{"id":1327,"date":"2018-06-10T10:56:28","date_gmt":"2018-06-10T08:56:28","guid":{"rendered":"http:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=1327"},"modified":"2018-06-10T10:56:28","modified_gmt":"2018-06-10T08:56:28","slug":"die-epigenetik-und-der-klassenkampf","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=1327","title":{"rendered":"Die &#8222;Epigenetik&#8220; und der Klassenkampf"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\" align=\"center\"><em><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Fritz G\u00f6tt<\/span><\/span><\/em><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Die \u00dcberschrift meines Artikels mag verwundern. Was hat eine Genregulation bzw. ein Aspekt der Vererbungslehre, kurz die sogenannte &#8222;Epigenetik&#8220;, mit dem Klassenkampf (oder umgekehrt der Klassenkampf mit der Epigenetik) zu schaffen? Sollten sie \u00fcberhaupt in Verbindung gebracht werden? Um sich diesem \u201aR\u00e4tsel\u2018 zu n\u00e4hern, ist es sinnig, die &#8222;Epigenetik&#8220; n\u00e4her zu betrachten.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>1. Historisches: Der Biologe Paul Kammerer macht eine Entdeckung und wird bewusst fehlinterpretiert<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Paul Kammerer (1880 &#8211; 1926) geh\u00f6rte einst zu den bekanntesten Lamarck-Anh\u00e4ngern seiner Zeit, erfolgreich als Lehrbuchautor und als experimentell arbeitender Biologe.<br \/>\nAnfang des vorigen Jh. f\u00fchrte er folgendes Experiment durch: &#8222;Er besorgt sich Geburtshelferkr\u00f6ten, die sich normalerweise an Land paaren. Andere Kr\u00f6tenarten pflanzen sich im Wasser fort. Damit das M\u00e4nnchen dabei nicht vom Weibchen abrutscht, entwickelt es an den Vorderbeinen sogenannte Brunftschwielen. Kammerer will zeigen, dass sich erworbene Eigenschaften vererben, eine These, die etwa 100 Jahre zuvor Jean-Baptiste de Lamarck aufgestellt hat. Dann begann Darwins Evolutionstheorie die lamarckistische Lehre infrage zu stellen, und wer ihr um Beginn des 20. Jahrhunderts noch anh\u00e4ngt, gilt selbst in der konservativen Wiener Wissenschaftsszene als reaktion\u00e4r.<br \/>\nKammerers Versuche bringen neuen Schwung in die Debatte. Er l\u00e4sst Geburtshelferkr\u00f6ten in hei\u00dfen Terrarien heranwachsen, in denen sich die Kr\u00f6ten nur in einem Wasserbecken abk\u00fchlen k\u00f6nnen. So zwingt er die Amphibien, sich entgegen ihrem nat\u00fcrlichen Verhalten im Wasser zu paaren. In der vierten Generation seien dann die Brunftschwielen an den Vorderbeinen der M\u00e4nnchen aufgetaucht berichtet Kammerer.&#8220;<br \/>\nDer 1. Weltkrieg unterbricht die Versuchsreihen. Die konservierten Pr\u00e4parate, in wenigen Exemplaren vorhanden, leiden. Dann passiert das Ungl\u00fcck. Im Zuge der Wirren nach dem 1.Weltkrieg wird das Labor, in dem Kammerer gearbeitet hatte, verw\u00fcstet. Von den Belegexemplaren bleibt nur eines \u00fcbrig. Nach dem Krieg und der Inflation hat Kammerer jedoch keine eigenen Mittel, um die Versuchs-Z\u00fcchtungen neu zu starten. &#8211; Jahre sp\u00e4ter wird Kammerer Schnitte der Brunftschwielen anfertigen und sie fotografieren. Er pr\u00e4sentiert die Bilder 1923 in Yale, London, und Cambridge, h\u00e4lt Vortr\u00e4ge. In den USA wird er von der &#8222;New York Times&#8220;als n\u00e4chster Darwin gefeiert, nicht jedoch in der Heimat.<br \/>\n&#8222;Wieder zur\u00fcck in Wien, erh\u00e4lt Kammerer Besuch vom amerikanischen Reptilienkundler Gladwyn Noble. Der begutachtet nicht nur die Fotografien, sondern l\u00e4sst sich \u2026 auch das pr\u00e4parierte Kr\u00f6tenbein selbst zeigen. Der Aufsatz, den er daraufhin im August 1926 in der Fachzeitschrift Nature ver\u00f6ffentlicht, findet ebenso viel Geh\u00f6r wie zuvor Kammerers Vortr\u00e4ge. Der Wiener Biologe habe einfach Tusche in das Kr\u00f6tenbein gespritzt, um auf seinen Fotos den Eindruck vorzut\u00e4uschen, die Geburtshelferkr\u00f6ten h\u00e4tten Brunftschwielen entwickelt, schreibt Noble.&#8220;<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Schon damals, nach dem 1. Weltkrieg ist Kammerer im deutschsprachigen Raum ein Gezeichneter. Er ist bekennender Pazifist und Sozialist, von der politischen Rechten geschm\u00e4ht; zudem ein Anh\u00e4nger Lamarcks, dessen Evolutions-Lehre in der Fachwelt sp\u00e4testens seit den 20er Jahren als Fehlweg, wenn nicht gar als &#8222;anr\u00fcchiger, uralter Aberglaube&#8220; gebrandmarkt ist; jetzt wird ihm auch noch ein Wissenschaftsbetrug unterstellt. Als Kammerer 1926, entnervt und durch eine ungl\u00fcckliche Liebesaff\u00e4re gebeutelt, den Freitod w\u00e4hlt, gilt dies unter Zeitgenossen als Eingest\u00e4ndnis seiner Schuld als F\u00e4lscher, zu Unrecht, wie man heute wei\u00df. Auch der &#8222;Lamarckismus&#8220;schien damit erledigt. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Dennoch stellen sich <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Fragen an die \u201aGeschichte\u2018:<\/b><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"> Hatte Noble Recht? War Kammerer nur ein dreister F\u00e4lscher? Dass er tats\u00e4chlich Tusche benutzt hat, bezweifelt heute kaum ein Wissenschaftshistoriker mehr. Trotzdem ist sich Olaf Breidbach von der Universit\u00e4t Jena sicher: &#8222;Der Kerl hat nicht getrickst. Vermutlich hat er mit der Tusche die Farbkontraste auf den Fotographien st\u00e4rken wollen. Das ist heute aber auch noch \u00fcblich, nur nimmt man jetzt elektronische Hilfsmittel.&#8220; Zum gleichen Schluss kam vor drei Jahren auch Breidbachs Kollege Sander Gilhoff, der penibel Kammerers Aufzeichnungen und die seines Biographen Arthur Koestlers neu ausgewertet hatte.<br \/>\nNun lieferte Alexander Vargas von der Universit\u00e4t von Chile in Santiago noch eine m\u00f6gliche Erkl\u00e4rung aus Sicht des Genetikers: Umwelteinfl\u00fcsse k\u00f6nnen dazu f\u00fchren, dass sich chemische Gruppen an die Verpackungsproteine der DNS heften und so Gene stilllegen oder aktivieren. Diese Methylierungen genannten \u00c4nderungen k\u00f6nnen Eltern auch an ihre Nachkommen weitergeben &#8211; das habe dazu f\u00fchren k\u00f6nnen, dass Kammerers m\u00e4nnliche Geburtshelferkr\u00f6ten \u00fcber mehrere Generationen hinweg Brunftschwielen ausbildeten.<br \/>\nZu Kammerers Zeiten ist jedoch weder die Struktur der DNS bekannt noch deren Variationsm\u00f6glichkeiten. So kann Kammerer den Anschuldigungen wenig entgegensetzen, au\u00dfer seinen Unschuldsbeteuerungen. Wenige Tage nach der Ver\u00f6ffentlichung von Nobles Artikel ist Kammerer in Wien als Betr\u00fcger verschrien. Einzig die Moskauer Akademie l\u00e4dt ihn noch ein, in ihrem Auftrag in Russland zu forschen \u2026&#8220;. (1) Kammerer sagt zwar zu, w\u00e4hlt aber dann doch den Freitod \u2026<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Wollte Kammerer, der Anh\u00e4nger Lamarcks, mit den <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>Ergebnissen <\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">seiner Kr\u00f6tenexperimente den Lamarckismus beweisen? Das wird oft kolportiert. Diese Behauptung stimmt jedoch nicht mit der Selbstreflektion des Autors \u00fcberein. Kammerer hatte 1923 geschrieben: &#8222;Meiner Meinung nach bietet es keineswegs einen schl\u00fcssigen Beweis f\u00fcr die Vererbung erworbener Eigenschaften.