{"id":1320,"date":"2018-06-10T10:56:28","date_gmt":"2018-06-10T08:56:28","guid":{"rendered":"http:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=1320"},"modified":"2018-06-10T10:56:28","modified_gmt":"2018-06-10T08:56:28","slug":"die-macht-der-geschichtsschreibung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=1320","title":{"rendered":"Die Macht der Geschichtsschreibung"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">&#8222;Immer schreibt der Sieger die Geschichte <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">der Besiegten.&#8220; Berthold Brecht<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"center\"><b>\u00dcber die Langzeitwirkung des &#8222;Kurzen Lehrgangs&#8220;<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"center\"><em><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Alfred Schr\u00f6der<\/span><\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"center\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Der 100. Jahrestag der russischen Revolutionen hat die Aktualit\u00e4t der Brecht&#8217;schen Aussage wieder vor Augen treten lassen, und dies gleich in zweifacher Hinsicht \u2013 sowohl f\u00fcr die b\u00fcrgerliche als auch f\u00fcr die marxistische Geschichtsschreibung. So war es nicht anders zu erwarten, dass fast drei Jahrzehnte nach dem Ende der DDR, dem Zerfall der Sowjetunion und dem noch unr\u00fchmlicheren Ende des sozialistischen Aufbaus in den osteurop\u00e4ischen Staaten die b\u00fcrgerliche Geschichtsschreibung diese Niederlagen feiern und erneut das theoretische wie politische Scheitern des Marxismus verk\u00fcnden w\u00fcrde. Der Jahrestag der russischen Revolutionen bot dazu einen willkommenen Anlass.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Die b\u00fcrgerliche Kritik am russischen Oktober \u2026<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p><a name=\"_Hlk506714336\"><\/a><a name=\"_Hlk506478740\"><\/a> <span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Die Frankfurter Allgemeine vom 07.11.2017 tat dies denn auch standesgem\u00e4\u00df mit einem Artikel von Manfred Hildermeier, einem f\u00fchrenden Vertreter der b\u00fcrgerlichen Russland-Forschung: &#8222;<\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">W<\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">enn es 1917 in Russland eine Revolution im \u00fcblichen Sinn gab, dann fand sie nicht im Oktober, sondern Ende Februar statt. Nur im Februar gingen Massen auf die Stra\u00dfe, deren Protest eine jahrhundertealte Herrschaft ins Wanken brachte. Dagegen entsprach der &#8218;Rote Oktober&#8216; eher dem Drehbuch eines Milit\u00e4rputsches. Das Zentralkomitee der Bolschewiki beschloss ihn. Ein gef\u00fcgiges Komitee des Petrograder Arbeiter- und Soldatenrats bereitete ihn sorgf\u00e4ltig vor, und eine parteitreue Miliz half bei der Besetzung strategisch wichtiger Einrichtungen. Wie ein scharfsinniger Augenzeuge kommentierte, war der Umsturz milit\u00e4risch schon vollzogen, bevor er politisch \u00fcberhaupt begonnen hatte. \u2026<br \/>\nDas Friedensdekret verk\u00fcndete zum Entsetzen der Alliierten und zur Freude der deutschen Gener\u00e4le den endg\u00fcltigen R\u00fcckzug Russlands aus dem Ersten Weltkrieg. Das Landdekret sagte sich faktisch von einem Grundsatz des Marxismus los, indem es auch im neuen Staat, der ja ein sozialistischer sein sollte, nicht\u00f6ffentliches Eigentum erlaubte. Sowohl die Radikalit\u00e4t als auch der taktische Opportunismus, der darin zum Ausdruck kam, machten Schule. Lenin zeigte sich schon in den ersten Stunden nach seinem Sieg als Politiker, der die endlich errungene Macht um keinen Preis wieder abgeben w\u00fcrde \u2013 nicht einmal, wenn daf\u00fcr lang bek\u00e4mpfte Positionen \u00fcbernommen wurden.&#8220;<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Diese Interpretation war zu erwarten gewesen, und inhaltlich wurde von dieser Seite eigentlich nichts Neues ins Feld gef\u00fchrt. Was Hildermeier in der FAZ schreibt, hatte vor ihm bereits Richard Pipes in seinem Standardwerk \u00fcber die russische Revolution ausgiebig entwickelt.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote1sym\" name=\"sdfootnote1anc\"><sup>1<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p>\u2026 <span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>und das Schweigen der Linken<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Interessant ist etwas ganz anderes: die Sprachlosigkeit, mit der die Linke dieser zu erwartenden und inhaltlich keineswegs \u00fcberraschenden Interpretation der russischen Revolutionen bis dato entgegentritt. Sie meidet die offene Auseinandersetzung \u00fcber den Charakter der Februarrevolution ebenso wie die Auseinandersetzung \u00fcber die Oktoberrevolution. Dies war im direkten Nachgang der Oktoberrevolution bis in die 20iger Jahre des 20. Jahrhunderts ganz anders gewesen. Da wurde von Rosa Luxemburg, Clara Zetkin, Paul Levy, Karl Kautsky, Georg Lukacs sowie Lenin und Trotzki heftig \u00fcber diese Revolutionen, ihre Klassengrundlagen und ihren Charakter gestritten. In den im Jubil\u00e4umsjahr erschienen Publikationen finden wir bisher noch nicht einmal ein Ankn\u00fcpfen an diesen Auseinandersetzungen, in denen die Grundfragen der Revolutionen in Russland durchaus herausgearbeitet wurden.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Die heutige Linke wei\u00df, insofern sie ehrlich zu sich selbst und den Tatsachen ist, dass der bewaffnete Aufstand in Petrograd ebenso wie die &#8222;Erst\u00fcrmung des Winterpalais&#8220; in heroischen Bildern von Sergej Eisenstein dargestellt wurden, aber eben im Film. Dies war nicht die Wirklichkeit des russischen Oktobers. Da liegen die Beschreibungen der b\u00fcrgerlichen Kritiker deutlich n\u00e4her an der damaligen Realit\u00e4t. Warum wird diese Diskrepanz nicht aufgedeckt und erkl\u00e4rt? Warum \u00fcberl\u00e4sst man dieses historische Terrain den b\u00fcrgerlichen Kritikern?<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Nicht anders bei dem von Hildermeier angesprochenen &#8222;Landdekret&#8220;. Dieses &#8222;Landdekret sagte sich faktisch von einem Grundsatz des Marxismus los&#8220;, schreibt Hildermeier, und die gro\u00dfe Mehrzahl linker Publikationen behandelt die Kernfrage der russischen Revolutionen, die Landfrage, bestenfalls am Rande, ohne den Leninschen &#8222;S\u00fcndenfall&#8220; wider den Marxismus \u00fcberhaupt n\u00e4her zu betrachten. Auch dies war bei den oben angef\u00fchrten Zeitgenossen der russischen Revolutionen in Europa ganz anders. F\u00fcr Luxemburg und Levy war die Bauernpolitik der Bolschewiki der zentrale Kritikpunkt an der russischen Revolution. Von diesem &#8222;Landdekret&#8220; kann es keinen direkten Weg zum Aufbau des Sozialismus geben, so die \u2013 durch die Geschichte belegte \u2013 Position der deutschen Kommunisten.