{"id":177,"date":"2016-09-11T12:36:32","date_gmt":"2016-09-11T10:36:32","guid":{"rendered":"http:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=177"},"modified":"2017-12-20T12:59:00","modified_gmt":"2017-12-20T11:59:00","slug":"2-kampf-im-westen-ruecken-frei-fuer-den-siedlungskrieg","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=177","title":{"rendered":"2. Kampf im Westen &#8211; R\u00fccken frei f\u00fcr den Siedlungskrieg"},"content":{"rendered":"<h2>Phase der &#8222;friedlichen&#8220; Revisionspolitik<\/h2>\n<p>Die Au\u00dfenpolitik des nationalsozialistischen Deutschlands schien in den Anfangsjahren in erster Linie auf die Revision des Versailler Vertrages ausgerichtet zu sein. Die letzten Regierungen der Weimarer Republik konnten durch die Stresemannsche &#8222;Schaukelpolitik&#8220; zwischen West und Ost einige Lockerungen des Vertrages erzielen, ohne allerdings die Grenzen zu ver\u00e4ndern. Hitler und der NSDAP gelang es hingegen, innerhalb von 6 Jahren die Pariser Nachkriegsordnung grundlegend zu zerst\u00f6ren, und das nicht durch Krieg, sondern durch eine Mischung aus geschicktem Verhandeln, Erpressungen und dem Ausnutzen der Widerspr\u00fcche zwischen England, Frankreich und der Sowjetunion. Die erste spektakul\u00e4re Entscheidung war der Austritt Deutschlands aus dem V\u00f6lkerbund, dessen Satzung Teil des Versailler Vertrages war. Einen Erfolg erzielte Hitler mit dem deutsch-britischen Flottenabkommen vom 18. Juni 1935, das ein Verh\u00e4ltnis der Seestreitkr\u00e4fte beider L\u00e4nder von 35 zu 100 vorsah. Der Einmarsch der Wehrmacht in das entmilitarisierte Rheinland im M\u00e4rz 1936 sowie die Einf\u00fchrung der allgemeinen Wehrpflicht brachen den Versailler Vertrag v\u00f6llig offen.<\/p>\n<p>Hitlers Planung ging auf. Das Empire f\u00fchlte sich der Nachkriegsordnung nicht mehr verpflichtet und damit stand Frankreich isoliert da. Englands &#8222;appeasement&#8220;- Politik stellte die Sicherung des Friedens in Europa \u00fcber alles andere. Durch die Bedrohung des Kolonialreiches durch Japan im Fernen Osten und durch Aufst\u00e4nde im Nahen Osten hatte die britische Regierung alle H\u00e4nde voll zu tun und f\u00fcrchtete, ein Krieg in Europa w\u00fcrde das Ende des Empire bedeuten. Mit territorialen Zugest\u00e4ndnissen an Deutschland glaubte man das richtige Friedensmittel gefunden zu haben. Frankreich, ohne britische Unterst\u00fctzung hilflos, schlo\u00df 1936 einen B\u00fcndnisvertrag mit der Sowjetunion, konnte dadurch die Nachkriegsordnung aber nicht retten.<\/p>\n<p>Mit der Wiedereingliederung des Saarlandes per Volksentscheid verbuchten die Nazis den n\u00e4chsten Erfolg und konnten sich trotz aller Proteste 1938 an die Einverleibung von \u00d6sterreich wagen. Wieder griff Gro\u00dfbritannien nicht ein. Der Anschlu\u00df \u00d6sterreichs begeisterte die Mehrheit der Bev\u00f6lkerung in Deutschland und \u00d6sterreich. Schon 1918 hatten beide Parlamente die Vereinigung beschlossen. Die Siegerm\u00e4chte verboten daraufhin die Umsetzung des Beschlusses. Mit der Annexion \u00d6sterreichs fiel wieder eine S\u00e4ule des Versailler Vertrages.<\/p>\n<p>Die Einverleibung des Sudetenlandes durch das M\u00fcnchener Abkommen war der letzte Schritt der &#8222;friedlichen&#8220; Revisionspolitik. Als Folge des Abkommens mehrten sich im englischen K\u00f6nigreich die Stimmen, die in dem Machtzuwachs Deutschlands eine gr\u00f6\u00dfere Gefahr f\u00fcr das Empire sahen als in einem Krieg auf dem europ\u00e4ischen Kontinent. Trotzdem wurde die milit\u00e4rische Eroberung der &#8222;Resttschechei&#8220; noch hingenommen.