&#8220;(2) Tats\u00e4chlich war Kammerer bei seinen speziellen Laborexperimenten auf ein bisher unbekanntes (gleichwohl in der Natur vorkommendes) Ph\u00e4nomen gesto\u00dfen, das es erst noch einzuordnen und zu erforschen galt. Bei seinen Gegnern oder Interpreten las sich das freilich anders. Ebenso wenig war (oder ist) Kammerer als &#8222;Vater der Epigenetik&#8220; zu kennzeichnen, wie dies k\u00fcrzlich ein gesch\u00e4ftst\u00fcchtiger Buchvertrieb tat. Ein Ph\u00e4nomen zu beschreiben, wertvoll im Einzelnen, ist eben noch keine wissenschaftliche Erkl\u00e4rung oder der Beginn eines Aufbruchs. Obige Mythen oder Unterstellungen sollten in der modernen Wissenschaftsgeschichte keinen Platz mehr haben.<br \/>\nBereits 1924 fand man in der freien Natur ein erstes Exemplar der Geburtshelferkr\u00f6te mit Brunftschwielen, kaum beachtet, im wissenschaftlichen Disput der Zeit nicht pr\u00e4sent &#8211; doch eine Tatsache. Offenbar ist bei dieser Gattung die M\u00f6glichkeit von Brunftschwielen im genetischen Code angelegt. Doch aus der M\u00f6glichkeit wird nur unter bestimmten (Umwelt-) Bedingungen Wirklichkeit. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>2. Umbr\u00fcche<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">In den 70ern scheiterte der Versuch des kommunistischen Dissidenten und Querdenkers Arthur Koestler, die Fachwelt zur Wiederaufnahme der Versuche Kammerers zu bewegen. (3) Auch sein Pl\u00e4doyer f\u00fcr eine &#8222;Vererbungslehre ohne Dogma&#8220;(4) verhallte ungeh\u00f6rt. Das hatte Gr\u00fcnde und lag nicht an der \u201aB\u00f6sartigkeit\u2018 oder Widerborstigkeit seiner Widersacher. Koestler konnte zwar auf Widerspr\u00fcche und Probleme in der tradierten Vererbungslehre seiner Zeit verweisen (also jene bei August Weismann, oder die in der &#8222;Synthetischen Theorie&#8220; des Ernst Mayr et.al.), doch wirklich <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>Zwingendes<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"> f\u00fcr sein Anliegen, Lamarck und Verwandtes in der Vererbungslehre zu rehabilitieren, hatte er nicht an der Hand &#8211; gegen ein biologisches Weltbild, dem zufolge die Evolution nichts als &#8222;Zufallsmutation plus Auslese&#8220; sei. Zudem war die \u201aAtmosph\u00e4re\u2018 der Epoche durch eine alte politische Kontroverse (mit der Sowjetunion) vergiftet. So schrieb z.B. die Nobelpreistr\u00e4gerin f\u00fcr Medizin Christiane N\u00fcsslein-Volhard auf eine Frage der &#8222;Zeit&#8220; noch 2008: &#8222;Was war der gr\u00f6\u00dfte Irrtum in der Geschichte ihrer Disziplin?: Die Theorie, nach der erworbene Eigenschaften weitervererbt werden k\u00f6nnen, die von Lyssenko verbreitet wurde.&#8220;(5) &#8211; Keine guten Voraussetzungen f\u00fcr eine \u00dcberpr\u00fcfung, Modifikation oder Revision der bestehenden Vererbungslehre(n), (deren Vertreter im \u00dcbrigen von mehr Zweifel geplagt waren als bei Koestler nachzulesen).<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Die Wissenschafts-Situation \u00e4nderte sich dann erneut in den 80er\/90er Jahren des 20.Jh. &#8211; Schritt f\u00fcr Schritt. Neue spezielle biologische Tatsachen, tierexperimentelle Befunde, sozialwissenschaftliche Erkenntnisse usw. lie\u00dfen sich nicht mehr befriedigend in der \u201atraditionellen\u2018 Vererbungs- und Evolutionslehre erkl\u00e4ren. Eine Umbruchsituation entstand. Eine Reaktion darauf war das Entstehen der <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>aktuellen <\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">&#8222;Epigenetik&#8220; sowie das Auftreten des <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>modernen<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"> &#8222;Neo-Lamarckismus&#8220;(6) &#8211; ein Ansatz, der hier aber nicht thematisiert wird: Zwei Neuerungen <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>neben<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"> den etablierten Lehrmeinungen, die \u00fcberaus kritisch be\u00e4ugt wurden.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Heute jedenfalls geht man dann auch \u201anachsichtiger\u2018 mit dem \u201aErbe\u2018 Paul Kammerers in Sache &#8222;Geburtshelferkr\u00f6te&#8220; um: Noch Ende der 80er hie\u00df es bei Franz W. Wuketits: &#8222;Kammerer glaubte, die Frage nach einer Vererbung individuell erworbener Merkmale sei endg\u00fcltig zu bejahen, r\u00e4umte aber ein, da\u00df nicht jede beliebige k\u00f6rperliche Ver\u00e4nderung sich auch erblich manifestieren mu\u00df. Er versuchte, an Amphibien zu zeigen, da\u00df sich Anpassungsmerkmale durch einen Standortwechsel (von Land- und Wasserleben) erblich \u00fcbertragen lassen. \u00dcberzeugen konnten diese Versuche aber nicht, weil Anpassungsmerkmale durch Tuscheinjektionen vorget\u00e4uscht worden waren, vermutlich nicht von Kammerer selbst, sondern von Leuten, die ihm eine F\u00e4lschung unterschieben wollten. Jedoch wurde Kammerer dadurch in den Selbstmord getrieben (ein h\u00e4\u00dfliches Kapitel der Wissenschaftsgeschichte).&#8220;(7) Nach der Entdeckung und Verbreitung der &#8222;Epigenetik&#8220; wurden die Stimmen noch nachdenklicher, aber &#8211; wie oben ausgef\u00fchrt &#8211; auch aufmerksamer: Kammerer sei im <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>Ergebnis<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"> seiner Experimente wohl auf die <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>Epigenetik<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"> gesto\u00dfen und f\u00fcr seine Mutma\u00dfungen seelisch \u201ahingerichtet\u2018 worden. (8) Soweit endete ein tr\u00fcbes Kapitel dieses \u201aWissenschaftskrimis\u2018. Abgeschlossen ist er nicht. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>3. Was ist die &#8222;Epigenetik&#8220; heute<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Kurz gesagt: a) Sie ist eine noch relativ junge, in Entwicklung begriffene neue Forschungsrichtung.<br \/>\nb) Sie ist eine \u201aneue &#8211; epigenetische &#8211; Anschauung\u2018 und Erkenntnis, dass Organismus und Umwelt sehr wohl miteinander interagieren.<br \/>\nAber wie? Indem epigenetisch wirksame Faktoren und Prozesse (\u00fcber die noch zu reden sein wird) in die Genaktivit\u00e4ten eingreifen (k\u00f6nnen), <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>ohne<\/i><\/span><\/span> <span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>dass sich die Gene selber \u00e4ndern<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">. Die Genaktivit\u00e4t einer Zelle (oder eines Verbundes) kann dabei sowohl hoch- und runter-, ja auch ein- und abgeschaltet werden. Zudem postuliert die &#8222;Epigenetik&#8220;, dass sich diese (zumeist situativen) Neujustierungen in der Genregulation auch <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>zeitweise <\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">erblich fixieren k\u00f6nnen, sich also generations\u00fcbergreifend wiederfinden. &#8211; Die &#8222;Epigenetik&#8220; unterscheidet sich mit diesen \u201abegrenzten\u2018 Feststellungen vom modernen &#8222;Neo-Lamarckismus&#8220;, der tiefer und weitergehend den Spuren Lamarcks in der Evolutionstheorie folgt, einer Spur, deren Berechtigung oder Unm\u00f6glichkeit &#8211; wie oben gesagt &#8211; jedoch <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>kein <\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Gegenstand dieser Abhandlung ist. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Was wei\u00df man<\/b><\/span><\/span> <span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>derzeit<\/b><\/span><\/span> <span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>\u00fcber die &#8222;Epigenetik&#8220;?<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Gene sind unsere Erbsubstanz. Gene wirken nicht nur \u00fcber die Abfolge ihrer Bausteine, sondern auch \u00fcber den Grad ihrer Aktivit\u00e4t. Und diese Arbeitsweise ist ver\u00e4nderbar. Gene im K\u00f6rper sind nun beileibe keine Autisten, keine \u201aEigenbr\u00f6tler\u2018, die ihre Programme abspulen, unbeeindruckt von den Bedingungen des Lebens. Die Umwelt kann sehr wohl vermittels epigenetisch wirksamer Faktoren auf die Gen<\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>aktivit\u00e4ten<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"> zugreifen, wie umgekehrt auch der t\u00e4tige Mensch auf die Umwelt und der Mensch auf sich selber einwirken kann.<br \/>\nGene steuern im K\u00f6rper nicht nur, sie werden auch gesteuert. Ein bestimmtes Wechselspiel zwischen Organismus und Umwelt, das dem K\u00f6rper mithin eine bestimmte Feineinstellung zur Umwelt, zur gesellschaftlichen Wirklichkeit erlaubt &#8211; und der Umwelt Zugriffe auf das Erbgut. Auch dem menschlichen Gehirn, der menschlichen Psyche, werden noch eigene Eingriffsm\u00f6glichkeiten und Aktivit\u00e4ten auf die eigentliche, vorgegebene k\u00f6rperliche Konstitution sowie die \u00e4u\u00dfere Lebenswelt er\u00f6ffnet. Diese Einsichten sind nicht v\u00f6llig neu. (9) Die &#8222;Epigenetik&#8220; als weitere Disziplin (10) neben der &#8222;Stresstheorie&#8220;, der &#8222;Psychoneuroimmunologie&#8220; usw. bereichert \u201anur\u2018 unser Wissen. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Epigenetisch wirksame Faktoren<\/b><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"> sind vielgestaltig. Wissenschaftlich untersucht werden da z.B. Ereignisse, Erlebnisse, individuelle und gesellschaftliche Lebensstile, Umweltbedingungen, chemische Noxen usw.<br \/>\nDoch wie \u00fcbersetzen sich diese Faktoren <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>gegebenenfalls<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"> ins Physiologische? Das ist Gegenstand der Forschung. &#8211; Wie beschreibt die Fachwissenschaft die <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>wichtigsten<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"> physiologischen <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Mechanismen, um in das Schaltprogramm<\/b><\/span><\/span> <span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>der Gene einzugreifen<\/b><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">?<br \/>\n&#8211; &#8222;Einerseits wirkt die Umwelt gezielt auf die Aktivit\u00e4t einzelner Gene ein, indem sich bestimmte chemische Molek\u00fcle an die DNA anheften. Diese &#8218;Methylgruppen&#8216; h\u00e4ngen wie Flaggen am Erbgut und k\u00f6nnen Gene an- und abschalten.&#8220; &#8211; &#8222;Andererseits wirken Umwelteinfl\u00fcsse \u00fcber die &#8222;Verpackung&#8220; der DNA auf die Genregulation. Das Erbmolek\u00fcl liegt nicht &#8222;nackt&#8220; im Zellkern, sondern ist auf bestimmte Proteine (Histone) gewickelt. So entsteht ein dichtes Kn\u00e4uel aus DNA und Histonen. Doch damit Gene abgelesen werden k\u00f6nnen, m\u00fcssen sie f\u00fcr die Zellmaschinerie zug\u00e4nglich sein. Sprich: die Histonh\u00fclle muss die DNA zeitweise freigeben.&#8220;<br \/>\n&#8222;Beide Mechanismen \u00e4ndern nichts an der Abfolge des genetischen Codes.&#8220;<br \/>\nDas ist noch nicht das Ende des menschlichen Erkenntnisweges, zumal sich nicht nur die theoretische Medizin (Naturwissenschaft) sondern auch die praktische Medizin f\u00fcr die Epigenetik interessiert, interessieren muss. (11)<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>4. Stress und Co: Es gibt m\u00f6gliche, <\/b><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i><b>vererbbare <\/b><\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Nachwirkungen epigenetisch wirksamer Faktoren -als genetische Reaktionsmuster &#8211; bis in die 3.\/4. Generation (oder mehr), die dann erl\u00f6schen<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Wir haben hier nicht den Raum, die Wirkung der &#8222;Epigenetik&#8220; auf die Arbeitsweise der Gene bzw. auf die genetische Vererbung ausf\u00fchrlich darzustellen. Ich verweise auf die Literaturliste mit ihren Querverweisen (10); Literatur, die sich immer noch \u201aexplosionsartig\u2018 vermehrt. Zwei <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Beispiele<\/b><\/span><\/span> <span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>aus dem Themenkomplex<\/b><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"> m\u00fcssen uns hier gen\u00fcgen:<br \/>\n&#8211; <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Hungerkatastrophen<br \/>\n<\/b><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">&#8222;In Herbst 1944 traten Eisenbahner in den deutsch besetzten Niederlanden in einen Streik, um die vordringenden Alliierten zu unterst\u00fctzen. Der erste britische und amerikanische Vorsto\u00df schlug fehl, und die Nazis r\u00e4chten sich durch die Verh\u00e4ngung eines verheerenden Nahrungsmittelembargos. Der daraufhin ausbrechenden Hungersnot fielen mindestens 20 000 Niederl\u00e4nder zu Opfer.<br \/>\nDieser <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>Hongerwinter s<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">ollte noch lange nach der Befreiung im Jahr 1945 Sp\u00e4tfolgen zeitigen. Bei den Kindern von Frauen, die w\u00e4hrend dieser Zeit schwanger waren, stieg das Risiko f\u00fcr ein breites Spektrum von Gesundheitsproblemen, darunter Diabetes, Fettleibigkeit und Herzkrankheit. In einigen F\u00e4llen war sogar noch bei ihren Enkelkindern die Gefahr gesteigert, untergewichtig zur Welt zu kommen. W\u00e4hrend man sich die Gesundheitssch\u00e4den der ersten Generation noch mit Unter- und Mangelern\u00e4hrung w\u00e4hrend der Schwangerschaft erkl\u00e4ren kann, ist dies f\u00fcr die zweite Generation unm\u00f6glich: Zur Zeit ihrer Geburt waren die Niederlande l\u00e4ngst wieder wohlhabend. Es musste also ein erblicher Effekt sein.&#8220;\u2026 Das Beispiel &#8222;deutet darauf hin, dass die Gesundheit von Menschen von der Ern\u00e4hrung der Gro\u00dfeltern beeinflusst wird. Doch nach der herk\u00f6mmlichen Evolutionstheorie sollte das unm\u00f6glich sein. \u2026 Die niederl\u00e4ndischen (und schwedischen, d.V.) Erfahrungen lassen sich durch die sogenannte Epigenetik erkl\u00e4ren. Das Genom scheint sich an gewisse Umwelteinfl\u00fcsse, denen es ausgesetzt war, zu &#8218;erinnern&#8216;. Normalerweise beschr\u00e4nken sich epigenetische Effekte auf somatische Zellen, in denen sie Gene abschalten oder ihre Aktivit\u00e4t regulieren. Manchmal werden aber auch Spermien und Eizellen modifiziert, sodass der Effekt auf die n\u00e4chste Generation \u00fcbertragen wird. Erworbene Eigenschaften k\u00f6nnen, wie sich zeigt, gelegentlich doch erblich werden.