{"id":239,"date":"2016-09-12T09:11:03","date_gmt":"2016-09-12T07:11:03","guid":{"rendered":"http:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=239"},"modified":"2016-09-12T09:21:42","modified_gmt":"2016-09-12T07:21:42","slug":"3-die-kuenftige-wirtschaftsordnung-der-voelkische-sozialismus","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=239","title":{"rendered":"3. Die k\u00fcnftige Wirtschaftsordnung: der v\u00f6lkische Sozialismus"},"content":{"rendered":"<div>\n<p>Ausgehend von dem Axiom der stagnierenden oder nur geringf\u00fcgig steigenden Bodenproduktivit\u00e4t stand Deutschland nach Hitlers Auffassung schon im 19. Jahrhundert vor der Alternative, entweder eine Politik der &#8222;Erwerbung von neuem Grund und Boden zur Ansiedlung der \u00fcberlaufenden Volkszahl&#8220; zu betreiben [69] oder aber &#8222;durch Industrie und Handel f\u00fcr fremden Bedarf zu schaffen, um vom Erl\u00f6s das Leben zu bestreiten&#8220;. Letzteres hie\u00df, mehr industrielle Erzeugnisse herzustellen, als f\u00fcr den eigenen Bedarf erforderlich, um auf dem Weltmarkt daf\u00fcr Lebensmittel einzutauschen. &#8222;Der Sinn einer solchen (Industrie-) Wirtschaft liegt darin&#8220;, schrieb er in seinem <i>Zweiten Buch<\/i>, &#8222;dass ein Volk an gewissen G\u00fctern des Lebens mehr produziert, als es f\u00fcr den eigenen Bedarf n\u00f6tig hat, diesen \u00dcberschuss au\u00dferhalb der eigenen Volksgemeinschaft verkauft und vom Erl\u00f6s sich diejenigen Lebensmittel und auch Rohstoffe anschafft, an denen es Mangel besitzt.&#8220; [70]<\/p>\n<p>Diese Entwicklung hatte sich nach seinen Worten im Bismarckreich vollzogen. Weil die Industrie sich wegen der Bev\u00f6lkerungszunahme \u00fcber das sozusagen nat\u00fcrliche Ma\u00df des Binnenmarkts hinaus ausgedehnt hatte, war es zu einer &#8222;ebenso schrankenlosen wie sch\u00e4dlichen Industrialisierung&#8220; gekommen, mit zwei schwerwiegenden Folgen. Zum einen wurde man vom Weltmarkt, d.\u00a0h. vom Ausland abh\u00e4ngig. Noch schlimmer war die durch die \u00dcberindustrialisierung hervorgerufene &#8222;Schw\u00e4chung des Bauernstandes. In dem Ma\u00dfe, in dem dieser zur\u00fcckging, wuchs die Masse des gro\u00dfst\u00e4dtischen Proletariats immer mehr an, bis schlie\u00dflich das Gleichgewicht vollst\u00e4ndig verloren wurde.&#8220; [71]<\/p>\n<h3>F\u00fcr einen krisenfesten &#8222;Lebensraum&#8220;<\/h3>\n<p>Die einzige L\u00f6sung des Problems lag in einer radikalen Vergr\u00f6\u00dferung des Lebensraums. Solange wegen der unzureichenden Bodenfl\u00e4che die Einfuhr der notwendigen Lebensmittel durch Ausfuhr von Industrieprodukten finanziert werden musste, stand, so Hitler, &#8222;die Frage der Verkaufsm\u00f6glichkeiten, also des Absatzes, in \u00fcberragender Bedeutung vor uns. Der Absatzmarkt der heutigen Welt ist kein unbegrenzter. Die Zahl der industriell t\u00e4tigen Nationen hat dauernd zugenommen. (&#8230;) Damit beginnt von selbst ein Kampf um den begrenzten Absatzmarkt, der umso h\u00e4rter werden wird, je zahlreicher die industriell t\u00e4tigen Nationen werden und je mehr die Absatzm\u00e4rkte sich verengen. Denn w\u00e4hrend einerseits die Zahl der um den Weltmarkt ringenden V\u00f6lker zunimmt, wird der Absatzmarkt selbst langsam verkleinert, teils infolge einer Selbstindustrialisierung aus eigener Kraft, teils durch ein System von Filialunternehmungen, die aus reinem kapitalistischen Interesse in solchen L\u00e4ndern mehr und mehr ins Leben gerufen werden. (&#8230;) Je mehr nur rein kapitalistische Interessen die heutige Wirtschaft zu bestimmen beginnen, je mehr hier vor allem allgemeine Finanz- und B\u00f6rsengesichtspunkte entscheidenden Einfluss erringen, umso mehr wird dieses System von Filialgr\u00fcndungen um sich greifen, damit aber die Industrialisierung bisheriger Absatzm\u00e4rkte k\u00fcnstlich durchf\u00fchren und besonders den europ\u00e4ischen Mutterl\u00e4ndern die Exportm\u00f6glichkeiten beschneiden. (&#8230;) Je mehr aber die Absatzschwierigkeiten wachsen, um so erbitterter wird der Kampf um die \u00fcbrigbleibenden gef\u00fchrt werden. Wenn nun auch die ersten Waffen dieses Kampfes in der Preisgestaltung und in der G\u00fcte der Waren liegen, mit denen man sich gegenseitig niederzukonkurrieren versucht, so liegt aber die letzte Waffe auch hier beim Schwert.