Hilferdings von den prinzipiellen M\u00f6glichkeiten her bereits negativ bemerkbar: Der gesellschaftliche Lebensproze\u00df Muss m\u00f6glich gemacht werden. Nicht eine bestimmte Art und Weise der Produktion bringt eine bestimmte Gesellschaftsstruktur hervor, sondern die Gesellschaft Muss erhalten werden, und da der Zusammenhang nicht bewusst geregelt ist, Muss der Austausch sozusagen einspringen. Diese schiefe Sichtweise der Anarchie der Produktion soll zur Ableitung der Notwendigkeit des Geldes f\u00fchren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hilferding betrachtet die Anarchie nur negativ, als den Mangel von Organisation. Die Anarchie der Produktion aber ist bei Marx nicht Mangel an Organisation, sondern notwendig mit der kapitalistischen Produktionsweise verbunden. Die Tatsache, dass die Produktion in der Form der Privatarbeit unabh\u00e4ngiger Produzenten sich vollzieht, bringt notwendig mit sich, dass der einzelne Produzent bei der Produktion nicht wissen kann, ob es f\u00fcr sein Produkt einen Bedarf gibt. Die Anarchie der Produktion ist bei Marx notwendig mit der kapitalistischen Produktionsweise verbunden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei Hilferding aber ist die Anarchie viel oberfl\u00e4chlicher angelegt. Sie bezieht sich bei ihm auf die Verteilung der Produkte und auf die M\u00f6glichkeit der Regulierung der Produktion. Der Gegensatz von anarchischer und bewusst geregelter Gesellschaft ist dementsprechend bei Hilferding von Anfang an kein absoluter. Es finden sich \u00dcberg\u00e4nge, da es ja prinzipiell nur um den Ausgleich eines Mangels geht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dies zeigt sich bei der Entwicklung des Goldgeldes zur M\u00fcnze. Das Goldgeld wird in bestimmte Goldquanta aufgeteilt. Der Staat \u00fcbernimmt die Funktion des Organisators der Teilung in Goldquanta und macht dies durch den Pr\u00e4gestempel deutlich: Das Goldgeld ist M\u00fcnze. Obwohl der Staat dabei zun\u00e4chst nur den notwendigen Prozess nachvollzieht, bei der M\u00fcnzpr\u00e4gung zun\u00e4chst nur passiv die bereits naturw\u00fcchsig existierende Einteilung sanktioniert, macht er sich doch bereits als organisierendes Element in der Anarchie der warenproduzierenden Gesellschaft geltend. Der Staat n\u00e4mlich vollzieht das Setzen eines auf bewusstem \u00dcbereinkommen beruhenden Ma\u00dfstabs.<a href=\"#_edn52\" name=\"_ednref52\">[52]<\/a> Der Staat ist so nach Hilferding die &#8222;h\u00f6chste bewusste Organisation&#8220; der warenproduzierenden Gesellschaft. Er ist der Ort der &#8222;\u00dcbereinkunft&#8220;, das &#8222;bewusste Organ der warenproduzierenden Gesellschaft&#8220;.<a href=\"#_edn53\" name=\"_ednref53\">[53]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Vorstellungen Hilferdings eines sozusagen \u00fcber der Gesellschaft stehenden und sie zumindest ansatzweise organisierenden Staates, wie sie uns hier in ihren Anf\u00e4ngen begegnen, bilden die Grundlage f\u00fcr seine sp\u00e4teren Vorstellungen vom organisierten Kapitalismus. Da Hilferding die Anarchie der Produktion als Mangel an Organisierung definiert, ist mit dem Staat ein Element innerhalb der anarchisch strukturierten Gesellschaft gegeben, das von sich aus dem anarchischen Charakter der Produktionsweise entgegenzuwirken in der Lage ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit dem Staat als &#8222;organisierendem Element&#8220; in der anarchisch strukturierten Gesellschaft ist f\u00fcr Hilferding ein Mittel gegeben, um den Ausw\u00fcchsen der Anarchie der Produktion schrittweise abzuhelfen. Offensichtlich ist es nun m\u00f6glich, dass die Wirkung der anarchischen Produktion schrittweise ausgeschaltet werden kann. Der von Hilferding festgestellte Widerspruch im Kapitalismus wird damit tendenziell durch den Staat auf dem Boden desselben f\u00fcr \u00fcberwindbar erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hilferdings Kennzeichnung des Staates als organisierendes Element in der anarchischen Produktionsweise ist noch in anderer Richtung wichtig. Bewusste Regelung tritt n\u00e4mlich in die anarchische warenproduzierende Gesellschaft durch <strong>\u00dcbereinkunft <\/strong>ihrer Mitglieder. Der erste Ort dieser \u00dcbereinkunft ist im &#8222;Finanzkapital&#8220; der <strong>Staat<\/strong>. Diese Vorstellung, die nicht nur Hilferding eigen ist, wurde von Marx bereits kritisiert. Es sei an dieser Stelle nur seine lapidare Bemerkung aus den &#8222;Grundrissen&#8220; vermerkt: &#8222;Das Geld entsteht nicht durch Konvention, sowenig wie der Staat.