{"id":2567,"date":"2022-10-28T16:35:06","date_gmt":"2022-10-28T14:35:06","guid":{"rendered":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=2567"},"modified":"2022-10-28T16:35:06","modified_gmt":"2022-10-28T14:35:06","slug":"empfehlung-jannis-milios-eine-zufaellige-begegnung-in-venedig-die-entstehung-des-kapitalismus-als-gesellschaftssystem","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=2567","title":{"rendered":"Empfehlung Jannis Milios: \u201eEine zuf\u00e4llige Begegnung in Venedig &#8211; Die Entstehung des Kapitalismus als Gesellschaftssystem\u201c"},"content":{"rendered":"<p align=\"justify\"><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif; font-size: 12pt;\">Martin Schlegel<\/span><\/em><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Vorbemerkungen <\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Jannis Milios hat ein meiner Meinung nach ein sehr interessantes und erhellendes Buch geschrieben, das 2018 auf Englisch und im vorigen Jahr auf Deutsch im Karl Dietz Verlag Berlin erschienen ist. Sein Ziel ist es, zu analysieren, wie kapitalistische Gesellschaften entstanden sind. Im ersten Teil des Buches besch\u00e4ftigt sich Milios mit den Aussagen von Marx und den nachfolgenden Diskussionen zur Entstehung des Kapitalismus. Im zweiten Teil des Buchs belegt er seine Ansichten anhand konkreter Untersuchungen zur Entwicklung der kapitalistischen Gesellschaftsform in Venedig. Diese Untersuchungen sind eine erfreuliche Ausnahme unter vielen scheinbar marxistischen Debatten, in denen Ansichten ohne historische Belege ge\u00e4u\u00dfert werden.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Zum Autor: Jannis Milios ist einer der f\u00fchrenden marxistischen \u00d6konomen Griechenlands und Professor an der Nationalen Technischen Universit\u00e4t in Athen. Er wurde zu einem wichtigen Wirtschaftspolitiker der Partei SYRIZA, die von 2004 bis 2012 mit einem Wahlb\u00fcndnis in Griechenland regierte und ab 2015 als alleinige Regierungspartei. Jannis Milios galt als kommender Finanzminister, Ministerpr\u00e4sident Alexis Tsipras berief jedoch Yanis Varoufakis zum Finanzminister. Inzwischen ist Jannis Milios zum Kritiker der SYRIZA geworden.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote1sym\" name=\"sdfootnote1anc\"><sup>1<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Meine Buchbesprechung ist keine Rezension im \u00fcblichen Sinn. Da ich die Aussagen von Milios weitgehend teile, versuche ich eine komprimierte Darstellung seiner Gedankeng\u00e4nge wiederzugeben, um damit zum Lesen des Buchs anzuregen.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Charakteristika des Kapitalismus<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Im ersten Kapitel charakterisiert Milios den Kapitalismus mit Marx folgenderma\u00dfen: \u201eIn seinem Hauptwerk &gt;&gt;Das Kapital&lt;&lt; nennt er sechs grundlegende Eigenschaften des Kapitalismus, die ihn durch ihr spezifisches Zusammenspiel von allen anderen Gesellschaftssystemen unterscheiden: (a) die Verallgemeinerung der Lohnarbeit; (b) die Monetarisierung der gesamten Wirtschaft (geldvermehrendes Geld); (c) die Konzentration der Produktionsmittel und die Losl\u00f6sung der Kapitalisten vom Arbeitsprozess als solchen; (d) freier Wettbewerb und die Verschmelzung einzelner Kapitalverm\u00f6gen zu einem gesellschaftlichen Gesamtkapital; (e) die finanzielle Existenzform des Kapitals und (f) die Herausbildung rechtlicher, politischer und ideologischer Strukturen und einer entsprechenden Staatsform\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote2sym\" name=\"sdfootnote2anc\"><sup>2<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Das erste und elementare Kennzeichen des Kapitalismus ist das Lohnarbeitsverh\u00e4ltnis. Der Arbeiter kann nur produzieren, wenn er sich dem Kommando des Kapitalisten unterwirft, somit zu einer Ware geworden ist. Zur Rolle des Staats schreibt er: \u201eDie politische und ideologische Macht des kapitalistischen Staats muss als den objektiven (politischen) Interessen der kapitalistischen Klasse entsprechend verstanden werden. In diesem Rahmen spielt der Staat eine <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>zentrale organisatorische Rolle,<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"> weil er die langfristigen politischen Interessen der b\u00fcrgerlichen Klasse vertritt und organisiert sowie ihre verschiedenen Fraktionen politisch eint, die allesamt \u2013 wenn auch ungleiche \u2013 Positionen auf dem Gebiet der politischen Herrschaft \u00fcber die ausgebeuteten Klassen der Gesellschaft einnehmen.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote3sym\" name=\"sdfootnote3anc\"><sup>3<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Milios Haltung zu dem Hauptwerk von Marx ist folgende: \u201e&gt;&gt;Das Kapital&lt;&lt; ist mehr als ein Buch. Im Grunde genommen ist es ein umfassendes Forschungsvorhaben, das Marx angefangen, aber selbst nicht abschlie\u00dfen konnte, ein Projekt, das im Prinzip andauert.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote4sym\" name=\"sdfootnote4anc\"><sup>4<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Die unterschiedlichen Theorien von Marx zur Entstehung des Kapitalismus <\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Mit Bezug auf sein Hauptthema, die Entstehung der kapitalistischen Gesellschaft, stellt der Autor fest, dass Marx zur Ursache der Abl\u00f6sung einer Gesellschaftsordnung durch eine neue Gesellschaftsordnung unterschiedliche Antworten gegeben hat: \u201eNach seinem ersten Erkl\u00e4rungsansatz, der sich auch in der Einleitung &gt;&gt;Zur Kritik der politischen \u00d6konomie&lt;&lt; findet, ger\u00e4t die &gt;&gt;Entwicklung der Produktivkr\u00e4fte&lt;&lt; in Konflikt &gt;&gt;mit den vorhandenen Produktionsverh\u00e4ltnissen&lt;&lt;, die sich in ihre Fesseln verwandeln. Die Situation f\u00fchre unweigerlich zu einem &gt;&gt;revolution\u00e4ren Wandel&lt;&lt; der Produktionsverh\u00e4ltnisse.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote5sym\" name=\"sdfootnote5anc\"><sup>5<\/sup><\/a> Dieser Ansatz wird auch als Theorie oder Dialektik von Produktivkr\u00e4ften und Produktionsverh\u00e4ltnissen bezeichnet. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Im Unterschied dazu entwickelt Marx im \u201aKapital\u2018 die Theorie von der \u201aurspr\u00fcnglichen Akkumulation\u2018. \u201eDemnach ist die Geburtsstunde des Kapitals der Moment des &gt;&gt;Gegen\u00fcber- und In-Kontakt-Tretens &lt;&lt;zweier gesellschaftlicher Gestalten, die bereits vor dem Kapitalismus existierten: des Geldbesitzers und des eigentumslosen Proletariers. Erst durch die Verbindung dieser beiden Gestalten entstand das Kapitalverh\u00e4ltnis.\u201c Marx schreibt im ersten Band des Kapitals: \u201eZweierlei sehr verschiedne Sorten von Warenbesitzern m\u00fcssen sich gegen\u00fcber und in Kontakt treten, einerseits Eigner von Geld, Produktions- und Lebensmitteln, denen es gilt, die von ihnen geeignete Wertsumme zu verwerten; andrerseits freie Arbeiter, Verk\u00e4ufer der eignen Arbeitskraft und daher Verk\u00e4ufer von Arbeit. Freie Arbeiter in dem Doppelsinn, dass weder sie selbst unmittelbar zu den Produktionsmitteln geh\u00f6ren, wie Sklaven, Leibeigene usw., noch auch die Produktionsmittel ihnen geh\u00f6ren [\u2026]\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote6sym\" name=\"sdfootnote6anc\"><sup>6<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Der Ansatz aus den Grundrissen r\u00e4umt der Entwicklung der Produktivkr\u00e4fte die f\u00fchrende Rolle ein, sie sind die treibende Kraft der Geschichte: \u201eDas macht den Klassenkampf zu einer blo\u00dfen &gt;&gt;Widerspiegelung&lt;&lt; der Entwicklung der Produktivkr\u00e4fte und Technik [\u2026].\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote7sym\" name=\"sdfootnote7anc\"><sup>7<\/sup><\/a> Milios betont, dass die Theorie der F\u00fchrungsrolle der Produktivkr\u00e4fte bei der gesellschaftlichen Entwicklung auch eng mit der Frage zusammenh\u00e4ngt, ob und wie es m\u00f6glich ist, in einem industriell r\u00fcckst\u00e4ndigen Land das kapitalistische System zu st\u00fcrzen und den Sozialismus aufzubauen. Dass das m\u00f6glich ist, haben die russische und chinesische Revolution gezeigt. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Diese Auffassung beinhaltet eine Vorstellung von der Determiniertheit der Geschichte durch Entwicklungen, die weitgehend unabh\u00e4ngig vom Handeln der Klassen stattfinden, so etwa durch technologische Entwicklungen. Insbesondere werden dadurch auch Vorstellungen gen\u00e4hrt, dass der Sozialismus quasi im Selbstlauf aufgrund der sich im Kapitalismus zuspitzenden Widerspr\u00fcche kommen m\u00fcsse. Derartige Vorstellungen hat es in der kommunistischen Bewegung in unterschiedlichen Auspr\u00e4gungen immer wieder gegeben. Dieser Ansatz l\u00e4sst sich auch bei der Entstehung des Kapitalismus nicht belegen. Es gab im Feudalismus keine Produktivkr\u00e4fte, die die \u00dcberwindung des Feudalismus zum Kapitalismus erzwangen. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Die Theorie der Produktivkr\u00e4fte ist nach Milios \u201e[&#8230;] kaum kompatibel mit Marx\u2018 zentraler These vom &gt;&gt;Klassenkampf als der unmittelbaren Triebfeder der Geschichte&lt;&lt;.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote8sym\" name=\"sdfootnote8anc\"><sup>8<\/sup><\/a> Diese Aussage von Marx besagt, dass das Handeln der jeweiligen Hauptklassen den Gang der Geschichte bestimmen. Anders gesagt: Nur der erfolgreiche Kampf der unterdr\u00fcckten Klassen kann die bisher herrschenden gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnisse grundlegend umgestalten. Demgegen\u00fcber beinhaltet die Theorie der Produktivkr\u00e4fte, dass die Fesselung der Produktivkr\u00e4fte zu einem revolution\u00e4ren Wandel der Produktionsverh\u00e4ltnisse f\u00fchrt. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Als Beispiel f\u00fcr Vertreter der zwei unterschiedlichen Erkl\u00e4rungsans\u00e4tze von Marx fuhrt Milios Aussagen von Stalin und Mao Tse-Tung an. Nach Milios Ansicht vertritt Stalin meist die Position der Rolle des Vorrangs der Produktivkr\u00e4fte f\u00fcr die Umwandlung der Produktionsverh\u00e4ltnisse: \u201eStalin hat es selbst so formuliert: &gt;&gt;Zuerst ver\u00e4ndern und entwickeln sich die Produktivkr\u00e4fte der Gesellschaft und dann, <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>in Abh\u00e4ngigkeit<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"> von diesen Ver\u00e4nderungen und <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>in \u00dcbereinstimmung mit ihnen<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">, ver\u00e4ndern sich die Produktionsverh\u00e4ltnisse der Menschen, ihre \u00f6konomischen Beziehungen&lt;&lt;.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote9sym\" name=\"sdfootnote9anc\"><sup>9<\/sup><\/a> Milios beschreibt Maos gegens\u00e4tzliche Position so: \u201eMao Tse-Tung und Theoretiker der Kommunistischen Partei Chinas haben in den 1960er-Jahren als Erste eine politisch einflussreiche Kritik an diesem Ansatz ge\u00fcbt. In einem in den Jahren 1961\/1962 entstandenem Text kehrt Mao die Kausalkette zwischen Produktivkr\u00e4ften und Produktionsverh\u00e4ltnissen um. Mao schreibt: &gt;&gt;Zun\u00e4chst muss man die Produktionsverh\u00e4ltnisse \u00e4ndern, danach erst ergibt sich die M\u00f6glichkeit, die gesellschaftlichen Produktivkr\u00e4fte in gro\u00dfem Ausma\u00df zu \u00e4ndern. [\u2026] &lt;&lt;\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote10sym\" name=\"sdfootnote10anc\"><sup>10<\/sup><\/a> Es lassen sich bei Stalin wie bei Mao \u00c4u\u00dferungen finden, die nicht so eindeutig wie die zitierten sind. Aber die Gegen\u00fcberstellung von Milios macht deutlich, dass die verschiedenen Erkl\u00e4rungsans\u00e4tze von Marx zu sehr gegens\u00e4tzlichen Auffassungen f\u00fchren.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Gem\u00e4\u00df der Theorie der urspr\u00fcnglichen Akkumulation sind die Kapitalbildung und die Herausbildung des freien Lohnarbeiters zwei unterschiedliche, nicht notwendig gekoppelte geschichtliche Prozesse, die zeitlich und r\u00e4umlich zusammentreffen m\u00fcssen, um den Keim zur Entwicklung einer kapitalistischen Gesellschaft zu legen. Auch die Dauerhaftigkeit kapitalistischer Verh\u00e4ltnisse h\u00e4ngt von den historischen Umst\u00e4nden ab. Besonderes Gewicht legt Milios darauf, die Gruppe der Geldbesitzer zu bestimmen. Er zitiert dazu aus Marx\u2018 Grundrissen: \u201eDie Kapitalbildung geht daher nicht aus vom Grundeigentum [\u2026], sondern vom Kaufmanns- und Wucherverm\u00f6gen.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote11sym\" name=\"sdfootnote11anc\"><sup>11<\/sup><\/a> <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Lenin und Kautsky zum Fr\u00fchkapitalismus und zur Agrarfrage<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Vor der Vertiefung der Diskussion \u00fcber die urspr\u00fcngliche Akkumulation geht Milios auf die Klassenverh\u00e4ltnisse im vorrevolution\u00e4ren Russland ein. Dabei wird die Entwicklung kapitalistischer Verh\u00e4ltnisse aus der Unterwerfung kleiner Warenproduzenten unter das Handelskapital deutlich.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Lenin analysierte die Entwicklungsstufe der russischen Gesellschaft folgenderma\u00dfen: \u201eRussland ist ein kapitalistisches Land. Andererseits [\u2026] ist Russland, verglichen mit anderen kapitalistischen L\u00e4ndern noch sehr zur\u00fcckgeblieben.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote12sym\" name=\"sdfootnote12anc\"><sup>12<\/sup><\/a> Lenins Argument ist, dass sich die vorkapitalistischen Ausbeutungsformen und ihre sie beherrschenden Klassen in Aufl\u00f6sung befanden. Dieser Zerfall bereitet die wachsende Vorherrschaft kapitalistischer Gesellschaftsverh\u00e4ltnisse in Russland vor. Diese Entwicklung fand zun\u00e4chst weniger durch den Aufbau von Gro\u00dfbetrieben statt, als durch die Unterwerfung der warenproduzierenden Bauern und Handwerker unter die Kaufleute, das Handelskapital. Das geschah dadurch, dass diese Kaufleute zunehmend Art, Menge und Preise der Waren der von ihnen abh\u00e4ngigen Produzenten bestimmten, wodurch die Warenproduzenten und ihre Produktionsmittel zunehmend von den Aufk\u00e4ufern beherrscht wurden. Lenin schreibt dazu: \u201cDie Arbeit f\u00fcr den Aufk\u00e4ufer ist somit eine r\u00fcckst\u00e4ndige Form des Kapitalismus. [\u2026]\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote13sym\" name=\"sdfootnote13anc\"><sup>13<\/sup><\/a> Seine Vorstellungen zum Entwicklungsstand des russischen Kapitalismus entwickelte Lenin insbesondere in Auseinandersetzung mit der Str\u00f6mung der Narodniki, die die Gro\u00dfindustrie als einzig m\u00f6gliche Form des Kapitalismus betrachteten und f\u00fcr Russland eine vom Volk getragene nicht-kapitalistische Entwicklung f\u00fcr m\u00f6glich hielten.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Milios fasst die Auffassungen Lenins folgenderma\u00dfen zusammen: \u201cEine Gesellschaft ist nicht dann kapitalistisch, wenn die Mehrheit der Bev\u00f6lkerung aus Lohnarbeitern und Werkt\u00e4tigen besteht, die formell dem Kapital untergeordnet sind, sondern sie ist dann kapitalistisch, wenn die dominierende Fraktion ihrer herrschenden Klassen kapitalistisch ist, das hei\u00dft die Grundform der Mehrarbeit die Form des Mehrwerts annimmt.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote14sym\" name=\"sdfootnote14anc\"><sup>14<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Milios stellt fest, dass Lenin in seinen Analysen nicht immer die besondere Rolle der Agrarwirtschaft in fr\u00fchkapitalistischen Gesellschaften verstand. Die Rolle der Agrarwirtschaft in kapitalistischen Gesellschaften behandelt Milios mithilfe der Aussagen von Karl Kautskys Buch \u201aDie Agrarfrage\u2018. Er stellt die Hauptaussage des Buchs so dar: \u201cIn diesem Buch stellt Kautsky die These auf, in kapitalistischen Gesellschaften sei die Agrarwirtschaft trotz der eindeutigen Produktivit\u00e4tsvorteile gro\u00dfer Unternehmen in der Regel durch den Erhalt kleiner und mittlerer Unternehmen gekennzeichnet. Was solche kleineren nicht-kapitalistischen, aber marktorientierte Betriebe \u00fcberlebensf\u00e4hig mache, sei ihre F\u00e4higkeit, die Preise ihrer Produkte zu senken, indem sie die absolute Rente und ihre Gewinne niedrighalten. Dies stehe Konzentrationsprozessen wie in der Industrie und der Dominanz des &gt;&gt;gro\u00dfen Agrarkapitals&lt;&lt; im Wege.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote15sym\" name=\"sdfootnote15anc\"><sup>15<\/sup><\/a> Ein Nebeneffekt der Selbstausbeutung der Bauern war, dass die Reall\u00f6hne der Arbeiter wegen niedriger Lebensmittelpreise niedrig gehalten werden konnten. Nach Milios \u00fcbernahm Lenin die Positionen Kautskys weitgehend. Selbstausbeutung gab es nicht nur bei den kleinen Bauern, sondern auch bei anderen kleinen Warenproduzenten. Die Untersuchungen Kautskys zum Beharrungsverm\u00f6gen agrarischer Kleinbetriebe widersprechen Anschauungen, die die Entwicklung zum Kapitalismus in der zunehmenden Vorherrschaft kapitalistischer Prinzipien auf dem Land sehen.