{"id":229,"date":"2016-09-12T08:35:26","date_gmt":"2016-09-12T06:35:26","guid":{"rendered":"http:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=229"},"modified":"2016-09-12T08:42:02","modified_gmt":"2016-09-12T06:42:02","slug":"programmatik-und-politik-des-nationalsozialismus","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=229","title":{"rendered":"Programmatik und Politik des Nationalsozialismus"},"content":{"rendered":"<div>\n<p>Die nationalsozialistische &#8222;Programmatik&#8220; ist nicht identisch mit dem Parteiprogramm der NSDAP, das zugleich mit der Umbenennung aus DAP (Deutsche Arbeiterpartei) in NSDAP als &#8222;25-Punkte-Programm&#8220; im Februar 1920 verk\u00fcndet und im Mai 1926 f\u00fcr unab\u00e4nderlich erkl\u00e4rt wurde [14]. \u00dcber das Parteiprogramm hinaus wird in <i>Mein Kampf<\/i> die Grundlage der nationalsozialistischen Weltanschauung, das Verh\u00e4ltnis zu den Klassen der Gesellschaft und die f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis des 3. Reichs besonders wichtige au\u00dfenpolitische Orientierung entwickelt. Au\u00dferdem gibt es einige Differenzen, \u00fcber die noch zu sprechen sein wird.<\/p>\n<h2>1. Die Weltgeschichte als Rassenkampf<\/h2>\n<p>Der Nationalsozialismus wurde von einem entschiedenen Fortschritts- und Entwicklungsdenken beherrscht, das sich auf sozialdarwinistische \u00dcberzeugungen gr\u00fcndete. Die Natur &#8222;setzt die Lebewesen zun\u00e4chst auf diesen Erdball und sieht dem freien Spiel der Kr\u00e4fte zu&#8220;, schrieb Adolf Hitler in <i>Mein Kampf<\/i>. &#8222;Der St\u00e4rkste an Mut und Flei\u00df erh\u00e4lt dann als ihr liebstes Kind das Herrenrecht des Daseins zugesprochen.&#8220; [15]<\/p>\n<p>1859 hatte der englische Naturforscher und Biologe Charles Darwin sein Werk \u00fcber die Pflanzen- und Tierwelt &#8222;Vom Ursprung der Arten durch nat\u00fcrliche Zuchtauswahl&#8220; (1859) ver\u00f6ffentlicht. Damit war zum erstenmal auf dem Gebiet der Biologie das bis dahin vorherrschende Denken vom Kreislauf der Natur und der dauernden Wiederkehr des Gleichen durch den Gedanken der Entwicklung durchbrochen worden. Die &#8222;nat\u00fcrliche&#8220; Herkunft des Menschen, aber auch eine von Darwin selber vorgenommene Vereinseitigung seiner Lehre auf den &#8222;Kampf ums Dasein&#8220; legte es nahe, den Grundsatz vom &#8222;survival of the fittest&#8220; auf die menschliche Gesellschaft zu \u00fcbertragen [16]. Denn wenn in der Natur das Gesetz der Auslese der Besten im Kampf um den &#8222;Platz an der Sonne&#8220; galt, warum sollte dasselbe Gesetz nicht auch f\u00fcr die Menschheit gelten? Mithilfe der Biologie und speziell der Vererbungslehre konnte die Verbreitung und Vererbung bestimmter Merkmale wie der Haut- und Augenfarbe erkl\u00e4rt werden. Musste sich dann nicht die ganze Unterschiedlichkeit der Individuen wie der V\u00f6lker aus rassischen Eigenschaften begr\u00fcnden? Mit dem Fortschritt der Wissenschaften im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Rassenkunde bzw. Rassentheorie in den verschiedensten Spielarten. Der Analogieschluss, der den Darwinschen Lehren volle G\u00fcltigkeit auch f\u00fcr die gesellschaftliche Entwicklung zusprach, war weit verbreitet. &#8222;Die \u00dcbertragung der Darwinschen Prinzipien auf die Gesellschaft machte den Sozialdarwinismus zu einer m\u00e4chtigen geistig-politischen Grundstr\u00f6mung in Europa und Nordamerika. (&#8230;) Bei dem rapide steigenden Prestige, das den Naturwissenschaften in der Industrialisierung zufiel und sie geradezu zur modernen Ersatzreligion stilisierte, gewann die naturwissenschaftliche Begr\u00fcndung des Rassismus durch die Biologie zus\u00e4tzliches Gewicht.