&#8220;<a href=\"#_edn54\" name=\"_ednref54\">[54]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit der Berufung auf die \u00dcbereinkunft wird zugleich vorbereitet, dass alle weiteren Elemente der Einigung zwischen den konkurrierenden Mitgliedern der anarchisch strukturierten Gesellschaft von Hilferding auch als Schritte zur &#8222;Ausschaltung der Wirkung der anarchischen Produktion&#8220;, und das hei\u00dft letzten Endes als Schritte hin zur organisierten Gesellschaft gesehen werden k\u00f6nnen.<a href=\"#_edn55\" name=\"_ednref55\">[55]<\/a> Das zweite organisierende Element innerhalb der anarchisch strukturierten Gesellschaft aber ist f\u00fcr Hilferding der Kredit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>7. Der Kredit &#8211; Vorbote des Sozialismus<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei der Beschreibung der Grundm\u00e4ngel der klassischen politischen \u00d6konomie im &#8222;Kapital&#8220; bemerkt Marx, dass die mangelnde Analyse der Wertform diese dazu f\u00fchrt, das Spezifische der Warenform, der Geldform, der Kapitalform und schlie\u00dflich des Bankwesens notwendig zu \u00fcbersehen.<a href=\"#_edn56\" name=\"_ednref56\">[56]<\/a> Hilferding hat auf dem Weg, den wir ihm gefolgt sind, bisher den Pfad der b\u00fcrgerlichen Klassik nicht verlassen. Er wird es &#8211; so kann man vorwegnehmen &#8211; auch bis zum Ende nicht tun.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nur kurz behandelt Hilferding das Kapital und geht dabei von einem sehr eigenartigen Kapitalbegriff aus: &#8222;<strong>Wert<\/strong> wird zu Kapital, indem es Mehrwert heckender Wert wird.&#8220;<a href=\"#_edn57\" name=\"_ednref57\">[57]<\/a> Nicht <strong>Wert<\/strong>, sondern <strong>Geld<\/strong> wird nach Marx zu Kapital, da der Kreislauf G -W- -G nur dann \u00fcber l\u00e4ngere Zeit stattfindet, wenn das zweite G gr\u00f6\u00dfer als das erste, also G&#8216; ist. G &#8211; W &#8211; G&#8216; aber wird von Marx als der Kapitalkreislauf definiert. Auch in dieser zun\u00e4chst nur punktuell erscheinenden Verwirrung der Begriffe durch Hilferding kommt sein grunds\u00e4tzlicher Fehler wieder zum Ausdruck: Die Tatsache, dass der Kapitalkreislauf Geld als wertvolle Substanz voraussetzt, wird von Ihm nicht beachtet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch wenden wir uns nach diesem kurzen Ausflug nun dem Kredit zu. Der &#8222;dornige Weg&#8220; dorthin wird dem Leser des &#8222;Finanzkapital&#8220; vom Autor sehr schmackhaft gemacht. Hilferding sucht n\u00e4mlich die Hoffnung zu wecken, &#8222;dass auf diesem Wege es m\u00f6glich ist, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen, wie aus den Zirkulationsvorg\u00e4ngen selbst jene Macht erw\u00e4chst, die als kapitalistischer Kredit schlie\u00dflich die Herrschaft \u00fcber die gesellschaftlichen Vorg\u00e4nge erh\u00e4lt &#8230;&#8220;<a href=\"#_edn58\" name=\"_ednref58\">[58]<\/a> Das Geheimnis, wie aus den Zirkulationsvorg\u00e4ngen die Macht entsteht, die die Gesellschaft beherrscht, kann von jedem Marxisten allerdings mit Spannung erwartet werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der \u00dcbergang vom Geld als Zirkulationsmittel zum Geld als Zahlungsmittel f\u00e4llt Hilferding auf der Basis seiner Geldtheorie nicht schwer, setzt doch, wie er schreibt, die Funktion des Geldes als Zahlungsmittel &#8222;die beiderseitige \u00dcbereinkunft von K\u00e4ufer und Verk\u00e4ufer voraus, die Zahlung aufzuschieben.