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote2sym\" name=\"sdfootnote2anc\"><sup>2<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Und ebenso wenig wei\u00df die heutige Linke den von Hildermeier paraphrasierten &#8222;scharfsinnigen Augenzeugen&#8220;, der vom milit\u00e4risch bereits vollzogen Umsturz spricht, &#8222;bevor er politisch \u00fcberhaupt begonnen hatte&#8220;, zu interpretieren oder gar zu widerlegen. Wer so sprachlos vor den Kritikern und historischen Fakten kapituliert, darf sich nicht dar\u00fcber beschweren, von der b\u00fcrgerlichen Historiographie ignoriert zu werden, wie die linken Publikationen zum<\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><span lang=\"la\"> Centennium<\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"> der Revolutionen. Der akademische Marxismus in Deutschland ist tot, das hat das Jubil\u00e4umsjahr jedem Interessierten deutlich gemacht.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Die marxistische Geschichtsschreibung der russischen Revolutionen<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Und damit zur\u00fcck zu der Geschichte, die von den Siegern geschrieben wird. Auf die russischen Revolutionen trifft dies, wie bereits eingangs bemerkt, gleich zweifach zu. Nicht nur die b\u00fcrgerliche Geschichtsschreibung konnte am Ende des letzten Jahrhunderts ihren Triumph \u00fcber den sogenannten orthodoxen Marxismus feiern, zuvor hatte in der ersten H\u00e4lfte des 20ten Jahrhunderts die bolschewistische Interpretation der russischen Revolutionen ihren Siegeszug \u00fcber die Tatsachen angetreten.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Im Oktober\/November 1917 hatte die Bolschewistische Partei gest\u00fctzt auf die Arbeiterklasse gesiegt, danach den B\u00fcrgerkrieg siegreich beendet und w\u00e4hrend der Weltwirtschaftskrise eine erfolgreiche Industrialisierung des Agrarlandes begonnen. Die Sieger des Oktoberumsturzes, des B\u00fcrgerkrieges und der Industrialisierung haben in den 30iger Jahren die Geschichte ihres Sieges geschrieben und dabei das tats\u00e4chliche historische Geschehen genauso &#8222;gegl\u00e4ttet&#8220; und &#8222;uminterpretiert&#8220;, wie Hildermeier z.B. fortw\u00e4hrend die Rolle der russischen Bourgeoisie und des zaristischen Generalstabs in der Februarrevolution &#8222;uminterpretiert&#8220;.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote3sym\" name=\"sdfootnote3anc\"><sup>3<\/sup><\/a> 20 Jahre nach den Ereignissen wurde die Geschichte der Revolutionen &#8222;kodifiziert&#8220;, so wie die Sieger die Interpretation der Geschichte f\u00fcr die politischen Auseinandersetzungen ihrer Zeit ben\u00f6tigten. An die Stelle der Klassen und ihres politischen Handelns trat die bolschewistische Partei und ihre entschlossene F\u00fchrung durch Lenin und Stalin.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Der 100. Jahrestag der russischen Revolutionen w\u00e4re nach den politischen und theoretischen Niederlagen der Linken in den letzten Jahrzehnten Anlass genug gewesen, diese Geschichtsschreibung ernsthaft zu hinterfragen, zur\u00fcck zum Revolutionsjahr selbst zu gehen, um die Klassen, ihre Parteien und politischen Programmatiken neu zu bewerten. Doch was finden wir?<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Die Mehrzahl der Publikationen zum Revolutionsjahrestag wiederholt \u2013 vermutlich von den Autoren noch nicht einmal bewusst reflektiert<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote4sym\" name=\"sdfootnote4anc\"><sup>4<\/sup><\/a> \u2013 die von Josef Stalin im &#8222;Kurzen Lehrgang&#8220;<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote5sym\" name=\"sdfootnote5anc\"><sup>5<\/sup><\/a> kanonisierte Fassung der Ereignisgeschichte des Revolutionsjahres samt passend gemachter politischer Interpretation. Wir erfahren, dass die Arbeiterklasse die Februarrevolution zum Siege f\u00fchrte,<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote6sym\" name=\"sdfootnote6anc\"><sup>6<\/sup><\/a> h\u00f6ren von den Menschewiki und Sozialrevolution\u00e4ren, die die frisch eroberte Macht der Bourgeoisie &#8222;auslieferten&#8220;,<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote7sym\" name=\"sdfootnote7anc\"><sup>7<\/sup><\/a> von der dadurch entstehenden &#8222;Doppelherrschaft&#8220;,<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote8sym\" name=\"sdfootnote8anc\"><sup>8<\/sup><\/a> die mit den Juliereignissen in Petrograd ihr Ende fand. Ab Juli soll dann die Bourgeoisie uneingeschr\u00e4nkt und ungeteilt die gesamte politische Macht besitzen,<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote9sym\" name=\"sdfootnote9anc\"><sup>9<\/sup><\/a> obwohl sie dieselbe ja schon im M\u00e4rz 1917 von den Menschewiki und Sozialrevolution\u00e4ren &#8222;ausgeliefert&#8220; bekommen hatte. Im alleinigen Besitz dieser Macht hatte die Bourgeoisie nichts Eiligeres zu tun, als eine milit\u00e4rische Erhebung zu organisieren und zu finanzieren, um die zum &#8222;Anh\u00e4ngsel der Provisorischen Regierung&#8220; (siehe Fu\u00dfnote 9) degradierten Sowjets zu zerschlagen.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote10sym\" name=\"sdfootnote10anc\"><sup>10<\/sup><\/a> Die sich anschlie\u00dfende Niederlage Kornilows war dann die Ouvert\u00fcre zur &#8222;Gro\u00dfen Sozialistischen Oktoberrevolution&#8220;.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote11sym\" name=\"sdfootnote11anc\"><sup>11<\/sup><\/a> Mit leichten Nuancen, zumeist der Unkenntnis des Originals geschuldet (und teilweise auch noch fehlerhafter als das Original), wird uns diese Geschichte der russischen Revolutionen, die der &#8222;Kurze Lehrgang&#8220; dekretiert hat, wenig hinterfragt bis heute als &#8222;marxistische Interpretation&#8220; der Ereignisse pr\u00e4sentiert.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Dabei ist der &#8222;Kurze Lehrgang&#8220; beileibe keine Analyse der russischen Revolutionen, sondern, leicht erkennbar, im Wesen eine Rechtfertigungsschrift zu den parteiinternen S\u00e4uberungen der 30er Jahre, die den Verurteilten ihren &#8222;Opportunismus&#8220; in allen Phasen der Parteigeschichte nachweisen will. Eine fast endlose Auflistung von Opportunismus und Verrat durchzieht den Text und schafft schlussendlich ein Melodram \u00fcber Lenin und eine Handvoll Getreuer, die der russischen Arbeiterklasse den Weg zum Sieg weisen. Statt einer Geschichte von Klassenk\u00e4mpfen wird eine Geschichte von &#8222;Abweichlern&#8220; und Leningetreuen, von Parteitagsbeschl\u00fcssen und Resolutionen erz\u00e4hlt, hinter der die wirkliche Geschichte der Klassen und ihrer Auseinandersetzungen in der russischen Revolution verschwindet bzw. bestenfalls zur Illustration herangezogen wird. Und doch bildet diese Schrift, bildet die stalinsche Kodifizierung der Revolutionsgeschichte<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote12sym\" name=\"sdfootnote12anc\"><sup>12<\/sup><\/a> bis heute die Grundlage f\u00fcr die marxistisch gepr\u00e4gte Publizistik zu den Ereignissen des Jahres 1917, von der sich auch die Publikationen zum 100.