{"id":1452,"date":"2018-10-14T16:02:36","date_gmt":"2018-10-14T14:02:36","guid":{"rendered":"http:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=1452"},"modified":"2018-10-14T16:20:47","modified_gmt":"2018-10-14T14:20:47","slug":"iv-imperialismustheorie-und-krieg","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=1452","title":{"rendered":"IV. Imperialismustheorie und Krieg"},"content":{"rendered":"<p>Damit kommen wir auf die eingangs gestellte Frage zur\u00fcck, die uns \u00fcberhaupt bewogen hat, die vorliegende Untersuchung anzustellen. Inwieweit lassen sich der deutsche Weg in den Krieg und die im Krieg verfolgte Politik durch die Leninsche Imperialismustheorie erkl\u00e4ren?<\/p>\n<h2>1. Der Widerspruch zwischen \u00d6konomie und Politik<\/h2>\n<p>Die erste Schwierigkeit der Marxisten bestand darin, die Politik, die zum Krieg f\u00fchrte, aus wirtschaftlichen Beweggr\u00fcnden bzw. den Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten des Kapitals herzuleiten. &#8222;Dabei er\u00f6ffnete die wirtschaftliche Entwicklung des Reiches gl\u00e4nzende Aussichten, gleichsam auf indirektem Wege zur europ\u00e4ischen Vormacht aufzusteigen. (&#8230;) Als Kaiser Wilhelm II., nur eine Woche vor dem schicksalhaften Attentat von Sarajevo, dem Hamburger Bankier Max Warburg die Frage vorlegte, ob es angesichts der russischen Gefahr nicht &#8218;besser w\u00e4re, loszuschlagen anstatt zu warten&#8216;, antwortete ihm dieser: &#8218;abwarten k\u00f6nne uns nur Gewinn bringen&#8216;. Mit ungl\u00e4ubigem Erstaunen \u00e4u\u00dferte der amerikanische Botschafter Gerard, kurz nach dem Ausbruch des gro\u00dfen Krieges, in diesem Sinne sein bares Unverst\u00e4ndnis \u00fcber die deutsche Entscheidung, sich Mars hinzugeben und Merkur zu mi\u00dftrauen: &#8218;In 25 Jahren h\u00e4tte (den Deutschen) bei der Aufw\u00e4rtsentwicklung, wie sie hier im Gange war, niemand mehr etwas anhaben k\u00f6nnen. Jetzt h\u00e4tten (sie) alles auf eine Karte gesetzt. Er begriffe nicht, wie der Kaiser sich dazu habe entschlie\u00dfen k\u00f6nnen.'&#8220; (Hildebrand, S. 351) Anders formuliert: vom Boden kapitalistischer Interessen aus war der Krieg eine Dummheit.<\/p>\n<p>Wegen dieser Schwierigkeiten hatte Karl Kautsky, Lenins Hauptgegner in der Imperialismusschrift, die zunehmenden internationalen Spannungen schon vor 1914 als unabh\u00e4ngig von der \u00d6konomie betrachtet und den Imperialismus als &#8222;eine besondere Art kapitalistischer Politik&#8220;, als &#8222;die vom Finanzkapital bevorzugte Politik&#8220; beschrieben. (NZ 1915, S. 111) Seiner Auffassung nach entsprangen Imperialismus und Krieg also nicht aus \u00f6konomischen Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten, sondern verdankten sich einer fehlerhaften, vom Finanzkapital subjektiv vorgezogenen Politik.<\/p>\n<p>Die klassenpolitischen Ursachen f\u00fcr die zunehmende Vertiefung der Widerspr\u00fcche konnte er auf Basis seiner grunds\u00e4tzlichen Einsch\u00e4tzungen auch nicht entdecken. Er hielt die junkerlichen Gutswirtschaften f\u00fcr kapitalistische Agrarbetriebe und negierte die Rolle der vorb\u00fcrgerlichen Kr\u00e4fte und Herrschaftsformen. Nicht einmal die im Vergleich zu Deutschland weitaus r\u00fcckst\u00e4ndigeren Verh\u00e4ltnisse im Habsburgerreich (Kautsky lebte in Wien) und die spezielle Rolle des \u00f6sterreichisch-ungarischen Hochadels, der mindestens ebenso sehr wie die preu\u00dfischen Junker auf einen (kurzen) Krieg zur Stabilisierung seiner Herrschaft dr\u00e4ngte, lie\u00dfen ihn den b\u00fcrgerlichen Charakter der Doppelmonarchie in Frage stellen, denn aus dem Voranschreiten des Kapitals folgte f\u00fcr ihn die Herrschaft der Bourgeoisie. Weil aber der Krieg aus der \u00d6konomie heraus nicht nachvollziehbar war, l\u00f6ste er die Politik von der Wirtschaft und lie\u00df ihn aus einer Verkettung letztlich zuf\u00e4lliger Entscheidungen hervorgehen.