&#8220; [72]<\/p>\n<p>Die hier von Hitler formulierte Theorie der beschr\u00e4nkten Aufnahmem\u00f6glichkeit der nichtindustrialisierten M\u00e4rkte war weit verbreitet. Sie bildete unter anderem die Richtschnur der Weimarer Au\u00dfenwirtschaftspolitik: die Regierung wandte sich offiziell gegen die Industrialisierung der Agrar- und Rohstoffl\u00e4nder, um diese als Absatzm\u00e4rkte f\u00fcr die eigenen Industrieerzeugnisse zu erhalten. [73] Auf marxistischer Seite wurden derartige Auffassungen u.\u00a0a. von Rosa Luxemburg verfochten. In ihrer Schrift \u00fcber &#8222;Die Akkumulation des Kapitals&#8220; behauptete sie, dass die kapitalistische Akkumulation eines zus\u00e4tzlichen Marktes in nichtkapitalistischen Regionen und Klassen bed\u00fcrfe, weil Kapitalisten und Arbeiter keinen ausreichenden Markt f\u00fcr die st\u00f6rungsfreie Entwicklung des Kapitals darstellten; die Realisierung des f\u00fcr die Akkumulation erforderlichen Mehrwertteils sei nur durch den Austausch mit nichtkapitalistischen Produzenten und Konsumenten m\u00f6glich. Luxemburg leitete aus dieser &#8211; im Gegensatz zu Marx stehenden &#8211; Akkumulationstheorie die Ursache der Krisen, den \u00dcbergang zum Imperialismus und den schlie\u00dflichen Untergang des Kapitalismus ab. Hitler teilte die zugrundeliegende Theorie mitsamt ihrer Zuspitzung, den unab\u00e4nderlich kommenden Kriegen &#8211; und zog eine g\u00e4nzlich andere Schlu\u00dffolgerung daraus, n\u00e4mlich die, dass Deutschland den n\u00e4chsten Krieg so f\u00fchren m\u00fcsse, dass f\u00fcr mehrere Generationen gen\u00fcgend Raum zur Sicherung der Ern\u00e4hrungs- und Rohstoffbasis gewonnen werde.<\/p>\n<p>Die Kritik Hitlers an der &#8222;ebenso schrankenlosen wie sch\u00e4dlichen Industrialisierung&#8220; und an der &#8222;Schw\u00e4chung des Bauernstandes&#8220; kann so verstanden werden, als ob die R\u00fcckf\u00fchrung der Industrie und des Proletariats gefordert w\u00fcrde. In der Tat traten Teile der nationalsozialistischen Bewegung f\u00fcr eine solche Reagrarisierung Deutschlands ein, nicht jedoch die nationalsozialistische F\u00fchrung. Die zitierten Bemerkungen aus <i>Mein Kampf<\/i> richten sich nicht gegen die Industrialisierung im allgemeinen, sondern gegen die <i>\u00dcber<\/i>industrialisierung. Nicht das Proletariat als solches, sondern dessen <i>\u00fcberm\u00e4\u00dfiges<\/i> <i>Wachstum<\/i> ging auf Kosten des b\u00e4uerlichen &#8222;Fundaments der Nation&#8220;. Darum galt es, durch eine radikale Vergr\u00f6\u00dferung der Landfl\u00e4che ein erneutes &#8222;Gleichgewicht&#8220; zwischen Agrarwirtschaft und Industrie, zwischen Bauernschaft und Proletariat herzustellen. Die zus\u00e4tzlichen Bauern w\u00fcrden die Lebensmittel, die bislang auf dem Weltmarkt eingekauft werden mussten, im Binnenmarkt herstellen und dort gegen Industrieprodukte, die bislang an agrarische Drittl\u00e4nder gingen, tauschen. Die &#8222;zu gro\u00dfe&#8220; Industrie brauchte also nicht abgebaut zu werden, sondern die &#8222;nat\u00fcrlichen&#8220; Relationen zwischen Proletariat und Bauernschaft ergaben sich organisch aus der Vergr\u00f6\u00dferung des Agrarsektors. Da durch eine solche Erweiterung des Lebensraums auch die erforderlichen Rohstoffe auf dem Binnenmarkt zur Verf\u00fcgung standen, w\u00fcrde der Kreislauf einer &#8222;Bedarfs- und Ausgleichswirtschaft&#8220; sich schlie\u00dfen und verschwand mit der Abh\u00e4ngigkeit vom Weltmarkt die Gefahr von Krisen.