<\/p>\n<p>In dieser Phase verschleierten die Nazis ihre au\u00dfenpolitischen Ziele demagogisch. Hitler sprach nur vom Frieden und wiederholte, Deutschland stelle nun keine territorialen Forderungen mehr. In der deutschen Bev\u00f6lkerung stieg sein Ansehen durch die au\u00dfenpolitischen Erfolge, da alle vorigen Regierungen an der Revision Versailles&#8216; gescheitert waren. Die nationalsozialistische Terrorherrschaft dehnte sich auf immer gr\u00f6\u00dfere Teile Europas aus. F\u00fcr die Nationalsozialisten bildete die internationale St\u00e4rkung Deutschlands nur die Br\u00fccke f\u00fcr den Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion. Die Tatsache, da\u00df diese territorialen Gewinne ohne Krieg vonstatten gingen, verdankte Hitler dem Stillhalten Englands und Frankreichs. Die waghalsige Politik Hitlers, die bei milit\u00e4rischen Gegenma\u00dfnahmen gescheitert w\u00e4re, setzte sich durch.<br \/>\nDer gescheiterte Deal mit dem Empire<\/p>\n<p>Hitler hielt noch immer an Gro\u00dfbritannien als Wunschpartner fest. 1937 kam es zu einem Treffen zwischen Ribbentrop und Churchill. Churchill berichtete \u00fcber Ribbentrops Vorschl\u00e4ge: Der &#8222;Kern seiner Ausf\u00fchrungen war, da\u00df Deutschland die Freundschaft mit England anstrebe (&#8230;)- Es sei aber unerl\u00e4\u00dflich, da\u00df England Deutschland in Osteuropa freie Hand einr\u00e4ume (&#8230;) Von der britischen V\u00f6lkergemeinschaft und dem Empire verlangte man nur, da\u00df sie sich nicht einmischten.&#8220; [264] Der &#8222;F\u00fchrer&#8220; war sich allerdings nicht ganz sicher, ob England darauf wirklich eingehen w\u00fcrde. Der Staatssekret\u00e4r des Ausw\u00e4rtigen Amtes Weizs\u00e4cker notierte zu Hitlers \u00dcberlegungen: &#8222;Augen stark auf Osten gerichtet. England wird voraussichtlich noch einer Demonstration unserer milit\u00e4rischen Gewalt bed\u00fcrfen, ehe es nachgibt und uns den R\u00fccken frei l\u00e4\u00dft nach Osten.&#8220; [265] Neu war der Gedanke, das Empire durch milit\u00e4rische Gewalt zu dem &#8222;Kompromi\u00df&#8220; zu zwingen. In einer Besprechung mit der F\u00fchrung der Wehrmacht am 5.11.1937 sprach Hitler deshalb zum ersten Mal von einem Krieg gegen beide europ\u00e4ischen Westm\u00e4chte. [266]<\/p>\n<p>Hitler hatte aber keine Kriegsziele im Westen. Er wollte weder ein vereinigtes Europa unter deutscher Herrschaft noch Elsa\u00df-Lothringen annektieren. Im August 1939 \u00e4u\u00dferte Hitler wieder intern: &#8222;Alles was ich unternehme, ist gegen Ru\u00dfland gerichtet, wenn der Westen zu dumm und zu blind ist, um dies zu begreifen, werde ich gezwungen sein, mich mit den Russen zu verst\u00e4ndigen, den Westen zu schlagen, um dann nach seiner Niederlage mich mit versammelten Kr\u00e4ften gegen die Sowjetunion zu wenden.