<\/p>\n<p>Diese subjektive Erkl\u00e4rung wies Lenin zur\u00fcck. Er konstatierte, dass Kautsky &#8222;die Politik des Imperialismus von seiner \u00d6konomik trennt&#8220; und warf ihm die &#8222;Vertuschung&#8220; bzw. &#8222;Abstumpfung der fundamentalsten Widerspr\u00fcche des j\u00fcngsten Stadiums des Kapitalismus&#8220; vor. (Der Imperialismus, S. 98, 99; LW 22, S. 274) Aber wie wollte er selber Imperialismus und Krieg erkl\u00e4ren? In Grundfragen der gesellschaftlichen Entwicklung hatte er keine Differenzen zu Kautsky. Genau wie dieser \u00fcbersch\u00e4tzte er bei weitem den Entwicklungsstand der Verh\u00e4ltnisse, genau wie Kautsky hatte er \u00f6konomisch nur das Kapitalverh\u00e4ltnis und politisch nur die Bourgeoisie im Blick, beschr\u00e4nkte sich also auf einen Sektor der Klassengegens\u00e4tze. In der ersten \u00f6ffentlichen Stellungnahme vom September 1914 zum Krieg behauptete er bereits, dass &#8222;an der Spitze der einen Gruppe der kriegf\u00fchrenden Nationen &#8230; die deutsche Bourgeoisie&#8220; stehe. (Der Krieg und die russische Sozialdemokratie, LW 21, S. 14). In derselben Stellungnahme hei\u00dft es zwar gleichzeitig, dass die deutsche Bourgeoisie &#8222;vor den preu\u00dfischen Junkern mit Wilhelm an der Spitze katzbuckelt&#8220;, mehr wird dazu aber nicht gesagt.<\/p>\n<p>In sp\u00e4teren Ver\u00f6ffentlichungen zur Einsch\u00e4tzung des Kriegs tauchen die Junker in der Regel gar nicht mehr auf. In der Imperialismusschrift werden au\u00dfer Monopolbourgeoisie und Proletariat keine anderen Klassen benannt, und das, obwohl Lenin sich \u00fcberwiegend mit den deutschen Verh\u00e4ltnissen besch\u00e4ftigt. Das Schweigen ist indes folgerichtig, weil er ein knappes Jahrzehnt zuvor in seinen Ausf\u00fchrungen \u00fcber den &#8222;amerikanischen&#8220; und den &#8222;preu\u00dfischen&#8220; Weg in der Landwirtschaft alle agrarischen Klassen &#8222;verb\u00fcrgerlicht&#8220; und behauptet hatte, dass die Junker zu einer Abteilung der Bourgeoisie geworden seien. Jenseits gegens\u00e4tzlicher politisch-praktischer Schlu\u00dffolgerungen (Burgkrieg oder Burgfriede mit der Regierung) teilten Revolution\u00e4re und Zentristen also klassentheoretisch die gleichen Auffassungen: beide negierten die eigenst\u00e4ndige, \u00f6konomisch wie politisch nichtb\u00fcrgerliche Stellung der alten Herrschaftsklassen. Lenin konnte den deutschen Weg in den Krieg daher ebensowenig wie Kautsky als Produkt der Gegens\u00e4tze zwischen den handelnden Klassen begreifen.<\/p>\n<p>Statt dessen sah er die Unvermeidbarkeit des Kriegs nach wie vor in der \u00d6konomie begr\u00fcndet, wobei sich dann aber die Produktionsweise des Kapitals ge\u00e4ndert haben mu\u00dfte. Unter Berufung auf Hilferdings Finanzkapital behauptete Lenin, dass das Kapital zum Monopol geworden sei und als Konsequenz der Monopolbildung das &#8222;Herrschaftsverh\u00e4ltnis und die damit verbundene Gewalt&#8220; an die Stelle der blinden Konkurrenz der Kapitale getreten sei. (Der Imperialismus, S. 30; LW 22, S. 211) Die \u00f6konomische &#8222;Gewalt&#8220; des Monopols fand ihre Entsprechung in der politischen &#8222;Gewalt&#8220; des Kriegs, den die imperialistischen Staaten miteinander f\u00fchrten. Der Krieg resultierte also aus den Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten der \u00d6konomie &#8211; aber der \u00d6konomie nicht des Kapitals, sondern des Monopols. Auf diese Weise hatte Lenin Politik und \u00d6konomie wieder zusammengef\u00fchrt und konnte den selbst gestellten Anspruch seiner Schrift einl\u00f6sen, &#8222;sich in der \u00f6konomischen Grundfrage zurechtzufinden, ohne deren Studium man nicht im geringsten verstehen kann, wie der jetzige Krieg und die jetzige Politik einzusch\u00e4tzen sind, n\u00e4mlich in der Frage nach dem \u00f6konomischen Wesen des Imperialismus.&#8220; Damit hatte er zwar die Halbheiten Kautskys beseitigt, aber um welchen Preis?