{"id":1820,"date":"2020-03-26T11:27:38","date_gmt":"2020-03-26T10:27:38","guid":{"rendered":"http:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=1820"},"modified":"2020-03-26T11:27:38","modified_gmt":"2020-03-26T10:27:38","slug":"wer-ruiniert-hier-wen-teil-2-alte-ideologische-schlachten","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=1820","title":{"rendered":"Wer ruiniert hier wen? (Teil 2) &#8211; Alte ideologische Schlachten"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif; font-size: 14pt;\">Fritz G\u00f6tt<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Wer sich nach dem Lesen von Teil 1 des Artikels in AzD 90 an einige <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>\u00e4ltere Diskussionen<\/b><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"> erinnert f\u00fchlt, sagen wir zur <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Genese des Herzinfarkts<\/b><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"> oder zur <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Problematik der Luft-Schadstoff -Grenzwerte<\/b><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">, liegt gar nicht so falsch. Denn auch hier ging oder geht es ja um m\u00f6gliche Zusammenh\u00e4nge von Gesellschaft, \u201eTechnik\u201c, Umweltbedingungen, der sozialen Frage und der Gefahr von Erkrankungen, ja des vorzeitigen Dahinscheidens. Ich m\u00f6chte im Folgenden an zwei dieser Debatten erinnern und an die Schwierigkeiten, sie befriedigend zu f\u00fchren: <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>I.) Eine historische Debatte um den Herzinfarkt<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Wer vom <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Herzinfarkt<\/b><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"> h\u00f6rt, dem umschriebenen Untergang von Herzmuskelgewebe, oder wer ihn gar erleidet, wird bei der Ursachenabkl\u00e4rung zumeist auf Schlagworte wie Thrombose oder Embolie bzw. den Herzkranzgef\u00e4\u00dfverschluss mit seinen Folgen verwiesen. Die Durchblutung eines Teils des Herzmuskelgewebes sei eben dadurch gest\u00f6rt gewesen. Und die betroffene Muskelpartie des Pumpapparates durch einen Verschluss der herzeigenen Blutgef\u00e4\u00dfe dann lokal untergegangen. &#8211; Hinter dem Ereignis, so der g\u00e4ngige Exkurs, st\u00e4nden <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>h\u00e4ufig<\/i><\/span><\/span> <span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>durchlebte<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"> Risikofaktoren wie fettige und zuckerhaltige Lebensmittel, hoher Salzkonsum, Alkohol, Nikotin, \u00dcbergewicht und Bewegungsmangel usw., kurz, ein ungesunder Lebenswandel, die Nachwirkungen eines ausufernden Lebensstils, der sich nun am Herzen mit seinen Gef\u00e4\u00dfen bzw. mit dem Gewebsuntergang austobe. Das kann individuell sein oder auch nicht. Zumindest ist die flapsige Auffassung der Arbeiter, der Betroffene br\u00e4chte sich mit \u201eMesser und Gabel\u201c oder als Hektiker selber um die Ecke, mehr als problematisch. Denn die gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnisse, in der sich der Einzelne bewegt, mit denen er sich rumzuschlagen und stetig auseinanderzusetzen hat, sind ja vorgegeben, ihre Zw\u00e4nge auch. Siehe z.B. die kapitalistische \u201aArbeitswelt\u2018, oder, oder. Nicht jede individuelle Verhaltensweise oder Gewohnheit ist zudem freigestellt. Gesundes Essen ist auch teuer, setzt zudem Bildung voraus. Rauchen z.B. k\u00f6nnte man vermeiden (auch wenn zu bedenken ist, dass die \u201egeheimen Verf\u00fchrer\u201c weiter um die Ecke lauern oder die Arbeitshetze nach Kompensation schreit und zur Unvernunft verleitet), Luftschadstoffen auszuweichen geht indes gar nicht. &#8211; Hier existiert also ein weites Feld der Debatte. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Nat\u00fcrlich sind die oben skizzierten Pfade nicht die einzigen Entwicklungswege zum Herzinfarkt. Ein eher obskurer Entstehungsweg kann z.B. \u00fcber eine individuell verschleppte Infektion oder Grippe f\u00fchren. Die krankmachenden Zwischenschritte daf\u00fcr sind keine Unbekannten. Oder der Weg f\u00fchrt ganz einfach \u00fcber st\u00e4ndige Herzrhythmusst\u00f6rungen und die Folgen; selbst eine Rheumaerkrankung gilt heute als Gefahrenpotential f\u00fcr einen Infarkt usw. &#8211; Es gibt keine Einbahnstra\u00dfe in den Myokardinfarkt.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Wie aber steht es mit dem <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>psychosozialen Stress<\/b><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">? <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Kann auch er in einen Herzinfarkt m\u00fcnden? <\/b><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Der Volksmund hat das nie ausgeschlossen. Die Schulmedizin war da historisch gesehen eher zur\u00fcckhaltend. Ein erster, noch verhaltener Durchbruch zur Erkenntnis gelang in den 70er\/80er Jahren des vorigen Jahrhunderts.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Exponent der These, dass psychosozialer Stress ein Gef\u00e4hrdenspotential f\u00fcr den Infarkt sein kann, war der politisch konservative Physiologe Hans Schaefer (1906 -2000), beileibe kein Revoluzzer, sondern ein entschiedener Gegner der 68er. Als auch experimentell arbeitender Mediziner war er jahrzehntelang mit den Problemen der Elektrophysiologie bzw. mit der Blutversorgung des Herzens befasst. Gerade er war dazu pr\u00e4destiniert, hier auf neue Fragen und Antworten zu sto\u00dfen. (1) Schon in den 50er Jahren war ihm aufgefallen, dass Gef\u00e4\u00dfspasmen am Herzen einen Infarkt ausl\u00f6sen konnten, ohne dass zuvor an dessen Adern pathologische Prozesse abgelaufen sein mussten. Emotionen, gleich welcher Ursache, konnten hier \u00fcber die T\u00e4tigkeit des Sympathikus eine initiale Funktion haben. Doch erst 20 Jahre sp\u00e4ter gelang daf\u00fcr der r\u00f6ntgenologische Nachweis. &#8211; Experimente an Menschen verboten sich zum allgemeinen