<\/p>\n<p>In Hitlers Worten war dieser Weg &#8222;die einzige L\u00f6sung, die eine Nation das t\u00e4gliche Brot im inneren Kreislauf einer Wirtschaft finden l\u00e4\u00dft. Industrie und Handel treten von ihrer ungesunden f\u00fchrenden Stellung zur\u00fcck und gliedern sich in den allgemeinen Rahmen einer nationalen Bedarfs- und Ausgleichswirtschaft ein. Beide sind damit nicht mehr die Grundlage der Ern\u00e4hrung einer Nation, sondern ein Hilfsmittel derselben.&#8220; [74] Die R\u00fcckkehr zur &#8222;Bedarfs- und Ausgleichswirtschaft&#8220; richtete sich in diesem Sinn nicht gegen die Industrie.<\/p>\n<h3>F\u00fcr die Entwicklung der Industrie<\/h3>\n<p>Im Gegenteil war Hitler auf dem Boden der b\u00e4uerlichen Fundierung der Gesellschaft ein unbedingter Anh\u00e4nger der industriellen Entwicklung. F\u00fcr ihn war &#8222;die allgemeine Motorisierung der Welt &#8230; eine Angelegenheit von einer gar nicht abzumessenden Zukunftsbedeutung. Denn der Ersatz der menschlichen und animalischen Kraft durch den Motor ist erst am Beginn seiner Entwicklung, das Ende kann heute noch gar nicht abgesch\u00e4tzt werden. F\u00fcr die amerikanische Union jedenfalls steht die Automobilindustrie von heute an der Spitze aller Industrien \u00fcberhaupt.&#8220; [75] Die Anh\u00e4nger der sogenannten &#8222;konservativen Revolution&#8220; (Moeller van den Bruck, Oswald Spengler, als f\u00fchrender Nationalsozialist: Otto Strasser) teilten Hitlers industriellen Fortschrittsglauben nicht: &#8222;Ganz im Gegensatz zu Hitler waren viele Anh\u00e4nger dieser Richtung der Ansicht, dass im 20.Jahrhundert die klassische Zeit epochaler Erfindungen vor\u00fcber sei und die Menschheit im wesentlichen die bekannten technischen L\u00f6sungsm\u00f6glichkeiten nur noch aussch\u00f6pfen k\u00f6nne.&#8220; [76] Hitler dagegen bezeichnete sich selber als &#8222;Narr der Technik&#8220; und glaubte an eine gro\u00dfartige Zukunft der vom Arier geschaffenen Industrie.<\/p>\n<p>Die \u00dcberzeugung von den Fortschritten der Technik machte ihn zum Gegner einer Verherrlichung der handwerklichen Kleinproduktion. &#8222;Bei uns hat es immer gehei\u00dfen: deutsche Werkmannsarbeit. Man wollte damit glauben machen, dass es sich um etwas Unerreichtes handelt. Das ist ein Bluff. Eine moderne Riesenpresse stanzt mir das mit einer Genauigkeit aus, wie es bei unserer Handarbeit gar nicht m\u00f6glich ist. Auch ihre Automobilfabriken machen sie mit einem Minimum an Menschen. Die erste deutsche Fabrik dieser Art w\u00e4re das Volkswagenwerk geworden. Wir sind da noch lange nicht dort, wo die Amerikaner sind! (&#8230;) Das ganze ist eine reine Automatenarbeit, daher k\u00f6nnen sie auch jeden Trottel anstellen. Umschulen, das braucht es dort gar nicht.&#8220; [77] Das Entweder-Oder in der Auseinandersetzung um Agrar- oder Industriestaat durchbrach der Nationalsozialismus mit seiner Entscheidung f\u00fcr einen <i>Agrar-\/Industriestaat<\/i>. Nicht einfach Blut und Boden, sondern Blut, Boden und Technik waren seine Leitsterne.<\/p>\n<p>Entwicklung der Industrie hie\u00df wesentlich auch Steigerung der Konsumg\u00fcterproduktion. Es gelte &#8222;vor allem, die Ideologie der Bed\u00fcrfnislosigkeit und der systematischen Einschr\u00e4nkung des Bedarfs, also den vom Kommunismus ausgehenden Primitivit\u00e4tskult zu bek\u00e4mpfen&#8220;, f\u00fchrte Hitler in einer Rede am 20. September 1933 vor dem Generalrat der Wirtschaft aus. &#8222;Dieses bolschewistische Ideal der allm\u00e4hlichen R\u00fcckentwicklung der Zivilisationsanspr\u00fcche m\u00fcsse unweigerlich zur Zerst\u00f6rung der Wirtschaft und des ganzen Lebens f\u00fchren.