<\/p>\n<h2>2. Egalisierung der b\u00fcrgerlichen und nichtb\u00fcrgerlichen Staaten<\/h2>\n<p>Zum einen revidierte seine Monopoltheorie die Kritik der politischen \u00d6konomie durch Marx, der in Fortsetzung der klassischen b\u00fcrgerlichen \u00d6konomie nachgewiesen hatte, dass nicht subjektive Gewaltverh\u00e4ltnisse, sondern das Wertgesetz den Gesamtreproduktionsproze\u00df des Kapitals reguliert. &#8222;Sicher ist es der Wille des Kapitalisten, zu nehmen, was zu nehmen ist. Uns kommt es darauf an, nicht \u00fcber seinen Willen zu fabeln, sondern seine Macht zu untersuchen, die Schranken dieser Macht und den Charakter dieser Schranken.&#8220; (Lohn, Preis und Profit; MEW 16, S. 105; s.a. die Kritik an der Monopoltheorie in den AzD 25, 34, 39, 41, 59)<\/p>\n<p>Vor allem negierte die Monopoltheorie die berechtigte Fragestellung, die hinter Kautskys Positionen stand. Die damaligen Marxisten waren mit einer auff\u00e4lligen Gegenl\u00e4ufigkeit von \u00f6konomischer und politischer Entwicklung konfrontiert. Ausgerechnet in Deutschland, wo es keine b\u00fcrgerliche Revolution gegeben hatte, entwickelte sich der Kapitalismus vergleichsweise schnell. Dagegen ging die wirtschaftliche Entwicklung in den klassischen b\u00fcrgerlichen L\u00e4ndern England und Frankreich zwar ebenfalls voran, blieb aber deutlich hinter Deutschland zur\u00fcck. Die Erkl\u00e4rung daf\u00fcr war nicht im &#8222;Kapital&#8220; zu finden. Darin unterstellte Marx um der Klarheit der Darstellung willen, dass das Kapitalverh\u00e4ltnis in reiner Form existierte und alle vorhergehenden Produktionsverh\u00e4ltnisse verschwunden waren. Davon waren die europ\u00e4ischen Staaten noch weit entfernt. In Deutschland existierten neben kapitalistischen Betrieben patriarchalische Gutswirtschaften sowie die millionenfachen Verh\u00e4ltnisse der einfachen, kleinen Warenproduktion, die sich dem Kapital noch l\u00e4ngst nicht unterworfen hatten. Au\u00dfer den Klassen der Moderne, Bourgeoisie und Proletariat, fanden sich die Klassen der alten Gesellschaft: Junker, st\u00e4dtische Kleinb\u00fcrger und Bauern, welche zudem rein zahlenm\u00e4\u00dfig die modernen Klassen \u00fcberfl\u00fcgelten.<\/p>\n<p>In Frankreich mu\u00dfte die Bourgeoisie das B\u00fcndnis mit den kleinb\u00fcrgerlichen Massen, welches ihr die Staatsmacht sicherte, durch wirtschaftspolitische Konzessionen erkaufen, welche die Entwicklung des Kapitalismus hemmten. Auch in Deutschland h\u00e4tte die Bourgeoisie Preu\u00dfen und die Junker nur mit Hilfe der kleinb\u00fcrgerlichen Massen besiegen k\u00f6nnen, mit der Folge, dass sie diesen Massen entgegenkommen mu\u00dfte, sei es bei der Gewerbefreiheit oder beim Schutz der b\u00e4uerlichen Kleinproduktion. Der Verzicht auf die politische Macht im Klassenb\u00fcndnis mit den Junkern erlaubte es, die Hemmnisse, die der Entwicklung des Kapitals entgegenstanden, in h\u00f6herem Ma\u00dfe auszur\u00e4umen, als das in einem B\u00fcndnis mit Kleinb\u00fcrgertum und Bauernschaft m\u00f6glich gewesen w\u00e4re. Die Selbst\u00e4ndigkeit des preu\u00dfisch-deutschen Staats gegen\u00fcber Bourgeoisie und Kleinb\u00fcrgertum erm\u00f6glichte also die um so wirkungsvollere F\u00f6rderung der kapitalistischen Produktionsweise als solcher, angefangen vom Ausbau der Infrastruktur \u00fcber Gewerbe- und Handelsgesetze bis hin zum Bildungswesen und der Forschung. Das scheinbar paradoxe Ergebnis war, dass \u00f6konomischer Fortschritt und gesellschaftspolitische R\u00fcckst\u00e4ndigkeit nicht im Gegensatz standen, sondern einander bedingten.