{"id":2306,"date":"2022-03-14T12:47:56","date_gmt":"2022-03-14T11:47:56","guid":{"rendered":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=2306"},"modified":"2022-03-14T12:47:56","modified_gmt":"2022-03-14T11:47:56","slug":"marxismus","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=2306","title":{"rendered":"Marxismus"},"content":{"rendered":"<p align=\"justify\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\">Heiner Karuscheit<\/span><\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif; font-size: 24pt;\"><b>\u00dcber Marxismus, die \u00d6konomie der Zeit<br \/>\nund Warenproduktion im Sozialismus<\/b><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><a name=\"_Hlk73875575\"><\/a> <span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Die in den vorigen AzD abgedruckten Diskussionsbeitr\u00e4ge, die sich mit der Frage nach dem Scheitern des Sozialismus auseinandersetzen, geben Gelegenheit, einige der angesprochenen Probleme zu vertiefen. Dabei geht es vorrangig um die Frage nach der Warenproduktion im Sozialismus, die aktuell in der Linken vor allem mit Blick auf die VR\u00a0China diskutiert wird. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Wenn man sich n\u00e4her damit besch\u00e4ftigt, st\u00f6\u00dft man auf ein tiefergehendes Problem, das den Stellenwert der politischen \u00d6konomie im Marxismus ber\u00fchrt und letzten Endes in die Frage nach der Essenz <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">der revolution\u00e4ren Theorie <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">m\u00fcndet. <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Beginnen wir, um das zu erl\u00e4utern, mit dem Begriff vom Kapital, in dem sich das Wesen nicht nur der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft, sondern auch <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">des Marxismus <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">verbirgt.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"center\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>1. Der Begriff vom Kapital<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">In seinem Beitrag \u00fcber \u201eSozialismus und Kapital\u201c kann Sava Djahov mit der Trennung zwischen einfacher (haupts\u00e4chlich von Handwerkern und Bauern verrichteter) und kapitalistischer (auf Lohnarbeit beruhender) Warenproduktion nicht viel anfangen. Er schreibt dazu, dass es seit langem nicht nur die einfache Warenproduktion gibt, sondern: \u201eAuch Kapital im Sinne von akkumulierter und vergegenst\u00e4ndlichter Arbeitskraft <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>(&lt;tote Arbeit&gt;)<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"> gibt es schon seit der Steinzeit.\u201c (AzD 93, S.\u00a05)<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Gegenst\u00e4nde, in denen Arbeitskraft vergegenst\u00e4ndlicht ist und die zur Herstellung weiterer Gegenst\u00e4nde dienen<\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i> (Produktionsmittel)<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">, gibt es in der Tat seit der Steinzeit: jeder Faustkeil, der zur Herstellung von Pfeilspitzen genutzt wird, stellt ein solches Produktionsmittel dar. Aber damit ist dieser Gegenstand noch kein \u201eKapital\u201c \u2013 wenigstens nicht, wenn man diesen Begriff in wissenschaftlichem Sinn benutzt, sondern wird dazu nur unter bestimmten historischen und gesellschaftlichen Bedingungen.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Das Kapital als gesellschaftliches Verh\u00e4ltnis<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><a name=\"Z256\"><\/a> \u201e<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Eine Baumwollspinnmaschine ist eine Maschine zum Baumwollspinnen. Nur in bestimmten Verh\u00e4ltnissen wird sie zu Kapital. Aus diesen Verh\u00e4ltnissen herausgerissen, ist sie so wenig Kapital, wie Gold an und f\u00fcr sich Geld oder der Zucker der Zuckerpreis ist &#8230; Das Kapital ist ein gesellschaftliches Produktionsverh\u00e4ltnis. Es ist ein historisches Produktionsverh\u00e4ltnis.&#8220;<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote1sym\" name=\"sdfootnote1anc\"><sup>1<\/sup><\/a> Diese schon fr\u00fch in der Schrift <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>Lohnarbeit und Kapital <\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">niedergelegte Erkenntnis brachte Marx in seinem \u00f6konomischen Hauptwerk unter Zitierung des Engl\u00e4nders Wakefield auf den Nenner, dass \u201e<\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>das Kapital nicht eine Sache ist, sondern ein durch Sachen vermitteltes gesellschaftliches Verh\u00e4ltnis zwischen Personen<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">\u201c.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote2sym\" name=\"sdfootnote2anc\"><sup>2<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Geschichtlich kann das Kapital daher nur zusammen mit seinem Widerpart, der freien Lohnarbeit, entstehen. Erst die massenhafte Existenz freier Lohnarbeiter \u2013 frei von eigenen Produktionsmitteln wie von feudalen, personalen Bindungen \u2013 schafft die Voraussetzung, damit Geldkapital zu produktivem, mehrwertheckenden Kapital, dh. zu Kapital im eigentlichen Sinn, werden kann, und das ist in Europa erst am Ausgang des Mittelalters der Fall.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Aus der elementaren Bestimmung als gesellschaftliches Verh\u00e4ltnis zwischen Personen ergibt sich bereits auf abstrakter Ebene, dass der <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>Marxismus wesentlich nicht als \u00f6konomische Theorie zu begreifen ist, sondern als eine Theorie der Gesellschaft.<\/i><\/span><\/span> <span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>Es ist die Gesellschaft bzw. es sind die sie konstituierenden Klassen, aus deren Verh\u00e4ltnis zueinander die Produktionsweise des Kapitals hervorgeht.<\/i><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Das bedeutet au\u00dferdem, dass die Geschichte sich nicht aus der Abfolge \u00f6konomischer Etappen erkl\u00e4ren l\u00e4sst, wie das etwa die Theorie des Monopolkapitals-Imperialismus f\u00fcr die neuere Geschichte nahegelegt hat, sondern in erster Linie eine <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>Geschichte von Klassenk\u00e4mpfen<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"> ist, wie Marx und Engels es im Kommunistischen Manifest formulierten. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Kapital und Krise<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Da das Kapital nicht als solches existiert, sondern nur in Form vieler Kapitale, in deren Konkurrenz sich seine innere Natur realisiert, stellt sich erst beim Verkauf auf dem Markt heraus, welche Ware die jeweils erforderliche gesellschaftliche Durchschnittsarbeit repr\u00e4sentiert und welche Waren demgegen\u00fcber \u00fcberfl\u00fcssige Arbeit enthalten.