&#8220; [78] Vor allem die Kfz-Produktion sollte als Schl\u00fcssel f\u00fcr die ganze industrielle Weiterentwicklung nach amerikanischem Vorbild vorangetrieben werden, zusammen mit dem massenhaften Bau neuer Stra\u00dfen. Als die deutschen Automobilproduzenten das Projekt eines billigen, in Massenproduktion gefertigten &#8222;Volkswagens&#8220; hintertrieben, weil sie um den Absatz ihrer teueren Autos f\u00fcrchteten, wies das Dritte Reich die DAF an, ein &#8222;Volkswagenwerk&#8220; aufzubauen. Die Autoproduktion und der Autobahnbau waren entgegen landl\u00e4ufiger Meinung keineswegs prim\u00e4r f\u00fcr die Kriegf\u00fchrung gedacht, sondern als Mittel zur Steigerung des Lebensniveaus. [79] Die Reichswehr beklagte sich, dass sie an den Planungen f\u00fcr die Produktion und den Autobahnbau nicht beteiligt war.<\/p>\n<h3>Die Ordnung der Wirtschaft<\/h3>\n<p>\u00dcber die k\u00fcnftige Ordnung der deutschen Wirtschaft gab es kein ausformuliertes Programm. Vor der Machtergreifung lehnte Hitler die Erstellung eines solchen Programms ab, um, wie er sagte, die &#8222;M\u00e4nner der Wirtschaft&#8220; nicht zu verschrecken, ohne deren Einverst\u00e4ndnis der Einzug in die &#8222;Wilhelmstra\u00dfe&#8220; (den Amtssitz des Reichskanzlers) nicht m\u00f6glich war. Sodann legte der Krieg und seine Vorbereitung Zur\u00fcckhaltung auf, weil nicht gleichzeitig Krieg gef\u00fchrt und die Wirtschaft umgest\u00fclpt werden konnte. Schlie\u00dflich war die nationalsozialistische Wirtschaftsordnung bisher ohne Vorbild und sollte ihre endg\u00fcltige Form in der Praxis finden. Dennoch gibt es auch hier erste praktische Schritte, die beweisen, dass der Nationalsozialismus einen eigenen Weg ging.<\/p>\n<p>Die klassenm\u00e4\u00dfige Orientierung des Nationalsozialismus legitimierte sich ideologisch auch auf dem Gebiet der Wirtschaft durch den Sozialdarwinismus. Weil der Erwerbs- und Besitztrieb als nat\u00fcrlicher Trieb galt, der gesetzlich genauso wenig zu verbieten war wie der Geschlechtstrieb, sondern im Gegenteil wichtige Eigenschaften wie Durchsetzungsverm\u00f6gen und pers\u00f6nliche Verantwortungsbereitschaft f\u00f6rderte, waren der Besitz von Produktionsmitteln und der wirtschaftliche Konkurrenzkampf als selbstverst\u00e4ndlich anerkannt. Die entschiedenen Tr\u00e4ger des Wirtschaftskampfes waren die einfachen Warenproduzenten. &#8222;Nie zuvor (seit dem Mittelalter) genossen Handwerker und Bauern &#8211; weniger die Einzelh\u00e4ndler! &#8211; solch hohes gesellschaftliches Ansehen wie in der faschistischen \u00d6ffentlichkeit!&#8220; [80]<\/p>\n<p>Die selbst\u00e4ndigen Unternehmen mussten allerdings lebensf\u00e4hig sein, d.\u00a0h. nicht am Rande der Existenz dahinvegetieren. &#8222;Die mittelstandspolitischen Ma\u00dfnahmen waren dementsprechend in erster Linie auf den (potentiell) leistungsf\u00e4higen Betrieb ausgerichtet.&#8220; [81] So sollte das Reichserbhofgesetz zur Schaffung von Bauernh\u00f6fen in einer Gr\u00f6\u00dfe jenseits der Subsistenzproduktion beitragen, um die Erwirtschaftung von ausreichenden \u00dcbersch\u00fcssen zu erm\u00f6glichen, nicht zuletzt, um einen h\u00f6heren Grad an Lebensmittel-Selbstversorgung in Deutschland zu erreichen. Im Prinzip vertrugen sich die Gesetze des Lebenskampfs auch nicht mit der Aufrichtung gesetzlicher Schranken zum k\u00fcnstlichen Schutz bestimmter Wirtschaftssektoren. Im Unterschied zu gro\u00dfen Teilen der NS-Bewegung (und zum Parteiprogramm) lehnte Hitler die von den st\u00e4dtischen Kleinb\u00fcrgern angestrebte Zunftordnung mit Innungen und Meisterbrief ab. Die Einf\u00fchrung des Gro\u00dfen Bef\u00e4higungsnachweises und andere Ma\u00dfnahmen des Dritten Reichs waren offenkundig Kompromisse, die nicht der wirtschaftlichen Grund\u00fcberzeugung Hitlers entsprachen.