<\/p>\n<p>Lenin konstatierte auch, dass die wirtschaftliche Entwicklung der einzelnen L\u00e4nder erhebliche Unterschiede aufwies, und erw\u00e4hnte insbesondere den rapiden Aufschwung Deutschlands und Japans. Dann jedoch begn\u00fcgte er sich mit der Feststellung, dass es &#8222;eine gleichm\u00e4\u00dfige Entwicklung der einzelnen Unternehmungen, Trusts, Industriezweige und L\u00e4nder (&#8230;) unter dem Kapitalismus nicht geben&#8220; k\u00f6nne. (Der Imperialismus, S. 127) Warum das so war, erl\u00e4uterte er nicht. Mit diesem &#8222;Gesetz der ungleichm\u00e4\u00dfigen Entwicklung&#8220;, zu dem seine Feststellung sp\u00e4ter erhoben wurde, war nichts erkl\u00e4rt, denn es kam ja gerade darauf an, die Ursachen der ungleichm\u00e4\u00dfigen Wirtschaftsentwicklung zu verstehen, statt die an der Oberfl\u00e4che erscheinenden Ergebnisse zum Gesetz zu erheben.<\/p>\n<p>Wichtiger waren jedoch die Konsequenzen, die aus der Auffassung vom Monopol folgten. Der \u00f6konomische \u00dcbergang zum Monopol, so Lenin, verkn\u00fcpfte sich mit weitreichenden politischen Ver\u00e4nderungen. Entsprach dem Kapitalismus der freien Konkurrenz die Demokratie, so entsprach dem Monopolkapitalismus die Reaktion nach innen und die Aggression nach au\u00dfen: &#8222;Der Imperialismus ist die Epoche des Finanzkapitals und der Monopole, die \u00fcberallhin den Drang nach Herrschaft und nicht nach Freiheit tragen. Reaktion auf der ganzen Linie, gleichviel unter welchem politischen System, \u00e4u\u00dferste Zuspitzung der Gegens\u00e4tze auch auf diesem Gebiet &#8211; das ist das Ergebnis dieser Tendenzen.&#8220; (Der Imperialismus, S. 129; LW 22, S. 302)<\/p>\n<p>Die Theorie vom \u00fcberall gleichen monopolistischen Gewaltverh\u00e4ltnis egalisierte die gesellschaftspolitischen Unterschiede zwischen den Staaten. &#8222;Andererseits zeigt ein Vergleich, sagen wir, der republikanischen amerikanischen Bourgeoisie mit der monarchistischen japanischen oder deutschen, dass auch der st\u00e4rkste politische Unterschied in der Epoche des Imperialismus in hohem Grade abgeschw\u00e4cht wird &#8211; nicht etwa, weil er \u00fcberhaupt unwichtig w\u00e4re, sondern weil es sich in allen diesen F\u00e4llen um eine Bourgeoisie mit ausgesprochen parasit\u00e4ren Z\u00fcgen handelt.&#8220; (Der Imperialismus, S. 134; LW 22, S. 306). Das hei\u00dft, zwischen den USA und Ru\u00dfland, Gro\u00dfbritannien und Japan, Frankreich und Deutschland gab es nur noch quantitative Abstufungen, weil nicht die Staatsform (Monarchie oder parlamentarische Republik) entscheidend sei, sondern der \u00fcberall gleiche Inhalt, n\u00e4mlich die Herrschaft des Monopolkapitals. Demzufolge h\u00e4tte die \u00d6konomie fertiggebracht, was die Revolution vers\u00e4umt hatte: die fr\u00fcheren Gegens\u00e4tze zwischen den Staaten der b\u00fcrgerlichen Revolution (Gro\u00dfbritannien, Frankreich) und den nichtb\u00fcrgerlichen Staaten (Ru\u00dfland, Deutschland, \u00d6sterreich-Ungarn, Japan), w\u00e4ren aufgel\u00f6st.<\/p>\n<p>Der grundlegende Fehler dieses Ansatzes resultiert nicht aus den polit\u00f6konomischen M\u00e4ngeln der Monopoltheorie. Viel schwerwiegender ist es, die L\u00f6sung in der Wirtschaft statt in der Gesellschaft zu suchen und die gesellschaftspolitischen Unterschiede durch die \u00f6konomische Entwicklung f\u00fcr \u00fcberholt zu erkl\u00e4ren. Auf dem Boden dieser Theorie erkl\u00e4rten sich die M\u00e4ngel der parlamentarischen Herrschaft und der Demokratie \u00fcberhaupt in Deutschland nicht aus der abgebrochenen b\u00fcrgerlichen Revolution, sondern aus dem besonders entwickelten Monopolkapitalismus. Dann mu\u00dfte das Kaiserreich als \u00f6konomisch fortgeschrittenstes Land als das Land erscheinen, das auch politisch am weitesten vorangeschritten war, n\u00e4mlich hin zur &#8222;Reaktion nach innen und Aggression nach au\u00dfen&#8220;. Unter monopolistischen Vorzeichen verwischte die Gleichsetzung von \u00d6konomie und Politik also gerade das Wesen das Problems, die Gegenl\u00e4ufigkeit von wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Entwicklung.