&#8220; [267]<\/p>\n<p>Mit der Garantieerkl\u00e4rung an Polen stellten sich die Westm\u00e4chte zum ersten Mal gegen die deutsche Expansion. Hitler, der glaubte, Polen &#8222;friedlich&#8220; zum deutschen Vasallenstaat machen zu k\u00f6nnen, sah sich nun vor eine neue Situation gestellt. Jetzt mu\u00dfte er sich tats\u00e4chlich mit Ru\u00dfland verst\u00e4ndigen, um den R\u00fccken f\u00fcr den Schlag gegen den Westen frei zu haben. Durch den deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt im August 1939 gewannen beide Staaten Zeit. Der territoriale Kern des Vertrages war die Teilung Polens. Wie Jugoslawien, die Tschechoslowakei und Rum\u00e4nien zimmerten die Siegerm\u00e4chte im Versailler Vertrag Polen aus Resten des deutschen, \u00f6sterreichischen und russischen Reichs zusammen, um dem deutschen Drang nach Osten Einhalt zu gebieten. Polen betrieb unmittelbar nach dem 1. Weltkrieg aber nicht nur gegen Deutschland, sondern auch gegen die Sowjetunion eine aggressive Expansionspolitik. Sp\u00e4ter arbeitete Polen mit Nazi- Deutschland zusammen, war aber nicht bereit, Danzig und den Korridor freizugeben. So hatten 1939 Deutschland und die SU ein Interesse daran, diese St\u00fctze des Versailler Vertrages zu zerschlagen, und die Sowjetunion bekam ihre alten Gebiete bis zur Curzon-Linie wieder. Stalin war zu dem Pakt mit dem gr\u00f6\u00dften Feind bereit, da die Westm\u00e4chte nicht auf sein Angebot zu einem kollektiven Sicherheitssystem gegen Deutschland eingingen. Deutschland vernichtete Polen als Staat und ging damit weit \u00fcber die Revisionspolitik hinaus. Polen diente damit nicht nur als Aufmarschgebiet gegen die Sowjetunion, sondern war auch als wichtiges deutsches Siedlungsgebiet vorgesehen.<\/p>\n<p>Mit der Kriegserkl\u00e4rung Englands und Frankreichs an Deutschland wurde die Auseinandersetzung im Westen unvermeidlich. Der Sinn des Krieges im Westen war f\u00fcr Hitler, wie schon gesagt, Gro\u00dfbritannien zu zwingen, seine B\u00fcndnisbedingungen anzunehmen, und nicht, das Empire zu zerst\u00f6ren. Goebbels, der im Unterschied zu Hitler gerne das Ende des Empire erlebt h\u00e4tte, notierte in sein Tagebuch den Unmut \u00fcber diese Politik. Am 20.10.39 hie\u00df es :&#8220;In Indien rumort es gegen England. Wir m\u00fcssen versuchen, die ganze Welt gegen die feigen Londoner Kriegstreiber mobil zu machen.&#8220; [268] Und \u00fcber Hitlers Politik notierte er: &#8222;Unter der Bedingung, da\u00df England \u2018aus Europa heraus\u2019 gehe und Deutschland seine \u2018Kolonien abgerundet\u2019 zur\u00fcckerhalte, sei er sofort zum Frieden mit London bereit. Er wolle England gar nicht vernichten und auch sein Empire nicht zerst\u00f6ren.&#8220; [269] In diesem Sinne richtete Hitler am 9. Juni 1940 einen &#8222;Friedensappell&#8220; an Gro\u00dfbritannien. Die britische Regierung sagte aus den schon genannten Gr\u00fcnden ab. Goebbels notierte: &#8222;Der F\u00fchrer will Englands Antwort im Augenblick noch nicht wahrhaben.&#8220; [270] Goebbels sah im britischen Staat die Herrschaft der verha\u00dften &#8222;Plutokratie&#8220;, die f\u00fcr ihn den Hauptfeind darstellte anstelle des Bolschewismus. Am 29. Juni 1940 schrieb er: &#8222;Wir warten, warten. Wann endlich geht der F\u00fchrer gegen England los?&#8220; [271] Der &#8222;F\u00fchrer&#8220; sorgte durch seinen Befehl daf\u00fcr, die deutschen Truppen vor D\u00fcnkirchen zu stoppen, so da\u00df 370.000 britische Soldaten auf die Insel gebracht werden konnten und damit ein wichtiger Teil der britischen Armee gerettet wurde. Aber weder solche Geschenke, noch der deutsche Bombenterror gegen London und Coventry im November 1940 konnten Gro\u00dfbritannien zu dem Deal: Sicherung des Empire gegen &#8222;freie Hand im Osten&#8220; bewegen. Zu bedrohlich war das nationalsozialistische Deutschland geworden.