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>In Kontakt-Treten, die Bedeutung historischer Konstellationen<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Im folgenden Kapitel geht Milios auf die Ansichten der Vertreter der \u201aWeltsystemtheorie\u2018 zur Entstehung des Kapitalismus ein. Die Diskussionen sind interessant und wichtig, w\u00fcrden hier aber zu weit f\u00fchren.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Zwei Themen aus dem Kapitel \u00fcber die marxistischen Erkl\u00e4rungsans\u00e4tze zum \u00dcbergang des Feudalismus zum Kapitalismus sind f\u00fcr die Vertiefung der Argumentation des Autors zur urspr\u00fcnglichen Akkumulation wichtig. Es geht dabei zum ersten um das Thema des \u201eGegen\u00fcber- und in Kontakt-Tretens\u201c und zum zweiten um die Rolle des Kaufmannskapitals bei der Entstehung des Kapitalismus. Zum ersten Thema bezieht sich Milios auf die Autoren Balibar, Deleuze\/Guattari und Althusser. Er fasst deren Ansichten folgenderma\u00dfen zusammen: \u201eDer Kapitalismus entstand zum einen durch die Begegnung des Geldbesitzers mit dem &gt;&gt;Proletarier, der von allem befreit ist au\u00dfer seiner Arbeitskraft&lt;&lt; (das sind schon zwei Elemente die ihrer Begegnung vorausgingen). Zum anderen war er das Resultat eines bestimmten historischen Ereignisses, das es erm\u00f6glicht hatte, dass diese Begegnung \u00fcberhaupt stattfinden und &gt;&gt;greifen&lt;&lt; konnte. Die Begegnung war aleatorisch, das hei\u00dft nicht &gt;&gt;<\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>vorherbestimmt<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">&lt;&lt; (sie h\u00e4tte wom\u00f6glich auch gar nicht stattfinden k\u00f6nnen) oder es war nicht absehbar, dass sie tats\u00e4chlich &gt;&gt;<\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>greifen&lt;<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">&lt; w\u00fcrde (sie h\u00e4tte sich auch als vor\u00fcbergehend und kurzlebig erweisen k\u00f6nnen).\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote16sym\" name=\"sdfootnote16anc\"><sup>16<\/sup><\/a> Von Althusser zitiert er die Aussage: \u201eWir k\u00f6nnen sogar einen Schritt weitergehen und vermuten, <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>dass sich diese Begegnung in der Geschichte bereits<\/i><\/span><\/span> <span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>mehrmals<\/i><\/span><\/span> <span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>ereignet hatte, bevor sie im Westen stattfand<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">, aber dass sie aufgrund eines fehlenden Moments nicht &gt;&gt;<\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>greifen&lt;&lt;<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"> konnte.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote17sym\" name=\"sdfootnote17anc\"><sup>17<\/sup><\/a> Es sind also zwei voneinander unabh\u00e4ngige Entwicklungen, die in einer bestimmten historischen Konstellation zu einer kapitalistischen Entwicklung f\u00fchren. Diese muss \u00fcberdurchschnittlich profitabel, sein, um die gesellschaftlichen Beharrungskr\u00e4fte zu \u00fcberwinden und die Gesellschaft dauerhaft umzuwandeln. Dazu muss es dem Kapital gelingen, die Anzahl der freien Proletarier zu vergr\u00f6\u00dfern, wobei der Staat eine wichtige Rolle spielen kann. Wie das in Venedig geschah, beschreibt Milios im zweiten Teil des Buchs. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Die unterschiedlichen Theorien von Marx zum Kaufmannskapital <\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">In der Diskussion \u00fcber die Rolle des Kaufmannskapitals bei der Herausbildung des Kapitalismus besch\u00e4ftigt sich Milios auch mit der unter Marxisten vieldiskutierten Frage, ob das Kaufmannskapital generell unproduktiv ist oder nicht. Er beginnt damit: \u201cMarx hat in Band II des &gt;&gt;Kapitals&lt;&lt; ausf\u00fchrlich dargelegt, wie der allgemeine Kreislauf des Kapitals das Zusammentreffen dreier Momente oder einzelner Zirkulationsformen beinhaltet: die Zirkulation des Geldkapitals, die des produktiven Kapitals und die des Warenkapitals.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote18sym\" name=\"sdfootnote18anc\"><sup>18<\/sup><\/a> Er zitiert dann Marx: \u201eBetrachten wir nun die Gesamtbewegung G-W\u2026 P \u2026 W\u2018-G\u2018, [\u2026] Das Kapital erscheint uns hier als ein Wert, der eine Reihenfolge zusammenh\u00e4ngender, durch einander bedingter Verwandlungen durchl\u00e4uft [\u2026] Zwei dieser Phasen geh\u00f6ren der Zirkulationssph\u00e4re an, eine der Produktionssph\u00e4re. [\u2026] Dieser Gesamtprozess ist daher ein Kreislaufprozess [\u2026] Das Kapital, welches im Verlauf seines Gesamtkreislaufs diese Formen annimmt [\u2026] ist <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>industrielles Kapital<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"> &#8211; industriell hier in dem Sinn, dass es <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>jeden kapitalistisch betriebenen Produktionszweig <\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">umfasst. [\u2026] Geldkapital, Warenkapital, produktives Kapital <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>bezeichnen hier also nicht selbst\u00e4ndige Kapitalsorten<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">, deren Funktionen den Inhalt gleichfalls selbst\u00e4ndiger und voneinander getrennter Gesch\u00e4ftszweige bilden. Sie bezeichnen hier nur besondre Funktionsformen des industriellen Kapitals, <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>das sie alle drei nacheinander annimmt<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote19sym\" name=\"sdfootnote19anc\"><sup>19<\/sup><\/a> und folgert daraus, dass f\u00fcr Marx in der kapitalistischen Gesellschaft jede Form von Kapital, das am Gesamtumschlag des Kapitals beteiligt ist, industrielles Kapital ist.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Milios stellt aber auch fest: \u201eMarx Analyse der produktiven Arbeit und des Kapitalkreislaufs steht allerdings neben einem weiteren Diskussionsstrang in seinen Sp\u00e4tschriften, insbesondere in Band III des &gt;&gt;Kapitals&lt;&lt;. Diesem zweiten Strang zufolge gibt es nicht-produktives Kapital: Handel- und Finanzkapital. Beide nutzen fremde Arbeitskraft, erzeugen aber keinen Mehrwert, da sie &gt;&gt;ganz in den Zirkulationsprozess gebannt [sind], ohne durch das Intervall des Produktionsprozesses, der au\u00dferhalb seiner eignen Funktion und Bewegung liegt, unterbrochen zu werden&lt;&lt;.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote20sym\" name=\"sdfootnote20anc\"><sup>20<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Milios vertritt die erstgenannte Aussage von Marx aus Band II des \u201aKapitals\u2018, dass in einer kapitalistischen Gesellschaft jedes Kapital, das sich Mehrwert aneignet, unabh\u00e4ngig von der Sph\u00e4re in der es beheimatet ist, produktives Kapital ist, sofern es der Gesamtreproduktion dient. Die Anh\u00e4nger des sp\u00e4teren Gedankengangs Marx\u2018 aus Band III des \u201aKapitals\u2018, die Finanz- und Handelskapital generell f\u00fcr unproduktiv halten, haben die Schwierigkeit, zu erkl\u00e4ren, warum in einigen Bereichen dieser Sph\u00e4ren trotzdem ein zus\u00e4tzlicher Gebrauchswert f\u00fcr die Waren entsteht, wie auch Marx beschreibt. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Bez\u00fcglich der Einordnung der Funktion von Teilen des Geldkapitals heute, sieht f\u00fcr mich die Situation anders aus. Die Frage ist, in welchem Umfang das Geldkapital heute noch dem Umschlag des Gesamtkapitals dient und damit als produktiv bezeichnet werden kann. Es gab auch in der Vergangenheit spekulatives Kapital, sein Umfang ist heute jedoch erheblich gr\u00f6\u00dfer und \u00fcbertrifft deutlich den Geldumfang, der f\u00fcr den Warenumschlag notwendig ist um ein Vielfaches. Inwieweit sich dadurch die Beurteilung der Rolle von Teilen des Geldkapitals \u00e4ndern muss, ist eine eigene Diskussion.