\u00a0Jahrestag in Deutschland nicht zu l\u00f6sen verm\u00f6gen.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Da hat es schon etwas Am\u00fcsantes, wenn sich Stefan Bollinger \u00fcber die &#8222;ewiggestrigen Kreise&#8220;<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote13sym\" name=\"sdfootnote13anc\"><sup>13<\/sup><\/a> in Russland 1917 mokiert, ohne zu merken, wie treffend (dieser an sich unpolitische Begriff) auf die deutsche Linke und ihr Geschichtsbild anzuwenden ist. Seit siebzig Jahren erz\u00e4hlt sie, ohne einen einzigen ernstzunehmenden Erkenntnisgewinn, ein und dieselbe Geschichte \u00fcber Verlauf und Ergebnis der russischen Revolutionen. Wen wundert es dann, dass die Zahl der Interessenten f\u00fcr solche Geschichten immer geringer wird und Veranstaltungen zum Jahrestag der russischen Revolutionen mehr den Charakter nostalgischer Rentnertreffs zur Selbstvergewisserung der Gesinnung haben, als der kritischen Aufarbeitung der historischen Ereignisse zu dienen?<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Vom Februar zum Oktober<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Man muss in den Publikationen des letzten Jahres lange suchen, um solche S\u00e4tze zu finden wie: &#8222;Die innere Dynamik der Revolution wurde weniger durch die Beschl\u00fcsse des Rates der Volkskommissare bzw. des R\u00e4tekongresses bestimmt als vielmehr durch die Massenbewegungen im Lande, die von den Bauern, den Soldaten, von den Arbeitern in den St\u00e4dten ausgingen und darauf gerichtet waren, die alten Eliten zu entmachten und die alte Ordnung abzuschaffen.&#8220;<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote14sym\" name=\"sdfootnote14anc\"><sup>14<\/sup><\/a> Doch wer hofft, dass dieser treffende Satz, (denn auch Lenin war, ebenso wie die F\u00fchrer der Menschewiki, Sozialrevolution\u00e4re und Kadetten, ein von den Massenbewegungen getriebener Politiker) den Autor veranlasst, gerade diese Massen, mit ihrem speziellen russischen Gesicht, mit ihren politischen F\u00fchrern und deren Programmen herauszuarbeiten, der wird von Deppes Buch entt\u00e4uscht. Auf den wenigen Seiten, die den russischen Revolutionen gewidmet sind,<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote15sym\" name=\"sdfootnote15anc\"><sup>15<\/sup><\/a> finden wir nicht eine wirkliche Neuinterpretation oder Korrektur der Ereignishistoriographie.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Bei W. Hedeler finden wir in seiner lesenswerten Sammelrezension<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote16sym\" name=\"sdfootnote16anc\"><sup>16<\/sup><\/a> einen Hinweis auf eine andere Sicht des damaligen Revolutionsgeschehens. Er schreibt, dass &#8222;die meisten russischen Autoren in der Einsch\u00e4tzung der Februarrevolution als b\u00e4uerlicher, von den Soldatenmassen getragenen Revolution einig sind&#8220;, w\u00e4hrend &#8222;ihre Meinungen \u00fcber die Ereignisse im Oktober weit auseinander (gehen)&#8220;.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote17sym\" name=\"sdfootnote17anc\"><sup>17<\/sup><\/a> In den deutschen Publikationen, allen voran die beiden bereits zitierten Ver\u00f6ffentlichungen von F.\u00a0Deppe<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote18sym\" name=\"sdfootnote18anc\"><sup>18<\/sup><\/a> und S.\u00a0Bollinger, suchen wir solche Auseinandersetzungen und Neuinterpretationen vergeblich.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Denselben Gedanken vom b\u00e4uerlichen Charakter der Februarrevolution entwickelt eine interessante Netz-Publikation zum russischen Revolutionsjahr aus der Sicht der b\u00e4uerlichen Massenbewegung. <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Hier wird der Ansatz der russischen Sozialrevolution\u00e4re verfochten und die Revolutionen werden aus diesem Blickwickel betrachtet. Allein der Versuch einer Neuinterpretation der Ereignisse macht die Publikation bereits lesenswert. <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">&#8222;Das soziale Subjekt, seine Kampfinhalte und sozialen Bewegungsformen bestimmten die Revolution \u2013 das sind B\u00e4uerinnen und Bauern, Bauernsoldaten und die b\u00e4uerlich gepr\u00e4gten Arbeiter\/innen in der Stadt. Sie haben aus einer sich gerade transformierenden Riesenkluft zum herrschenden Komplex heraus und in gen\u00fcgender quantitativer St\u00e4rke die Revolution zusammen mit einem Spektrum von politischen Militanten aus der radikalen Linken gemacht. Demgegen\u00fcber war die Taktik der Bolschewiki f\u00fcr den Radikalisierungsprozess nicht urs\u00e4chlich. Schon gar nicht konnte eine einzelne Partei wie die Bolschewiki die revolution\u00e4re Bewegung f\u00fchren; das soziale Massensubjekt der russischen Revolution hatte seine \u00f6konomische Grundlage vor allem in der familienzentrierten Selbstversorgungswirtschaft von Kleinbauern \u2026&#8220;<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote19sym\" name=\"sdfootnote19anc\"><sup>19<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Hier wird mit Recht herausgearbeitet, dass die russische Bauernschaft &#8222;das soziale Massensubjekt der russischen Revolution&#8220; bildete. Und dieses &#8222;Massensubjekt&#8220; hat durch das \u00dcberlaufen der b\u00e4uerlichen Regimenter in der Hauptstadt das Schicksal der vom Proletariat begonnenen Februarrevolution entschieden. Wohlgemerkt: die Bauernschaft hat die Revolution nicht <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>begonnen<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"> \u2013 wie unsere Volkst\u00fcmler unterstellen<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote20sym\" name=\"sdfootnote20anc\"><sup>20<\/sup><\/a> \u2013, aber sie hat <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>ihren Ausgang entschieden<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">. Die daraus resultierenden Konsequenzen schildert Suchanow: &#8222;Die unmittelbare Beteiligung der Armee an der Revolution war nichts anderes als eine Form der Einmischung der Bauernschaft in den revolution\u00e4ren Prozess gewesen. (&#8230;) Jetzt war die Bauernschaft in graue Milit\u00e4rm\u00e4ntel gekleidet. Das war der erste Punkt. Au\u00dferdem f\u00fchlte sie sich als Hauptheld der Revolution. Sie stand \u2026 nicht abseits, sondern beugte sich hier mit dem vollen Gewicht ihrer Masse und dazu noch mit dem Gewehr in der Hand \u00fcber die Wiege der Revolution. Und sie erkl\u00e4rte: Ich bin der Herr nicht nur des Landes, nicht nur des russischen Staates, nicht nur der n\u00e4chsten Periode der russischen Geschichte, ich bin der Herr der Revolution, die ohne mich nicht h\u00e4tte vollzogen werden k\u00f6nnen.