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><a name=\"_Hlk79499131\"><\/a> <span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Getrieben durch den Zwang zur Verwertung des Werts erwachsen aus der Konkurrenz der Kapitale periodisch wiederkehrende \u00dcberproduktionskrisen, die ihr jeweiliges Ende erst finden, wenn gen\u00fcgend Kapital vernichtet worden ist. Die Krisen k\u00f6nnen in Reichweite und Verlauf variieren und durch politische Eingriffe beeinflusst, aber nicht aufgehoben werden. Seit die US-Regierung Anfang der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts mit der Golddeckung des Dollars das System von Bretton Woods beendete, hat das Gold aufgeh\u00f6rt, als allgemeines Ma\u00df der Werte zu dienen und existiert kein materieller Fixpunkt f\u00fcr das globale W\u00e4hrungssystem mehr. Ohne Bindung an das Gold konnten die Notenbanken seither nach Belieben Geld emittieren, haben sich die Finanzm\u00e4rkte von der Produktionswirtschaft entkoppelt und ist seit der Finanzkrise 2008 die Staatsschuld in einem Umfang gewachsen, dass das zinstragende Kapital seine produktive Grundlage um ein Vielfaches \u00fcbersteigt. Die n\u00e4chste Krise wird umso mehr zu bereinigen haben, damit an ihrem Ende der Akkumulationsprozess wieder in Gang kommen kann.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Will der Mensch das blinde Wirken der \u00f6konomischen Gesetze aufheben und die Bedingungen seines Daseins selber gestalten, muss die Gesellschaft die Herrschaft \u00fcber die Produktion \u00fcbernehmen und diese ihren Bed\u00fcrfnissen entsprechend planm\u00e4\u00dfig organisieren. Daf\u00fcr ist Voraussetzung die Aufhebung des Privateigentums an Produktionsmitteln, d.h. \u201edie Verwandlung des tats\u00e4chlich bereits auf gesellschaftlichem Produktionsbetrieb beruhenden kapitalistischen Eigentums in gesellschaftliches\u201c, wie Marx am Ende des \u201eKapitals\u201c bemerkte.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Gesellschaftliche Produktion und die \u00d6konomie der Zeit<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Im \u201eAnti-D\u00fchrung\u201c schrieb Engels zu diesem \u00dcbergang: \u201eSobald die Gesellschaft sich in den Besitz der Produktionsmittel setzt und sie in unmittelbarer Vergesellschaftung zur Produktion verwendet, wird die Arbeit eines jeden, wie verschieden auch ihr spezifisch n\u00fctzlicher Charakter sei, von vornherein und direkt gesellschaftliche Arbeit. Die in einem Produkt steckende Menge gesellschaftlicher Arbeit braucht dann nicht erst auf einem Umweg festgestellt zu werden; die t\u00e4gliche Erfahrung zeigt direkt an, wieviel davon im Durchschnitt n\u00f6tig ist. Die Gesellschaft kann einfach berechnen, wieviel Arbeitsstunden in einer Dampfmaschine, einem Hektoliter Weizen der letzten Ernte, in hundert Quadratmeter Tuch von bestimmter Qualit\u00e4t stecken. \u2026 Die Leute machen alles sehr einfach ab ohne Dazwischenkunft des vielber\u00fchmten &gt;Werts&lt;\u201c. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Was Engels hier benennt, ist der Umgang mit der \u201e\u00d6konomie der Zeit\u201c, die ein selbstverst\u00e4ndlicher Ma\u00dfstab nicht nur der gemeinschaftlichen Produktion freiwillig assoziierter Produzenten ist, sondern jedweder \u00d6konomie \u00fcberhaupt, was Marx in die Worte fasste: <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">\u201eGemeinschaftliche Produktion vorausgesetzt, bleibt die Zeitbestimmung nat\u00fcrlich wesentlich. Je weniger Zeit die Gesellschaft bedarf, um Weizen, Vieh etc. zu produzieren, desto mehr Zeit gewinnt sie zu andrer Produktion, materieller oder geistiger. Wie bei einem einzelnen Individuum h\u00e4ngt die Allseitigkeit ihrer Entwicklung, ihres Genusses und ihrer T\u00e4tigkeit von Zeitersparung ab. \u00d6konomie der Zeit, darin l\u00f6st sich schlie\u00dflich alle \u00d6konomie auf. Ebenso mu\u00df die Gesellschaft ihre Zeit zweckm\u00e4\u00dfig einteilen, um eine ihren Gesamtbed\u00fcrfnissen gem\u00e4\u00dfe Produktion zu erzielen; wie der einzelne seine Zeit richtig einteilen mu\u00df, um sich Kenntnisse in angeme\u00dfnen Proportionen zu erwerben oder um den verschiednen Anforderungen an seine T\u00e4tigkeit Gen\u00fcge zu leisten. \u00d6konomie der Zeit sowohl wie planm\u00e4\u00dfige Verteilung der Arbeitszeit auf die verschiednen Zweige der Produktion bleibt also erstes \u00f6konomisches Gesetz auf Grundlage der gemeinschaftlichen Produktion.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote3sym\" name=\"sdfootnote3anc\"><sup>3<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"center\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>2. Die Planwirtschaft der DDR<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Inwiefern war nun die Planwirtschaft der DDR in der Lage, die \u201e\u00d6konomie der Zeit\u201c zu realisieren? Anders, als Engels im \u201eAnti-D\u00fchring\u201c meinte, war es nicht gerade einfach, die erforderlichen Berechnungen vorzunehmen, um die in der Produktion aufgewendete Arbeit nach Qualit\u00e4t und Quantit\u00e4t zu veranschlagen. Doch letztendlich war die Staatliche Plankommission der DDR (SPK) immer besser dazu in der Lage und wurde zum zentralen Planungs- und Steuerungsinstrument der staatlichen Wirtschaft.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote4sym\" name=\"sdfootnote4anc\"><sup>4<\/sup><\/a> Sie hatte \u201eden Zugang zu allen Prim\u00e4rdaten \u2026 das war kein Problem. (\u2026) Insofern war das Datennetz schon ordentlich aufgebaut. (\u2026) Wir wussten schon, was in der Wirtschaft los war.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote5sym\" name=\"sdfootnote5anc\"><sup>5<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Aufgrund der gemessenen Arbeitsaufwendungen hatte sie den \u00dcberblick, wo und in welchem Umfang die im Endverkauf verlangten Verbraucherpreise nicht der Realit\u00e4t entsprachen, sondern vom Staat k\u00fcnstlich niedrig gehalten wurden. So war bekannt, wie rasant der Anteil der Subventionen an den verbrauchswirksamen Ausgaben der Bev\u00f6lkerung anstieg, n\u00e4mlich von 10% (1971) \u00fcber 16% (1982) auf knapp 22% (1988).<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote6sym\" name=\"sdfootnote6anc\"><sup>6<\/sup><\/a> Dabei waren die Mietpreisst\u00fctzungen in diesen Berechnungen noch gar nicht enthalten.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Das Problem lag also nicht in dem vorhandenen Zahlenmaterial, sondern in dem Umgang der Politik damit, weshalb die \u00d6konomie der Zeit missachtet, Statistiken gesch\u00f6nt und Informationen gefiltert wurden. So diente die Verbilligung des privaten Konsums dazu, eine Arbeitsbev\u00f6lkerung ruhig zu stellen, die ohne einen sozialistischen \u201eGesellschaftsvertrag\u201c dem Staat distanziert gegen\u00fcberstand. Hinzu traten \u00fcberproportional hohe unproduktive Ausgaben einerseits f\u00fcr die R\u00fcstung, die vom Warschauer Pakt verlangt wurde, andererseits f\u00fcr den Sicherheitsapparat zur Niederhaltung und Kontrolle einer anwachsenden Opposition.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Die Achillesferse der DDR-\u00d6konomie<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">\u00dcber diese unproduktiven Belastungen hinaus war die Achillesferse der DDR-\u00d6konomie die Produktivit\u00e4tsentwicklung als solche, die mit Ausnahme weniger Jahre nie die vorgegebenen Planziele erreichte, so dass die DDR im Vergleich mit der BRD immer weiter zur\u00fcckfiel. Aus diesem Grund haben sich einige ehemalige SED-\u00d6konomen der marktwirtschaftlichen Kritik an der Planwirtschaft angeschlossen und vertreten in unterschiedlicher Nuancierung, dass im Verh\u00e4ltnis von \u201ePlan\u201c und \u201eMarkt\u201c ein k\u00fcnftiger Sozialismus \u201emarktbasiert\u201c sein m\u00fcsse.