&#8220;<a href=\"#_edn59\" name=\"_ednref59\">[59]<\/a> Mit dieser \u00dcbereinkunft aber kommt f\u00fcr Hilferding ein weiteres organisierendes Element in die kapitalistische Gesellschaft. Tritt n\u00e4mlich Geld in seiner Funktion als Zahlungsmittel auf, fallen also wie beim Wechselgesch\u00e4ft \u00dcbergabe der Ware und \u00dcbergabe des Geldes zeitlich auseinander, so wird auf der Grundlage privater \u00dcbereinkunft Kredit gew\u00e4hrt. Mit der Wechselzirkulation entsteht nach Hilferding der private Kredit durch das Zirkulieren privater Schuldtitel. W\u00e4hrend der Umlauf des Staatspapiergeldes mit Zwangskurs auf dem gesellschaftlichen Minimum der Warenproduktion beruhe, nehme nun die Wechselzirkulation den Raum \u00fcber diesem Minimum ein.<a href=\"#_edn60\" name=\"_ednref60\">[60]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zun\u00e4chst ist der Kredit dabei nur Vermittler der Beziehungen zwischen zwei Personen, wobei die \u00dcbereinkunft, das &#8222;Vertrauen&#8220;, das zwischen beiden herrscht, relativ zuf\u00e4llig zustande kommt. Nimmt das Kreditwesen aber gr\u00f6\u00dferen Umfang an, tritt die Bank als Vermittlerin des Kredits auf den Plan und kommt es mit der Entwicklung des Bankwesens zu immer gr\u00f6\u00dferer Anh\u00e4ufung von disponiblem Geldkapital bei einzelnen Banken, zwischen denen nach Hilferding so gut wie keine Konkurrenz stattfindet<a href=\"#_edn61\" name=\"_ednref61\">[61]<\/a>, so erlangt die beim Kredit zugrundeliegende \u00dcbereinkunft gesamtgesellschaftliche Dimensionen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Kredit tritt nach Hilferding &#8222;neben die sachliche die pers\u00f6nliche Beziehung&#8220;<a href=\"#_edn62\" name=\"_ednref62\">[62]<\/a>. Wie die Vergabe von Kredit auf \u00dcbereinkunft zwischen Personen beruht, so ist der Kredit &#8222;pers\u00f6nlich-gesellschaftliche Beziehung gegen\u00fcber den dinglich-gesellschaftlichen der \u00fcbrigen \u00f6konomischen Kategorien&#8220;<a href=\"#_edn63\" name=\"_ednref63\">[63]<\/a>. Ist das Bankkapital stark konzentriert, so wird die Vermittlung von Geldkapital f\u00fcr die produktiven Kapitalisten zur M\u00f6glichkeit der Kontrolle \u00fcber die gesellschaftliche Produktion. Das pers\u00f6nliche Element, das nach Hilferding mit dem Kredit in die \u00d6konomie ger\u00e4t, wird dann zur M\u00f6glichkeit der privaten Verf\u00fcgungsgewalt \u00fcber die Produktion durch die Finanzkapitalisten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine derartige Verf\u00fcgungsgewalt \u00fcber die Produktion in einer Hand aber widerspricht dem anarchischen Charakter der kapitalistischen Produktionsweise. Folgerichtig ist der Kredit nach Hilferding deshalb das Element der Organisation und Kontrolle gegen\u00fcber der Anarchie und geh\u00f6rt nicht dem Kapitalismus, sondern dem Sozialismus an: &#8222;Und ebenso ist er (der Kredit, F.K.) in seiner Vollendung dem Kapitalismus entgegengesetzt, ist er Organisation und Kontrolle gegen\u00fcber der Anarchie. Er entspringt daher aus dem Sozialismus, der der kapitalistischen Gesellschaft angepasst wird, er ist der schwindelhafte, kapitalistisch adaptierte Sozialismus. Er sozialisiert das Geld der anderen f\u00fcr den Gebrauch der wenigen. In seinem Beginn er\u00f6ffnet er dem Kreditritter pl\u00f6tzlich die gewaltigsten Perspektiven: die Schranken der kapitalistischen Produktion &#8211; die Privatverm\u00f6gen &#8211; erscheinen gefallen; die gesamte Produktivkraft der Gesellschaft scheint dem einzelnen zur Verf\u00fcgung gestellt.