&#8220; [17]<\/p>\n<p>Hand in Hand damit gingen Degenerations\u00e4ngste und Z\u00fcchtungsutopien. Durch die ungehinderte Vermehrung von erbkranken, wom\u00f6glich geistesschwachen Menschen wurde einerseits eine biologische Katastrophe bef\u00fcrchtet, aber andererseits bot die Biologie auch Chancen. Denn warum sollten die Erfolge der Pflanzen- und Tierz\u00fcchtung sich beim Menschen nicht wiederholen lassen? Konnte so nicht der &#8222;neue Mensch&#8220; geschaffen werden? Der Nationalsozialismus verlangte daher: <i>&#8222;Der v\u00f6lkischen Weltanschauung muss es im v\u00f6lkischen Staat endlich gelingen, jenes edlere Zeitalter herbeizuf\u00fchren, in dem die Menschen ihre Sorge nicht mehr in der H\u00f6herz\u00fcchtung von Hunden, Pferden und Katzen erblicken, sondern im Emporheben des Menschen selbst&#8220;.<\/i> [18] F\u00fchrende Nationalsozialisten wie Himmler und Darr\u00e9 geh\u00f6rten als studierte Agronomen (Himmler war H\u00fchnerz\u00fcchter) zu den begeistertsten Anh\u00e4ngern des Z\u00fcchtungsgedankens.<\/p>\n<p>Wie selbstverst\u00e4ndlich die biologische Erkl\u00e4rung sozialer Ph\u00e4nomene war, zeigt sich nicht zuletzt in der Arbeiterbewegung. Das asoziale Verhalten des Lumpenproletariats und der Gewohnheitsverbrecher wurde weithin auf angeborene Eigenschaften, d.\u00a0h. minderwertiges Erbgut zur\u00fcckgef\u00fchrt [19]. Darum war es kein einmaliger Ausrutscher, sondern die Konsequenz weitverbreiteter, scheinbar durch die biologische Wissenschaft gest\u00fctzter \u00dcberzeugungen, als die sozialdemokratische Fraktion im Februar 1931 in einem Antrag im Reichstag forderte, die freiwillige Sterilisierung von gef\u00e4hrlichen Gewohnheitsverbrechern wegen deren schlechter Erbanlagen einzuf\u00fchren. Das Denken in Klassenkategorien blieb in der Arbeiterbewegung diesem sozialen Biologismus gegen\u00fcber allerdings nach wie vor \u00fcbergeordnet.<\/p>\n<p>Umgekehrt war es beim Nationalsozialismus. Er begriff die Weltgeschichte als Jahrtausende alten Kampf der Rassen. &#8222;Alles weltgeschichtliche Geschehen ist aber nur die \u00c4u\u00dferung des Selbsterhaltungstriebes der Rassen im guten oder schlechten Sinne.&#8220; [20] Auf der Basis des Sozialdarwinismus schien die Einteilung der Menschheit in Rassen ein neues Deutungsmuster von scheinbar gro\u00dfer Erkl\u00e4rungskraft zu liefern. Die &#8222;farbigen&#8220; V\u00f6lker zeigten sich auf der ganzen Welt den &#8222;Wei\u00dfen&#8220; unterlegen, waren kolonisiert oder abh\u00e4ngig und technisch hoffnungslos zur\u00fcckgeblieben. Bei den Wei\u00dfen wiederum standen die &#8222;nordischen&#8220; V\u00f6lker an der Spitze. Gro\u00dfbritannien war die weltumspannende Seemacht, Deutschland f\u00fchrend in Wissenschaft und Kultur und die Vereinigten Staaten von Amerika in der Entwicklung der Technik. F\u00fcgte man hinzu, dass England von germanischen Angeln und Sachsen besiedelt war, die USA ebenfalls eine angels\u00e4chsische Nation mit einem starken deutschen Einwanderungsanteil waren, die Zwischenstellung Frankreichs mit dem Einfluss der germanischen Franken im Norden einerseits, den rassisch minderwertigen S\u00fcdfranzosen andererseits erkl\u00e4rt werden konnte, so lag der Schluss nahe, dass die &#8222;nordischen&#8220; Menschen die f\u00fchrende Rasse waren.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr gab es historische Gr\u00fcnde, die in der Tat mit der germanischen Vergangenheit zu tun hatten. Aus dem siegreichen Zusammenprall der barbarischen Germanen mit dem r\u00f6mischen Weltreich vor anderthalb Jahrtausenden war die spezifische Gesellschaftsformation des (west-)europ\u00e4ischen Feudalismus hervorgegangen, die ihrerseits die Voraussetzung f\u00fcr die Entstehung und Durchsetzung des Kapitalismus bildete. Die germanischen V\u00f6lker waren also die ersten, die den ewigen Geschichtskreislauf der fr\u00fcheren Gesellschaftsformationen durchbrachen und eine Dynamik in der Entwicklung der menschlichen Produktivkr\u00e4fte entfesselten, die das Antlitz der Erde im Lauf weniger Jahrhunderte von Grund auf umgestaltete. Darum lag es nahe, nicht in den historischen Bedingungen ihrer Existenz, sondern in ihren rassischen Eigenschaften die Ursache f\u00fcr die \u00dcberlegenheit der &#8222;nordischen&#8220; V\u00f6lker zu sehen.