Problemkomplex. Tierexperimente konnten zwar helfen, einiges zu kl\u00e4ren. Ihre Aussagekraft war aber auch begrenzt. Dem h\u00f6heren Tier fehlen nun mal die menschliche Psyche, die Sprache und die gesellschaftliche Soziet\u00e4t. &#8211; Schaefer griff daher zu einem Kunstgriff, dem \u201emedizinischen Modell\u201c, in dem er den <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>damaligen<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"> Erkenntnisstand zu \u201ePsychosozialem Stress und Herzinfarkt\u201c kondensierte. (Pathophysiologie, Stresstheorie, Endokrinologie, Molekularbiologie, r\u00f6ntgenologische Darstellungen usw.) Theoretische Modelle k\u00f6nnen ja die Wirklichkeit ann\u00e4herungsweise nachbilden. So gelang es auch, weitere konkurrierende Theoriefragmente und physiologische Prozesse in das neue \u201aGesamtbild\u2018 zu integrieren (wie Bluthochdruck + hohe Blutfette = Gef\u00e4\u00dfver\u00e4nderungen usw., au\u00dferdem abgerissene Tromben, Gef\u00e4\u00dfverschl\u00fcsse usw.). Das Ganze hat er nun kombiniert mit der Sozialstatistik (sp\u00e4ter auch mit seiner konservativen Anthropologie, dem hauseigenen Menschenbild) und nannte es \u201eNeue Medizin\u201c- Theorie. (2) Das brachte ihm zwar Aufmerksamkeit, aber noch keine akademischen Weihen. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Man kann &#8211; so andere Mediziner &#8211; bei <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>bestimmten <\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">(3),<\/span><\/span><i> <\/i><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">auch sozial mitbedingten oder vermittelten Krankheiten an diversen Organen oder Systemen durchaus vom Typus einer \u201echronisch degenerativen Erkrankung\u201c sprechen. Freilich sagt der Zeitpunkt ihres Eintritts noch nichts \u00fcber den Vorlauf und die Kausalit\u00e4t ihrer aktuellen Manifestierung. Dieses Auseinanderfallen von Ursache und (zeitlich verz\u00f6gerter) Wirkung wird immer wieder herhalten m\u00fcssen, um die Quellen sozial mitverantwortlicher Faktoren bei diversen Krankheiten zu verwischen, gegebenenfalls auch bewusst zu verschleiern.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Doch zur\u00fcck zu H. Schaefer. In seiner Autobiographie von 1986 schrieb er r\u00fcckblickend: \u201eBis zur Stunde (1985!) ist die Theorie des psychosozialen Stress als Infarktausl\u00f6ser <\/span><\/span><sub><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">\u201a<\/span><\/span><\/sub><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">umstritten\u2018, was meines Erachtens nur so viel hei\u00dft, als dass bei der wichtigsten Herzkrankheit unseres Jahrhunderts nicht alle f\u00fchrenden Kliniker die klar daliegenden Tatsachen zur Kenntnis nehmen.\u201c &#8211; Als philosophierender konservativer Katholik war Schaefer nun keineswegs unumstritten, auch unter seinesgleichen nicht. Er war nur ein Gegenpapst unter vielen. Doch man w\u00fcrdigte seine Lebensleistungen mit dem Bundesverdienstkreuz. Sozialmedizinisch gesehen sa\u00df er zwischen allen St\u00fchlen. Die politische Linke ver\u00fcbelte ihm (zu Recht) seine Sozialismus-Phobie und seine oberfl\u00e4chliche b\u00fcrgerliche Gesellschaftsbetrachtung. Dem konservativen B\u00fcrgertum hingegen gingen seine Auffassungen zur Prophylaxe zu weit, obwohl sie angesichts der Zust\u00e4nde der Gesellschaft eher bescheiden ausgelegt waren. Auch die Schuldzuweisung f\u00fcr gewisse Krankheiten an die Gesellschaft passte ihnen nicht. \u2013 Doch tilgen lie\u00dfen sich einige Themen Schaefers nicht mehr. Sie blieben in der Diskussion. Selbst bei der damaligen Linken. So konnte man auch von einem alten Reaktion\u00e4r noch etwas f\u00fcr den eigenen Klassenkampf lernen.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Sagen wir es so<\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>: Der Herzinfarkt ist im gegebenen \u201aEinzelfall\u2018 mehr als ein biologisches Ereignis<\/b><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">. Prinzipiell gilt: Jeder Mensch kann psychisch oder k\u00f6rperlich erkranken. Das liegt in der menschlichen Natur und an ihrer Umwelt, unabh\u00e4ngig von Gesellschaftsformation oder Land. Wehrlos sind K\u00f6rper und Geist dabei nicht. Die Verh\u00e4ltnisse k\u00f6nnen die Art und H\u00e4ufigkeit von Krankheiten aber beg\u00fcnstigen, ja verursachen. Die Herz-Kreislauferkrankungen im heutigen Deutschland gelten zu Recht als Volkskrankheiten. Nicht alles ist dabei rein biologisch bedingt. <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Der eine oder andere Sargnagel<\/b><\/span><\/span> <span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>oder Krankheitsverlauf<\/b><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"> wird auch den gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnissen im <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>kapitalistischen<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"> Deutschland, ihren Risikofaktoren und Gegebenheiten geschuldet sein. Auch der psychosoziale Stress auf der Arbeit oder im Privaten d\u00fcrfte dabei eine Rolle spielen. Viele Werkt\u00e4tige klagen \u00fcber Dauerstress und Hetze am Arbeitsplatz, der ja unter Kommando des Kapitals steht. Die Fakten sind seit Jahren in der \u00f6ffentlichen Berichterstattung. ( 4 a\/b) &#8211; Nat\u00fcrlich: Gl\u00fccklicherweise verl\u00e4uft nicht jeder registrierte Infarkt t\u00f6dlich. Doch ist die Todesrate &#8211; trotz moderner Medizin &#8211; nach wie vor erschreckend hoch. 2016 starben in Deutschland rund 338.000 Menschen an einer Herz- oder Kreislauferkrankung, davon erlitten 48.666 Menschen einen akuten t\u00f6dlichen Infarkt. ( 5 ) &#8211; Ich kann die Rate der gesellschaftlich bedingten oder beeinflussten Erkrankungen bei uns nicht quantifizieren. Die Sozialmedizin und medizinische Soziologie besch\u00e4ftigen sich mit diesen Fragen. Zugleich hat sich der Kenntnisstand zu fr\u00fcher \u00fcber die dahinter stehenden patho-physiologischen und psychischen Mechanismen erweitert. Die Ergebnisse der Forschung sollte man weiter auswerten. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>II.) Zur Debatte: Luftschadstoffe, Feinst\u00e4ube und andere Fragen<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Nicht jedes ideologische Argument in der Debatte zu den <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Luftschadstoff-Grenzwerten<\/b><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"> ist per se falsch &#8211; m\u00f6gen die Autoren solcher Angriffe noch so oberfl\u00e4chlich, r\u00fcckw\u00e4rtsgewandt oder gar gekauft sein. Sachlichen Fingerzeigen sollte man nachgehen, ideologischen Auffassungen jedoch widersprechen. Ein genaues Hinsehen lohnt sich, auch in der Kritik. Wiederum werden wir in der Diskussion mit Fragen der \u201eModellrechnung\u201c und ihrer Legitimit\u00e4t konfrontiert.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Nur kurz <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>zur Erinnerung<\/b><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">: Schon seit 2010 gelten Grenzwerte f\u00fcr Luftschadstoffe wie Stickstoffdioxid (und Feinst\u00e4ube) in den St\u00e4dten und Gemeinden bzw. an belasteten Stra\u00dfenz\u00fcgen, festgelegt durch eine EU-Richtlinie. Das ist auch deutsches Recht. Es geht um den Gesundheitsschutz der Betroffenen, denn Luftschadstoffe wie Stickoxide oder Feinst\u00e4ube k\u00f6nnen die Gesundheit der Menschen tangieren und sch\u00e4digen. <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>Ein<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"> Grund f\u00fcr die viel zu hohen Schadstoffwerte an den entsprechenden Messstationen sind vorbeifahrende alte Dieselfahrzeuge. Deren Abgaswerte wurden ja durch einige Autokonzerne (VW u.a.) mit einer Schummel-Software und anderen Ma\u00dfnahmen gesch\u00f6nt bzw. gef\u00e4lscht und die Fahrzeuge ohne Skrupel auf die Stra\u00dfe geschickt. (6) &#8211; VW hatte in den Dieselmotoren eine Abschaltvorrichtung eingebaut, mit der bei Tests niedrigere Abgaswerte als im allt\u00e4glichen Betrieb angezeigt wurden. Ein Betrug, der aufflog. &#8211; Die zeitweilige Weigerung dieser Konzerne die Lage mit einer effektiven Hardware-Nachr\u00fcstung (7) (auf eigene Kosten) an jenen alten Modellen zu entsch\u00e4rfen, hat die Gemengelage nicht wirklich verbessert. Der Staat hat die Konzerne auch nicht dazu gezwungen, sondern eiert herum. (8) Durchgef\u00fchrt hat die verantwortliche deutsche Autoindustrie nach Druck Software-Updates, und es wurden Umtauschpr\u00e4mien bei Neukauf emissions\u00e4rmerer Modelle angeboten. Neuerdings, nach entsprechender Unruhe auf den Autom\u00e4rkten, wollen einige Konzerne (doch nicht alle) nun auch Zusch\u00fcsse f\u00fcr Abgasnachr\u00fcstsysteme f\u00fcr spezielle Modelle auszahlen. Das alles reicht nicht. &#8211; Strafrechtlich debattiert wird bei den F\u00fchrungskr\u00e4ften dieser Konzerne bisher nur \u00fcber den Vorwurf des schweren Betrugs und der Untreue (gegen\u00fcber dem Konzern, den Aktion\u00e4ren und K\u00e4ufern), nicht debattiert wird jedoch \u00fcber ihren Angriff auf die Volksgesundheit. Wann landen die Verantwortlichen endlich im Knast? &#8211; Seit geraumer Zeit gibt es angesichts der Grenzwert\u00fcberschreitungen bei den Stickoxiden Debatten \u00fcber Fahrverbote f\u00fcr alte Diesel an hoch belasteten Stra\u00dfen in einigen St\u00e4dten. Eigentlich ein Gebot des Rechts und der Vernunft. Strittig ist dazu inzwischen vieles. Das hat die Politik herausgefordert, nicht das Volk <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>vorbeugend<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"> zu sch\u00fctzen, sondern die Autoindustrie und andere Stadt-Kapitalisten aus dem Schussfeld zu nehmen. Es zeigt wieder einmal, wes Geistes Kind und Arm der Staatsapparat und die Gro\u00dfe Koalition (aus CDU\/CSU und SPD) ist. F\u00fcr sie gilt nicht: Das wertvollste f\u00fcr den Menschen ist der Mensch. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">An dieser Stelle muss ich meine r\u00fcckblickenden Ausf\u00fchrungen begrenzen. Was an Fahrverboten sinnig oder unsinnig sein kann, wie moderne Verkehrspolitik aussehen sollte, wie die soziale Frage dabei zu ber\u00fccksichtigen ist, ist nicht Gegenstand meiner Reflexion. Das bed\u00fcrfte eigene Untersuchungen. Ich konzentriere mich im Weiteren auf Fragen der Vermeidung von Krankheiten.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Nun hat eine kleine Gruppe von Lungen\u00e4rzten um Dieter K\u00f6hler den <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Nutzen der derzeit geltenden Grenzwerte<\/b><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"> bei den Stickstoffdioxiden in Frage gestellt und eine \u201eNeubewertung der wissenschaftlichen Studien durch unabh\u00e4ngige Forscher\u201c gefordert, zum Entsetzen der ganz gro\u00dfen Anzahl ihrer Fachkollegen, (9) doch zur Freude der Autoindustrie und ihres willf\u00e4hrigen Bundes-Verkehrsministers Andreas Scheuer. Dieser sprach, endlich versachliche sich die Diskussion. &#8211; Man kann es auch anders interpretieren: Hier wird der Forschungsstand angegriffen, um Verwirrung zu stiften. Das hat System. &#8211; Drei EU- Kommissare haben Scheuer in einem gemeinsamen Brief widersprochen. Dazu hei\u00dft es in der \u201etaz\u201c: \u201eDie EU-Kommission hat derweil die Kritik von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) an den europaweit geltenden Grenzwerten f\u00fcr Feinstaub und Stickstoffdioxid harsch zur\u00fcck gewiesen. Gleich drei Kommissare schrieben Scheuer schon Ende Februar einen deutlich formulierten Brief. \u201eDer \u00fcberwiegende Teil der im vergangenen Jahrzehnt gesammelten, fachlich gepr\u00fcften wissenschaftlichen Erkenntnisse weist immer wieder auf negative Auswirkungen auf die Gesundheit hin\u201c, hei\u00dft es im Schreiben, das der taz vorliegt. Die Kommission dankte zwar, dass Scheuer ihr die Kritikpunkte einiger deutscher Mediziner zugeschickt habe. \u201eWir haben jedoch auch zur Kenntnis genommen, dass wichtige Berechnungen im Zusammenhang mit diesen Behauptungen in der Zwischenzeit als fehlerhaft erkannt worden sind\u201c, sticheln die Kommissare. Das kommt einer heftigen Schlappe des Verkehrsministers gleich.