<\/p>\n<p>Auch die Ablehnung der anonymen Formen des gro\u00dfen Kapitals wurde wirtschaftsdarwinistisch begr\u00fcndet. Ohne selber einen Handschlag zu tun und ohne pers\u00f6nliche Verantwortung zu tragen, w\u00fcrde der Aktienbesitzer von dem Flei\u00df der Arbeiter und Ingenieure profitieren, die ihrerseits nichts von steigenden Aktienkursen h\u00e4tten. Darum betrachtete Hitler <i>&#8222;das langsame Ausscheiden des pers\u00f6nlichen Besitzrechtes und allm\u00e4hliche \u00dcbergehen der gesamten Wirtschaft in das Eigentum von Aktiengesellschaften&#8220;<\/i> als eine <i>&#8222;schwere wirtschaftliche Verfallserscheinung&#8220;<\/i>. [82] Kapital musste pers\u00f6nlich gef\u00fchrt werden. Gegen Gro\u00dfunternehmen war nur so lange nichts einzuwenden, wie sie als Familienbetriebe von den Inhabern pers\u00f6nlich geleitet wurden, diese also Eigenverantwortung trugen.<\/p>\n<p>Im Gegensatz zu diesem &#8222;schaffenden&#8220; Kapital galt das Bank- und B\u00f6rsenkapital als &#8222;raffend&#8220;, weil auf Spekulation beruhend, und wurde regelm\u00e4\u00dfig als j\u00fcdisch und international kritisiert. Hitler verlangte eine &#8222;scharfe Scheidung des B\u00f6rsenkapitals von der nationalen Wirtschaft&#8220;. [83] Dem Inhalt nach verschob diese Kritik die Ausbeutung aus dem Produktions- in den Zirkulationsprozess. Darum wurde die Forderung nach Abschaffung der Ausbeutung durch Vergesellschaftung der Produktionsmittel auch als j\u00fcdisch-marxistisch zur\u00fcckgewiesen, weil das auf die Zerst\u00f6rung des (deutschen) schaffenden Kapitals hinauslief, w\u00e4hrend es in Wirklichkeit auf die Beseitigung des j\u00fcdisch-internationalen B\u00f6rsen- und Leihkapitals ankam.<\/p>\n<h3>Die zentrale Rolle des Staats<\/h3>\n<p>So grundlegend der Wirtschaftskampf auch war, konnte er doch nicht dem freien Spiel der Kr\u00e4fte \u00fcberlassen werden. Der Privatunternehmer handelte aus Eigennutz, was im Kampf ums (wirtschaftliche) \u00dcberleben selbstverst\u00e4ndlich und moralisch nicht zu verdammen war. Aber daraus resultierte kein Gemeinnutz. Hitler lehnte den Lehrsatz der klassischen \u00d6konomie, dass aus der Konkurrenz der Einzelnen die Harmonie des Ganzen hervorgehen w\u00fcrde, der Gemeinnutz also das Resultat des Eigennutzes w\u00e4re, strikt ab. Umgekehrt mussten die Anforderungen des v\u00f6lkischen &#8222;Gemeinnutzes&#8220; vorgegeben werden. Ausgehend davon, dass &#8222;Sinn und Zweck eines Staates&#8220; in der Forterhaltung der Art bestand, war die Wirtschaft &#8222;nur eines der vielen Hilfsmittel, die zur Erreichung dieses Zieles eben erforderlich sind.&#8220; [84] Nicht der Staat hatte der Wirtschaft zu dienen, sondern umgekehrt: der Staat war das alles entscheidende Organ, das die Wirtschaft beherrschte und zu steuern hatte.<\/p>\n<p>Das hie\u00df zum einen die Einf\u00fchrung staatlicher Planung, wie das mit dem ersten Vierjahrplan 1936 aus Anlass der Kriegsvorbereitung in breiter Form geschah. In seiner Denkschrift dazu schrieb Hitler: &#8222;Das Wirtschaftsministerium hat nur die nationalwirtschaftlichen Aufgaben zu stellen, und die Privatwirtschaft hat sie zu erf\u00fcllen. Wenn aber die Privatwirtschaft glaubt, dazu nicht f\u00e4hig zu sein, dann wird der nationalsozialistische Staat aus sich heraus diese Aufgabe zu l\u00f6sen wissen. (&#8230;) Die deutsche Wirtschaft aber wird die neuen Wirtschaftsaufgaben begreifen oder sie wird sich eben unf\u00e4hig erweisen in dieser modernen Zeit, in der ein Sowjetstaat einen Riesenplan aufrichtet, noch weiter zu bestehen. Aber dann wird nicht Deutschland zugrundegehen, sondern es werden dies h\u00f6chstens einige Wirtschaftler.&#8220; Mit dem Vierjahrplan schr\u00e4nkte der NS-Staat den Handlungsspielraum der Betriebe rigoros ein, indem er ihnen die Entscheidungen \u00fcber Investitionen und Produktion vorschrieb. &#8222;Nicht um die Vollstreckung der Interessen des Kapitals ging es Hitler, sondern um die Durchsetzung seiner Weltanschauung und Politik gegen alle Widerst\u00e4nde, auch wenn diese aus den Reihen der Industriellen kamen, die er (&#8230;) lediglich als Beauftragte des nationalsozialistischen Staates sah und denen er, offen oder versteckt, mit der Sozialisierung drohte, falls sie nicht bereit waren, diese Rolle zu spielen.