<\/p>\n<h3>Die Abstufung der Rassen<\/h3>\n<p>Die \u00fcberragenden Gegner im Rassenkampf waren der Jude und der Arier, der vom Nationalsozialismus mehr oder weniger gleichgesetzt wurde mit dem &#8222;nordischen&#8220; Menschen bzw. dem &#8222;Germanen&#8220;; dazwischen standen die anderen Rassen. Der Arier war der Sch\u00f6pfer der Kultur, und &#8222;Kultur&#8220; meinte den menschlichen Fortschritt insgesamt. Andere Rassen wie z.\u00a0B. die Japaner konnten die vom Arier geschaffene Wissenschaft und Technik zwar anwenden, aber nicht sch\u00f6pferisch weiterentwickeln. Wenn die arische Einwirkung aus Europa und Amerika aufh\u00f6rte, w\u00fcrde das asiatische Inselreich nach wenigen Jahrzehnten wieder erstarren. Die Arier dagegen waren die <i>einzige<\/i> sch\u00f6pferisch begabte Rasse. &#8222;Menschliche Kultur und Zivilisation sind auf diesem Erdteil unzertrennlich gebunden an das Vorhandensein des Ariers. Sein Aussterben oder Untergehen wird auf diesen Erdball wieder die dunklen Schleier einer kulturlosen Zeit senken.&#8220; [21]<\/p>\n<p>Nicht die Intelligenz als solche, sondern Intelligenz in Verbindung mit Opferwillen f\u00fcr die Gemeinschaft machte den Arier zum Kultursch\u00f6pfer. &#8222;Der Arier ist nicht in seinen geistigen Eigenschaften an sich am gr\u00f6\u00dften, sondern im Ausma\u00dfe der Bereitwilligkeit, alle F\u00e4higkeiten in den Dienst der Gemeinschaft zu stellen. Der Selbsterhaltungstrieb hat bei ihm die edelste Form erreicht, indem er das eigene Ich dem Leben der Gesamtheit willig unterordnet und, wenn die Stunde es erfordert, auch zum Opfer bringt.&#8220; [22] Der &#8222;Pers\u00f6nlichkeitswert&#8220; des Einzelnen war von hervorragender Bedeutung, hatte sich aber im Dienst an der Gemeinschaft zu bew\u00e4hren. Damit ergab sich aus den rassischen Eigenschaften eine Verhaltensweise, die im Nationalsozialismus eine zentrale Rolle spielte: &#8222;Gemeinnutz geht vor Eigennutz&#8220;. Das richtete sich gegen Liberalismus und b\u00fcrgerliche Individualit\u00e4t und war gleichzeitig etwas anderes als die klassenbedingte Solidarit\u00e4t des Proletariats.<\/p>\n<p>Die arische Rasse war zwar Sch\u00f6pferin der Kultur, nahm dazu aber die Dienste minderwertiger Rassen in Anspruch, denn ohne die &#8222;M\u00f6glichkeit der Verwendung niederer Menschen h\u00e4tte der Arier niemals die ersten Schritte zu seiner sp\u00e4teren Kultur zu machen vermocht&#8220;. Damit &#8222;war der Weg, den der Arier zu gehen hatte, klar vorgezeichnet. Als Eroberer unterwarf er sich die niederen Menschen und regelte dann deren praktische Bet\u00e4tigung unter seinem Befehl, nach seinem Wollen und f\u00fcr seine Ziele.&#8220; Diese Rassenordnung beizubehalten, war Grundbedingung f\u00fcr die Fortentwicklung. &#8222;Solange er den Herrenstandpunkt r\u00fccksichtslos aufrechterhielt, blieb er nicht nur wirklich der Herr, sondern auch der Erhalter und Vermehrer der Kultur.&#8220; [23] Auf diese Weise war den Unterworfenen sogar ein besseres Los als in der sogenannten Freiheit beschieden, weil sie von der h\u00f6heren Kultur der Arier nur profitieren konnten. Leider hatte das Herrenvolk die Rassentrennung in der Vergangenheit immer nur wenige Generationen lang praktiziert, dann war es zur Rassenvermischung, dadurch zur Blutsverschlechterung und dann zum Abstieg der h\u00f6heren Rasse gekommen. Um so wichtiger war es, dass der bislang nur mehr oder weniger unbewusst gef\u00fchrte Rassenkampf bewusst und gezielt gef\u00fchrt wurde.<\/p>\n<p>Aufgabe einer &#8222;v\u00f6lkischen&#8220; Politik war es, dieser Erkenntnis gem\u00e4\u00df zu handeln. &#8222;Demgegen\u00fcber erkennt die v\u00f6lkische Weltanschauung die Bedeutung der Menschheit in deren rassischen Urelementen. Sie sieht im Staat prinzipiell nur ein Mittel zum Zweck und fasst als seinen Zweck die Erhaltung des rassischen Daseins der Menschen auf. Sie glaubt somit keineswegs an eine Gleichheit der Rassen, sondern erkennt mit ihrer Verschiedenheit auch ihren h\u00f6heren und minderen Wert und f\u00fchlt sich durch diese Erkenntnis verpflichtet, gem\u00e4\u00df dem ewigen Wollen, das dieses Universum beherrscht, den Sieg des Besseren, St\u00e4rkeren zu f\u00f6rdern, die Unterordnung des Schlechteren und Schw\u00e4cheren zu verlangen.