{"id":2174,"date":"2021-05-04T21:08:45","date_gmt":"2021-05-04T19:08:45","guid":{"rendered":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=2174"},"modified":"2021-05-04T21:08:45","modified_gmt":"2021-05-04T19:08:45","slug":"chinas-grosse-umwaelzung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=2174","title":{"rendered":"Chinas gro\u00dfe Umw\u00e4lzung"},"content":{"rendered":"<p align=\"justify\"><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Martin Schlegel<\/span><\/span><\/em><\/p>\n<p align=\"center\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif; font-size: 18pt;\"><b>Rezension und Diskussion des Buchs<br \/>\n\u201eChinas gro\u00dfe Umw\u00e4lzung\u201c<br \/>\nvon Felix Wemheuer<\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Vorbemerkung<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Wemheuers Buch \u201eChinas gro\u00dfe Umw\u00e4lzung Soziale Konflikte und Aufstieg im Weltsystem\u201c verfolgt einen bemerkenswerten und interessanten Ansatz. Im ersten Teil des Buchs beschreibt er den Aufstieg Chinas im Kontext der politischen Entwicklung der Welt nach dem zweiten Weltkrieg, im zweiten Teil die innere Entwicklung der chinesischen Gesellschaft vor allem in der Reform-\u00c4ra ab 1978. Beide Teile k\u00f6nnten gut f\u00fcr sich alleine stehen und beide Themen h\u00e4tten eine ausf\u00fchrlichere Behandlung verdient. Da der zweite Teil \u00fcber die heutige Gesellschaftsform in China f\u00fcr die Debatte in der Linken der wichtigere ist, lege ich den Schwerpunkt der Rezension auf ihn. In der Linken gibt es dazu im Wesentlichen drei Positionen: Zum einen, dass die VRCh noch sozialistisch ist, zum anderen, dass sie kapitalistisch geworden ist. Eine dritte sieht in der VRCh heute zwar kapitalistische Elemente, ordnet sie aber als vor\u00fcbergehende Erscheinungen in einer langen \u00dcbergangsperiode auf dem Weg zum Sozialismus ein. Wie im Folgenden dargestellt,wird, positioniert sich Wemheuer in seinem Buch klar zu dieser Frage.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>1. Zum Themenkomplex Aufstieg Chinas im Weltsystem<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Wemheuer teilt die Geschichte der VR China in die Mao-\u00c4ra von 1949-1978 und die Reform-\u00c4ra ab 1978 ein. Dementsprechend gliedert er seine weltgeschichtliche Darstellung als Kontext zu diesen Etappen. Sein Ansatz folgt der Welt-Systemtheorie Immanuel Wallersteins, die das kapitalistische Weltsystem in Zentren, Semiperipherie und Peripherie einteilt. Die Zentren sch\u00f6pfen aus den globalen Produktionsketten den gr\u00f6\u00dften Teil der Profitmasse ab.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote1sym\" name=\"sdfootnote1anc\"><sup>1<\/sup><\/a> Wemheuer stuft China als Teil der Semi-Peripherie ein, weist aber darauf hin: \u201eMit dem Projekt &gt;&gt;Made in China 2025&lt;&lt; verfolgt die chinesische Regierung das Ziel, das Land global als Produzent hochwertiger Markenprodukte zu etablieren.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote2sym\" name=\"sdfootnote2anc\"><sup>2<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Wallersteins These, dass es seit Ende des 19. Jahrhunderts keine Region mehr gibt, die au\u00dferhalb des kapitalistischen Weltsystems liegt, greift Wemheuer in Kapitel 2.4 auf: \u201eDer Aufbau einer emanzipatorischen sozialistischen Gesellschaft scheiterte im 20. Jahrhundert jedoch offensichtlich [..]. Bei der Analyse der Gr\u00fcnde ist auch die Frage wichtig, ob es \u00fcberhaupt m\u00f6glich war, au\u00dferhalb des kapitalistischen Weltsystems eine andere Gesellschaftsform zu schaffen.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote3sym\" name=\"sdfootnote3anc\"><sup>3<\/sup><\/a> Mit der Aussage wird die Frage umschrieben, ob der Aufbau des Sozialismus in einem Land m\u00f6glich ist. Es wird dar\u00fcber hinaus thematisiert, ob eine nachholende Industrialisierung heute nur noch bei kapitalistischer Produktionsweise m\u00f6glich ist. Dies ist eine interessante Fragestellung, die der Autor aber nicht weiter untersucht. Von der technologischen Seite scheint mir klar, dass eine nachholende Entwicklung heute nur mit einem Technologietransfer von entwickelteren L\u00e4ndern gelingen kann, da die Entwicklungsl\u00fccke zwischen ihnen und den Entwicklungsl\u00e4ndern heute zu gro\u00df ist, als dass sie durch eine autarke Entwicklung zu schlie\u00dfen w\u00e4re. Technologietransfer fand auch &#8211; bei einer geringeren Entwicklungsl\u00fccke &#8211; im 19. Jahrhundert bei der Industrialisierung der USA, Deutschlands und anderen L\u00e4ndern durch Austausch\/Spionage mit Gro\u00dfbritannien statt. Das Thema der Notwendigkeit von Technologietransfer ist jedoch eine andere Frage als die, ob eine nachholende Entwicklung nur bei kapitalistischer Produktionsweise gelingen kann.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">F\u00fcr Wemheuer sind die wesentlichen weltgeschichtlichen Entwicklungen der Mao-\u00c4ra: Revolution, Kalter Krieg, Entkolonialisierung und die Spaltung der kommunistischen Weltbewegung. Es gab eine Reihe sozialistischer Revolutionen in Osteuropa und in der sogenannten \u201eDritten Welt\u201c. Diese L\u00e4nder standen ebenso wie die Entwicklungsl\u00e4nder vor der Notwendigkeit einer nachholenden Industrialisierung, um sich gegen die L\u00e4nder des Zentrums behaupten zu k\u00f6nnen. F\u00fcr die meisten dieser L\u00e4nder war damals der Aufbau der Sowjetunion das Vorbild. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"center\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>1.1 Der Systemwettbewerb zwischen Sozialismus und Kapitalismus<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Im Systemwettbewerb zwischen Sozialismus und Kapitalismus machten die sozialistischen L\u00e4nder gro\u00dfe Versprechen, dass sie die westlichen kapitalistischen L\u00e4nder in kurzer Zeit einholen und dann \u00fcberholen w\u00fcrden: die UDSSR die USA, die DDR die BRD und China Gro\u00dfbritannien. Keines dieser Versprechen konnte erf\u00fcllt werden, und Wemheuer wirft die Frage auf: \u201eEs stellt sich nat\u00fcrlich generell die Frage, ob eine Wirtschaftsform, die nicht auf st\u00e4ndige Profitmaximierung durch Steigerung des Mehrwerts ausgerichtet ist, produktiver als der Kapitalismus sein kann.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote4sym\" name=\"sdfootnote4anc\"><sup>4<\/sup><\/a> Worauf Wemheuer nicht eingeht, ist die schnelle Produktivit\u00e4tsentwicklung der Industrie in der Sowjetunion vor und w\u00e4hrend des 2. Weltkriegs und in der ersten Nachkriegszeit. Es stellt sich die Frage, warum diese Entwicklung zum Erliegen kam. Dazu ist von Karuscheit der Artikel \u201eDie Schl\u00fcsselkrise der 50er Jahre in der Sowjetunion\u201c erschienen.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote5sym\" name=\"sdfootnote5anc\"><sup>5<\/sup><\/a> Im zweiten Teil des Buches wird uns die Frage wieder begegnen, da das Produktivit\u00e4ts- und Wirtschaftswachstum in der Reform-\u00c4ra bisher h\u00f6her ist, als es in der Mao-\u00c4ra der Fall war. Auf die Frage, warum das so ist, bleibt Wemheuer dem Leser eine Antwort schuldig, obwohl er die Frage aufgeworfen hat.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Wemheuer schildert, wie das Ende des Revolutionszyklus nach dem zweiten Weltkrieg mit der Spaltung der kommunistischen Weltbewegung und der kapitalistischen neoliberalen Offensive ab den 1970er Jahren zusammenfiel. Der Neoliberalismus f\u00fchrte zur schrittweisen Aufl\u00f6sung des nach dem Krieg in vielen westlichen L\u00e4ndern geschlossenen Klassenkompromisses. Kennzeichen des Revolutionszyklus in der dritten Welt im Gefolge des 2. Weltkriegs ist nach Wemheuer: \u201eNicht industrielle ArbeiterInnen waren die Hauptkraft dieser Bewegung, sondern B\u00e4uerInnen.