<\/p>\n<p>Der deutsche Au\u00dfenminister Ribbentrop, der wie das Ausw\u00e4rtige Amt eine andere Programmatik vertrat, versuchte w\u00e4hrenddessen, seinen &#8222;Kontinentalblock&#8220; gegen das Empire zu schmieden. Hitler lie\u00df ihn dabei in dem Glauben gew\u00e4hren, da\u00df ein zus\u00e4tzlicher Druck Gro\u00dfbritannien doch noch zum Einlenken zwingen w\u00fcrde. Am 22. Mai 1939 unterzeichneten Deutschland und Italien den &#8222;Stahlpakt&#8220;. Dieser Vertrag besiegelte die faschistische Waffenbr\u00fcderschaft und die Neuaufteilung Europas. Eine Bedrohung des gesamten britischen K\u00f6nigreiches erwuchs daraus allerdings noch nicht. Nach langen Verhandlungen trat Japan im September 1940 dem Dreim\u00e4chtepakt bei. Ribbentrop versicherte Japan zum wiederholte Mal, da\u00df Deutschland im Fernen Osten keine Interessen habe. Durch die deutschen Erfolge in Europa verlor Japan seine gro\u00dfen Bedenken gegen den deutsch- sowjetischen Nichtangriffspakt.<\/p>\n<p>Gegen wen der Antikominternpakt wirklich gerichtet war, verkannten die damaligen Akteure nicht. Der amerikanische Botschafter in Tokio, Joseph C. Grew, schrieb zum B\u00fcndnis: &#8222;Der Antikommunismus ist lediglich das Panier, unter dem sich die \u2018Habenichtse\u2019 zusammenschlie\u00dfen. Die Bedrohung Englands ist sehr real und unmittelbar einleuchtend, bedenkt man, da\u00df durch Japans Verbindung mit der Achse Berlin-Rom die \u2018life-line\u2019 des britischen Imperiums von der Nordsee durch das Mittelmeer bis jenseits Singapurs bedroht ist.&#8220; [272] Auch der italienische Au\u00dfenminister Ciao trug in sein Tagebuch ein, der Antikomintern-Pakt sei in Wirklichkeit &#8222;antibritisch&#8220;. [273]<\/p>\n<p>Ribbentrop versuchte, die antibritische Front um die Sowjetunion zu erweitern. Das &#8222;weltpolitische Dreieck&#8220; sollte sich in ein &#8222;weltpolitisches Viereck&#8220; verwandeln. Der deutsche Au\u00dfenminister umri\u00df vor einem japanischen Gast seine Zielsetzung: &#8222;Bei der neuen Weltordnung w\u00fcrde Japan in Ostasien, Ru\u00dfland in Asien, Deutschland und Italien in Europa zu bestimmen haben, und auch in Afrika w\u00fcrden ausschlie\u00dflich Deutschland und Italien, vielleicht mit einigen anderen Interessenten die Vorherrschaft aus\u00fcben.&#8220; [274] Auch Goebbels, der Ribbentrops Strategie nahe stand, sprach sich f\u00fcr ein B\u00fcndnis mit Ru\u00dfland aus. Er schrieb am 28.9.40 in sein Tagebuch: &#8222;Jetzt m\u00fcssen wir Ru\u00dfland und die T\u00fcrkei noch nach Berlin bringen. England mu\u00df von allen Seiten eingekreist werden. Die Lords sollen in ihrem eigenen Fett ersticken.&#8220; [275] Ribbentrop bot deshalb in seinem Brief am 13. Oktober Stalin sowie Molotow w\u00e4hrend seines Berlinbesuches den Beitritt zur antibritische Allianz an. [276]<\/p>\n<p>Die sowjetische F\u00fchrung war sich jedoch im Klaren dar\u00fcber, da\u00df das nationalsozialistische Deutschland die Hauptgefahr darstellte und der Rest der deutschen F\u00fchrung ganz andere Ziele verfolgte. Hitler blockierte Ribbentrops Politik nicht, um die sowjetische F\u00fchrung von seinen wirklichen Zielen abzulenken. Bald beendete er jedoch die B\u00fcndnisbem\u00fchungen seines Au\u00dfenministers, und der Traum vom Ende des Empire war ausger\u00e4umt.