{"id":1323,"date":"2018-06-10T10:56:28","date_gmt":"2018-06-10T08:56:28","guid":{"rendered":"http:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=1323"},"modified":"2018-06-10T10:56:28","modified_gmt":"2018-06-10T08:56:28","slug":"bewegung-versus-avantgarde","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=1323","title":{"rendered":"Bewegung versus Avantgarde?"},"content":{"rendered":"<p align=\"center\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Mythologie der linken Debatten \u00fcber die Russische Revolution 1917<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">(aus PROKLA. Verlag Westf\u00e4lisches Dampfboot, Heft 187, 47. Jg. 2017, Nr. 2, 325\u2013336) <\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><em>Ewgeniy Kasakow<\/em><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Die linken Debatten zur Russischen Revolution folgen seit Jahrzehnten zwei konkurrierenden Paradigmen. Das erste betont vor allem die schwierigen Bedingungen, mit denen die sozialistischen Experimente konfrontiert wurden. Die Politik der Bolschewiki wird in erster Linie als Reaktion auf den widrigen Bedingungen, auf die R\u00fcckst\u00e4ndigkeit des Russischen Reiches, die feindliche Umgebung und die durch den Krieg \u00fcberlastete Infrastruktur gesehen. Das zweite Paradigma misstraut diesem Narrativ als eine indirekte Entschuldigung der diktatorischen Ma\u00dfnahmen der Bolschewiki und betont demgegen\u00fcber vor allem den Kampf zwischen der bolschewistischen Partei als selbst ernannte Avantgarde und der Bewegung \u201evon unten\u201c. Das erste Paradigma sieht in der industriellen Unterentwicklung Russlands ein grundlegendes Problem f\u00fcr den Sozialismus, das zweite interpretiert sie als einen Hinweis auf die Intensit\u00e4t des Widerstandes gegen die kapitalistische Modernisierung. Das erste Paradigma beerbt die russischen MarxistInnen, also Bolschewiki und Menschewiki, das zweite die Narodniki (\u201eVolkst\u00fcmler\u201c) und ihre Nachfolger, die Sozialrevolution\u00e4re. Das erste Paradigma findet seine Anh\u00e4nger vor allem unter den LinkssozialistInnen, TrotzkistInnen und verbliebenen Anh\u00e4ngern der ehemaligen prosowjetischen Parteien; das zweite wird vor allem von AnarchistInnen, einige R\u00e4tekommunistInnen und OperaistInnen geteilt und war in der 1960er Jahren f\u00fcr die ganze \u201eantiautorit\u00e4re Linke\u201c pr\u00e4gend.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Es mag erstaunen, aber die \u00d6ffnung der Archive und die darauf folgende intensive Forschungst\u00e4tigkeit nach dem Ende der Sowjetunion hat in der Debatte nur wenig Spuren hinterlassen. Viele russischsprachige Ver\u00f6ffentlichungen blieben unbeachtet, dagegen werden gelegentlich die Werke, die pr\u00e4gend f\u00fcr die Entstehung der Paradigmen waren, unkommentiert neu aufgelegt (z.B. Volin 2013) oder die Thesen daraus ungepr\u00fcft \u00fcbernommen (Gietinger 2011). <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Im Folgenden werden einige Kernargumente des zweiten Paradigmas anhand der neueren Ver\u00f6ffentlichungen einer \u00dcberpr\u00fcfung unterzogen. Dies sollte nicht als ein Pl\u00e4doyer f\u00fcr das erste Paradigma verstanden werden, sondern vielmehr als ein Beitrag zur \u00dcberpr\u00fcfung der beiden Ans\u00e4tze im Lichte sowohl der neueren empirischen Erkenntnisse als auch der seit Jahrzehnten diskutierten Kritik an der Kapitalismusanalyse der Bolschewiki. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Die linke Kritik an dem sowjetischen Projekt ist bis heute gepr\u00e4gt von der Vorstellung, es lie\u00dfe sich der von dem bolschewistischen Parteiapparat vertretenen autorit\u00e4ren Tendenz ein vermeintlicher \u201eSozialismus von unten\u201c entgegenhalten, den die breiten Bev\u00f6lkerungsschichten zwar anstrebten, aber aufgrund von Repressionen der neuen Machthaber nicht verwirklichen konnten. Bei aller mehr als berechtigten Kritik sowohl an der Programmatik als auch an den Herrschaftspraktiken der Bolschewiki erscheint diese Vorstellung \u00e4u\u00dferst fragw\u00fcrdig, sobald ein Blick in neu ver\u00f6ffentlichte Quellen und Studien geworfen wird. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Daniel Cohn-Bendit formulierte 1968 pr\u00e4gnant die Kritik an den leninistischen Vorstellungen von der Rolle der Kaderpartei in den Ereignissen von 1917. Seine Kritik richtete sich sowohl gegen die offizielle sowjetische Gesichtsschreibung als auch gegen die im Westen gerade einen Aufschwung erlebenden TrotzkistInnen und MaoistInnen. Den Anh\u00e4ngerInnen Lenins aller Couleur hielt Cohn-Bendit, damals ein aufstrebender Star der antiautorit\u00e4ren Linken, entgegen, dass die Rolle der Bolschewiki als Avantgarde-Partei schon aufgrund der Aussagen ihrer F\u00fchrer, wie Lenin und Trotzki, bezweifelt werden k\u00f6nnte (Cohn-Bendit 1968: 226ff.). W\u00e4hrend die AdeptInnen der leninistischen Konzeptionen bei jeder gescheiterten Revolte die Ursachen im Fehlen der F\u00fchrung einer richtigen Avantgardepartei suchten, kam Cohn-Bendit zu folgendem Fazit \u00fcber die Partei der Bolschewiki 1917: \u201e[D]ie Bewegung hat ohne ,F\u00fchrer\u2018 begonnen und sie hat eine Richtung genommen, die der der F\u00fchrung zuwiderlief.