&#8220; [85]<\/p>\n<p>Zum andern bedeutete dies den Aufbau einer eigenen Staatswirtschaft. Die staatlichen Eisen- und Stahlwerke &#8222;Hermann G\u00f6ring&#8220; in Salzgitter wurden zum gr\u00f6\u00dften Werk in Europa. Mit dem Krieg breitete sich zugleich die SS in der Wirtschaft immer weiter aus. &#8222;Es ist kaum zu bezweifeln, dass bei l\u00e4ngerer Fortdauer der nationalsozialistischen Herrschaft auch der Ausdehnungsproze\u00df der SS-Wirtschaftsunternehmungen weitergegangen w\u00e4re. Zahlreiche Projekte, die nach dem Krieg in Angriff genommen werden sollten, sind in den Akten enthalten. Durch eine solche Entwicklung w\u00e4re aber das Gef\u00fcge der Privatwirtschaft, deren Formen und Rechtsnormen sich die SS opportunistisch bediente, je l\u00e4nger desto mehr ausgeh\u00f6hlt worden. Mit der zunehmenden Akkumulation der SS-Wirtschaft war schon der Weg zur funktionellen und strukturellen Ver\u00e4nderungen wichtiger Bereiche der deutschen Wirtschaft beschritten. In einem Aktenvermerk vom 21.Oktober 1942 betonte Himmler gegen\u00fcber dem wirtschaftspolitischen Reformeifer SS-Brigadef\u00fchrer Ohlendorfs, des Chefs des Inland-SD, dass &#8218;w\u00e4hrend des Krieges&#8216; eine &#8218;grunds\u00e4tzliche \u00c4nderung unserer total kapitalistischen Wirtschaft nicht m\u00f6glich&#8216; sei. Jeder, der dagegen &#8218;anrenne&#8216;, w\u00fcrde ein &#8218;Kesseltreiben&#8216; gegen sich heraufbeschw\u00f6ren. Diese \u00c4u\u00dferung l\u00e4\u00dft aber zugleich erkennen, dass auch Himmler prinzipiell eine &#8211; wie immer geartete &#8211; Neuordnung der Wirtschaftsordnung nach einem f\u00fcr Deutschland siegreichen Kriege bef\u00fcrwortete und sie dann auch f\u00fcr eher durchf\u00fchrbar hielt.&#8220; [86]<\/p>\n<p>Mit dem Voranschreiten des Kriegs und der Erkenntnis der zunehmenden bolschewistischen R\u00fcstungsproduktion trat Hitler f\u00fcr die Ausweitung der Planwirtschaft nach bolschewistischem Vorbild ein, wie Zitelmann nachgewiesen hat. Er plante auf Dauer die Verstaatlichung der gro\u00dfen Aktiengesellschaften (wegen der nicht pers\u00f6nlichen Inhaberschaft), der Energiewirtschaft (weil dort keine Konkurrenz stattfand) sowie aller Wirtschaftszweige, die lebensentscheidende Rohstoffe produzierten, wie Erd\u00f6l, Kohle und Eisenindustrie. [87] Sein Vorbild f\u00fcr die Organisierung der Produktion waren Post und Bahn. Das Problem war nur, dass das zur Verwaltung der riesigen Konzerne erforderliche &#8222;pflichteifrige Beamtentum&#8220; erst im Verlauf von Jahrzehnten herangebildet werden konnte. Allerdings blieb er bis zuletzt Gegner eine &#8222;Vollsozialisierung&#8220;, aus Angst vor B\u00fcrokratisierung, \u00dcberzentralisierung und Erstickung der Privatinitiative. [88]<\/p>\n<p>Ideologiegeschichtlich sind die nationalsozialistischen Wirtschaftsvorstellungen vor dem Hintergrund der in Deutschland jahrzehntelang vorherrschenden &#8222;historischen Schule&#8220; der National\u00f6konomie zu sehen, der u.\u00a0a. der Verein f\u00fcr Socialpolitik, die Kathedersozialisten und die Richtung des &#8222;Deutschen Sozialismus&#8220; zugeh\u00f6rten. Sie stand in erkl\u00e4rtem Gegensatz zur klassischen, von Ricardo und Smith begr\u00fcndeten &#8222;modernen&#8220; National\u00f6konomie. [89] Avraham Barkai fa\u00dft f\u00fcnf &#8222;Hauptthesen&#8220; zusammen, die jenseits der Unterschiede ihrer einzelnen Vertreter diese Richtung kennzeichneten:<\/p>\n<ol>\n<li>&#8222;wurde als erstes Ziel aller wirtschaftlichen Bet\u00e4tigung nicht die individuelle Bedarfsdeckung, sondern die Machtst\u00e4rkung des Staates oder des Volkes und die F\u00f6rderung ihrer gesellschaftlichen und politischen Aufgaben postuliert;<\/li>\n<li>ergaben sich hieraus Recht und