&#8220;\u2026 &#8222;Die Ern\u00e4hrung der Eltern hat offenbar zu einer epigenetischen Reprogrammierung der Kinder und Enkelkinder gef\u00fchrt und deren Stoffwechsel auf die damalige Ern\u00e4hrungssituation ausgerichtet. Das wiederum hatte ein erh\u00f6htes Diabetesrisiko usw. zur Folge.&#8220;(12)<br \/>\nAuch aus Schweden liegt eine entsprechende historische Studie zu Hungerereignissen vor. Sie best\u00e4tigt die oben angegebenen epigenetischen Schlussfolgerungen.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">&#8211; <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Stress<br \/>\nHistorisches<\/b><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">: Bereits in den 30er Jahren stie\u00df der kanadische Biochemiker Hans Selye auf das sogenannte &#8222;Stress-Syndrom&#8220;: Belaste man n\u00e4mlich, womit auch immer, einen h\u00f6her stehenden tierischen oder menschlichen Organismus, so lie\u00dfen sich, jenseits der spezifischen Wirkung des Agens, so Selye, schablonenhafte K\u00f6rperreaktionen aufzeigen. &#8211; Also ein Syndrom, das sich in &#8222;Symptomen und Anzeichen&#8220; darstelle; sich in umschriebenen Organver\u00e4nderungen, in der Aussch\u00fcttung hormoneller (biochemischer) Signalstoffe, in Nervenaktivit\u00e4ten, usw. \u00e4u\u00dfere. &#8211; Selye definierte Stress dann auch als die &#8222;unspezifische Antwort des K\u00f6rpers auf die an ihn gestellten Anforderungen aller Art.&#8220;<br \/>\nWie kann man sich diese Kennzeichnung bildhaft vorstellen? Unzweifelhaft sind K\u00e4lte, Infektionen oder Emotionen unterschiedliche Faktoren, die spezifische Wirkungen haben. Selye fasste sie jedoch auch als Stressoren, als treibende Kr\u00e4fte, die unbeschadet ihrer konkreten Gestalt Stress auszul\u00f6sen in der Lage seien. Der Stressor ist als Begriff also eine Abstraktion. Wie aber wirkt ein Stressor im K\u00f6rper? Doppelt \u2013 antwortet da der Stress-Theoretiker. Betrachten wir beispielsweise die normale Antwortreaktion des menschlichen K\u00f6rpers auf einen K\u00e4ltereiz. Was wir sehen, ist das Zittern der Gliedma\u00dfen, um mehr W\u00e4rme verf\u00fcgbar zu machen. Das ist nach Selye eine ebenso <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>spezifische <\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Antwort des Organismus (auf die spezifische Wirkungsqualit\u00e4t eines Stressors) wie die Kontraktion der Gef\u00e4\u00dfe bei K\u00e4lte, um einen W\u00e4rmeverlust an der K\u00f6rperoberfl\u00e4che zu vermeiden. Parallel dazu reagiere der K\u00f6rper aber auch <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>unspezifisch<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">, sozusagen schablonenhaft, mit &#8222;Stress&#8220;. Stress sei also eine Anpassungsleistung des K\u00f6rpers, um einer Belastung entgegenzutreten, sie zu b\u00e4ndigen. Das festgeschriebene Paket an Gegenma\u00dfnahmen nannte Selye das &#8222;Allgemeine Anpassungssyndrom&#8220;(weil es eine umschriebene Ansammlung von Gegenreaktionen beinhaltet). &#8211; Stress in der Definition Selyes (bzw. der Wissenschaft) ist also das Gegenteil von dem, was die breite \u00d6ffentlichkeit umgangssprachlich dazu meint: Nicht \u201a\u00e4u\u00dfere\u2018 Belastung, die auf den Menschen zukommt, ist Stress, sondern die k\u00f6rperliche Reaktion auf einen &#8222;Stressor&#8220; ist Stress. Umgekehrt, alles was Stress erzeugt, jenseits seiner Gestalt, ist per Definition ein Stressor. Und zu guter letzt, Stress ist das, was \u00fcbrig bleibt, wenn wir von den spezifischen k\u00f6rperlichen Ver\u00e4nderungen auf einen \u201a\u00e4u\u00dferen\u2018 Reiz absehen.- Biologisch und sozial gesehen ist das Stress-Ph\u00e4nomen ein evolution\u00e4rer Vorteil. Es erm\u00f6glicht dem menschlichen K\u00f6rper, &#8222;Kraftreserven&#8220; bei Anforderung zu mobilisieren; es erm\u00f6glicht Flucht oder Kampf, ja auch Erdulden, hilft aber auch in den gr\u00f6\u00dferen oder kleineren Belastungssituationen des Alltags &#8211; indem es hormonelle und nervale Anpassungsleistungen im K\u00f6rper zur Verf\u00fcgung stellt. Kurz: Wer keinen Stress hat, ist eigentlich tot.<br \/>\nSelye beschrieb das &#8222;Allgemeine Anpassungssyndrom&#8220;<\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i> in<\/i><\/span><\/span> <span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>Aktion<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"> dann so: 1.\u00a0&#8222;die Alarmphase&#8220;, d.h. die Wahrnehmung des Stressors, die Ver\u00e4nderungen der K\u00f6rperfunktionen durch den Stressor; 2.\u00a0die &#8222;Phase des Widerstands&#8220;, d.h. den Zustand der Gegenreaktion und der Anpassung; 3.\u00a0die &#8222;Phase der Ersch\u00f6pfung&#8220;, bei \u00fcberm\u00e4\u00dfigem oder Dauerstress, die \u00dcberleitung in die unkontrollierbaren Stresswirkungen. &#8211; In der Phase der Ersch\u00f6pfung kann das positive &#8222;Syndrom&#8220; also auch ins Negative umschlagen, entgleisen. Auf seiner Basis k\u00f6nnen die sogenannten &#8222;Anpassungskrankheiten&#8220; entstehen: spezielle Magen-\/Darm-, Herz-\/Kreislauf-, Nierenerkrankungen usw.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">H. Selye (1907 &#8211; 1982) musste sein &#8211; hier nur angedeutetes &#8211; &#8222;Stress-Syndrom&#8220;, seine diesbez\u00fcglichen \u201aModellvorstellungen zum Stress\u2018, mehrfach \u00fcberarbeiten und erg\u00e4nzen, entweder auf Druck seiner Opponenten oder vor dem Hintergrund allgemein gewachsenen Wissens:<br \/>\n&#8211; So hatte sich z.B. gezeigt, dass das &#8222;Stress-Syndrom&#8220; in Erscheinungsform und Auspr\u00e4gung durch Zusatzfaktoren sehr wohl modifizierbar war oder einer Konditionierung unterliegen konnte: a) durch die Anwesenheit von inneren Faktoren wie &#8222;Erbanlagen, Alter, Geschlecht&#8220;, b) durch \u00e4u\u00dfere Faktoren wie &#8222;die Behandlung mit bestimmten Hormonen, Arzneimittel, Di\u00e4ten&#8220; usw. Heute m\u00fcsste man noch als c) hinzuf\u00fcgen: es spielten bei den \u201aStressereignissen\u2018 auch das Gehirn\/das ZNS, sowie die &#8222;h\u00f6here Nervent\u00e4tigkeit&#8220;, also das Psychische, eine bedeutende Rolle, sei es in der Wahrnehmung der Belastung, im Erleben, in der Verarbeitung, in der Bew\u00e4ltigung.- Kurz: Die Wirkung eines Stressors kann so selektiv verst\u00e4rkt oder abgemildert (verformt oder gegebenenfalls sogar unterdr\u00fcckt werden); ein an und f\u00fcr sich harmloser, vertr\u00e4glicher Stress kann so auch \u00e4u\u00dferst sch\u00e4dliche Wirkung entfalten.<br \/>\n&#8211; Um ein weiteres Beispiel f\u00fcr die Grenzen des alten Modells anzusprechen: Man kann keineswegs vollst\u00e4ndig vom Charakter eines Stressors abstrahieren, da dieser zwar eine spezifische (und unspezifische) Wirkung am K\u00f6rper zeigt, aber auch unterschiedlich in die Substanz des Organismus eingreifen kann. &#8222;Psychosozialer Stress&#8220; am Arbeitsplatz ist beispielweise doch etwas anderes als die atomare Strahlung in der N\u00e4he eines Atomkraftwerkes oder -unfalls.