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Auf den Inhalt des n\u00e4chsten Kapitels \u201aNichtmarxistische Sichtweisen auf die Urspr\u00fcnge des Kapitalismus\u2018 gehe ich nicht ein. Erw\u00e4hnen m\u00f6chte ich jedoch aus dem Kapitel die Feststellung von Milios, dass die nicht-marxistischen Historiker st\u00e4rker als die marxistischen die Bedeutung des Wucher- und Handelskapitals f\u00fcr die Entstehung des Kapitalismus erkennen. Die meisten von ihnen begreifen jedoch das Kapital nicht als ein auf der Ausbeutung von Lohnarbeit gegr\u00fcndetes Klassenverh\u00e4ltnis. Daher verorten einige dieser Autoren die Entwicklung zum Kapitalismus bereits in der Antike. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Charakteristika vorkapitalistischer Gesellschaften<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Zur Vorbereitung der Darstellung der fr\u00fchkapitalistischen Entwicklung in Venedig behandelt Milios die Produktionsweisen und die Rolle des Geldbesitzes in vorkapitalistischen Gesellschaften. Er beginnt mit Begriffsdefinitionen, die seinen weiteren Ausf\u00fchrungen dienen. Unter der Nutzung von Produktionsmitteln versteht er ihre Anwendung, also die Gruppe der unmittelbaren Produzenten. Unter dem Besitz der Produktionsmittel versteht er die Macht, sie in Bewegung zu setzen und den Produktionsprozess zu steuern. Unter dem Eigentum an Produktionsmitteln versteht er die Macht, sich den erzeugten Mehrwert anzueignen. \u201c\u00d6konomisch betrachtet ist jede Produktionsweise durch eine besondere Kombination dieser drei grundlegenden Verh\u00e4ltnisse gekennzeichnet. Die jeweilige Kombination bildet die \u00f6konomische Grundlage der Produktionsweise und entscheidet dar\u00fcber, welche dieser drei Komponenten (die \u00f6konomische, die juristisch-politische oder die ideologische) <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>bestimmend<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"> ist.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote21sym\" name=\"sdfootnote21anc\"><sup>21<\/sup><\/a> Im Kapitalismus fallen Besitz und Eigentum zusammen, in den vorkapitalistischen Gesellschaftsformen nicht. In diesen waren die Produktionsmittel meist in den H\u00e4nden der Produzenten, weshalb es au\u00dfer\u00f6konomischen Zwang erforderte, sich den Mehrwert anzueignen. Weil Besitz und Eigentum im Prinzip im Kapitalismus zusammenfallen ist ein derartiger Zwang in der Regel in dem entwickelten Stadium des Kapitalismus nicht mehr notwendig. Charakteristisch f\u00fcr die vorkapitalistischen Gesellschaften ist nach Milios: \u201eDie herrschende Klasse besitzt nicht die Produktionsmittel. Diese befinden sich \u2013 zusammen mit dem Nutzungsverh\u00e4ltnis \u2013 in den H\u00e4nden der beherrschten Klassen.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote22sym\" name=\"sdfootnote22anc\"><sup>22<\/sup><\/a> Ich wei\u00df nicht, welche Begriffe Milios in seinem englischen Originalmanuskript verwendet hat. Im Deutschen sind die Begriffe Besitz und Eigentum weitgehend gleichbedeutend. Meiner Meinung nach, w\u00e4re es besser, seinen Begriff \u201aBesitz\u2018 im Deutschen durch Management, Leitung oder Verantwortung zu ersetzen, denn das ist das, was er meint.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Milios handelt seine These anhand des Feudalismus, der asiatischen Produktionsweise und der klassischen griechischen Sklavenhaltergesellschaft ab. Im Feudalismus befand sich der Boden im Besitz der Feudalherren, die Produktionsmittel aber nicht. Der Mehrwert wurde durch Fronarbeit und Abgaben angeeignet, dazu waren au\u00dfer\u00f6konomische Zw\u00e4nge notwendig.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Bei der asiatischen Produktionsweise war der Boden Staatseigentum, es gab auch keinen Privatbesitz an Produktionsmitteln. Der Mehrwert wurde durch den Staat mithilfe von lokalen Beamten aufgrund der Tributpflicht haupts\u00e4chlich in Form von Geld angeeignet. Es wird durch die D\u00f6rfer und St\u00e4dte eingezogen, in denen die Produzenten organisiert sind, und die gleichzeitig auch den Zugang zu den Produktionsmitteln regeln. Es hing von der St\u00e4rke der Zentralmacht ab, wie gut die Mehrwertabsch\u00f6pfung gelang.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">In der griechischen Antike und im r\u00f6mischen Reich beruhte nach Milios die politische Herrschaft auf einer besonderen Form der Sklavenarbeit. In der klassischen, von Marx als patriarchal bezeichneten Sklaverei hielt sich der Sklavenbesitzer vollst\u00e4ndig aus dem Produktionsprozess heraus, indem er ihn einer Sonderkategorie von Sklaven als Aufseher \u00fcberlie\u00df. Diese waren also die Besitzer bzw. Leiter des Produktionsprozesses. Der Eigent\u00fcmer der Produktionsmittel sch\u00f6pfte den Mehrwert vornehmlich als Sacheink\u00fcnfte aus dem Grundbesitz ab.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote23sym\" name=\"sdfootnote23anc\"><sup>23<\/sup><\/a> Wie in der asiatischen Produktionsweise und im Feudalismus gab es also eine Trennung von Eigentum und Besitz von Produktionsmitteln, wenn auch in unterschiedlicher Form. Neben der patriarchalen Sklavenarbeit gab es auch Sklavenarbeit in der Warenproduktion und im Handel. Diese Sklavenbesitzer waren jedoch keine B\u00fcrger und konnten es auch nicht werden. Sie waren nicht in der Lage, die herrschende Klasse der Grundbesitzer zu entmachten.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Vorkapitalistische geldvermehrende Produktionsweisen<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">In jeder Gesellschaft gibt es eine dominierende Produktionsweise. Daneben existierten aber immer auch andere Produktionsformen. \u201eIn den Gesellschaften der Antike wie auch in anderen Gesellschaften, die auf unfreier Arbeit aufbau(t)en, existierte jedoch eine eigenst\u00e4ndige ausbeuterische Produktionsweise, die auf Sklaverei beruhte und durch die Konzentration sowohl der Eigentums- als auch der Besitzverh\u00e4ltnisse in den H\u00e4nden der Sklavenhalter gekennzeichnet ist. Charakteristisch f\u00fcr diese Produktionsweise ist die <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>Anwesenheit des Sklavenbesitzers im Produktionsprozess<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">, einer auf den Markt ausgerichteten Produktion, bei der sich der Surplus in Geldform angeeignet wird. Ich nenne diese nicht-dominante vorkapitalistische Produktionsweise <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>auf Sklaverei beruhende geldvermehrende Produktionsweise<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote24sym\" name=\"sdfootnote24anc\"><sup>24<\/sup><\/a> Typisches Beispiel daf\u00fcr ist der Fernhandel der patriarchalen Sklaverei. Es wurden von Sklaven produzierte Waren mithilfe von Sklaven an andere Orte transportiert und mit Gewinn verkauft. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Neben dieser Form der vorkapitalistischen Geldvermehrung gab es noch die Geldverleiher, die an Grundeigent\u00fcmer, Bauern und Handwerker Geld verliehen. Vor allem durch Wucher entstanden gro\u00dfe Geldkapitale. Dass diese beiden Typen von Geldbesitzern zun\u00e4chst nicht immer eine kapitalistische Produktionsform entwickeln konnten, lag daran, dass kein freies Proletariat vorhanden war. Milios zitiert Marx:\u201c Wie weit aber dieser Prozess die alte Produktionsweise aufhebt, wie dies im modernen Europa der Fall war, und ob er an ihrer Stelle die kapitalistische Produktionsweise setzt, h\u00e4ngt ganz von der historischen Entwicklungsstufe und den damit gegebenen Umst\u00e4nden ab.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote25sym\" name=\"sdfootnote25anc\"><sup>25<\/sup><\/a> Auf Sklaverei beruhende Produktionsformen verschwanden nicht mit dem Untergang der klassischen patriarchalen Sklavenhaltergesellschaft. Sie bestanden vor allem in den italienischen St\u00e4dten und den Kolonien noch eine lange Zeit weiter. Die Beschaffung von Sklaven war auch ein wichtiges Motiv f\u00fcr die Kreuzz\u00fcge des Mittelalters.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote26sym\" name=\"sdfootnote26anc\"><sup>26<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Die Vertreter der These von einer Existenz kapitalistischer Produktion bereits in der Antike setzen f\u00e4lschlicherweise Warenproduktion mit Kapitalismus und die auf Sklavenarbeit beruhende geldvermehrende Produktion mit der auf Lohnarbeit basierenden kapitalistischen Produktionsweise gleich. Ein weiterer Irrtum ist die Annahme, diese Art der Produktion habe in den antiken Gesellschaften eine Dominanz erlangt. Dennoch gibt es zwischen diesen beiden Formen auch \u00c4hnlichkeiten: \u201e[\u2026] marktorientierte T\u00e4tigkeiten, die auf einen monet\u00e4ren Gewinn als Selbstzweck abzielen, &gt;&gt;ihr Geld schrankenlos zu vermehren&lt;&lt; (Aristoteles).