Pflicht des Staates, den Wirtschaftsablauf zu dirigieren und die freie Wirtschaftsinitiative zugunsten eines vom Staat allein zu definierenden &#8218;Gemeinnutzes&#8216; einzuschr\u00e4nken;<\/li>\n<li>(&#8230;);<\/li>\n<li>eine deutliche Neigung zu autarker Selbstversorgung innerhalb eines kontinentalen Gro\u00dfwirtschaftsraumes (&#8230;);<\/li>\n<li>eine romantisch verkl\u00e4rte Vorrangstellung der Landwirtschaft und Idyllisierung des Dorflebens neben einer deutlichen Ambivalenz gegen\u00fcber der Industrialisierung und der damit verbundenen &#8218;Verst\u00e4dterung&#8216;.&#8220; [90]<\/li>\n<\/ol>\n<p>Der f\u00fchrende Kopf dieser Schule in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts, Werner Sombart, spitzte diese Auffassungen in seinem 1934 erschienenen Werk &#8222;Deutscher Sozialismus&#8220;, einer Huldigung an das soeben entstandene Dritte Reich, noch zu, indem er schrieb: &#8222;Wenn man also als den Hauptnachteil einer Beseitigung des Kapitalismus, Verlangsamung des technischen und wirtschaftlichen Fortschritts, bezeichnet, so antworten wir, dass wir gerade darin einen Segen erblicken w\u00fcrden.&#8220; [91] Die Erwiderung im &#8222;V\u00f6lkischen Beobachter&#8220; zeigte, in welchem Punkt der Nationalsozialismus sich von der ansonsten gesch\u00e4tzten &#8222;historischen Schule&#8220; abhob. Die nationalsozialistische Einstellung zur technischen Entwicklung, schrieb der Rezensent, w\u00fcrde sich &#8222;nicht im mindesten mit der Sombarts&#8220; decken. &#8222;F\u00fcr uns ist die moderne Technik Geburt des nordischen Geistes. Sie dr\u00fcckt die Gewalt unseres Menschentums aus&#8220;. [92]<\/p>\n<h3>Eine staatskapitalistische Produktionsweise?<\/h3>\n<p>Die Ausdehnung der wirtschaftlichen Staatst\u00e4tigkeit hat Lehmann dazu veranlasst, die nationalsozialistische Wirtschaftsordnung als &#8222;staatskapitalistisch&#8220; zu charakterisieren. Eine Begr\u00fcndung daf\u00fcr hat er nicht gegeben, offenbar in der \u00dcberzeugung, dass &#8222;staatlich&#8220; bei Vorhandensein kapitalistischer Produktion nur &#8222;staats<i>kapitalistisch<\/i>&#8220; bedeuten kann. Das wirft einige Fragen auf, zumindest wenn man nicht die Produktionsverh\u00e4ltnisse zugrundelegt, die die Nazis vorfanden und im Ganzen beibehielten, sondern die Verh\u00e4ltnisse, auf die sie hinsteuerten.<\/p>\n<p>Der Bereich der kleinen Warenproduktion in Land und Stadt, vom Nationalsozialismus besonders gesch\u00fctzt und gef\u00f6rdert, gibt f\u00fcr die Frage nach dem Staatskapitalismus nichts her, weil die Produktion weder staatlich noch kapitalistisch ist. Lohnarbeit wird gar nicht oder nur in geringem Umfang angewendet; das Unternehmen wird nicht zwecks Verwertung des Werts betrieben, sondern um die gr\u00f6\u00dferen oder kleineren pers\u00f6nlichen Bed\u00fcrfnisse des Betriebsinhabers zu befriedigen.<\/p>\n<p>Bei den mittleren und gro\u00dfen Familienbetrieben ist von kapitalistischer Produktionsweise auszugehen, wenngleich unter Ausschaltung von Formen, die das Kapital in seiner Bewegung hervorbringt und ben\u00f6tigt (B\u00f6rse, Aktie). Gleichzeitig behielt sich der Staat das Recht vor, \u00fcber die Entscheidungen der Produktionsmittelbesitzer zu bestimmen. Der juristische Besitztitel blieb formal ebenso erhalten wie die weiterhin private Aneignung der gemachten Profite. Aber der Inhaber konnte nicht mehr frei \u00fcber Gegenstand und H\u00f6he der Investitionen entscheiden. Auch der Kern des Kapitalverh\u00e4ltnisses, die Lohnarbeit, war durch die &#8222;Treuh\u00e4nder der Arbeit&#8220; staatlicher Entscheidung unterworfen. Die auf dem H\u00f6hepunkt der deutschen Siege von der DAF vorgenommenen Nachkriegsplanungen sahen vor, dass auf Dauer gesehen das Volk &#8222;nicht arbeiten (k\u00f6nne), was, wann und wo es will&#8220;, sondern in der Reihenfolge und an den Orten, die durch die allgemeinen Lebensnotwendigkeiten der Gemeinschaft bestimmt sind. [93] Hinzu kommen noch die Folgen, die die Unterwerfung fremder, nichtarischer V\u00f6lker mit der Einf\u00fchrung millionenfacher Sklavenarbeit f\u00fcr die Entwicklung der Produktionsweise haben musste.