&#8220;<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote21sym\" name=\"sdfootnote21anc\"><sup>21<\/sup><\/a> Die den Sieg der Februarrevolution sichernde b\u00e4uerliche Armee bestimmte letztendlich den politischen Kurs des Sowjets. Und sie behielt diese Stellung bis zum Oktober 1917.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Dies war nicht das Ergebnis eines &#8222;ungen\u00fcgend entwickelten Klassenbewusstseins des Proletariats&#8220;, wie Lenin dies in seinen April-Thesen verfocht<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote22sym\" name=\"sdfootnote22anc\"><sup>22<\/sup><\/a> und Stalins &#8222;Kurzer Lehrgang&#8220; wiederholt<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote23sym\" name=\"sdfootnote23anc\"><sup>23<\/sup><\/a>, sondern Ausdruck der tats\u00e4chlichen Machtverh\u00e4ltnisse. Konsequenterweise kam damit auch nicht die Bourgeoisie an die Macht, wie Lenin es behauptet, sondern der Sowjet. Die Bildung der 1.\u00a0Provisorischen Regierung als <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>b\u00fcrgerliche<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"> Regierung war ein Wunsch der Sowjetf\u00fchrung,<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote24sym\" name=\"sdfootnote24anc\"><sup>24<\/sup><\/a> die sich selbst acht Monate lang weigerte, die Regierung zu \u00fcbernehmen. &#8222;Die provisorische Regierung war vollkommen machtlos. Sie bestand, aber sie regierte nicht und konnte es auch nicht. Nach einer Formulierung Gutschkows besa\u00df sie &#8218;keines der Attribute, die eine Staatsgewalt \u00fcberhaupt zu haben pflegt.&#8216; Die sowjetische Mehrheit aber wollte nicht die Staatsgewalt \u00fcbernehmen und f\u00fcrchtete sich vor ihr. Doch ob sie wollte oder nicht \u2013 die Staatsgewalt ruhte in ihren H\u00e4nden.&#8220;<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote25sym\" name=\"sdfootnote25anc\"><sup>25<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Sie ruhte in den H\u00e4nden des Sowjets und dieser Sowjet war fest in der Hand der Sozialrevolution\u00e4re und rechten Menschewiki, die zusammen die Bauernschaft, das st\u00e4dtische Kleinb\u00fcrgertum und die sozialpatriotischen Teile des Proletariats vertraten. Ab M\u00e4rz 1917 herrschte in Russland damit die &#8222;demokratische Diktatur&#8220; des Kleinb\u00fcrgertums, dessen entscheidender Kern die bewaffnete Bauernschaft war, \u00fcber das revolution\u00e4re Proletariat und die Bourgeoisie.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Was macht es so schwer, mit der &#8222;orthodox marxistischen&#8220; Erz\u00e4hlung von der Herrschaft der Bourgeoisie aufgrund der mangelnden Organisiertheit des russischen Proletariats zu brechen? Im Kontext des westlichen Marxismus und nach den Erfahrungen der unz\u00e4hligen russischen Bauerunruhen war es 1917 &#8211; und wie wir sehen, bei vielen bis heute &#8211; kaum vorstellbar, dass die russische Bauernschaft die F\u00fchrung einer Revolution \u00fcbernimmt. Wie sollte diese unorganisierte Bauernschaft mit ihrer zersplitterten Produktionsweise zu einem koordinierten politisch-milit\u00e4rischen Vorgehen in der Lage sein? Dies traute man nur dem Proletariat oder der Bourgeoisie zu. Im Fr\u00fchjahr 1917 aber waren die mobilsten und politisch bewusstesten Teile der Bauernschaft nicht nur in der Armee organisiert, sondern durch ihre revolutionsentscheidende Rolle im Februar war ihre politische Partei, die Sozialrevolution\u00e4re Partei, die bestimmende Kraft im entscheidenden Sowjet geworden. Der hie\u00df zwar noch immer Arbeiter- und Soldatenrat, wurde aber selbst in Petrograd zahlenm\u00e4\u00dfig und politisch von den Deputierten der Bauernsoldaten dominiert.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Nat\u00fcrlich war die Bauernschaft 1917 nicht die <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>Avantgarde <\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">der Revolution. Sie war vielmehr ein Bleigewicht an den F\u00fc\u00dfen des revolution\u00e4ren Proletariats, wie Suchanow es in seinem Tagebuch der Revolution immer wieder herausarbeitet. Sie hat weder die Februarrevolution &#8222;gemacht&#8220;, noch die Oktoberrevolution organisiert. In beiden F\u00e4llen war das russische Proletariat Initiator der Revolutionen, aber die Bauernschaft hat \u00fcber den Ausgang beider Revolutionen entschieden.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Die Oktoberrevolution<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Mit der Oktoberrevolution wird die politische Dominanz der Bauernschaft \u00fcber die russische Revolution gebrochen. Im Gegensatz zum &#8222;orthodoxen Marxismus&#8220; und der gro\u00dfen Mehrzahl der <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><span lang=\"la\">Centennium<\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">-Publizisten der deutschen Linken haben die neuen &#8222;Antiimperialisten&#8220; (besser ausgedr\u00fcckt: die Anh\u00e4nger der alten russischen Volkst\u00fcmler) dies sehr wohl begriffen: &#8222;Es gab einen politischen H\u00f6he- und Wendepunkt 1917 in Gestalt der Oktoberrevolution. In ihr kulminierte die Tatsache, dass die sozialen Bewegungen eine Zeitlang Gebrauch von politischen Organisationen machen konnten, v.a. von den Bolschewiki, bis die Hauptkampfinhalte von Landverteilung, Ende der Repression und zaristischer Elitenmacht sowie Demobilisierung des Heeres durch die Bewegungen von unten autonom durchgesetzt waren. \u2026.<br \/>\nEs waren die sozialen Bewegungen, die die Inhalte und Abfolge der revolution\u00e4ren Dynamik bestimmten und der Politik ihren Stempel aufdr\u00fcckten. Nach der Oktoberrevolution trennten sich die Wege, weil mit der Remigration von Millionen von Soldaten und Arbeiter-\/innen in die D\u00f6rfer die st\u00e4dtische Kongruenz von politischer F\u00fchrungskunst\/Propaganda etc. und sozialer Militanz an ihr Ende gekommen war<\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote26sym\" name=\"sdfootnote26anc\"><sup>26<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Dies kann man auch anders formulieren. Mit dem Landdekret der Oktoberrevolution \u2013 auf das noch einzugehen sein wird \u2013 l\u00f6ste sich die Armee auf. Die formelle Aufl\u00f6sung Anfang 1918 durch Trotzki vollzog diesen Tatbestand nur nach. Die Bauernschaft str\u00f6mte von der Armee in die D\u00f6rfer, was zugleich bedeutete: von den st\u00e4dtischen- und Frontsowjets in die Dorfgemeinden. Die Bauernschaft verlor so sowohl ihre Organisationsform (Armee und Sowjet) als auch ihre politische Vorherrschaft \u00fcber die Revolution. Ab 1918 haben wir wieder regionale Bauernaufst\u00e4nde, wie wir sie aus der russischen Geschichte seit Jahrhunderten kennen. Aber diese regionalen Bauernaufst\u00e4nde k\u00f6nnen aus sich heraus keine gesamtstaatliche Macht erringen. Voraussetzung dieser Entwicklung war die Anerkennung <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i><b>ihres<\/b><\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"> Agrarprogramms, das weder &#8222;marxistisch&#8220; noch &#8222;sozialistisch&#8220;, sondern schlichtweg r\u00fcckw\u00e4rtsgewandt war und auf die Wiederherstellung der Umteilungsgemeinde zielte. Darauf wird im Zusammenhang mit dem &#8222;Landdekret&#8220; der Oktoberrevolution noch n\u00e4her einzugehen sein.