{"id":1816,"date":"2020-03-26T11:16:49","date_gmt":"2020-03-26T10:16:49","guid":{"rendered":"http:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=1816"},"modified":"2020-03-26T11:28:54","modified_gmt":"2020-03-26T10:28:54","slug":"die-kindertrompeten-des-peter-miso","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=1816","title":{"rendered":"Die Kindertrompeten des Peter Miso"},"content":{"rendered":"<p align=\"justify\"><span style=\"font-size: 14pt;\"><em><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"color: #000000;\">Chris &amp; Phil<\/span><\/span><\/em><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: large;\">Wir staunten nicht schlecht, als wir eine Mail von einem uns unbekannten Peter Miso erhielten, in der er angab, unter der \u00dcberschrift \u201eZukunftsmusik auf der Kindertrompete\u201c eine Rezension \u00fcber &#8218;Goodbye Kapital&#8216; geschrieben zu haben. Eigentlich \u201emehr als eine Buch-Rezension\u201c schrieb er uns: \u201e[I]nspiriert von eurem Buch habe ich eigene \u00dcberlegungen angestellt, teilweise ziemlich abenteuerliche\u201c (so Miso \u00fcber Miso). Mit ersterer Angabe bauchpinselt der Peter sich schon sehr. Denn \u00fcber &#8218;Goodbye Kapital&#8216; erf\u00e4hrt der*die geneigte Leser*In recht wenig und letztlich ist es nicht &#8218;mehr&#8216;, sondern schlichtweg weniger als eine Rezension. Eine ernste Auseinandersetzung mit unserem Buch fand nicht statt, fast gewinnt man den Eindruck, der Rezensent hat das Buch nur auszugsweise gelesen oder digital mit einer Suchmaschine durchforstet. \u201e[E]igene \u00dcberlegungen [\u2026] teilweise ziemlich abenteuerliche\u201c findet man dagegen in Misos &#8218;Rezension&#8216; mehr als genug. Vieles bezieht sich dabei gar nicht auf uns und bleibt deshalb an dieser Stelle weitestgehend unkommentiert.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: large;\">Dass wir uns \u00fcberhaupt auf seine &#8218;Kindertrompeten&#8216; einlassen, liegt daran, dass er so viele Zitate von uns verdreht und aus dem Zusammenhang rei\u00dft, dass es schlichtweg Falschdarstellungen sind, die eine knappe Gegendarstellung verlangen. Wir beschr\u00e4nken uns dabei auf ausgew\u00e4hlte Beispiele:<\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\">\u201e<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"font-size: large;\">Occupy, von Chris&amp;Phil als &#8218;globale Revolte&#8216; deklariert\u201c, beginnt Peter seine Ausf\u00fchrungen und zeigt damit deutlich, dass er nicht einmal das einleitende Kapitel bei uns gelesen und\/oder verstanden hat. Nat\u00fcrlich bezeichnen wir &#8218;Occupy&#8216; nicht als &#8218;globale Revolte\u2019 sondern beschreiben die Gesamtheit einer ganze Reihe globaler Ereignisse des Jahres 2011, die wir in ihren Eigenheiten und mit ihren Widerspr\u00fcchlichkeiten darstellen: Die Arabellion, die &#8218;Emp\u00f6rten&#8216; in S\u00fcdeuropa und die Occupy-Bewegung. Wir versuchen dabei aufzuzeigen, wo ihre Besonderheiten und ihre Gemeinsamkeiten lagen und in welchem Zusammenhang sie zur &#8218;gro\u00dfen Krise&#8216; standen. Dabei war uns wichtig, die Bewegung(en) weder im orthodoxen Stil zu kritisieren, noch sie unkritisch abzufeiern. Peter versteht das nicht. Dass unser Verh\u00e4ltnis zur &#8218;Occupy-Bewegung ambivalent&#8216; sei, ist noch das schlaueste, was ihm einf\u00e4llt. Ansonsten nur Falschdarstellungen: Die \u201eim Herbst 2011 beginnende, Protestbewegung [gab es f\u00fcr Peter] nur f\u00fcr einige Monate, und eigentlich nur in den USA\u201c. Dagegen im Original: \u201eInteressanterweise startete das Protestjahr 2011 nicht nur zwei bis drei Jahre nach der Weltmarktkrise, sondern auch fernab von deren Zentren. Der Startschuss fiel in Tunesien. Am 14. Januar 2011 [\u2026] Sowohl Tunesien als auch \u00c4gypten waren und sind typische L\u00e4nder der kapitalistischen Peripherie.