Ursachen der Verbreitung von SARS in China: Schlechtes „leninistisches“ Krisenmanagement oder Auswirkung der ursprünglichen Kapitalakkumulation in China?

Die hier veröffentlichte Diskussion unter den Trägern der Web-Site „Kommunistische Debatte“, die sich ausgehend von Meinungsunterschieden über die Verbreitung von SARS in China schnell hin zu Grundfragen des Marxismusverständnisses ausweitete, hat im Mai 2003 stattgefunden.

Weil die per Email ausgetauschten Texte ursprünglich nicht zur Veröffentlichung bestimmt waren, hatten die Verfasser das Recht, sie nachträglich für die Veröffentlichung aufzubereiten. Darunter verstand die Mehrzahl der Beteiligten die Entfernung von Rechtschreibfehlern und persönlichen Bemerkungen. Kolja Wagner hat seine Beiträge nach Vorliegen der Kritiken von Alfred Schröder und Heiner Karuscheit auch inhaltlich überarbeitet und ausgeweitet. Um unseren Lesern zeitnah die Gelegenheit zu geben, die Debatte nachzuvollziehen, waren Alfred und Heiner dennoch mit der Veröffentlichung einverstanden und haben ihre Beiträge lediglich mit kurzen Vorbemerkungen versehen.

Ausgangspunkt der Debatte war eine Meldung zu den Ursachen von SARS in China in der Financial Times Deutschland vom 8. Mai 2003, die Alfred uns mit einem Kommentar versehen per Email zugänglich machte. Alfreds Kommentar zielte auf schon seit längerem von Kolja vertretene Auffassungen zur Entwicklung Chinas, die in unseren Reihen nicht geteilt werden und u. a. im seinem Beitrag China als neues Schlachtfeld einer sozialen Revolution? aus dem letzten Jahr zum Ausdruck kommen.

Daraufhin verfasste Kolja den Beitrag SARS und der leninistische Parteistaat, der für die Ausbreitung von SARS ausdrücklich „den leninistischen Parteistaat“ verantwortlich machte. Alfreds Kritik an Kolja Wagner behandelte schwerpunktmäßig die konkrete Fragestellung SARS und ging abschließend auf „den leninistischen Parteistaat“ ein. Nachdem Kolja mit dem Beitrag SARS und die soziale Umwälzung in China erneut vor allem grundsätzliche Fragen in den Mittelpunkt stellte, konzentrierte sich Heiner unter der Überschrift SARS und Marxismus auf eine ebenso grundsätzliche Kritik der politischen und erkenntnistheoretischen Auffassungen Koljas.

Zuschriften zu dieser Diskussion sind – wie auch zu allen anderen Texten dieser Web-Site – willkommen.

Petra Bach