<\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><b>Staatsstreich oder Revolution?<\/b><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Zur\u00fcck zu Hildermeiers (und Pipes) Kritik an der Oktoberrevolution. Beiden fehlt an der Oktoberrevolution, dass die &#8222;Massen auf den Stra\u00dfen&#8220; sind, die Massen, die der Februarrevolution die Form einer spontanen Volksrevolution gegeben hatten. Und damit verf\u00e4llt die Oktoberrevolution dem Verdikt des Staatsstreiches oder Milit\u00e4rputsches. <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Die Oktoberrevolution war aber eine proletarische und damit in Russland notwendig eine <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i><b>Minderheitenrevolution<\/b><\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">. Sie konnte siegen, weil sie der Bauernschaft das Land gab und dieselbe darum ihren bisherigen politischen Parteien die milit\u00e4rische Gefolgschaft verweigerte. Als Minderheitenrevolution konnte der Oktober nicht die Erscheinungsform einer Volksrevolution, wie im Februar, annehmen.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Dies ist aber nur ein Teil der Wahrheit. Um den Oktoberumsturz richtig zu verstehen, ist es unumg\u00e4nglich, die Machtfrage von Februar bis Oktober richtig zu beantworten. Herrscht die Bourgeoisie vermittels der Provisorischen Regierung und gest\u00fctzt auf eigenst\u00e4ndige bewaffnete Organe in Russland oder herrscht das Kleinb\u00fcrgertum, repr\u00e4sentiert durch die Sowjets und gest\u00fctzt auf die Bajonette der b\u00e4uerlichen Armee? Ist das erste der Fall, so muss das Proletariat die Macht der Bourgeoisie im bewaffneten Aufstand brechen. Ist das zweite der Fall, kann das Proletariat die Macht ergreifen, indem es die Mehrheit im Sowjet gewinnt, die Provisorische Regierung verhaftet und eine Sowjetregierung bildet. Das letztere war die Wirklichkeit des Oktobers.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Und hier kommen wir nochmals auf Hildermeiers anonymen &#8222;<\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">scharfsinnigen Augenzeugen&#8220; zur\u00fcck, der kommentierte, dass &#8222;der Umsturz milit\u00e4risch schon vollzogen (war), bevor er politisch \u00fcberhaupt begonnen hatte.&#8220; Lassen wir diesen Augenzeugen die Geschichte selbst erz\u00e4hlen, sie ist spannend und lehrreich zugleich:<br \/>\n<\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">&#8222;Im Grunde vollzog sich der Umsturz in dem Augenblick, als die Petersburger Garnison, die die St\u00fctze der provisorischen Regierung sein sollte, den Sowjet als ihre oberste Autorit\u00e4t und das milit\u00e4rrevolution\u00e4re Komitee als ihren unmittelbaren Vorgesetzten anerkannte. Wir haben gesehen, dass ein solcher Beschluss auf der Versammlung der Vertreter der Garnison am 21.\u00a0Oktober angenommen worden war. Doch in der damaligen beispiellosen Situation hatte dieser Vorgang, wenn man so sagen darf, abstrakten Charakter. Niemand hielt ihn f\u00fcr einen Staatsstreich. Das braucht uns auch nicht zu verwundern, denn dieser Beschluss \u00e4nderte ja nichts an der tats\u00e4chlichen Situation. Die Regierung hatte auch bis dahin weder reale Macht noch Autorit\u00e4t gehabt. Jetzt erkl\u00e4rte die Garnison offiziell, dass sie die Regierung nicht anerkenne und sich dem Sowjet unterstelle. \u2026<br \/>\nUnd dennoch war die Regierung schon am 21.\u00a0Oktober abgesetzt \u2026 Jetzt blieb im Grunde nur noch, das schon Durchgef\u00fchrte abzuschlie\u00dfen, also erstens, dem Umsturz eine formelle Gestalt zu geben, indem man die neue Regierung ausrief, und zweitens, die Pr\u00e4tendenten auf die Staatsgewalt tats\u00e4chlich zu beseitigen, um damit die allgemeine Anerkennung der vollzogenen Tatsache zu erreichen. Die Bedeutung dieser am 21.\u00a0Oktober vollzogenen Tatsache war nicht nur dem Mann auf der Stra\u00dfe und dem abseitigen Beobachter unklar, selbst die F\u00fchrer des Umsturzes legten sich dar\u00fcber keine Rechenschaft ab.&#8220;<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote27sym\" name=\"sdfootnote27anc\"><sup>27<\/sup><\/a><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Und dabei ist es bis heute geblieben. Die Legende von der Herrschaft der Bourgeoisie, die im Oktober vom Proletariat gest\u00fcrzt wurde, verhindert bis heute, die Rolle der Bauernschaft in der russischen Revolution zu erkennen und das Wesen der Oktoberrevolution als proletarische Minderheitenrevolution, die von der Bauernschaft geduldet wurde, zu begreifen. Diese Revolution konnte <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"><i>\u00e4u\u00dferlich die Form eines Staatsstreiches<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\"> annehmen, da die tats\u00e4chliche Macht seit M\u00e4rz 1917 beim Sowjet lag. Es musste kein b\u00fcrgerlicher Staatsapparat zerschlagen werden, das war bereits im Februar\/M\u00e4rz geschehen, und es musste auch keine b\u00fcrgerliche Regierung &#8222;gest\u00fcrzt&#8220; werden. Es reichte v\u00f6llig aus, sie zu verhaften, da sie \u00fcber keinerlei reale Macht verf\u00fcgte.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Die von den &#8222;Siegern&#8220; geschriebene Geschichte der russischen Revolutionen ist sowohl in ihrer b\u00fcrgerlichen Fassung (Pipes\/Hildermeier) als auch in ihrer bolschewistischen Ausformulierung falsch. Sie muss anhand der Klassen und ihrer K\u00e4mpfe um die politische Macht neu geschrieben werden.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: large;\">(Die Themen &#8222;Landdekret&#8220;, &#8222;Marx und die russische Dorfgemeinde&#8220; sowie die Frage der &#8222;Sozialistischen Allparteienregierung&#8220; sollen demn\u00e4chst in einem weiteren Artikel behandelt werden.)