\u201c (10)<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Doch nicht jeder Einwurf aus den Reihen der Grenzwertver\u00e4chter sollte man unbesehen beiseite legen, sondern debattieren:<br \/>\n* so die Anmerkung, der derzeitige <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Grenzwert<\/b><\/span><\/span> <span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>bei Stickstoffdioxid<\/b><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"> (Mai 2019) von 40 Mikrogramm je Kubikmeter Luft (in der Jahresmitte) an den jeweiligen Messstationen sei willk\u00fcrlich. Daran ist nur wahr, dass der derzeit geltende Grenzwert ein politischer Kompromiss zwischen angedachten strengeren und laxeren Richtwerten ist. &#8211; Wie bereits oben belegt, sprachen sich die 3 EU-Kommissare f\u00fcr strengere Ma\u00dfst\u00e4be aus, das entspricht dem Votum vieler Fachleute, die sich f\u00fcr ein st\u00e4rkeres (staatliches) Schutzregime f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung aussprechen. (10 \/ 14)<br \/>\nHier sei zur Illustration der Gefahrenlage aus einem Votum der \u201eGesellschaft f\u00fcr P\u00e4diatrische Pneumologie\u201c zitiert, \u00fcber die die taz berichtete. Diese Organisation z\u00e4hlt zu den Widersachern der Gruppe um D.\u00a0K\u00f6hler: \u201e100 Lungenmediziner*innen zweifeln derzeit die Risiken von Stickoxiden und Feinstaub an, die Kinderpneumologen halten dagegen. \u201eIn der aktuellen Debatte wird die Schutzw\u00fcrdigkeit dieser besonders gef\u00e4hrdeten Gruppen h\u00e4ufig nicht erw\u00e4hnt\u201c, sagte Kopp. Damit werde \u201edas Prinzip der Schadensvermeidung als Kernelement \u00e4rztlicher Handlungsethik ignoriert\u201c. \/ Die Kinderpneumolog*innen beziehen sich auf unterschiedliche Studien, unter anderem auf eine aktuelle Expertise der Gesellschaft f\u00fcr Umweltepidemiologie und der European Respiratory Society, deren Kurzskript der taz vorliegt. Darin hei\u00dft es gleich im ersten Satz: \u201eDie Luftschadstoffe Feinstaub, Ozon und Stickstoffoxid gef\u00e4hrden die Gesundheit in Deutschland.\u201c Die Wirkungen w\u00fcrden in der Lunge beginnen und haben Auswirkungen auf den gesamten K\u00f6rper: Herz und Kreislauf, Atemwege, Bewegungsapparat. \/ Die internationalen Expert*innen weisen darauf hin, dass gesichert sei, dass durch Luftverschmutzung \u201edie Lebenszeit verk\u00fcrzt und Lungenerkrankungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen ausgel\u00f6st werden.\u201c Auch die \u201ekrebserzeugende Wirkung von Feinstaub\u201c gelte als gesichert. Mittlerweile werde sogar vermutet, hei\u00dft es in der Expertise weiter, dass Stickoxide, Feinstaub und Ozon Auswirkungen auf die Entwicklung eines F\u00f6tus im Mutterleib haben. Die Lungen- und Gehirnentwicklung bei Kindern werde eingeschr\u00e4nkt, auch Demenz und Diabetes k\u00f6nnen ausgel\u00f6st werden. Obwohl noch wenig gute Untersuchungen zu Schwangeren und ungeborenen Kindern existieren, gebe es laut Kopp \u201eHinweise darauf, dass die Lungenfunktion von Kindern zur\u00fcckbleibt\u201c, wenn sie verst\u00e4rkt Stickoxiden und Feinstaub ausgesetzt sind. \u201eWir sehen Effekte, die bis ins Erwachsenenalter wirken\u201c, sagte Kopp.\u201c (11)<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Kontraproduktiv<\/b><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"> war dann der Vorsto\u00df der Bundesregierung (und des Bundestages), gegebenenfalls bei \u201aleichteren\u2018 Grenzwert\u00fcberschreitungen auch eine \u201akurzfristigere\u2018 Grenzwertverletzung an den Messstationen bei 50 Mikrogramm Stickstoffdioxid je Kubikmeter Luft zu tolerieren. (12) Gem\u00e4\u00df dem erkl\u00e4rten Credo: Fahrverbote sind zu vermeiden. Diese \u201apartielle\u2018 Erh\u00f6hung des Grenzwertes (durch eine beschlossene \u00c4nderung des Bundesimmissionsschutzgesetzes) ist eine Fortf\u00fchrung ihrer Missachtung der Volksgesundheit und nicht haltbar.<br \/>\n* Auch den Einwurf gewisser Statistiker, die <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>prognostizierte Todesrate<\/b><\/span><\/span> <span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>durch Luftschadstoffe<\/b><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"> sei zu hoch angesetzt, oder wie andere auch sagen, sie sei fiktiv, sollte man diskutieren. Warum? Zurzeit sagt <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>das g\u00e4ngige Modell<\/b><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"> folgende Zahlen voraus: \u201e In Deutschland starben laut ICCT (das ist die Umweltorganisation International Council on Clean Transportation, d.V.) im Jahr 2015 etwa 43.000 Menschen fr\u00fchzeitig an den Folgen von Feinstaub und Ozon, circa 13.000 davon durch Emissionen aus dem Verkehrsbereich. Damit liegt Deutschland im weltweiten Vergleich nach China, Indien und den USA an vierter Stelle, wenn man die Zahl der fr\u00fchzeitigen Todesf\u00e4lle in Folge von Emissionen aus dem Verkehrsbereich betrachtet. Bezogen auf die Einwohnerzahl weist Deutschland den Berechnungen zufolge sogar die h\u00f6chste Sterberate auf &#8211; mit 17 fr\u00fchzeitigen Todesf\u00e4llen je 100.000 Einwohnern. \u201eDiese Sterberate ist dreimal so hoch wie im globalen Durchschnitt und knapp 50 Prozent \u00fcber dem Durchschnitt aller EU-L\u00e4nder\u201c, hei\u00dft es in der Mitteilung. Die gesellschaftlichen Kosten, die durch die negativen Auswirkungen des Verkehrs auf die menschliche Gesundheit verursacht werden, summieren sich in Deutschland laut ICCT-Berechnungen auf 110 Milliarden Dollar, das entspricht etwa 97 Milliarden Euro. \/ <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Die direkten Gesundheitsauswirkungen von Stickstoffdioxid (NO2) wurden nicht betrachtet. Da aus diesem Luftschadstoff jedoch kleine Feinstaubpartikel und Ozon entstehen k\u00f6nnen, flossen die Effekte indirekt in die Studie ein.