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Zwei davon sind Klaus Steinitz und Dieter Walter, beides Wirtschaftswissenschaftler aus der Staatlichen Plankommission der DDR. Sie sehen es heute als grundlegenden Konstruktionsfehler der Planwirtschaft an, dass \u201edie objektiv notwendige Funktion des Markts f\u00fcr die Anerkennung der verausgabten Arbeit als gesellschaftlich notwendige Arbeit \u2026 faktisch negiert\u201c wird.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote7sym\" name=\"sdfootnote7anc\"><sup>7<\/sup><\/a> Die Kritik besagt, dass die Planwirtschaft prinzipiell au\u00dferstande ist, auf dem Weg \u00fcber die Messung des Arbeitsaufwands eine kontinuierliche Reduzierung der im gesellschaftlichen Durchschnitt f\u00fcr die Herstellung der Produkte notwendigen Arbeitszeit herbeizuf\u00fchren. Ihrer Auffassung nach kann dies nur der \u201eMarkt\u201c, sprich die Konkurrenz leisten, indem die unabh\u00e4ngig voneinander operierenden Kapitale durch ihre Konkurrenz f\u00fcr die stetige Verwohlfeinerung der Waren sorgen und so die Produktivit\u00e4t vorantreiben. Dazu geh\u00f6rt, dass auch die Arbeitskraft (wieder) als Ware fungieren muss.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Marx entwickelte im \u201eKapital\u201c, dass im Kapitalismus die <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Wertbestimmung der Waren \u201ehinter dem R\u00fccken der Produzenten\u201c erfolgt<\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote8sym\" name=\"sdfootnote8anc\"><sup>8<\/sup><\/a><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"> und in der Herrschaft des Werts \u00fcber den Gebrauchswert die Herrschaft des Mehrwerts bzw. seiner Erscheinungsform, des Profits, steckt. <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Die von ihm gezogene Konsequenz war bzw. ist, dass die Gesellschaft sich in den Besitz der Produktionsmittel setzen muss, um die Produktion bewusst zu planen und nicht l\u00e4nger anonyme \u00f6konomische Gesetze \u00fcber ihr Schicksal entscheiden zu lassen. Ohne sich offen dazu zu bekennen, haben die Ex-SED-\u00d6konomen vollst\u00e4ndig mit dem Marxismus gebrochen.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Ein unl\u00f6sbarer Widerspruch<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Ihre Vorschl\u00e4ge entspringen den Erfahrungen mit dem Scheitern der Planwirtschaft in der DDR, dessen Ursachen sie auf \u00f6konomischer Ebene durch eine R\u00fcckkehr zu kapitalistischer Produktionsweise beheben wollen. Diese Kritik negiert, dass die mangelnde Produktivit\u00e4t nicht in erster Linie aus der Planwirtschaft resultierte, sondern eine Folge der fehlenden Leistungsbereitschaft der Arbeitsbev\u00f6lkerung war und historisch-gesellschaftliche Ursachen hatte.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">1952 war der Sozialismus \u00fcber die K\u00f6pfe der Arbeiter hinweg eingef\u00fchrt worden und am 17.Juni 1953 war ihr Aufstand gegen die SED-Herrschaft milit\u00e4risch niedergeschlagen worden. Unter diesen Umst\u00e4nden waren sie nicht bereit, sich f\u00fcr den Aufbau des Sozialismus zu engagieren und hielten an dieser Einstellung die gesamte Geschichte der DDR hindurch fest.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote9sym\" name=\"sdfootnote9anc\"><sup>9<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Auf der anderen Seite schreckte die SED seit dem 17.\u00a0Juni vor weiteren Eingriffen in die Arbeitsverh\u00e4ltnisse gegen den Willen der Produzentenklasse zur\u00fcck, nachdem 1953 eine Normerh\u00f6hung den Arbeiteraufstand ausgel\u00f6st hatte. \u201eSeit den Streiks und Unruhen 1953 hatte sich in der Arbeiterschaft das Gef\u00fchl ihrer strukturellen Macht verfestigt\u201c.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote10sym\" name=\"sdfootnote10anc\"><sup>10<\/sup><\/a> Zwar versuchte die Staatsf\u00fchrung mehrfach, das Leistungsprinzip in der Produktion umzusetzen bzw. die vorhandenen Regelungen weiterzuentwickeln. Doch sobald der Staatssicherheitsdienst in den Betriebsbelegschaften Anzeichen von Unzufriedenheit meldete, wurden diese Versuche in Erinnerung an den 17.\u00a0Juni abgeblasen.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Da aber die entscheidende Produktivkraft der Mensch ist, stand die SED-F\u00fchrung als Resultat ihrer eigenen Politik vor einem unl\u00f6sbaren Widerspruch: Freiwillig war die arbeitende Klasse nicht bereit, mehr als das Notwendige f\u00fcr die ihr aufgezwungene Ordnung zu tun, und gleichzeitig verf\u00fcgte der Staat nicht \u00fcber das Druckmittel der Arbeitslosigkeit, mit dem das Kapital die Leistungsbereitschaft der von ihm bezahlten Arbeiter erzwingen kann. Deshalb blieb nur der Appell an die sozialistische Arbeitsmoral, der bei einer Minderheit fruchten mochte, aber bei der Masse der Arbeiterschaft wirkungslos blieb.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Versagen des politischen Systems<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">So scheiterte auch das \u201eNeue \u00d6konomische System\u201c (N\u00d6S), das durch die Einf\u00fchrung von Marktelementen die Leistungsbereitschaft und Produktivit\u00e4t steigern sollte. \u201eEiner der Grundgedanken des N\u00d6S war, dass unbedingt das Leistungsprinzip verwirklicht werden und dass der Gleichmacherei der Kampf angesagt werden m\u00fcsse.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote11sym\" name=\"sdfootnote11anc\"><sup>11<\/sup><\/a> Als daraufhin einige bevorzugte Industriezweige zwar hohe Zuw\u00e4chse erzielten, es in der restlichen Wirtschaft aber Liefer- und Versorgungsprobleme gab und die Stasi wachsenden Unmut in der Arbeiterschaft meldete, kippten die Mehrheiten im ZK und zwangen unter Honeckers F\u00fchrung Ulbricht zum R\u00fccktritt.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Anschlie\u00dfend versuchte die Honecker-Regierung, die Unterst\u00fctzung der Arbeiterschaft durch den Ausbau sozialpolitischer Leistungen zu <\/span><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">sichern, so neben der <\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">fortgesetzten Subventionierung von Lebensmitteln durch den massenhaften Neubau von Wohnungen und ihre Vermietung weit unterhalb der Erhaltungskosten. Die Konsequenz war, dass die Werkt\u00e4tigen einen immer gr\u00f6\u00dferen Anteil ihres Realeinkommens in Form von Transferleistungen aus den gesellschaftlichen Fonds erhielten, womit gleichzeitig der an die Arbeitsleistung gekoppelte Lohn relativ sank und die Produktivit\u00e4t weiter zur\u00fcckging.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote12sym\" name=\"sdfootnote12anc\"><sup>12<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">In einem neuerlichen Anlauf, dem Leistungsprinzip Geltung zu verschaffen, versuchte die SED 1976, das Tarifsystem zu reformieren, gab das Vorhaben jedoch sofort wieder auf, als es in den Betrieben Unmutsbekundungen gab. Aus Angst vor einer politischen Destabilisierung scheiterte auch das Vorhaben, die ausufernden Subventionen im Konsum- Bereich zu reduzieren und die Verbraucherpreise zu erh\u00f6hen. Honecker bemerkte dazu: \u201edann kann gleich das Politb\u00fcro zur\u00fccktreten und die Regierung auch.