{"id":2150,"date":"2021-05-04T21:11:17","date_gmt":"2021-05-04T19:11:17","guid":{"rendered":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=2150"},"modified":"2021-05-04T21:11:17","modified_gmt":"2021-05-04T19:11:17","slug":"sozialismus-ohne-basis-arbeiterschaft-und-sozialismus-in-der-ddr","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=2150","title":{"rendered":"Sozialismus ohne Basis &#8211; Arbeiterschaft und Sozialismus in der DDR"},"content":{"rendered":"<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><br \/>\n<em>H.Karuscheit <\/em><\/span><\/span><span style=\"font-size: 10pt;\"><em>(Inhaltsverzeichniss und Schlu\u00df)<\/em><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>I. Die Grundlegung<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">1. Um Antifaschismus und Demokratie<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">2. Deutschlandpolitische Kontroversen in der sowjetischen F\u00fchrung<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">3. Das Entscheidungsjahr 1952\/53<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>II. Die innere Staatsgr\u00fcndung des Sozialismus in der DDR<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">1. Der Sozialismusbeschluss vom Juli 1952<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">2. Machtkampf in Moskau und ein \u201eneuer Kurs\u201c der SED<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">3. Der Arbeiteraufstand am 17.\u00a0Juni 1953<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">4. Innere Staatsgr\u00fcndung<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>III: Von Ulbricht bis Honecker<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">1. Auf dem Weg zur Berliner Mauer<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">2. Mit dem \u201eNeuen \u00d6konomischen System\u201c zum Triumph des Sozialismus<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">3. Die \u201eEinheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik\u201c als sozialer Befriedungsversuch<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">4. Leistungsprinzip und Produktivit\u00e4t<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>IV: Der Untergang<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">1. Der Sowjetstaat vor dem Ende<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">2. Kampf der Intelligenz um eine Erneuerung der DDR<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">3. Der Auftritt der Arbeiterschaft<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><a name=\"_Hlk57818300\"><\/a> <span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">4. Zum Charakter der Revolution<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>V: Erkl\u00e4rungen<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">1. Auf der Suche nach den Ursachen<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">2. Erinnerungen und Reflexionen<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">3. Der fehlende Markt als Grund des Scheiterns<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\">&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-<\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Schlussbemerkung<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Nach dem Sieg der Sowjetunion \u00fcber das nationalsozialistische Deutschland sah die kommunistische Bewegung eine Zeit lang wie die k\u00fcnftige Siegerin der Geschichte aus. Nicht nur die Kommunisten waren von ihrem unvermeidlichen Triumph \u00fcberzeugt \u2013 bis weit in die Reihen der b\u00fcrgerlichen Welt hinein glaubte man, dass die b\u00fcrgerlich-kapitalistische Ordnung zumindest in Europa keine lange Zukunft mehr haben w\u00fcrde. Wie die Geschichte bei einem anderen Ausgang der sowjetischen Schl\u00fcsselkrise in den 50er Jahren verlaufen w\u00e4re, k\u00f6nnen wir nicht wissen. Fest steht jedoch, dass die Macht\u00fcbernahme durch den von Chruschtschow gef\u00fchrten KPdSU-Parteifl\u00fcgel eine Niederlagenserie in Gang setzte, die unter dem Banner des Kommunismus in den Untergang der kommunistischen Bewegung f\u00fchrte.