\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote27sym\" name=\"sdfootnote27anc\"><sup>27<\/sup><\/a> So konnte die auf Sklavenarbeit basierende geldvermehrende Produktionswese durchaus als Unterst\u00fctzung und Wegbereiter der kapitalistischen Produktionsweise dienen und mit ihr koexistieren.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Milios stellt fest, dass dem Zwang der vorkapitalistischen Gesellschaft nicht eine freiere kapitalistische Gesellschaft folgte: \u201e<\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>Kapitalismus ist nicht das Reich der Freiheit<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">. Es ist ein gesellschaftliches System, in dem der direkte <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>Zwang<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">, <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>der die \u00f6konomische Ausbeutung<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"> der Beherrschten durch die herrschende Klasse <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>sicherstellt<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">, <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>Teil der \u00f6konomischen Beziehung selbst geworden ist. <\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">&gt;&gt;Freiheit&lt;&lt; ist dann nichts als die <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>Erscheinungsform<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"> eines historisch-spezifischen (kapitalistischen!) Systems der <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>Klassenherrschaft und -ausbeutung<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote28sym\" name=\"sdfootnote28anc\"><sup>28<\/sup><\/a> In der Anfangszeit des Kapitalismus wurden der Sklavenhaltergesellschaft vergleichbare Zwangsmethoden zur Erzeugung und Erweiterung des Proletariats angewendet. Sie lie\u00dfen in dem Umfang nach, wie es zur Existenzerhaltung keine Alternative zur Lohnarbeit gab und damit die Lohnarbeit zur sozialen Normalit\u00e4t wurde.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Bevor Milios anhand der Entwicklung Venedigs auf die Entstehung kapitalistischer Produktionsformen konkret eingeht, beschreibt er die Fortentwicklung der geldvermehrenden Produktionsweisen. Sie entwickelten sich zu \u00f6konomischen Partnerschaften von Geldbesitzern und Arbeitskraftbesitzern. Den Grund f\u00fcr solche Partnerschaften erl\u00e4utert Milios an einem Bereich, in dem sie weit verbreitet waren, den Handelsreisen. Handelsreisen dauerten lang und noch l\u00e4nger brauchte es, bis die Handelsunternehmer das eingesetzte Kapital und die Erl\u00f6se erhielten, dar\u00fcber hinaus drohte der Verlust von Schiffen. Es ist offensichtlich, dass die Handelsreisen in vielerlei Hinsicht eine Vorfinanzierung von mehreren Partnern brauchten. Die Partner f\u00fcr derartige Unternehmen waren auf der einen Seite die Geldbesitzer und auf der anderen Seite die Handelsunternehmer, die die Arbeitskr\u00e4fte stellten. Sie k\u00f6nnen sich per Kontrakt die Vorfinanzierung und die Risiken auf unterschiedliche Weise teilen. Die Vorfinanzierung erforderte ein allgemein anerkanntes Geldsystem, das hei\u00dft, eine Monetarisierung der Gesellschaft. Dar\u00fcber hinaus war es notwendig, rechtlich verbindliche Formen, f\u00fcr Kredit- und Investitionsvereinbarungen zu etablieren. Milios beschreibt eine Anzahl von verschiedenen Partnerschaftstypen, sie variierten von Land zu Land.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Die Entstehung kapitalistischer Produktionsverh\u00e4ltnisse in Venedig<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Venedig war aufgrund seiner geografischen Lage von Anfang an stark von Seehandel, Schifffahrt und Schiffbau gepr\u00e4gt. Dar\u00fcber hinaus besa\u00df der Stadtstaat durch seine lange Zugeh\u00f6rigkeit zum byzantinischen Reich eine zentralistische staatliche Verwaltung und eine vom r\u00f6mischen Recht \u00fcbernommene Rechtsverfassung.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\">\u201e<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Ein Gro\u00dfteil der Wirtschaftst\u00e4tigkeit in Venedig bestand aus Formen der einfachen Warenproduktion und einem urspr\u00fcnglichen Modell der hybriden Produktionsweise durch Kleinstunternehmen (siehe Kapitel 7). Es gab dar\u00fcber hinaus selbstverst\u00e4ndlich die auf Sklaverei basierende geldvermehrende Produktionsweise (siehe ebd.), die aber eine untergeordnete Rolle spielte. Feudale Beziehungen hatten weiterhin Bestand, da wohlhabende venezianische Grundbesitzer gro\u00dfe L\u00e4ndereien auf dem Festland besa\u00dfen und immer noch Leibeigene ausbeuteten, aber auch das war von marginaler Bedeutung im Vergleich zu den nicht-agrarischen, maritimen und handwerklichen Sektoren.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote29sym\" name=\"sdfootnote29anc\"><sup>29<\/sup><\/a> Als \u201ehybride Produktionsweise\u201c bezeichnet Milios Kleinunternehmen, die nur wenige Lohnarbeiter besch\u00e4ftigen und in denen der Eigent\u00fcmer noch selbst am Produktionsprozess teilnimmt. Sie geh\u00f6ren nicht zur Kapitalistenklasse, sondern stellen eine Zwischenklasse zwischen der Lohnarbeit und dem Kapital dar. Dazu geh\u00f6ren zum Beispiel auch selbst\u00e4ndige Handwerker und Bauern oder kleine H\u00e4ndler, die sich keinen von anderen geschaffenen Mehrwert aneignen.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Milios fasst die fr\u00fche Entwicklung Venedigs so zusammen: \u201cBis zum Ende des 13. Jahrhunderts blieb Venedig ein Stadtstaat mit einer vorkapitalistischen Wirtschaft und Gesellschaft unter der \u00f6konomischen, politischen und sozialen Herrschaft einer Klasse von Patriziern, die vornehmlich dem Handel oder der Reederei nachgingen oder staatlichen Unternehmungen vorstanden. Die auf Geldvermehrung setzenden \u00f6konomischen T\u00e4tigkeiten dieser venezianischen herrschenden Klasse stellten einen unbestimmten Prozess der, um einen Begriff von Marx zu verwenden, <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>urspr\u00fcnglichen Akkumulation<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"> dar. Ein Part in diesem Prozess, die venezianischen Geldeigent\u00fcmer und der von ihnen kontrollierte Staat, hatte bereits schon die Merkmale einer &gt;&gt;unechten Bourgeoisie&lt;&lt; angenommen. Den anderen Part jedoch, den <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>besitzlosen<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"> Proletarier gab es in seiner Reinform noch nicht, warum wir auch von der Bourgeoisie als einer <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>unechten<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"> sprechen.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote30sym\" name=\"sdfootnote30anc\"><sup>30<\/sup><\/a> Bez\u00fcglich der Matrosen schreibt er, dass, \u201e[\u2026] die gezahlten L\u00f6hne f\u00fcr die Besatzungs-mitglieder nicht die einzige und in der Regel nicht einmal die entscheidenden waren.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote31sym\" name=\"sdfootnote31anc\"><sup>31<\/sup><\/a> Sie konnten eigene Waren zum Verkauf mitf\u00fchren und erhielten nach erfolgreichem Abschluss der Handelsfahrt zus\u00e4tzlich eine Gewinnbeteiligung.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Der Zerfall des byzantinischen Reiches im 13. Jahrhundert f\u00fchrte zu einer neuen politischen und \u00f6konomischen Ordnung im Mittelmeerraum, dessen Gewinner vor allem Venedig und Genua waren, die in mehreren Kriegen um die Vorherrschaft im Seehandel k\u00e4mpften, wobei Genua lange Zeit erfolgreicher war. Dabei erwarb Venedig zahlreiche Kolonien, Inseln wie Kreta und Zypern, sowie zahlreiche St\u00fctzpunkte auf dem Festland. Vor allem mit dem Erstarken des osmanischen Reiches verlor Venedig einen Teil seiner Territorialanspr\u00fcche, konnte aber weitgehend seine Handelsprivilegien verteidigen. Die Erweiterung des Machtgebiets Venedigs erforderte eine vergr\u00f6\u00dferte Milit\u00e4r- und Handelsflotte, die wiederum mehr Besatzung und mehr Arbeiter im Schiffbau erforderte.