<\/span><\/span><\/p>\n<div id=\"sdfootnote1\">\n<p lang=\"en-US\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: small;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote1anc\" name=\"sdfootnote1sym\">1<\/a><sup><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">\u0002<\/span><\/span><\/sup><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\"> &#8222;Obgleich es sich eingeb\u00fcrgert hat, von zwei russischen Revolutionen zu sprechen, die 1917 stattgefunden haben, eine im Februar und eine im Oktober, hat nur die erste diesen Namen wirklich verdient. Im Februar 1917 erlebte Russland eine echte Revolution, weil damals die Unruhen, die zum Sturz des zaristischen Regimes f\u00fchrten, wenn auch <\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\"><i>nicht<\/i><\/span><\/span><\/span> <span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\"><i>unprovoziert<\/i><\/span><\/span><\/span><i><b> <\/b><\/i><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\">oder <\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\"><i>unerwartet<\/i><\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\">, so doch spontan ausbrachen und weil die provisorische Regierung, die anschlie\u00dfend die Macht \u00fcbernahm, sogleich \u00fcberall im Land anerkannt wurde. Nichts davon trifft f\u00fcr den Oktober 1917 zu. Die Ereignisse, die zum Sturz der Provisorischen Regierung f\u00fchrten, traten nicht spontan ein, sondern wurden von einer gut organisierten Verschw\u00f6rergruppe geplant und inszeniert. Diese Verschw\u00f6rer ben\u00f6tigten drei Jahre B\u00fcrgerkrieg und blinden Terror, um sich die Mehrheit der Bev\u00f6lkerung zu unterwerfen. Der Oktober war ein klassischer Staatsstreich, die Usurpierung der Regierungsgewalt durch eine kleine Minderheit, die mit R\u00fccksicht auf die demokratischen Gepflogenheiten der Zeit nach au\u00dfen hin unter der Teilnahme der Massen erfolgte, ohne dass die Massen dabei mitgewirkt h\u00e4tten.&#8220; (Richard Pipes: Die russische Revolution Bd. 2, Die Macht der Bolschewiki; Berlin 1992, S. 89; Hervorhebungen von mir, A.S.)<\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote2\">\n<p><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote2anc\" name=\"sdfootnote2sym\">2<\/a><sup><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">\u0002<\/span><\/span><\/sup> <span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">&#8222;Die Parole nun, die von den Bolschewiki herausgegeben wurde: sofortige Besitzergreifung und Aufteilung des Grund und Bodens durch die Bauern, musste geradezu nach der entgegengesetzten Richtung wirken. Sie ist nicht nur keine sozialistische Ma\u00dfnahme, sondern sie schneidet den Weg zu einer solchen ab, sie t\u00fcrmt vor der Umgestaltung der Agrarverh\u00e4ltnisse im sozialistischen Sinne un\u00fcberwindliche Schwierigkeiten auf.&#8220; (Rosa Luxemburg, &gt;<\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">https:\/\/www.marxists.org\/deutsch\/archiv\/luxemburg\/1918\/russrev\/index.html&lt;)<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote3\">\n<p lang=\"en-US\"><span style=\"font-size: small;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote3anc\" name=\"sdfootnote3sym\">3<\/a><sup><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">\u0002<\/span><\/span><\/sup><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\"> Siehe dazu: Schr\u00f6der\/Karuscheit: Das Revolutionsjahr 1917; Hamburg 2017, S.\u00a041-42, sowie AzD Nr. 85, S.\u00a014-16<\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote4\">\n<p lang=\"en-US\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: small;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote4anc\" name=\"sdfootnote4sym\">4<\/a><sup><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">\u0002<\/span><\/span><\/sup><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\"> Die \u00fcber 600 Seiten starke Ver\u00f6ffentlichung von Alfred Kosing, (&#8222;Aufstieg und Untergang des realen Sozialismus&#8220;, Berlin 2017), bildet hier eine Ausnahme. Der Autor ist sich der Wirkung und Bedeutung des &#8222;Kurzen Lehrgangs&#8220; bewusst und schreibt: &#8222;Das Verst\u00e4ndnis der wirklichen Geschichte des Sozialismus wird allerdings durch die Legenden und Mythen \u00fcber die Geschichte der KPDSU, den Bolschewismus, den Leninismus und auch den Trotzkismus erschwert, die insbesondere in der ber\u00fchmt-ber\u00fcchtigten stalinschen Geschichte der KPDSU (B) Kurzer Lehrgang sowie durch die stalinsche Version des Marxismus-Leninismus \u00fcber viele Jahre verbreitet wurden. Leider sind viele von uns diesen Auffassungen mehr oder weniger lange Zeit in gutem Glauben allzu unkritisch gefolgt, wovon ich mich keineswegs ausnehmen kann.&#8220; (S. 16) Soweit so ehrlich.<br \/>\nNur nutzt diese Ehrlichkeit wenig, wenn der Autor bei keiner einzigen inhaltlichen Frage der russischen Revolution von der im Kurzen Lehrgang vorgenommen Interpretation der Ereignisgeschichte abweicht. Vom feudalen Charakter des zaristischen Staates (S.78 \u2013 hier dokumentiert der Autor auch seine Unkenntnis der russischen Agrarverh\u00e4ltnisse) und der Schw\u00e4che der russischen Bourgeoisie bis zum sozialistischen Charakter des Oktobers (S.\u00a0100) wird der Kurze Lehrgang nacherz\u00e4hlt, mit einem Unterschied: Stalin wird zum zwielichtigen Gesellen, der zwischen Lenin und Kamenev laviert, und Trotzki zum Akteur der Revolution.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote5\">\n<p lang=\"en-US\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: small;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote5anc\" name=\"sdfootnote5sym\">5<\/a><sup><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">\u0002<\/span><\/span><\/sup><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\"> Geschichte der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (Bolschewiki), Kurzer Lehrgang, Stuttgart 1974, S.\u00a0210ff<\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote6\">\n<p lang=\"en-US\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: small;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote6anc\" name=\"sdfootnote6sym\">6<\/a><sup><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">\u0002<\/span><\/span><\/sup><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\"> &#8222;Die Revolution siegte, weil die Arbeiterklasse Vork\u00e4mpfer der Revolution war und die Bewegung der Millionenmassen der Bauern im Waffenrock \u2026 leitete.&#8220; (Kurzer Lehrgang, S.\u00a0212)<\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote7\">\n<p lang=\"en-US\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: small;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote7anc\" name=\"sdfootnote7sym\">7<\/a><sup><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">\u0002<\/span><\/span><\/sup><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\"> &#8222;Aber die \u00fcbergro\u00dfe Vertrauensseligkeit spielte den Arbeitern und Soldaten einen schlimmen Streich. \u2026 Die sozialrevolution\u00e4r-menschewistische Leitung des Petrograder Sowjets (traf) alle ihr zu Gebote stehenden Ma\u00dfnahmen, um \u2026 der Bourgeoisie die Macht auszuliefern.