\u201c (S. 36). Usw. usf. Eine Darstellung der widerspr\u00fcchlichen Entwicklung eben. Wen es interessiert, der lese das Original!<\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: large;\">Im zweiten Kapitel geht es um Geld. Miso kritisiert den Verlust \u201ewissenschaftlicher Klarheit\u201c in unserer Darstellung der Geldfunktionen. Sein angef\u00fchrtes Beispiel zeigt dabei allerdings nur, dass er weder Marx noch unsere Rezeption verstanden hat: &#8222;Die Tatsache des kapitalistischen Akkumulationszwanges verleitet Chris&amp;Phil dazu, die dritte Funktion des Geldes, als Wertaufbewahrungsmittel, zu vernachl\u00e4ssigen, ja geradezu auszuschlie\u00dfen [\u2026] vielmehr denken sie, alles gehortete Geld m\u00fcsse wieder zu aktiven Kapital gemacht werden\u201c (Miso). Dann zitiert er aus unserm Buch: \u201e[D]enn vermehren sie ihr Geld nicht, werden sie es verlieren, und damit ihre Stellung und ihre Macht\u201c (S. 73). Letzteres Zitat befindet sich in unserem Buch, wie korrekt angegeben, auf Seite 73. Allerdings wird dort l\u00e4ngst Geld als Kapital behandelt und nat\u00fcrlich muss Kapital sich vermehren. Dagegen die dritte Geldfunktion &#8218;Wertaufbewahrungsmittel&#8216; zu halten, ist totaler Bl\u00f6dsinn. \u00dcber &#8218;wissenschaftliche Klarheit&#8216; brauchen wir da gar nicht reden.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: large;\">Gleiches gilt \u00fcbrigens f\u00fcr seine Kritik an unserer online verf\u00fcgbaren gek\u00fcrzten Fassung der marxschen Grundrisse (<\/span><\/span><span style=\"color: #0563c1;\"><u><a href=\"https:\/\/deref-web-02.de\/mail\/client\/hswjWyLQZRQ\/dereferrer\/?redirectUrl=http%3A%2F%2Fassoziation.info%2F%3Fp%3D54\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><span style=\"font-size: large;\">http:\/\/assoziation.info\/?p=54<\/span><\/a><\/u><\/span><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: large;\">). Peter hat ein Marx-Zitat gefunden, das ihm scheinbar Deutungshoheit gegen uns garantiert, und dies bei einer digitalen Durchforstung in unserer gek\u00fcrzten Fassung nicht gefunden. Surprise, surprise! Der MEW Band 42, auf dessen Grundlage wir gek\u00fcrzt haben, hat fast 1000 Seiten. Unsere Variante, die wir f\u00fcr Schulungsarbeit entwickelt haben, ganze 730 Seiten weniger! Da wird sich so manches Zitat nicht wiederfinden. H\u00e4tte Peter sich allerdings die M\u00fche gemacht, die 270 Seiten zu lesen, h\u00e4tte er wohl bemerkt, dass &#8217;sein&#8216; Zitat, das er so schmerzlich vermisst, von der Logik der Darstellung nat\u00fcrlich drinnen stehen k\u00f6nnte. Nirgends fehlt der Inhalt dieses Zitates. <\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: large;\">Aber zur\u00fcck zu &#8218;Goodbye Kapital&#8216; und unserem &#8218;Rezensenten&#8216;. H\u00e4tten wir bez\u00fcglich fehlender &#8218;wissenschaftlichen Klarheit&#8216; echte