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Die zahlreichen Kriege f\u00fchrten dazu, dass der Stadtstaat Venedig einen Wandel der politischen und \u00f6konomischen Strukturen durchf\u00fchren musste. Es \u201e[\u2026] zeichnete den venezianischen Staat seit dem 12. Jahrhundert die Tendenz aus, die Produktionsprozesse zu kontrollieren und sich die Ressourcen, Mittel und Bereiche anzueignen, die damals aus milit\u00e4rischer als auch aus wirtschaftlicher Sicht von entscheidender Bedeutung waren. Beispiele hierf\u00fcr sind der Schiffbau, die Herstellung von Seilen, Segeln und sonstigem Schiffszubeh\u00f6r. In den st\u00fcrmischen Zeiten des 14. Jahrhunderts wurde ein Teil dieser staatlichen Produktionsst\u00e4tten in riesige Manufakturen verwandelt, die auf der Grundlage des Verh\u00e4ltnisses von Kapital und Lohnarbeit funktionierten. Das war der Ort, wo die Begegnung des eigentumslosen Proletariats mit dem Geldbesitzer zustande kam \u2013 in diesem Fall mit einem kollektiven Geldbesitzer, der Kommune Venedig, verk\u00f6rpert durch einen oder mehrere Staatsbeamte(n).\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote32sym\" name=\"sdfootnote32anc\"><sup>32<\/sup><\/a> In staatlichem Besitz waren vor allem das Arsenal (Schiffbau und Reparatur), Tana (Seile und Taue) und Zecca (M\u00fcnzpr\u00e4geanstalt). Der staatliche Schiffsbau f\u00fchrte auch zu einer teilweisen Verstaatlichung der Handelsflotte. Neben den gro\u00dfen staatlichen Manufakturen entwickelten sich zahlreiche kleine und mittlere private Manufakturen, vor allem im Druckereiwesen, der Metallbearbeitung, der Glas- Tuch- und Seidenindustrie.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Zu den Arbeitern schreibt Fernand Braudel: \u201eZwei Arbeitswelten existieren nebeneinander: zum einen die der ungelernten, nichtorganisierten und daher ungesicherten Arbeitskr\u00e4fte einschlie\u00dflich des &gt;&gt;Seeproletariats&lt;&lt; (F.C. Lane) aus Transportarbeitern, Schauerleuten, Matrosen, Ruderern; und zum anderen die Welt der <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>Arti<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">, der Z\u00fcnfte, in denen die verschiedenen in der Stadt vertretenen Gewerbe zusammengeschlossen sind. Manchmal verwischt sich die Grenze zwischen den beiden Welten, so dass der Historiker nicht wei\u00df, welcher er die beobachteten Berufszweige zuordnen soll.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote33sym\" name=\"sdfootnote33anc\"><sup>33<\/sup><\/a> Nach Braudel waren zwei Drittel der Arbeiter (22 504) in Z\u00fcnften organisiert, der Rest (11 348) waren \u201afreie\u2018 Arbeiter<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote34sym\" name=\"sdfootnote34anc\"><sup>34<\/sup><\/a>. F\u00fcr Seeleute gab es einen Arbeitsmarkt vor dem Dogenpalast. Auch die in Z\u00fcnften organisierten Arbeiter waren Lohnarbeiter, falls sie nicht eigene Produktionsmittel besa\u00dfen, sie waren aber privilegiert. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Die einheimischen Arbeitskr\u00e4fte Venedigs reichten nicht mehr zur Abdeckung des Arbeitskr\u00e4ftebedarfs aus, so dass zu Zwangsrekrutierungsma\u00dfnahmen gegriffen wurde: \u201eVon den venezianischen Beh\u00f6rden beauftragte Dr\u00fcckerkolonnen schafften Zwangsarbeiter aus Kreta und Dalmatien nach Venedig; zur gleichen Zeit wurden Kriegsgefangene als Galeerensklaven und Sklaven aus der Schwarzmeerregion als Ruderer eingesetzt. Neben der kapitalistischen Ausbeutung kam es auf den venezianischen Handelsschiffen zu einer Wiederbelebung der auf Sklaverei beruhenden geldvermehrenden Produktionsweise.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote35sym\" name=\"sdfootnote35anc\"><sup>35<\/sup><\/a> Kriege, die Verwaltung der Kolonien und Pestepidemien trugen dazu bei, dass Venedig immer auch auf einen kontinuierlichen Zustrom an Bev\u00f6lkerung vom Festland angewiesen war. Vor allem dem Handel fehlten Arbeitskr\u00e4fte. Der Staat hatte, vermutlich aus Steuergr\u00fcnden, den Besatzungen verboten, eigenen Handel zu betreiben, so dass ihr Sold letztendlich zu ihrer einzigen Einkommensquelle wurde.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote36sym\" name=\"sdfootnote36anc\"><sup>36<\/sup><\/a> Interessant an dem Befund von Milios ist auch, dass in Venedig offensichtlich im Handel die ersten Proletarier auftraten. Das widerspricht Auffassungen, die das Auftreten des Proletariats einseitig mit dem Beginn der Industrialisierung verkn\u00fcpfen.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Zur Rolle des venezianischen Staats bei der Erzwingung des freien Lohnarbeiters schreibt Milios: \u201eSchlie\u00dflich war es der Staat, der gegen Ende des 14. Jahrhunderts auf die Verallgemeinerung und Stabilisierung der Lohnverh\u00e4ltnisse dr\u00e4ngte, indem er bis dahin g\u00e4ngige Formen der &gt;&gt;Assoziation&lt;&lt; zwischen Geldbesitzern und Arbeitern unterband und damit letztendlich die Ersteren in Kapitalisten und die Mehrheit der Letzteren in Proletarier verwandelte.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote37sym\" name=\"sdfootnote37anc\"><sup>37<\/sup><\/a> Venedigs Staat spielte bei der Durchsetzung des Lohnarbeitsverh\u00e4ltnisses nicht nur eine dominierende Rolle, sondern auch die des Vorreiters. Seinem Beispiel bei der Erzwingung der Lohnarbeit folgten weitere Stadtstaaten in Norditalien, Nordeuropa und in der atlantischen Welt. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Die mehrfachen langandauernden Kriege zwischen Venedig und Genua, gegen die Piraten, das aufsteigende osmanische Reich und gegen Mailand erforderten in Venedig erh\u00f6hte Zusatzausgaben, die nicht mit den in Friedenszeiten \u00fcblichen Mitteln bestritten werden konnten. Venedig gab Anleihen heraus und erhob Zwangsanleihen von den Reichen, die anfangs mit 5% verzinst wurden. Es entstand ein Finanzmarkt, auf dem mit Staatsanleihen gehandelt werden konnte und wurde. Milios zitiert Marx: \u201eDas System des \u00f6ffentlichen Kredits, d.h. der Staatsschulden, dessen Urspr\u00fcnge wir in Genua und Venedig schon im Mittelalter entdecken, nahm Besitz von ganz Europa w\u00e4hrend der Manufakturperiode. [\u2026] Die \u00f6ffentliche Schuld wird einer der energischsten Hebel der urspr\u00fcnglichen Akkumulation.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote38sym\" name=\"sdfootnote38anc\"><sup>38<\/sup><\/a> Milios beschreibt ausf\u00fchrlich die Entwicklung von der Finanzierung der Staatsschulden hin zu einem kapitalistischen Finanzwesen. Es fand schrittweise eine zunehmende Monetarisierung der venezianischen Gesellschaft statt, die schon fr\u00fch mit den Seekrediten begonnen hatte. Sp\u00e4ter kamen Seeversicherungen f\u00fcr die Handelsfahrten hinzu. Direkte Steuern wurden in Venedig erst ab der zweiten H\u00e4lfte des 15. Jahrhunderts erhoben.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Nach der Darstellung von Milios ist die Entwicklung des Kapitalismus in Venedig kein \u00dcbergang, der einen Feudalismus \u00fcberwand, sondern das Ergebnis des Zusammentreffens einer schon vorhandenen Klasse von vorkapitalistischen Geldbesitzern und des Staates mit einem, wesentlich durch staatliches Handeln erzwungenem Proletariat. Das staatliche Handeln wurde stark durch die Erfordernisse der Kriege um die Vorherrschaft im Seehandel und den Erwerb und Erhalt der Kolonien bestimmt. Dies erforderte vor allem drei Ma\u00dfnahmen, zum einen die staatliche Gro\u00dfproduktion von Schiffen und Kriegswaffen, zum anderen die Herbeif\u00fchrung eines Systems von Lohnarbeit. Dar\u00fcber hinaus musste ein Finanzsystem geschaffen werden, das die Finanzierung jeder Art von Gesch\u00e4ften m\u00f6glich machte. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Die weitere Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise in Venedig<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Nach der Darstellung der Etablierung der kapitalistischen Produktionsweise in Venedig durch das Zusammentreffen von Staat und geldvermehrendem Kapital mit dem \u201afreien\u2018 Lohnarbeiter geht Milios der Frage nach, ob die kapitalistische Entwicklung in Venedig Bestand hatte. Diese Frage ist Bestandteil der im ersten Teil des Buchs diskutierten Frage, wie sich die geldvermehrende Produktion dauerhaft in eine kapitalistische geldvermehrende Produktion verwandeln kann. Dazu setzt sich Milios mit verschiedenen Autoren auseinander.