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote6sym\" name=\"sdfootnote6anc\"><sup>6<\/sup><\/a> Die Wirtschaft des sozialistischen Lagers und Chinas &#8211; Wemheuer fasst sie als staatssozialistische L\u00e4nder zusammen &#8211; gerieten in eine Krise, die ein Umsteuern erforderlich machte. Insbesondere gelang es diesen L\u00e4ndern nur schwer, ihre Bev\u00f6lkerung ausreichend mit Lebensmitteln und Konsumg\u00fctern zu versorgen. Daraufhin f\u00fchrten die meisten staatssozialistischen L\u00e4nder marktwirtschaftliche Prinzipien ein und verschuldeten sich ebenso wie viele Entwicklungsl\u00e4nder bei kapitalistischen Staaten oder beim IWF. Die VRCh machte in der Reform-\u00c4ra erste Schritte zu einem industriellen exportorientierten Wirtschaftssektor, um Technologieimporte zu finanzieren. Die USA bekundeten nach 1978 ihre Bereitschaft zu einem Technologietransfer. Damit endete auch die in der Mao-\u00c4ra vorhandene Vorstellung, dass eine autarke industrielle Entwicklung ohne Kontakt zum kapitalistischen Weltsystem auf den Stand der entwickelten L\u00e4nder m\u00f6glich sei.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote7sym\" name=\"sdfootnote7anc\"><sup>7<\/sup><\/a> Bei dem Zustrom ausl\u00e4ndischen Kapitals nach China in der Reform-\u00c4ra spielte auch die \u00dcberakkumulation des Kapitals im kapitalistischen Westen eine Rolle, die davon getrieben war, ihren Lohnarbeitern trotz Reallohnabbau durch Billigimporte aus China ein gleichbleibendes oder sogar steigendes Konsumniveau zu erm\u00f6glichen. Insofern beg\u00fcnstigte die neoliberale Offensive in den entwickelten kapitalistischen L\u00e4ndern die wirtschaftliche Neuordnung Chinas. F\u00fcr die Bereitschaft des kapitalistischen Westens, in China zu investieren, spielte auch die Spaltung der kommunistischen Weltbewegung eine Rolle, \u201eda es sich als zuverl\u00e4ssiger Verb\u00fcndeter gegen die Sowjetunion erwiesen hatte.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote8sym\" name=\"sdfootnote8anc\"><sup>8<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"center\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>1.2 Aufl\u00f6sung des sozialistischen Lagers<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Die globale Lage wurde dann vor allem durch die Aufl\u00f6sung des sozialistischen Lagers in Osteuropa ver\u00e4ndert. Das sozialistische Lager zerfiel in einzelne Staaten, die sich in das kapitalistische Weltsystem einzugliedern versuchten, die DDR wurde von der BRD \u00fcbernommen. Wemheuer folgert: \u201eDer KPCh ist es als einer der wenigen Regierungen des Globalen S\u00fcdens gelungen, sich dem ausl\u00e4ndischen Kapital zu \u00f6ffnen und trotzdem &gt;&gt;Herr im eigenen Haus&lt;&lt; zu bleiben.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote9sym\" name=\"sdfootnote9anc\"><sup>9<\/sup><\/a> <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Die KPCh betrachtete die Entwicklung in den anderen realsozialistischen L\u00e4ndern sorgf\u00e4ltig und zog ihre Schl\u00fcsse daraus: \u201eGorbatschows gr\u00f6\u00dfter Fehler war, das Machtmonopol der Kommunistischen Partei aufzugeben.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote10sym\" name=\"sdfootnote10anc\"><sup>10<\/sup><\/a> Und weiter auf der gleichen Seite: Er habe auch die Sowjetunion als Vielv\u00f6lkerstaat zerst\u00f6rt, weil: \u201edie KPdSU der eigentliche Kern war, der dies Reich zusammenhielt.\u201c Auch zog die KPCh die Lehre: \u201edass die Steigerung des Lebensstandards der Bev\u00f6lkerung ein zentrales Ziel sein m\u00fcsse und die Sowjetunion auf \u00f6konomischem Gebiet gescheitert sei.\u201c Diese Darstellung zeigt \u00fcberzeugend einen direkten Zusammenhang zwischen der Politik der KPCh und der Entwicklung innerhalb des sozialistischen Lagers. Andere Zusammenh\u00e4nge, die Wemheuer anf\u00fchrt, sind weniger gut belegt. Aber wahrscheinlich ist zum Beispiel die Hundert-Blumen-Kampagne im Zusammenhang mit den gleichzeitigen Demokratiebewegungen in einigen osteurop\u00e4ischen L\u00e4ndern zu sehen. Mit Sicherheit hatte auch der Zusammenbruch der Ostblockstaaten Einfluss auf die Diskussionen in China w\u00e4hrend der Reform-\u00c4ra. Eine Analyse der wichtigen Frage, warum es der KPCh im Unterschied zur KPdSU gelang, ihr Machtmonopol aufrecht zu erhalten, enth\u00e4lt das Buch nicht. Mao war der \u00dcberzeugung, dass die \u201erevisionistische Entartung\u201c der Sowjetunion ihre Ursache in der \u201eb\u00fcrokratischen Entartung\u201c der KPdSU hatte. Um dies in China zu verhindern, startete er die Gro\u00dfe Proletarische Kulturrevolution, die das Denken der Massen umgestalten und die KPCh von \u201ekonterrevolution\u00e4ren Elementen\u201c s\u00e4ubern sollte.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"center\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>2. Zu Teil 2: \u201eSozialer Wandel der Gesellschaft und Konflikte\u201c<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">In der Reform-\u00c4ra wurde China zum gr\u00f6\u00dften Exporteur der Welt und konnte auch seine weltpolitische Stellung immer weiter ausbauen. Insofern ist die VRCh der Hauptgewinner des Endes des Kalten Kriegs und der zunehmenden Globalisierung des Kapitalismus. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"center\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>2.1 Die Mao-\u00c4ra<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Die Hauptepochen der Geschichte der VRCh sind die Mao-\u00c4ra und die Reform-\u00c4ra nach 1978.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Die Mao-\u00c4ra unterteilt Wemheuer in folgende Etappen<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote11sym\" name=\"sdfootnote11anc\"><sup>11<\/sup><\/a>:<\/span><\/span><\/p>\n<ul>\n<li>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Die Neue Demokratie 1949-1952, w\u00e4hrend der die Bodenreform 43% des Bodens an 60% der l\u00e4ndlichen Bev\u00f6lkerung verteilte.<\/span><\/span><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Die sozialistische Umw\u00e4lzung 1953-1956, w\u00e4hrend der eine Planwirtschaft, basierend auf staatlicher Industrie und kollektiver Landwirtschaft nach sowjetischem Vorbild eingef\u00fchrt wurde.<\/span><\/span><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Der Gro\u00dfe Sprung im Jahr 1958, der das Land in k\u00fcrzester Zeit in die industrielle Moderne bringen sollte. Er endete in einer Hungersnot von 1959-1961 mit gesch\u00e4tzten 15-40 Millionen Toten.<\/span><\/span><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Die Ausrichtungsbewegung 1962-1965.<\/span><\/span><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Die Gro\u00dfe Proletarische Kulturrevolution 1966-1976, die ihrerseits in zwei oder mehrere Phasen eingeteilt werden kann. In ihr versuchte die KPCh mit den Roten Garden, Rebellengruppen und Massenkampagnen, die Partei von \u201eVertretern des kapitalistischen Wegs\u201c zu s\u00e4ubern.<\/span><\/span><\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Insgesamt war die Mao-\u00c4ra durch eine fast unaufh\u00f6rliche Folge gr\u00f6\u00dferer und kleinerer Kampagnen gepr\u00e4gt.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">In der Mao-\u00c4ra wurden die VRCh industrialisiert. Die Finanzierung der Industrialisierung erfolgte durch die Bereitstellung billiger Lebensmittel f\u00fcr die Arbeiter, die geringe L\u00f6hne erm\u00f6glichten und damit hohe Investitionsquoten.