\u201c (13) Neuere Berechnungen geben noch h\u00f6here Fallraten an (15). Sicher, dahinter stehen zumeist \u201estatistische Absch\u00e4tzungen\u201c. Einen anderen Weg zu beschreiten ist schwierig: Das allgemeine Sektionsgut bei Verstorbenen ist zu gering, eine verst\u00e4rkte Sektionst\u00e4tigkeit dem deutschen Staat zu teuer. ie Ergebnisse sind oft auch mehrdeutig. Menschenexperimente am Lebendigen verbieten sich eigentlich (obwohl durch die Industrie einzelne ethisch verwerfliche Menschenexperimente durchgef\u00fchrt wurden). Es bleiben Reagenzglasstudien und Tierexperimente, Modellrechnungen, Simulationen, usw. Zu allem liegen glaubw\u00fcrdige Studien vor. (14)<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Zugleich gibt es im Kontext aber auch statistische Probleme, die zu reflektieren sind. <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Die Luft<\/b><\/span><\/span> <span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>und die darin<\/b><\/span><\/span> <span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>eingeschlossenen<\/b><\/span><\/span> <span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Schadstoffe\/ Feinst\u00e4ube<\/b><\/span><\/span> <span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>sind ein Mix<\/b><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">. Hierin finden sich neben den Stickoxiden, Ozon usw. aber auch Reifen-, Bremssystem- und Fahrbahnabriebe, des weiteren Emissionen aus Industrie, Landwirtschaft (15), Schifffahrt, Flugverkehr, der Energiegewinnung, den Heizungen usw.: ausgesto\u00dfene Stoffe und Emissionen, die in entsprechender Konzentration, Wirkdauer oder Verfasstheit (z.B. als Mikro- oder Nano-Partikel) schon einzeln betrachtet pathogene Wirkungen entfalten k\u00f6nnen. Auch bleiben chemische Reaktionen der Stoffgruppen nicht aus. (15) \u2013 Sie alle <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>wirken auf die Gefahrenlage<\/b><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"> ein:<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">* Beachtenswert auch f\u00fcr normale Allergiker, Asthmatiker oder COPD-ler, sie sind vielfach gef\u00e4hrdet. Pollen z.B. k\u00f6nnen sich mit Schadstoffen anreichern und im Flug an der Lunge negative Wirkung entfalten.<br \/>\n* Schadstoffe\/Feinst\u00e4ube, das wei\u00df man heute ebenfalls, sch\u00e4digen gegebenenfalls nicht nur die Lunge: \u201eLuftverschmutzung verursacht Hirnkrankheiten \u2013 so das Ergebnis einer in \u201ePlos Biology\u201c erschienenen Analyse von152 Millionen Patientendaten aus den Vereinigten Staaten und D\u00e4nemark. Bei schlechter Luftqualit\u00e4t erh\u00f6he sich das Risiko f\u00fcr bipolare St\u00f6rungen oder Depression um bis zu ein Drittel, bei Kindern sogar noch um ein Vielfaches mehr. Die Chemikalien in der Luft, so die Theorie, k\u00f6nnten Entz\u00fcndungs-Signalwege beeinflussen und so zur Entstehung der Hirnkrankheiten f\u00fchren. \u201eWir wissen schon l\u00e4nger, dass bei diesen Krankheiten das Immunsystem aktiviert wird, was im Hirn dann die krankhaften Ver\u00e4nderungen ausl\u00f6st\u201c, sagt Gregor Hasler, Psychiater in der Schweiz. \u201eUmweltgifte tragen wom\u00f6glich dazu bei, denn der K\u00f6rper h\u00e4lt sie f\u00fcr Fremdk\u00f6rper und will sie bek\u00e4mpfen.\u201c (16)<br \/>\n*Auch weitere Organsysteme k\u00f6nnen betroffen sein. So eine neue, umfangreiche Studie, \u201edie den gesundheitlichen Schaden durch Feinstaub und Co. weitaus h\u00f6her bemisst, als bisher von Experten angenommen wurde. Kardiologen, Umweltmediziner und Chemiker der Universit\u00e4t Mainz und des dortigen Max-Planck-Instituts f\u00fcr Chemie zeigen im European Heart Journal \u2026, dass allein in Europa mit nahezu 800 000 zus\u00e4tzlichen Todesf\u00e4llen j\u00e4hrlich durch Luftverschmutzung zu rechnen ist. Weltweit sind demnach 8,8 Millionen Extra-Todesf\u00e4lle auf die Schadstoffemissionen zur\u00fcckzuf\u00fchren. \/ \u201eUm das in ein Verh\u00e4ltnis zu setzen: Es bedeutet, dass durch Luftverschmutzung mehr Menschen sterben als durchs Rauchen, wof\u00fcr die Weltgesundheitsorganisation 7,2 Millionen zus\u00e4tzliche Todesf\u00e4lle j\u00e4hrlich angibt\u201c, sagt der Mainzer Kardiologe Thomas M\u00fcnzel, der an der Studie beteiligt war. \u201eRauchen kann der Einzelne vermeiden, Luftverschmutzung nicht.\u201c Den Forschern zufolge liegt die Zahl der vermuteten Todesopfer h\u00f6her als das, was bisherige Berechnungen ergaben. Statistisch bedeuten die neuen Zahlen eine Verringerung der Lebenserwartung um durchschnittlich etwas mehr als zwei Jahre. \/ Die Krankheitslast betrifft keineswegs nur die Atemwege. Der gr\u00f6\u00dfte Anteil der Todesf\u00e4lle geht demnach auf verengte Koronargef\u00e4\u00dfe (40 Prozent) und Schlaganf\u00e4lle (8 Prozent) und damit fast zur H\u00e4lfte auf Herzkreislaufleiden zur\u00fcck. Todesf\u00e4lle durch Lungenkrebs, Lungenentz\u00fcndungen und chronisch obstruktive Atemwegserkrankungen machen zusammen ungef\u00e4hr 20 Prozent aus.\u201c (17)<br \/>\nAlso ein \u00fcberaus komplexes Gefahren-Bild. Ein m\u00f6gliches Geschehen, das nicht jeden trifft- aber treffen kann.