&#8220; [24]<\/p>\n<p>Auf der gegen\u00fcberliegenden Seite der Rassenskala stand das Weltjudentum. &#8222;Den gewaltigsten Gegensatz zum Arier bildet der Jude. Bei kaum einem Volke der Welt ist der Selbsterhaltungstrieb st\u00e4rker entwickelt als beim sogenannten auserw\u00e4hlten.&#8220; [25] Zwar k\u00f6nne man dem Juden intellektuelle F\u00e4higkeiten nicht absprechen, aber die allerwesentlichste Voraussetzung der Kultur fehlte: die &#8222;idealistische Gesinnung&#8220;. Die Angeh\u00f6rigen niederer V\u00f6lker waren zur Zur\u00fcckstellung rein pers\u00f6nlicher Interessen nicht f\u00e4hig und daher \u00fcber die Bildung der Familie nicht hinaus gekommen; die Schaffung gro\u00dfer Gemeinwesen war ihnen unm\u00f6glich. Weil die h\u00f6heren Instinkte wie die Opferbereitschaft f\u00fcr die Gemeinschaft bei ihm fehlten und die niederen Instinkte wie der tierische Selbsterhaltungstrieb bei ihm um so ausgepr\u00e4gter waren, rief der Satz &#8222;Gemeinnutz geht vor Eigennutz&#8220; im Judentum nur Spott hervor.<\/p>\n<p>Unf\u00e4hig zur Staatsbildung und Kultursch\u00f6pfung, n\u00e4hrte der Jude sich von der Kultur anderer und nistete sich vorzugsweise in den von Ariern gegr\u00fcndeten Staaten ein. Gem\u00e4\u00df den Gesetzen des Kampfes ums Dasein strebte er wie der Arier zur Weltherrschaft und steckte im wesentlichen hinter dem internationalen B\u00f6rsen- und Finanzkapital, mit dessen Hilfe er sich die Arbeit anderer V\u00f6lker aneignete und diese sich unterwarf.<\/p>\n<p>Ein weiteres Instrument zur Erreichung der Weltherrschaft war der Marxismus. Er stellte sich Hitler als &#8222;der in Reinkultur gebrachte Versuch des Juden dar, auf allen Gebieten des menschlichen Lebens die \u00fcberragende Rolle der Pers\u00f6nlichkeit auszuschalten&#8220;. [26] Besonders gef\u00e4hrlich war der Bolschewismus, der meist nur als &#8222;j\u00fcdischer&#8220; Bolschewismus bezeichnet wurde. <i>&#8222;Im russischen Bolschewismus haben wir den im zwanzigsten Jahrhundert unternommenen Versuch des Judentums zu erblicken, sich die Weltherrschaft anzueignen&#8220;<\/i>. [27] Finanzkapital und Marxismus standen nur scheinbar im Gegensatz zueinander. In Wirklichkeit waren beides sich erg\u00e4nzende &#8222;internationalistische&#8220; Instrumente des Judentums zur Zerst\u00f6rung des Nationalstaats. Die \u00fcberdurchschnittlich hohe Zahl von Juden sowohl im gro\u00dfen Bankgesch\u00e4ft (Rothschild, Herstatt etc.) als auch unter den F\u00fchrern der Arbeiterbewegung (Marx, Lasalle, Kautsky, Bernstein, Trotzki, Luxemburg) gab derartigen Auffassungen Nahrung.<\/p>\n<p>Weil der Jude ein &#8222;Parasit am K\u00f6rper anderer Nationen und Staaten&#8220; war [28] und dabei seine Wirtsv\u00f6lker vergiftete, war er im Unterschied zu anderen V\u00f6lkern nicht f\u00fcr Hilfsdienste zu verwenden, sondern ab- und auszusondern. Noch am Tag vor seiner Selbstt\u00f6tung, am 29. April 1945, gab Hitler in seinem &#8222;politischen Testament&#8220; als sein Verm\u00e4chtnis an die Nachwelt: &#8222;Vor allem verpflichte ich die F\u00fchrung der Nation und die Gefolgschaft zur peinlichen Einhaltung der Rassengesetze und zum unbarmherzigen Widerstand gegen den Weltvergifter aller V\u00f6lker, das internationale Judentum.&#8220;<\/p>\n<h3>Ein vorkapitalistischer Standpunkt<\/h3>\n<p>Die Darstellung des Werdegangs des Judentums in &#8222;Mein Kampf&#8220; enth\u00fcllt den historisch-\u00f6konomischen Kern des nationalsozialistischen Antisemitismus. Mit dem Entstehen der ersten festen Siedlungen nach der V\u00f6lkerwanderung l\u00e4sst Hitler den Juden &#8222;pl\u00f6tzlich &#8218;da'&#8220; sein, und zwar als <i>H\u00e4ndler<\/i>, um sodann fortzufahren: &#8222;Allm\u00e4hlich beginnt er sich langsam in der Wirtschaft zu bet\u00e4tigen, nicht als Produzent, sondern ausschlie\u00dflich als Zwischenglied. In seiner tausendj\u00e4hrigen h\u00e4ndlerischen Gewandtheit ist er den noch unbeholfenen, besonders aber grenzenlos ehrlichen Ariern weit \u00fcberlegen, so dass schon in kurzer Zeit der Handel sein Monopol zu werden droht.