<br \/>\nSolche Kurskorrekturen und empirisch erhobenen Daten waren dann auch eine Hilfe, die &#8222;Organwahl&#8220; bei &#8222;Stresserkrankungen&#8220; besser zu verstehen sowie einzusehen, warum zwei ungleiche Menschen bei gleicher Situation nicht dasselbe \u201aSchicksal\u2018 erleiden m\u00fcssen &#8211; aber k\u00f6nnen.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">In den 70er\/80er Jahren wurde auch in der politischen Linken viel \u00fcber das &#8222;Stressph\u00e4nomen&#8220; und die &#8222;Arbeitswelt&#8220; diskutiert. Je nach politischem Standpunkt unter den Schlagworten: &#8222;Kritik der b\u00fcrgerlichen Wissenschaft&#8220;, &#8222;Industriearbeit und Herrschaft&#8220;, &#8222;\u00d6kologie der Arbeit&#8220; usw. Hintergrund dieser Diskussionen waren das Aufkommen moderner Produktionsmethoden in (West)-Deutschland, die Wirtschaftskrisen mit ihrer Arbeitslosigkeit, die zunehmende Verdichtung der Arbeitsabl\u00e4ufe, die Arbeitshetze, die galoppierende Zahl an Herz-Kreislauferkrankungen (die sich nicht mehr als &#8222;Managerkrankheiten&#8220; verharmlosen lie\u00dfen) usw. Viele der damaligen, zumeist gesellschaftskritischen Positionen und Arbeitsergebnisse sind inzwischen wieder \u201avergessen\u2018. Doch es wird Zeit, sie erneut auszugraben.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Heute wei\u00df man erheblich mehr<\/b><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"> \u00fcber das &#8222;Stressph\u00e4nomen&#8220; (13) als zu Zeiten Selyes (was nicht hei\u00dfen soll, seine Arbeiten umstandslos beiseite zu legen). Zu den neueren Erkenntnissen z\u00e4hlt u.a., dass \u201alang andauernder\u2018 Stress auf die Genaktivit\u00e4ten zugreifen kann sowie, dass die dabei entstandenen genetischen Reaktionsmuster auch <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>epigenetisch vererbbar<\/b><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"> sind.<br \/>\nHier liegen tierexperimentelle und humangenetische Beobachtungen und \u201aExperimente\u2018 vor, so z.B. bei Traumata (14).<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Die oben angesprochenen Weichenstellungen am Gen-Verhalten nach Stress sind mehr oder weniger negativ zu bewerten. Es gibt jedoch auch ein positives Beispiel epigenetischer Vererbung durch Stress: &#8222;Fr\u00fchkindlicher Stress kann \u2026 auch dazu f\u00fchren, dass Betroffene sp\u00e4ter mit schwierigen Situationen besser umgehen k\u00f6nnen. Auch diese F\u00e4higkeit wird auf die Nachfolgegenerationen vererbt. Dies hat Isabelle Mansuy, Professorin f\u00fcr Neuroepigenetik der Universit\u00e4t und der ETH Z\u00fcrich, an Untersuchungen mit M\u00e4usen unl\u00e4ngst herausgefunden.&#8220; (15) &#8211; Leider erkl\u00e4rt der hier zitierte Kurzartikel nicht, welche Mechanismen hinter dieser St\u00e4rkung stehen (k\u00f6nnen). &#8211; Da d\u00fcrfte weiterer Forschungsbedarf bestehen.<br \/>\nDies muss im \u00dcbrigen auch f\u00fcr eine weitergehende Frage gelten, n\u00e4mlich, warum die einen stark auf \u201aseelische\u2019 Ersch\u00fctterungen und Traumata reagieren und ein Leben lang daran herum knabbern, die anderen schwach und sie wegstecken. Liegt der Schl\u00fcssel dazu auch in der DNA oder im aktiven gesellschaftlich sozialisierten Gehirn, in Beidem, oder worin? Es sind noch so viele Fragen unbeantwortet. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>L\u00f6schung? Epigenetische Vererbung bei Traumata<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Wie best\u00e4ndig ist die epigenetische Vererbung am Gen-Verhalten? Auch hier sind noch viele Fragen offen. Nach heutigem Verst\u00e4ndnis erlischt das neu induzierte Reaktionsmuster \u201airgendwann\u2018, will sagen nach \u201aeinigen\u2018 Generationen automatisch. Warum, wann und nach welcher Gesetzm\u00e4\u00dfigkeit? <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>Eine<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"> strittige Frage jedoch konnte inzwischen gekl\u00e4rt werden: Neuerdings verweisen Untersuchungen darauf, dass epigenetische Fixierungen am &#8222;Gen-Schalter&#8220; kurzfristiger\u2018 <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>gel\u00f6scht <\/b><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">werden k\u00f6nnen &#8211; <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>unter gewissen Bedingungen<\/b><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">. Dazu hei\u00dft es im Wissenschaftsjournal: &#8222;Schwere Traumata schlagen sich dauerhaft auf K\u00f6rper und Verhalten nieder und werden sogar an den Nachwuchs vererbt. Das ist aber wohl kein unausweichliches Schicksal, wie nun ein Schweizer Team um Isabelle Mansuy feststellte. Die Forscher zeigten mit M\u00e4usen erstmals, dass die epigenetische Vererbung von Traumata unter Umst\u00e4nden r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht werden kann. \/ Die Wissenschaftler hatten neugeborene M\u00e4usem\u00e4nnchen in unregelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden immer wieder von ihrer Mutter getrennt. Die so traumatisierten Nager reagierten in belastenden Situationen bald anders als unvorbelastete Artgenossen, sie verloren etwa die Scheu vor hellem Licht. Dieses Verhalten \u00fcbertrugen sie auch auf ihren eigenen Nachwuchs, obwohl dieser stressarm aufwuchs. \/ Hinter einer solchen Traumavererbung steckt ein epigenetischer Effekt: Stress bewirkt, dass am Gen f\u00fcr einen Glukokortikoid-Rezeptor einige Methylgruppen verschwinden und die Genaktivit\u00e4t steigt. Auf Grund der Demethylierung bilden die Zellen mehr Rezeptoren f\u00fcr Neurotransmitter aus &#8211; die Tiere reagieren daher empfindlicher auf bedrohliche Situationen. Das geschieht vor allem im Hippocampus, jenem Teil des Gehirns, der Stress und Angst reguliert. Da die Ver\u00e4nderungen auch in den Keimzellen stattfinden, ist der Nachwuchs ebenfalls betroffen. \/ Doch in Mansuys Experimenten lie\u00df sich all das durch eine besonders stressfreie Umgebung wieder r\u00fcckg\u00e4ngig machen: Die fehlenden Methylgruppen legten sich unter diesen Umst\u00e4nden offenbar wieder an die DNA an &#8211; epigenetische Traumavererbung l\u00e4sst sich demnach also gezielt beeinflussen und sogar umkehren.&#8220; (16)<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Pr\u00e4vention?<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Kann man sich vor negativ wirkenden Belastungen\/Stressereignissen vorbeugend sch\u00fctzen? In gewisser Weise schon. Ein nicht uninteressanter Artikel dazu erschien vor einiger Zeit in der &#8222;FAZ&#8220;. (17) Die hier vorgestellten und empfohlenen Ma\u00dfnahmen zur Anti-Stress-Strategie bei &#8222;Psychoterror&#8220; lauten dann u.a. so: &#8222;Gebot des Nichthandelns&#8220;, Selbstdisziplin, die &#8222;buddhistische Geisteshaltung des Nichtdenkens&#8220;, Meditation, Langsamkeit, gutes gesundes Essen, eine neue Pausenkultur z.B. das &#8222;Anti-Stress-Nickerchen&#8220;, \u2026<br \/>\n&#8211; Alles sch\u00f6n und gut, wenn man das notwendige \u201aKleingeld\u2018 und die gesellschaftlichen M\u00f6glichkeiten f\u00fcr diesen \u201aJahrmarkt\u2018 der Gelegenheiten hat. F\u00fcr viele Mitmenschen in der kapitalistischen Arbeitswelt oder Gesellschaft ist es \u201autopisch\u2018. &#8211; Wie hei\u00dft es doch so sch\u00f6n bei B.\u00a0Brecht (frei nach Villon): &#8222;Nur wer im Wohlstand lebt, lebt angenehm!