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Wie beschrieben, setzt Milios f\u00fcr Venedig den \u00dcbergang zum Kapitalismus f\u00fcr das Ende des 14. Jahrhunderts an. Im 15. Jahrhundert findet in Europa eine Machtverschiebung zu den Territorialstaaten und Atlantikanrainern Portugal, Spanien, Frankreich und England und zum au\u00dfereurop\u00e4ischen Handel statt, der eine andere Schiffstechnik erforderte. Dadurch wurde Venedigs Vorherrschaft im internationalen Handel geschw\u00e4cht, weil der Mittelmeerraum seine zuvor zentrale Bedeutung verlor. So verlor Venedig zum Beispiel den Gew\u00fcrzhandel an Portugal. Au\u00dferdem verschob sich das Zentrum der Warenproduktion zunehmend in St\u00e4dte im n\u00f6rdlichen Europa, wie Br\u00fcgge, Antwerpen, Amsterdam, London und andere. \u201eSp\u00e4testens ab dem sp\u00e4ten 16. Jahrhundert wurde die kommerzielle Vormachtstellung von Venedig durch neue Rivalen herausgefordert Es fand daraufhin eine Umstrukturierung der venezianischen Wirtschaft statt, beruhend auf dem raschen Wachstum des Manufaktur- und Finanzwesens.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote39sym\" name=\"sdfootnote39anc\"><sup>39<\/sup><\/a> Venedig, blieb aber ein ma\u00dfgebliches Wirtschaftszentrum Europas. Es ist spannend, diese Entwicklung im Buch nachzulesen.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Milios fasst die weitere kapitalistische Entwicklung Venedigs so zusammen:\u201c Trotz &gt;&gt;relativer R\u00fcckschl\u00e4ge&lt;&lt;, vielf\u00e4ltiger Krisen und Erholungen, Umstrukturierungen und Ver\u00e4nderungen, was die Bedeutung einzelner Wirtschaftsbereiche angeht, blieb Venedig bis zu seinem Zusammenbruch als unabh\u00e4ngiger Staat im Jahr 1797 immer eine kapitalistische Gesellschaftsformation.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote40sym\" name=\"sdfootnote40anc\"><sup>40<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Die kapitalistische Produktionsweise impliziert Krisen. Auch Venedig blieb von \u00f6konomischen und Krisen des Finanzsystems nicht verschont. Hinzu kam, dass Venedig in einem Zeitraum von 50 Jahren von zwei katastrophalen Pestepidemien heimgesucht wurde, die nicht unwesentlich zum politischen und wirtschaftlichen Niedergang beitrugen.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote41sym\" name=\"sdfootnote41anc\"><sup>41<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Schlussbemerkungen<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Milios Buch zur Entstehung des Kapitalismus behandelt eine Reihe von unter Marxisten kontrovers diskutierten Thesen.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Seine Kernaussage ist, dass nicht der Widerspruch zwischen dem Stand der Produktivkr\u00e4fte und den Produktionsverh\u00e4ltnissen zum Kapitalismus f\u00fchrt, sondern das Zusammentreffen von Geldbesitzern und \u201afreien\u2018 Lohnarbeitern. Ob und wie das stattfindet, ist vom geschichtlichen Verlauf der gesellschaftlichen Entwicklung eines Landes abh\u00e4ngig. Kann sich die Lohnarbeit etablieren, so wird aus den verschiedenen Typen der vorkapitalistischen geldvermehrenden Kapitalbesitzer der lohnausbeutende Kapitalist. Bei dieser Entwicklung kann der Staat, wie im Fall Venedigs, eine prominente Rolle spielen. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Die Aussagen des Buchs haben Konsequenzen f\u00fcr die Debatten dar\u00fcber, wann und wie grundlegende Umwandlungen von gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnissen stattfinden. Demnach k\u00f6nnen sich vorkapitalistische Gesellschaften von unterschiedlichem Gesellschaftstyp und Entwicklungsstand zu kapitalistischen Gesellschaften entwickeln, die dann auch unterschiedliche Besonderheiten an Produktionsformen herausbilden. Gemeinsam ist ihnen, dass sich das Kapital den Mehrwert durch die Ausbeutung von Lohnarbeit aneignet. Die Analyse der Entwicklung des Kapitalismus in Venedig zeigt, dass die Entwicklung des Kapitalismus in England nicht der Normalfall sein muss.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Grunds\u00e4tzliche Fragen wie beim \u00dcbergang zum Kapitalismus stellen sich auch beim \u00dcbergang zum Sozialismus, wie die Diskussionen \u00fcber den Charakter der russischen und chinesischen Revolution zeigen. Offensichtlich sind Revolutionen mit dem Ziel des Aufbaus des Sozialismus auch in wenig entwickelten kapitalistischen L\u00e4ndern m\u00f6glich und in hoch entwickelten kapitalistischen L\u00e4ndern nicht zwingend. Es stellen sich Fragen nach dem Charakter der Revolution in r\u00fcckst\u00e4ndigen L\u00e4ndern, ob sie notwendig scheitern m\u00fcssen beziehungsweise, welche Fehler der kommunistischen Partei zu ihrem Scheitern f\u00fchrte. Zur russischen Oktoberrevolution sind in den AzD 84-86 und 88-90 eine Reihe von Artikeln erschienen.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Literatur<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Milios, Jannis: Eine zuf\u00e4llige Begegnung in Venedig Die Entstehung des Kapitalismus als Gesellschaftssystem. Dietz Verlag Berlin. 2021.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Braudel, Fernand: Sozialgeschichte des 15. \u2013 18. Jahrhunderts Aufbruch zur Weltwirtschaft, Kindler Verlag, M\u00fcnchen, 1990.<\/span><\/span><\/p>\n<div id=\"sdfootnote1\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote1anc\" name=\"sdfootnote1sym\"><span style=\"font-size: 10pt;\">1<\/span><\/a><span style=\"font-family: Times New Roman, serif; font-size: 10pt;\"> Wikipedia: https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Giannis_Milios<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote2\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote2anc\" name=\"sdfootnote2sym\">2<\/a><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"> Jannis Milios, Seite 24<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote3\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote3anc\" name=\"sdfootnote3sym\">3<\/a><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"> Ebd., S. 31<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote4\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote4anc\" name=\"sdfootnote4sym\">4<\/a><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"> Ebd., S. 34<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote5\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote5anc\" name=\"sdfootnote5sym\">5<\/a><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"> Ebd., S. 35<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote6\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote6anc\" name=\"sdfootnote6sym\">6<\/a><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"> Ebd., S. 41<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote7\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote7anc\" name=\"sdfootnote7sym\">7<\/a><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"> Ebd., S. 36<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote8\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote8anc\" name=\"sdfootnote8sym\">8<\/a><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"> Ebd., S. 40<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote9\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote9anc\" name=\"sdfootnote9sym\">9<\/a><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"> Ebd., S. 36<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote10\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote10anc\" name=\"sdfootnote10sym\">10<\/a><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"> Ebd., S. 36, 37<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote11\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote11anc\" name=\"sdfootnote11sym\">11<\/a><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"> Ebd., S. 45<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote12\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote12anc\" name=\"sdfootnote12sym\">12<\/a><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"> Ebd., S. 52<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote13\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote13anc\" name=\"sdfootnote13sym\">13<\/a><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"> Ebd., S. 56<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote14\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote14anc\" name=\"sdfootnote14sym\">14<\/a><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"> Ebd., S. 63<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote15\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote15anc\" name=\"sdfootnote15sym\">15<\/a><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"> Ebd., S. 66<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote16\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote16anc\" name=\"sdfootnote16sym\">16<\/a><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"> Ebd., S. 