<\/p>\n<h2>3. Demokratische und sozialistische Revolution<\/h2>\n<p>Der erste Weltkrieg war auf allen Seiten ein reaktion\u00e4rer Krieg, wenngleich getragen von unterschiedlichen Klassenkombinationen und mit unterschiedlicher Zielsetzung. Gegen die sozialdemokratische Politik der Vaterlandsverteidigung, welche die Proletarier aller L\u00e4nder gegeneinander k\u00e4mpfen lie\u00df, forderte Lenin zu recht den B\u00fcrgerkrieg statt des Burgfriedens. Er legte damit die Grundlagen f\u00fcr einen neuen revolution\u00e4ren Bund der Arbeiter aller L\u00e4nder.<\/p>\n<p>Sobald man aber \u00fcber die rein negative Forderung nach dem Regierungssturz hinausging und an die Formulierung einer positiven Revolutionsstrategie ging, mu\u00dften sich die Konsequenzen aus den Fehlern der Imperialismustheorie bemerkbar machen. Nur f\u00fcr Ru\u00dfland sah Lenin &#8222;angesichts der gro\u00dfen R\u00fcckst\u00e4ndigkeit dieses Landes, das seine b\u00fcrgerliche Revolution noch nicht vollendet hat&#8220;, die Aufgaben der Sozialdemokratie vorrangig im demokratischen Kampf. &#8222;In allen fortgeschrittenen L\u00e4ndern dagegen stellt der Krieg die Losung der sozialistischen Revolution auf die Tagesordnung&#8220;. (Der Krieg und die russische Sozialdemokratie, September 1914; in: LW 21, S. 19, 20). Oder wie er im Vorwort zu seiner Imperialismusschrift grunds\u00e4tzlich formuliert: &#8222;der Imperialismus (ist) der Vorabend der sozialistischen Revolution&#8220;. (Der Imperialismus, S. 5; LW 22, S. 191)<\/p>\n<p>Jedoch war die b\u00fcrgerliche Revolution nicht allein in Ru\u00dfland &#8222;noch nicht vollendet&#8220;. Im \u00fcberwiegenden Teil Europas, von Ru\u00dfland \u00fcber Deutschland und \u00d6sterreich-Ungarn bis zum S\u00fcden des Halbkontinents, war sie steckengeblieben. Nicht Ru\u00dfland bildete gegen\u00fcber dem restlichen Europa eine Ausnahme, sondern umgekehrt waren England und Frankreich die einzigen L\u00e4nder, in denen die alten M\u00e4chte bis dahin geschlagen waren. Die Epoche der b\u00fcrgerlichen Revolution war noch nicht vor\u00fcber; sie dauerte in Europa nach wie vor an, und die daraus hervorgehenden Klassenk\u00e4mpfe und Kriege pr\u00e4gten das neue Jahrhundert. Was mit dem Jahrhundertwechsel in die Krise geriet, war die Ordnung, die sich nach den napoleonischen Kriegen und der Revolution von 1848 etabliert hatte und auf dem Klassenkompromi\u00df zwischen den alten M\u00e4chten und der Bourgeoisie beruhte.<\/p>\n<p>Weil die Bourgeoisie sich mehrheitlich mit der alten Ordnung arrangiert hatte, konnte sie die Revolution nicht weiterf\u00fchren, sondern mu\u00dfte das Proletariat den von ihr ger\u00e4umten Platz einnehmen. Bevor es seine eigene, die sozialistische Revolution durchf\u00fchren konnte, mu\u00dfte es sich als F\u00fchrerin der b\u00fcrgerlichen Revolution bew\u00e4hren und diese vollenden. Nur als Vork\u00e4mpferin des demokratischen Kampfes und im B\u00fcndnis mit dem st\u00e4dtischen und l\u00e4ndlichen Kleinb\u00fcrgertum konnte die Arbeiterklasse die Hegemonie \u00fcber die Gesellschaft erringen, an die Spitze der Nation treten und die politische Macht erobern. Einen anderen Weg zur Macht und in den Kommunismus gab es nicht. Weigerte sie sich, den leeren Platz der Bourgeoisie einzunehmen, und f\u00fchrte den Kampf unmittelbar um den Sozialismus, dann stellte sie ihre eigenen Interessen \u00fcber die der Gesamtgesellschaft, machte sich die Millionenmassen der kleinen Warenproduzenten zum Feind, blieb auf sich allein gestellt und war zur Niederlage verdammt.