&#8220;<br \/>\n&#8211; Selbstverst\u00e4ndlich kann man auch eine andere, von der FAZ nicht thematisierte Strategie w\u00e4hlen, sagen wir, eine pers\u00f6nliche oder politische Vermeidungsstrategie bei \u201aStressereignissen\u2018, z.B. in der \u201aArbeitswelt\u2018 durch den Gang zum Betriebsrat, durch kollektive Aktionen oder durch gewerkschaftliches Engagement &#8211; um der Arbeitshetze oder dem Mobbing Einhalt zu gebieten. Nur ist das nicht immer m\u00f6glich.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Nat\u00fcrlich sind personenbezogene &#8222;Anti-Stress-Rezepte&#8220; wie die Entschleunigung, innere Ruhe und Gelassenheit, &#8222;gute Arbeit&#8220; und Befriedigung usw. nicht deshalb falsch, weil sie h\u00e4ufig scheitern, also an der gesellschaftlichen Realit\u00e4t im Kapitalismus zerschellen, sich die k\u00f6rperliche Ert\u00fcchtigung als Flopp erweist oder sich die guten Vors\u00e4tze im &#8222;Neuen Jahr&#8220; in Luft aufl\u00f6sen. Die Sehnsucht bleibt. Eine ganze \u201aAnti-Stressindustrie\u2018 lebt vom Versprechen auf individuelle Befreiung und Befriedung. Doch auch ein M\u00e4rchen f\u00fcr gro\u00dfe Kinder bleibt ein M\u00e4rchen, ein M\u00e4rchen, dessen letzter Akt oft in Achselzucken oder Frust endet. &#8211; Stattdessen rennen wir weiter von Termin zu Termin, von Arbeitsst\u00fcck zu Arbeitsst\u00fcck, von \u2026 \u2026 im gesellschaftlichen \u201aHamsterrad\u2018.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Ein entscheidender Baustein zur (gravierenden) Stress-Vermeidung in der obigen Aufz\u00e4hlung der &#8222;FAZ&#8220; fehlt hier sowieso: Die (notwendige) <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>gesellschaftlich verordnete Pr\u00e4vention<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"> vor \u201aStresssch\u00e4den\u2018 durch den(b\u00fcrgerlichen) Staat. Dieses \u201aVergessen\u2018 in einem Kapitalisten-Blatt d\u00fcrfte kein Zufall sein. Gelten doch <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>einschneidende <\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Staatsgesetze gegen die Profitwirtschaft, gegen den hemmungslosen Raubbau an Leib und Leben, aber zu Gunsten der Werkt\u00e4tigen \/ der bedrohten Umwelt, als verwerfliches \u00dcbel. Durchaus logisch vom kapitalistischen Standort aus &#8211; der ja nicht der unsrige seien kann. Wie schon Karl Marx im &#8222;Kapital&#8220;, hier zur \u201aArbeitswelt\u2018 vermerkte: &#8222;Die kapitalistische Produktion \u2026 ist \u2026 weit mehr als jede andere Produktionsweise, eine Vergeuderin von Menschen, von lebendiger Arbeit, eine Vergeuderin nicht nur von Fleisch und Blut, sondern auch von Nerven und Hirn.&#8220;\/ &#8222;Das Kapital ist r\u00fccksichtslos gegen Gesundheit und Lebensdauer des Arbeiters, wo es nicht durch die Gesellschaft zur R\u00fccksicht gezwungen wird.&#8220;\/ &#8222;Zum &#8218;Schutz&#8216; gegen die Schlange ihrer Qualen m\u00fcssen die Arbeiter ihre K\u00f6pfe zusammenrotten und als Klasse ein Staatsgesetz erzwingen, ein \u00fcberm\u00e4chtiges gesellschaftliches Hindernis, das sie selbst verhindert, durch freiwilligen Kontrakt mit dem Kapital sich und ihr Geschlecht in Tod und Sklaverei zu verkaufen.&#8220;\/ usw.<br \/>\nKurz und gut: Es gibt viele Gr\u00fcnde, schon in der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft dem Kapital gesellschaftlich wirksame Schranken zu setzen sowie Gr\u00fcnde, in politischer Perspektive mit dem Kapitalismus zu brechen, ihn zu brechen.<\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>5. Exkurs: Eine &#8222;Vererbung der anderen Art&#8220;- Schadstoffe und ihre Wirkung<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">&#8222;Laut Untersuchungen an M\u00e4usen und Ratten \u2026 k\u00f6nnen bestimmte Substanzen wie Agrochemikalien, Kerosin und sogar einige allgemein gebr\u00e4uchliche Kunststoffe das Erbgut epigenetisch ver\u00e4ndern. M\u00f6gliche Folgen sind Krankheiten und Fruchtbarkeitsst\u00f6rungen, ohne dass die eigentliche DNA-Sequenz der Tiere angetastet wird. Noch \u00fcberraschender war jedoch folgende Beobachtung: Wenn derartige Epimutationen in Eizellen und Spermien auftreten, k\u00f6nnen sie dort anscheinend fest eingebaut und so auf sp\u00e4tere Generationen \u00fcbertragen werden &#8211; zusammen mit allen damit einhergehenden Gesundheitsrisiken. \/ Langzeituntersuchungen an Menschen weisen inzwischen darauf hin, dass Epimutationen auch bei uns manchmal von einer Generation zur n\u00e4chsten weitergegeben werden. Das k\u00f6nnte bisher ungeahnte Bedeutung f\u00fcr die \u00f6ffentliche Gesundheit haben. So lassen sich die teils dramatischen Zunahmen an Fettleibigkeit, Diabetes und anderen Erkrankungen in den letzten Jahrzehnten vielleicht auf den Kontakt der Eltern und Gro\u00dfeltern mit Umweltgiften wie DDT und Dioxin zur\u00fcckf\u00fchren.&#8220; (18) Die (kontrovers gef\u00fchrten) Diskussionen zum Problemkomplex stehen erst am Anfang. Sie sollten aber unsere Aufmerksamkeit finden.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>6. Eine kleine Zwischenbetrachtung<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">1) Viele Naturwissenschaftler und Mediziner, die sich mit der Epigenetik besch\u00e4ftigen, betreiben \u201areine Wissenschaft\u2018. Mit der Feststellung, was &#8222;Epigenetik&#8220; ist und wie sie wirkt, sind sie zufrieden. Die gesellschaftspolitische Seite der Entdeckung interessiert sie nicht sonderlich; sollte sie aber.<br \/>\n2) Die Bourgeoisie ist nicht wirklich daran interessiert, die gesellschaftspolitischen Erkenntnisse aus der Epigenetik an die gro\u00dfe Glocke zu h\u00e4ngen. Als Hauptakteure und Gestalter der sozialen und \u00f6kologischen Verh\u00e4ltnisse im Kapitalismus sind sie stets in Gefahr, auf der Anklagebank der Geschichte zu landen.<br \/>\n3) Die politische Linke hat sich bisher wenig f\u00fcr die &#8222;Epigenetik&#8220;interessiert. Viele Erkenntnisse der modernen Naturwissenschaft sind ihr eh ein Buch mit 7\u00a0Siegeln oder rauschen schlicht an ihnen vorbei. Lange ist es her, dass sich Marx und Engels mit der &#8222;Dialektik der Natur&#8220; besch\u00e4ftigt haben &#8211; und dabei vorbildlich agierten.<br \/>\n4) Marxisten aber m\u00fcssen sich um die Erkenntnisse der Naturwissenschaft und damit auch der &#8222;Epigenetik&#8220; bem\u00fchen, und das nicht nur f\u00fcr ein wissenschaftliches Weltbild und deren Erkl\u00e4rung, sondern auch, weil sie die soziale Frage und den Klassenkampf ins Zentrum ihrer Politik und Propaganda stellen (sollten). <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>7. Historisches: Der Arbeiterf\u00fchrer August Bebel macht sich Gedanken zur Begr\u00fcndung des Sozialismus &#8211; und greift nicht nur auf die Schriften von Marx und Engels zur\u00fcck<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">1879 erschien erstmals die Schrift &#8222;Die Frau und der Sozialismus&#8220; von August Bebel (1840 &#8211; 1913). Sie erreichte noch zu seinen Lebzeiten 50 Auflagen. Bebel war seinerzeit, also vor dem Ersten Weltkrieg, Vorsitzender der deutschen Sozialdemokratischen Partei. Er war nicht nur ein Anh\u00e4nger von Marx und Engels, also Sozialist bzw. Kommunist; in der angezeigten Schrift verarbeitete er auch Ansichten der Evolutionsbiologen Charles Darwin (1809 &#8211; 1882) und Jean Baptiste Lamarck (1744 &#8211; 1844).