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Die Faktoren im Luft-Cocktail, bezogen auf Krankheitsrate oder Todesstatistik, auseinander zu rechnen, ist nicht einfach. Auch die Hochrechnungen der einzelnen oder kombinierten Faktoren nicht. Doch das gekennzeichnete Wirkungsgef\u00fcge ist fatal. &#8211; F\u00fcr die Berechnung und Differenzierung der Krankheits- und Todesraten \u201aam Stra\u00dfenrand\u2018 usw. w\u00e4ren auch weitere Faktoren heranzuziehen und zu ber\u00fccksichtigen, wie die L\u00e4rmquellen, ihre Intensit\u00e4t, und Zeit usw. <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Die heutigen Modelle und die von ihren Gegnern so geschm\u00e4hte \u201eSimulations-Epidemiologie\u201c, sie sind nicht perfekt, wenngleich ein notwendiges Handwerkszeug. Dennoch bieten sie einen Ansatzpunkt der Grenzwertver\u00e4chter und Industriefreunde, <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>Schutzrichtlinien<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"> f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung in Frage zu stellen. Dabei ist das Vorgehen oft trickreich:<br \/>\n&#8211; So werden verbale und schriftliche Giftpfeile abgeschossen, manchmal seri\u00f6s verpackt und mit Tatbest\u00e4nden und ideologischen Ansichten angereichert. Richtiges und Falsches wird so bewusst vermischt. (18)<br \/>\n&#8211; Ein weiter Trick <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>im Propagandakrieg<\/b><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"> der Auto-Industrie und ihrer Ideologen ist <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>die Relativierung von<\/b><\/span><\/span> <span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Warnhinweisen<\/b><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">. So geschehen, als eine Gruppe von 20 Wissenschaftlern der \u201eLeopoldina\u201c in einer staatlich finanzierten und beauftragten Studie zu den Stickoxiden den \u201aFingerzeig\u2018 gab, Feinst\u00e4ube in entsprechender Konzentration, G\u00fcte und Einwirkzeit seien noch gef\u00e4hrlicher als die Stickoxide. Zudem \u00e4u\u00dferten sie sich zum Problem der Fahrverbote:<br \/>\n*Was machte ein Autor der \u201eFAZ\u201c in der \u00dcberschrift seines Leitartikels (verk\u00fcrzend) daraus: \u201eWissenschaftler: Lokale Fahrverbote wenig sinnvoll.\u201c (19) Auch andere Organe bliesen ins selbe Horn. Laut einer Zusammenstellung des Onlinemagazins \u201eKontext\u201c lauteten \u00dcberschriften zum Bericht z.B. so: \u201eLeopoldina sieht Fahrverbote kritisch\u201c (FAZ), \u201eFahrverbote bringen keine Entlastung\u201c (Spiegel Online), \u201eWissenschaftler gegen Diesel-Fahrverbote\u201c (Deutschlandfunk), oder \u201eFahrverbote wenig erfolgversprechend\u201c (Tagesschau de) \u201eSinnlose Fahrverbote?\u201c titelte mit Schlagseite eins die StZ. \u201eDer Gerechtigkeit halber sei gesagt, dass viele dieser Artikel das Leopoldina-Papier dann doch noch etwas differenzierter betrachteten.\u201c, so das Onlinemagazin. (20) Alles in allem doch eine subtile Vereinfachung im \u00dcberschriftenbild der einschl\u00e4gigen Medien, mit einer giftigen Botschaft: vielleicht sind Fahrverbote \u00fcberfl\u00fcssig. Falsch, denn die Autoren des Papiers hatten den Grenzwert von 40 Mikrogr. bei den Stickoxiden in der Luft am Stra\u00dfenrand gar nicht in Frage gestellt, sondern bekr\u00e4ftigt. Auch ihnen lag der Gesundheitsschutz der Bev\u00f6lkerung am Herzen. Fahrverbote im Kleinr\u00e4umigen als Reaktion auf Grenzwertverletzungen wurden nicht generell abgelehnt, lediglich als \u201ewenig sinnvoll\u201c erachtet. Die Grenzen derartiger Ma\u00dfnahmen wurden aufgezeigt. So, wenn bei einer einfachen Verlagerung des Gefahrenherdes (durch Sperrung einzelner Stra\u00dfen) hin auf eine Nebenstrecke kurzschl\u00fcssig gedacht w\u00fcrde. Denn auch an der neuen Umgehung gelte nicht: tief Durchatmen. Lauter w\u00fcrde es hier auch. Der Gesamtgehalt der Emissionen werde nicht reduziert. \u201eGro\u00dffl\u00e4chige Beschr\u00e4nkungen wie die in vielen St\u00e4dten eingef\u00fchrten Umweltzonen h\u00e4tten sich in der Vergangenheit hingegen positiv auf die Luftqualit\u00e4t ausgewirkt\u201c, so hei\u00dft es bei ihnen &#8211; laut \u201etaz\u201c.<br \/>\n*Dar\u00fcber hinaus: Man d\u00fcrfe sich bei der Problematik der Luftschadstoffe nicht auf die Stickoxide fixieren, das sei wenig zielf\u00fchrend. Das Problem der Luftverschmutzung habe viele Facetten, die einer Gesamtschau bed\u00fcrften. Zwar bezeichnen die Autoren die Feinst\u00e4ube als noch gef\u00e4hrlicher als die Stickoxide, doch war dies kein Pl\u00e4doyer gegen Grenzwerte und Fahrverbote, also entgegen dem, was interessierte Kreise daraus gerne lesen wollten.- Die Autoren haben dann auch eigene Vorschl\u00e4ge zur Behandlung der Probleme vorgelegt, deren Bewertung hier aber nicht m\u00f6glich ist.<br \/>\nAlso: Ernste Mahnungen der Autoren und der dargelegten Tatbest\u00e4nde im Bericht, auf die die \u201etaz\u201c, mit entsprechendem Referat und Original &#8211; Zitaten aus der Studie auch hingewiesen hat. (21)<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Auch im Wissenschaftsteil der FAZ erschien ein Kurzartikel, der sich wie eine Replik auf die Verharmloser (wohl auch aus den eigenen Reihen) lesen l\u00e4sst: \u201eStickoxide sind laut dem Luftschadstoff -Gutachten der Nationalakademie Leopoldina hierzulande zwar verglichen mit Feinstaub die geringere von zwei Schadstoffmalaisen. Dass sie deshalb unwichtig seien, wie nun gelegentlich geschlussfolgert wurde, l\u00e4sst sich wissenschaftlich nicht erh\u00e4rten. In \u201eLancet Planetary Health\u201c rechnen Forscher der George Washington University nach Auswertung medizinischer Daten und Stickoxidwerte zwischen 2010 und 2015 in weltweit 125 St\u00e4dten vor, dass die j\u00e4hrlich austretenden F\u00e4lle von Asthma bei Kindern zu 64 Prozent auf die Luftverschmutzung an verkehrsreichen Stra\u00dfen zur\u00fcckzuf\u00fchren seien. Stickoxide sind die Leitsubstanz f\u00fcr schmutzige Luft.\u201c (22) &#8211; Es gibt also durchaus Wiederspr\u00fcche im Lager der Bourgeoisie, die aufzudr\u00f6seln und auf ihre Urspr\u00fcnge zur\u00fcckzuf\u00fchren einer eigenen Studie wert w\u00e4re. Doch das ist hier nicht machbar.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Die Studie der Leopoldina war eine Auftragsarbeit der Bundesregierung. Gedacht als neutrales Forum in Sache Stickoxide. Doch warf sie zum Erstaunen Vieler (auch der Bundesregierung) den Blick auf ein B\u00fcndel von Umweltfragen. \u00dcberraschung!<br \/>\nWorum ging es den Autoren der Studie eigentlich im Kern: Um einen kritischen Blick auf die Gesamtproblematik der Luftschadstoffe einschlie\u00dflich der Feinst\u00e4ube sowie auf die derzeitige Verkehrspolitik, f\u00fcr die eine nachhaltige Wende verlangt wurde. Gesichtspunkte also, die niemals schaden und eigentlich zur Diskussion herausfordern sollten.