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote13sym\" name=\"sdfootnote13anc\"><sup>13<\/sup><\/a> Stattdessen rechnete man die Statistik sch\u00f6n, nahm Schulden im Westen auf und marschierte sehenden Auges in den Abgrund.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><a name=\"_Hlk78461817\"><\/a> <span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Als entscheidende Ursache f\u00fcr das Scheitern der Tarifreform 1976 nennt J\u00f6rg Roesler das \u201enicht bzw. nicht mehr intakte Verh\u00e4ltnis der SED-F\u00fchrung zu \u201aihren\u2018 Werkt\u00e4tigen\u201c, und res\u00fcmiert, dass das Ende des Sozialismus \u201eauf das Versagen des politischen Systems der DDR zur\u00fcckzuf\u00fchren\u201c sei.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote14sym\" name=\"sdfootnote14anc\"><sup>14<\/sup><\/a> Gleichlautend erkl\u00e4rte der langj\u00e4hrige DDR-Minister Rauchfu\u00df die DDR f\u00fcr \u201egescheitert, weil das System im Grunde genommen, so paradox das klingen mag, vom Volk gar nicht angenommen wurde. Das muss ich letztlich akzeptieren.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote15sym\" name=\"sdfootnote15anc\"><sup>15<\/sup><\/a> In der Tat ist hier der letzte Grund f\u00fcr das Scheitern zu finden: Der entscheidende Grund f\u00fcr den Niedergang des DDR-Sozialismus ist nicht in seinen \u00f6konomischen M\u00e4ngeln zu finden. Vielmehr resultierten die \u00f6konomischen M\u00e4ngel daraus, dass \u201edas System\u201c vom Volk nicht angenommen wurde, weil es sich auf keinen \u201econtrat social\u201c mit der arbeitenden Klasse st\u00fctzen konnte und deren Mehrheit in Betrieb und Gesellschaft sich den Anforderungen der SED verweigerte.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"center\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>3. \u00d6konomiedebatten<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Um das gestellte Thema zu vertiefen, wollen wir noch einmal an den Anfang der 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts zur\u00fcckgehen, als sowohl in der UdSSR als auch der DDR eine grundlegende Weichenstellung erfolgte, die das Schicksal beider Staaten bestimmen sollte. Dazu wurde einiges bereits in den AzD 92 gesagt, unter der Fragestellung der Warenproduktion im Sozialismus lohnt es sich jedoch, darauf noch einmal zur\u00fcck zu kommen.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Genossenschaftliche Warenproduktion im Konsumbereich<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">In seiner Schrift \u00fcber \u201e\u00d6komische Probleme des Sozialismus in der UdSSR\u201c umriss Stalin u.a. die Struktur der Volkswirtschaft und schrieb, dass \u201edie Konsumg\u00fcter, die f\u00fcr die Deckung des Aufwands an Arbeitskraft im Produktionsprozess notwendig sind, bei uns als Waren erzeugt und realisiert werden\u201c.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote16sym\" name=\"sdfootnote16anc\"><sup>16<\/sup><\/a> Nach diesen Worten fand also im Konsumg\u00fctersektor \u00fcberwiegend Warenproduktion stattfand, was der Autor bekr\u00e4ftigte, indem er darauf hinwies, dass mit der Warenproduktion und -zirkulation auch die entsprechende \u201eGeldwirtschaft\u201c korrespondieren m\u00fcsse. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Haupts\u00e4chlich betraf dies die Nahrungsmittelherstellung und damit das Verh\u00e4ltnis zur Bauernschaft, die noch die Mehrheit der Bev\u00f6lkerung ausmachte. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Die Haupttr\u00e4ger dieser Warenproduktion waren keine individuellen Produzenten, sondern Genossenschaften, wie Stalin bemerkte. Auf dem Land waren dies die Kolchosen = Kollektivwirtschaften, die als Fortsetzung der russischen Dorfgemeinden ihr Agrarprodukt in Warenform als selbst\u00e4ndige Erzeuger herstellten und dem Staat verkauften.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote17sym\" name=\"sdfootnote17anc\"><sup>17<\/sup><\/a> Jedoch beschr\u00e4nkte sich die zitierte Aussage nicht auf die Agrarproduktion, sondern bezog sich auf <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>alle<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"> f\u00fcr die Reproduktion der Arbeitskraft erforderlichen \u201eGegenst\u00e4nde des pers\u00f6nlichen Bedarfs\u201c, umfasste also auch die nichtagrarischen Konsumg\u00fcter, die Stalin zufolge als Waren hergestellt wurden. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Wie auf dem Land wurde auch die industriell-handwerkliche Konsumg\u00fcterproduktion wesentlich von Genossenschaften vorgenommen, was Djahov hervorgehoben hat. Das war eine andere Produktionsstruktur als im Westen, die m\u00f6glicherweise mit der russischen Obscina-Tradition zusammenhing, was aber am Charakter der Produktionsweise nichts \u00e4nderte.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote18sym\" name=\"sdfootnote18anc\"><sup>18<\/sup><\/a> Wenn wir Stalins Ausf\u00fchrungen zum Nennwert nehmen, m\u00fcssen wir also davon ausgehen, dass der Gesamtbereich der Konsumg\u00fcterproduktion marktm\u00e4\u00dfig stattfand, weshalb Stalin auch betonte, dass hier das Wertgesetz die Produktion regulieren w\u00fcrde. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Staatlicher Produktionsmittelsektor<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Dem warenproduzierenden, privatwirtschaftlich strukturierten Sektor der Volkswirtschaft stellte die Schrift den Produktionsmittelsektor gegen\u00fcber, der vom Staat organisiert wurde. Im Gegensatz zum Konsumg\u00fcterbereich sei hier das Wertgesetz nicht Regulator der Produktion, sondern w\u00fcrde der Staat die \u201eVerteilung der Arbeit zwischen den verschiedenen Produktionszweigen\u201c vornehmen; \u00fcber die Investitionen wurde also unabh\u00e4ngig von der Rentabilit\u00e4t gem\u00e4\u00df der gesellschaftlichen Entwicklungsplanung entschieden. Doch m\u00fcsse auch hier das Wertgesetz insoweit ber\u00fccksichtigt<\/span><\/span><i> <\/i><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">werden, als die f\u00fcr die Herstellung der Produktionsmittel aufgewendete Arbeit genau berechnet werden m\u00fcsste. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Stalin verwendete den Begriff nicht, aber damit war die oben angesprochene \u201e\u00d6konomie der Zeit\u201c gemeint. Hierzu warf er den sowjetischen \u00d6konomen vor, dass sie in der Mehrzahl die Wertberechnung ignorierten. Anstatt sich um die \u201ewirtschaftliche Rechnungsf\u00fchrung und die Rentabilit\u00e4t, die Selbstkosten\u201c zu k\u00fcmmern, w\u00fcrden sie sich \u201emit Geschw\u00e4tz \u00fcber aus der Luft gegriffene &gt;sch\u00e4tzungsweise Angaben&lt;\u201c begn\u00fcgen. Zur Illustration f\u00fchrte er aus, dass nach ihren Vorschl\u00e4gen der Preis f\u00fcr eine dem Staat gelieferte (verkaufte) Tonne Baumwolle der gleiche sein sollte wie f\u00fcr eine Tonne Getreide und der Preis daf\u00fcr wiederum einer Tonne Brot entsprechen sollte, obwohl die f\u00fcr die Herstellung jeweils notwendige Arbeit ganz unterschiedlich war.