Beispiele bekommen, w\u00e4ren wir dankbar gewesen. Dabei gilt es allerdings folgendes zu beachten: Anspruch von unserem B\u00fcchlein ist es, dass man es ohne Vorkenntnisse verstehen soll. Es ist sozusagen eine popul\u00e4rwissenschaftliche Schrift. Einen gewissen Grad an &#8218;wissenschaftlicher Klarheit&#8216; wird man dabei wohl verlieren, dies ist unbestritten und gilt f\u00fcr alle Wissenschaften. Nicht umsonst empfehlen wir im Buch, das Original, also Marx, zu lesen und zu studieren! Aber anstatt mit Marxologen um die richtige Auslegung zu streiten (und da gibt es ja verschiedene Interpretationen, die sich f\u00fcr die reine Lehre halten), wollten wir hier unseren eigenen Standpunkt darstellen. Wer mehr \u00fcber diesen erfahren m\u00f6chte, lese das Original!<\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: large;\">Wer dagegen die &#8218;Kindertrompeten&#8216; in G\u00e4nze gelesen hat, wird schnell gemerkt haben, dass Peter weder \u00fcber die &#8218;globale Revolte&#8216; noch \u00fcber die Geldfunktionen bei Marx schreiben m\u00f6chte, sondern sich eigentlich nur f\u00fcr eines interessiert: Die Macht des aufgeh\u00e4uften Geldes und der B\u00f6rse!<\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Die Macht des Geldes und die B\u00f6rse<\/b><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"color: #000000;\">\u201e<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"font-size: large;\">Die alte Gier nach Gold ist noch wirksam\u201c, schreibt er \u00fcber die Schatzbildung. Mag sein, aber Gier erkl\u00e4rt noch nicht den Kapitalismus und die Funktion von &#8218;Geld als Wertaufbewahrungsmittel&#8216; in diesem. \u201eMit vorhandenen Geldverh\u00e4ltnissen (bzw. Besitzverh\u00e4ltnissen) werden bestehende Herrschaftsverh\u00e4ltnisse zementiert\u201c, bewertet er das Geld als Zahlungsmittel. Richtig, Geldverh\u00e4ltnisse schaffen sogar Herrschaftsverh\u00e4ltnisse. Dass wir ausf\u00fchrlich auf die Wirkungen dieser Geldverh\u00e4ltnisse in der Krise eingegangen sind &#8211; geschenkt. Peter geht es um etwas anderes: \u201eDas Verh\u00e4ltnis von &#8218;Gl\u00e4ubiger und Schuldner&#8216; ist das von Herr und Knecht, die Entwicklung des Geldes aus und in den Handelsgesch\u00e4ften ein juristischer Akt, die Gesetze des Handels, der Schulden, des Marktes.\u201c Die Entwicklung des Geldes ein juristischer Akt? Ist das wirklich das, was ihm in unserem Buch an der dritten Geldbestimmung gefehlt hat? \u00c4h\u00e4m. &#8218;Wissenschaftliche Klarheit\u2019?<\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: large;\">Konsequenterweise h\u00e4lt Peter die Krise 2007\/2008 einzig f\u00fcr ein &#8218;Finanzdisaster&#8216;, eine reine &#8218;Geldkrise&#8216;, verursacht von &#8218;B\u00f6rsenspielern&#8216;. Original: \u201eSelbst die B\u00f6rsenw\u00f6lfe dienen nicht dem Geld, sondern sind nur s\u00fcchtig, damit und darum zu spielen; und wer spielt, gewinnt eben nicht immer, verliert bisweilen.