&#8220;<a href=\"#_edn64\" name=\"_ednref64\">[64]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das vorstehende Zitat steht am Ende der ersten H\u00e4lfte der Untersuchung des &#8222;Finanzkapital&#8220;. Bis hierhin hat Hilferding nur Geld, Kredit und das Bankwesen dargestellt. Hier bereits, und das hei\u00dft vor aller Untersuchung der Konzentration der Kapitale, geht Hilferding zumindest von der M\u00f6glichkeit der Beherrschung der Produktion, sowie der Entwicklung des Geldes als Zahlungsmittel zum Kredit. Beim Bankwesen und Kredit findet sich Hilferding konsequenterweise wieder auf der Seite der utopischen Sozialisten. Denn auch die Vorstellung, im Kredit komme unter kapitalistischen Verh\u00e4ltnissen ein pers\u00f6nliches Element in die sachliche Beziehung, ist keine origin\u00e4re Erfindung Hilferdings:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Im <strong>Kreditwesen<\/strong>, dessen vollst\u00e4ndiger Ausdruck das <strong>Bankwesen<\/strong> ist, gewinnt es den Schein, als sei die Macht der fremden, materiellen Macht gebrochen, das Verh\u00e4ltnis der Selbstentfremdung aufgehoben und der Mensch wieder in menschlichen Beziehungen zum Menschen. Die <strong>St.-Simonisten<\/strong>, von diesem <strong>Schein<\/strong> get\u00e4uscht, betrachten die Entwicklung von Geld, Wechselbriefen, Papiergeld, papiernen Repr\u00e4sentanten des Geldes, <strong>Kredit<\/strong>, <strong>Bankwesen<\/strong> als eine stufenweise Aufhebung der Trennung des Menschen von der Sache, des Kapitals von der Arbeit, des Privateigentums vom Gelde und des Geldes vom Menschen, der Trennung des Menschen vom Menschen. Das organisierte <strong>Bankwesen<\/strong> ist daher ihr Ideal. (&#8230;) Im Kredit ist statt des Metalls der <strong>Mensch<\/strong> selbst der <strong>Mittler<\/strong> des Tausches geworden, aber nicht als Mensch, sondern als das <strong>Dasein eines Kapitals<\/strong> und der Zinsen. (&#8230;) Der Kredit scheidet den Geldwert nicht mehr in Geld, sondern in menschliches Fleisch und in menschliches Herz. So sehr sind alle Fortschritte und Inkonsequenzen innerhalb eines falschen Systems der h\u00f6chste R\u00fcckschritt und die h\u00f6chste Konsequenz der Niedertracht.&#8220;<a href=\"#_edn65\" name=\"_ednref65\">[65]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Bankensystem, von Hilferding in der Anlage als Vorbote der im Sozialismus vollst\u00e4ndig organisierten Gesellschaft gesehen, ist nach Marx das &#8222;k\u00fcnstlichste und ausgebildetste Produkt, wozu es die kapitalistische Produktionsweise \u00fcberhaupt bringt&#8220;<a href=\"#_edn66\" name=\"_ednref66\">[66]<\/a>. Gerade beim Kredit zeigt sich der Charakter des Geldes in besonderer, &#8222;ausgebildetster&#8220; Weise. Die Grundlage in der Geldware, dem Golde, zeigt sich gerade in staatlichen Zwangsma\u00dfnahmen zur Begrenzung des Zinsfu\u00dfes, da der Abfluss des wirklichen Goldes zeigt, wie sehr das Papiergeld und der Kredit das Gold nicht ersetzen, sondern gerade von ihm abh\u00e4ngig sind. Schon zu Marx&#8216; Zeiten war das Inland nicht mehr auf Metallgeld angewiesen. Um so wichtiger aber wird es damit f\u00fcr die Nationalbanken, den Abfluss von Gold aus dem Lande zu regulieren, um die Konvertibilit\u00e4t des Kreditgelds zu sichern.<a href=\"#_edn67\" name=\"_ednref67\">[67]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Es Muss aber nie vergessen werden, dass erstens Geld &#8211; in der Form der edlen Metalle &#8211; die Unterlage bleibt, wovon das Kreditwesen der Natur der Sache nach nie loskommen kann. Zweitens, dass das Kreditwesen das Monopol der gesellschaftlichen Produktionsmittel (in der Form von Kapital und Grundeigentum) in den H\u00e4nden von Privaten zur Voraussetzung hat, dass es selbst einerseits eine immanente Form der kapitalistischen Produktion ist und andererseits eine treibende Kraft ihrer Entwicklung zu ihrer h\u00f6chst- und letztm\u00f6glichen Form.