<br \/>\nKriegspolitik im Westen &#8211; Revision des Versailler Vertrages?<\/p>\n<p>Betrachten wir wieder den deutschen Krieg im Westen. Nach der Niederlage Polens bereitete Deutschland alles zur Niederwerfung Frankreichs und zum milit\u00e4rischen Aufzwingen des deutschen Angebots an Gro\u00dfbritannien vor. Eine wichtige strategische und wehrwirtschaftliche Basis bildete dazu Skandinavien. Am 3. Oktober 1939 verfa\u00dfte Raeder die Denkschrift &#8222;Gewinnung von St\u00fctzpunkten in Norwegen&#8220;. Gro\u00dfadmiral Raeder vertrat die Auffassung, Norwegen zu besetzen und Flottenst\u00fctzpunkte f\u00fcr den Krieg gegen Gro\u00dfbritannien zu errichten. [277] Angesicht der sich abzeichnenden Besetzung Narviks durch die Briten gab Hitler am 1. M\u00e4rz 1940 die Weisung &#8222;Weser\u00fcbung&#8220;, in der er die Besetzung Norwegens und D\u00e4nemarks befahl. &#8222;Hierdurch sollen englische \u00dcbergriffe nach Skandinavien und der Ostsee vorgebeugt, unsere Erzbasis in Schweden gesichert und f\u00fcr Kriegsmarine und Luftwaffe die Ausgangsstellung gegen D\u00e4nemark und England erweitert werden.&#8220; [278] Weder D\u00e4nemark noch Norwegen gliederte die Besatzungsmacht an das deutsche Reich an.<\/p>\n<p>Es folgte der schnelle Sieg \u00fcber Frankreich. Hielt Hitler nun an seiner Programmatik, den Westen niederzuschlagen, um den Siedlungskrieg f\u00fchren zu k\u00f6nnen fest, oder beseitigte er die letzten Reste der franz\u00f6sischen Nachkriegsordnung? In Belgien annektierte Deutschland ein \u00fcber 200 km2 gro\u00dfes Gebiet, das \u00fcber die im Versailler Vertrag Belgien zugeschlagenen Gebiete hinausging. Der &#8222;Waffenstillstandsvertrag&#8220; mit Frankreich sah da schon ganz anders aus. Die Wehrmacht besetzte Nordfrankreich. Aber statt mit Pauken und Trompeten die Wiedergewinnung Elsa\u00df-Lothringens zu feiern, wurde \u00fcberhaupt keine Grenzverschiebung vorgenommen. Das Vichy-Frankreich, das sich \u00fcber den Rest des Landes erstreckte, blieb unabh\u00e4ngig und wurde nicht besetzt. Frankreich behielt sogar zum Entsetzen aller deutschen Kolonialpolitiker sein Kolonialreich, in dem sich weiterhin \u00fcber 200.000 Mann starke Kolonialtruppen befanden. Auch die franz\u00f6sische Flotte und Luftwaffe demobilisierte man lediglich. Die Nazis wollten ein Frankreich, das sich der deutschen Expansion nach Osten nicht in den Weg stellte und Deutschland die Herrschaft \u00fcber Kontinentaleuropa \u00fcberlie\u00df. Trotz der M\u00f6glichkeit dazu dachten sie nicht an die Schaffung eines deutschen Kolonialreiches in Afrika durch Aneignung des franz\u00f6sischen Besitzes.<\/p>\n<p>Erst als die alliierten Truppen 1942 in Algerien landeten und mit Vertretern von Vichy-Frankreich vereinbarten, da\u00df die franz\u00f6sischen Truppen keinen Widerstand leisten w\u00fcrden, okkupierten die deutschen Truppen ganz Frankreich, da die Alliierten Frankreichs Empire als Ausgangsbasis gegen Deutschland nutzten.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><a href=\"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=181\">[Weiter]<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Phase der &#8222;friedlichen&#8220; Revisionspolitik Die Au\u00dfenpolitik des nationalsozialistischen Deutschlands schien in den Anfangsjahren in erster Linie auf die Revision des Versailler Vertrages ausgerichtet zu sein. 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