\u201c Nun gut. Immerhin hat er unserem Buch entnommen, dass wir diese Einsch\u00e4tzung nicht teilen. Niemand solle sagen, er h\u00e4tte gar nichts daraus verstanden. Denn &#8218;Peter und den (B\u00f6rsen-)Wolf&#8216; wird man bei uns tats\u00e4chlich vergeblich suchen. Doch wer aufmerksam gelesen hat, wird bemerkt haben, dass wir grade von einer oberfl\u00e4chlichen Kritik der Erscheinungen in der Finanzwelt, die in der Krise allerorten zu sehen waren, zu den Grundlagen der kapitalistischen \u00d6konomie, zum Wert, zur Ware und zum Geld, vordringen wollten. Um eben darzulegen, warum genau diese Basis, die alle h\u00f6heren Formen wie die B\u00f6rse erst erm\u00f6glicht, abgeschafft werden muss. Mit der Analyse des Spielverhaltens von Finanzinvestoren wird man jedenfalls keine an Marx orientierte Gesellschaftskritik fertigbringen. Aber Marx scheint bez\u00fcglich der B\u00f6rsen sowieso nicht gerade die Hauptreferenz von Peter zu sein: \u201eMarx&amp;Engels untersch\u00e4tzen anfangs die \u00f6konomische Bedeutung der B\u00f6rsenspekulation [\u2026diese] findet sich erst in der dritten (deutschen) Auflage von &#8218;Das Kapital Erster Band\u2019.&#8220; Was ein Schwachsinn. Seit Marx sich mit dem Kapitalverh\u00e4ltnis besch\u00e4ftigte, beschrieb er auch die B\u00f6rsen. Und das auf einem bis heute unerreicht hohem Niveau. Das kann man von den Piketty, Weber oder Minskey &#8211; mit denen Peter Marx &#8218;erg\u00e4nzt&#8216; \u2013 beim besten Willen nicht behaupten. Linke Buchl\u00e4den quellen \u00fcber mit Wagenknecht, Zeise oder Harvey: Alles Leute, die sich einleitend auf Marx berufen und dann ziemlich schnell bei der &#8218;Macht der B\u00f6rsen und des Geldes&#8216; landen. Soweit, so gew\u00f6hnlich. Aber warum wird sowas mittlerweile in den AzD abgedruckt? In dieser Zeitschrift erschien immerhin der Artikel &#8218;Monopolkapitalismus und Finanzkapital&#8216; (AzD 39) der gr\u00fcndlich mit den Grundlagen dieser Theorie aufger\u00e4umt hat. Aber sei&#8217;s drum\u2026 Wer mehr dar\u00fcber erfahren m\u00f6chte, lese Klaus Winter in den alten Ausgaben der AzD!<\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Kommunismus<\/b><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: large;\">Der eigentliche Clou unseres Buches, das dritte Kapitel zu Arbeitszeitrechnung, wird von Peter mit einer Kritik an den &#8218;Alternativen aus dem Rechner&#8216; von Cockshott\/Cottrell \u00fcbergangen, auf die wir uns nicht wie er behauptet berufen, sondern die wir kritisieren. Wir beziehen uns dagegen konsequenter auf die &#8218;Kritik des Gothaer Programmentwurfs&#8216; und sehen gerade den von Miso kritisierten Punkt (\u201eLohn im Kommunismus\u201c) anders als Cockshott\/Cottrell!<\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: large;\">Die einschl\u00e4gigen Textstellen bei Marx d\u00fcrften bekannt sein. Marx spricht von einer \u201eersten Phase der kommunistischen Gesellschaft\u201c, wie sie aus der kapitalistischen Gesellschaft hervorgegangen ist, in der noch das b\u00fcrgerliche Prinzip der Verteilung gilt. Cockshott\/Cottrell bleiben hier stehen. Was bei letzteren eine dauerhafte Einrichtung sein soll, n\u00e4mlich &#8218;Entlohnung&#8216; nach Arbeitszeit, ist bei uns ein aus der alten Gesellschaft \u00fcberkommener, zun\u00e4chst &#8218;unvermeidbarer Mi\u00dfstand\u2019 der \u00dcbergangsgesellschaft.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: large;\">Erst in einer \u201eh\u00f6heren Phase der kommunistischen Gesellschaft\u201c, die \u201enach langen Geburtswehen\u201c aus der kapitalistischen Gesellschaft hervorgegangen ist, gilt: \u201eJeder nach seinen F\u00e4higkeiten, jedem nach seinen Bed\u00fcrfnissen!