&#8220; [29] Neben dem Handel wird das Geldgesch\u00e4ft zum j\u00fcdischen Bet\u00e4tigungsfeld. Nachdem der Jude sich \u00fcber Jahrhunderte hinweg immer tiefer eingenistet hat, ist er mit der Beherrschung des Waren- und Geldhandels unter den hergebrachten Verh\u00e4ltnissen nicht mehr zufrieden; er &#8222;wird auf einmal auch liberal und f\u00e4ngt an, vom notwendigen Fortschritt der Menschheit zu schw\u00e4rmen. Langsam macht er sich so zum Wortf\u00fchrer einer neuen Zeit. Freilich zerst\u00f6rt er auch immer gr\u00fcndlicher die Grundlagen einer wahrhaft volksn\u00fctzlichen Wirtschaft. \u00dcber den Umweg der Aktie schiebt er sich in den Kreislauf der nationalen Produktion ein, macht diese zum k\u00e4uflichen, besser handelbaren Schacherobjekt und raubt damit den Betrieben die Grundlagen einer pers\u00f6nlichen Besitzerschaft. Damit erst tritt zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer jene innere Entfremdung ein, die zur sp\u00e4teren politischen Klassenspaltung hin\u00fcber leitet. Endlich aber w\u00e4chst die j\u00fcdische Einflussnahme auf wirtschaftliche Belange \u00fcber die B\u00f6rse nun unheimlich schnell an. Er wird zum Besitzer oder doch zum Kontrolleur der nationalen Arbeitskraft.&#8220; [30]<\/p>\n<p>Hitler setzt sich mit der Stellung der Juden vom Standpunkt vorkapitalistischer Produktionsverh\u00e4ltnisse auseinander. Auf dem Boden der Beschr\u00e4nktheit der einfachen Warenproduktion stellten sich die Angeh\u00f6rigen des j\u00fcdischen Handelsvolks, denen der Zugang zu Ackerbau und Handwerk durch Herkunft und Glauben verschlossen war, als etwas Fremdes dar. Durch die nichtk\u00f6rperliche T\u00e4tigkeit, ihren nichtchristlichen Glauben und als Angeh\u00f6rige eines Volkes, das f\u00fcr den Tod Christi verantwortlich war, dazu meistens auch Geldverleiher und damit Wucherer, waren sie &#8211; und hielten sie sich &#8211; von der Masse der Bev\u00f6lkerung getrennt und wurden in Krisenzeiten regelm\u00e4\u00dfig Opfer von Pogromen. Von diesem Standpunkt aus zeichnet er sie und macht sie zugleich verantwortlich f\u00fcr die Aufl\u00f6sung dieser Verh\u00e4ltnisse durch Entwicklung des Kapitals, f\u00fcr die Unterwerfung aller Beziehungen unter die Herrschaft des anonymen Werts und f\u00fcr die Herausbildung der modernen Klassen. Sein Gegenbild ist \u00f6konomisch die &#8222;wahrhaft volksn\u00fctzliche&#8220; Wirtschaft der einfachen Warenproduktion und eine nicht in Klassen gespaltene Gesellschaft.<\/p>\n<p>Entgegen den scheinbar unausrottbaren Vorurteilen der Marxisten war Deutschland in der ersten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts noch keineswegs ein vollst\u00e4ndig entwickelter b\u00fcrgerlicher Staat, in dem der Klassenkampf auf den Gegensatz von Bourgeoisie und Proletariat reduziert war. Die kapitalistische Produktionsweise hatte sich etabliert und bestimmte die gro\u00dfe Produktion, aber neben ihr existierten weiterhin die \u00fcberkommenen Produktionsverh\u00e4ltnisse der alten Agrargesellschaft, die sich in verschiedenen Stadien der Umwandlung und Zersetzung befand. Von den 32 Millionen Erwerbst\u00e4tigen des Jahres 1925 waren zwischen 8 und 9 Millionen Industriearbeiter und ca. 9 Millionen Bauern; der Rest verteilte sich auf Landarbeiter, das Handwerk, den Handel, Bahn, Post etc. Die Bev\u00f6lkerungsverteilung spiegelte die \u00dcbergangssituation wider. Einem Drittel der deutschen Bev\u00f6lkerung, das in Gro\u00dfst\u00e4dten wohnte, stand ein Drittel aus D\u00f6rfern und l\u00e4ndlichen Kleinst\u00e4dten gegen\u00fcber, das restliche Drittel wohnte in St\u00e4dten mittlerer Gr\u00f6\u00dfenordnung.