<br \/>\nMan muss kein Prophet sein: Selbst wenn es gelingt, die Problematik der alten Diesel-Fahrzeuge im Stra\u00dfenverkehr kurzfristig zu entsch\u00e4rfen, <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>die<\/b><\/span><\/span> <span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Problematik<\/b><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"> der hohen Konzentration von Stickoxid und der Feinst\u00e4ube im Luftraum mit all ihren Folgen <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>wird ohne<\/b><\/span><\/span> <span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>\u00f6kologisch\/politische Umkehr bleiben<\/b><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">. Darauf deuten die Fakten.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Wissenschaftliche Probleme muss man ausdiskutieren<\/b><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">. Man muss sich aber auch bewusst sein, dass Probleme der Beweisf\u00fchrung als Vorwand genutzt werden (k\u00f6nnen), um Gesch\u00e4ftsmodelle zu bewahren und Interessen zu verschleiern, ja um politische Eingriffe ins Machtgef\u00fcge zu verhindern. Vieles in der heutigen Debatte zu den Schadstoffgrenzwerten deutet darauf hin.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Jeder Tote, jeder Krankheitsverlauf, der vermeidbar ist, ist ein Toter, ein Kranker zu viel. Viele technische, wissenschaftliche und administrative <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Voraussetzungen zur Vermeidung<\/b><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"> solcher \u201aExekutionen\u2018 oder Leidenstouren gibt es bereits. Ihr Einsatz muss gegen Kapital und Staat, letztlich durch staatliche Zwangsgesetze bereits in der b\u00fcrgerlichen Republik <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>erzwungen werden<\/b><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">. er <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>(<\/b><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i><b>vorbeugende<\/b><\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>) gesundheitliche Schutz<\/b><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"> der Proletarier und Werkt\u00e4tigen nebst ihrer Angeh\u00f6rigen ist dabei <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>als Ma\u00dfstab <\/b><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">politisch<\/span><\/span><b> <\/b><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">durchzusetzen. Das ist eines der vielen Etappenziele auf dem Weg zum Sozialismus.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Sammeln wir f\u00fcr den Gegenangriff <\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Die Darstellung der \u201eSozialen Pathologie\u201c einer gegebenen Gesellschaft und die Kritik daran, zum Nutzen der Werkt\u00e4tigen, ist nicht immer einfach &#8211; aber notwendig. &#8211; Vom Maler und Graphiker Heinrich Zille stammt der folgende Satz im Angesicht seines \u201eBerliner Millj\u00f6hs\u201c: Man kann mit einer Wohnung einen Menschen genauso gut t\u00f6ten wie mit einer Axt. (23) Diese Kennzeichnung ist unmittelbar nachvollziehbar und handgreiflich. &#8211; Andere Nachweise privater und gesellschaftlicher Gewalt gegen Menschen in Angesicht von Krankheit und Tod sind schwerer zu f\u00fchren. Beispiele habe ich oben angef\u00fchrt. Sie lie\u00dfen sich vervielfachen. Wir sollten unsere Blicke daf\u00fcr sch\u00e4rfen. Die Aufdeckung solcher und anderer Menschheitsverbrechen ist durchaus m\u00f6glich. Sammeln wir wissenschaftliche Argumente, um sie im Meinungsstreit und im Klassenkampf <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>zu gebrauchen<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Quellen, Anmerkungen und Literaturangaben<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>zu I. <\/b><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><br \/>\n<span style=\"font-size: 12pt;\">1 ) Hans Schaefer\/Maria Blohmke: Herzkrank durch psychosozialen Stre\u00df. Heidelberg: Dr. Alfred H\u00fcthing Verlag, 1977. \/ M.J. Halhuber (Hrsg.): Psychosozialer &gt;Stress&lt; und koronare Herzkrankheit. (Band 1) Berlin Heidelberg New York : Springer-Verlag, 1977<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 12pt;\">2 ) Hans Schaefer: Pl\u00e4doyer f\u00fcr eine neue Medizin. M\u00fcnchen Z\u00fcrich: Piper, 1979 \/\/ H. Schaefer: Erkenntnisse und Bekenntnisse eines Wissenschaftlers. Heidelberg: Verlag f\u00fcr Medizin Dr. Ewald Fischer, 1986<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 12pt;\">3 ) So kann z.B. ein grenzwertiger Diabetes mellitus vom Typ 2 (auch Alters-Diabetes genannt) mit chronischem Stress zusammenh\u00e4ngen (und nach dessen Beseitigung verschwinden), aber dieser Diabetes Typ kann im Leben auch ganz andere Ursachen und Hintergr\u00fcnde haben. Eine Zuordnung br\u00e4uchte die jeweilige Differenzial-Diagnose.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 12pt;\">4 ) siehe z.B.: a) Joachim M\u00fcller-Jung: Mit Stress fertig werden. Ein Krankheitsfaktor macht Karriere &#8211; aber wie wirkt er? in: FAZ, 6. Feb. 2008, S. N1 \/ Johannes Siegrist: Was wir Stress nennen, macht nicht krank. in: FAZ, 18. Feb. 2008, S. 8 \/\/ b) dpa: Stress belastet Millionen Besch\u00e4ftigte. Studie zeigt Strapazen im Arbeitsalltag \/Merkel will bessere Bedingungen in der Pflege. in: NOZ, 13. Nov. 2018, S. 6 \/ sch\u00e4.: 100 Millionen Fehltage wegen psychischer Leiden. Immer mehr Arbeitnehmer erkranken an Depressionen \/ Mediziner warnen vor zu viel Druck und Multitasking. in: FAZ, 13. Dez. 2018, S. 17 \/ loe.: Arbeitnehmer f\u00fchlen sich oft gestresst. in: FAZ, 23. Nov. 2018, S. 19 \/ dpa: Forderung nach mehr Schutz auch bei Hausarbeit. in: GN, 20. April 2019, S. 7 \/ de.: Zu Hause mehr Stress als im B\u00fcro. AOK warnt vor Gesundheitsrisiken. in: FAZ, 18. Sept. 2019, S. 17<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 12pt;\">5 ) Zahlen siehe: Deutsche Herzstiftung: Herzbericht 2018 <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 12pt;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif; font-size: 14pt;\"><b>zu II. <\/b><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><br \/>\n6 ) zur Fr\u00fchzeit des Betrugs siehe u.a.: Klaas Tatje: Wir m\u00fcssen drau\u00dfen bleiben. Fahrverbote in der Heimat von Daimler, BMW und Volkswagen. Wie ist das blo\u00df passiert. in: Die Zeit, Nr.10, 1. M\u00e4rz 2018, S. 25 \/ Detlef Drewes: Autobauer trafen illegale Absprachen. EU-Kommission geht gegen f\u00fcnf deutsche Konzerne vor\/ Abgas-Filter funktionierten nicht. in: GN, 6. April 2019, S. 6 \/\/ Die weitere (auch gerichtliche) Kl\u00e4rung und Aufarbeitung des \u201aSkandals\u2018 steht noch aus.