<\/p>\n<p>Von Ru\u00dfland abgesehen, stand das deutsche Reich im Zentrum der Widerspr\u00fcche dieser Zeit. Hier waren die Aufgaben der steckengebliebenen Revolution von 1848 weder durch die Nationalstaatsbildung von 1870 noch erst recht durch die \u00f6konomische Entwicklung gel\u00f6st worden. Es war eben nicht so, wie Engels behauptet hatte, dass Deutschland am Ausgang des Jahrhunderts seine b\u00fcrgerliche Revolution im Zeichen des Bonapartismus vollendet h\u00e4tte, sondern diese Revolution stand nach wie vor aus. Aus dieser politischen Kernfrage ergab sich der soziale Inhalt der notwendigen Umw\u00e4lzung: Enteignung des Gro\u00dfgrundbesitzes, vor allem der Junker, und Verstaatlichung der Gro\u00dfindustrie, vor allem der Schwerindustrie. Damit war den Tr\u00e4gern der alten Ordnung der Boden unter den F\u00fc\u00dfen entzogen, und weiter durfte man vorerst nicht gehen. Erst zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt konnte das Proletariat, gest\u00fctzt politisch auf die Staatsmacht und \u00f6konomisch auf die Gro\u00dfindustrie, mit dem \u00dcbergang zum Sozialismus beginnen. Bis dahin hatte man gegen\u00fcber dem Kleinb\u00fcrgertum dessen Eigentums- und Produktionsverh\u00e4ltnisse anzuerkennen und alles zu tun, um es f\u00fcr das Zusammengehen zu gewinnen. Tat man das nicht, trieb man die Millionenmassen der kleinen Warenproduzenten auf die andere Seite der Barrikaden und \u00f6ffnete das Tor f\u00fcr eine faschistische Konterrevolution.<\/p>\n<p>Alle gro\u00dfen politischen Debatten in der Arbeiterbewegung vor wie nach dem 1. Weltkrieg drehten sich um die hier aufgeworfenen Fragen. Ob Gothaer oder Erfurter Programm, ob die Agrardebatte der 90er Jahre des 19.Jahrhunderts, die Auseinandersetzungen \u00fcber die Politik der KPD in den 20er Jahren des folgenden Jahrhunderts, der Kampf gegen den Faschismus und sp\u00e4ter die Diskussionen um die &#8222;antifaschistisch-demokratische&#8220; oder &#8222;volksdemokratische&#8220; Ordnung &#8211; immer wieder war die B\u00fcndnisfrage und die ihr zugrundeliegende Frage nach dem Verh\u00e4ltnis von demokratischer zu sozialistischer, b\u00fcrgerlicher zu proletarischer Revolution der Drehpunkt. Weil dieses Schl\u00fcsselproblem nicht gel\u00f6st war, trat es in qu\u00e4lender Wiederkehr immer aufs neue, in anderer Form oder unter neuem Namen, auf die Tagesordnung.<\/p>\n<h2>4. Das Erbe von Marx und Engels<\/h2>\n<p>Wie Engels 1895 im R\u00fcckblick kurz vor seinem Tod feststellte, hatten Marx und er den Reifegrad der gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnisse fortlaufend \u00fcbersch\u00e4tzt, beginnend mit der Revolution von 1848, als sie die Stunde des Proletariats zum erstenmal f\u00fcr gekommen hielten: &#8222;Die Geschichte hat uns und allen, die \u00e4hnlich dachten, unrecht gegeben. Sie hat klargemacht, dass der Stand der \u00f6konomischen Entwicklung auf dem Kontinent damals noch bei weitem nicht reif war f\u00fcr die Beseitigung der kapitalistischen Produktion&#8220;. Dasselbe war bei der Pariser Commune der Fall, bei der sich wiederum zeigte, &#8222;wie unm\u00f6glich auch damals noch, zwanzig Jahre nach der in unserer Schrift geschilderten Zeit, diese Herrschaft der Arbeiterklasse war.&#8220; (Einleitung von 1895 zu Marx&#8216; Klassenk\u00e4mpfe in Frankreich 1848 bis 1850; MEW 22, S. 515, 516)<\/p>\n<p>Die \u00dcbersch\u00e4tzung des Entwicklungsstands betraf insbesondere auch Deutschland, f\u00fcr das Engels 1874 die Vollendung der b\u00fcrgerlichen Revolution unter der &#8222;bonapartistischen&#8220; Herrschaft Bismarcks unterstellte. Trotz aller Abstriche in den folgenden zwanzig Jahren revidierte er dieses Urteil nicht grunds\u00e4tzlich. Er begriff das deutsche Reich als einen Staat, der zwar eine Reihe feudaler bzw. halbfeudaler Relikte aufwies; darauf wies er die SPD-F\u00fchrung, die nicht einmal die offenkundigen demokratischen M\u00e4ngel der Reichsverfassung realisierte, regelm\u00e4\u00dfig hin, so z.B. in der Kritik des Erfurter Programms. Aber diese Relikte stellten f\u00fcr ihn den b\u00fcrgerlichen Grundcharakter von Staat und Gesellschaft nicht in Frage. Von dieser \u00dcberzeugung ausgehend griff er zuletzt noch in die Agrardebatte der 90er Jahre ein.