&#8220;<a href=\"#_edn68\" name=\"_ednref68\">[68]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im dritten Band des &#8222;Kapital&#8220; weist Marx ausdr\u00fccklich darauf hin, dass das Kreditwesen eine immanente Form des Kapitalismus ist. Dies bedeutet nicht nur, dass es der kapitalistischen Produktion notwendig in ihrer entwickelten Form eigen ist, sondern wirft auch die Frage auf, wie denn dasselbe Kreditsystem zur \u00dcberwindung eben dieser kapitalistischen Produktion und zum \u00dcbergang zum Sozialismus beitragen soll. Hilferding sieht die Sache so, dass das Kreditsystem selbst die \u00dcbergangsstufe zum Sozialismus darstelle, je mehr es also ausgebaut werde, um so organisierter werde die Gesellschaft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch nach Marx unterliegt es keinem Zweifel, &#8222;dass das Kreditsystem als ein m\u00e4chtiger Hebel dienen wird w\u00e4hrend des \u00dcbergangs aus der kapitalistischen Produktionsweise in die Produktionsweise der assoziierten Arbeit&#8220;<a href=\"#_edn69\" name=\"_ednref69\">[69]<\/a>. Marx ist jedoch weit davon entfernt, das Kreditwesen selbst als \u00dcbergangsform anzusehen. Vielmehr treibt es die Widerspr\u00fcche des Kapitalismus auf die Spitze, indem es zeigt, &#8222;dass das Geld nichts andres ist als ein besondrer Ausdruck des gesellschaftlichen Charakters der Arbeit und ihrer Produkte, der aber im Gegensatz zu der Basis der Privatproduktion stets in letzter Instanz als ein Ding, als besondre Ware neben andren Waren sich darstellen Muss.&#8220;<a href=\"#_edn70\" name=\"_ednref70\">[70]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Sozialismus hat das Kreditsystem keinen Sinn. Das Kreditsystem wird deshalb von Marx als m\u00e4chtiger Hebel zur Umw\u00e4lzung der kapitalistischen Produktionsweise bezeichnet &#8222;nur als ein Element im Zusammenhang mit andren gro\u00dfen organischen Umw\u00e4lzungen der Produktionsweise selbst&#8220;.<a href=\"#_edn71\" name=\"_ednref71\">[71]<\/a> Im Kreditwesen ist auch nach Marx die Form einer allgemeinen Buchf\u00fchrung und Verteilung der Produktionsmittel auf gesellschaftlicher Stufenleiter gegeben, aber, wie er ausdr\u00fccklich betont, auch nur die Form. Dieser zwiesp\u00e4ltige Charakter des Kredits hat vor Hilferding schon andere dazu gef\u00fchrt, Illusionen \u00fcber die wundert\u00e4tigen Wirkungen des Kreditsystems zu entwickeln. Hier trifft sich Hilferding nicht nur mit den Arbeitsgeldutopisten, sondern auch mit den utopischen Sozialisten der saint-simonistischen Schule.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>8. Das Verschwinden des Geldes<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hilferdings fehlerhafte Geldtheorie bleibt, wie gesehen, nicht ohne Konsequenzen. Es reicht nicht aus, Hilferdings Geldtheorie f\u00fcr falsch zu erkl\u00e4ren und seine sonstigen Ansichten und Begriffe kritiklos zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hilferding selbst stellt dies im Vorwort zu dem Buch &#8222;Das Finanzkapital&#8220; dar: Seine von Marx abweichende Geldtheorie bildet die Grundlage seiner Untersuchung \u00fcber die neuesten Erscheinungen des Kapitalismus. Von seinen Fehlern in der Werttheorie bis zu seinen Illusionen \u00fcber das Generalkartell zieht sich ein roter Faden. Die Notwendigkeit des Geldes in der Anarchie der Produktion f\u00fchrt schlie\u00dflich im Generalkartell zum Wegfall des Geldes. Die falsche Geldtheorie bricht sich so in der historischen Perspektive Bahn:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Als Resultat des Prozesses erg\u00e4be sich dann ein Generalkartell. Die ganze kapitalistische Produktion wird bewusst geregelt von einer Instanz, die das Ausma\u00df der Produktion in allen ihren Sph\u00e4ren bestimmt. (&#8230;) Das Geld spielt dann keine Rolle. Es kann v\u00f6llig verschwinden, da es sich ja um Zuteilung von Sachen handelt und nicht um Zuteilung von Werten. Mit der Anarchie der Produktion schwindet der sachliche Schein, schwindet die Wertgegenst\u00e4ndlichkeit der Ware. (&#8230;) Die Zirkulation des Geldes ist unn\u00f6tig geworden, der rastlose Umlauf des Geldes hat sein Ziel erreicht, die geregelte Gesellschaft, und das Perpetuum mobile der Zirkulation findet seine Ruh&#8216;.