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote12sym\" name=\"sdfootnote12anc\"><sup>12<\/sup><\/a> Das durchschnittliche Wachstum des BIPs in der Mao-\u00c4ra lag bei 6,7%, nach Maddison bei 4,7%, wobei es in den einzelnen Etappen sehr unterschiedlich war. Insbesondere brachen die Wachstumsraten w\u00e4hrend des Gro\u00dfen Sprungs und in Teilphasen der Kulturrevolution ein<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote13sym\" name=\"sdfootnote13anc\"><sup>13<\/sup><\/a>. Dies ist f\u00fcr den fast drei\u00dfigj\u00e4hrigen Zeitraum der Mao-\u00c4ra ein hoher Wachstumswert. Das durchschnittliche Wachstum lag in der Mao-\u00c4ra unter dem von Taiwan oder S\u00fcdkorea, die von den USA als Frontstaaten gegen den Kommunismus aufgebaut wurden. Diese L\u00e4nder versuchten nicht, eine autarke Wirtschaft aufzubauen, wie es f\u00fcr die VRCh gem\u00e4\u00df dem Vorbild der Sowjetunion erfolgte und aufgrund der \u00e4u\u00dferen Bedrohung notwendig war. Wemheuer weist darauf hin, dass das Produktivit\u00e4tswachstum in der Landwirtschaft mit 2% ziemlich gering war, ein Problem, mit dem auch die Sowjetunion zu k\u00e4mpfen hatte. Da die Bev\u00f6lkerung in der VRCh etwa im gleichen Ma\u00dfstab wie die landwirtschaftliche Produktion wuchs, verbesserte sich die Ern\u00e4hrungslage in der Mao-\u00c4ra kaum. Das Problem unzureichender Ern\u00e4hrung konnte in der Mao-\u00c4ra nicht gel\u00f6st werden. Auch konnte nur selten ein ausgewogenes Verh\u00e4ltnis zwischen der Entwicklung der Landwirtschaft und der Industrie erreicht werden. Gro\u00dfe Fortschritte gab es im Aufbau eines Gesundheitssystems, der Alphabetisierung, bei der Bew\u00e4sserung und der Infrastruktur.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote14sym\" name=\"sdfootnote14anc\"><sup>14<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Ausf\u00fchrlich geht Wemheuer auf die Hierarchien und Klassifizierungen in der chinesischen Gesellschaft der Mao-\u00c4ra ein.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote15sym\" name=\"sdfootnote15anc\"><sup>15<\/sup><\/a> Darstellen m\u00f6chte ich nur das Hukou-System, da es auch in der Reform-\u00c4ra eine gro\u00dfe Rolle spielt. Hukou bedeutet die Registrierung der chinesischen Bev\u00f6lkerung in Agrar- und Nichtagrarhaushalte, er verbietet Personen mit l\u00e4ndlichem Hukou, sich in St\u00e4dten anzusiedeln, sichert Personen mit l\u00e4ndlichem Hukou aber auch einen Anspruch auf die Bearbeitung von Land. Andere Klassifizierungen, wie die in \u201egute oder schlechte Elemente\u201c spielten in der Kulturrevolution eine gro\u00dfe Rolle. Das Hukou wurde 1958 eingef\u00fchrt und gilt trotz Lockerungen im Prinzip noch heute. Die Lockerungen h\u00e4ngen davon ab, wie gro\u00df der Bedarf an zus\u00e4tzlichen Arbeitskr\u00e4ften in den St\u00e4dten ist. Die st\u00e4dtische Gesellschaft wurde weitgehend in gesellschaftlichen Basisorganisationen, den Danwei, organisiert. In der Mao-\u00c4ra \u00fcbernahmen die Volkskommunen auf dem Land teilweise die sozialen Aufgaben, die das Danweisystem in der Stadt erf\u00fcllte. Die Mitglieder des Danwei hatten lebenslange Besch\u00e4ftigung und danach eine Rente, kostenlose Gesundheitsversorgung, Zugang zum Bildungswesen, billigem Wohnraum, gesellschaftlichen Veranstaltungen und zu Rationierungsmarken f\u00fcr Lebensmittel und Gebrauchsg\u00fcter. Dieses System hat den Namen \u201eEiserne Reissch\u00fcssel\u201c. Es wurde in der Reform-\u00c4ra Schritt f\u00fcr Schritt abgebaut. Allerdings gab es auch in der Mao-\u00c4ra Vertragsarbeiter au\u00dferhalb des Danweisystems. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Insgesamt charakterisiert Wemheuer die Gesellschaft der Mao-\u00c4ra als semi-sozialistisch, allerdings ohne den Begriff zu definieren, weshalb daraus kein gr\u00f6\u00dferer Erkenntnisgewinn zu ziehen ist. Seine Begr\u00fcndung lautet: \u201eIn Form von Parzellen zur privaten Nutzung gab es innerhalb der Volkskommune noch Familienwirtschaft. Die Familie blieb auf dem Land eine Einheit von Produktion, Konsum und Reproduktion. Auch eine Trennung von Landwirtschaft und Handwerk hatte sich kaum herausgebildet. Die Volkskommunen waren bestenfalls semi-sozialistische Produktionsformen. Die Landbev\u00f6lkerung blieb weitgehend &gt;&gt;au\u00dferhalb des Systems&lt;&lt;.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote16sym\" name=\"sdfootnote16anc\"><sup>16<\/sup><\/a> Ich halte es f\u00fcr falsch, heute die Beurteilung des Charakters einer Gesellschaft an der Agrarproduktion festzumachen. In seinem Buch schreibt er auf Seite 198, dass es in der Mao-\u00c4ra au\u00dfer dem zeitweiligen Besitz von Privatparzellen keinen Privatbesitz an Boden gab. Au\u00dferdem wurden die Bauern vorwiegend nach Entgeltpunkten gezahlt, das hei\u00dft, es gab praktisch keine Lohnarbeit auf dem Land. Was die Warenproduktion auf dem Land betrifft, war die Situation in den verschiedenen Phasen der Mao-\u00c4ra uneinheitlich. So gab es, wie im Buch genannt, zeitweise Privatparzellen und damit auch die M\u00f6glichkeit des Verkaufs der dort erzeugten Produkte. Die Neigung Wemheuers zum Kategorisieren bringt mit sich, dass die Dynamik und die Widerspr\u00fcche der Entwicklung, die bei dem Versuch des Aufbaus des Sozialismus unvermeidlich sind, zu kurz kommen, oder anders gesagt seine Darstellung statisch ist. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"center\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>2.2 Die Reform-\u00c4ra<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\">\u201e<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Zentrale Kategorien der kapitalistischen Produktionsweise sind nach Marx Ware, Wert, Mehrwert, Lohnarbeit sowie Geld als universeller Repr\u00e4sentant von Reichtum (siehe 1. Kapitel f\u00fcr eine Einf\u00fchrung). Die Gesellschaft der Mao-\u00c4ra war nicht von diesen Kategorien gepr\u00e4gt. Es gab kein Privateigentum an Produktionsmitteln, sieht man von wenigen Kleinbetrieben ab.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote17sym\" name=\"sdfootnote17anc\"><sup>17<\/sup><\/a> Abgesehen davon, dass mir diese Aufz\u00e4hlung von Merkmalen kapitalistischer Produktionsweise zu unbestimmt ist, weil sie nicht die Lohnarbeit und die Warenproduktion ins Zentrum stellt, so folgt doch aus der Darstellung, dass das China der Mao-\u00c4ra eine sich immer mehr zum Sozialismus entwickelnde Gesellschaft war. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"center\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>2.3 Entwicklung der neuen Lohnarbeiterklasse<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Wemheuers Hauptziel bei der Beschreibung der Reform-\u00c4ra ist, nachzuweisen, dass eine neue Lohnarbeiterklasse, eine neue Staatsklasse und insgesamt eine kapitalistische Gesellschaftsordnung entstanden ist. Die Wirtschaftsentwicklung in der Reform\u00e4ra wird folgenderma\u00dfen dargestellt: Die Wirtschaftsreformen begannen in der Landwirtschaft, die Volkskommunen wurden aufgel\u00f6st, der Boden wurde an Familienhaushalte verpachtet. Diskussionen \u00fcber Anreizsysteme und Modellversuche mit der Reprivatisierung des Bodens gab es aufgrund der schwierigen Ern\u00e4hrungslage auch in der Mao-\u00c4ra. In der Reform-\u00c4ra wurden Abgabequoten festgelegt, die dar\u00fcber hinaus erzeugten G\u00fcter durften frei verkauft werden. Welche Auswirkung diese Reformen auf die Produktivit\u00e4t der Landwirtschaft hatte, beschreibt Wemheuer nicht.