<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Zu Lebzeiten Bebels las man die genannten Evolutionsbiologen noch als verwandte Seelen, ohne das Trennende \u00fcber zu bewerten. In der Tat, diese Biologen stimmten in einigen Fragen \u00fcberein, in anderen nicht. Einigkeit bestand darin, von einer Transformation der Arten auszugehen. Gravierende Unterschiede zwischen den Beiden gab es in der Bestimmung der <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>Evolutions<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">mechanismen selbst. Das soll uns hier aber nicht besch\u00e4ftigen.<br \/>\nWichtig f\u00fcr unser Thema &#8222;Epigenetik&#8220; ist lediglich die Feststellung, dass Darwin in seinem eigenen Lehrgeb\u00e4ude auch die M\u00f6glichkeit einer &#8222;Vererbung erworbener Eigenschaften&#8220; sah (und nicht ablehnte, wie h\u00e4ufig unterstellt). Allerdings fand er f\u00fcr die konkreten <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>Vererbungs<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">mechanismen keine vertretbaren, heute noch g\u00fcltigen (wissenschaftlichen) Antworten. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Erst in den 20er Jahren des 20. Jh., unter dem Eindruck der Wiederentdeckung der Studien Gregor Mendels (1822 &#8211; 1884) sowie angesichts der Arbeiten August Weismanns (1834 &#8211; 1914) betonte der &#8222;Neo-Darwinismus&#8220; der (sp\u00e4teren) Gegenwart die Gegens\u00e4tze der Veteranen, und das mit erheblicher Aggressivit\u00e4t.<br \/>\nDoch fertig wurde der &#8222;Neo-Darwinismus&#8220; mit dem \u201aGespenst\u2018 Lamarck nicht.<br \/>\nWie dem auch sei: In der erw\u00e4hnten Schrift Bebels finden sich gewisse \u201aSpuren\u2018 all dieser Autoren (ihrer Ansichten und einiger ihrer Probleme). Im \u00dcbrigen sollte diese Arbeit des Autors im Kern Seiten der angestrebten sozialistischen &#8222;Zukunftsgesellschaft&#8220; skizzieren und illustrieren, sie bezog aber auch zu weltanschaulichen und politischen Fragen der Zeit Stellung. Ein Auszug sei hier kurz dokumentiert:<br \/>\nBebel schrieb u.a.: M\u00e4nner wie Frauen sind trotz k\u00f6rperlicher Unterschiede zu vergleichbar hohen Leistungen f\u00e4hig. Lediglich die (bestehende) Gesellschaft hemmt dieses Verm\u00f6gen, behindert die Emanzipation der Frau. &#8222;Da eine solche Entwicklung (zur k\u00f6rperlichen und psychischen Entfaltung der weiblichen Potenzen, d.V.) Sache der Lebensbedingungen und der Erziehung, naturwissenschaftlich derb ausgedr\u00fcckt, der &#8222;Z\u00fcchtung&#8220; ist, darf als sicher angenommen werden, dass das physische und geistige Leben der Menschen zu den sch\u00f6nsten Resultaten f\u00fchrt, sobald der Mensch <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>zweck- und zielbewu\u00dft<\/i><\/span><\/span> <span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>in seine Entwicklung eingreift<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">. \/ Wie Pflanzen und Tiere von ihren Existenzbedingungen abh\u00e4ngen, g\u00fcnstige sie f\u00f6rdern, ung\u00fcnstige sie hemmen, und Zwangsverh\u00e4ltnisse sie n\u00f6tigen, ihr Wesen und ihren Charakter zu \u00e4ndern, vorausgesetzt, dass sie unter deren Entwicklung nicht zugrunde gehen, so ergeht es auch dem Menschen. Die Art und Weise, wie der Mensch seine Existenz gewinnt und erh\u00e4lt, beeinflusst nicht nur sein \u00e4u\u00dferes Wesen sondern auch sein F\u00fchlen, sein Denken und Handeln. Sind ung\u00fcnstige Existenzbedingungen der Menschen &#8211; das hei\u00dft Mangelhaftigkeit des Sozialzustandes &#8211; Ursache mangelhafter individueller Entwicklung, so folgt daraus, dass durch Ver\u00e4nderung seiner Existenzbedingungen, das hei\u00dft seines Sozialzustandes, der Mensch selbst ver\u00e4ndert wird. Es handelt sich also darum, die sozialen Zust\u00e4nde in der Weise zu gestalten, dass jeder Mensch die M\u00f6glichkeit zur vollen ungehinderten Entwicklung seines Wesens erh\u00e4lt, dass die Gesetze der Entwicklung und Anpassung, die nach Darwin mit der Bezeichnung des Darwinismus belegt werden, zweck- und zielbewu\u00dft f\u00fcr alle Menschen zur Wirksamkeit kommen. Das ist aber nur m\u00f6glich im Sozialismus&#8220;. (19)<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Das obige Zitat aus Bebels Arbeit ist im Namen Darwins formuliert, von Lamarck inspiriert, und politisch links gewendet. &#8211; Soweit zu Bebel, dessen namentlich angezeigte Schrift trotz gewisser Schw\u00e4chen und Fehler immer noch anregend zu lesen ist &#8211; als Pl\u00e4doyer f\u00fcr die Emanzipation der Geschlechter und den Sozialismus.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Andere Autoren wie Karl Kautsky gingen in der angesprochenen \u201aProblematik\u2018 der \u201aMenschheitsverbesserung\u2018 einen <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>gef\u00e4hrlichen<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"> Schritt weiter: Diese Str\u00f6mung in der alten Sozialdemokratie setzte nicht nur auf eine Verbesserung der Lebensbedingungen (und den Sozialismus). Sie machte sich auch f\u00fcr eine &#8222;Sozialistische Eugenik&#8220; d.h. f\u00fcr &#8222;ein gesellschaftliches Streben nach Wohlgeborenheit&#8220; und eine &#8222;Sozialhygiene&#8220; (&#8222;Rassenhygiene&#8220;) auf freiwilliger Basis &#8211; im Sozialismus &#8211; stark. Damit sollte, wie es hie\u00df, eine k\u00f6rperliche &#8222;Entartung der Menschheit&#8220; verhindert und diese h\u00f6her entwickelt werden. (20) &#8211; Dar\u00fcber hinaus gab es in den Reihen der Sozialdemokratie &#8211; vor allem nach dem 1.\u00a0Weltkrieg &#8211; des Weiteren Vertreter einer ausgesprochenen &#8222;Erb-Eugenik&#8220; bereits unter b\u00fcrgerlichen Verh\u00e4ltnissen. Man wei\u00df heute hinl\u00e4nglich, wohin ein solches Engagement alles f\u00fchren kann.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>VIII. Eine Schlussfolgerung aus der &#8222;Epigenetik&#8220;<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Ganz gleich ob man Sympathie f\u00fcr den modernen &#8222;Neo-Lamarckismus&#8220; empfindet (der, wie mehrfach betont, hier nicht abgehandelt wird) oder ob man \u201anur\u2018 die wissenschaftliche &#8222;Epigenetik&#8220; zur Kenntnis nimmt, an einer Verbesserung der sozialen Verh\u00e4ltnisse im Kampf gegen die Bourgeoisie und ihren Staat sowie f\u00fcr umfassende politische und demokratische Rechte der Werkt\u00e4tigen im Hier und Jetzt kommt man nicht herum. Denn man will den Schutz des Einzelnen, aber auch der Arbeiterklasse, vor k\u00f6rperlicher und sozialer Verletzung, der Werkt\u00e4tigen vor einem fr\u00fchen Tod oder Degradation. Insofern hat auch die Epigenetik etwas mit dem Klassenkampf zu tun: Die &#8222;Epigenetik&#8220; hat weitere physiologische und erbm\u00e4\u00dfige Mechanismen enth\u00fcllt, wie negative soziale und umweltbedingte Faktoren (im Kapitalismus) auf den Organismus (bzw. die Klasse) einwirken k\u00f6nnen, sogar \u00fcber Generationen hinweg. Es reicht daher nicht, sich den Schutz der Ware Arbeitskraft als tagesaktuelle Aufgabe ans sozialistische Revers zu heften oder den konsequenten Lohnkampf zu organisieren, auch der Schutz der Umwelt, der menschlichen und der naturgegebenen, muss Teil unserer politischen Aufgabenstellung sein. Dass der Sozialismus dar\u00fcber hinaus &#8222;der bessere (gesellschaftliche) Arzt ist&#8220;, wussten schon die Alten auch, dass er &#8222;die vollst\u00e4ndige Emanzipation aller menschlichen Sinne und Eigenschaften&#8220; einzuleiten in der Lage sei. Wie gesagt: Das Ziel bleibt, aber es bedarf auch der Begr\u00fcndung und politischen Propaganda im Klassenkampf.