&#8220;<a href=\"#_edn72\" name=\"_ednref72\">[72]<\/a> Von hier aus bis zu Hilferdings sp\u00e4teren Vorstellungen vom organisierten Kapitalismus ist es kein \u00f6konomisch-theoretischer, sondern nur noch ein politischer Schritt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hilferding teilt mit den Stundenzettlern die utopische Illusion, auf der Grundlage der Waren<strong>produktion<\/strong> k\u00f6nne die Zirkulation von <strong>Waren<\/strong> verschwinden. Er geht in seinem Buch \u00fcber das Finanzkapital von der Warenproduktion aus, und auch das Generalkartell wird von ihm als M\u00f6glichkeit vorgestellt, ohne diese Grundlage zu verlassen. Die Zirkulation aber soll unter dem Generalkartell schlie\u00dflich nur noch eine Frage der Zuteilung durch die Magnaten der Kartelle sein. Das Verschwinden des Geldes zeigt dabei nur an, dass die Produkte, die vom Generalkartell verteilt .werden, keine Waren mehr sind. So gelangt Hilferding zu einem Unding, das dem Grays in nichts nachsteht: einer Gesellschaft, in der die Produkte zwar als Waren produziert, aber nicht als Waren ausgetauscht werden. Die Absurdit\u00e4t dieser utopischen Illusion ist offensichtlich. Von den Waren ohne Preis und dem Geld ohne Wert gelangt Hilferding am Ende zu einem Kapital, das kein Kapital mehr ist: So erlischt im Finanzkapital der besondere Charakter des Kapitals. Das Kapital erscheint als &#8222;einheitliche Macht, die den Lebensproze\u00df der Gesellschaft souver\u00e4n beherrscht (&#8230;)&#8220;<a href=\"#_edn73\" name=\"_ednref73\">[73]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">An all diesen Stellen zeigt sich, dass Hilferding die Widerspr\u00fcche des Kapita\u00adlismus so anfasst, als seien sie auf der Basis dieser Produktionsweise beseitigbar. Die Organisation der \u00d6konomie wird vom Finanzkapital immer besser gel\u00f6st. Seine Grundlagen hat dieses Herangehen bei Hilferding in dem fehlenden Aufzeigen der Widerspr\u00fcche des Geldes. So schnell hier die Widerspr\u00fcche durch das Dazutreten des Staates usw. entsch\u00e4rft werden, so rasch gelingt es Hilferding am Ende die Anarchie der Produktion selbst theoretisch zu beseitigen. Es ist am Ende nicht mehr einzusehen, wodurch sich die Zust\u00e4nde unter dem Generalkartell in \u00f6konomischer Hinsicht, von den Eigentumsverh\u00e4ltnissen abgesehen, vom Sozialismus unterscheiden. Die Widerspr\u00fcche des Kapitalismus sind in \u00f6konomischer Hinsicht bereits beseitigt. Es fehlt nur noch der politische Schritt der Macht\u00fcbernahme des Proletariats.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref1\" name=\"_edn1\">[1]<\/a> Karl Kautsky:\u00a0 Finanzkapital und Krisen, in: Neue Zeit XXIX\/1\u00a0\u00a0 (1910\/11), S. 762f<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref2\" name=\"_edn2\">[2]<\/a> ebenda,\u00a0 S. 763<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref3\" name=\"_edn3\">[3]<\/a> ebenda, S. 771<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref4\" name=\"_edn4\">[4]<\/a> In seiner Rezension zu Hilferdings &#8222;Finanzkapital&#8220; kritisiert Kautsky nur den &#8222;einen Punkt&#8220; des &#8222;gesellschaftlich notwendigen Zirkulationswerts&#8220;. In Kautskys Artikel &#8222;Gold, Papier und Ware&#8220; findet sich eine tiefere und gr\u00fcndlichere Kritik an Hilferding. Dieser Artikel Kautskys steht jedoch im Zusammenhang einer Diskussion zu dem im Titel des Artikels erw\u00e4hnten Thema, an der sich au\u00dfer Kautsky und Hilferding auch Otto Bauer und andere beteiligten. Kautsky nahm die dort formulierte Kritik nicht zum Anlass, seine grunds\u00e4tzliche Wertung der Hilferdingschen Schrift zu revidieren. (vgl. Karl Kautsky: Gold, Papier und Ware, in: Neue Zeit XXX\/1 (1911\/12) )<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref5\" name=\"_edn5\">[5]<\/a> W.I. Lenin: Der Imperialismus als h\u00f6chstes Stadium des Kapitalismus, LW 22, S. 199<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref6\" name=\"_edn6\">[6]<\/a> Rudolf Hilferding: Das Finanzkapital. Frankfurt\/Main,\u00a0 K\u00f6ln\u00a0 1968, S. 17<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref7\" name=\"_edn7\">[7]<\/a> ebenda<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref8\" name=\"_edn8\">[8]<\/a> ebenda S. 18<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref9\" name=\"_edn9\">[9]<\/a> Fred