97<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote17\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote17anc\" name=\"sdfootnote17sym\">17<\/a><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"> Ebd., S. 98<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote18\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote18anc\" name=\"sdfootnote18sym\">18<\/a><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"> Ebd., S.101<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote19\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote19anc\" name=\"sdfootnote19sym\">19<\/a><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"> Ebd., S.101, 102<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote20\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote20anc\" name=\"sdfootnote20sym\">20<\/a><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"> Ebd., S. 102<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote21\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote21anc\" name=\"sdfootnote21sym\">21<\/a><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"> Ebd., S.129, 130<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote22\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote22anc\" name=\"sdfootnote22sym\">22<\/a><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"> Ebd., S. 133, 134<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote23\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote23anc\" name=\"sdfootnote23sym\">23<\/a><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"> Ebd., S. 142<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote24\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote24anc\" name=\"sdfootnote24sym\">24<\/a><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"> Ebd., S. 138<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote25\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote25anc\" name=\"sdfootnote25sym\">25<\/a><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"> Ebd., S. 141<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote26\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote26anc\" name=\"sdfootnote26sym\">26<\/a><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"> Ebd., S. 144<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote27\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote27anc\" name=\"sdfootnote27sym\">27<\/a><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"> Ebd., S. 148, 149<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote28\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote28anc\" name=\"sdfootnote28sym\">28<\/a><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"> Ebd., S. 152<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote29\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote29anc\" name=\"sdfootnote29sym\">29<\/a><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"> Ebd., S. 200<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote30\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote30anc\" name=\"sdfootnote30sym\">30<\/a><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"> Ebd., S. 209<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote31\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote31anc\" name=\"sdfootnote31sym\">31<\/a><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"> Ebd., S. 207<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote32\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote32anc\" name=\"sdfootnote32sym\">32<\/a><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"> Ebd., S. 221<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote33\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote33anc\" name=\"sdfootnote33sym\">33<\/a><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"> Fernand Braudel, S. 141<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote34\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote34anc\" name=\"sdfootnote34sym\">34<\/a><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\">Ebd., S. 142<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote35\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote35anc\" name=\"sdfootnote35sym\">35<\/a><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"> Milios, S. 229, 230<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote36\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote36anc\" name=\"sdfootnote36sym\">36<\/a><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"> Ebd., S. 227<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote37\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote37anc\" name=\"sdfootnote37sym\">37<\/a><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"> Ebd., S. 261<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote38\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote38anc\" name=\"sdfootnote38sym\">38<\/a><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"> Ebd., S. 231<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote39\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote39anc\" name=\"sdfootnote39sym\">39<\/a><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"> Ebd., S. 248<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote40\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote40anc\" name=\"sdfootnote40sym\">40<\/a><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"> Ebd., S. 259<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote41\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: 10pt;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote41anc\" name=\"sdfootnote41sym\">41<\/a><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"> Ebd., S. 256 f.<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"s3gt_translate_tooltip_mini\" class=\"s3gt_translate_tooltip_mini_box\" style=\"background: initial !important; border: initial !important; border-radius: initial !important; border-spacing: initial !important; border-collapse: initial !important; direction: ltr !important; flex-direction: initial !important; font-weight: initial !important; height: initial !important; letter-spacing: initial !important; min-width: initial !important; max-width: initial !important; min-height: initial !important; max-height: initial !important; margin: auto !important; outline: initial !important; padding: initial !important; position: absolute; table-layout: initial !important; text-align: initial !important; text-shadow: initial !important; width: initial !important; word-break: initial !important; word-spacing: initial !important; overflow-wrap: initial !important; box-sizing: initial !important; display: initial !important; color: inherit !important; font-size: 13px !important; font-family: X-LocaleSpecific, sans-serif, Tahoma, Helvetica !important; line-height: 13px !important; vertical-align: top !important; white-space: inherit !important; left: 202px; top: 19802px; opacity: 0;\">\n<div id=\"s3gt_translate_tooltip_mini_logo\" class=\"s3gt_translate_tooltip_mini\" title=\"Markierten Text \u00fcbersetzen\"><\/div>\n<div id=\"s3gt_translate_tooltip_mini_sound\" class=\"s3gt_translate_tooltip_mini\" title=\"Abspielen\"><\/div>\n<div id=\"s3gt_translate_tooltip_mini_copy\" class=\"s3gt_translate_tooltip_mini\" title=\"In Zwischenablage kopieren\"><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Martin Schlegel Vorbemerkungen Jannis Milios hat ein meiner Meinung nach ein sehr interessantes und erhellendes Buch geschrieben, das 2018 auf Englisch und im vorigen Jahr auf Deutsch im Karl Dietz Verlag Berlin erschienen ist. Sein Ziel ist es, zu analysieren, wie kapitalistische Gesellschaften entstanden sind. Im ersten Teil des Buches besch\u00e4ftigt sich Milios mit den &hellip; <a href=\"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=2567\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Empfehlung Jannis Milios: \u201eEine zuf\u00e4llige Begegnung in Venedig &#8211; Die Entstehung des Kapitalismus als Gesellschaftssystem\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-2567","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/2567","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2567"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/2567\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2570,"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/2567\/revisions\/2570"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2567"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}