<\/p>\n<p>In seinem 1894 geschriebenen Artikel \u00fcber Die Bauernfrage in Frankreich und Deutschland betonte er zun\u00e4chst, dass die sozialistische Partei allein gest\u00fctzt auf die Arbeiterklasse nicht siegen k\u00f6nne. &#8222;Um aber die politische Macht zu erobern, mu\u00df diese Partei vorher von der Stadt aufs Land gehn, mu\u00df eine Macht werden auf dem Land.&#8220; Nur &#8211; welche Politik sollte sie gegen\u00fcber der Agrarbev\u00f6lkerung einschlagen? Hier sah Engels keine grundlegenden Unterschiede zwischen Deutschland und Frankreich. Die Agrarfrage behandelte er f\u00fcr beide L\u00e4nder gleich. Obwohl er in der Arbeit die &#8222;tats\u00e4chliche halbe Leibeigenschaft der ostelbischen Landarbeiter&#8220; als &#8222;Hauptgrundlage der preu\u00dfischen Junkerherrschaft&#8220; hervorhob, nannte er gleichzeitig den Gro\u00dfgrundbesitz in beiden L\u00e4ndern &#8222;unverh\u00fcllten kapitalistischen Betrieb&#8220;. Wenn Lenin die Junker daher als Abteilung der Bourgeoisie begriff, konnte er sich ebenso wie Kautsky auf Engels st\u00fctzen.<\/p>\n<p>Die gro\u00dfen G\u00fcter, fuhr Engels fort, waren zu enteignen und &#8222;den sie schon jetzt bebauenden, in Genossenschaften zu organisierenden Landarbeitern zur Benutzung unter Kontrolle der Gesamtheit zu \u00fcberlassen.&#8220; Damit, so meinte er, &#8222;k\u00f6nnen wir den Landproletariern eine Aussicht er\u00f6ffnen, ebenso gl\u00e4nzend wie die, welche dem Industriearbeiter winkt.&#8220; (MEW 22, S. 503, 504) Auch gegen\u00fcber der kleinen Bauernschaft propagierte er die Umwandlung in genossenschaftlichen Betrieb, allerdings auf anderem Wege: &#8222;Unsere Aufgabe gegen\u00fcber dem Kleinbauer besteht zun\u00e4chst darin, seinen Privatbetrieb und Privatbesitz in einen genossenschaftlichen \u00fcberzuleiten, nicht mit Gewalt, sondern durch Beispiel und Darbietung von gesellschaftlicher Hilfe zu diesem Zweck. Und da haben wir allerdings Mittel genug, um dem Kleinbauer Vorteile in Aussicht zu stellen, die ihm schon jetzt einleuchten m\u00fcssen. (&#8230;) Tun wir das, so handeln wir im Sinne der unvermeidlichen \u00f6konomischen Entwicklung, und diese wird den Kleinbauern schon offne K\u00f6pfe machen f\u00fcr unsere Worte.&#8220; (MEW 22, S. 499, 502)<\/p>\n<p>Die in diesem Artikel entwickelte politische Programmatik formulierte die agrarischen Aufgaben einer sozialistischen Revolution, die Engels f\u00fcr beide L\u00e4nder anstehen sah, und die nur in Deutschland im Unterschied zu Frankreich noch zus\u00e4tzlich einiges an &#8222;halbfeudalen Formen&#8220; zu beseitigen hatte. Diese prinzipielle Gleichsetzung der Agrarpolitik in beiden L\u00e4ndern war verkehrt, denn Frankreich hatte seine demokratische Revolution hinter sich, Deutschland noch vor sich. In Frankreich hatte die Revolution von 1789 die Macht der Gro\u00dfgrundbesitzer gebrochen und das Land den Bauern gegeben, in Deutschland war das nicht der Fall. Deshalb stellte sich die Bauernfrage in beiden L\u00e4ndern grunds\u00e4tzlich anders.<\/p>\n<p>Es war eine Illusion zu glauben, dass die &#8222;unvermeidliche \u00f6konomische Entwicklung&#8220; die kleinen Bauern und Landarbeiter durch das Angebot von Produktivgenossenschaften auf die Seite der Arbeiterklasse treiben w\u00fcrde. Ihre \u00f6konomisch-sozialen Interessen richteten sich nicht auf genossenschaftliche Produktion auf staatlichem Acker, sondern auf den Besitz von Land, vorzugsweise auf das Land der Gro\u00dfgrundbesitzer. (Michael Vogt = H. Karuscheit: Die Junkerherrschaft im Kaiserreich; in AzD 52\/1991, insb. S. 23 &#8211; 29) Um sie f\u00fcr den gemeinsamen Kampf gegen die alten M\u00e4chte zu gewinnen, mu\u00dfte man bereit sein, ihnen Teile des Gro\u00dfgrundbesitzes zu \u00fcbereignen, wie das nach 1945 unter der Parole &#8222;Junkerland in Bauernhand&#8220; \u00f6stlich der Elbe auch geschah &#8211; gegen die Auffassung von Engels und die Dogmen des Marxismus. Um eine solche Politik zu realisieren, bedurfte es allerdings