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">F\u00fcr diese Weichenstellung war die SED nicht verantwortlich, aber in einer ma\u00dfgeblichen Position daran beteiligt. Ihre 1952\/53 ohne und gegen die Arbeiterschaft durchgesetzte Einf\u00fchrung des Sozialismus in der DDR war von Beginn an verfehlt und f\u00fchrte dazu, dass der erste Sozialismusversuch auf deutschem Boden von Grund auf gescheitert ist \u2013 politisch, \u00f6konomisch, gesellschaftlich und moralisch. Der Untergang 1989\/90 markierte deshalb nicht nur einen Tiefpunkt der Arbeiterbewegung, sondern beseitigte zugleich einen Alp, der auf dem Marxismus gelastet hat, und gew\u00e4hrte die Chance, das eigene Scheitern zu ergr\u00fcnden.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">In einer anderen Zeit und zu einer anderen Gelegenheit postulierte Marx, dass proletarische Revolutionen die Halbheiten, Schw\u00e4chen und Erb\u00e4rmlichkeiten ihrer ersten Versuche in einer grausam-gr\u00fcndlichen Selbstkritik reflektieren w\u00fcrden. Doch wenn wir die bisher dargebotenen Erkl\u00e4rungen f\u00fcr das Scheitern des DDR-Sozialismus Revue passieren lassen, ist das Ergebnis ern\u00fcchternd. Von der St\u00e4rke des Kapitalismus bzw. Imperialismus \u00fcber die verr\u00e4terische Politik Gorbatschows bis hin zur Anziehungskraft des westlichen Lebensstandards auf eine unreife Arbeiterschaft treffen wir auf eine Aneinanderreihung \u00e4u\u00dferlicher Gr\u00fcnde f\u00fcr das entstandene Desaster. Oder es werden Fehler wie der Abbruch der N\u00d6S-Politik daf\u00fcr verantwortlich gemacht. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>Nicht eine Ver\u00f6ffentlichung setzt das Ende des DDR-Sozialismus mit seiner Entstehung in Beziehung und untersucht die Umst\u00e4nde, unter denen die SED 1952 den Sozialismusbeschluss herbeif\u00fchrte<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">, obwohl mittlerweile durch den Untergang der DDR und der Sowjetunion gen\u00fcgend dokumentarisches Material zur Verf\u00fcgung steht, um sich hier\u00fcber ein fundiertes Urteil zu erarbeiten. Im Spiegelkabinett der Ideologie gefangen, mit der sie gro\u00df geworden sind, bleiben die Autoren dem Marxismusverst\u00e4ndnis der KPD\/SED von einem \u00f6konomisch gesetzm\u00e4\u00dfig vorbestimmten Sozialismus verhaftet. Anstatt die Sozialismusentscheidung als solche zu hinterfragen, nehmen sie so den \u00dcbergang zum Sozialismus als gegeben hin und suchen auf dieser Basis nach m\u00f6glichen Erkl\u00e4rungen. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Deshalb ist keine Analyse zu der Erkenntnis vorgedrungen, dass die kommunistische Bewegung durch ihre eigenen Irrt\u00fcmer, Schw\u00e4chen und Erb\u00e4rmlichkeiten das Scheitern verursacht hat. Es waren weder \u00e4u\u00dfere Faktoren noch einzelne politische Fehler, die uns in die gegenw\u00e4rtige Lage gebracht haben. Vielmehr sind die entscheidenden Ursachen in der Geschichte der sozialistisch-kommunistischen Bewegung selber zu suchen. Erst auf dem Boden einer solchen \u201egrausam-gr\u00fcndlichen\u201c Selbstkritik kann der Marxismus neue Glaubw\u00fcrdigkeit gewinnen. Und nur dann ist zu hoffen, dass er eines Tages, wenn die Verh\u00e4ltnisse wieder in Fluss geraten, der Bewegung zum Tanze aufspielen kann. Wenn nicht, dann nicht.<\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>H.Karuscheit (Inhaltsverzeichniss und Schlu\u00df) I. Die Grundlegung 1. Um Antifaschismus und Demokratie 2. Deutschlandpolitische Kontroversen in der sowjetischen F\u00fchrung 3. Das Entscheidungsjahr 1952\/53 II. Die innere Staatsgr\u00fcndung des Sozialismus in der DDR 1. Der Sozialismusbeschluss vom Juli 1952 2. Machtkampf in Moskau und ein \u201eneuer Kurs\u201c der SED 3. 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