<\/p>\n<p>Aus insgesamt f\u00fcnf Klassen bzw. Schichten setzte sich die Gesellschaft zusammen: neben Bourgeoisie und Proletariat die st\u00e4dtischen Kleinb\u00fcrger mit eigenen Produktionsmitteln, au\u00dferdem auf dem Land Bauern und Gro\u00dfgrundbesitzer. Dabei sind die Landarbeiter, deren Interessen (Wunsch nach eigenem Land) sich erheblich von denen des Industrieproletariats unterschieden, noch ebensowenig gez\u00e4hlt wie die neuen, lohnabh\u00e4ngigen Mittelschichten. Diese sozialen Kr\u00e4fte k\u00e4mpften gegen- und miteinander um Hegemonie und Macht.<\/p>\n<h3>Umbruch in Europa und Deutschland<\/h3>\n<p>Ganz Europa befand sich vom Ausgang des 18. bis weit in das 20. Jahrhundert hinein in einer Zeit des \u00dcbergangs, der von Land zu Land unterschiedliche Formen annahm. Gro\u00dfbritannien, wo seit dem Ausgang des Mittelalters der selbst\u00e4ndige Kleinbauer durch den kapitalistischen P\u00e4chter verdr\u00e4ngt worden war, blieb in dieser Zeit von b\u00e4uerlich-kleinb\u00fcrgerlichen Massenbewegungen verschont. Anders war es in Kontinentaleuropa, wo entgegen der Marxschen Vorhersage \u00fcber die Vorbildrolle Englands die alten Formen des Grundbesitzes (der selbstwirtschaftende Einzelbauer im Westen, patriarchalischer Gro\u00dfgrundbesitz und Gemeindebauern mit d\u00f6rflichem Gesamteigentum an Boden im Osten) beim Vormarsch des Kapitals \u00fcberdauerten. Hier waren in den b\u00fcrgerlichen Revolutionen (Frankreich 1789, Deutschland 1848) Bauern und st\u00e4dtische Kleinb\u00fcrger mit der Bourgeoisie gegen den Feudalismus gegangen und hatten zu den Kernschichten der Demokratie geh\u00f6rt. Im dem Ma\u00dfe, wie die b\u00fcrgerliche Produktionsweise voranschritt und die hergebrachten Verh\u00e4ltnisse der kleinen Warenproduktion bedrohte, wandten sie sich von der Bourgeoisie ab. Auf dem Boden der Massendemokratie im Gefolge der franz\u00f6sischen Revolution wurde hier seit Ende des 19. Jahrhunderts in einer Vielzahl von L\u00e4ndern der Antisemitismus zum Panier von nichtproletarischen Massenbewegungen. Insbesondere auf dem Land war die Abneigung gegen Juden verbreitet. &#8222;In ganz Europa wurden die Juden in der landwirtschaftlichen Krise der Jahrhundertwende zur Verk\u00f6rperung f\u00fcr die verhasste Stadt, f\u00fcr die Entwurzelung und f\u00fcr die Modernit\u00e4t. In vielen l\u00e4ndlichen Gegenden waren die Juden als Viehh\u00e4ndler auch die Bankiers und standen so f\u00fcr Hypotheken und gerichtliche Enteignung.&#8220; [31]<\/p>\n<p>Friedrich Engels bezeichnete den Antisemitismus in einem Brief von Anfang 1890 als &#8222;Merkzeichen einer zur\u00fcckgebliebenen Kultur&#8220;. Nur dort, &#8222;wo noch keine starke Kapitalistenklasse existiert, also auch noch keine starke Lohnarbeiterklasse, wo das Kapital noch zu schwach ist, sich der gesamten nationalen Produktion zu bem\u00e4chtigen und daher die Effektenb\u00f6rse zum Hauptschauplatz seiner T\u00e4tigkeit hat, wo also die Produktion noch in den H\u00e4nden von Bauern, Gutsherren, Handwerkern und \u00e4hnlichen aus dem Mittelalter \u00fcberkommenen Klassen sich befindet &#8211; nur da ist das Kapital vorzugsweise j\u00fcdisch, und nur da gibt&#8217;s Antisemitismus. (&#8230;) Der Antisemitismus ist also nichts anderes als eine Reaktion mittelalterlicher untergehender Gesellschaftsschichten gegen die moderne Gesellschaft, die wesentlich aus Kapitalisten und Lohnarbeitern besteht, und dient daher nur reaktion\u00e4ren Zwecken unter scheinbar sozialistischem Deckmantel&#8220;. [32] Den agrarischen Kern seiner Judenfeindschaft benannte auch Hitler, indem er schrieb, dass die &#8222;Grundlage des arischen Lebenskampfes (&#8230;) der Boden (ist), der von ihm bebaut wird&#8220;, [33] und dem das nicht an die Scholle gebundene Judentum entgegensetzte.<\/p>\n<p>Dabei war die aus dem Mittelalter tradierte Judenfeindschaft, die Engels anspricht, urspr\u00fcnglich nicht rassisch begr\u00fcndet. Rassendenken war dem Mittelalter fremd. Die Juden waren als H\u00e4ndler und Nichtchristen, aber nicht als Angeh\u00f6rige einer bestimmten Rasse Pogromen ausgesetzt. Die kirchliche wie weltliche Judengesetzgebung bezog sich regelm\u00e4\u00dfig auf die Angeh\u00f6rigen des mosaischen Glaubens, nicht auf die Rassenherkunft. Wenn ein Jude zum christlichen Glauben \u00fcbertrat, wurde er assimiliert, d.