\u201c Diese Gedanken haben wir uns recht konsequent zu eigen gemacht, wie man sp\u00e4testens im f\u00fcnften Kapitel unsere Buches bemerken d\u00fcrfte, an dessen Ende wir sogar voranstehendes Zitat paraphrasieren.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: large;\">Aber was hat Peter gelesen: \u201eEs bleibt seltsam und beinahe unverst\u00e4ndlich, an Lohn und Preis (wenn auch ohne Profit) in einer kommunistischen Gesellschaft festhalten zu wollen, anstatt eine bedarfsgerechte Verteilung vorhandener Wirtschaftsg\u00fcter anzustreben, ohne Auf- und Abrechnung von &#8218;Arbeitsguthaben&#8216; (Junge k\u00f6nnen noch nicht arbeiten, Alte k\u00f6nnen es nicht mehr; die Bewertung der Arbeitsleistung von K\u00fcnstlern ist problematisch; etc.).\u201c Vermutlich kritisiert Peter hier wieder Cockshott\/Cottrell und hat diese mit uns verwechselt? F\u00fcr jede\/n, der unser Buch gelesen hat, machen seine Ausf\u00fchrungen sp\u00e4testens hier beim besten Willen keinen Sinn mehr. Aber am\u00fcsant ist es schon zu einem gewissen Grad: Der Kritiker der Kindertrompeten interessiert sich pl\u00f6tzlich f\u00fcr die &#8218;Bewertung der Arbeitsleistung von K\u00fcnstlern&#8216;!? LOL<\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: large;\">Aber noch einmal zu wichtigen Dingen zur\u00fcck: \u201eEinstimmig mit Bloch denken Chris&amp;Phil, da\u00df ein neues Bewu\u00dftsein sich nur entwickeln, nicht einfach beschlossen werden kann. Aber mit der Arbeitskontenrechnung, die sofort umsetzbar w\u00e4re, k\u00f6nne es sich entwickeln\u201c (Miso). Ein weiterer Punkt, bei dem Peter tats\u00e4chlich etwas verstanden hat! Ebenso wie Bloch haben wir diesen klugen Gedanken allerdings bei Marx entlehnt: \u201eDas Recht kann nie h\u00f6her sein als die \u00f6konomische Gestaltung und dadurch bedingte Kulturentwicklung der Gesellschaft.\u201c Nur &#8218;Arbeitskontenrechnung&#8216; ist eine Erfindung des &#8218;Rezensenten&#8216;, kommt bei uns nicht vor und ist auch nicht gemeint. Die Arbeitszeitrechnung, mit der wir uns naheliegenderweise ausf\u00fchrlicher als mit den Arbeitszeitkonten besch\u00e4ftigen, ignoriert Peter daf\u00fcr konsequent.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: large;\">Eine \u201eZustimmung zu den Stundenzetteln bzw. dem Arbeitsgeld\u201c kann Peter bei Marx nicht finden. Die Beurteilung, ob bei revolution\u00e4rer Umgestaltung der Gesellschaft \u201eMarx diese M\u00f6glichkeit wohlwollend, wenn nicht gar zustimmend in Betracht zog\u201c (Goodbye Kapital, 11) wollen wir an dieser Stelle dem*der Leser*In des Originals \u00fcberlassen. Hier nur eines: Peter selbst zitiert den entscheidenden Punkt, dass es darum gehen muss, das in der \u201eKategorie Geld ausgedr\u00fcckte Produktionsverh\u00e4ltnis selbst aufzuheben\u201c. Dass alle unsere Betrachtungen zur Arbeitszeitrechnung dies zur Bedingung machen, \u00fcbersieht unser eifriger Rezensent. Dabei h\u00e4tte er dazu blo\u00df den Klappentext lesen m\u00fcssen\u2026<\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: large;\">Ansonsten mault er sich noch miesopetrig ein bisschen was zu &#8218;Proletariat\u2019 und &#8218;Klassenkampf&#8216; zusammen. Was er verschweigt: Wir haben beide Themen in Kapitel vier untergebracht, in welchem wir bewusst und ernsthaft Fragen aufwerfen. Diese Fragen stellen wir offen und nicht als rhetorische Finten. Als orthodoxer Gralsh\u00fcter kann man es nat\u00fcrlich schon