<\/p>\n<p>Zusammengefa\u00dft ergibt sich daher folgendes Bild: auf der einen Seite steht ein \u00fcberm\u00e4chtiger, die Schl\u00fcsselindustrien besitzender Staat, auf der anderen Seite die kleine, von diesem Staat besonders gesch\u00fctzte Warenproduktion. Dazwischen befindet sich die eigentlich kapitalistische Produktion (von Kapital in pers\u00f6nlicher Inhaberschaft). Dieses Kapital kann sich nur beschr\u00e4nkt seinen eigenen Gesetzen gem\u00e4\u00df bewegen; es ist eingepfercht und kontrolliert in einem abgegrenzten &#8222;Reservat&#8220;, dessen Schicksal der Staat in der Hand h\u00e4lt, der sich gesellschaftlich haupts\u00e4chlich auf die Bauern st\u00fctzt. Historisch dr\u00fcckt sich darin aus, dass die Millionenmassen der kleinen Warenproduzenten ihren Niedergang endg\u00fcltig nur aufhalten k\u00f6nnen, indem sie den Staat \u00fcbernehmen und f\u00fcr ihre Zwecke dienstbar machen.<\/p>\n<p>In der Theorie des &#8222;staatsmonopolistischen Kapitalismus&#8220; ist der deutsche Faschismus ein bestimmendes Beispiel f\u00fcr das Hin\u00fcberwachsen des Monopolkapitalismus in den Staatsmonopolkapitalismus. An diesem Punkt hat die SMK-Theorie nicht zu unrecht auf die Formen gesellschaftlicher Steuerung der Produktion durch den Staat hingewiesen, sie allerdings f\u00e4lschlich als <i>Weiterentwicklung des Kapitalismus<\/i> interpretiert. Einige b\u00fcrgerliche Wirtschaftshistoriker formulieren dies so, dass das nationalsozialistische Wirtschaftssystem &#8222;eine Alternative zu Kapitalismus und Kommunismus sein sollte und weder freie Marktwirtschaft noch totale Planung bedeutete&#8220;. [94] Wie auch immer man an das Problem herantritt: der Begriff des &#8222;Staatskapitalismus&#8220; ist zur Charakterisierung der nationalsozialistischen Wirtschaftsordnung untauglich. Damit wird gerade das Entscheidende verdeckt, n\u00e4mlich dass der alles beherrschende Staat des Nationalsozialismus keinen b\u00fcrgerlichen, der Entwicklung des Kapitals verpflichteten Charakter trug, sondern von letztlich b\u00e4uerlichen Zielsetzungen beherrscht war. Eine andere Frage ist, ob der &#8222;Dritte Weg&#8220;, den der Nationalsozialismus mit seinem &#8222;v\u00f6lkischen Sozialismus&#8220; auch in der Wirtschaft jenseits von Kapitalismus und Sozialismus gehen wollte, dauerhaft tragf\u00e4hig war.<\/p>\n<p>Damit l\u00f6st sich auch das R\u00e4tsel der neuen Mittelschichten, die Lehmann am Staatsruder stehen sieht. Die Ausdehnung der Staatst\u00e4tigkeit verlangte naturgem\u00e4\u00df die Ausdehnung des f\u00fcr die Organisierung und Leitung erforderlichen Personals. Diese betrieben jedoch keine von den Hauptklassen der Gesellschaft unabh\u00e4ngige, klassenlose &#8222;Modernisierung&#8220;, sondern dienten im Staatsapparat den vorgegebenen Klasseninteressen.<\/p>\n<\/div>\n<div align=\"right\">\n<p><a href=\"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=244&amp;preview=true\">[Weiter]<\/a><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ausgehend von dem Axiom der stagnierenden oder nur geringf\u00fcgig steigenden Bodenproduktivit\u00e4t stand Deutschland nach Hitlers Auffassung schon im 19. Jahrhundert vor der Alternative, entweder eine Politik der &#8222;Erwerbung von neuem Grund und Boden zur Ansiedlung der \u00fcberlaufenden Volkszahl&#8220; zu betreiben [69] oder aber &#8222;durch Industrie und Handel f\u00fcr fremden Bedarf zu schaffen, um vom Erl\u00f6s &hellip; <a href=\"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=239\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">3. 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