<\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"center\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Literatur und Quellenangabe zum Artikel<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">1) Alle Zitate aus: Katrin Blawat: Der Froschk\u00f6nig. Seit 80 Jahren gilt der Biologe Paul Kammerer als einer der gr\u00f6\u00dften Betr\u00fcger der Wissenschaft &#8211; wom\u00f6glich zu unrecht. in: SZ, 11. Sept. 2009, S. 16<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">2) zitiert nach: Arthur Koestler: Der Kr\u00f6tenk\u00fcsser. Der Fall des Biologen Paul Kammerer oder F\u00fcr eine Vererbungslehre ohne Dogma. (1971) Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Tb. Verl., 1974, S. 48<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">3) siehe A. Koestler, 1974<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">4) siehe Fu\u00dfnote 3, sowie: Arthur Koestler: Der Mensch \u2013 Irrl\u00e4ufer der Evolution. (1978) Frankfurt\/M.: Fischer Tb. Verl., 1989<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">5) Christiane N\u00fcsslein-Volhard, in: Die Zeit, Nr. 14, 27. M\u00e4rz 2008, S. 43<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">6) Harro Albrecht: Gro\u00dfvaters Erblast. K\u00f6nnen erworbene Eigenschaften vererbt werden? Unsinn, sagen die Darwinisten. Aber die Wirklichkeit ist komplizierter als das Dogma. in: Die Zeit, Nr. 37, 4. Sept. 2003, S. 37\/8 \/ Manuela Lenzen: Ein Phantom ist zur\u00fcckgekehrt. Jean-Baptiste Lamarck, die Epigenetik und die Vererbung erworbener Eigenschaften: Eine Bestandsaufnahme. in: FAZ, 26.\u00a0Aug. 2009, S. N4<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">7) Franz M. Wuketits: Evolutionstheorien. Historische Voraussetzungen, Positionen, Kritik. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1988, S.\u00a052\/53<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">8) sinngem\u00e4\u00df K. Blawat, 2009, S. 16 \/ Neuerdings wird auch ein Komplott rechter Kreise gegen Kammerer in Erw\u00e4gung gezogen. Siehe: Michael Hagner: Entlastung f\u00fcr den Kr\u00f6tenf\u00e4lscher. Darwinismus und politische Intrigen: Klaus Taschwer pr\u00e4sentiert Belege f\u00fcr eine neue Hypothese zum spektakul\u00e4ren Sturz des Biologen Paul Kammerer. in: FAZ, 21. Okt. 2016, S. 10 \/ Klaus Taschwer: Der Fall Paul Kammerer. Das abenteuerliche Leben des umstrittensten Biologen seiner Zeit. M\u00fcnchen: Hanser, 2016<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">9) Ernst Peter Fischer: Geschichte des Gens. Frankfurt\/M: Fischer TB. Verl., 2003 \/ Joachim Bauer: Das Ged\u00e4chtnis des K\u00f6rpers. Wie Beziehungen und Lebensstile unsere Gene steuern. (2002) M\u00fcnchen . Z\u00fcrich: Pieper Tb. Verl., Aktualisierte und erweiterte 3. Aufl., 2014<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">10) siehe u.a.: Bernhard Kegel: Epigenetik. Wie Erfahrungen vererbt werden. K\u00f6ln: Dumont Verl., 2009. \/ Peter Spork: Der Zweite Code. Epigenetik &#8211; wie wir unser Erbgut steuern k\u00f6nnen. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Verl., 2009. \/ &#8222;Spektrum der Wissenschaft&#8220;Highlights: Gene und Umwelt. Wie wir werden, was wir sind. Nr. 2\/2016<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">11) siehe z.B.: Reinhard Door: Auf gesund geschaltet. Epigenetik. Die noch relativ junge Forschungsrichtung k\u00f6nnte viele Krankheiten erkl\u00e4ren. Denn sie zeigt, welche Bedeutung das An- und Ausschalten von Genen hat &#8211; \u00fcber Generationen hinweg. in: Apotheken Umschau, 1. Juli 2016, S. 62 &#8211; 67 \/ Joachim M\u00fcller-Jung: Was die Hacker im Genom suchen. Auch die Natur programmiert. Die Epigenetiker mischen da immer besser mit, und die Medizin will sich das jetzt zunutze machen. in: FAZ, 24. Aug. 2016, S. N1<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">12) Mark Henderson: 50 Schl\u00fcsselideen Genetik. Heidelberg: Spektrum Akademischer Verl., 2010 , S. 188 \u2013 191<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">13) siehe u.a. die weltanschaulich durchaus unterschiedlich tickenden \u00dcbersichtsarbeiten: J\u00fcrgen R. Nitsch (Hrsg.): Stress. Theorien, Untersuchungen, Massnahmen. Bern . Stuttgart . Wien: Verl. Hans Huber, 1981 \/ M.M. Chananaschwili &#8211; K. Hecht: Neurosen. Theorie und Experiment. Berlin: Akademie-Verl., 1984 \/ Ludgar Rensing, M. Koch, B. Rippe, V. Rippe: Mensch im Stress. Psyche, K\u00f6rper, Molek\u00fcle. M\u00fcnchen: Elsevier-Spektrum Akademischer Verl., 2006 \/ Christian Schubert (Hrsg.): Psychoneuroimmunologie und Psychotherapie. Stuttgart: Schattauer, 2011<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">14) siehe u.a.: Moshe Szyf: Verankerung fr\u00fchkindlicher Erfahrungen im Erbgut. in: Spektrum der Wissenschaft Highlights: Gene und Umwelt. Nr. 2\/2016, S. 30 \u2013 35<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">15) Epigenetik: Traumata und deren \u00dcberwindung k\u00f6nnen vererbt werden. (Kurzinformation d. V.) in: &#8222;gesunde medizin&#8220;, Nr. 4\/2016, S. 18<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">16) lf: Stress. Sp\u00e4te Korrekturen. in: Gehirn und Geist, Nr. 09\/2016, S. 7<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">17) Joachim M\u00fcller-Jung: Unsere Seele braucht auch die Leere. Bald wissen wir alles \u00fcber Stress, nur wissen wenige, wie sie den Folgen des Psychoterrors entrinnen. Ein Anti-Stress-Exkurs zwischen Medizin und ehrf\u00fcrchtiger Geistigkeit. in: FAZ, 3. Aug. 2016, S. N1<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">18) siehe u.a.: Michael K. Skinner: Vererbung der anderen Art. in: Spektrum der Wissenschaft, Nr. 7\/2015, S. 19 \u2013 25<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">19) August Bebel: Die Frau und der Sozialismus. (1879,ff.) Bonn: Verl. J.H.W. Dietz Nachf. , 1994, (Neusatz der 1929 erschienenen Jub. Ausgabe, mit allen relevanten Vorworten; d.V.), hier zitiert S. 249\/50<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">20) siehe u.a.: Karl Kautsky: Vermehrung und Entwicklung in Natur und Gesellschaft. Stuttgart: Verlag J.H. W. Dietz Nachf. , 1910. \/ Michael Schwartz: Sozialistische Eugenik. Eugenische Sozialtechnologien in Debatten und Politik der deutschen Sozialdemokratie 1890 &#8211; 1933. Bonn: Verlag J.H.W. Dietz Nachfolger, 1995<\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fritz G\u00f6tt Die \u00dcberschrift meines Artikels mag verwundern. Was hat eine Genregulation bzw. ein Aspekt der Vererbungslehre, kurz die sogenannte &#8222;Epigenetik&#8220;, mit dem Klassenkampf (oder umgekehrt der Klassenkampf mit der Epigenetik) zu schaffen? Sollten sie \u00fcberhaupt in Verbindung gebracht werden? 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