<br \/>\n7 ) Thomas Kroher: Nachr\u00fcstung? Klappt! Hardware-Einbau f\u00fcr Euro 5Fahrzeuge k\u00f6nnen deren Stickoxidaussto\u00df (NOx) erheblich verringern. Das beweist eine ADAC Untersuchung von vier SCR-Systemen. in: ADAC motorwelt, 03\/2018, S. 26\u201330<br \/>\n8 ) Thomas Kroher: Das m\u00fcssen Dieselfahrer jetzt wissen. Sonderrabatte f\u00fcr Neuwagen und Hardware-Nachr\u00fcstungen: Um Fahrverbote f\u00fcr Diesel zu verhindern, hat der Bund ein Ma\u00dfnahmenpaket beschlossen. Doch reicht das aus? in: ADAC motorwelt, 11\/2018, S. 28 &#8211; 32 \/ Claas Tatje u. Fritz Zimmermann: Verl\u00e4ssliche Freunde. Die Autobauer geraten beim Dieselbetrug immer weiter in Bedr\u00e4ngnis. Das Kanzleramt hingegen unterst\u00fctzt die Industrie treu, wie ein Briefing f\u00fcr die Bundeskanzlerin enth\u00fcllt. in: Die Zeit, Nr. 18, 25. April 2019, S.20<br \/>\n9 ) Ralf Pauli: Nicht zust\u00e4ndig f\u00fcr Stickoxide. Forschungsministerin Karliczek schweigt zu Grenzwertdebatte. in: taz, 4. M\u00e4rz 2019, S. 8<br \/>\n10) Wolfgang Mulke: Viele Ausnahmen wenig Kontrolle. Koalition beschlie\u00dft umstrittene Regeln f\u00fcr Fahrverbote. Scheuers Wunsch nach h\u00f6heren Grenzwerten weist die EU br\u00fcsk zur\u00fcck. in: taz, 14. M\u00e4rz 2019, S. 8<br \/>\n11) Simone Schmollack: Stickoxide schaden F\u00f6ten. In der Diskussion \u00fcber Grenzwerte wurden bislang besonders gef\u00e4hrdete Gruppen vernachl\u00e4ssigt. in: taz, 31.Jan. 2019, S.9<br \/>\n12) enn.: Scheuer: Fahrverbote vermeidbar. Bundestag definiert Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit per Gesetz. in: FAZ, 15. M\u00e4rz 2019, S.17<br \/>\n13) Hanno Charisius: Gift aus dem Auspuff. In Deutschland sterben jedes Jahr 13.000 Menschen an den Folgen von Feinstaub und Ozon aus dem Verkehr, besagt eine neue Studie. Nur in China, Indien und den USA ist die Lage bedenklicher. in: SZ, 28.Feb. 2019, S.14<br \/>\n14) siehe z.B. Joachim M\u00fcller-Jung: Grenzwert-Ver\u00e4chter atmen d\u00fcnne Luft. Schlimmer als Tabak. Durch verschmutzte Luft sterben weltweit mehr Menschen als durch das Rauchen: Die Wissenschaft macht im Streit um die Risiken von Luftschadstoffen Ernst und setzt Umweltpolitik und \u00c4rzte mit neuen Zahlen unter Druck. in: FAZ, 13.M\u00e4rz 2019, S. N2<br \/>\n15) Frank Frick: Feinstaub vom Acker. Ein Gro\u00dfteil des Feinstaubs in Deutschland stammt nicht vom Stra\u00dfenverkehr, sondern aus der Landwirtschaft. Mainzer Forscher haben genaue Zahlen ermittelt. in: bild der wissenschaft, Nr. 9, 2019, S. 78 &#8211; 81<br \/>\n16) few.: Luftverschmutzung. in: FAZ, 4. Sept. 2019, S. N2<br \/>\n17) Werner Bartels: Auf Lunge. Durch verschmutzte Luft sterben weltweit mehr Menschen als durch das Rauchen. Laut Analysen fordern Schadstoffe und Feinstaub 8,8 Millionen zus\u00e4tzliche Todesf\u00e4lle pro Jahr. in: SZ, 13. M\u00e4rz 2019, S.14<br \/>\n18) ich z\u00e4hle dazu: Prof. Dr. Alexander S. Kekul e\u2018: Teufel oder Beelzebub. Mit der Festlegung von wissenschaftlich nicht begr\u00fcndbaren Grenzwerten f\u00fcr Stickstoffdioxid hat die Politik Deutschland in die Diesel-Falle gesteuert. Und nur die Politik kann das Land aus dieser Falle befreien. Einstweilen muss die Justiz die Schieflage zwischen dem gesetzlichen Grenzwert, den Handlungsoptionen der Gemeinden und den Rechten der B\u00fcrger korrigieren. in: FAZ, 1. April 2019, S.8<br \/>\n19) mas\/ros.: Wissenschaftler: Lokale Fahrverbote wenig sinnvoll. Leopoldina r\u00e4t, mehr auf Feinstaub zu achten \/ Kein Dieselverbot in Stuttgart. in: FAZ, 10. April 2019, S. 1<br \/>\n20) Oliver Stenzel: Scheuer wie er die Welt sieht. Eine wissenschaftliche Stellungnahme fordert eine radikale Verkehrswende. Doch der zust\u00e4ndige Minister Andreas Scheuer und gro\u00dfe Teile der Presse st\u00fcrzen sich nur auf die isolierte Aussage, dass lokal begrenzte Fahrverbote \u201ewenig sinnvoll\u201c seien. in: Kontext. Das Onlinemagazin aus Stuttgart, NR. 421, 27. April 2019, (Printbeilage zur taz), S.1<br \/>\n21) Malte Kreutzfeldt: Kampf gegen Feinstaub verst\u00e4rken. Als Folge der umstrittenen Thesen von Lungenarzt Dieter K\u00f6hler hatte die Bundesregierung die Wissenschaftsakademie Leopoldina beauftragt, die Grenzwerte zu \u00fcberpr\u00fcfen. Die fordert nun nicht etwa die Aufweichung, sondern zus\u00e4tzliche Ma\u00dfnahmen gegen Feinstaub. in: taz, 10. April 2019, S. 9 \/ Zur Inhalts-\u00dcbersicht siehe auch: Hanno Charisius: Nicht nur \u00fcber Stickoxide reden. Nationalakademie fordert nachhaltige Verkehrswende. in: SZ, 10.April 2019, S.14<br \/>\n22) jom.: Stickoxide. in: FAZ, 17. April 2019, S. N1<br \/>\n23) Heinrich Zille, zitiert bei: Otto Nagel: H. Zille. Ver\u00f6ffentlichung der Deutschen Akademie der K\u00fcnste. Berlin: Henschel Verlag, 1966, S. 150<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fritz G\u00f6tt Wer sich nach dem Lesen von Teil 1 des Artikels in AzD 90 an einige \u00e4ltere Diskussionen erinnert f\u00fchlt, sagen wir zur Genese des Herzinfarkts oder zur Problematik der Luft-Schadstoff -Grenzwerte, liegt gar nicht so falsch. Denn auch hier ging oder geht es ja um m\u00f6gliche Zusammenh\u00e4nge von Gesellschaft, \u201eTechnik\u201c, Umweltbedingungen, der sozialen &hellip; <a href=\"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=1820\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Wer ruiniert hier wen? 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