&#8220; (Kurzer Lehrgang, S.\u00a0214)<\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote8\">\n<p lang=\"en-US\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: small;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote8anc\" name=\"sdfootnote8sym\">8<\/a><sup><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">\u0002<\/span><\/span><\/sup><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\"> &#8222;Somit ergab sich eine eigenartige Verflechtung von zwei Gewalten, zwei Diktaturen: der Diktatur der Bourgeoisie in Gestalt der Provisorischen Regierung und der Diktatur des Proletariats und der Bauernschaft in Gestalt des Sowjets der Arbeiter- und Soldatendeputierten. Es ergab sich eine Doppelherrschaft.&#8220; (Kurzer Lehrgang, S.\u00a0215) Der Begriff der Doppelherrschaft stammt von Miljukow, dem F\u00fchrer der Kadettenpartei, der ihn w\u00e4hrend der Februarrevolution als Kampfbegriff gegen den sich gerade konstituierenden Sowjet pr\u00e4gte. (Siehe dazu Suchanow: 1917. Tagebuch der russischen Revolution; M\u00fcnchen 1967, S. 87)<\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote9\">\n<p lang=\"en-US\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: small;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote9anc\" name=\"sdfootnote9sym\">9<\/a><sup><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">\u0002<\/span><\/span><\/sup><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\"> &#8222;Die Doppelherrschaft war zu Ende. Sie endete zugunsten der Bourgeoisie, \u2026 und die Sowjets verwandelten sich in ein Anh\u00e4ngsel der Provisorischen Regierung.&#8220; (Kurzer Lehrgang, S. 235) Nur war die Provisorische Regierung ab ihrer zweiten Auflage eine Koalitionsregierung, bestehend aus f\u00fchrenden Vertretern des Sowjets und zweitrangigen Vertretern der Kadettenpartei.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote10\">\n<p lang=\"en-US\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: small;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote10anc\" name=\"sdfootnote10sym\">10<\/a><sup><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">\u0002<\/span><\/span><\/sup><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\"> &#8222;Nachdem die Bourgeoisie die ganze Macht an sich gerissen hatte, begann sie Vorbereitungen zu treffen, um die entkr\u00e4fteten Sowjets zu zerschlagen und eine unverh\u00fcllte konterrevolution\u00e4re Diktatur zu errichten.&#8220; (Kurzer Lehrgang, S. 240\u00a0f)<\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote11\">\n<p lang=\"en-US\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: small;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote11anc\" name=\"sdfootnote11sym\">11<\/a><sup><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">\u0002<\/span><\/span><\/sup><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\"> &#8222;Die Gro\u00dfe Sozialistische Oktoberrevolution hatte gesiegt.&#8220; (Kurzer Lehrgang, S. 255)<\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote12\">\n<p lang=\"en-US\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: small;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote12anc\" name=\"sdfootnote12sym\">12<\/a><sup><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">\u0002<\/span><\/span><\/sup><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\"> Auch Leo Trotzkis Geschichte der russischen Revolution erz\u00e4hlt mit einer eher noch st\u00e4rkeren Betonung der Rolle Lenins und der bolschewistischen Partei dieselbe Ereignisgeschichte mit weitgehend identischen politischen Interpretationen, nur spannender lesbar und literarisch anspruchsvoller. Die Rolle Stalins wird erwartungsgem\u00e4\u00df anders dargestellt.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote13\">\n<p lang=\"en-US\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: small;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote13anc\" name=\"sdfootnote13sym\">13<\/a><sup><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">\u0002<\/span><\/span><\/sup><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\"> Stefan Bollinger: Oktoberrevolution. Aufstand gegen den Krieg 1917-1922; Berlin 2017, S.\u00a011<\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote14\">\n<p lang=\"en-US\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: small;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote14anc\" name=\"sdfootnote14sym\">14<\/a><sup><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">\u0002<\/span><\/span><\/sup><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\"> Frank Deppe: 1917\/2017. Revolution und Gegenrevolution; Hamburg 2017, S. 85-86<\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote15\">\n<p lang=\"en-US\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: small;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote15anc\" name=\"sdfootnote15sym\">15<\/a><sup><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">\u0002<\/span><\/span><\/sup><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\"> Deppe, S. 61- 86. Dabei beginnt er seine Darstellung mit dem Briefwechsel zwischen Marx und Sassulitsch zur russischen Dorfgemeinde. Eine Auseinandersetzung mit der Marxschen Position zur russischen Dorfgemeinde und der Politik der russischen Sozialrevolution\u00e4re <\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\"><i>findet nicht statt.<\/i><\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\"> Marx und Engels werden zitiert, aber nicht hinterfragt, wie dies z.B. Kurt Mandelbaum in seiner Schrift zur Vorgeschichte der russischen Revolution versucht hat (im Netz zu finden unter &gt;https:\/\/de.scribd.com\/document\/28980501\/Kurt-Mandelbaum-Marx-Engels-Lenin-Zur-Vorgeschichte-der-Russischen-Revolution-1929&lt;)<\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote16\">\n<p lang=\"en-US\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: small;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote16anc\" name=\"sdfootnote16sym\">16<\/a><sup><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">\u0002<\/span><\/span><\/sup><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\"> W. Hedeler: Ein Revolutionsjahr und seine Folgen, Berliner Debatte Initial 2\/2017. Inzwischen gibt es einen umfangreicheren zweiten Teil, der weitere Publikationen und Veranstaltungen zum Revolutionsjahrestag vorstellt: Berliner Debatte Initial 4\/2017.