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Die Umgestaltung der Industrie in der Reform-\u00c4ra bestand aus der Ausrichtung der Staatsbetriebe auf Gewinn, der Errichtung von Sonderwirtschaftszonen an der K\u00fcste f\u00fcr eine Exportindustrie, dem Wachstum der kollektiven Gemeindeunternehmen auf dem Land (Town Village Enterprises, TVE) und der Zulassung von Kleinbetrieben mit weniger als acht Besch\u00e4ftigten in der Stadt. F\u00fcr jemand, der sich nicht anderweitig informiert, wird aus dem Buch nicht ersichtlich, wie der schrittweise \u00dcbergang zu einer kapitalistischen Produktionsweise stattfand. Laut Naughton<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote18sym\" name=\"sdfootnote18anc\"><sup>18<\/sup><\/a> fand der schrittweise \u00dcbergang zu einer kapitalistischen Produktionsweise mit den TVEs und dem damit einhergehenden Wettbewerb als Motor statt. Der Grund ist, dass die TVEs von Anfang an keine Planvorgaben hatten, also f\u00fcr den Markt produzierten, im Wettbewerb mit den Staatsbetrieben standen, keine Besch\u00e4ftigungsgarantien und keine Sozialleistungen anboten. Im Jahr 1996 produzierten sie 26% des BIPs. Sie nahmen die \u00fcbersch\u00fcssige Landbev\u00f6lkerung auf, die Arbeitsmigration \u00fcber die Provinzgrenzen begann erst 1995.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote19sym\" name=\"sdfootnote19anc\"><sup>19<\/sup><\/a> In den 1990er Jahren wurden die meisten TVEs privatisiert. Einige TVEs waren von Anfang an privat, tarnten sich aber als Kollektivbetriebe. Die TVE-Bewegung war eine von unten kommende Bewegung, die die Entwicklung hin zu einer kapitalistischen Marktwirtschaft f\u00f6rderte. Interessant ist, dass die TVEs auf der l\u00e4ndlichen Industrialisierung w\u00e4hrend des gro\u00dfen Sprungs basierten. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Eine wesentliche Strategie bez\u00fcglich der SOEs bestand darin, die Planvorgaben f\u00fcr die Produktion gleich zu halten, so dass sie einen immer gr\u00f6\u00dferen Anteil f\u00fcr den Markt produzierten.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote20sym\" name=\"sdfootnote20anc\"><sup>20<\/sup><\/a> Dadurch wurde die Einf\u00fchrung von Warenm\u00e4rkten, Marktpreisen und Konkurrenz vorangetrieben. Nach Naughton<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote21sym\" name=\"sdfootnote21anc\"><sup>21<\/sup><\/a> war die Wirtschaft in den 1990er Jahren aus dem Plan herausgewachsen, das hei\u00dft die Mehrheit der erzeugten Produkte wurde auf dem Markt verkauft. Die gegen\u00fcber den SOEs angewandte Politik entsprach der bei der Landwirtschaftsreform: eine Koexistenz von Plan- und Marktwirtschaft mit Anreizen zur Erweiterung marktwirtschaftlicher Verh\u00e4ltnisse zum Beispiel durch die Zulassung neuer Marktteilnehmer. Hinzu kam, dass eine Individualwirtschaft in Form von Betrieben mit bis zu acht Angestellten zugelassen wurde. Der \u00dcbergang zu einer profitorientierten Marktwirtschaft wurde mit lokalen Experimenten durchgef\u00fchrt, die nachtr\u00e4glich meist gebilligt wurden. Die Darstellung in Wemheuers Buch zu den Sonderwirtschaftszonen ist sehr kurz, obwohl in ihnen immer noch fast die gesamte Exportwirtschaft konzentriert ist und sie als Experimentierfeld f\u00fcr kapitalistische Wirtschaft und Managementmethoden dienten Es fehlen Angaben zu den Hauptexportg\u00fctern und ihrer Entwicklung, sowie zu den in China erzeugten Wertbestandteilen ebenso wie Angaben zu ihrer Rolle bei dem \u00dcbergang zum Kapitalismus. Inzwischen gibt es unterschiedliche Typen von Industrieparks, die \u00fcber ganz China verteilt sind. Insgesamt entwickelten sich gleich zu Beginn der Reform-\u00c4ra vier Arten von Privatunternehmen, die zunehmende private Landwirtschaft, die TVEs, die Sonderwirtschaftszonen und das Wachstum der selbstst\u00e4ndigen Erwerbsarbeit in den St\u00e4dten. Da ich einige der Einsch\u00e4tzungen Wemheuers teile, empfinde ich die statische, nicht am Entwicklungsprozess orientierte und ungenaue Darstellung der konkreten Entwicklung der VRCh zu einer kapitalistischen Gesellschaft als \u00e4rgerlich, zumal es zu diesen Themen gen\u00fcgend Untersuchungen gibt.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Das Hauptargument Wemheuers daf\u00fcr, dass China in der Reform-\u00c4ra zu einer kapitalistischen Produktionsweise \u00fcbergegangen ist, ist,000 dass in China eine Lohnarbeiterklasse in Analogie zu der von Marx beschriebenen urspr\u00fcnglichen Akkumulation geschaffen wurde. Wemheuer schreibt: \u201eDieses Konzept entwickelte Marx, um den &gt;&gt;historischen Scheidungsprozess der Produzenten und der Produktionsmittel&lt;&lt;, sprich die Verwandlung von B\u00e4uerInnen in LohnarbeiterInnen und die Entstehung des Kapitalismus in England zu beschreiben. In diesem Zusammenhang wird die Kritik an Marxens Verst\u00e4ndnis der Lohnarbeit diskutiert. Im Zentrum der Analyse dieses Kapitels stehen die Aufl\u00f6sung der staatssozialistischen ArbeiterInnenschaft, die Herausbildung einer neuen migrantischen ArbeiterInnenklasse sowie die Kommerzialisierung des Agrarlandes und der Landwirtschaft.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote22sym\" name=\"sdfootnote22anc\"><sup>22<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Die in der Reform-\u00c4ra neu entstandene Lohnarbeiterklasse rekrutiert sich vor allem aus der \u00fcbersch\u00fcssigen Landbev\u00f6lkerung, die von den TVEs nicht mehr absorbiert werden konnten und in die St\u00e4dte abwanderten, und der Freisetzung von Arbeitern der Staatsbetriebe. Bez\u00fcglich der Wanderarbeiter (Bauernarbeiter) vom Land in die Stadt unterscheidet Wemheuer zwischen denen der ersten und zweiten Generation, die bereits in den St\u00e4dten geboren wurde: \u201eDie erste Generation der l\u00e4ndlichen &gt;&gt;Wanderarbeiter&lt;&lt; der 1980er und 1990er verlie\u00df die D\u00f6rfer in der Regel nur tempor\u00e4r f\u00fcr Jobs in der Industrie, dem Baugewerbe oder dem Servicesektor.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote23sym\" name=\"sdfootnote23anc\"><sup>23<\/sup><\/a> Sie hatten und haben ein l\u00e4ndliches Hukou, das hei\u00dft einen Anspruch auf Land und durften sich nicht in der Stadt niederlassen. Insofern waren sie keine doppelt freien Lohnarbeiter. Wemheuer spricht von unvollst\u00e4ndiger Proletarisierung. Er betont: \u201eIn der Kombination von Lohnarbeit und Subsistenzwirtschaft liegt ein Grund, warum China zum &gt;&gt;Billiglohnland&lt;&lt; wurde\u201c.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote24sym\" name=\"sdfootnote24anc\"><sup>24<\/sup><\/a> Das kann nat\u00fcrlich nur f\u00fcr diejenigen Wanderarbeiter gelten, die in der N\u00e4he des Heimatdorfes arbeiteten, was vor allem zu Beginn der Reform\u00e4ra der Fall war.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote25sym\" name=\"sdfootnote25anc\"><sup>25<\/sup><\/a> Aus den Daten Schuchers ist zu entnehmen, dass sich erst Mitte der 1990er Jahre nennenswerte Str\u00f6me von Wanderarbeitern \u00fcber die Provinzgrenzen hinweg ausbildeten. Nach Naughton hat China etwa 770 Millionen Arbeitskr\u00e4fte.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote26sym\" name=\"sdfootnote26anc\"><sup>26<\/sup><\/a> In der Spitze waren davon 250 Millionen Bauernarbeiter.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote27sym\" name=\"sdfootnote27anc\"><sup>27<\/sup><\/a> Der Anteil der Bauernarbeiter an der erwerbst\u00e4tigen Stadtbev\u00f6lkerung ist von 36% auf 60% gestiegen.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote28sym\" name=\"sdfootnote28anc\"><sup>28<\/sup><\/a>. Ursache der Wanderbewegung ist die Lohndifferenz zwischen Stadt und Land<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote29sym\" name=\"sdfootnote29anc\"><sup>29<\/sup><\/a> und die Effizienzsteigerung in der Landwirtschaft. Als die Landwirtschaft mehr Bauern freisetzte, als die l\u00e4ndliche Industrie aufnehmen konnte, mussten sie in die St\u00e4dte abwandern. Da die Wanderarbeiter oft ungelernt sind, sind ihre Arbeits- und Lebensbedingungen oft prek\u00e4r, sie haben keinen Anspruch auf Sozialleistungen und die Erziehung ihrer Kinder. Sie arbeiten oft in eigenen Arbeitsm\u00e4rkten.