zuvor zweier vernichtender Niederlagen der revolution\u00e4ren Arbeiterbewegung, 1919 in der Novemberrevolution und 1933 gegen den Nationalsozialismus, und auch dann war noch der Widerstand gro\u00dfer Teile der neu formierten KPD bzw. SED zu \u00fcberwinden. (M. Vogt = H. Karuscheit: Die Novemberrevolution 1918, die Agrarfrage und der \u00f6konomische Doktrinarismus; in: AzD 54\/1992; insb. S. 53 &#8211; 54)<\/p>\n<p>Als Engels starb, waren die Gesellschaftsverh\u00e4ltnisse in Europa relativ stabil. Dann aber demonstrierten die russische Revolution von 1905, die Auseinandersetzungen um das Dreiklassenwahlrecht in Preu\u00dfen und die sich versch\u00e4rfenden Nationalit\u00e4tenkonflikte in \u00d6sterreich-Ungarn, dass die alte Ordnung br\u00fcchig wurde und die Revolution wieder begann, die Trommel zu schlagen. Die revolution\u00e4ren Marxisten konstatierten zu recht, dass die vorhandene Herrschaftsordnung mitsamt der Bourgeoisie in F\u00e4ulnis \u00fcbergegangen war und die Stunde der Arbeiterklasse schlug. Die theoretische Interpretation dieses Gezeitenwechsels und die daraus abgeleitete Revolutionsstrategie waren jedoch falsch. Was dort zu Ende ging, das war die Welt des 19.Jahrhunderts, die sich nicht auf eine b\u00fcrgerliche, sondern auf eine adelig-b\u00fcrgerliche Ordnung gr\u00fcndete, und man befand sich nicht am &#8222;Vorabend der sozialistischen Revolution&#8220;, sondern nach wie vor in der Epoche der b\u00fcrgerlichen Revolution.<\/p>\n<p>Das hei\u00dft, um eine revolutionstaugliche Politik zu entwickeln, mu\u00dfte man sich von Engels&#8216; optimistischer Einsch\u00e4tzung des Entwicklungsstands l\u00f6sen und seine Empfehlungen f\u00fcr eine sozialistische Revolution verwerfen. F\u00fcr Ru\u00dfland erarbeitete Lenin in verschiedenen Artikeln \u00fcber die k\u00fcnftige &#8222;demokratische Diktatur der Arbeiter und Bauernschaft&#8220; im Zusammenhang mit der Revolution von 1905 auch eine Revolutionsstrategie, deren Wesen die Durchf\u00fchrung einer demokratischen Revolution unter F\u00fchrung des Proletariats war. F\u00fcr das restliche Europa sah er die Dinge anders. Hier \u00fcbernahm er Engels&#8216; Gleichsetzung Deutschlands mit den b\u00fcrgerlichen L\u00e4ndern und arbeitete sie lediglich monopoltheoretisch um.<\/p>\n<p>Nach dem August 1914 war Lenin als F\u00fchrer der Bolschewiki nur einer aus einer Reihe von Marxisten, die auf dem linken Fl\u00fcgel der internationalen Sozialdemokratie darum k\u00e4mpften, der Arbeiterbewegung eine neue Perspektive zu geben. Seine Imperialismusschrift war in Deutschland kaum bekannt und hatte auf die deutsche Novemberrevolution so gut wie keinen Einflu\u00df. Andere theoretische Erkl\u00e4rungen wurden von Leo Trotzki, Rosa Luxemburg oder Julian Karski gegeben. Jenseits der vorhandenen Unterschiede war ihnen gemeinsam, dass sie alle die Zeit der sozialistischen Revolution f\u00fcr gekommen sahen. Getragen von der siegreichen Oktoberrevolution, setzte sich Lenins Imperialismustheorie nicht gegen andere, richtige Auffassungen durch, sondern gegen \u00e4hnlich fehlerhafte.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">[<a href=\"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=1459&amp;preview=true\">Weiter<\/a>]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Damit kommen wir auf die eingangs gestellte Frage zur\u00fcck, die uns \u00fcberhaupt bewogen hat, die vorliegende Untersuchung anzustellen. Inwieweit lassen sich der deutsche Weg in den Krieg und die im Krieg verfolgte Politik durch die Leninsche Imperialismustheorie erkl\u00e4ren? 1. Der Widerspruch zwischen \u00d6konomie und Politik Die erste Schwierigkeit der Marxisten bestand darin, die Politik, die &hellip; <a href=\"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=1452\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IV. 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