frevelhaft finden, diese Angelegenheiten aus dem Kanon herauszunehmen und als Fragen aufzuwerfen. Geschenkt. Aber warum wieder diese grotesken Falschaussagen? Zum ersten Satz aus dem kommunistischen Manifest hei\u00dft es bei uns: Dieser \u201eist sicherlich nicht falsch, aber vielleicht doch etwas einseitig. Zumindest ist er meistens sehr einseitig aufgefasst worden\u201c (S. 111). Was macht Peter daraus? Die Unterstellung, bei uns w\u00fcrde es hei\u00dfen, der Satz w\u00fcrde \u201eheute nicht mehr zutreffen\u201c!? Aus seiner Behauptung leitet er dann ab, wir w\u00fcrden \u201edie aktuellen \u00f6konomischen und \u00f6kologischen Probleme nicht mehr als eine Klassen-, sondern als eine Menschheitsfrage\u201c sehen. Abgesehen von den Fragen, die wir in Kapitel vier aufwerfen, schreiben wir recht eindeutig: \u201eWir wollen hier deshalb auch nicht daf\u00fcr pl\u00e4dieren, die Theorie von Klassen und Klassenk\u00e4mpfen zum alten Eisen zu legen. Schlie\u00dflich leben wir nach wie vor in einer Klassengesellschaft [\u2026]\u201c (S. 113). Kindertrompeten hin oder her &#8211; versuchen mit einem Holzhammer draufzuhauen und dann voll daneben treffen, macht definitiv keinen sch\u00f6nen Klang \u2026 <\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: large;\">Das diese Replik insgesamt etwas den Anschein von Marxexegese und Zitatenschlacht hat, liegt ausschlie\u00dflich an der undankbaren Tatsache, dass Peter die entscheidenden Zitate vollkommen aus dem Zusammenhang rei\u00dft und damit uns\u00e4gliche Falschdarstellungen bietet. Tats\u00e4chlich geht es in unserem Buch um etwas anderes. Angelehnt an Marx wird ein in einfacher Sprache verfasster (eigenst\u00e4ndiger) Entwurf zu den Themen Geld und Zukunft entwickelt. Wen es interessiert, der lese das Original oder sei auf die Rezension des marxistischen \u00d6konomen G\u00fcnther Sandleben verwiesen, die am 06.01.20 unter dem Titel &#8218;Pr\u00e4gendes Verh\u00e4ltnis&#8216; in der &#8218;junge Welt&#8216; erschien und sich im Netz leicht finden l\u00e4sst.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-size: large;\">Zu Peters \u201aRezension&#8216; zusammenfassend &#8211; wie damals in der Schule: &#8218;Thema verfehlt, setzen, sechs!&#8216;<\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Chris &amp; Phil Wir staunten nicht schlecht, als wir eine Mail von einem uns unbekannten Peter Miso erhielten, in der er angab, unter der \u00dcberschrift \u201eZukunftsmusik auf der Kindertrompete\u201c eine Rezension \u00fcber &#8218;Goodbye Kapital&#8216; geschrieben zu haben. Eigentlich \u201emehr als eine Buch-Rezension\u201c schrieb er uns: \u201e[I]nspiriert von eurem Buch habe ich eigene \u00dcberlegungen angestellt, teilweise &hellip; <a href=\"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=1816\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Die Kindertrompeten des Peter Miso<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-1816","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1816","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1816"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1816\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1818,"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1816\/revisions\/1818"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1816"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}