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote30sym\" name=\"sdfootnote30anc\"><sup>30<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Zu den Bauernarbeitern der zweiten Generation schreibt Wemheuer: \u201eDiese &gt;&gt;Bauernarbeiter&lt;&lt; haben nie auf einem Feld gearbeitet und tr\u00e4umen von einem Leben in der Stadt.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote31sym\" name=\"sdfootnote31anc\"><sup>31<\/sup><\/a> Eine besondere Rolle spielen die vom Land vertriebenen Bauernfamilien. Wenn sie Arbeit in einem Unternehmen finden, sind sie doppelt freie Arbeiter. Wemheuer nennt Zahlen von 30-180 Millionen<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote32sym\" name=\"sdfootnote32anc\"><sup>32<\/sup><\/a>, Liu f\u00fcr 2014 allein 112 Millionen<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote33sym\" name=\"sdfootnote33anc\"><sup>33<\/sup><\/a> aufgrund von Beschlagnahmung ihres Lands vertriebenen Bauern. Die Vertreibung von Bauernfamilien von ihrem Land und die Verpachtung des Bodens an Unternehmen, die ins Landesinnere ziehen, oder an agroindustrielle Konzerne ist eine wesentliche Einnahmequelle der Lokalregierungen. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Freie Lohnarbeiter gingen teilweise auch aus der Verkleinerung und Umstrukturierung der Staatsbetriebe hervor. Die Anzahl der in den Staatsbetrieben Besch\u00e4ftigten fiel von 76 Millionen Besch\u00e4ftigten im Jahr 1992 auf 43 Millionen im Jahr 2005, wobei der R\u00fcckgang in den industriellen Staatsbetrieben \u00fcberproportional war<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote34sym\" name=\"sdfootnote34anc\"><sup>34<\/sup><\/a>. Das bedeutet auch, dass der Staat in der Reform-\u00c4ra bewusst seinen Anteil am Besitz der Produktionsmittel zugunsten von Privatunternehmen reduzierte. Produzierten 1978 Staatsunternehmen noch 77% der industriellen Erzeugnisse, so waren es im Jahr 1996 nur noch 33%<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote35sym\" name=\"sdfootnote35anc\"><sup>35<\/sup><\/a>, der Rest der industriellen Produktion im Jahr 1978 stammte aus st\u00e4dtischen und l\u00e4ndlichen Kollektivbetrieben<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote36sym\" name=\"sdfootnote36anc\"><sup>36<\/sup><\/a>. Die Staatsunternehmen sind inzwischen vor allem in der Grundversorgung t\u00e4tig und entwickeln staatlich gef\u00f6rderte Innovationen. Nach Schucher<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote37sym\" name=\"sdfootnote37anc\"><sup>37<\/sup><\/a> arbeiten heute 90% der chinesischen Werkt\u00e4tigen im Privatsektor. Insgesamt ist meiner Meinung nach die Darstellung Wemheuers zur Entstehung einer neuen Lohnarbeiterklasse in China gut belegt.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"center\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>2.4 Gesellschaftsform und herrschende Klasse in der Reform-\u00c4ra<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Zum Abschluss seines Buches geht Wemheuer auf die Frage des Staatscharakters und die herrschende Klasse ein. Er schreibt: \u201eDie Wirtschaft der Volksrepublik hat sich heute weit vom klassischen Modell des Staatssozialismus entfernt, ohne sich vollst\u00e4ndig den liberalen Formen des Kapitalismus anzugleichen. Offensichtlich gibt es Elemente wie die starke Rolle des Staates in Industrie und Finanzwesen, die auch nicht mit den Vorstellungen des Neoliberalismus \u00fcbereinstimmen.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote38sym\" name=\"sdfootnote38anc\"><sup>38<\/sup><\/a> Auf der folgenden Seite schreibt er aber, dass die lokalen Regierungen zu wichtigen wirtschaftlichen Akteuren wurden, was impliziert, dass die Einwirkungsm\u00f6glichkeit des Zentralstaats abnimmt. In der Reform-\u00c4ra wurden die Branchenministerien f\u00fcr die verschiedenen Industriesparten aufgel\u00f6st. Ten Brink untersucht in seinem Buch die Nachfolgeinstitutionen und die Absprachemechanismen in wirtschaftlichen Fragen und kommt zu dem Schluss, dass der Zentralstaat haupts\u00e4chlich durch Kreditvergabe, Fiskalpolitik, die Parteikomitees in den Unternehmen und die Kontrolle bei der Besetzung von F\u00fchrungspositionen Einfluss auf Unternehmensentscheidungen nehmen kann. Er betont, dass die chinesische Wirtschaft polyzentrisch strukturiert war und ist und spricht von \u201ePlanarchie\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote39sym\" name=\"sdfootnote39anc\"><sup>39<\/sup><\/a>. Ein immer wichtigeres Lenkungsinstrument der chinesischen Regierung ist inzwischen die Technologiepolitik, die mit Direktiven und Subventionen in immer mehr Bereichen weltweite Technologief\u00fchrerschaft anstrebt. Aktuell stehen daf\u00fcr neben bereits laufenden Programmen die Programme \u201eMade in China 2025 und \u201eInternet Plus\u201c.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote40sym\" name=\"sdfootnote40anc\"><sup>40<\/sup><\/a> <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Nach Wemheuer verst\u00e4rkt Xi Jinping die Bem\u00fchungen, den Zentralstaat zu st\u00e4rken und hebt die formale Trennung von Partei und Staat zunehmend auf. Inwieweit das angesichts der m\u00e4chtigen Lokalregierungen und der Privatwirtschaft m\u00f6glich sein wird, bleibt abzuwarten. Unbestritten ist, dass \u201edie Regierung die Pl\u00e4ne (nutzt), um makro\u00f6konomische Strategien der Entwicklung bestimmter Branchen, Technologien oder f\u00fcr die Spezialisierung von Regionen festzulegen.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote41sym\" name=\"sdfootnote41anc\"><sup>41<\/sup><\/a> Insgesamt wird die Frage, welche Bedeutung der Zentralstaat in der VRCh f\u00fcr die \u00f6konomische Entwicklung hat, in der Chinaliteratur kontrovers diskutiert.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Interessant ist folgender Gedanke Wemheuers: \u201eAktiengesellschaften stellen f\u00fcr Marx eine weitere Form der Vergesellschaftung der Produktion dar, wenn auch nicht der Aneignung des Gewinns, die weiterhin privat bleibt.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote42sym\" name=\"sdfootnote42anc\"><sup>42<\/sup><\/a> Und weiter: \u201eF\u00fcr die Restrukturierung der Wirtschaft in der Jiang-\u00c4ra wurde die Umwandlung der &gt;&gt;volkseigenen&lt;&lt; Betriebe in Aktiengesellschaften gew\u00e4hlt, um sie auf den Markt auszurichten. Damit ist China den umgekehrten Weg gegangen, wie ihn sich Marx vorstellte.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote43sym\" name=\"sdfootnote43anc\"><sup>43<\/sup><\/a> Hinzu kommt: Der staatliche Industriesektor wurde durch Stilllegungen und Privatisierungen drastisch verkleinert. Der Staat zog sich aus der Leitung der Staatsbetriebe fast vollst\u00e4ndig zur\u00fcck, es wurden also die M\u00f6glichkeiten staatlicher Planung bewusst reduziert.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote44sym\" name=\"sdfootnote44anc\"><sup>44<\/sup><\/a> Somit ist die chinesische Form der \u00dcberf\u00fchrung von Staatsbetrieben in Aktiengesellschaften ein Hebel zum \u00dcbergang in den Kapitalismus.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Insgesamt h\u00e4lt Wemheuer den chinesischen Staat f\u00fcr den wirklichen Gesamtkapitalisten, da er nicht das Organ der Privatkapitalisten sei. Er begr\u00fcndet das so: \u201eDie Partei will grunds\u00e4tzlich verhindern, dass sich die privaten KapitaIistInnen als eine neue Klasse formieren k\u00f6nnen, die einen starken Einfluss im politischen Bereich durchzusetzen vermag.