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote19sym\" name=\"sdfootnote19anc\"><sup>19<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Als Schlussfolgerung aus seinen Ausf\u00fchrungen wandte sich Stalin (vergeblich) gegen die verbreiteten Kommunismustendenzen in der Partei, die nach seinem Tod zur Geltung kamen, als der linke Parteifl\u00fcgel mit Chruschtschow an der Spitze die Macht \u00fcbernahm. Die jetzt eingeleitete Politik bedeutete neben einer R\u00fcckf\u00fchrung des Leistungsprinzips nicht nur die Einleitung eines \u201eNeulandprogramms\u201c zur L\u00f6sung der Agrarfrage, um an der existierenden Bauernschaft vorbei durch riesenhafte Staatsfarmen die staatliche Basis f\u00fcr den \u00dcbergang zum Kommunismus zu legen. Sie bedeutete auch die Verstaatlichung der handwerklich-industriellen Konsumg\u00fcterproduktion, was Djahov hervorgehoben hat, illustriert durch eine Karikatur aus der Satirezeitschrift <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>Krokodil<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote20sym\" name=\"sdfootnote20anc\"><sup>20<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Behrens und der DDR-Sozialismus<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Parallel zur Kommunismusdiskussion in der Sowjetunion fand in der DDR der \u00dcbergang zum Sozialismus statt. \u00d6konomisch legitimiert wurde er u.a. von dem Polit\u00f6konomen und Statistiker Fritz (Friedrich) Behrens, damals einer der anerkanntesten Wirtschaftswissenschaftler und zeitweise Leiter der Staatlichen Zentralverwaltung f\u00fcr Statistik sowie stellvertretender Vorsitzender der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Staatliche_Plankommission\">Staatlichen Plankommission<\/a>. Er ist deswegen von besonderem Interesse, weil sich viele der heutigen SED-\u00d6konomiekritiker auf ihn berufen, und zwar nicht auf den \u201efr\u00fchen\u201c Behrens, sondern auf den \u201esp\u00e4ten\u201c. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">In den Anfangsjahren der DDR war Behrens, in der Tradition der Bebel-Kautskyschen SPD stehend, von der historischen Determiniertheit des Sozialismus aufgrund der Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten der \u00d6konomie genauso \u00fcberzeugt wie die gesamte Parteif\u00fchrung der SED. Dazu geh\u00f6rte der Glaube an die unbedingte \u00dcberlegenheit der Planwirtschaft, die durch die Verstaatlichung der Betriebe die Produktivkr\u00e4fte aus den Fesseln des Kapitals befreien und zum Sprudeln bringen w\u00fcrde. Die Stellung des realen Proletariats spielte in diesem Denken keine ma\u00dfgebliche Rolle. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Als \u00fcberzeugter Kommunist voller Begeisterung, den Sozialismus in der DDR aufbauen zu k\u00f6nnen, referierte er im November 1952 in einem langen Vortrag an der Universit\u00e4t Leipzig vor einigen hundert Wissenschaftlern \u00fcber Stalins Schrift \u201e\u00d6konomische Probleme des Sozialismus in der UdSSR\u201c, um damit den Aufbau des Sozialismus in der DDR zu begr\u00fcnden. Den roten Faden seines Referats bildete die Behauptung, dass in der UdSSR \u201edie Aufgabe des Aufbaus des Sozialismus erf\u00fcllt\u201c sei und sich gegenw\u00e4rtig \u201eimmer deutlicher \u2026 die Konturen des Kommunismus, die \u00d6konomik des \u00dcberflusses\u201c abzeichneten. Wenn jedoch in der UdSSR der \u00dcbergang zum Kommunismus auf der Tagesordnung stand, war nach der Logik dieses Gedankengangs der Aufbau des Sozialismus in der DDR \u00fcberf\u00e4llig. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Obwohl Stalin explizit von noch vielen Generationen gesprochen hatte, bis die Gesellschaft an den Kommunismus denken k\u00f6nne, erkl\u00e4rte Behrens seine Schrift zu einem \u201eAktionsprogramm\u201c f\u00fcr den Aufbau des Kommunismus und verk\u00fcndete in dem Zusammenhang, dass der Sieg des Sozialismus \u00fcber den \u201ein Todesk\u00e4mpfen sich windenden Kapitalismus auf der ganzen Erde in greifbare N\u00e4he ger\u00fcckt\u201c sei. Noch vor Ende des Jahrhunderts w\u00fcrde dieser \u201enur noch von Historikern studiert werden \u2026 Die V\u00f6lker selbst werden ihn vergessen haben.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote21sym\" name=\"sdfootnote21anc\"><sup>21<\/sup><\/a> W\u00e4hrend er auf diese Weise den Sinn der Ausf\u00fchrungen ins Gegenteil verkehrte, pries er gleichzeitig die Genialit\u00e4t des Textes und seines Autors.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Eine sp\u00e4tere Abrechnung<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Weil Behrens\u2018 Spezialgebiet die Arbeitsproduktivit\u00e4t war, gilt er als Vordenker des \u00bbNeuen \u00f6konomischen Systems\u00ab der 60er Jahre.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote22sym\" name=\"sdfootnote22anc\"><sup>22<\/sup><\/a> Er selber entfernte sich immer weiter von der SED und seinen fr\u00fcheren Positionen, wurde Ende der 50er Jahre wegen \u201eRevisionismus\u201c kritisiert und bald darauf kaltgestellt. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">In einer Reihe von Manuskripten aus den 1970er Jahren, die erst Anfang der 1990er Jahre posthum erscheinen konnten, rechnete er mit der SED ab und warf ihr u.a. vor, mit administrativen Zwangsmethoden einen b\u00fcrokratischen Obrigkeitsstaat errichtet zu haben. Als Alternative zur SED-Herrschaft trat er f\u00fcr eine sozialistische Produzentendemokratie ein, die auf genossenschaftlich organisierten, selbstverwalteten Betrieben basieren sollte, und pl\u00e4dierte f\u00fcr eine Verbindung des Marxismus mit dem Anarchismus, um das erneute Entstehen einer B\u00fcrokratie zu verhindern. <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Marx und Engels unterstellte er, sie h\u00e4tten einem Denken Vorschub<\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"> geleistet, wonach <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">die Geschichte wie ein Naturprozess ablaufe, in dessen blindem Geschehen das Handeln der Menschen kausal determiniert sei; es <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">gebe aber <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">kein historisches Gesetz, das zwingend zur Abl\u00f6sung des Kapitalismus durch den Sozialismus f\u00fchren w\u00fcrde.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote23sym\" name=\"sdfootnote23anc\"><sup>23<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Die vorgebrachte Kritik stellt in vielen Punkten eine zutreffende Abrechnung mit dem SED-B\u00fcrokratismus dar, der eine unvermeidliche Folge der fehlenden gesellschaftlichen Fundierung des DDR-Sozialismus war. Aber mit den Gr\u00fcnden f\u00fcr diese Entwicklung besch\u00e4ftigte Behrens sich nicht n\u00e4her. Er begriff nicht, dass die Politik der SED auf dem von Kautsky und Bebel gepr\u00e4gten mechanisch-\u00f6konomistischen Revolutionsverst\u00e4ndnis der II.\u00a0Internationale beruhte, mit dem die KPD-SED nie abgerechnet hatte und das er anfangs selber geteilt hatte. Stattdessen suchte er den Fehler bei Marx und Engels, obwohl diese sich stets gegen eine deterministische Interpretation ihrer Theorie des wissenschaftlichen Sozialismus zur Wehr gesetzt hatten.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote24sym\" name=\"sdfootnote24anc\"><sup>24<\/sup><\/a> <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Seinen eigenen Beitrag zu der Sozialismuseinf\u00fchrung 1952 thematisierte er nicht. W\u00e4hrend er seinerzeit die Genialit\u00e4t Stalins gepriesen hatte, schrieb er jetzt alle Fehlentwicklungen dem \u201eStalinismus\u201c zu.