\u201c (Ebd.: 228) <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Die Spontanit\u00e4t der \u201erevolution\u00e4ren Massen\u201c bildet einen der wichtigsten Gr\u00fcndungsmythen der radikalen Linken nach 1917 \u2013 das weltweite Aufflammen der Protestbewegungen trug stark zu seiner Zementierung bei. Die These von Cohn-Bendit wird auch von den Ergebnissen der neuesten Forschung jenseits der politischen Lagerk\u00e4mpfe best\u00e4tigt. Doch gleichzeitig entlarven diese Ergebnisse auch die Idealisierung der spontanen Bewegung. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">So zeichnen Vladimir Buldakov (Wladimir Buldakow) und Orlando Figes in ihren Studien, von der These ausgehend, dass die Bolschewiki nicht so sehr die Revolution vorantrieben, sondern vielmehr selbst von der revolution\u00e4ren Dynamik getrieben wurden, ein Panorama der revolution\u00e4ren Gewalt, das deutlich zeigt, dass die revolution\u00e4re Gewalt \u201evon unten\u201c die staatlichen Ma\u00dfnahmen h\u00e4ufig \u00fcbertraf. Nicht zuf\u00e4llig verlief die spontane Februarrevolution wesentlich blutiger als der generalstabm\u00e4\u00dfig vorbereitete Oktoberumsturz (vgl. Buldakov 1997; Figes 1998). Die Exzesse der Lynchjustiz, die so typisch f\u00fcr den Februar 1917 waren, blieben im Oktober aus. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Allein schon die Tatsache, dass die Bolschewiki an die Macht kamen, indem sie die Forderungen der Sozialrevolution\u00e4re nach \u00dcbergabe des Bodens der Gutsherren an die B\u00e4uerInnen \u00fcbernahmen, sagt viel aus \u00fcber das Verh\u00e4ltnis der sich selbst als Avantgarde verstehenden Partei zu den angeblich von ihr gef\u00fchrten Massen. Der Sturz der provisorischen Regierung fand prim\u00e4r unter dem Slogan \u201eLand und Frieden\u201c statt. Im Gegensatz zu diffusen Begriffen wie \u201eSozialismus\u201c waren es allgemein verst\u00e4ndliche und paradoxerweise teilweise schon erf\u00fcllte Forderungen. Das Land der Gutsherren wurde von den B\u00e4uerInnen bereits im Sommer 1917 angeeignet, der Zerfallsprozess der Armee schritt schnell voran (Karsch 2006: 86). So gesehen haben die Bolschewiki mit ihren Dekreten lediglich die bereits stattgefundene Landumverteilung ins Recht gesetzt sowie an die Kriegsparteien appelliert, den Krieg zu beenden. Die Bolschewiki befanden sich in einer paradoxen Situation: Sie kamen zwar in den Genuss der Massenunterst\u00fctzung, allerdings f\u00fcr Forderungen, die mit ihren eigentlichen Zielen nur indirekt zusammenhingen. Die Forderung nach dem Ende des Krieges war nicht genuin sozialistisch. Lediglich die Hartn\u00e4ckigkeit, mit der die russischen Liberalen und gem\u00e4\u00dfigten Sozialisten den Krieg gegen die Mittelm\u00e4chte nach der Februar-Revolution fortsetzen wollten, trieb die kriegsm\u00fcde Bev\u00f6lkerung in die Reihen der radikalen Linken. Diese Forderung zu erf\u00fcllen, lag nur bedingt in den H\u00e4nden der neuen Machthaber \u2013 wie der weitere Verlauf der Beziehungen mit den Mittelm\u00e4chten gezeigt hat, sind politische Feindschaften \u2013 im Unterschied zu Freundschaften \u2013 nicht einseitig aufk\u00fcndbar. Die Forderung nach der \u00dcbergabe des Landes an die B\u00e4uerInnen widersprach direkt der marxistischen Kritik am Eigentum und machte die Einrichtung einer Planwirtschaft perspektivisch unm\u00f6glich. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Die Bolschewiki, die bislang unerm\u00fcdlich die Notwendigkeit der Verbreitung der marxistischen Theorie, die Schulung der Kader und die wissenschaftliche Erkenntnis betont hatten, erlebten einen rasanten politischen Aufschwung, den sie gr\u00f6\u00dftenteils Menschen zu verdanken hatten, die ihre Analysen kaum kannten, geschweige denn teilten. Das wirft nat\u00fcrlich die Frage auf, ob in den breiten Bev\u00f6lkerungsschichten eine genuin eigene, von den bolschewistischen bzw. marxistischen Vorstellungen abweichende Sozialismuskonzeption vorhanden war. F\u00fcr Cohn-Bendit ist die Frage eindeutig beantwortet: \u201eEs waren die Massen, die sich jetzt zum sozialistischen Bewusstsein \u201aerhoben\u2018 hatten, und nicht die Partei.\u201c (Cohn-Bendit 1968: 234) <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Der Konflikt zwischen der Avantgarde und ihrer Basis war unter diesen Umst\u00e4nden vorprogrammiert. Bezeichnend ist, dass die ersten F\u00e4lle der Anwendung der Todesstrafe nach dem Oktober 1917 nicht wirkliche oder vermeintliche Konterrevolution\u00e4re, sondern Pl\u00fcnderer und Kriminelle betrafen. Schon im Dezember war die Situation in Petrograd gepr\u00e4gt von Stra\u00dfenkriminalit\u00e4t, \u00dcberf\u00e4llen auf Lebensmittellagerr\u00e4ume und Spirituosengesch\u00e4fte sowie Lynchjustiz (Buldakov 1997: 224f.). Noch lange bevor sich die bewaffnete Konterrevolution zu einem relevanten Problem entwickelte, griff die neue Regierung zu drastischen Ma\u00dfnahmen gegen Ladenpl\u00fcnderer. Nachdem die Macht nun offiziell bei den R\u00e4ten lag, wurden die \u00dcberf\u00e4lle auf die Brotdepots nicht mehr als sozialer Protest, sondern als Sabotage gewertet (Leonov 2013). Mangelndes \u201eBewusstsein\u201c der ehemaligen Unterdr\u00fcckten, das sich in \u201eantisozialem\u201c Verhalten niederschlug, erschien sogar gef\u00e4hrlicher als der Widerstand der ehemaligen Unterdr\u00fccker. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Doch die ganze Dimension der Differenzen kam ab Fr\u00fchling 1918 ans Licht, als sich die Frage stellte, wie die sozialistische Wirtschaft in Russland aussehen k\u00f6nnte. Die Bolschewiki konnten B\u00e4uerInnen kaum etwas f\u00fcr die dringend ben\u00f6tigten Lebensmittel anbieten. Es wurde unmissverst\u00e4ndlich klar: die b\u00e4uerlichen Vorstellungen von Sozialismus waren mit gesamtgesellschaftlicher Planung kaum kompatibel, w\u00e4hrend die bolschewistische Konzeption durchaus Zwangsma\u00dfnahmen gegen vormals Verb\u00fcndete in Kauf nahm. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Dabei schienen beide Konfliktparteien der Meinung zu sein, den Sozialismus gegen die Konterrevolution zu verteidigen. Die B\u00e4uerInnen verteidigten faktisch vom Eigent\u00fcmerstandpunkt ihr Land und ihre Arbeitsprodukte gegen den fremden Zugriff; der neue Staat forderte von ihnen im Namen der Revolution die Produkte ihrer Arbeit, ohne ihnen etwas anbieten zu k\u00f6nnen. Zumal solche politischen Termini wie \u201eSozialisierung\u201c oder \u201eNationalisierung\u201c von Grund und Boden von Anfang an sehr unterschiedlich interpretiert wurden. (\u0160melev 2002) Dass der Boden den Grundbesitzern entrissen werden sollte, darin waren sich alle linken Kr\u00e4fte im Russischen Reich einig. Uneinigkeit herrschte vor allem dar\u00fcber, wem der Boden dann geh\u00f6ren sollte: der Dorfgemeinschaft, den einzelnen B\u00e4uerInnen, den Kommunen, dem Staat? Darf der enteignete Boden verpachtet werden? Was sollte mit denjenigen B\u00e4uerInnen passieren, die in der Folge der Stolypin-Reform aus der Obschtschina austraten und nun alleine wirtschafteten? Au\u00dferdem war die Obschtschina keineswegs \u00fcberall in Russland verbreitet. 1917 und auch Anfang 1918 sprachen Bolschewiki nicht von Verstaatlichung des Bodens (ebd.). \u00dcber die konkrete Verwirklichung des Slogans \u201eLand den Bauern\u201c herrschte Uneinigkeit, sogar derart, dass sie ab Fr\u00fchling 1918 die Form eines bewaffneten Konflikts zwischen den Bolschewiki und den B\u00e4uerInnen annahm. Dieser Konflikt wirkt bis heute identit\u00e4tsstiftend f\u00fcr verschiedene Fraktionen der Linken. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Der wahre Preis f\u00fcr die Macht\u00fcbernahme im Oktober 1917 war wesentlich h\u00f6her, als die Bolschewiki zun\u00e4chst erwartet hatten. Wie Sergej Pavljucenkov (1997: 150) zeigt, verloren diese in der ersten H\u00e4lfte von 1918 nicht nur die Unterst\u00fctzung der B\u00e4uerInnen, selbst die Angeh\u00f6rigen der Roten Garden in den St\u00e4dten waren in einigen Regionen bereit, gegen die Bolschewiki zu k\u00e4mpfen. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">F\u00fcr einige Autoren ist die gewaltsame Unterdr\u00fcckung der ArbeiterInnen-und B\u00e4uerInnenproteste ein eindeutiger Beleg sowohl f\u00fcr den antisozialistischen Charakter der Bolschewiki als auch f\u00fcr das emanzipatorische Potenzial der besagten Proteste. Wie Cohn-Bendit sehen bis heute viele AutorInnen in den R\u00e4ten und Fabrikkomitees eine linke Gegenkraft zur b\u00fcrokratisierten Kaderpartei. (vgl.: Cohn-Bendit 1997: 240ff.; Danyluk 2012). Dabei werden diese Institutionen immer nur als Ausdruck des Radikalismus der arbeitenden Bev\u00f6lkerung gesehen, w\u00e4hrend die inzwischen gut erforschten Beispiele f\u00fcr die Kompromissbereitschaft gegen\u00fcber den b\u00fcrgerlichen Kr\u00e4ften aus dem Blickfeld geraten. (Vgl. hierzu Badcock 2007) Die obsessive Suche nach den linken Alternativen zu Bolschewismus umfasst nicht nur politische Parteien und Institutionen. Der Widerstand von unten wird h\u00e4ufig unter Abstraktion von deren politischen Forderungen zum Hoffnungstr\u00e4ger der Emanzipation ausgerufen. Viele AutorInnen der besagten Richtung sehen in den Bolschewiken lediglich eine Variante der kapitalistischen Modernisierung, die sich gegen die solidarische russische Dorfgemeinschaft (\u201eObschtschina\u201c, \u201eMir\u201c) bzw. die \u201erevolution\u00e4re Basisgemeinde\u201c mit \u201ekommunit\u00e4ren und egalit\u00e4ren Werten\u201c durchsetzte (vgl. Das Ende des sowjetischen Entwicklungsmodells 1992: 9-27; Dam\u2018e 2013, Hartmann 2016). <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Die Tatsache, dass im \u201eKriegskommunismus\u201c massiv Zwang und Kontrolle zum Zug kamen, macht es in den Augen dieser AutorInnen zu einem Fall von kapitalistischer Modernisierung, zwar mit ausgepr\u00e4gten Besonderheiten, aber dennoch nicht zu einem sich vom Kapitalismus unterscheidenden Wirtschaftsmodell (zur Kritik vgl. van der Linden 1993, 158f.). Diese an die Vorstellungen der Narodniki unmittelbar ankn\u00fcpfende Konzeption ignoriert einerseits beharrlich die marktwirtschaftlichen Elemente, die in der Dorfgemeinschaft durchaus vorhanden waren und Bauern zu aktiven Teilnehmern des Handels machten (Christoforov 2016); sie abstrahiert zudem von den unterschiedlichen Produktionszwecken des bolschewistischen und des marktwirtschaftlichen Wirtschaftsmodells. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Wie sich die Vorstellung von zum Sozialismus strebenden B\u00e4uerInnen, die lediglich von der Staats-und Parteib\u00fcrokratie daran gehindert wurden, mit deren massenhafter Beteiligung an Schwarzmarktaktionen vertr\u00e4gt, ist eine Frage, die die VertreterInnen dieser Theorie kaum beantworten k\u00f6nnen (zum Schwarzmarkt w\u00e4hrend des \u201eKriegskommunismus\u201c vgl. Davydov 2007). Vadim Damier stellt die These auf, die Gemeinschaft der B\u00e4uerInnen war nicht an Handel, sondern am \u201edirekten Tausch von G\u00fctern\u201c interessiert, gibt aber selber zu, dass das Desinteresse an Geld durch Inflation verursacht wurde (Dam\u2019e 2013: 59). <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Die Probleme, die die Bolschewiki mit den B\u00e4uerInnen hatten, pr\u00e4gten auch das Verh\u00e4ltnis der Landbev\u00f6lkerung zu ihren GegnerInnen, sowohl der Wei\u00dfen Armeen, als auch zu den diversen Nationalbewegungen. Die Dorfbev\u00f6lkerung h\u00e4tte im Zweifelsfall subsistenzwirtschaftlich \u00fcberleben k\u00f6nnen, der Rest des Landes hatte diese M\u00f6glichkeit nicht. Daher griff jede politische Macht in den St\u00e4dten fr\u00fcher oder sp\u00e4ter zu Zwangsma\u00dfnahmen gegen das Dorf. So hat das von den rechten Sozialrevolution\u00e4rInnen dominierte Komitee der Mitglieder der konstituierenden Versammlung (Komutsch) gegen Herbst 1918 faktisch den freien Handel mit Brot eingefroren und Getreiderequisition eingef\u00fchrt. (Kondra\u0161in 2009: 95) In der Folge waren die unz\u00e4hligen l\u00e4ndlichen Aufst\u00e4nde oft gegen alle Kriegsparteien gerichtet. Der Verkl\u00e4rung dieser \u201edritten Macht\u201c des B\u00fcrgerkrieges d\u00fcrften neuere Studien wie die Biografie von Felix Schnell (2012) \u00fcber die Gruppenmilitanz in der Ukraine oder der von Anton Posadskij (2014) herausgegebene Sammelband \u00fcber die Entwicklung der b\u00e4uerlichen Veteranen des Ersten Weltkrieges zu Warlords des B\u00fcrgerkrieges entgegenwirken. Pogrome und Raubz\u00fcge gegen die St\u00e4dte waren st\u00e4ndige Begleiterscheinungen der Aufst\u00e4nde, die Dorfgemeinschaften agierten als kollektive Eigent\u00fcmer ihres Bodens und waren durchaus bereit, von der Hungersnot in den St\u00e4dten zu profitieren. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Der Widerstand der ArbeiterInnen w\u00e4hrend des Kriegskommunismus genie\u00dft ebenfalls zunehmendes Forschungsinteresse. Dmitrij Curakovs Studie zu den Fabrikkomitees (\u201eFabzawkomy\u201c) zeigt, dass diese Organe, die sowohl zu den Gewerkschaften als auch zu den R\u00e4ten in Konkurrenz standen, vor der Verstaatlichung der Industrie oft um staatliche Hilfe f\u00fcr ihre Betriebe k\u00e4mpfen mussten (Curakov 2004; 2005). Die bolschewistische F\u00fchrung verd\u00e4chtigte die Komitees, \u201eSchornsteinpatriotismus\u201c zu pflegen und mit den UnternehmerInnen zu kooperieren. Tschurakow sieht, durchaus dem Narodniki-Paradigma folgend, einen Antagonismus zwischen denjenigen Aktivisten, die in Jahren des politischen Exils die gro\u00dfen Gewerkschaften der Industriel\u00e4nder kennengelernt haben, und den Anh\u00e4ngerInnen des aus der Dorfgemeinschaft kommenden Solidarit\u00e4tsmodells, die \u00fcberbetriebliche Organisation ablehnten. Die Fabrikkomitees waren wichtige Organisatoren des \u201edirekten Austauschs\u201c mit dem Dorf, indem sie Ausnahmegenehmigungen f\u00fcr das Einf\u00fchren von auf dem Land eingetauschtem Brot vergaben (Borrero 2003: 89ff). Generell begannen immer mehr Angeh\u00f6rige des Industrieproletariats w\u00e4hrend des Kriegskommunismus sich an den illegalen und halblegalen Tauschgesch\u00e4ften zu beteiligen. Die bolschewistische F\u00fchrung und diverse Zeitzeugen konstatierten nicht nur den Verfall der Arbeitsdisziplin in den Fabriken, sondern auch ein zunehmendes Abrutschen der ArbeiterInnen in die Kriminalit\u00e4t (Buldakov 2012: 206ff.). Selbst aus den ArbeiterInnen zusammengesetzte \u201eProdotrjady\u201c (Requisitionseinheiten) begannen sich an Schmuggel und Tausch von Lebensmitteln zu beteiligen (Davydov 2014: 332f.). W\u00e4hrenddessen war die schlechte Versorgung einer der h\u00e4ufigsten Gr\u00fcnde, warum Rotarmisten desertierten (Lev\u0161in 2011). <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Der \u201eKriegskommunismus\u201c schuf einen Teufelskreis bei der Versorgungslage der Bev\u00f6lkerung: Der Schwarzmarkt machte dauerhafte Planung unm\u00f6glich, die Ma\u00dfnahmen zu seiner Bek\u00e4mpfung schufen neue Wellen der Unzufriedenheit und korrumpierten h\u00e4ufig diejenigen, die die Aktionen unmittelbar ausf\u00fchrten. Die Duldung von Schwarzmarkt untergrub den egalit\u00e4ren Anspruch der neuen sowjetischen Ordnung. Wer als halbverhungerter Stadtbewohner die Zulassung von Freihandel forderte, vermisste das Angebot an Lebensmitteln; aber das Problem, wie die eigene Nachfrage bezahlt werden k\u00f6nnte, wurde dann nur mit Diebst\u00e4hlen im Betrieb oder durch die Herstellung von Gebrauchsgegenst\u00e4nden f\u00fcr den Tausch w\u00e4hrend der eigenen Arbeitszeit gel\u00f6st. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Die Landbev\u00f6lkerung, die sich ihren Traum vom eigenen Boden erf\u00fcllte, machte keinen Unterschied zwischen Ausbeutung und Mehrarbeit. Das Dorf wollte nicht wissen, wer aus den St\u00e4dten die Lebensmittel haben wollte und wof\u00fcr \u2013 es sah seine historische Chance, dem Rest der Gesellschaft die eigenen Bedingungen zu diktieren. Wenn die staatlichen Preise zu niedrig waren, wurde weniger ges\u00e4t. Die Folge war, dass immer weniger Lebensmitteln vorhanden waren. Die Loyalit\u00e4t musste wiederum mit Privilegien erkauft werden. Die Entscheidungen \u00fcber gesellschaftliche Arbeit, die eine gesellschaftliche Arbeitsteilung zur Voraussetzung hat, wurde faktisch unm\u00f6glich. Im Mai-Juni 1918 kam es zu einer Welle von ArbeiterInnenprotesten, die sich an manchen Orten als Bewegung der \u201eFabrikbeauftragten\u201c (Vertrauensleute) organisierten. Es l\u00e4sst sich aus den Forderungen der Protestierenden kaum eine linksradikale Kritik an den Bolschewiki ablesen. Als Reaktion auf die schlechte Versorgung verlangten sie unter anderem die Wiedereinberufung der im Namen der R\u00e4temacht aufgel\u00f6sten Konstituierenden Versammlung, als Kritik am Lebensmittelkartensystem wurde teilweise die Wiederzulassung von Marktmechanismen verlangt (Pavlov 2002). <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Die gr\u00f6\u00dften Erfolge verzeichnete der Widerstand der ArbeiterInnen gegen die Bolschewiki dort, wo die Industriearbeit noch im Zarenreich gewisse Privilegien in Form von h\u00f6heren L\u00f6hnen und sozialen Schutzma\u00dfnahmen genoss \u2013 wie in den staatlichen Waffenfabriken von Ischewsk, wo ein Drittel aller Schusswaffen Russlands hergestellt wurde. Dort gingen die Proteste der ArbeiterInnen im August 1918 in einen bewaffneten Aufstand \u00fcber. Der Hintergrund war das Anwachsen der Spannungen zwischen den alteingesessenen ArbeiterInnen, die teilweise eigene H\u00e4uschen und G\u00e4rten besa\u00dfen, und den neu hinzugezogenen, unqualifizierten ArbeiterInnen, die an den Privilegien nicht teilhatten. Die ersteren unterst\u00fctzten die gem\u00e4\u00dfigten sozialistischen Parteien, die zweiten Bolschewiki und Sozialrevolution\u00e4re-MaximalistInnen \u2013, eine linksradikale Abspaltung der Sozialrevolution\u00e4re, die in Ischewsk alsbald ihre Hochburg haben sollten. Das bolschewistisch-maximalistische B\u00fcndnis versuchte, die H\u00e4user der Alteingesessenen zu \u201evergesellschaften\u201c und ihren meist in Baracken wohnenden Unterst\u00fctzern zur Verf\u00fcgung zu stellen. Nachdem die Bolschewiki und MaximalistInnen zweimal die Wahlen zum \u00f6rtlichen Sowjet gegen die gem\u00e4\u00dfigten SozialistInnen verloren, griffen sie zu repressiven Mitteln und l\u00f6sten den Sowjet auf. Dies brachte das Fass zum \u00dcberlaufen.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Die Aufst\u00e4ndischen brachten ein Gebiet mit ca. einer Million Menschen unter ihre Kontrolle. Jedoch fanden sich auch die Ischewsker Verteidiger der R\u00e4te gegen den F\u00fchrungsanspruch der bolschewistischen Partei schon bald im Lager der \u201ewei\u00dfen\u201c Konterrevolution wieder. Sie erkannten die \u201ewei\u00dfen Regierungen\u201c \u2013 erst das von Sozialrevolution\u00e4ren dominierte Komitee der Mitglieder der konstituierenden Versammlung (Komutsch), sp\u00e4ter das b\u00fcrgerlich-liberale Ufimer Direktorium und schlie\u00dflich den Milit\u00e4rmachthaber Admiral Koltschak \u2013 an und lieferten ihnen Munition, gleichzeitig k\u00e4mpfte die bis zu 25.000 Personen z\u00e4hlende aufst\u00e4ndische Armee gegen die Bolschewiki unter der roten Fahne. Bis November 1918 kontrollierten die Aufst\u00e4ndischen die Umgebung, danach r\u00e4umten sie Ischewsk und schlossen sich den wei\u00dfen Truppen von Koltschak an (Fel\u2019dman 2012). Bezeichnenderweise hatte die aufst\u00e4ndische Lokalverwaltung am Ende zu \u00e4hnlichen Ma\u00dfnahmen greifen m\u00fcssen wie zuvor die Bolschewiki: Zwangsmobilisierung, unbezahlte Extraschichten in den Fabriken, Lebensmittelabgaben zu festen Preisen (Curakov 2007: 202f.). <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Die Protestgeschichte von ArbeiterInnen und B\u00e4uerInnen in Sowjetrussland zeigt, wie widerspr\u00fcchlich die Vorstellungen davon waren, was die sich bek\u00e4mpfenden Akteure als \u201eSozialismus\u201c bezeichneten. Die streikenden ArbeiterInnen und die rebellierenden B\u00e4uerInnen \u00fcbten eher selten Kritik von \u201elinks\u201c an der bolschewistischen Politik. Sie waren fast immer gegen die R\u00fcckkehr der KapitalistInnen und Gro\u00dfgrundbesitzenden, sahen aber in der Produktion f\u00fcr den Verkauf auf den M\u00e4rkten, sei es durch Handwerk, sei es durch B\u00e4uerInnen, keinen Widerspruch zum Sozialismus. Die Bolschewiki, die solche M\u00e4rkte mit allen Mitteln zu unterbinden versuchten, konnten bis zum Ende des B\u00fcrgerkrieges die regen Schwarzmarktaktivit\u00e4ten nicht verhindern. Vor diesem Hintergrund wird nicht klar, was solche Autoren wie Detlef Hartmann oder Vadim Dam\u2019e (Vadim Damier) zu der Schlussfolgerung verleitet, die Bolschewiki h\u00e4tten von Anfang an f\u00fcr einen Staatskapitalismus gek\u00e4mpft, w\u00e4hrend der Widerstand der ArbeiterInnen und B\u00e4uerInnen per se so etwas wie eine authentische sozialrevolution\u00e4re Perspektive dargestellt habe (Dam\u2019e 2013; Hartmann 2016). <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">F\u00fcr Hartmann (2016) belegt schon der positive Bezug der Bolschewiki auf den Taylorismus die kapitalistische Ausrichtung ihres Projekts, w\u00e4hrend er bei den B\u00e4uerInnen eine omin\u00f6se \u201emoralische \u00d6konomie\u201c zu entdecken vermag. Dass der Hunger in den St\u00e4dten den Tauschkurs f\u00fcr die Lebensmittel in die H\u00f6he trieb, was den \u201edirekten Tausch\u201c f\u00fcr die B\u00e4uerInnen sehr profitabel machte, wird in dieser Betrachtungsweise schlicht unterschlagen. Am Ende des \u201eKriegskommunismus\u201c verschwanden aus manchen st\u00e4dtischen Wohnungen die M\u00f6bel \u2013 sie wurden f\u00fcr Brot eingetauscht. (Vgl.: Ball 1990: 88; Buldakov 2012: 238) Womit h\u00e4tten die StadtbewohnerInnen im n\u00e4chsten Jahr ihre Lebensmittel bei den \u201esozialistischen\u201c B\u00e4uerInnen bezahlen sollen? Der verkl\u00e4rende Blick solcher Autoren sieht in allen Regungen \u201evon unten\u201c vor allem das, was er sucht. Aus der Kritik an der Avantgardekonzeption wird schlicht der Umkehrschluss gezogen, dass die Massen bereits alles \u00fcber die Gesellschaft wissen und die Versuche der Intellektuellen, ihre theoretische Konzeption \u201evon au\u00dfen\u201c an sie heranzutragen, lediglich das authentische widerst\u00e4ndige Potenzial verf\u00e4lschen und b\u00e4ndigen w\u00fcrden. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Letztendlich offenbaren solche Diagnosen die Problematik des eigenen Begriffsapparats. Hartmann (2016) zeigt sich \u00fcberzeugt: \u201eNach allem stellte der durch den \u201aRoten Oktober\u2018 eingeleitete Prozess nur einen Strang im Gesamtspektrum der globalen fordistisch\/tayloristischen Offensive auf dem kapitalistischen Weg in eine Gesellschaft von Massenproduktion und -konsum dar.\u201c Wenn als Indiz f\u00fcr das Vorhandensein der kapitalistischen Verh\u00e4ltnisse schon Massenkonsum und die ihn erm\u00f6glichende Massenproduktion dienen, dann verschwindet jeglicher Unterschied zwischen den Produktionszielen in der Markt-und der Planwirtschaft. Schlie\u00dflich ist es noch keine Parteinahme f\u00fcr den Realsozialismus sowjetischer Pr\u00e4gung, festzustellen, dass die Wirtschaft in diesen Gesellschaften sich wesentlich von Kapitalismus unterschied, auch wenn der Arbeitsalltag hier und dort gleicherma\u00dfen hart war. Die Existenz von Flie\u00dfb\u00e4ndern ist ein Indiz f\u00fcr die H\u00e4rte, aber sie erkl\u00e4rt noch nicht, was mit den Produkten, die mit ihrer Hilfe produziert werden, weiter geschieht. Die fehlende M\u00f6glichkeit, die Entscheidungen \u00fcber Rhythmus der Produktion zu treffen, ist noch kein hinreichender Beweis daf\u00fcr, dass sie mit der kapitalistischen Produktionsweise identisch ist. Soll der Begriff \u201eKapitalismus\u201c eine analytische Kategorie sein und nicht blo\u00df ein pejorativer Ausdruck, muss nicht nur die \u201eMikroebene\u201c des Arbeitsalltags, sondern auch die \u201eMakroebene\u201c, die Ziele des neues Staates und die Wirtschaft ber\u00fccksichtigt werden. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Unter der Ber\u00fccksichtigung all dessen, was heute \u00fcber die Forderungen der antibolschewistischen Proteste in Sowjetrussland w\u00e4hrend des \u201eKriegskommunismus\u201c bekannt ist, kann keine ernst zu nehmende Kritik an den Bolschewiki, ihren Praktiken und ihren Vorstellungen die kritische Auseinandersetzung mit den Programmen ihrer proletarischen und b\u00e4uerlichen GegnerInnen au\u00dfer Betracht lassen. Die Widerspr\u00fcchlichkeit ihrer Forderungen erlaubt es nicht, sie zu den \u201ewahren Tr\u00e4gerInnen\u201c der sozialen Revolution zu verkl\u00e4ren. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Dass die Differenzen zwischen den Bolschewiki und den sozialen Gruppen, die sie im Oktober 1917 an die Macht brachten bzw. ihren Aufstieg tolerierten, rasant wuchsen, l\u00e4sst sich nicht bestreiten. 1918 scheiterte die bolschewistische Vorstellung, dass die R\u00e4te den sozialistischen Kurs in ihrem Sinne garantieren w\u00fcrden. Mehr noch: In diesem Jahr erfuhr die Konzeption, dass der exklusive Klassencharakter der R\u00e4te, die die ehemals unterdr\u00fcckten Klassen mit aktivem und passivem Wahlrecht ausstatteten, Sicherheit gegen die restaurativen Tendenzen liefern w\u00fcrde, un\u00fcbersehbaren Schiffbruch. In den R\u00e4ten erhoben sich die Stimmen f\u00fcr die R\u00fcckkehr zum parlamentarischen Modell und f\u00fcr die Zulassung des Privathandels. Der Ischewsker Aufstand war kein Einzelfall \u2013 in Baku und in Transkaspien (heutiges Turkmenistan) schlossen die im Sommer 1918 gegr\u00fcndeten antibolschewistischen R\u00e4teregierungen binnen kurzer Zeit B\u00fcndnisse mit der Entente und den Wei\u00dfen (Suny 1972; Kasakow 2014). Faktisch gaben die von der bolschewistischen Kontrolle befreiten R\u00e4te ihre exklusiven Machtpositionen freiwillig auf. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">In der bolschewistischen Vorstellung war der B\u00fcrgerkrieg ein Krieg der Klassen. Doch es hat sich schnell erwiesen, dass die Zugeh\u00f6rigkeit zu den ausgebeuteten Klassen keineswegs eine prorevolution\u00e4re politische Position garantierte, sodass die zum revolution\u00e4ren Subjekt erkl\u00e4rten Proletarier in Wirklichkeit oft die Seiten wechselten. Das Eingest\u00e4ndnis, dass die von ihnen ausgerufene \u201eDiktatur des Proletariats\u201c keineswegs eine Diktatur der ehemaligen Unterdr\u00fcckten \u00fcber ihre fr\u00fcheren Unterdr\u00fccker war, sondern sich immer h\u00e4ufiger gegen die eigenen \u201eKlassenbr\u00fcder\u201c mit mangelhaftem \u201eBewusstsein\u201c richtete, fiel den Bolschewiki nicht leicht. Sergej Pavljucenkov (1997: 149f; vgl. auch Por\u0161neva 2013) verweist darauf, dass die ArbeiterInnen teilweise einen Friedensschluss mit den Wei\u00dfen mit der Begr\u00fcndung forderten, auf der anderen Seite k\u00e4mpften auch ProletarierInnen. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Dass die Bolschewiki die von ihnen zuvor selber propagierte R\u00e4temacht bereits 1918 zugunsten der Macht der eigenen Partei ausschalteten, ergab sich nicht aus einem bereits vor dem Oktober 1917 angestellten Kalk\u00fcl, sondern aus einer \u00fcberraschenden gegenseitigen Entt\u00e4uschung zwischen der Partei und den Klassen, die die Bolschewiki an die Macht brachten, ohne ihr Programm jenseits von \u201eLand und Frieden\u201c zu teilen. Die theoretischen Differenzen \u00fcber das Wesen von Kapitalismus und Sozialismus bekamen sehr schnell eine praktische Bedeutung; und es ist nicht einfach nur dem Streben der \u201eKaderparteien\u201c nach theoretischer Klarheit anzulasten, dass die Gegens\u00e4tze blutig ausgetragen wurden. Es gibt keine glaubhaften Belege daf\u00fcr, dass Privilegien f\u00fcr Funktion\u00e4rInnen und loyale SpezialistInnen, wie sie im Laufe des B\u00fcrgerkrieges zugestanden wurde, das eigentliche Ziel der Bolschewiki war, auch wenn AutorInnen wie Hartmann und Dam\u2018e es suggerieren (vgl. Dam\u2019e 2013; Hartmann 2016) <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Die R\u00e4te, deren Untergang von vielen linken KritikerInnen als Ursache f\u00fcr das Scheitern eines \u201eirgendwie besseren\u201c Sozialismus gilt (Pirani 2008), boten meist auch keine Alternativen jenseits von Markt und Staat. Ein Vorschlag, \u201eHandel mit Brot wieder zu zulassen\u201c, der zum Beispiel von den Matrosen von Kronstadt 1921 kam, konnte die Interessengegens\u00e4tze zwischen K\u00e4ufer und Verk\u00e4ufer nicht aufheben. Gleichzeitig sahen sich diejenigen, die solche Vorschl\u00e4ge machten, keineswegs als RestauratorInnen des Kapitalismus, sondern waren ihrem Selbstverst\u00e4ndnis nach \u00fcberzeugte SozialistInnen (Kasakow 2012). <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Die R\u00e4te sind bis heute ein fester Orientierungspunkt im linken Diskurs. Die Vorstellung, ein anderes Demokratiemodell bringe per se auch inhaltlich andere Beschl\u00fcsse, scheiterte w\u00e4hrend der Russischen Revolution radikal. Die Anh\u00e4ngerInnen dieser Vorstellung gingen und gehen bis heute davon aus, dass in ihrem Sinne richtige Positionen sich in einem irgendwie richtig justierten Demokratiemodell durchsetzen w\u00fcrden. Als die Bolschewiki feststellten, dass diese Erwartung keineswegs aufging, verwarfen sie die Form zugunsten des Inhalts. Diejenigen KritikerInnen, die heute deren Politik im Namen einer \u201ewahren\u201c R\u00e4temacht kritisieren, wiederholen lediglich deren Ausgangsirrtum. <\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"center\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><span lang=\"en-GB\"><b>Literatur<\/b><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><span lang=\"en-GB\">Badcock, Sarah (2007): Politics and the People in Revolutionary Russia. A Provincial History. Cambridge. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><span lang=\"en-GB\">Ball, Alan M. (1990): Russia\u2019s Last Capitalists. The Nepmen, 1921\u20131929. Berkeley\/LA. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><span lang=\"en-GB\">Borrero, Mauricio (2003): Hungry Moscow: Scarcity and Urban Society in the Russian Civil War, 1917\u20131921. New York. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><span lang=\"en-GB\">Buldakov, Vladimir (1997): Krasnaja smuta. Priroda i posledstvija revoljucionnogo nasilija. Moskva.<br \/>\n\u2013 (2012): Utopija, agressija, vlast\u2019. Psychosocial\u2019naja dinamika, postrevoljucionnogo vremeni. Rossija, 1920\u20131930 gg. Moskva. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><span lang=\"en-GB\">Christoforov, Igor\u2019 (2016): Moment istiny? Pervaja rossisjskaja revoljucija i krest\u2019 janskij vopros. <\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">In: Rossijskaja istorija Nr. 4: 90-96. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Cohn-Bendit, Daniel\/Cohn-Bendit, Gabriel (1968): Linksradikalismus \u2013 Gewaltkur gegen die Alterskrankheit des Kommunismus. Reinbek bei Hamburg. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Curakov, Dmitrij (2004): Revoljucija, gosudarstvo, rabocij protest: Formy, dynamika i priroda massovych vystuplenij rabocich v Sovetskoj Rossii.1917\u20131918 gody. Moskva.<br \/>\n\u2013 (2005): Fabzavkomy v bor\u2019be za proizvodstvennuju demokratiju: Rabocee samoupravlenie v Rossii 1917\u20131918. Moskva.<br \/>\n\u2013 (2007): Buntuju\u0161cie proletarii. Rabocij protest v Sovetskoj Rossii (1917\u20131930 gg.). Moskva. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Dam\u2019e, Vadim (2013): Stal\u2019noj vek. Social\u2019naja istorija sovetskogo ob\u0161cestvo. Moskva. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Danyluk, Roman (2012): Befreiung und soziale Emanzipation. R\u00e4tebewegung, Arbeiterautonomie und Syndikalismus. Lich. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Das Ende des sowjetischen Entwicklungsmodells (1992). Beitr\u00e4ge zur Geschichte der sozialen Konfrontationen mit dem sozialistischen Akkumulationskommando [Materialien f\u00fcr einen neuen Antiimperialismus Nr. 4], Berlin-G\u00f6ttingen. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><span lang=\"en-GB\">Davydov, Aleksandr (2007): Me\u0161ocniki i diktatura v Rossii. 1917\u20131921. SPb., 2007.