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote45sym\" name=\"sdfootnote45anc\"><sup>45<\/sup><\/a> Diese Behauptung scheint mir nicht belegt, beschreibt er doch selber die Duldung der Umwandlung von Kollektivunternehmen in Privatunternehmen durch die Partei und Regierung(en), die Aufnahme von Privatunternehmern in die Partei bis hin ins ZK und die Unternehmert\u00e4tigkeit von Parteimitgliedern \u00fcber ihre Familie. Auf manche Entwicklungen, die Ten Brink in seinem Buch beschreibt, wie die Entstehung von Arbeitgeberverb\u00e4nden und die Absprachen von Lokalregierungen und Zentralregierung mit Privatkapitalisten und die Netzwerkarbeit zwischen Unternehmen, Partei und Staat geht er praktisch nicht ein, obwohl sie nach Ten Brink eine gro\u00dfe Bedeutung haben. So gibt es bei den Lokalregierungen wohl einen regelrechten Verkauf von Ausnahmeregelungen, Grundst\u00fccken und mehr. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">F\u00fcr Wemheuer herrscht in China die kapitalistische Produktionsweise. Er bezeichnet sie als Staatskapitalismus, definiert sein Verst\u00e4ndnis dieses Begriffs aber nicht. Das w\u00e4re aber notwendig, da es zu diesem Begriff eine jahrzehntelange umfangreiche Debatte gibt, in der der Begriff ganz unterschiedliche Inhalte hatte. Offensichtlich geht es ihm vor allem um eine Abgrenzung zu den westlichen kapitalistischen Staaten. Ich frage mich, warum es nicht reicht, China als kapitalistisch zu kennzeichnen mit Besonderheiten, wie sie jedes kapitalistische Land hat. Ein solch klarer Standpunkt w\u00fcrde f\u00fcr die Debatte der Linken, die er anregen will, v\u00f6llig ausreichen. Die Verwendung des Begriffs des Staatskapitalismus k\u00f6nnte dagegen suggerieren, dass der Staat zwar kapitalistische Prinzipien zul\u00e4sst, dies aber unter der Kontrolle einer proletarischen F\u00fchrung mit dem Ziel, Wirtschaft und Gesellschaft in Richtung Sozialismus weiterzuentwickeln. Der chinesische Staat zieht sich aber immer mehr aus den unternehmerischen Entscheidungen der Staatsunternehmen auf die Position des Anteileigners zur\u00fcck und erlaubt Privatisierungen. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Wemheuer versucht, seinen Begriff des Staatskapitalismus anhand mehrerer Fragestellungen zu beschreiben. Er wirft die Frage auf, \u201eob Kapitalismus und b\u00fcrgerliche Gesellschaft identische Begriffe sein m\u00fcssen\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote46sym\" name=\"sdfootnote46anc\"><sup>46<\/sup><\/a> und: \u201eEs ist vielleicht an der Zeit, die Idee aufzugeben, dass Kapitalismus und liberale Demokratie zusammengeh\u00f6ren.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote47sym\" name=\"sdfootnote47anc\"><sup>47<\/sup><\/a> Was die erste Frage betrifft, so fehlt in dem Buch eine Analyse des Charakters der chinesischen Gesellschaft und die Auskunft, was er unter einer b\u00fcrgerlichen Gesellschaft versteht.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Zur zweiten Frage. Mir scheint es historisch unstrittig, dass die kapitalistische Produktionsweise sowohl mit liberalen wie autorit\u00e4ren Herrschaftsformen funktionieren kann. Insbesondere kann sich die kapitalistische Produktion auch in L\u00e4ndern entwickeln, in denen das Kapital politisch nicht an der Macht ist, wie das zum Beispiel im deutschen Kaiserreich und danach, im japanischen Kaiserreich in der Meiji-Restauration, aber auch in England w\u00e4hrend der industriellen Revolution der Fall war. Offensichtlich kann das Kapital, solange die kapitalistische Entwicklung weitgehend ungest\u00f6rt verl\u00e4uft, zeitweilig auf die Aus\u00fcbung der F\u00fchrung der politischen Macht verzichten. Die Staatsmacht besteht dann aus Vertretern unterschiedlicher Klassen unter Vorherrschaft der alten Klasse. Beide Klassen m\u00fcssen, bis die Machtfrage entschieden ist, Kompromisse finden. Es h\u00e4ngt dann von der historischen Entwicklung ab, wann das Kapital die politische Herrschaft und die Macht \u00fcber die Staatsorgane \u00fcbernimmt.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Was mir nicht bekannt ist, ist, ob es wirklich in der KPCh so wenig marxistische und historische Kenntnisse gab, dass es keinen Fl\u00fcgel in der KPCh gegeben hat, der die Meinung vertrat, dass die unkontrollierte Zulassung kapitalistischer Prinzipien eine Eigendynamik entwickelt, die zu einer kapitalistischen Gesellschaft f\u00fchren w\u00fcrde \u2013 so wie das Marx f\u00fcr den \u00dcbergang vom Feudalismus zum Kapitalismus beschrieb. Die dazu komplement\u00e4re Frage ist, ob der dominierende Fl\u00fcgel der KPCh bewusst auf eine kapitalistische Wirtschaftsordnung zusteuerte oder glaubte, die Zulassung von kapitalistischen Mechanismen im Griff behalten zu k\u00f6nnen. Ich gehe davon aus, dass es beide Linien in unterschiedlichen Auspr\u00e4gungen sowohl in der Partei wie in der Gesellschaft gab. Es stellt sich auch die Frage, ob nicht die Kulturrevolution \u2013 entgegen ihrer Absicht \u2013 den \u00dcbergang in die nachfolgende Reform-\u00c4ra beg\u00fcnstigt hat. Das Buch wirft diese Fragen und die Frage, ob, und wenn ja, warum der Aufbau des Sozialismus in China auf offensichtlich schwer zu l\u00f6sende Probleme stie\u00df, nicht auf. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Die herrschende Klasse in China bezeichnet Wemheuer als Staatsklasse: \u201eDie Staatsklasse umfasst meiner Meinung nach die Kader von Partei und Staat von der Zentralregierung bis zur Kreisebene sowie die ManagerInnen des Staatssektors.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote48sym\" name=\"sdfootnote48anc\"><sup>48<\/sup><\/a> Er begr\u00fcndet das damit, dass sie auf legalem und illegalem Weg Teile des Mehrwerts absch\u00f6pfen oder dass ihre Familienangeh\u00f6rigen mit &#8211; oft illegal angeeigneten<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote49sym\" name=\"sdfootnote49anc\"><sup>49<\/sup><\/a> &#8211; privatisierten Betrieben unternehmerisch t\u00e4tig sind, also als Privatkapitalisten. Das Geld wird oft in Steueroasen versteckt. Die Privatunternehmen und ihre Organisationen sieht Wemheuer in staatliche Verb\u00e4nde eingebunden, beziehungsweise untergeordnet. Ich meine, wenn die Privatunternehmen 90% der Arbeitnehmer besch\u00e4ftigen, lassen sie sich nur einbinden, wenn das staatliche Handeln ihren Interessen weitgehend entspricht. Es leuchtet daher nicht ein, warum sie Wemheuer dann nicht der Staatsklasse zuordnet. Offensichtlich besteht im Hinblick auf den Charakter der Staatsmacht in der VRCh noch Untersuchungsbedarf. Was interessant gewesen w\u00e4re, aber in dem Buch fehlt, ist ein Vergleich der Staatsklasse in China und Russland.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Wemheuer geht aber in seinen Fragestellungen noch einen Schritt weiter: \u201eJ\u00f6rg Goldberg argumentiert in einer generellen Debatte, dass im Globalen S\u00fcden gegenw\u00e4rtig Formen des Kapitalismus entst\u00fcnden, in denen es keine Bourgeoisie im Marxschen Sinne gebe. Nach Marx ist das eine Klasse, die nicht nur die Produktionsmittel besitzt und Lohnarbeiter besch\u00e4ftigt, sondern auch auf staatlicher und gesellschaftlicher Ebene durch politische B\u00fcndnisse politische Hegemonie herstellen k\u00f6nne.\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote50sym\" name=\"sdfootnote50anc\"><sup>50<\/sup><\/a> Wemheuers Beschreibung der Staatsklasse hat \u00c4hnlichkeiten zu Goldbergs These. Eine Klasse im Marxschen Sinn ist die Wemheuersche Beschreibung der Staatsklasse in China nicht.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"center\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>2.5. Aktuelle Fragen zur weiteren Entwicklung Chinas<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Zum Schluss geht Wemheuer auf die Herausforderungen f\u00fcr die Staatsklasse ein.