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"center\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>4. F\u00fcr eine freie Assoziation der Produzenten<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Bei ihrem Erscheinen 1952 mit Lobeshymnen \u00fcbersch\u00fcttet, landete Stalins Schrift \u00fcber \u201e\u00d6konomische Probleme des Sozialismus in der UdSSR\u201c wenige Jahre sp\u00e4ter, nachdem der Autor zur \u201epersona non grata\u201c erkl\u00e4rt worden war, auf dem Index der verbotenen B\u00fccher und hat die Schmuddelecke bis heute nicht verlassen.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">W\u00e4re es nach mehreren Jahrzehnten nicht an der Zeit, sich unvoreingenommen mit dem Text auseinanderzusetzen? Schlie\u00dflich wurden seinerzeit mit den Themen von Warenproduktion und Wertgesetz, Plan und Markt dieselben Fragen aufgeworfen, die uns gegenw\u00e4rtig wieder begegnen. Sollte man nicht darauf eingehen, wenn man heute \u00fcber das Verh\u00e4ltnis von Plan und Markt im Sozialismus schreibt? Man muss ja nicht die blutigen S\u00e4uberungen der 30er Jahre bef\u00fcrworten und zum Stalin-Verehrer werden \u2013 aber was besagte es, dass Stalin den gesamten Konsumg\u00fcterbereich der Warenproduktion zuordnete? Und w\u00e4re es nicht aufschlussreich, \u00fcber die seinerzeitigen<\/span><\/span> <span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Kontroversen hinaus die Realit\u00e4t der sowjetischen Wirtschaftspolitik der damaligen Zeit zu untersuchen, darin eingeschlossen die Ver\u00e4nderungen, die mit der Kommunismuspolitik in den 50er Jahren einher gingen?<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Aber obwohl der Sowjetstaat inzwischen ebenso wie die DDR Geschichte geworden ist, greift keiner der hier erw\u00e4hnten Autoren die Debatte Anfang der 50er Jahre auf. Mancher Kirchenbann wirkt offenkundig \u00fcber den Untergang der Heiligen Inquisition hinaus \u2026<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Vom Determinismus zur Marktwirtschaft<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">In seiner j\u00fcngst erschienenen Geschichte der SED bekennt sich der SED-Historiker Niemann zu demselben deterministischen Geschichtsverst\u00e4ndnis, das die SED-F\u00fchrung dazu brachte, 1952 den Sozialismus als notwendige Folge \u00f6konomisch-historischer Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten einzuf\u00fchren und von dem Behrens sich sp\u00e4ter distanzierte. Von diesem Ansatz aus rechtfertigt er den Umgang der SED mit der Arbeiterschaft noch im Nachhinein unter Berufung auf den Philosophen Peter Sloterdijk, weil bei \u201eunreifen Populationen\u201c auch \u201eextreme Erziehungsdiktaturen\u201c notwendig seien, um das historisch vorgegebene Ziel zu erreichen.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote25sym\" name=\"sdfootnote25anc\"><sup>25<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Dieses autorit\u00e4re Politikverst\u00e4ndnis teilen die Ex-SED-\u00d6konomen nicht. Sie argumentieren nicht auf der Ebene von Gesellschaft und Politik, sondern befassen sich nur-\u00f6konomisch mit der DDR. Auf dieser Ebene sind ihre Schlussfolgerungen unvermeidlich: nachdem die Planwirtschaft versagt hat, soll es jetzt der Markt richten. Wollten die einen durch den offenen Zwang der Staatsmacht zum Sozialismus gelangen, streben die anderen dieses Ziel durch den stummen Zwang der kapitalistischen \u00d6konomie an.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Jenseits dieser Unterschiede weisen beide Varianten eine charakteristische Gemeinsamkeit auf: So wie die SED 1952\/53 glaubte, den Sozialismus aufbauen zu k\u00f6nnen, ohne nach der \u00dcberzeugung und Bereitschaft des realen Proletariats zu fragen, ist auch f\u00fcr die Kritiker die arbeitende Klasse nur eine Staffage. Sie wird nicht als Subjekt des Handelns und Tr\u00e4gerin einer neuen Gesellschaftsordnung begriffen, sondern als unm\u00fcndige Adressatin der eigenen Theorie.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Eine freie Assoziation der Produzenten<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Eingangs haben wir mit Marx festgestellt, dass das Kapital keine Sache ist, sondern ein durch Sachen vermitteltes gesellschaftliches Verh\u00e4ltnis zwischen Personen, weshalb der Marxismus auch wesentlich nicht als Lehre von \u00f6konomischen Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten zu begreifen ist, sondern als Gesellschaftstheorie, deren Gegenstand die b\u00fcrgerlich-kapitalistische Sozialordnung ist, mit dem Ziel, an deren Stelle eine Gesellschaft ohne Klassen zu errichten. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Um dieses Ziel zu erreichen, muss die arbeitende Klasse nicht nur die Staatsmacht erobern. Sie muss sich zugleich in den Stand setzen, den bis dato vom Kapital organisierten Gesamtreproduktionsprozess der Gesellschaft in die eigenen H\u00e4nde zu nehmen, um die Produktion gem\u00e4\u00df der \u00d6konomie der Zeit zu organisieren und die ersten Schritte zu einer kommunistischen Gesellschaft zu machen. \u201eDas Reich der Freiheit beginnt in der Tat erst da, wo das Arbeiten, das durch Not und \u00e4u\u00dfere Zweckm\u00e4\u00dfigkeit bestimmt ist, aufh\u00f6rt; es liegt also der Natur der Sache nach jenseits der Sph\u00e4re der eigentlichen materiellen Produktion. Wie der Wilde mit der Natur ringen mu\u00df, um seine Bed\u00fcrfnisse zu befriedigen, um sein Leben zu erhalten und zu reproduzieren, so mu\u00df es der Zivilisierte, und er mu\u00df es in allen Gesellschaftsformen und unter allen m\u00f6glichen Produktionsweisen. Mit seiner Entwicklung erweitert sich dies Reich der Naturnotwendigkeit, weil die Bed\u00fcrfnisse [sich erweitern]; aber zugleich erweitern sich die Produktivkr\u00e4fte, die diese befriedigen. Die Freiheit in diesem Gebiet kann nur darin bestehn, da\u00df der vergesellschaftete Mensch, die assoziierten Produzenten, diesen ihren Stoffwechsel mit der Natur rationell regeln, unter ihre gemeinschaftliche Kontrolle bringen, statt von ihm als von einer blinden Macht beherrscht zu werden; ihn mit dem geringsten Kraftaufwand und unter den ihrer menschlichen Natur w\u00fcrdigsten und ad\u00e4quatesten Bedingungen vollziehn. Aber es bleibt dies immer ein Reich der Notwendigkeit. Jenseits desselben beginnt die menschliche Kraftentwicklung, die sich als Selbstzweck gilt, das wahre Reich der Freiheit, das aber nur auf jenem Reich der Notwendigkeit als seiner Basis aufbl\u00fchn kann. Die Verk\u00fcrzung des Arbeitstags ist die Grundbedingung.\u201c (MEW 25, S.828)<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Welche Gestalt die zuk\u00fcnftige freie Assoziation der Produzenten annehmen wird, in welchen Formen die gemeinschaftliche Produktion zu organisieren ist und in welchen Bereichen und in welchem Umfang sinnvoller Weise noch Warenproduktion stattfinden sollte, wird die Zukunft zeigen. Eines allerdings bleibt festzuhalten: Die Befreiung der Arbeiterklasse von der Herrschaft der Bourgeoisie wie von den Hinterlassenschaften der alten Gesellschaft kann auf jeder Stufe der Entwicklung nur das Werk der Arbeiterklasse selber sein.