Oel\u00dfner: Vorwort zur Neuauflage, in: Hilferding: Das Finanzkapital, Berlin 1959, S. XXII<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref10\" name=\"_edn10\">[10]<\/a> Finanzkapital, a.a.O., S. 28<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref11\" name=\"_edn11\">[11]<\/a> Oel\u00dfner, a.a.O., S. XXIV<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref12\" name=\"_edn12\">[12]<\/a> Oel\u00dfner selbst schwankt zwischen dem Vorwurf an Hilferding, er habe eine falsche Geldtheorie, und der Wiederholung der Kautsky-\/ Leninschen\u00a0 Feststellung einer falschen Werttheorie.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref13\" name=\"_edn13\">[13]<\/a> Finanzkapital, a.a.O., S. 30<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref14\" name=\"_edn14\">[14]<\/a> ebenda, S. 28<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref15\" name=\"_edn15\">[15]<\/a> MEW 23, S. 70<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref16\" name=\"_edn16\">[16]<\/a> Johann Karl Rodbertus-Jagetzow (1805-1875) war preu\u00dfischer Gro\u00dfgrundbesitzer und \u00d6konom. Er war Theoretiker des preu\u00dfischjunkerlichen Staatssozialismus.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref17\" name=\"_edn17\">[17]<\/a> MEW 26\/3, S. 132 f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref18\" name=\"_edn18\">[18]<\/a> ebenda, S. 133<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref19\" name=\"_edn19\">[19]<\/a> Finanzkapital, S. 25 f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref20\" name=\"_edn20\">[20]<\/a> ebenda<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref21\" name=\"_edn21\">[21]<\/a> ebenda, S. 28<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref22\" name=\"_edn22\">[22]<\/a> Benjamin Franklin, zit. nach MEW 23, S. 65<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref23\" name=\"_edn23\">[23]<\/a> MEW 23, S. 65<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref24\" name=\"_edn24\">[24]<\/a> ebenda, S. 65 f., Hervorhebung F.K.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref25\" name=\"_edn25\">[25]<\/a> MEW 23, S. 75<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref26\" name=\"_edn26\">[26]<\/a> Grundrisse, S. 63<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref27\" name=\"_edn27\">[27]<\/a> Finanzkapital, S. 17<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref28\" name=\"_edn28\">[28]<\/a> MEW 23, S. 95, Fu\u00dfnote<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref29\" name=\"_edn29\">[29]<\/a> Finanzkapital, S. 37, Fu\u00dfnote<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref30\" name=\"_edn30\">[30]<\/a> ebenda<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref31\" name=\"_edn31\">[31]<\/a> ebenda, S. 38<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref32\" name=\"_edn32\">[32]<\/a> ebenda, S. 36<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref33\" name=\"_edn33\">[33]<\/a> ebenda, S. 40, Hervorhebung F.K.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref34\" name=\"_edn34\">[34]<\/a> ebenda<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref35\" name=\"_edn35\">[35]<\/a> ebenda, S. 41<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref36\" name=\"_edn36\">[36]<\/a> ebenda<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref37\" name=\"_edn37\">[37]<\/a> ebenda, S. 52<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref38\" name=\"_edn38\">[38]<\/a> vgl. MEW 23, S. 109<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref39\" name=\"_edn39\">[39]<\/a> Finanzkapital, S. 67<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref40\" name=\"_edn40\">[40]<\/a> Kautsky: Gold, Papier und Ware, Die Neue Zeit XXX\/1 (1911\/12), S. 810 f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref41\" name=\"_edn41\">[41]<\/a> Hilferding: Geld und Ware, Die Neue Zeit XXX\/1 (1911\/12), S. 780<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref42\" name=\"_edn42\">[42]<\/a> Ricardo, zit. nach