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote51sym\" name=\"sdfootnote51anc\"><sup>51<\/sup><\/a> Als erstes nennt er den Konflikt zwischen der Selbstprivilegierung und dem Legitimationszwang der KPCh, der nur so lange entsch\u00e4rft bleibt, solange es den Massen st\u00e4ndig besser geht und solange auf Proteste nicht nur mit Repressionsma\u00dfnahmen sondern auch mit Reformen reagiert wird. Als Zweites nennt Wemheuer die Abh\u00e4ngigkeit der chinesischen Wirtschaft vom Export, aber auch vom Import von Hochtechnologie. Zum technologischen Stand der chinesischen Wirtschaft gibt es im Buch keine Angaben. Die Anstrengungen der VRCh zu einem \u00dcbergang von der Werkbank der Welt zu einer High-Tech-Nation f\u00fchren zu zunehmenden Konflikten mit den h\u00f6her entwickelten Volkswirtschaften. Das Ziel, den Binnenmarkt zu entwickeln steht im Widerspruch zu einer Exportstrategie, die immer noch auch auf Billigl\u00f6hnen beruht. Als weitere Konflikte benennt Wemheuer den Kampf gegen die Umweltzerst\u00f6rung, das Problem der nationalen Minderheiten, die Zukunft der Bauernschaft und ihrer strukturellen Benachteiligung sowie die Protestbewegungen zu unterschiedlichen Themen.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote52sym\" name=\"sdfootnote52anc\"><sup>52<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"center\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>3. Fazit<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Wemheuer hat ein anregendes Buch geschrieben. Es wirft eine Reihe wesentlicher Fragen auf, der sich die linke Debatte stellen sollte. Er selbst beantwortet viele davon in seinem Buch nicht. Die zentrale Frage, in der in der Linken unterschiedliche Positionen vertreten werden, ist die nach dem Charakter der derzeitigen Gesellschaftsordnung in der VRCh. Hat sich die VRCh in der Reform-\u00c4ra zu einer kapitalistischen Gesellschaft entwickelt oder befindet sie sich in einer \u00dcbergangsphase zum Sozialismus oder ist sie sogar nach wie vor sozialistisch? Zu dieser Frage nimmt das Buch eine klare Haltung ein. Die Gesellschaftsform der VRCh in der Mao-\u00c4ra charakterisiert Wemheuer in seiner Terminologie als semi-sozialistisch, die der Reform-\u00c4ra als schrittweisen \u00dcbergang zum Staatskapitalismus. An der Darstellung der Transformation zum Kapitalismus fehlt mir die erforderliche Gr\u00fcndlichkeit. Eine solche fehlt ebenfalls zum Charakter der Staatsmacht in der VRCh und zu ihrer Entstehung. Es bleibt abzuwarten, ob es Wemheuer mit seinem Buch gelingt, die Auseinandersetzung in der Linken zu beleben.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Literatur<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Karuscheit, Heiner: Die Schl\u00fcsselkrise der 50er Jahre in der Sowjetunion, Aufs\u00e4tze zur Diskussion 67, M\u00e4rz 1999.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><span lang=\"en-US\">Liu, Yansui; Li, Jintao; Yang, Yanyan: Strategic adjustment of land use policy under the economic transformation, Journal Land use policy 74(2018) 5-14.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><span lang=\"en-US\">Naughton, Barry: The Chinese Economy, Adaption and Growth, The MIT Press 2018.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Schucher, G\u00fcnter: Chinas Arbeitsm\u00e4rkte Umbr\u00fcche, Risiken, Perspektiven, In L\u00e4nderbericht China, Bundeszentrale f\u00fcr politische Bildung, Bonn 2014.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Ten Brink, Tobias: Chinas Kapitalismus Entstehung, Verlauf, Paradoxien, Campus Verlag, 2013.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Wemheuer, Felix: Chinas gro\u00dfe Umw\u00e4lzung Soziale Konflikte und Aufstieg im Weltsystem, Papyrossa Verlag, 2019.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Fritz G\u00f6t<\/span><\/span><\/p>\n<div id=\"sdfootnote1\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote1anc\" name=\"sdfootnote1sym\">1<\/a><span style=\"font-size: medium;\"> Wemheuer, S. 31<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote2\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote2anc\" name=\"sdfootnote2sym\">2<\/a><span style=\"font-size: medium;\"> Wemheuer, S. 34<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote3\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote3anc\" name=\"sdfootnote3sym\">3<\/a><span style=\"font-size: medium;\"> Wemheuer, S. 80<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote4\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote4anc\" name=\"sdfootnote4sym\">4<\/a><span style=\"font-size: medium;\"> Wemheuer, S. 53<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote5\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote5anc\" name=\"sdfootnote5sym\">5<\/a><span style=\"font-size: medium;\"> Aufs\u00e4tze zur Diskussion 67<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote6\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote6anc\" name=\"sdfootnote6sym\">6<\/a><span style=\"font-size: medium;\"> Wemheuer, S. 64<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote7\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote7anc\" name=\"sdfootnote7sym\">7<\/a><span style=\"font-size: medium;\"> Wemheuer, S. 37<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote8\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote8anc\" name=\"sdfootnote8sym\">8<\/a><span style=\"font-size: medium;\"> Wemheuer, S. 102<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote9\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote9anc\" name=\"sdfootnote9sym\">9<\/a><span style=\"font-size: medium;\"> Wemheuer, S.115<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote10\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote10anc\" name=\"sdfootnote10sym\">10<\/a><span style=\"font-size: medium;\"> Wemheuer, S. 110<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote11\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote11anc\" name=\"sdfootnote11sym\">11<\/a><span style=\"font-size: medium;\"> Wemheuer, S.132 f.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote12\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote12anc\" name=\"sdfootnote12sym\">12<\/a><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"en-US\"> Naughton, S. 67<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote13\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote13anc\" name=\"sdfootnote13sym\">13<\/a><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"en-US\"> Naughton, S. 74 ff<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote14\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote14anc\" name=\"sdfootnote14sym\">14<\/a><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"en-US\"> Wemheuer, S. 164 f.<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote15\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote15anc\" name=\"sdfootnote15sym\">15<\/a><span style=\"font-size: medium;\"> Wemheuer, S. 134 f.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote16\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote16anc\" name=\"sdfootnote16sym\">16<\/a><span style=\"font-size: medium;\"> Wemheuer, S. 174<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote17\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote17anc\" name=\"sdfootnote17sym\">17<\/a><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"en-US\"> Wemheuer, S. 171<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote18\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote18anc\" name=\"sdfootnote18sym\">18<\/a><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"en-US\"> Naughton, S. 307 ff.