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Literatur<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Behrens<\/b><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">, Fritz (Friedrich): \u00bbMan kann nicht Marxist sein, ohne Utopist zu sein&#8230;\u00ab Texte von und \u00fcber Fritz Behrens, hrsg von G\u00fcnter Krause und Dieter Janke; VSA: Hamburg 2010 = <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>www.vsa-verlag.de\/uploads\/media\/VSA_Behrens_Marxist_Inhalt.pdf<\/i><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Hoffmann<\/b><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">, Dierck (Hrsg): Die zentrale Wirtschaftsverwaltung in der SBZ\/DDR. Akteure, Strukturen, Verwaltungspraxis = Wirtschaftspolitik in Deutschland 1917-1990, Band 3; de Gruyter: Berlin-Boston 2016<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><a name=\"_Hlk80535605\"><\/a> <span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Karuscheit<\/b><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">, Heiner: Sozialismus ohne Basis. Arbeiterschaft und Sozialismus in der DDR; Verlag am Park: Berlin 2021<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Karuscheit<\/b><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">, Heiner und <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Schr\u00f6der<\/b><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">, Alfred: Von der Oktoberrevolution zum Bauernsozialismus. Aufs\u00e4tze \u00fcber die Klassenkr\u00e4fte an den Wendepunkten der russisch-sowjetischen Geschichte; VTK: o.O. 1993<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Niemann<\/b><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">, Horst: Kleine Geschichte der SED. Ein Lesebuch; Verlag am Park: Berlin 2020<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>\u00d6konomische Probleme<\/b><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"> des Sozialismus: Texte von Josef Stalin, Fritz Behrens, J\u00fcrgen Kuczynski und G.M.\u00a0Malenkow = Probleme des wissenschaftlichen Sozialismus, Band 1; Zusammenstellung Roter Druckstock, Frankfurt\/M. 1972<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Pirker<\/b><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">, Theo \/ <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Lepsius<\/b><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">, M.Rainer \/ <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Weinert<\/b><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">, Rainer \/ <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Hertle<\/b><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">, Hans-Hermann: Der Plan als Befehl und Fiktion. Wirtschaftsf\u00fchrung in der DDR. Gespr\u00e4che und Analysen; Westdeutscher Verlag: Opladen 1995<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Steinitz<\/b><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">, Klaus \/<\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b> Walter<\/b><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">, Dieter:<\/span><\/span><b> <\/b><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Plan \u2013 Markt \u2013 Demokratie. Prognose und langfristige Planung in der DDR \u2013 Schlussfolgerungen f\u00fcr morgen; VSA: Hamburg 2014 = <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>www.vsa-verlag.de\/uploads\/media\/www.vsa-verlag.de-Steinitz-Walter-Plan-Markt-Demokratie.pdf<\/i><\/span><\/span><\/p>\n<div id=\"sdfootnote1\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote1anc\" name=\"sdfootnote1sym\">1<\/a><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> MEW 6, S. 407f<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote2\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote2anc\" name=\"sdfootnote2sym\">2<\/a><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> MEW 23, S.\u00a0793; Hervorhebung von mir; HK<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote3\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote3anc\" name=\"sdfootnote3sym\">3<\/a><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> Grundrisse der Kritik der politischen \u00d6konomie, MEW 42, S. 105<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote4\">\n<p align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote4anc\" name=\"sdfootnote4sym\">4<\/a><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> vgl. Hoffmann 2016. Die Beitr\u00e4ge in dem Werk \u00fcber die Wirtschaftsverwaltung in der DDR stammen von Anh\u00e4ngern der Marktwirtschaft und sind entsprechend kritisch geschrieben, aber die Autoren bem\u00fchen sich in der Regel um eine objektive Darstellung und geben einen umfassenden \u00dcberblick \u00fcber den Apparat und die Funktionsweise der DDR-Planwirtschaft.<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote5\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote5anc\" name=\"sdfootnote5sym\">5<\/a><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> Wolfgang Rauchfu\u00df: Die Unbeweglichkeit wurde immer gr\u00f6\u00dfer; in: Pirker u.a.: Der Plan als Befehl und Fiktion, S. S.176f. Rauchfu\u00df war von 1965-1989 Minister f\u00fcr Materialwirtschaft und stellvertretender Vorsitzender des Ministerrats.<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote6\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote6anc\" name=\"sdfootnote6sym\">6<\/a><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> Dierk Hoffmann: Lebensstandard und Konsumpolitik; in: Hoffmann, S.501<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote7\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote7anc\" name=\"sdfootnote7sym\">7<\/a><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> Steinitz\/Walter S.25<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote8\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote8anc\" name=\"sdfootnote8sym\">8<\/a><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> MEW 23, S.59<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote9\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote9anc\" name=\"sdfootnote9sym\">9<\/a><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> Karuscheit 2021<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote10\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote10anc\" name=\"sdfootnote10sym\">10<\/a><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> Niemann, S.569<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote11\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote11anc\" name=\"sdfootnote11sym\">11<\/a><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> Helmut Koziolek: Die DDR war eine Hauswirtschaft; in: Pirker, S.266. Koziolek war Professor f\u00fcr Politische \u00d6konomie und von 1965-1989 Direktor des Zentralinstituts f\u00fcr sozialistische Wirtschaftsf\u00fchrung.<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote12\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote12anc\" name=\"sdfootnote12sym\">12<\/a><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> Marcel Boldorf: Planwirtschaft, Ordnungs- und Preispolitik; in: Hoffmann, S.212f<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote13\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote13anc\" name=\"sdfootnote13sym\">13<\/a><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> nach Hoffmann: Lebensstandard und Konsumpolitik; in: Hoffmann, S.504<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote14\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote14anc\" name=\"sdfootnote14sym\">14<\/a><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> Zeitschrift \u201eZ\u201c\u00a0Nr\u00a0119 (2019), S.121<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote15\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a name=\"_Hlk80556475\"><\/a><a name=\"_Hlk78963157\"><\/a> <a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote15anc\" name=\"sdfootnote15sym\">15<\/a><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> Wolfgang Rauchfu\u00df in: Pirker u.a., S.187. Rauchfu\u00df nennt diese Erkenntnis \u201eparadox\u201c, weil in der Logik seines Marxismusverst\u00e4ndnisses bzw. in der Logik der SED-Ideologie die Arbeiterschaft per se f\u00fcr den Sozialismus zu sein hatte. Im Unterschied zu anderen war er allerdings bereit, die Tatsache anzuerkennen, dass die Arbeiter in der Realit\u00e4t das System ablehnten, so \u201eparadox\u201c das f\u00fcr ihn auch war.