Grundrisse, S. 45<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref43\" name=\"_edn43\">[43]<\/a> Finanzkapital, S. 79 f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref44\" name=\"_edn44\">[44]<\/a> Marx: Zur Kritik der politischen \u00d6konomie, MEW 13, S. 67<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref45\" name=\"_edn45\">[45]<\/a> ebenda<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref46\" name=\"_edn46\">[46]<\/a> ebenda, S. 68<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref47\" name=\"_edn47\">[47]<\/a> MEW 13, S. 68<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref48\" name=\"_edn48\">[48]<\/a> MEW 13, S. 54<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref49\" name=\"_edn49\">[49]<\/a> Auf Hilferdings etwas eigenartige, aber sicher in der II. Internationale seiner Zeit durchaus verbreitete Vorstellungen einer bewusst geregelten sozialistischen\/kommunistischen Gesellschaft kann hier nicht eingegangen werden.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref50\" name=\"_edn50\">[50]<\/a> Finanzkapital, S. 35 f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref51\" name=\"_edn51\">[51]<\/a> ebenda, S. 25<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref52\" name=\"_edn52\">[52]<\/a> ebenda, S. 36, 37<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref53\" name=\"_edn53\">[53]<\/a> ebenda, S. 39<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref54\" name=\"_edn54\">[54]<\/a> Marx: Grundrisse, S. 83<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref55\" name=\"_edn55\">[55]<\/a> Wie schon erw\u00e4hnt, ist dies eine Konsequenz, die im &#8222;Finanzkapital&#8220; noch\u00a0 nicht gezogen wird.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref56\" name=\"_edn56\">[56]<\/a> MEW 23, S. 95<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref57\" name=\"_edn57\">[57]<\/a> Finanzkapital, S. 80, Hervorhebung F.K.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref58\" name=\"_edn58\">[58]<\/a> Finanzkapital, S. 79<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref59\" name=\"_edn59\">[59]<\/a> ebenda, S. 71<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref60\" name=\"_edn60\">[60]<\/a> ebenda, S. 72<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref61\" name=\"_edn61\">[61]<\/a> ebenda, S. 242<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref62\" name=\"_edn62\">[62]<\/a> ebenda, S. 244<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref63\" name=\"_edn63\">[63]<\/a> ebenda<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref64\" name=\"_edn64\">[64]<\/a> ebenda<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref65\" name=\"_edn65\">[65]<\/a> MEW Erg. Bd. I, S. 448, 449<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref66\" name=\"_edn66\">[66]<\/a> MEW 25, S. 620<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref67\" name=\"_edn67\">[67]<\/a> vgl. ebenda, S. 532 f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref68\" name=\"_edn68\">[68]<\/a> ebenda, S. 620<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref69\" name=\"_edn69\">[69]<\/a> ebenda<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref70\" name=\"_edn70\">[70]<\/a> ebenda, S. 621<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref71\" name=\"_edn71\">[71]<\/a> ebenda<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref72\" name=\"_edn72\">[72]<\/a> Finanzkapital, S. 321 f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref73\" name=\"_edn73\">[73]<\/a> ebenda, S. 323<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Franz Kaminski &nbsp; Eine Untersuchung des Hilferdingschen Buches &#8222;Das Finanzkapital&#8220; st\u00f6\u00dft auf gewisse Schwierigkeiten. Das vielgelesene Buch besticht durch einen schnellen Umgang mit marxistischer Begrifflichkeit. Bei n\u00e4herer Sicht steht dabei aber neben Richtigem auch viel Falsches. 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