<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote19\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote19anc\" name=\"sdfootnote19sym\">19<\/a><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"en-US\"> Naughton, S. 140, Schucher, S. 706, 707<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote20\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote20anc\" name=\"sdfootnote20sym\">20<\/a><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"en-US\"> Naughton, S. 104 ff.<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote21\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote21anc\" name=\"sdfootnote21sym\">21<\/a><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"en-US\"> Naughton, S. 106, 113<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote22\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote22anc\" name=\"sdfootnote22sym\">22<\/a><span style=\"font-size: medium;\"> Wemheuer, S. 185<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote23\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote23anc\" name=\"sdfootnote23sym\">23<\/a><span style=\"font-size: medium;\">Wemheuer, S. 188<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote24\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote24anc\" name=\"sdfootnote24sym\">24<\/a><span style=\"font-size: medium;\"> Wemheuer, S. 189<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote25\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote25anc\" name=\"sdfootnote25sym\">25<\/a><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"en-US\"> Schucher, S. 706, 707<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote26\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote26anc\" name=\"sdfootnote26sym\">26<\/a><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"en-US\"> Naughton, S. 209<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote27\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote27anc\" name=\"sdfootnote27sym\">27<\/a><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"en-US\"> Naughton, S. 140<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote28\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote28anc\" name=\"sdfootnote28sym\">28<\/a><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"en-US\"> Ten Brink, S. 285<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote29\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote29anc\" name=\"sdfootnote29sym\">29<\/a><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"en-US\"> Naughton, S. 144<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote30\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote30anc\" name=\"sdfootnote30sym\">30<\/a><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"en-US\"> Naughton, S. 209 ff.<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote31\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote31anc\" name=\"sdfootnote31sym\">31<\/a><span style=\"font-size: medium;\"> Wemheuer, S. 195<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote32\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote32anc\" name=\"sdfootnote32sym\">32<\/a><span style=\"font-size: medium;\"> Wemheuer, S. 199<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote33\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote33anc\" name=\"sdfootnote33sym\">33<\/a><span style=\"font-size: medium;\"> Liu, S. 7<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote34\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote34anc\" name=\"sdfootnote34sym\">34<\/a><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"en-US\"> Naughton, S. 116<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote35\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote35anc\" name=\"sdfootnote35sym\">35<\/a><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"en-US\"> Ten Brink, S. 126<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote36\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote36anc\" name=\"sdfootnote36sym\">36<\/a><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"en-US\"> Naughton, S. 343<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote37\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote37anc\" name=\"sdfootnote37sym\">37<\/a><span style=\"font-size: medium;\"> Schucher, S. 712<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote38\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote38anc\" name=\"sdfootnote38sym\">38<\/a><span style=\"font-size: medium;\"> Wemheuer, S .208<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote39\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote39anc\" name=\"sdfootnote39sym\">39<\/a><span style=\"font-size: medium;\"> Ten Brink, S. 253 ff.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote40\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote40anc\" name=\"sdfootnote40sym\">40<\/a><span style=\"font-size: medium;\"> Naughton, S. 380 ff.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote41\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote41anc\" name=\"sdfootnote41sym\">41<\/a><span style=\"font-size: medium;\"> Wemheuer, S. 208, 209<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote42\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote42anc\" name=\"sdfootnote42sym\">42<\/a><span style=\"font-size: medium;\"> Wemheuer, S. 213<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote43\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote43anc\" name=\"sdfootnote43sym\">43<\/a><span style=\"font-size: medium;\"> Wemheuer, S. 215<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote44\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote44anc\" name=\"sdfootnote44sym\">44<\/a><span style=\"font-size: medium;\"> Naughton, S. 342 ff.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote45\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote45anc\" name=\"sdfootnote45sym\">45<\/a><span style=\"font-size: medium;\"> Wemheuer, S. 218<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote46\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote46anc\" name=\"sdfootnote46sym\">46<\/a><span style=\"font-size: medium;\"> Wemheuer, S. 218<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote47\">\n<p class=\"sdfootnote-western\" align=\"justify\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote47anc\" name=\"sdfootnote47sym\">47<\/a><span style=\"font-size: medium;\"> Wemheuer, S. 219<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote48\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote48anc\" name=\"sdfootnote48sym\">48<\/a><span style=\"font-size: medium;\"> Wemheuer, S. 227<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote49\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote49anc\" name=\"sdfootnote49sym\">49<\/a><span style=\"font-size: medium;\"> Wemheuer, S.232<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote50\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote50anc\" name=\"sdfootnote50sym\">50<\/a><span style=\"font-size: medium;\"> Wemheuer, S. 218<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote51\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote51anc\" name=\"sdfootnote51sym\">51<\/a><span style=\"font-size: medium;\"> Wemheuer, S. 241 f.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote52\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote52anc\" name=\"sdfootnote52sym\">52<\/a><span style=\"font-size: medium;\"> Wemheuer, S. 246<\/span><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Martin Schlegel Rezension und Diskussion des Buchs \u201eChinas gro\u00dfe Umw\u00e4lzung\u201c von Felix Wemheuer Vorbemerkung Wemheuers Buch \u201eChinas gro\u00dfe Umw\u00e4lzung Soziale Konflikte und Aufstieg im Weltsystem\u201c verfolgt einen bemerkenswerten und interessanten Ansatz. 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