<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote16\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote16anc\" name=\"sdfootnote16sym\">16<\/a><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> \u00d6konomische Probleme, S.18ff<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote17\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote17anc\" name=\"sdfootnote17sym\">17<\/a><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> Zu den Produktionsverh\u00e4ltnissen auf dem Land Karuscheit\/Schr\u00f6der, S.197ff<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote18\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote18anc\" name=\"sdfootnote18sym\">18<\/a><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> Leider konnte der Autor keine brauchbare Untersuchung zur Struktur der sowjetischen Volkswirtschaft unter der hier aufgeworfenen Fragestellung ausfindig machen.<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote19\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote19anc\" name=\"sdfootnote19sym\">19<\/a><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> \u00d6konomische Probleme S.20f. Angesichts dieses Textes ist schwer verst\u00e4ndlich, wieso der langj\u00e4hrige Vorsitzende der Staatlichen Plankommission der DDR, Gerhard Sch\u00fcrer, Stalin eine Tonnenideologie vorwirft und behauptet, die \u201e\u00d6konomischen Probleme\u201c h\u00e4tten wegen ihrer Fixierung auf eine \u201e\u00dcbergangsperiode zum Kommunismus\u201c die \u201eWertseite\u201c nicht ber\u00fccksichtigt. (Gerhard Sch\u00fcrer und Siegfried Wenzel: \u201eWir waren die Rechner, immer verp\u00f6nt\u201c, in: Pirker u.a.: Der Plan als Befehl und Fiktion, S.97) <\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote20\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote20anc\" name=\"sdfootnote20sym\">20<\/a><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> AzD 93, S.9. In der DDR lie\u00df Honecker nach dem Abbruch des N\u00d6S den Gro\u00dfteil der noch existierenden selbst\u00e4ndigen Handwerks- und Industriebetriebe verstaatlichen. Sch\u00fcrer kommentierte dies 1993 so: \u201enicht die Plankommission hat 300 Konsumg\u00fcterpositionen zentral planen wollen; das wurde von uns verlangt, nachdem die halbstaatlichen Betriebe volkseigen geworden waren und dort die Initiative auf einmal auf dem Konsumg\u00fctermarkt weg war.\u201c (ebd, S.77<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote21\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote21anc\" name=\"sdfootnote21sym\">21<\/a><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> \u00d6konomische Probleme S.97f,\u00a0123, 140ff<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote22\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote22anc\" name=\"sdfootnote22sym\">22<\/a><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> Hierzu J\u00f6rg Roesler: Demokratische und technokratische Wirtschaftsreformer in der DDR. Die politischen Schicksale von Fritz Behrens und Wolfgang Berger; in: WeltTrends Nr.18\/1998, S.115ff = https:\/\/publishup.uni-potsdam.de\/opus4-ubp\/frontdoor\/deliver\/index\/docId\/1054\/file\/18_sp_roesler.pdf<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote23\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote23anc\" name=\"sdfootnote23sym\">23<\/a><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> Behrens 1992; nach den Beitr\u00e4gen anderer Autoren zu Behrens finden sich ab S.\u00a0147 seine Originalmanuskripte.<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote24\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote24anc\" name=\"sdfootnote24sym\">24<\/a><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> vgl. AzD 92, S.46<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote25\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote25anc\" name=\"sdfootnote25sym\">25<\/a><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> Niemann 2020, S. 11, 730; hierzu die Rezension in AzD 92, S.46ff<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"s3gt_translate_tooltip_mini\" class=\"s3gt_translate_tooltip_mini_box\" style=\"background: initial !important; border: initial !important; border-radius: initial !important; border-spacing: initial !important; border-collapse: initial !important; direction: ltr !important; flex-direction: initial !important; font-weight: initial !important; height: initial !important; letter-spacing: initial !important; min-width: initial !important; max-width: initial !important; min-height: initial !important; max-height: initial !important; margin: auto !important; outline: initial !important; padding: initial !important; position: absolute; table-layout: initial !important; text-align: initial !important; text-shadow: initial !important; width: initial !important; word-break: initial !important; word-spacing: initial !important; overflow-wrap: initial !important; box-sizing: initial !important; display: initial !important; color: inherit !important; font-size: 13px !important; font-family: X-LocaleSpecific, sans-serif, Tahoma, Helvetica !important; line-height: 13px !important; vertical-align: top !important; white-space: inherit !important; left: 91px; top: 110px; opacity: 0.05;\">\n<div id=\"s3gt_translate_tooltip_mini_logo\" class=\"s3gt_translate_tooltip_mini\" title=\"Markierten Text \u00fcbersetzen\"><\/div>\n<div id=\"s3gt_translate_tooltip_mini_sound\" class=\"s3gt_translate_tooltip_mini\" title=\"Abspielen\"><\/div>\n<div id=\"s3gt_translate_tooltip_mini_copy\" class=\"s3gt_translate_tooltip_mini\" title=\"In Zwischenablage kopieren\"><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heiner Karuscheit \u00dcber Marxismus, die \u00d6konomie der Zeit und Warenproduktion im Sozialismus Die in den vorigen AzD abgedruckten Diskussionsbeitr\u00e4ge, die sich mit der Frage nach dem Scheitern des Sozialismus auseinandersetzen, geben Gelegenheit, einige der angesprochenen Probleme zu vertiefen. Dabei geht es vorrangig um die Frage nach der Warenproduktion im Sozialismus, die aktuell in der Linken &hellip; <a href=\"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=2306\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Marxismus<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-2306","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/2306","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2306"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/2306\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2313,"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/2306\/revisions\/2313"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2306"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}