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote17\">\n<p lang=\"en-US\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: small;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote17anc\" name=\"sdfootnote17sym\">17<\/a><sup><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">\u0002<\/span><\/span><\/sup><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\"> Berliner Debatte Initial 2\/2017, S. 123<\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote18\">\n<p lang=\"en-US\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: small;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote18anc\" name=\"sdfootnote18sym\">18<\/a><sup><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">\u0002<\/span><\/span><\/sup><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\"> Wobei die Ver\u00f6ffentlichung von F. Deppe nicht speziell die russischen Revolutionen zum Thema hat, sondern den Versuch unternimmt, auf ein ganzes Jahrhundert von Revolution und Konterrevolution zur\u00fcckzublicken. Der Versuch einer erneuten Analyse und Neubewertung der russischen Ereignisse h\u00e4tte dem Autor, dessen ehrliches Bedauern des letztendlichen Scheiterns der Revolution man auf jeder Seite seines Buches sp\u00fcrt, manch einen Umweg \u00fcber vergleichende Revolutionstheorien etc. ersparen k\u00f6nnen. Im russischen Oktober ist die M\u00f6glichkeit des Scheiterns des Sozialismus erkennbar und wurde durch Luxemburg und Levy bereits formuliert.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote19\">\n<p><a name=\"_Hlk506655276\"><\/a> <a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote19anc\" name=\"sdfootnote19sym\">19<\/a><sup><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">\u0002<\/span><\/span><\/sup><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> &gt;<\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><u><a href=\"http:\/\/materialien1917.org\/\">http:\/\/materialien1917.org\/<\/a>&lt;<\/u><\/span><\/span> <span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Materialien f\u00fcr einen neuen Antiimperialismus, Nr. 10\/2017. <\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Zur Kritik an diesem Bauernsozialismus siehe den hier abgedruckten Artikel von Ewgeniy Kasakow: &#8222;Mythologie der linken Debatten \u00fcber die Russische Revolution 1917&#8220; aus PROKLA 187<\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote20\">\n<p lang=\"en-US\"><span style=\"font-size: small;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote20anc\" name=\"sdfootnote20sym\">20<\/a><sup><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">\u0002<\/span><\/span><\/sup><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\"> Unsere neuen Volkst\u00fcmler behandeln die ArbeiterInnen Petrograds in der Februarrevolution als Bestandteil der Bauernschaft.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote21\">\n<p lang=\"en-US\"><span style=\"font-size: small;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote21anc\" name=\"sdfootnote21sym\">21<\/a><sup><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">\u0002<\/span><\/span><\/sup><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\"> Suchanow, S. 204ff<\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote22\">\n<p lang=\"en-US\"><span style=\"font-size: small;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote22anc\" name=\"sdfootnote22sym\">22<\/a><sup><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">\u0002<\/span><\/span><\/sup><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\"> Siehe dazu Schr\u00f6der\/Karuscheit 2017, S. 114 ff<\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote23\">\n<p lang=\"en-US\"><span style=\"font-size: small;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote23anc\" name=\"sdfootnote23sym\">23<\/a><sup><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">\u0002<\/span><\/span><\/sup><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\"> Kurzer Lehrgang, S. 228<\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote24\">\n<p lang=\"en-US\"><a name=\"_Hlk506657679\"><\/a> <span style=\"font-size: small;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote24anc\" name=\"sdfootnote24sym\">24<\/a><sup><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">\u0002<\/span><\/span><\/sup><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\"> Siehe dazu das interessante Gespr\u00e4ch von Suchanow mit Zereteli zur Bildung der 1.\u00a0Provisorischen Regierung, in: Suchanow, S. 267<\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote25\">\n<p lang=\"en-US\"><span style=\"font-size: small;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote25anc\" name=\"sdfootnote25sym\">25<\/a><sup><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">\u0002<\/span><\/span><\/sup><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\"> Suchanow, S. 345<\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote26\">\n<p lang=\"en-US\"><span style=\"font-size: small;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote26anc\" name=\"sdfootnote26sym\">26<\/a><sup><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">\u0002<\/span><\/span><\/sup><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\"> &gt;<\/span><\/span><\/span><a href=\"http:\/\/materialien1917.org\/\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\"><u>http:\/\/materialien1917.org\/<\/u><\/span><\/span><\/span><\/a><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\">&lt; <\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\">Materialien f\u00fcr einen neuen Antiimperialismus, Nr. 10\/2017<\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote27\">\n<p lang=\"en-US\"><span style=\"font-size: small;\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote27anc\" name=\"sdfootnote27sym\">27<\/a><sup><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">\u0002<\/span><\/span><\/sup><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\"> Suchanow, S.620 ff.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Immer schreibt der Sieger die Geschichte der Besiegten.&#8220; Berthold Brecht \u00dcber die Langzeitwirkung des &#8222;Kurzen Lehrgangs&#8220; Alfred Schr\u00f6der Der 100. Jahrestag der russischen Revolutionen hat die Aktualit\u00e4t der Brecht&#8217;schen Aussage wieder vor Augen treten lassen, und dies gleich in zweifacher Hinsicht \u2013 sowohl f\u00fcr die b\u00fcrgerliche als auch f\u00fcr die marxistische Geschichtsschreibung. So war es &hellip; <a href=\"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/?page_id=1320\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Die Macht der Geschichtsschreibung<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-1320","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1320","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1320"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1320\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1321,"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1320\/revisions\/1321"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kommunistische-debatte.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1320"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}