<br \/>\n\u2013 (2014): Narod I Sovetskoe gosudarstvo v Gra\u017edankskoj vojne: Protivostojanie v bor\u2019 be za chleb,in: Malen\u2019 kij celovek i bol\u2019\u0161caja vojna v istorii Rossii. Seredina XIX\u2013Seredina XX v. SPb: 318-335 <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><span lang=\"en-GB\">Fel\u2019dman, Michail (2012): I\u017eevsko-Votkinskoe rabocee vosstanie skvoz\u2018 prizmu social\u2019noj istorii Rossii, In: Rossijskaja istorija Nr. 3: 14-20. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Figes, Orlando (1998): Die Trag\u00f6die eines Volkes: Die Epoche der russischen Revolution 1891 bis 1924. Berlin. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Gietinger, Klaus (2011): Die Kommune von Kronstadt. Berlin. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Hartmann, Detlef (2016): Revolution und Gegenrevolution. URL: www.materialien.org\/texte\/ hartmann\/Revolution_und_Gegenrevolution.html, Zugriff: 29.4.2017. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Karsch, Stefan (2006): Die bolschewistische Machtergreifung im Gouvernement Voronez (1917\u2013 1919). Stuttgart. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Kasakow, Ewgeniy (2012): Mythos Kronstadt. Im Spiegel aktueller, russischer Ver\u00f6ffentlichungen. In: Gai D\u00e0o Nr. 17: 27-33.<br \/>\n\u2013 (2014): \u201eTendenz zeigt Tendenz\u201c. Eine Replik auf die Kritik von Roman Danyluk und Stefan Junker. In: Grundrisse Nr. 50: 43-49. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Kondra\u0161in, Viktor (2009): Krest\u2019 janstvo Rossii v Gra\u017edansko vojne: k voprusu ob iskokach stalinizma. Moskva. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Leonov, Sergej (2013): Rospusk Petrogradskogo VRK i sozdanie VCK. In: Voprosy istorii Nr. 11: 38-52. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Lev\u0161in, Konstantin (2011): Priciny desertirstva v Krasnoj Armii (1918\u20131921 gg.) In: Novej\u0161aja istorija Rossii. Nr. 2: 73-79. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Pavljucenkov, Sergej (1997): Voennyj kommunizm v Rossii: Vlast\u2018 i massy. Moskva. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Pavlov, Dmitrij (2002): Sobranija upolnomocennych fabrik i zavodov Rossii. Problemy izucenija rabocego dvi\u017eenija v Rossii posle oktjabrja 1917 goda. <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><span lang=\"en-GB\">In: Otecestvennaja istorija Nr. 2: 134-146. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><span lang=\"en-GB\">Pirani, Simon (2008): The Russian revolution in retreat, 1920\u201324: Soviet workers and the new communist elite. London. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><span lang=\"en-GB\">Por\u0161neva, Ol\u2019ga (2013): Vlast\u2019 i rabocie Urala: evoljucija vzaimootno\u0161enij v uslovijach Gra\u017edanskoj vojny. In: Rossijskaja istorija Nr. 1: 47-62. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><span lang=\"en-GB\">Posadskij, Anton (Sost.) (2014): Ot \u201egermanskoj\u201c k gra\u017edanskoj. Stanovleie korpusa narodnych vo\u017eakov russkoj smuty. Sbornik statej i materialov. Moskva. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><span lang=\"en-GB\">\u0160melev, Gelij (2003): Nacionalizacija zemli v teoreitceskich schemach bol\u2019\u0161evikov i v real\u2019nosti, in: Vorporsy istorii. <\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Nr. 2: 31-49. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Schnell, Felix (2012): R\u00e4ume des Schreckens. Gewalt und Gruppenmilitanz in der Ukraine 1905-1933. <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><span lang=\"en-GB\">Hamburg. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><span lang=\"en-GB\">Suny, Reginald G. (1972): The Baku Commune 1917\u201318. Class and Nationality in the Russian Revolution. <\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Princeton. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">van der Linden, Marcel (1992): Von der Oktoberrevolution zur Perestroika. Der westliche Marxismus und die Sowjetunion. Frankfurt\/M. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Volin (2013): Die unbekannte Revolution, mit Einleitungen von Roman Danyluk und Philippe Kellermann. Berlin.<\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mythologie der linken Debatten \u00fcber die Russische Revolution 1917 (aus PROKLA. Verlag Westf\u00e4lisches Dampfboot, Heft 187, 47. Jg. 2017, Nr. 2, 325\u2013336) Ewgeniy Kasakow Die linken Debatten zur Russischen Revolution folgen seit Jahrzehnten zwei konkurrierenden Paradigmen. Das erste betont vor allem die schwierigen Bedingungen, mit denen die sozialistischen Experimente konfrontiert wurden. Die Politik der Bolschewiki &hellip; <a href=\"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=1323\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Bewegung versus Avantgarde?<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-1323","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1323","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1323"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1323\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1326,"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1323\/revisions\/1326"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1323"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}