\u00a0h. in die christliche Gesellschaft aufgenommen. Das begann sich mit dem Voranschreiten des Jahrhunderts zu \u00e4ndern, als das Jude-Sein nicht l\u00e4nger auf den Glauben, sondern auf die Rasse bezogen wurde. &#8222;Mit den sozialen, wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Umw\u00e4lzungen seit der Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich der Rassismus &#8211; zumindest in Teilbereichen &#8211; zu einer <i>Oppositions<\/i>ideologie, in der sich das Unbehagen an dem s\u00e4kularen Modernisierungsprozess, der industriellen Revolution, dem demographischen \u00dcbergang, der Herausbildung marktbedingter Klassen, des modernen Interventionsstaats, der Verst\u00e4dterung, der gesteigerten Mobilit\u00e4t, der Technisierung des Alltags usw. gegen Au\u00dfenseiter wandte.&#8220; [34]<\/p>\n<p>Diese Volksbewegungen entwickelten sich in Abgrenzung zu der teils bereits organisierten, teils sich unter dem Banner des Marxismus soeben formierenden Arbeiterbewegung. Sie nahmen im Unterschied zur &#8222;internationalistischen&#8220; Arbeiterbewegung einen ausgepr\u00e4gt &#8222;nationalen&#8220; Charakter an und traten f\u00fcr einen diffusen &#8222;Sozialismus&#8220; ein, der in letzter Instanz die Egalit\u00e4t der kleinen Warenproduzenten widerspiegelte. &#8222;Diese verschiedenen nationalen sozialistischen Bewegungen wussten nichts voneinander. Jede war eine Reaktion auf eine besondere Situation. Der Umstand, dass diese Reaktionen sich so \u00e4hnlich waren, ist von Bedeutung, weil er Teil jenes in ganz Europa stattfindenden Suchens nach einer egalit\u00e4ren Gemeinschaft im Geiste der Nation war.&#8220; [35]<\/p>\n<p>Historisch war Frankreich der Vorreiter, wo die Dreyfus-Affaire nur die Spitze eines Eisbergs zeigte. In Algerien, wohin der Landhunger franz\u00f6sische Bauernsiedler aus dem &#8222;\u00fcberf\u00fcllten&#8220; Frankreich trieb, wurde kurz vor der Jahrhundertwende ein Mann zum B\u00fcrgermeister von Algier gew\u00e4hlt, der die Franzosen dazu aufrief, &#8222;den Baum der Freiheit mit j\u00fcdischem Blut zu gie\u00dfen&#8220;. Er stand an der Spitze einer rassistischen Massenbewegung. &#8222;Der Rassismus wurde mit der Demokratie verkn\u00fcpft, und gerade diese Verbindung sollte die Zukunft des europ\u00e4ischen Rassismus im Wesentlichen bestimmen. Der nationale Sozialismus blieb nicht lediglich auf Frankreich beschr\u00e4nkt, wenn er auch in dieser Nation zuerst seine tiefsten Wurzeln schlug&#8220;. [36]<\/p>\n<p>In Deutschland geh\u00f6rte der Antisemitismus zum verbindenden ideologischen R\u00fcstzeug im 1893 gegr\u00fcndeten Bund der Landwirte, der Massenorganisation der (protestantischen) Bauern unter F\u00fchrung der preu\u00dfischen Rittergutsbesitzer. Eine Organisation wie der von 1885 bis 1894 bestehende &#8222;Hessische Bauernbund&#8220; unter Otto B\u00f6ckel wollte dem Missbrauch des Kapitals ein Ende bereiten, ohne das Privateigentum abzuschaffen, versuchte, &#8218;judenfreie&#8216; Viehm\u00e4rkte zu unterhalten, die Juden als Geldverleiher auszuschalten und eigene Banken zu gr\u00fcnden, die Geld ohne Zinsen verleihen sollten. Seine Propagandaredner zogen &#8222;mahnend, erkl\u00e4rend und Juden und Kapital verdammend von Dorf zu Dorf und von Stadt zu Stadt&#8220;. [37] Immerhin 11 Reichstagsabgeordnete kontrollierte dieser Bund zeitweise.<\/p>\n<p>Aber auch in zur\u00fcckgebliebenen Teilen der Arbeiterklasse gab es Antisemitismus. In B\u00f6hmen gr\u00fcndete sich 1904 eine deutsche Arbeiterpartei, die sich 1918 in Deutsche Nationalsozialistische Arbeiterpartei umbenannte und f\u00fcr starke Gewerkschaftsorganisationen sowie die Freiheit der Presse und der Versammlung eintrat &#8211; w\u00e4hrend sie gleichzeitig den Kampf gegen das &#8222;j\u00fcdische&#8220; Kapital und die &#8222;j\u00fcdische&#8220; Sozialdemokratie f\u00fchrte. [38]<\/p>\n<p>Die Klassenkr\u00e4fte, die zwischen den Weltkriegen agierten, hatten einen besonders weiten Spielraum. Die Novemberrevolution hatte die junkerliche Monarchie zu Fall gebracht, aber keine stabile b\u00fcrgerliche Ordnung an ihre Stelle gesetzt. Sie war keine soziale und nur eine halbe politische Revolution gewesen. Die Eigentumsverh\u00e4ltnisse waren vollst\u00e4ndig und der politische \u00dcberbau zur H\u00e4lfte unber\u00fchrt geblieben. Weder war der adelige Gro\u00dfgrundbesitz enteignet noch die monopolistische Schwerindustrie verstaatlicht worden. Beides w\u00e4re noch innerhalb der Grenzen einer b\u00fcrgerlichen Revolution m\u00f6glich &#8211; und notwendig gewesen, um die sozialen Grundlagen der Hauptkr\u00e4fte der Reaktion zu zerschlagen und die Republik auf feste F\u00fc\u00dfe zu stellen. Statt dessen hatte die SPD die Republik mit den Junkern und der Schwerindustrie gemeinsam aus der Taufe gehoben. Zwar gab es nunmehr einen verantwortlichen Reichstag, aber die Reichswehr blieb als &#8222;Staat im Staat&#8220; in den H\u00e4nden der Junkerkaste, und im Beamtenapparat \u00e4nderte sich nichts Entscheidendes.<\/p>\n<p>Das Kleinb\u00fcrgertum und die Bauern standen der Weimarer Republik daher von Anfang an ebenso fremd gegen\u00fcber wie der linke Fl\u00fcgel der Arbeiterklasse. Nur vor\u00fcbergehend t\u00e4uschten die ersten Reichstagswahlen dar\u00fcber hinweg. Noch vor Einsetzen der Agrarkrise und der anschlie\u00dfenden Weltwirtschaftskrise zeigte die Wahl des junkerlichen Monarchisten Hindenburg zum Reichspr\u00e4sidenten, wie schwach die b\u00fcrgerliche Demokratie war. Seit dem Ausgang der 20er Jahre war die Republik parlamentarisch nicht mehr regierbar.<\/p>\n<p>Die revolution\u00e4re Partei der Arbeiterklasse (Spartakus\/KPD) hatte schon in der Novemberrevolution kein Programm gehabt, das die Arbeiterklasse als Hegemon einer Volksbewegung zur F\u00fchrerin der anstehenden b\u00fcrgerlichen Revolution machen konnte, um diese zur gegebenen Zeit in eine sozialistische Revolution hin\u00fcber zu f\u00fchren. Daran \u00e4nderte sich trotz aller zwischenzeitlichen Auseinandersetzungen nichts. Die kommunistische Arbeiterbewegung hatte keinen Weg zur Macht. Im Widerspruch zum Kapital gefangen, f\u00fchrte der Kampf &#8222;Klasse gegen Klasse&#8220;, den die KPD zu Beginn der 30er Jahre auf ihre Fahnen schrieb, im Gegenteil in die vollst\u00e4ndige gesellschaftliche Isolation. [39] Im Unterschied dazu entwickelte der Nationalsozialismus ein Hegemoniekonzept, das ihm erm\u00f6glichte, durch die Eroberung der Massen zuerst an die Macht zu gelangen und sodann die Errichtung eines b\u00e4uerlich-kleinb\u00fcrgerlichen germanischen Gro\u00dfstaats in Angriff zu nehmen.<\/p>\n<\/div>\n<div align=\"right\">\n<p><a href=\"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php\/2-die-volksgemeinschaft-als-massenstaat\/\">[Weiter]<\/a><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die nationalsozialistische &#8222;Programmatik&#8220; ist nicht identisch mit dem Parteiprogramm der NSDAP, das zugleich mit der Umbenennung aus DAP (Deutsche Arbeiterpartei) in NSDAP als &#8222;25-Punkte-Programm&#8220; im Februar 1920 verk\u00fcndet und im Mai 1926 f\u00fcr unab\u00e4nderlich erkl\u00e4rt wurde [14]. \u00dcber das Parteiprogramm hinaus wird in Mein Kampf die Grundlage der nationalsozialistischen Weltanschauung, das Verh\u00e4ltnis zu den Klassen &hellip; <a href=\"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=229\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Programmatik und Politik des Nationalsozialismus<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-229","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/229","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=229"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/229\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":236,"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/229\/revisions\/236"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=229"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}